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Sinn einer Berufsausbildung - Rekrutierung von Fachkräften oder Nachhilfe für Dumme?

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Man braucht diese drei Jahre, um die Azubis, die schon Lesen/Schreiben/Körperpflege beherrschen (oder Abitur haben...) für den Berufsschulstoff kompatibel zu machen. Unser Deutsch Lehrer hat an der Berufsschule abwechselnd Filme gezeigt oder ganz gefehlt. Drei Jahre ging das so. Sein Kommentar vor der Klasse war etwa:"Wenn ich mit 80% Abiturienten in der Klasse den Rahmenlehrplan für das Fach Deutsch durchziehe, wissen Sie hinterher weniger als jetzt." War ein stilles Arrangement, am Ende gab es Noten auf Zuruf, in der Zwischenzeit hatten alle Ihre Ruhe.

Ohne die willigen Azubis würde doch kein Unternehmen im Hotelgewerbe mehr funktionieren. Leute die nichts kosten aber kräftig anpacken, am besten 9h am Tag sind schon was feines.

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Ohne die willigen Azubis würde doch kein Unternehmen im Hotelgewerbe mehr funktionieren. Leute die nichts kosten aber kräftig anpacken, am besten 9h am Tag sind schon was feines.

Und welcher 5-Euro-pro-Haarschnitt Friseursalon würde so funktionieren (in die wohl die meisten dennoch gehen => Doppelmoral)?

Das ist doch kein Problem einer qualifizierten Berufsausbildung. Die Ausbildung ist wohl eher die Lösung um aus geringqualifizierten/bezahlten Beschäftigungsverhältnissen rauszukommen, denn Ungelernte würden das ein Leben lang mitmachen müssen. Dieselbe Argumentation könnte man ja auch gegen ein Studium bringen, denn je mehr Studenten es gibt, desto mehr billige Werksstudentenjobs/(unbezahlte) Praktikastellen/etc. gibt es. Das ist doch derselbe Humbug.

bearbeitet von bigvic

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Und welcher 5-Euro-pro-Haarschnitt Friseursalon würde so funktionieren (in die wohl die meisten dennoch gehen => Doppelmoral)?

Das ist doch kein Problem einer qualifizierten Berufsausbildung. Die Ausbildung ist wohl eher die Lösung um aus geringqualifizierten/bezahlten Beschäftigungsverhältnissen rauszukommen, denn Ungelernte würden das ein Leben lang mitmachen müssen. Dieselbe Argumentation könnte man ja auch gegen ein Studium bringen, denn je mehr Studenten es gibt, desto mehr billige Werksstudentenjobs/(unbezahlte) Praktikastellen/etc. gibt es. Das ist doch derselbe Humbug.

Ich sage es mal so... Wäre ich Schüler oder Rentner und hätte nachmittags genug Freizeit, um ein paar Stunden zu arbeiten, dann wären 7 Euro die Stunde für mich OK, um mich in die Bäckerei zu stellen und den Kunden die Brötchen einzupacken und Geld zu kassieren. Wenn ich allerdings dafür eine dreijährige Ausbildung absolvieren soll und dies zu meinem Lebensinhalt machen - dann hört es auf.

Dabei sind für Erstere Variante genug Leute am Arbeitsmarkt vorhanden. Es gibt genug Leute, die etwas dazu verdienen wollen und auch genug Leute ganz ohne Ausbildung, die trotzdem irgendwie einen Job brauchen.

Dadurch, dass man solche Arbeitsmarktsegmente "Professionalisiert" macht man nicht nur den Arbeitsmarkt kaputt, sondern sorgt zugleich auch dafür, dass man vielen Leuten, die eben aus welchen Gründen auch immer nie eine Ausbildung abgeschlossen haben, zu lebenslänglichem Hartz IV Bezug verdammt werden. Und das muss wirklich nicht sein.

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@kwaiken

Ist also deine These, dass die meisten deutschen Ausbildungen unsinnig/unnötig sind?

Das sicherlich nicht - weder unsinnig noch unnötig. Nur in etlichen Fällen kann man eben die Relation "Dauer der Ausbildung" zur Menge der Inhalte, die dort vermittelt bzw. gelehrt werden, hinterfragen, und da wundert man sich z. T. schon etwas ...

@bigvic: unnötig eventuell nicht, aber ob man dort wirklich 3 Jahre benötigt, steht auf einem komplett anderen Blatt

@Wuwu: danke, genau das wollte ich auch zum Ausdruck bringen...

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Ich sage es mal so... Wäre ich Schüler oder Rentner und hätte nachmittags genug Freizeit, um ein paar Stunden zu arbeiten, dann wären 7 Euro die Stunde für mich OK, um mich in die Bäckerei zu stellen und den Kunden die Brötchen einzupacken und Geld zu kassieren. Wenn ich allerdings dafür eine dreijährige Ausbildung absolvieren soll und dies zu meinem Lebensinhalt machen - dann hört es auf.

Für dich. Andere sehen darin ihren Lebensinhalt. Ein bisschen mehr Toleranz wäre da nicht schlecht. Ausserdem werden wohl die meisten hinter einer Bäckereitheke Ungelernte oder Aushilfen sein. Nur weil es eine Ausbildung dafür gibt heisst es ja noch lange nicht, dass man nur ausgebildete Verkäuferinnen einstellen darf. So viele wird es wohl auch nicht geben, deren Passion das ist.

Dadurch, dass man solche Arbeitsmarktsegmente "Professionalisiert" macht man nicht nur den Arbeitsmarkt kaputt, sondern sorgt zugleich auch dafür, dass man vielen Leuten, die eben aus welchen Gründen auch immer nie eine Ausbildung abgeschlossen haben, zu lebenslänglichem Hartz IV Bezug verdammt werden. Und das muss wirklich nicht sein.

Der politische Ansatz ist eher Menschen zu qualifizieren, anstatt unqualifizierte Arbeitsplätze zu erhalten. Über den Ansatz kann man jetzt streiten.

Das sicherlich nicht - weder unsinnig noch unnötig. Nur in etlichen Fällen kann man eben die Relation "Dauer der Ausbildung" zur Menge der Inhalte, die dort vermittelt bzw. gelehrt werden, hinterfragen, und da wundert man sich z. T. schon etwas ...

Stimmt. Aber das kann man auch bei der Schule, einem Studium, einer Promotion quasi bei jeden Bildungskonzept genauso hinterfragen, also keine alleinige Problematik einer Berufsausbildung.

bearbeitet von bigvic

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Der politische Ansatz ist eher Menschen zu qualifizieren, anstatt unqualifizierte Arbeitsplätze zu erhalten. Über den Ansatz kann man jetzt streiten.

Junge Menschen ohne Schulabschluss und/oder ohne Ausbildung versucht man natürlich zu qualifizieren. Aber es gibt auch viele ältere Menschen ohne realistische Chance auf dem Arbeitsmarkt. Das sind entweder Leute, die sich bislang ohne Ausbildung über Wasser halten konnten oder einen Beruf erlernt hatten, der heute nicht mehr gebraucht wird (z.B. Drucker/Setzer). Diese Leute werden kaum umgeschult. Zum Einen weil weniger Zeit bis zur Rente zu überbrücken ist und zum Anderen weil ältere Menschen auch nicht mehr so flexibel sind, wenn es um ihre Lebensorientierung gibt. Und für diese Leute braucht man um so mehr einen Arbeitsmarkt, der auch für ungelernte Menschen Möglichkeiten bietet.

Dadurch, dass man immer mehr einfachere Berufe professionalisiert bzw. auf Professionalisierung mehr Wert legt, disqualifiziert man Andere. Zu dem macht man vielen Menschen in der Praxis durch eine Ausbildung/ Umschulung auf dem Zweiten Arbeitsmarkt auch falsche Hoffnungen. Manche haben am Ende eine Ausbildung, werden dann aber genauso wenig gebraucht wie vorher.

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Und für diese Leute braucht man um so mehr einen Arbeitsmarkt, der auch für ungelernte Menschen Möglichkeiten bietet.

Nur weil man keine ausbildung zum bäckereifachangestellten hat, heißt das nich, dass man da nich an der theke arbeiten kann. z.B. haben se letztens bei uns im rewe jemanden dafür gesucht.

diese ausbildungen dienen normalerweise für menschen die sie wirklich brauchen, wie z.B. hauptschulabbrecher oder förderbedürftige. Durch diese ausbildungen erhalten sie die nötige förderung, fach- und sozialkompetenz.

stellt euch z.B. einmal vor das in der bäckerei ein großer auflauf ist. 10-15 kunden, viele davon haben es eilig, wollen zur arbeit. der mitarbeiter ist alleine. er kommt ins trudeln beim wechselgeld, gibt falsch raus. und dann krepiert die kaffeemaschiene. soetwas is selbst für uns als ungeübte stress pur. für menschen die diesen förderbedarf allerdings haben könnt soetwas im schlimmsten fall zu nem zusammenbruch führen.

ohne diese ausbildungen könnten manche vielleicht gar keinen regulären beruf ausführen und wären dazu gezwungen in speziellen einrichtungen zu arbeiten. im übrigen is die integration von behinderten oder sonstig förderbedürftigen eines der ziele unserer regierung weshalb viele dieser berufe aus den boden sprießen.

(auch wenn sie es ziemlich verbockt un glaubt schwer förderbedürftige ohne speziell geschulte pädagogen oder sozialtrainer in normalen betrieben ausbilden zu können...)

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diese ausbildungen dienen normalerweise für menschen die sie wirklich brauchen, wie z.B. hauptschulabbrecher oder förderbedürftige. Durch diese ausbildungen erhalten sie die nötige förderung, fach- und sozialkompetenz.

ohne diese ausbildungen könnten manche vielleicht gar keinen regulären beruf ausführen und wären dazu gezwungen in speziellen einrichtungen zu arbeiten. im übrigen is die integration von behinderten oder sonstig förderbedürftigen eines der ziele unserer regierung weshalb viele dieser berufe aus den boden sprießen.

(auch wenn sie es ziemlich verbockt un glaubt schwer förderbedürftige ohne speziell geschulte pädagogen oder sozialtrainer in normalen betrieben ausbilden zu können...)

Hast Du Dich darüber auch vorher informiert?

Jetzt gibt es spezielle Förderprogramme für Hauptschüler und Förderbedürftige. Diese bekommen Sozialpädagogen und Trainer zur Seite gestellt, damit sie es zu einem Berufsabschluss bringen.

Wenn das keine Unterstützung der Bundesregierung für die betriebliche Ausbildung ist... Was sollen sie sonst noch machen? So kriegen die Azubis die notwendige Unterstützung!

Perspektive Berufsabschluss

Du solltest vielleicht die regionale Zeitung lesen. Regelmäßig gibt es Berichte über den Förderbedarf, den Erfolg der Integration und Begleitung ins Berufsleben von Hauptschülern/Förderbedürftigen. In fast jeder Stadt gibt es dafür inzwischen Ehrenamtliche.

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Ein Bekannter von mir ist Hauptschullehrer. Zitat: "Dem Hauptschulabschluss kann man sich eigentlich nur durch Selbstmord entziehen".

Die die also keinen Hauptschulabschluss haben, hatten entweder ne schwere Krankheit, extremes Pech/Unglück oder sind nunmal nicht Osrams Hellste.

Ob bei letzterem dann eine Ausbildung überflüssig wird, wage ich zu bezweifeln. Denn den 3Satz zu lernen oder Roggen von Weizenmehl zu unterscheiden wird dann sicher auch ne Herausforderung.

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Hast Du Dich darüber auch vorher informiert?

Jetzt gibt es spezielle Förderprogramme für Hauptschüler und Förderbedürftige. Diese bekommen Sozialpädagogen und Trainer zur Seite gestellt, damit sie es zu einem Berufsabschluss bringen.

Wenn das keine Unterstützung der Bundesregierung für die betriebliche Ausbildung ist... Was sollen sie sonst noch machen? So kriegen die Azubis die notwendige Unterstützung!

Perspektive Berufsabschluss

Du solltest vielleicht die regionale Zeitung lesen. Regelmäßig gibt es Berichte über den Förderbedarf, den Erfolg der Integration und Begleitung ins Berufsleben von Hauptschülern/Förderbedürftigen. In fast jeder Stadt gibt es dafür inzwischen Ehrenamtliche.

ich erlebe es aus 2ter hand. mein unternehmen gehört zur diakonie und bietet hauptsächlich innerbetriebliche ausbildungen für förderbedürftige, aber auch unterschiedliche unterstützungsprogramme an.

Vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrückt. natürlich bieten sie entsprechende sachen an, allerdings knausern sie zum teil extrem un versuchen förderbedürftige in niedrigere kategorien zu drücken um geld zu sparen. das endet dann teilweise damit das die nicht die förderung bekommen die se benötigen...

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Ich finde es auch übertrieben für fast alles gleich einen Ausbildungsberuf zu schaffen, obwohl man gewisse Arbeiten auch ohne Ausbildung hinbekommt. Diese " ich brauch für alles einen Schein Mentalität" ist halt meiner Meinung nach übertrieben.

Sorry, aber ehrlich gesagt, halte ich z.B. von der Ausbildung zum FiSi auch nicht viel. Bevor ich die Ausbildung anfing, hatte ich mehr Ahnung, als danach. Was einfach daran lag, dass ich die Schule so langweilig fand und die fern von aller Praxis war, dass ich mein Interesse für den Beruf sogar fast verlor. Ich weiß nicht wie es heute ist, aber damals war der Schulstoff miserabel. Was ich damit sagen möchte: Interesse und Eifer sind wichtiger als ein Schein.

bearbeitet von -wAcKy-

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@ -wAcKy-

Das kommt ganz auf die Schule an. Ich hatte das Glück in einer Berufsschule zu sitzen die zwar technisch auch eher unterirdisch ausgestattet war, das wurde aber durch die motivierten und wirklich GUTEN Lehrern in den IT-Fächern (und der Englischunterricht) mehr als ausgeglichen. Der Rest war dann doch eher Mist aber man kann nicht alles haben.

Fast 'tragisch' war der 'Politik' Unterricht im ersten Lehrjahr (rechtliches usw). Super Lehrer (wirklich!) aber so ein abartig dröges Fach und das dann auch noch 3 Schulstunden am Stück, in den letzten 3 Stunden am Tag wenn man vorher schon 7 Stunden hatte... Schade um den guten Lehrer :)

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