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Fachinformatiker - Blog

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Mitwirkende

Lücken im Lebenslauf und keine Berufserfahrung

353 Aufrufe

Hello.

Die meisten erinnern sich sicher nicht mehr an mich, ich habe hier vor vier Jahren mal eine Vorstellung verfasst. Seitdem ist viel passiert bei mir, und ich würde gerne meinen Werdegang mit euch teilen. Kurze Zusammenfassung der ersten Vorstellung: Ich bin Lukas, mittlerweile 25, ausgebildeter Fachinformatiker für Systemintegration und arbeite als Softwareentwickler.

Der Titel klingt sehr reißerisch, ist aber akurat. Meine Intention mit diesem Artikel ist, die letzten Jahre etwas zu reflektieren. Zum anderen möchte ich Menschen Mut machen, die sich vielleicht in einer ähnlichen Situation befinden wie ich mich befunden hbae.

Ich werde euch jetzt nicht mit unnötigem Geschwafel langweilen und gleichzeitig auch  nicht zu viel über mich persönlich verraten, deswegen wird das Resumé der letzten Jahre recht kurz: Ich habe nach dem Bestehen meiner Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen in drei verschiedenen Firmen für jeweils nicht länger als fünf Monate gearbeitet. Das hat große Lücken in meinen Lebenslauf gerissen, von viel Praxiserfahrung keine Spur. Jedes neue Bewerbungssgespräch mit mehr Erklärungsbedarf.

 

Zitat

"Systemadministration ist nichts für mich."

 

Nachdem ich den letzten Job verloren hatte, habe ich mir gesagt, dass es so nicht weitergehen kann. Ich habe mir die Zeit genommen die ich brauche um fit zu werden und außerdem einen Entschluss gefasst. Systemadministration ist nichts für mich. Der größte Spaß für mich war schon immer das Erstellen von Skripten mit Powershell, weswegen ich mir dachte: hey, warum nicht programmieren lernen. Gesagt, getan. Ich habe eine 16-monatige Weiterbildung zum C++ Programmierer bei einer Fernakademie absolviert. Das Ganze schien aber definitiv auf Vollzeit-Berufstätige ausgelegt gewesen zu sein, ich hatte den Kurs bereits nach zwei Monaten abgeschlossen.

Und was jetzt? Ich habe eine Einführung in die Sprache und objektorientierte Programmierung bekommen, kleinere Dinge programmiert und Konzepte gelernt. Stellt mich jetzt jemand ein? Für mich war klar, so vermutlich noch nicht. Nachdem ich also einige Erfahrungsberichte gelesen habe, habe ich beschlossen mein neugewonnenes Wissen in die Tat umzusetzen und ein Projekt zu starten. Dazu möchte ich noch sagen, dass ich in dieser Zeit natürlich arbeitslos gemeldet war. Das Arbeitsamt habe ich stets über meine Pläne und Vorhaben informiert, weswegen mir sämtliche Freiheiten gelassen wurden. Ich musste keine Bewerbungen schreiben und konnte mich vollends auf meine "Umschulung" fokussieren.

Für mein Projekt habe ich einige Rahmenbedingungen aufgestellt:

  1. Es soll eine Konsolenanwendung ohne Fremdbibliothken sein, um mein Wissen um C++ und die STL (Standard Template Library) zu vertiefen und vorzuzeigen.
  2. Es muss komplex genug sein, damit ich heraussteche, aber so simpel, dass es in einem angemessenen Zeitrahmen fertigzustellen ist.

Ich habe mich für eins meiner Lieblingskartenspiele entschieden, Phase 10. Für Spiele habe ich mich eh immer begeistert und ich dachte mir, dass es sicher eine Herausforderung darstellt, die Algorithmen für die Phasenüberprüfung zu entwerfen. Ungefähr drei Monate später habe ich dieses Projekt erfolgreich abschließen können. Der Code war natürlich alles andere als professionell, und wenn ich da jetzt mit meiner bald einjährigen Erfahrung draufschaue, belächle ich das ein wenig. Aber das ist okay, zu dem Zeitpunkt war es viel wichtiger etwas Fertiges, Präsentierfähiges zu haben. Zu zeigen, dass ich ein Projekt anfangen und fertigstellen kann, und dass es funktioniert.

 

Zitat

"offen und ehrlich"

 

Mit dem Selbstbewusstsein, das ich durch das Projekt gewonnen habe, habe ich direkt angefangen deutschlandweit Bewerbungen zu schreiben, ich wollte unbedingt anfangen professionell zu entwickeln. Die ganz große Frage war natürlich, reicht ein GitHub-Link zu meinem Projekt um den extrem lückenbehafteten Lebenslauf zu kaschieren? Ich dachte mir, ich habe sowieso nichts zu verlieren, also werde ich offen und ehrlich sein. Ich habe im Anschreiben direkt den "Elefanten im Raum" angesprochen, meine krankheitsbedingten Ausfälle.

Nach fünf Bewerbungen auf Junior-C++-Entwicklerstellen hatte ich vier Bewerbungsgespräche und einen neuen Job. In jedem dieser Gespräche habe ich sämtliche Fragen zu meinen Lücken ehrlich beantwortet, was jedes Mal sehr positiv aufgenommen wurde.

Inzwischen arbeite ich seit fast einem Jahr als C++-Entwickler in einem StartUp. Meine Arbeitskollegen sind ausschließlich Akademiker, was für mich als Mathe- und Informatiknoob eine noch viel größere Herausforderung war. Zu meinem Glück wurde im Bewerbungsgespräch mein Wille zu Lernen erkannt. Das möchte ich auch noch einmal betonen. Ich hatte sehr viel Glück. Klar, ich habe eine Weiterbildung absolviert und ein Projekt entwickelt, aber manchmal hilft es definitiv zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Seit Mitte letzten Jahres bin ich also wieder in Vollzeit angestellt, war keinen Tag krank und gehe jeden Tag mit extrem viel Motivation zur Arbeit. Es macht einfach Spaß. Um mein Wissen noch weiter zu vertiefen werde ich außerdem ab kommendem Semester an der Fernuniversität Hagen Informatik studieren.

Abschließend möchte ich auf die Zukunft in diesem Blog eingehen. In unregelmäßigen Abständen werde ich fachliche Artikel zur Softwareentwicklung mit C++ erstellen. Ich freue mich sehr darauf, mein neues Wissen weiterzugeben und den angehenden (C++)-Entwicklern im Forum weiterzuhelfen. Außerdem wird es möglicherweise Erfahrungsberichte aus dem Fernstudium geben, seid gespannt! :)

LG

Lukas aka BLAAAAAAAAAAAAAAAAAARGH



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  • Blogkommentare

    • Ach, der Text kommt mir doch bekannt vor 😜
    • Also ernsthaft kaputt war noch nichts, ein mittleres Problem sind VMware Vorlagen. Die erste angelegte Vorlage ist nun etwas über ein Jahr alt. Das erste was "kaputt" geht ist der arch-keyring. Pakete von damals gibt es nicht mehr und neue bekommt man unter umständen nicht weil die Signaturen nicht mehr stimmen. Etwas nervig. Dann kann man sich erstmal aktuelle Schlüssel besorgen (pacman-key --refresh-keys) und dann den neuen keyring holen (pacman -S archlinux-keyring) Updates hab ich bishe
    • Arch als Server interessiert mich. Ich nutze es seit 2011 privat als Desktop-OS und erlebe kaum einen Tag ohne mehrere Paket-Updates. Wenn man die zu lange warten lässt, geht später gern mal was kaputt.  Von gefühlt dauernden Kernel-Updates mal ganz zu schweigen. Wie sind deine / eure Erfahrungen damit bisher?
    • Richtig Budgie basiert auf Gnome. Früher war ich zwar kein Gnome Fan aber das sieht schon ganz brauchbar aus. Die Skalierung funktioniert bei dem 4K Display allerdings eher so mittel-gut. Gnome typisch kann man nur 100, 200 und 300% auswählen. 200% ist dann schon wieder zu groß, das Problem lässt sich aber mit xrandr beheben. Das kommt dann im nächsten Teil. oh-my-zsh kenn ich schon, muss mich nur mal tiefer damit beschäftigen. Kommt wohl auch beim nächsten mal, zusammen mit tmux und ranger
    • "Budgie" kenne ich noch nicht - ist das ein Ableger von Gnome? Bei meinem Arch kann ich mich momentan nicht so wirklich zwischen XFCE aus Gewohnheit und i3-gaps wegen der Geschwindigkeit (wenn man fertig eingerichtet...) entscheiden. Wenn du bereits zsh-Fan bist, würde ich noch "oh-my-zsh" empfehlen. Ŭber kleine Module kommt da noch ne ganze Menge an Helferlein für die Shell hinzu.
    • oh super, danke dir. Ja mit den hochgestellten und tiefgestellten zahlen ist das so ne Sache. Da kommt der ein oder andere Fehler gern zustande. Leider kann man das nicht bearbeiten. Also hoffe ich das die Option irgendwann dazukommen wird oder jeder hier auch die Kommentare liest  
    • Das ist natürlich richtig, aber ich bin nicht der geduldigste Mensch und Arch kannte ich halt auch schon  Dazu kommt dann noch das der Core m5-Y71 nicht gerade ein Kraftpaket ist. Aber ich merkt mir mal Gentoo für ganz viel Langeweile oder potentere Hardware vor.
    • @_n4p_: Auch eine Gentoo Stage1 Installation ist gar nicht sooo kompliziert. Man braucht halt vor allem entsprechend viel Zeit, um alles selber zu kompilieren, anstatt es viel schneller nur zu installieren. Dafür läuft das System (wenn man alles richtig macht) aber auch schneller und stabiler als so ziemlich jedes andere System.
    • Das Arch Wiki ist echt großartig. Das kann man gar nicht oft genug sagen Für Gentoo und LFS war die Motivation einfach nicht groß genug. Arch bildet einen schönen Mittelweg aus den Extremen - Ubuntu, Mint auf der einen und LFS auf der anderen Seite. Irgendwo hab ich mal gelesen Arch sei auf die richtige Art kompliziert, zumindest zum Lernen. Will man einfach ein Linux um produktiv zu arbeiten, ist Arch vermutlich nicht der richtige Anfang. Das Abenteuer geht auch noch weiter
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