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Didaktik und Lernmethoden in der Ausbildung

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Servus ans Board!

Die schiere Menge momentan aktueller "Wie soll ich mich auf die Prüfung vorbereiten?", "Wie bewerbe ich mich auf einen Job und was benötige ich dafür?", "Was könnte in der Zwischen-, Abschlussprüfung drankommen?" und "Warum bin ich so fröhlich, so fröhlich, so fröhlich?"-Threads bringt mich dazu, mal zwei Fragen in den Raum zu werfen, die mir grade auf der Seele brennt:

  1. Wie sehr wurde bei euch in der Berufsschule oder in der Universität wert auf das Erlernen von Methoden zum Wissenserwerb gelegt?
  2. Wie setzt ihr bzgl. der Wichtigkeit das Vermitteln von Kompetenzen zum Wissenserwerb zu dem reinen Wissenserwerb zum Erreichen eines messbaren, zeitnahen Ziels (Abschlussprüfung, der nächste Schein, etc.) ins Verhältnis?

Ich persönlich habe (mittlerweile sehe ich das so) das Glück, durch einen recht interessanten Lebenslauf, der seine Irrwege durch die Teilgebiete der Pädagogik und Soziologie nahm, das ein oder andere Propädeutikum zu wissenschaftlichem Arbeiten, korrektem Zitieren und Methoden des Wissenserwerbs bzw. der Informationsbeschaffung miterlebt zu haben.

Darüber hinaus war unser Unterrichtssystem in der Berufsschule in den seltensten Fällen auf Frontalunterricht ausgelegt. Meist bekamen wir zu Beginn einer Blockwoche eine dem Lernfeld angepasste, meist in sich geschlossene Aufgabe, die in dieser Woche zu bearbeiten war.

An den ersten beiden Tagen der Woche hatten die Schüler die Möglichkeit, an Inputveranstaltungen der Lehrkräfte zu essentiellen Teilgebieten des Lernfeldes teilzunehmen oder selbst solche Veranstaltungen zu organisieren bzw. anzufragen.

Den Rest der Woche wurde meist in Kleingruppen mit entsprechendem Wissens- und Informationsaustausch (natürlich auch einiger schwarzer Schafe, die sich auf die faule Haut gelegt haben) an der Aufgabe gearbeitet.

Zum Ende der aktuellen oder zu Beginn der nächsten Blocwoche gab es dann ein Fachgespräch mit dem für das LF zuständigen Lehrer, wo das Ergebnis aufgezeigt, Lösungswege nachvollzogen und ggfs. Schwierigkeiten bei der Bearbeitung diskutiert wurden.

Danach trug man sich in ein Kompetenzraster ein, das in Stufen die Ebene des Wissenserwerbs repräsentiert (von "Wiedergabe" über "Anwenden" nach "Transfer" bzw. "Erstellung")

Dass das natürlich nicht in jeder Blockwoche so im Idealfall umsetzbar war ist genauso klar wie die Tatsache, dass wir auch "reguläre" Einheiten hatten, um uns auf einen Großteil des "Bulimielernens" für die AP vorzubereiten.

Ich glaube aber, dass das oben beschriebene System grade für Berufe, die so eng mit ständigem Wissenserwerb verknüpft sind wie in der IT, das Bessere, weil Nachhaltigere ist.

Ich freue mich auf rege Diskussionsteilnahme, ordentlichen Umgang miteinander im Thread und möglichst wenig Berufebashing.

Gruß, Goulasz

TL;DR: Stumpfes Lernen von Stoff vs. Lernen von Methoden und Kompetenzen zum Wissenserwerb in Eigenregie - Eure Erfahrungen

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Guten Morgen,

ich hatte das Glück (Ja, es gibt Leute die nennen 2-3 Jahre ohne Freizeit "Glück" ;) ein Angebot für das duale Studium zu bekommen. Berufsschule habe ich also nicht.

Durch das Studium sollten mir eigentlich alle für die AP relevanten Themen zu Gemüte geführt werden, nur auf einem anderen Niveau. Wie sich allerdings herausgestellt hat, gibt es wichtige Themengebiete, die erst nach der AP in der Uni vermittelt werden.

Dadurch bin ich verpflichtet mir sämtlichen Berufsschulstoff selbst zu erarbeiten. Mein Arbeitgeber stellt mir dafür glücklicherweise Arbeitszeit zur Verfügung => Stumpfes Lernen?!

So "stumpf" wie es sich anhört ist es nicht. Nette Arbeitskollegen stehen mir jederzeit für Erklärungsversuche zur Verfügung und die vorhandene Infrastruktur kann ich für Testumgebungen nutzen. Wenn man sich also engagiert, wird es nicht langweilig.

Wie auch du Goulasz, habe ich bereits an freiwilligen Kursen wie "Fachkompetenz allein reicht nicht!" oder "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten" teilgenommen. Die Lerntipps sollte man sich ernsthaft durch den Kopf gehen lassen. Sie haben mir schon bei einigen Situationen geholfen, bei denen es mal stressiger zuging.

*Rechtschreibfehler und grammatikalische Fauxpas sind gewollt, damit ihr euch beim lesen mal anstrengt ;)

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Auch bei mir wurde das in der Ausbildung gar nicht berücksichtigt.

Eigentlich find ich das ziemlich schade, habe ab Sommer dann auch mein Studium vor mir und hätte mich darauf in diesem Gebiet gern besser vorbereitet gefühlt. Bis auf "Wie lernt man richtig" in der Grundschule vor x-Jahren, hab ich damit wirklich ziemlich wenig bis gar nichts in dem Hinblick gelernt. Liegt aber evtl. auch daran, dass ich in der BBS etc. nie großartig lernen musste, da die Klausuren doch relativ einfach waren.

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Den Weg zum Lernen zu vermitteln ist NICHT Aufgabe der Berufsschule, dafuer gibt es in Deutschland eine allgemeine Schulpflicht.

Naja aber ich glaube du weißt selbst, wie miserabel die Selbstorganisation und die Methodenkompetenz bei Schülern egal welcher Abschlüsse mittlerweile ist. "Früher" hat natürlich auch alles ohne solche Bildungs-Buzzwörter funktioniert, aber grade hier im Board platzt mir bei jedem zweiten Beitrag die Haut; wenn man sieht wie faul und scheinbar auch dumm und naiv manche Leute im Bezug auf das Berufsleben respektive die eigenverantwortliche Recherche sind.

Und wenn ich mir so den Großteil deiner Beiträge angucke, scheinst du diesen Umstand auch schon bemerkt zu haben ;).

Ich finde es gehört als guter Lehrer auch einfach dazu, nicht nur Wissen, sondern auch Methoden zum Wissenserwerb zu vermitteln. Schließlich ist das Aufnehmen und Verarbeiten von Informationen grade in unserer Branche das täglich Brot.

Gruß, Goulasz

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Naja aber ich glaube du weißt selbst, wie miserabel die Selbstorganisation und die Methodenkompetenz bei Schülern egal welcher Abschlüsse mittlerweile ist.

Dass es hilfreich wäre, bedeutet ja nicht, dass es vermuttelt wird.

Ich finde es gehört als guter Lehrer auch einfach dazu, nicht nur Wissen, sondern auch Methoden zum Wissenserwerb zu vermitteln.

Wenns nicht im Lehrplan wird, wirds keiner machen.

Ich habe eine FAIE-Ausbildung an einer normalen BS gemacht. Der überwiegende Teil meiner Mitschüler steckte gerade im letzten Drittel der Pubertät und hat den unmotivierten Frontalunterricht mit Schneckentempo dankbar angenommen. Im Betrieb gab es keine Ausbildung (O-Ton GF: "wir sind hier im Mittelstand, wir haben keine Zeit zum Ausbilden. Darum müssen sie sich schon selbst kümmern"). Ich habe dann angefangen einen neuen Ausbildungsbetrieb zu suchen. Das, was sich nach diesem Gespräch mit dem GF bis zum Wechsel der Ausbildungsstelle abgespielt hat, hat mich 14 Kilo und 3 Konfektionsgrößen gekostet. Bei der neuen Ausbildungsstelle gab es auch keine Ausbildung aber zumindest Kollegen, die Fragen, die man gestellt hat, beantworten konnten - was sie aber nicht dazu verleitet hat, über die Beantwortung der Frage hinausgehende Aktivitäten zu beginnen.

Nimms mir nicht krumm, aber ich finde solche hochtrabenden Diskussionen ein wenig unangebracht, solange ein Großteil der Betriebe Auszubildende bestenfalls zum Kaffeekochen und Autowaschen als billige Hilfsarbeiter verwendet und nicht einmal Kenntnis über die im Rahmen der Ausbildung mindestens zu vermittelnden Inhalte und Kompetenzen hat. Und solange das vielgerühmte Kontrollieren der Ausbildung durch die IHK nur in der Abnahme der Zwischen- und Abschlussprüfung besteht, wird sich daran auch nicht viel ändern.

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Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele BS-Lehrer "vom alten Schlag" gar nicht wissen oder sich gar nicht dafür interessieren, dass es auch anders geht als "frontal".

Wenn man da als Schüler nicht fordernd wird und mit den Lehrern in Dialog tritt, kann es ja gar nicht besser werden...

Aber ich sehe schon , dass hier scheinbar eher eine resignierende Stimmung gegenüber "der IHK", "der Berufsschule" und "den bösen Betrieben" vorherrscht.

Nimm's mir nicht krumm, aber es ist ja auch viel einfacher, auf typisch deutsche Art nur zu Meckern anstatt mal etwas zu riskieren und selbst aktiv zu werden.

Gruß, Goulasz

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Wenns nicht im Lehrplan wird, wirds keiner machen.

Wie es aussieht, kommt es auf das Bundesland an. Wir haben im ersten Schulblock die unterschiedlichen Lerntypen besprochen und sollten uns dort zuordnen.

Das gehört zum Lernen nach EVA. Auf der Seite 32 ist der Test, den jeder machen musste. Danach sollte jeder wissen, wie er am besten lernt.

Hat jemand Probleme mit dem Lernen gehabt, wurde er vom Lehrer nach dem Lerntyp gefragt. Die EVA-Methode fand ich richtig gut. Es wurde die Teamfähigkeut und das selbstständige Arbeiten gefördert. Der Lehrer war dann manchmal wirlich nur eine Art "Moderator". Somit war es nicht so schlimm, dass mir die entsprechenden Fähigkeiten nicht im Betrieb beigebracht wurden.

In Bayern sollte es also im Fachinformatiker-Lehrplan (erster Schulblock) verankert sein. ;)

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Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele BS-Lehrer "vom alten Schlag" gar nicht wissen oder sich gar nicht dafür interessieren, dass es auch anders geht als "frontal".

Wenn man da als Schüler nicht fordernd wird und mit den Lehrern in Dialog tritt, kann es ja gar nicht besser werden...

Aber ich sehe schon , dass hier scheinbar eher eine resignierende Stimmung gegenüber "der IHK", "der Berufsschule" und "den bösen Betrieben" vorherrscht.

Nimm's mir nicht krumm, aber es ist ja auch viel einfacher, auf typisch deutsche Art nur zu Meckern anstatt mal etwas zu riskieren und selbst aktiv zu werden.

Gruß, Goulasz

Nicht von sich auf andere schließen. Ich habe drei Jahre den Dialog gesucht. An meiner BS und in den jeweiligen Betrieben. Habe Möglichkeiten vorgeschlagen, wie man trotz der Situation noch etwas an Ausbildung betreiben kann. Die Reaktion war der obige Satz. Danach kam dann, ich müsse die für mich richtige Entscheidung treffen und dürfe mich dabei nicht von Gedanken an Hartz IV und Arbeitslosigkeit beeinflussen lassen. Von den anderen "Reaktionen" im Betrieb habe ich oben schon geschrieben und werde sie auch für die langsameren Leser nicht noch einmal wiederholen.

Die "Resignation" kommt vielleicht daher, dass hier einige nicht im Elfenbeinturm sondern in der Realität sitzen.

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Hey Pixie!

Ich habe meine Ausbildung in einem 3-Mann-Unternehmen absolviert, in dem Begrifflichkeiten wie "best practice", "Rahmenlehrplan" und "Kooperation mit Berufsschule, IHK und anderen Betrieben" so fremd waren, wie sie es nur sein können.

Glaub mir, meine Ausbildung im Betrieb war gelinde gesagt "ausreichend". Eigentlich lief es nur darauf hinaus, dass mir Arbeitsmittel gestellt wurde und ich im Selbststudium zusehen durfte, dass ich ASAP in den Stoff reinkomme, der für produktives Arbeiten nötig war. Ich hab mich aufgrund meines o.g. Lebenslaufes und dem Gefühl, der Laden sei "die letzte Chance" auch nicht anderweitig umgesehen, sondern diesen Schritt erst nach der Ausbildung gewagt.

Natürlich habe ich auch das Gespräch gesucht, aber die dort angesprochenen Themen waren selbstverständlich "viel zu zeitaufwändig" und "nicht umsetzbar", außerdem "läuft das seit Jahren schon so, und wir haben da keine Probleme mit".

Wenn ich dich persönlich angegriffen habe, tut mir das leid, aber das Thema liegt mir mittlerweile sehr am Herzen und ich finde es schade, dass Betriebe, Berufsschulen, Handelskammern und die Azubis selbst in der Realität so selten zusammen arbeiten. Meist nämlich nur dann, wenn es um die Suche eines neuen Betriebes geht...

Gruß und einen guten Start in die Woche,

Goulasz

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Guten Abend,

also ich würde dir empfehlen, dich nach entsprechenden Büchern der Berufsschule zu erkundigen. Eventuell kannst du freiwillig eine Klasse mit besuchen, in der es um Prüfungsvorbereitung geht.

Ich habe seinerzeit die Prüfung auch weitgehend alleine vorbereitet. Was mir dabei half war ein eigens aufgestellter Lernplan, in dem ich die Dinge mit Vorkenntnissen nur kurz wiederholte. Die anderen Dinge habe ich mir angelesen und entsprechend in den Tabellenbüchern herausgesucht, die damals noch für die schriftliche Prüfung zugelassen waren.

Am Schluss habe ich mir dann Karteikarten mit Zusammenfassung erstellt und zusätzlich noch Karten mit den alten Fragen und passenden Antworten. Anschließend bin ich nach dem Karteikasten-Prinzip vorgegangen. Die letzten beiden Wochen vor der Prüfung habe ich nur noch wiederholt.

Leider taugten die meisten Berufsschulbücher nicht viel für meinen Geschmack.

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Wenn ich dich persönlich angegriffen habe, tut mir das leid, aber das Thema liegt mir mittlerweile sehr am Herzen und ich finde es schade, dass Betriebe, Berufsschulen, Handelskammern und die Azubis selbst in der Realität so selten zusammen arbeiten. Meist nämlich nur dann, wenn es um die Suche eines neuen Betriebes geht...

Gruß und einen guten Start in die Woche,

Goulasz

Danke. Und Sorry für meine nicht nette Reaktion. Das Thema liegt mir ein wenig auf dem Magen, zumal in meinem derzeitigen Betrieb das Spielchen auch wieder ähnlich läuft. Mein Kollege ist etwas gelassener als ich es war, aber der Frustpegel liegt offensichtlich über dem gesundheitsverträglichen Niveau.

Aber ich glaube ich schweife vom Thema ab. Neulich gab es einen interessanten Artikel bei heise Developer: Wissensvermittlung in agilen Projekten | heise Developer der genau dieses Thema zum Inhalt hatte, zwar nicht vor dem Hintergrund der Ausbildung, aber eben doch Wissenstransfer auf verschiedenen Ebenen.

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Wie sehr wurde bei euch in der Berufsschule oder in der Universität wert auf das Erlernen von Methoden zum Wissenserwerb gelegt?

Bereits in der Hauptschule meiner Frau gibt es ein separates Fach "Lernen lernen", in dem Methoden zum eigenständigen Erwerb von Wissen vermittelt werden. Allerdings ist mir Vergleichbares aus dem Bereich der Berufsschule oder der Hochschule nicht bekannt. Ich bin auch immer erstaunt über Auszubildende oder gar Studenten, die die einfachsten Dinge nicht selbst googlen können, sondern sofort beim kleinsten Problem aufgeben. Ich frage mich dann immer, wie die Leute ihren Job machen wollen. Ehrlich gesagt besteht mein halber Programmieralltag aus Suchen bei Google und StackOverflow. Und das ist meiner Meinung nach heutzutage auch ganz normal, da kein Mensch die unglaubliche Vielfalt an Programmiersprachen, Frameworks und Lösungsmöglichkeiten kennen oder gar beherrschen kann. Allerdings ist es kein Wunder, dass der Nachwuchs diese Dinge nicht beherrscht, wenn er sie nicht gezeigt bekommt.

Wie setzt ihr bzgl. der Wichtigkeit das Vermitteln von Kompetenzen zum Wissenserwerb zu dem reinen Wissenserwerb zum Erreichen eines messbaren, zeitnahen Ziels (Abschlussprüfung, der nächste Schein, etc.) ins Verhältnis?

Die Kompetenzen zum Wissenserwerb sollten deutlich im Vordergrund stehen. Wenn wir uns die Inhalte einer IHK-Abschlussprüfung anschauen (insb. im Bereich FISI, für FIAE vielleicht nicht ganz so stark), ist die Hälfte der Inhalte doch nach 5 Jahren irrelevant. Wenn ich in meiner Ausbildung nur gelernt habe, die zum Zeitpunkt der Prüfung interessanten Themen aufzusagen, ohne die Hintergründe zu verstehen oder die Wichtigkeit der eigenen Weiterbildung erkannt zu haben, ist definitiv etwas falsch gelaufen. Daher betrachte ich die Threads zum Thema Prüfungsvorbereitung, die 3 Wochen vor dem Prüfungstermin gestartet werden, auch mit Sorge. Da kann man allerdings nichts weiter tun, als gute Literatur zu empfehlen. Den offensichtlichen Missstand im Ausbildungsbetrieb können wir eh nicht beheben. Das können nur die Azubis tun, indem sie schon während der Ausbildung auf die Probleme hinweisen bzw. (dann leider erst nachträglich) eine Beschwerde bei der zuständigen IHK einreichen.

Viele Grüße!

Stefan

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Ich hatte wohl Glück.

Wir haben Methoden zum Lernen sowohl in der Realschule, der FOS als auch in der Berufsschule durchgenommen.

Im Betrieb hatten wir auch Schulungen zu dem Thema. Und auch zum Beispiel zum Thema Teamwork.

Im Betrieb gab es immer jemanden, den ich fragen konnte. Und jeder meiner Kollegen hat mir auch zwischendurch immer mal wieder etwas gezeigt und erklärt. Wenn man wollte, konnte man sehr viel lernen. Was nicht heißt, dass es alle gemacht haben.

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Wie sehr wurde bei euch in der Berufsschule oder in der Universität wert auf das Erlernen von Methoden zum Wissenserwerb gelegt?

Gar nicht. Ich bin aber auch der Meinung, nach min. 9 Jahren Schule sollte man zumindest eine ungefähre Ahnung davon haben, was für einen selbst die beste Lernmethode ist.

So Sachen wie Zitierregeln und Quellenangaben wurden aber im Gymnasium mit erklärt.

Auch wenn Frontalunterricht oft verteufelt wird, empfand ich ihn immer als wesentlich effektiver, als Gruppenarbeiten, wo erstmal der neueste Klatsch und Tratsch ausgetauscht oder das Wochenende rekapituliert werden musste.

Sowas wie Bankrücken, Memory oder Rollenspiele mag in der Unterstufe ganz lustig und toll sein, inzwischen finde ich es einfach nur noch nervig.

Auf Arbeit wurde mir gezeigt, dass es sowas wie Dokumentationen gibt und wo/wie ich da am besten rankomme.

Wenns überhaupt nicht klappt, kann ich aber auch jederzeit nachfragen und kriege dann meistens Tipps in Richtung "Schau dir mal Thema x an, das könnte passen." Für mich ist das perfekt, ich kann selbstständig arbeiten, bin aber nicht komplett aufgeschmissen. Manchmal braucht man ja auch einfach nur den richtigen Suchbegriff, denn wenn ich mein Problem nicht einmal richtig benennen kann, ist es verdammt schwer, irgendwas passendes zu finden.

Wie setzt ihr bzgl. der Wichtigkeit das Vermitteln von Kompetenzen zum Wissenserwerb zu dem reinen Wissenserwerb zum Erreichen eines messbaren, zeitnahen Ziels (Abschlussprüfung, der nächste Schein, etc.) ins Verhältnis?

Ich halte absolut nichts von auswendig lernen; und schon gar nicht mit der Prüfung als einzigem Ziel vor Augen.

Ich belge einen Kurs, weil ich mir davon gewisse Kenntnisse und Fähigkeiten verspreche. Diese nur zum Zeitpunkt der Prüfung zu beherrschen und danach wieder zu vergessen, führt den kompletten Kurs ad absurdum.

Bezogen auf die Ausbildung heißt das: Ich bin mir bewusst, einen Teil des Stoffes danach wieder zu vergessen,(Nämlich den, den ich nicht brauche oder der mich eher weniger interessiert) aber ich versuche den Kram trotzdem so weit zu verstehen, dass ich ihn schnell und einfach reaktivieren kann, wenn ich ihn mal wieder brauchen sollte. Und ich will mich zurecht Fachkraft nennen können.

Ich bin ein sehr großer Freund von "help yourself", dementsprechend ist es mir weitaus wichtiger zu wissen, woher ich meine Informationen kriege, als die Lösung gesagt zu bekommen.

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Gast UnknownX

Ich halte absolut nichts von auswendig lernen; und schon gar nicht mit der Prüfung als einzigem Ziel vor Augen.

Ich belge einen Kurs, weil ich mir davon gewisse Kenntnisse und Fähigkeiten verspreche. Diese nur zum Zeitpunkt der Prüfung zu beherrschen und danach wieder zu vergessen, führt den kompletten Kurs ad absurdum.

Bezogen auf die Ausbildung heißt das: Ich bin mir bewusst, einen Teil des Stoffes danach wieder zu vergessen,(Nämlich den, den ich nicht brauche oder der mich eher weniger interessiert) aber ich versuche den Kram trotzdem so weit zu verstehen, dass ich ihn schnell und einfach reaktivieren kann, wenn ich ihn mal wieder brauchen sollte. Und ich will mich zurecht Fachkraft nennen können.

Kann ich nur so unterzeichnen. Egal ob Studium oder Ausbildung, whatever. Aber dieses Bullemie Lernen in vielen Bereichen und die daraus resultierenden Zertifikate sind ein Witz. Die sagen mir über diese Person und dessen Intelligenz nur, dass derjenige Auswendig lernen kann ohne Reflektion, was er da überhaupt macht und wofür das gut sein soll.

Da kann ich mittlerweile gut nachvollziehen, dass viele Firmen die gesetzlichen Zeiträume für die Probezeit voll ausreizen.

Ich finde den Trend zum ****en.

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Hallo Saheeda!

Gar nicht. Ich bin aber auch der Meinung, nach min. 9 Jahren Schule sollte man zumindest eine ungefähre Ahnung davon haben, was für einen selbst die beste Lernmethode ist.[...]

Dem widerspreche ich aufgrund der Erfahrung, die ich mit diversen Menschen bisher gemacht habe, vehement. Man mag vielleicht sehr effizient darin werden, Informationen auf die falsche Art aufzunehmen, aber es bleibt für den eigenen Typus die falsche Art und ist nicht effektiv.

[...]Auch wenn Frontalunterricht oft verteufelt wird, empfand ich ihn immer als wesentlich effektiver, als Gruppenarbeiten, wo erstmal der neueste Klatsch und Tratsch ausgetauscht oder das Wochenende rekapituliert werden musste.[...]

Das hängt zu einem Großteil von der Zusammensetzung der Gruppe ab. Wir haben in unseren Wochenblöcken auch Frontalthemen gehabt, in denen erstmal ein Grundwissen des Lernfelds vermittelt werden musste, bevor man zu arbeiten beginnen konnte. Auch spätere "Inputsessions" wurden teils im Frontalunterricht abgehalten, was da oft auch völlig in Ordnung war. Pauschalisieren würde ich das allerdings ungern.

[...]Sowas wie Bankrücken, Memory oder Rollenspiele mag in der Unterstufe ganz lustig und toll sein, inzwischen finde ich es einfach nur noch nervig.[...]

Moderations- und Präsentationstechniken, Informationsdesign, Selbstorganisation und so weiter gehört meines Erachtens nach aber auch zu diesem Methodenpool. Nur weil etwas schlecht ankommt, heißt das nicht zwingend, dass die Methode schlecht ist. Oft ist auch die Vermittlung schlecht und der "Facilitator" muss sich an die eigene Nase fassen.

[...]Ich halte absolut nichts von auswendig lernen; und schon gar nicht mit der Prüfung als einzigem Ziel vor Augen.[...]

Da bin ich bei dir. Bei manchen Daten und Themen kann es allerdings nicht schaden, sie auch ohne Kurzrecherche im Internet abrufbereit zu haben. Mit den richtigen Erinnerungstechniken kann das z.B. auch weitaus einfacher geschehen als es einfach stumpf wiederholend zu lernen.

[...]Ich bin ein sehr großer Freund von "help yourself", dementsprechend ist es mir weitaus wichtiger zu wissen, woher ich meine Informationen kriege, als die Lösung gesagt zu bekommen.

Und ich finde in genau diesem Punkt haben wir in unserem jetzigen Bildungssystem in allen Stufen massive Mängel.

Gruß, Goulasz

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