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Ulfhednar

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Alle erstellten Inhalte von Ulfhednar

  1. Warst du bei amazon/aws? Die haben ihre 14 Leadership Principles und zu denen gibt es jeweils einen Fragenkatalog von ca. acht Fragen, so kommen über 110 Fragen zusammen und für alles gibt es dann noch weitere Prüffragen. Tell me about a time, when a team member was not performing well and it impacted your work? How did you handle the situation? Why didn't it perform well? What was the result? What have you learned from this specific situation? So ungefähr sieht eine der 110 Fragen aus. Die werden auch schon, da noch ein bisschen verpackt, im Online Assessment abgefragt und auch im Telefon Interview werden dann drei bis vier gestellt plus die Kontrollfragen und wenn man weiterkommt und ein onsite Gespräch hat, wird neben dem technischen Verständnis, auch nochmal diese behavioral questions gefragt. Wem dann in dieser sechsstündigen Runde die Beispiele ausgehen und keine der vorher zurechtgelegten Geschichten recyclen kann, hat Pech. Ich bin übrigens auch an diesen Fragen gescheitert, trotz vieler Jahre Berufserfahrung, fällt mir ad hoc einfach nicht zu jeder Situation ein Beispiel ein, zumal das Interview auf Englisch ist. Normal kein Problem, in einem Interview aber für mich ein zusätzlicher Stressfaktor und der indische Akzent meiner Interviewerin hat es nicht leichter gemacht. 🙄
  2. Ich habe nicht gesagt, dass generell nichts bessere möglich ist. Meine Frau arbeitet jetzt im Konzern, nachdem sie Jahre im Mittelstand unter teils prekären Bedingungen (miese Bezahlung, viele unbezahlte Überstunden) gearbeitet hat. Aber es ging ja darum, ob es eine IT-Hochburg ist und das kann ich so einfach nicht behaupten. Nur weil Daimler hier seinen Hauptsitz hat, hat er die meisten IT-ler doch im Ausland eingestellt. Tatsächlich sucht Bosch die meisten seiner Entwickler in Berlin.
  3. Unabhängig von diesem Gehalt, welches, egal ob IT-Hochburg oder nicht, eine Frechheit ist, kann ich nicht behaupten, dass Stuttgart eine IT-Hochburg gewesen wäre. Mir fehlt der direkte Vergleich zu anderen Städten, aber meine Frau und ich waren beide seit ~2009 in der Region tätig, beide in der Entwicklung, aber mit unterschiedlichen Programmiersprachen. Selbst wenn viele Entwickler gebraucht wurden, hat das nicht zu einer Anpassung der Arbeitsbedingungen oder der Gehälter geführt, vielleicht ist es der schwäbische Geiz. Hier gab es nie ein man kann sich den Arbeitgeber aussuchen. In Karlsruhe war es minimal besser, dafür aber noch niedrigere Gehälter. Stuttgart ist ok, wenn man es in einen der Konzerne oder Tier-1 OEMs schafft, in den KMUs wurde imho immer unterirdisch schlecht bezahlt, zumindest für die dortigen Lebenshaltungskosten. Dann läuft es in Stuttgart schon seit letztem Jahr, durch die Automobilkrise, schlecht. Viele Firmen mit Einstellungsstopps und noch mehr Firmen, die jetzt Personal abbauen müssen. Und Corona hat die Situation dann auch nicht mehr verbessert. Das merke ich auch deutlich an den Recruiter Anfragen auf LinkedIn, Xing und Stackoverfllow, da kommt sehr viel rein und das für alle möglichen Regionen (München, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf...) aber nichts von hier. Das Problem ist nur, auch da hat Daimler Einstellungsstopp und solche Stellen werden seit Jahren über externe Leihfirmen besetzt, da ist dann das Gehalt auch nicht mehr so gut. Das klingt so einfach, aber fachfremd ist man als IT-ler jetzt auch nicht so gefragt, da landet man schnell nahe des Mindestlohns.
  4. Also ich hatte gestern ein onsite Gespräch, übrigens das erste seit Corona, dem voraus gingen in den letzten Wochen ein Telefongespräch und ein Video Meeting. Ich hatte rund 4 Stunden Anfahrt und es ging um eine Rolle als Software Architect/Project Manager in einer größeren Consulting Firma und für eine Branche, aus der ich keine Erfahrung mitbringe, aber privates Interesse habe. Nach dem üblichen Lebenslauf diskutieren, ging es dann schnell um den Punkt Scrum Master, da ich in Entwickler Teams schon Scrum eingeführt habe und für das ein oder andere Projekt Scrum Master war, hat mich das erstmal nicht gewundert. Irgendwann wurde mir dann eröffnet, dass man mich aufgrund der fehlenden Branchenerfahrung ja nicht in den von mir präferierten Rollen zum Kunden schicken können, ob ich mir denn auch vorstellen könnte als Scrum Master zu arbeiten. Leider ist die Stimmung dann ein bisschen gekippt, denn mein Ziel war das eigentlich nicht und ich habe aufgrund der fehlenden Branchenerfahrung auch die Gehaltsvorstellungen niedriger angesetzt. Ich habe dann auch nur gesagt, dass ich das schon machen kann, aber mein Ziel die anderen Rollen sind und bleiben. Rückblickend ging das ganze Gespräch dann eigentlich auch nur darum, herauszufinden, wie gut ich als Scrum Master wäre. Mal schauen, wie abweisend ich dann rüber kam, man will bis Mitte Juli Rückmeldung geben, ob es in die nächste Runde geht. Ist mir jetzt auch das erste Mal passiert, dass es dann plötzlich um eine andere Position ging. Und dafür, war ich dann gestern knapp 12 Stunden unterwegs 😲
  5. Also ich habe weitestgehend die gleichen Erfahrungen gemacht, nur das die Zahlen ein bisschen höher waren und ich bisher keinerlei Aufgaben hatte, die einem echten Task entsprochen hätten, sonst trifft es das aber ziemlich. Ich hatte auch schon ein bisschen die Region in Verdacht, da hier auch noch andere User in der Region wohl ähnliche Erfahrungen gemacht haben, aber ich bin in Stuttgarter Ecke unterwegs.
  6. Die fünf Tage waren aus Bewerbersicht, bei fünf verschiedenen Firmen, ansonsten kannst du aus einem Einstellungstesttag noch keine aufgeblähten Prozesse vermuten. Ist schon klar, du kannst dir deinen Job aussuchen, vermutlich bist du also auch eine von diesen Fachkräften, an denen ein Mangel herrscht. Ich bin es wohl nicht, von daher kann ich auch nicht alles Firmen ablehnen, welche die Kosten nicht erstatten, komplizierte Recruiting Prozesse haben oder weniger als 30 Tage Urlaub und nur abgegoltene Überstunden anbieten. Und da ich keinen Anspruch auf Leistungen habe, erstattet mir auch keine BA irgendwelche kosten.
  7. Es ist nicht so, dass ich dem nichts abgewinnen kann. Gerade das mit dem Kennenlernen, aber wenn man da allein sitzt oder das erste Stufe des Einstellungstests ist, halte ich absolut nichts davon. Denn meistens ist das nicht der erste vor Ort Gespräch und nach dem fünften Einstellungstesttag als Bewerber, wird das echt nervig und btw. auch kostspielig, sei es in Urlaubstagen oder weil man sich eben in das Parkhaus nebenan für 17€ für den Tag stellt. Sowas kann man dann machen, wenn der Kandidat passt, man ihn eigentlich einstellen würde und ihn nicht noch weiter fachlich testen will.
  8. Also, ich solche bei meinem Ex-AG veranstaltet habe und inzwischen selbst welche als Bewerber hatte. Gearbeitet wurde da nirgends, das waren einfach immer nur Coding Tests vor Ort mit anschließender Präsentation vor dem Team. Dabei geht es dann auch darum, dass der Rest des Teams den Bewerber einschätzen kann. Je nach Firma ist das aber auch recht unorganisiert, so saß ich mal praktisch alleine im Open Space und bekam ein Notebook ohne Tools und sollte alles selbst installieren, das Internet war aber auf Modem Niveau und der halbe Tag ging für das installieren drauf. Die die Aufgabe war aber zeitlich begrenzt, implementieren sie Algorithmus X und Y, bauen sie einen Taschenrechner, der mit Bitverschiebung funktioniert, dann präsentieren zu Uhrzeit Z. Ich war dann ziemlich im Stress und dachte, das Installieren gehört vielleicht mit zur Aufgabe (welches Toolset wird gewählt, VS, VS Code, Resharper, Note etc.). Als ich gegangen bin, konnte ich noch das Gespräch mithören, dass der Laptop installiert bleiben soll, der Bewerber am darauffolgenden Tag bräuchte die Umgebung ja auch...
  9. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Unternehmen Cherry Picking betreiben und Mikroanforderungen stellen. Da soll der Bewerber einen 100% Match auf den Techstack und die Toolchain drum herum mitbringen und natürlich auch noch Branchenerfahrung. Aber ein Senior soll es dann nicht sein, der verlangt zu viel. Er könnte X oder Y in 3 Monaten on-the-Job lernen, nein dann lieber nicht und wir suchen noch 12 Monate. Inzwischen benötigt so gut wie jede mittelständische Firma auch Entwickler, früher hatte man ein bis zwei Gespräche, davon eins mit ein paar fachlichen Fragen und dann hat man eingestellt oder nicht. Heute wird ein Interviewprozess auf FAANG Niveau gestartet, Coding Aufgabe für zu Hause, eine on-Site und dann noch eine Probearbeitstag. Bei meinem ehemaligen Arbeitgeber kamen sie auch irgendwann auf die Idee und ich musste mir dann Aufgaben für die Bewerber ausdenken. Nachdem ich selbst auf Stellensuche bin, stelle ich fest, dass das inzwischen deutlich verbreiteter ist. Ist ja schön, wenn die Hinterhofklitsche den Anspruch hat, nur die besten einzustellen und dann mit behavioral Questions alles aussiebt und wenn es dann doch mal einer schafft, bietet man ihm 60k€ für 15 Jahre Berufserfahrung und geltet damit gleich noch die Überstunden ab... dann sollen sie bitte am Fachkräftemangel zugrunde gehen. Das kann regional durchaus unterschiedlich sein, aber bei dem, was ich die letzten Monate als Bewerber so erlebt habe, kann ich nicht vorbehaltlos von einem Fachkräftemangel reden.
  10. Bleibt halt die Frage, in wie vielen Firmen funktioniert das so? Ab wann wird erwartet, dass die Pause durchgearbeitet wird und kann man dem entgegenwirken? Genau das ist der Punkt, es funktioniert schon mit Gesetzen in vielen Firmen nicht, da wird das ArbZG noch als lose Rahmenbedingungen gesehen, wenn die wegfallen, wird es dann besser oder schlechter? Dazu sage ich dann in ein paar Monaten was, je nachdem, was für eine Arbeit ich dann habe.
  11. IT oder Softwareentwicklung? Meine Erfahrungen beziehen sich auf letztere, in bald 16 Jahren seit dem Abschluss, kommen ein paar Firmen und Ex-Kollegen zusammen und meine Frau ist ebenso lange in und im Umfeld der Softwareentwicklung tätig. Wir wüssten niemanden, der sich die Stunden ausbezahlen lassen kann. Meine Frau ist noch dazu immer in größeren Firmen/Konzernen gewesen, aktuell gibt es mit IGM ein Gleitzeitkonto, aber ausbezahlen geht nur in Ausnahmefällen, wie Kündigung oder bei Überstunden durch Reisezeit.
  12. Wer legt denn da fest, was das normale Pensum ist? Auch sowas kann anstrengend werden, ich hatte eine Zeit lang ein Team, das wirklich gut performt hat, alle hatten das entsprechende Verantwortungsbewusstsein und das fachliche Know-How. Da hat die VAZ auch bei mir noch gut funktioniert, leider wusste das die GF nicht zu schätzen und so gingen eben Leute, aber man hat weiter dieselbe Performance erwartet. Dann wurden die falschen Leute eingestellt und was vorher ein Selbstläufer war, wurde zum Horror, alles musste kontrolliert werden und die Anzahl der laufenden Projekte wurde immer größer und ab da war VAZ nur noch negativ, denn die 150% die manche gebracht haben, ging einfach unter. Naja, auch mit Gleitzeit gibt es abgegolten Stundenkontingente oder es gibt Gleitzeitkonten, die nur eine maximale Anzahl an Stunden erfassen oder sehr knappe Kernarbeitszeiten und keine Möglichkeit Stunden innerhalb der Kernarbeitszeiten abzubauen. Und die Möglichkeit mit Auszahlen, habe ich im Informatik Umfeld noch nicht erlebt.
  13. Ob das der Gesundheit zuträglich war, oder ihr mehr geschadet hat, wird sich erst noch zeigen. Anderer Stress und Sorgen, sind nicht unbedingt positiver.
  14. Ja, und wenn ich das auch öfter mal vergesse, das war nötig. Ich hatte 6 Monate Kündigungsfrist und von Wochenstunden <50h (exklusive Pendeln) schon lange weg. Noch dazu war absehbar, dass nach diversen Management Entscheidungen, die mir verbliebenen Leute das Weite suchen. Ich war zum Teil wochenweise im Ausland unterwegs oder bei Kunden in Deutschland, der letzte Urlaub, in dem ich nicht angerufen oder anderweitig kontaktiert wurde, war vor 2015. Das und die Tatsache, dass ich Auszeit nötig hatte und für größere Private nicht Hobby Projekt etwas Zeit brauchte, haben mich zu diesem Schritt ermutig. Ich habe dann zusätzlich zu den 6 Monaten Frist, noch weitere 3 Monate in anderer Beschäftigungsart für die Firma gearbeitet, aber das hat auch nicht funktioniert und das gewünschte Abschalten war nicht möglich. Ein gutes Beispiel dafür, dass die Mutigen eben nicht immer belohnt werden.
  15. Also unser letzter Stand war, der Hinzuverdienst, wird auf das Kurzarbeitergeld angerechnet, außer bei Systemrelevanten Berufen, das wurde ihr so von der Personalabteilung bestätigt. Der Verdienst hat aber auch stark variiert. Allerdings ist auch die Nachfrage durch die aktuelle Situation eingebrochen, Coaching, Mediation und Supervision ist gerade nicht so gefragt, auch mit dem Tech Hintergrund nicht. Ja, sowas habe ich mir jetzt auch eine ganze Zeit lang gesagt. Und schlimmer kann es immer werden etc. Vor einem Jahr, hatte ich noch die Leitung über mehrere Teams und Projekte inne und ein sechsstelliges Gehalt vor Augen und diese Woche war ich bei einer Zeitarbeitsfirma, die mir aber auch gerade nur was als Lagerhelfer in 2-Schicht für 12€/h die Stunde anbieten können und ich denke ernsthaft darüber nach, das Interimsmäßig anzunehmen und das, nachdem ich vor etwas mehr als einem Monat noch ein Angebot mit 55k abgelehnt habe. Ich bin mir sicher, dass ich schon unten bin.
  16. Vielleicht sind einfach weniger Leute oder Spezialisierungen so gefragt, wie es den Anschein hat. Ich habe die letzten Monate auch viele Firmen erlebt, die genauso agiert haben. Da wird trotzdem mehrere Monate erfolgloser Mitarbeitersuche noch Cherry Picking betrieben. Bei manchen der Einstellungsprozesse, hatte ich auch den Eindruck, man sucht nur Rockstars bzw. den zu 100% passenden Kandidaten, im passenden Alter, da werden dann selbst Skills, die man sich in zwei Wochen on the Job aneignen kann, zum Hindernis. Auf der anderen Seite will man dann aber für einen Senioren nur Gehälter bezahlen, welches man zum Berufseinstieg im Konzern schon erreichen kann. Wie Bad Sentiment schon geschrieben hat, wenn man verzweifelt einen Job sucht oder auf einem noch schlechteren fest hängt, spielt sowas keine Rolle. Du bist sehr spezialisiert, das gilt für den Durchschnittsentwickler nicht, der kann solche Ansprüche einfach nicht stellen. Wie so oft, ist die Situation nicht so einfach. Wir halten das auch so, aber derzeit ist ein Einkommen komplett weggebrochen, dazu arbeitet meine Frau in Kurzarbeit und das wird auch noch eine Weile so gehen und durch die Kurzarbeit, darf sie ihrer nebenberuflichen freiberuflichen Tätigkeit derzeit nicht nachgehen. Uns sind also weit mehr als 50% des Haushaltseinkommens weggebrochen. Aktuell ist das kein noch kein Problem, trotzdem macht man sich Gedanken.
  17. Da ich vor Gehaltseinbußen um 50% oder mehr stehe, bin ich ganz froh, die letzten Jahre meinen Lebensstandard nicht an das Gehalt angepasst zu haben. Zum einen haben die Ersparnisse so eine Weile gehalten, zum anderen ist der Fall nicht so tief. Selbiges auch bei der Immobilie, wir sind unter unseren Möglichkeiten geblieben, deswegen können wir sie vermutlich auch weiterhin behalten.
  18. Meine Autos habe ich immer alle Bar bezahlt, bis auf das Haus ist bei mir nichts mit Fremdkapital finanziert. Das aktuelle Auto ist ein Volvo V70 aus 2004, gekauft in 2013 für um die 7k€, ich bin damit jahrelang gependelt und habe jetzt aktuell 312.000 km auf der Uhr. Leider ist die Klima undicht, schon seit 3 Jahren und das Leck steckt vermutlich im Klimakompressor, den müsste man auf Verdacht austauschen... lohnt sich aber bei dem Restwert nicht, trotzdem denke ich jeden Sommer, wenn im im Stau stehe, an das nächste Auto. Je nachdem wie viel ich bei meinem nächsten Job pendeln muss, muss ich allerdings mit Kredit finanzieren, da meine Rücklagen aufgebraucht sind, da mit der Gedanke aber nicht so zusagt, wird es wohl irgendwas für 5k€ werden.
  19. Ja... Das Beispiel, welches ich im Kopf hatte, war mit disziplinarischer Verantwortung für 14 Entwickler, so wie Steuerung eines weiteren Teams im Ausland, zudem die Verantwortlich für den gesamten Softwareentwicklungsprozess. So in etwa das, was ich vorher gemacht habe, nur das ich da in Deutschland weniger Entwickler hatte, dafür aber mehr Projekte in der Verantwortung und entsprechende Budgets. Aber es nun mal nur eine Handvoll Stellen auf dem Markt, für mich bedeutet das eben umorientieren.
  20. Nein erforderlich ist das nicht, aber wie du schon schreibst, ist es üblich. Ich war Team Manager und Technical Lead und suche auch nach solchen Stellen und bis jetzt hatten alle noch einen sehr hohen Programmieranteil. Und genau das war auch das Problem mit meinem Job, in Ruhe coden konnte ich nur noch im Homeoffice oder außerhalb der üblichen Arbeitszeiten, denn mit dem was dabei raus kommt, wenn ich alle 20 Minuten gestört werde oder in der Stunde zwischen zwei Meetings mal dazu komme, bin ich selbst absolut nicht überzeugt. Da mir aber nur solche Stellen unterkommen, wo ich dann neben den 10% Leitung noch 90% entwickeln soll, muss ich mich in eine andere Richtung orientieren, ist aber nicht so leicht, denn so richtig gefragt sind Entwickler auf anderen Positionen dann doch nicht, gerade auch wenn vorher Leitung im Spiel war.
  21. Das ist in Deutschland, mit den wenigen reinen Techfirmen, eh eine andere Ausgangslage. In den USA oder auch bei den US-Firmen in Deutschland, gibt es viele Stellen als Software Engineering Manager. Abseits der Firmen gibt es hier aber kaum solche Stellen, das benennt man gerne mal als Team Manger, ist dann aber zu 90% eine Entwicklerstelle und obendrauf ist man noch technical Lead. Das ist heißt im Umkehrschluss auch, dass der Techstack passen muss und das grenzt das Ganze dann noch weiter ein. Und wenn man dann auf einer Manager Stelle war, erschwert das zusätzlich noch den Einstieg in Stellen ohne den leitenden Anteil. Was der alte Entwickler dann macht, sage ich euch, wenn ich wieder in einer Anstellung bin.
  22. Das beschreibt so in etwa meine vorherige Postion, dazu waren es mehrere Projekte und wir auch für deren Betrieb zuständig und ich zusätzlich noch der Teamleiter. Das erste, was dann wirklich nicht mehr geht, ist das entwickeln, dann das in die kleinen freien Blöcke zwischen die anderen Tätigkeiten zu stopfen, funktioniert nicht nicht und schon gar nicht auf dem Qualitätsniveau, welches ich selbst von mir erwarte. Leider ist das aber häufiger der Fall, die Firmen schreiben Stellen aus mit einer ganz anderen Hauptverantwortung, erwarten aber, dass man in den restlichen 40-90% seiner Zeit noch entwickelt. Bezahlt wird meist auch nur die günstigste Rolle in der Konstellation.
  23. Nicht jeder verreist im Urlaub und benötigt ihn deshalb auch zusammenhängend, dann gibt es genug Firmen, bei denen werden maximal zwei Wochen am Stück genehmigt. Bei uns waren es drei und in unserem Team war es schon immer kritisch, wenn mal zwei im Urlaub waren, dann noch einer Krank und wir konnten die SLAs nicht mehr halten. Dann muss die Urlaubsplanung auch noch mit dem Partner passen, meine Frau musste ihren Urlaub immer im Februar festlegen und sich nach anderen Kriterien richten als ich, oft war da von der Projektplanung eben auch die beste Zeit, während der Schulferien, da es nicht erforderlich ist, das dort die Abteilung besetzt sein muss. Ich dagegen war in den Schulferien immer nachrangig, da ich Mitarbeiter mit Kindern hatte, dazu wurde mein Urlaub meist auch erst 3-4 Wochen vorher genehmigt. Dazu kam auch bei mir noch, je länger der Urlaub ging, umso mehr musste ich vorher vorarbeiten bzw. hatte dann dinge zum dringend nacharbeiten auf dem Tisch. Da können zwei Wochen in Summe erholsamer sein, als drei. Die muss es auch erstmal geben, es gibt genügen Gleitzeitregelungen, die keine ganzen freien Tage vorsehen.
  24. Sofern du die Möglichkeit hattest, den Urlaub zu nehmen, verstößt das gegen kein Gesetz... und ein Verfall am 31.12 ist üblich. In dem Fall war ich der TL und PL, mal gab es Ausfälle der Mitarbeiter, mal habe ich denen den Vorrang gegeben und hatte dann selbst keine Möglichkeit mehr. Und dann war es eben auch noch so, dass ein nicht unerheblicher Teil meines Gehaltes aus variablen Anteilen bestand, das waren KPIs wie Teamzufriedenheit oder aber auch Projekterfolge und Umsätze. Da lässt man schon mal ein paar Tage verfallen, um doch noch ein Ziel zu erreichen. Wenn man mal ein paar Jahre in der Firma ist und es bisher keine solche Probleme gab, dann steht man auch mal Personalengpässe mit privatem Engagement durch und wirft nicht sofort das Handtuch. Wenn sich das dann trotz Ansprache nicht bessert, geht man, was ich letztendlich auch getan habe. Für mich persönlich war es aber auch egal, denn unabhängig von der anzahl der verfallen Urlaubstage, habe ich eh selten geschafft, zur selben Zeit wie meine Frau Urlaub zu nehmen. Und unterm Strich waren die Urlaubstage nur Peanuts im Vergleich zu den Überstunden.
  25. Ich hatte noch nie mehr als 28 Tage Urlaub, dafür hatte ich schon Verträge mit mehr als 40 Wochenstunden. Dann gibt es noch so Feinheiten wie ob der 24. und 31.12 jeweils ein halber Tag Urlaub ist oder nicht. Ich war die letzten Jahre froh, wenn ich überhaupt die 28 Tage nehmen konnte, von daher kann ich jetzt nicht behaupten, dass ich alles mit unter 30 Tagen ablehnen würde. Meine Frau hat 30 + 24. und 31.12 und dazu meistens noch 2-3 Wochen pro Jahr frei durch Überstunden Abbau, wir haben also eh schon eine größere Diskrepanz. Ich denke bei allem unter 24 Tagen würde ich das schon sehr negativ aufnehmen, 30 empfinde ich schon als Wertschätzung seitens des Arbeitgebers, aber das Empfinden verpufft vermutlich auch schnell wieder. Aber von dem allem mal abgesehen, gibt es doch noch einige andere Kriterien, die mir wichtiger sind als der Jahresurlaub, wie z.B. die Pendelstrecke, Anzahl der Homeoffice Tage oder die Überstundenregelung.

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