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Abenteuer mit Linux - Teil II

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Im letzten Teil haben wir die Grundinstallation geschafft und konnten das WLAN-Modul zur Mitarbeit überreden. Diesmal soll das System ... nunja "arbeitsfähig" werden.

Kleinkram

Zunächst werden ein paar nützliche Helfer installiert.

  • dhcpd - ist einfacher als immer nach der korrekten Konfiguration zu fragen
  • zsh - coole Shell ist cool, dazu ein anders Mal mehr
  • ntpd - um an der Uhr drehen zu lassen
  • acpid - Laptop zuklappen -> Laptop schläft ein. Prima (ab und an gibt es Probleme beim aufwachen)
  • htop - welcher Prozess braucht hier eigentlich soviel CPU/RAM?

Da man ja nicht als root arbeiten soll - an einigen Stellen wird das auch aktiv verhindert - wird noch ein neuer Benutzer angelegt. Der kommt in die Gruppen audio, video und wheel. Damit er hören und sehen kann. Der wheel Gruppe wird noch sudo erlaubt. Das ist am Laptop zwar egal da es eh nur den einen Nutzer geben wird und man es auch nur dem spezifischen Benutzer erlauben könnte, aber naja .. alte Gewohnheiten.

Ein Wellensittich

Hab ich das Arch-Wiki schon gelobt? Nicht nur das man zu allem eine Anleitung zur Installation und Konfiguration bekommt, es gibt sogar sinnvolle Übersichten zu verfügbaren Packeten nach Themengebieten. Wenn man also nicht weiß welche Desktopumgebung mit welchem Windowmanager man möchte kann man sich hier einen aussuchen.
Nun mag es etwas faul oder einfallslos wirken, aber der erste Eintrag in der Liste gefällt mir. Budgie .. es gibt eigentlich nicht viel zu sagen, man findet Dinge da wo man sie erwartet, oder im ersten Moment halt nicht, weil gnome-control-center und budgie-extras noch nicht installiert sind. Das Ding wirkt jedenfalls schön aufgeräumt. Doch damit man das selbst beurteilen kann müssen ein paar kleinere Pakete wie xorg, mesa, Grafiktreiber, ein Display Manager und Audiokram wie alsa und pulseaudio installiert werden.
Das funktioniert alles überaschend problemlos.

Die üblichen Verdächtigen

Mittlerweile ist es spät und so ein leerer Desktop ist nun auch recht langweilig. Also schnell noch Chromium, VLC und Nautilus installiert. Youtube läuft, Musik und Videos vom Windows-PC im Netzwerk kann man auch ansehen. Prima. Netflix .. ne geht nicht ...
War ja auch zu einfach. Netflix braucht eine Erweiterung für Chromium - chromium-widevine. Dies gibt es allerdings nur im AUR. 

YAY - AUR

Im Arch User Repository findet man letztlich alles das es nicht ins offizielle Repo geschafft hat. Das ganze funktioniert so ähnlich wie die FreeBSD Ports. Nur das die Pakete hier in einem GIT liegen. Zur Installation wird das entsprechende Paket vom Server geklont und mit makepkg "installiert". Auch für diese Aufgabe gibt es Helferlein. YAY zum Beispiel. Da auch das ein AUR-Paket ist, muss es natürlich zunächst auf dem beschriebenem Weg installiert werden. Danach kann man weitere Pakete aus dem AUR einfach mit

yay paketname

installieren. Makepkg ist dann übrigens so ein Programm das nicht als root ausgeführt werden möchte. Ich erwähne das, weil ich es regelmäßig vergesse und yay immer erstmal als root klone.

Ein Terminal für den Desktop

Derweil nervt es ungemein den Desktop jedesmal für ein paar Shell-Befehle zu verlassen. Dafür gab es doch auch ein paar Lösungen ..
Früher hab ich dafür eTerm benutzt - E16 fand ich ziemlich gut, die neue Version müsste ich irgendwann mal anschauen.
Aber gut, ohne enlightenment kein eTerm, was gabs noch? xterm! .. Ja nun .. ähm

pacman -R xterm

(u)rxvt ereilte das gleiche Schicksal. Warum? Die Schrift ist auf dem Display einfach irrsinnig winzig.
Gewonnen hat vorerst alacritty.

Temperaturprobleme

Nach einer Weile youtube schauen wundert man sich eventuell warum der Laptop ein Loch in den Tisch brennt. Er wird unfassbar heiß. Nach der Installation von sensors und xsensors hat man zumindest die Gewissheit, sich das Problem nicht einzubilden. htop ergänzt das Bild mit 60-90% CPU-Auslastung und einem load um 5 herum. Tendenz steigend.
Das war in dem Moment aber vermutlich eine Auswirkung des Powermanagments. Nach etwas Recherche und powertop ist einigermaßen klar was hier das Problem ist. Linux reduziert den CPU-Takt deutlich später als Windows, muss es aber irgendwann auf jeden Fall tun. Ab dem Moment steigt der load, da die CPU ja nun langsam ist. Durch hohen load wird die CPU wieder beschleunigt sowie es etwas Reserven gibt. Das Gerät pegelt sich dann langsam um die 80°C ein. Der Fairness halber muss hier aber erwähnt werden, das es unter Windows dann gern mal Probleme gab Videos flüssig darzustellen.

Bluetooth für Anfänger

Eigentlich wollte ich nur meine Kopfhörer mit dem Laptop koppeln. Das Bluetooth-Icon wird ja angezeigt und scheint auch eingeschaltet zu sein. Kopfhörer werden mal gefunden und können nicht koppeln, bleiben gleich unauffindbar oder können zwar koppeln aber dann nicht verbinden. Im Arch-Wiki findet man dann den Hinweis pulseaudio-bluetooth zu installieren falls das noch nicht passiert ist. Ne, das war es nicht ..
Nach einer Ewigkeit gefummel mit bluetoothctl auch keine neuen Erkenntnisse außer Fehlermeldungen der obskureren Art.

error updating services: Host is down (112)

Die führen dann aber tatsächlich ins Arch-Forum und zu dem Hinweis doch mal 

dmesg |grep bluetooth

nach sinnvollen Fehlermeldungen abzusuchen. Und tatsächlich konnte die Firmware nicht geladen werden.
Wie ich dann aus diesem Post lernte, gibt es von Lenovo zwar keine passende Firmware allerdings funktioniert die von Acer auch ganz prima.

 .. Firmware



2 Kommentare


Empfohlene Kommentare

"Budgie" kenne ich noch nicht - ist das ein Ableger von Gnome?
Bei meinem Arch kann ich mich momentan nicht so wirklich zwischen XFCE aus Gewohnheit und i3-gaps wegen der Geschwindigkeit (wenn man fertig eingerichtet...) entscheiden.

Wenn du bereits zsh-Fan bist, würde ich noch "oh-my-zsh" empfehlen.
Ŭber kleine Module kommt da noch ne ganze Menge an Helferlein für die Shell hinzu.

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Richtig Budgie basiert auf Gnome. Früher war ich zwar kein Gnome Fan aber das sieht schon ganz brauchbar aus. Die Skalierung funktioniert bei dem 4K Display allerdings eher so mittel-gut. Gnome typisch kann man nur 100, 200 und 300% auswählen. 200% ist dann schon wieder zu groß, das Problem lässt sich aber mit xrandr beheben. Das kommt dann im nächsten Teil.

oh-my-zsh kenn ich schon, muss mich nur mal tiefer damit beschäftigen. Kommt wohl auch beim nächsten mal, zusammen mit tmux und ranger.

Für Tiling-WMs bin ich zu faul xD

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  • Blogkommentare

    • Also ernsthaft kaputt war noch nichts, ein mittleres Problem sind VMware Vorlagen. Die erste angelegte Vorlage ist nun etwas über ein Jahr alt. Das erste was "kaputt" geht ist der arch-keyring. Pakete von damals gibt es nicht mehr und neue bekommt man unter umständen nicht weil die Signaturen nicht mehr stimmen. Etwas nervig. Dann kann man sich erstmal aktuelle Schlüssel besorgen (pacman-key --refresh-keys) und dann den neuen keyring holen (pacman -S archlinux-keyring) Updates hab ich bishe
    • Arch als Server interessiert mich. Ich nutze es seit 2011 privat als Desktop-OS und erlebe kaum einen Tag ohne mehrere Paket-Updates. Wenn man die zu lange warten lässt, geht später gern mal was kaputt.  Von gefühlt dauernden Kernel-Updates mal ganz zu schweigen. Wie sind deine / eure Erfahrungen damit bisher?
    • Richtig Budgie basiert auf Gnome. Früher war ich zwar kein Gnome Fan aber das sieht schon ganz brauchbar aus. Die Skalierung funktioniert bei dem 4K Display allerdings eher so mittel-gut. Gnome typisch kann man nur 100, 200 und 300% auswählen. 200% ist dann schon wieder zu groß, das Problem lässt sich aber mit xrandr beheben. Das kommt dann im nächsten Teil. oh-my-zsh kenn ich schon, muss mich nur mal tiefer damit beschäftigen. Kommt wohl auch beim nächsten mal, zusammen mit tmux und ranger
    • "Budgie" kenne ich noch nicht - ist das ein Ableger von Gnome? Bei meinem Arch kann ich mich momentan nicht so wirklich zwischen XFCE aus Gewohnheit und i3-gaps wegen der Geschwindigkeit (wenn man fertig eingerichtet...) entscheiden. Wenn du bereits zsh-Fan bist, würde ich noch "oh-my-zsh" empfehlen. Ŭber kleine Module kommt da noch ne ganze Menge an Helferlein für die Shell hinzu.
    • oh super, danke dir. Ja mit den hochgestellten und tiefgestellten zahlen ist das so ne Sache. Da kommt der ein oder andere Fehler gern zustande. Leider kann man das nicht bearbeiten. Also hoffe ich das die Option irgendwann dazukommen wird oder jeder hier auch die Kommentare liest  
    • Das ist natürlich richtig, aber ich bin nicht der geduldigste Mensch und Arch kannte ich halt auch schon  Dazu kommt dann noch das der Core m5-Y71 nicht gerade ein Kraftpaket ist. Aber ich merkt mir mal Gentoo für ganz viel Langeweile oder potentere Hardware vor.
    • @_n4p_: Auch eine Gentoo Stage1 Installation ist gar nicht sooo kompliziert. Man braucht halt vor allem entsprechend viel Zeit, um alles selber zu kompilieren, anstatt es viel schneller nur zu installieren. Dafür läuft das System (wenn man alles richtig macht) aber auch schneller und stabiler als so ziemlich jedes andere System.
    • Das Arch Wiki ist echt großartig. Das kann man gar nicht oft genug sagen Für Gentoo und LFS war die Motivation einfach nicht groß genug. Arch bildet einen schönen Mittelweg aus den Extremen - Ubuntu, Mint auf der einen und LFS auf der anderen Seite. Irgendwo hab ich mal gelesen Arch sei auf die richtige Art kompliziert, zumindest zum Lernen. Will man einfach ein Linux um produktiv zu arbeiten, ist Arch vermutlich nicht der richtige Anfang. Das Abenteuer geht auch noch weiter
    • Schönes Abenteuer...verleitet mich ja fast dazu auch mal wieder was zu installieren und mit Linux rumzuspielen. Arch habe ich damals mit 16 oder 17 das erste Mal installiert. Da war die Wiki glaube ich noch nicht soooo gut wie heute und musste oft in Foren nachfragen oder Yt Vids gucken. Danach (einige Jahre später) wars dann eher Manjaro oder Antergos. Gentoo würde in meiner Liste noch fehlen (und LFS)
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