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Fachkräftemangel - Gründe und Auswege

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vor 2 Stunden schrieb count71:

Kurzarbeit ist angesagt, weil die Firma zu wenig Aufträge hat und ansonsten Leute entlassen müßte.

Das ist so nicht ganz richtig. Kurzarbeit war für viele K(M)Us das Mittel der Wahl, um Personalkosten auf Kosten des Steuerzahlers einzusparen. Da haben die MA voll gearbeitet, aber nur Kurzarbeitergeld bekommen. Die Unternehmen haben dann die Differenz zum Vollzeitnetto den MA anderweitig ausgeglichen.

Daher war diese Kurzarbeitsgeschichte für mich persönlich nur ein absoluter Witz. 

Bei großen Unternehmen jedoch halte ich es für nicht realistisch, dass dieses System funktioniert haben soll. Soweit ich das gelesen habe, ging es um ein Unternehmen mit 5.000 MA. Dass sich hier niemand beschwert oder der Betriebsrat die Füße still hält, halte ich für praktisch unmöglich. Da muss sich nur einer beim Finanzamt/Zoll beschweren und schon fällt alles in sich zusammen. Das Risiko würde kein Unternehmen mit mehr als ~30 MA eingehen. Und wenn doch, dann haben sie alle damit einhergehenden Konsequenzen mehr als verdient.

bearbeitet von Kwaiken

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Das war übrigens bei einem ehemaligen Kommilitonen von mir, ich hatte nie Kurzarbeit. Bei uns sind die Leute damals entlassen worden, allerdings nicht in der IT.

Das bezahlen dürfte bei der Firma nicht das Problem gewesen sein. An dem Standort gab es viel Produktion und noch ein bisschen Verwaltung, darunter auch die IT und die Entwicklung (Software wie auch Hardware). Durch den Auftragsrückgang gab es für die Produktion eben nichts mehr zu tun, die Softwareentwicklung, Werbung, Lohnbuchhaltung, Hardwareentwicklung etc. hat aber nicht plötzlich nur noch die Hälfte an Arbeit, nur weil die Produktion stillsteht.

Warum das nicht anders gelöst wurde, keine Ahnung. Ich weiß nur das, was man so mitbekommt, wenn man mit ehemaligen Kommilitonen ein Bier trinken geht und davon auch nicht mehr alles, was zum einem dem Bier geschuldet ist und zum anderen den fast 13 Jahren, die das schon her ist.

 

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vor 6 Minuten schrieb Ulfhednar:

Durch den Auftragsrückgang gab es für die Produktion eben nichts mehr zu tun, die Softwareentwicklung, Werbung, Lohnbuchhaltung, Hardwareentwicklung etc. hat aber nicht plötzlich nur noch die Hälfte an Arbeit, nur weil die Produktion stillsteht.

Das wäre für das Kurzarbeitsmodell gar kein Problem. Die gearbeitete Zeit wird regulär bezahlt und die ausgefallenen Stunden werden von der Arbeitsagentur mit 60/67% vergütet. D. h. wenn du 50% arbeitest hast du zum Schluss etwa 80% deines regulären Nettos. Beste Zeit damals...

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vor 4 Stunden schrieb Kwaiken:

Bis zur Steuererklärung für das Jahr. Da gab es für einige dann ein böses Erwachen.

Naja, man sollte schon wissen das Lohnersatzleistungen erst mit der Steuererklärung versteuert werden.

bearbeitet von Th0mKa

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vor 2 Stunden schrieb Th0mKa:

Naja, man sollte schon wissen...

Nicht viele sind von Kurzarbeit betroffen und viele (damals) zum ersten Mal. Da weiß man noch nicht wie was versteuert wird und wie sich das am Ende steuerlich auswirkt. Der nette AG weist einen i. d. R. auch nicht darauf hin, so dass viele sich damals gesagt haben "Och, ich bekomme ja weiter mein Nettogehalt. Mir doch egal, ob der AG den Staat ausnimmt!", was sich am Ende eben gerächt hat.

bearbeitet von Kwaiken

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Am 6.4.2019 um 15:29 schrieb Kwaiken:

Hohe formale Anforderungen an Bewerber

Genau DAS!

Da möchte mancher Arbeitgeber dann eben auch den wirklich kompetenten und erfahrenen Dienstleister zum Billig-Tarif anstellen, nur weil der vielleicht nicht so viele tolle Zertifikate oder sonstige Papiere hat.

Da braucht man sich nachher auch nicht wundern, wenn dann "Fachkräfte" ausbleiben.

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Derzeit arbeite ich eine Anzeige für einen Ausbidlungsplatz aus und hab zur Recherche mal nachgeschaut, was so andere Firmen schreiben. Da bin ich auf etliche Firmen gestoßen, die von den Azubis schon Kenntnisse zu OOP und Datenbanken voraussetzen. Witzig ist auch, dass gerade diese Firmen damit werben, dass sie eine großzügige Ausbildungsvergütung bezahlen. Ein Junior Entwickler ist denen wohl zu teuer. Also ködern sie mit der höheren Vergütung junge Leute und setzen sie als billige Arbeitskraft ein.

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vor 1 Stunde schrieb Whiz-zarD:

Witzig ist auch, dass gerade diese Firmen damit werben, dass sie eine großzügige Ausbildungsvergütung bezahlen. Ein Junior Entwickler ist denen wohl zu teuer. Also ködern sie mit der höheren Vergütung junge Leute und setzen sie als billige Arbeitskraft ein.

Das sind dann aber auch die Firmen, bei denen du nach der Ausbildung kaum mehr gezahlt bekommst als während der Ausbildung. Hab ich bei vielen meiner damaligen Mitazubis in der Berufsschule erlebt. Hatten zwar weit über 1000€ Ausbildungsvergütung, aber dann als Übernahmeangebot maximal ein monatliches Gehalt von 2.2k€, wo aber Überstunden nicht bezahlt werden und man gut und gerne mal auf 50h/Woche kommt. Immerhin wissen diese Unternehmen nur zu gut um die Gemütlichkeit und Faulheit ihrer Zöglinge.

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vor 6 Stunden schrieb Kwaiken:

Nicht viele sind von Kurzarbeit betroffen und viele (damals) zum ersten Mal. Da weiß man noch nicht wie was versteuert wird und wie sich das am Ende steuerlich auswirkt.

Da davon alle Lohnersatzleistungen, also zzgl. zum Kurzarbeitergeld auch Kranken- und Arbeitslosengeld, betroffen sind kommt damit sicherlich fast jeder mal in Berührung. So elementare Sachen sollte man schon wissen oder sich spätestens bei Bezug informieren.

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vor 4 Stunden schrieb Graustein:

Im CB Forum sind 4000 brutto schon ein gutes Gehalt, so als erfahrener FI:

Manchmal fantasiere ich darüber ob ich das selbe in Internet verbreiten würde, wenn ich einen Master-Abschluss hätte und deutlich unter 4000 Brutto im Monat verdienen würde. :unsure:

Übrigens der User auf dessen Post im CB-Forum verlinkt wird, ist allgemein der Meinung dass man ohne Master nur noch geringqualifizierte und schlechtbezahlte Stellen bekommt, deshalb warnen die anderen User bereits vor ihm. Auch sollen wohl gefühlt 50 % seiner Beiträge bereits unter die Moderation gefallen sein.
Das sollte man also alles nicht so ernst nehmen, die Person scheint wohl einfach nur psychische Probleme zu haben.

bearbeitet von Miraishiki

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Zitat

Demnach machen 89 Prozent der IT-Mitarbeiter in deutschen Unternehmen Überstunden, 40 Prozent sogar sechs bis zehn Stunden pro Woche - nicht immer freiwillig. "Die meisten IT-Beschäftigten arbeiten mehr, als ihnen lieb ist", sagt Jäkel.

...

Zwar könnte ich den Job noch mit 70 machen und auch die gleiche Leistung bringen wie ein 25-Jähriger

...

Das höre sich zunächst einmal gut an, doch gerade die Heimarbeit könne zum Bumerang werden, sagt Gewerkschafter Jäkel. "Dort gibt es keine Zeiterfassung. Deshalb wird so lange gearbeitet, bis ein bestimmter Projektabschnitt fertig ist. Und das ist oft länger, als es im Büro der Fall gewesen wäre."

Jeder zweite macht sechs bis zehn Überstunden die Woche? Mit 70 noch so gut wie mit 25? Das glaube ich weder noch.

Und dann widerspricht sich der Artikel selbst, indem er Home Office verteufelt, weil man dort mehr arbeiten würde als im Büro, wo man eh schon 5+ Überstunden die Woche schiebt.

Wenn das die Datenbasis sein soll, weiß man, was man vom Rest zu halten hat.

bearbeitet von Errraddicator

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vor 35 Minuten schrieb Errraddicator:

Und dann widerspricht sich der Artikel selbst, indem er Home Office verteufelt, weil man dort mehr arbeiten würde als im Büro, wo man eh schon 5+ Überstunden die Woche schiebt.

Warum ist das ein Widerspruch. Könnte mir auch vorstellen, dass ich im Homeoffice deutlich mehr arbeiten würde, da es sich weniger wie Arbeit anfühlt, man nebenbei mal ein paar Sachen erledigen kann wie die Waschmaschine anwerfen, Pakete entgegennehmen, Futter zubereiten usw. was den ganzen Tag in Summe weniger stressig macht. Der Arbeitsweg fällt natürlich auch noch weg.

Dazu wird man ggf. auch weniger oft raus gerissen, wenn man nicht ein paar Meter weiter ist. Glaube die Schwelle ist da höher von Kollegen ein dauernd anzurufen, anstatt mal eben 5 Meter rüber zu latschen.

Denke also der Stress der Arbeit kann durchaus mit einer höheren Stundenanzahl geringer sind. Aber das sind erstmal nur Gedanken, bei uns ist leider nix mit Homeoffice, abgesehen von zusätzlichen Stunden bzgl. Rufbereitschaft usw.

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Ich frage mich bei diesen Golem Artikeln zum Thema IT-Fachkräftemangel immer was die Intention dahinter ist. Leider lässt sich über den Autoren auf die Schnelle nichts in Erfahrung bringen. Nur, dass er nicht fest bei Golem.de als Redakteur angestellt ist. Handelt es sich hier vielleicht um Jemanden mit einer Agenda? Vielleicht Jemand aus dem Bereich der Personalberatung? Wer weiß.

Was hat Golem.de, als Seite dessen Adressatenkreis eindeutig IT'ler oder IT affine Menschen sind, eigentlich davon den Fachkräftemangel so wenig hinterfragend zu propagieren? Wem hilft es denn letztendlich wenn sich der IT-Fachkräftemangel in den Köpfen der Leute erstmal als Fakt verankert hat? Den angestellten IT'lern? Doch wohl eher nicht.

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Glaube so kompliziert wird es gar nicht sein. Artikelschreiber greift die Themen auf die aktuell sind und wo er durch andere Artikel aktuell eh schon mit Informationen tot geworfen wird.

Und Golem kommen Themen zum Gehalt, Arbeitsplätzen und Amazon ganz recht, da sie immer wieder große Diskussionen entfachen und Leute anziehen, ergo mehr Werbeeinnahmen und Interesse ist ja wohl auch da und wenn die Leute nur sagen wollen, dass es keinen Fachkräftemangel gibt.

Dann prallen verschiedene Zahlen aufeinander durch Firmengrößen, Firmenstandort usw. und wir haben ein hitziges Gefecht.

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