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Hallo Zusammen,

 

ich werde in letzter Zeit immer häuriger per PN gefragt, wie das so ist, wenn man als Berater tätig ist.

Und wie der Anfang für mich war. Der Einstieg. Wie ich dazu kam, etc.

 

Deshalb würde mich interessieren ob hier Interesse daran besteht, dazu einen Blogeintrag zu schreiben.

Wenn ihr euch dafür interessiert, würde ich mich mal hnsetzen und ein paar Infos zusammen sammeln.

 

Wenn der ein oder andere Berater der hier unterwegs ist das liest, darf er/sie sich auch gern anschließen und wir machen das gemeinsam :)

 

LG

neinal

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Mich würde es auch sehr interessieren <3

Habe nur Geschichten gehört, dass man sehr oft unterwegs ist, Nach 20 Uhr trotzdem arbeitet weil aufeinmal beim Kunden was nicht funktioniert, oder dass bei einem Projekt irgendetwas nicht passt und am Abend korrigiert werden muss etc. dafür kriegt man Schmerzensgeld.

Ich habe mich mal bei einer SAP-Conulting Firma beworben als Junior SAP Consultant (die wollten sogar Leute nur mit Ausbildung) und die haben damals gesagt, dass man bei denen nicht so oft unterwegs ist.... Jetzt weiss ich nicht ob das stimmt......

bearbeitet von Zaroc

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Fun-Fact: Ausgehend davon, dass zahlreiche Berater hier im Forum Dauergast sind, kann zumindest das Klischee vom konstant gestressten Consultant-Leben (gemessen an Inhouse-Developern wie mir) jedenfalls nicht stimmen. :D

Aber Spaß bei Seite: Mir würde das dauernde Reisen nicht passen. Ich fahre gerne Auto und kann lange Arbeiten. Aber Abends Zuhause sein, das ist schon was. Gerade, wenn man Partner (oder gar Kinder) hat, ist das für mich unerlässlich. Spätestens dort wird es schwierig mit dem Berater-Dasein. Deswegen kommt es für mich nicht in Frage.

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vor 4 Minuten schrieb Errraddicator:

Fun-Fact: Ausgehend davon, dass zahlreiche Berater hier im Forum Dauergast sind, kann zumindest das Klischee vom konstant gestressten Consultant-Leben (gemessen an Inhouse-Developern wie mir) jedenfalls nicht stimmen. :D

 

Du hast es  mir vorweg genommen. :D

Aber ich kenne jemanden, der genau das Kontrastprogramm hat. Mo-Do durchweg beim Kunden, jeden Tag so 10 Stunden kloppen. Freitags dann Heimreise + Home Office. Muss man für gemacht sein, finde ich. Da hätte ich glaube ich zu viele private Verpflichtungen (Fussball, Familie, Vereinsaktivitäten) um dem Gerecht zu werden. Ist denk ich mal eine Frage der Größe des Beratungshauses, und deren Arbeitsprozessen. Manch einer ist ja nur für die Projektplanung beim Kunden, und für die Abnahme. Die Entwicklung findet dann wieder Inhouse statt. Manche Firmen machen es genau anders, die haben den Berater in der Zeit quasi an den Kunden übergeben.

Alles eine Frage der Regelmäßigkeit, finde ich. Mit einem zweiwöchigen AD könnte ich gut leben. Jede Woche wäre eher nicht so meins.

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@neinal weils du bist ;)

 

- Wie oft bist du bzw. deine Kollegen wöchentlich unterwegs?
- Was passiert wenn du plötzlich nen Großkunden kriegst? Hat man automatisch 3 o 6 Monate Urlaubssperre? Bei uns hatten die Berater Urlaubssperre da wir innerhalb von einem Jahr von Navision zu SAP umsteigen wollten
- Wie siehts mit Schulungen aus als Junior Berater/in? (Produktschulung, Umgang mit Kunden, Zeitmanagment etc)
- Wie siehts privat aus? Bleibt noch Zeit für die Familie etc?
- Was passiert wenn du 10 Jahre lang Berater fur Produkt X bist und aufeinmal d. Produkt nicht mehr existiert. Hast du dann ein PLan B?
- Ist bei euch Feierabend auch richtig Feierabend? Manche Berater sind nur für Kunde X im Bereich X zuständig und wenn der Kunde mal wieder was benötigt heißt es aufeinmal sofort erledigen?

 

Ich glaub das reicht erstmal fur heute :D

 

PS: Rechtschreibfehler könnt Ihr euch behalten schreibe gerade mit 3 Finger das geht mal gar nicht....

bearbeitet von Zaroc

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vor 8 Minuten schrieb Errraddicator:

Fun-Fact: Ausgehend davon, dass zahlreiche Berater hier im Forum Dauergast sind, kann zumindest das Klischee vom konstant gestressten Consultant-Leben (gemessen an Inhouse-Developern wie mir) jedenfalls nicht stimmen. :D

Du darfst gern mal schauen, wie aktiv ich hier von August 2013 bis ~März 2015 war ;) Dann können wir darüber nochmal reden :P

 

Ich habe jetzt das Glück, dass unsere Kunden entweder im gleichen Ort sind, oder wir alles Remote machen können. Dementsprechend bin ich beim aktuellen AG nicht unterwegs. Das war früher aber anders. Da gab es dann auch mal ziemlich krasse Wochen.

Beispiel: Sonntag Nachmittag von Heidelberg nach Braunschweig; Montag & Dienstag jeweils 12h beim Kunden; Dienstag Abend weiter nach Lübeck; Am nächsten Tag den kompletten Tag über ein Meeting mit dem Kunden; Abends weiter nach Hamburg, dort habe ich meinen Kollegen zum Flughafen gefahren, da er Donnerstag & Freitag in München sein musste. Ich selbst bin Donnerstag zurück nach Heidelberg gefahren. Ins Büro. Und Freitag ebenfalls Termine/Absprachen im Büro.

Aber das ist natürlich eine extreme Woche. Und so war nicht jede.

 

Den Rest der Fragen & Anregungen würde ich aber erstmal sammeln für den Blog :) Sonst kann man sich den am Ende sparen.

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Mahlzeit!

Ich bin in der neuen Stelle in der Rolle als UX-Manager themen- und technologieunabhängig auch "beratend tätig".

Neben technischen Aufgaben kann ich durch den Background, den ich mir über Ausbildung, Projekte und Networking angeeignet habe wichtige Hinweise geben, wie man gewisse UI-Drafts oder User Journeys am besten in ein digitales Produkt gießt.

Was analoges Design angeht, bin ich allerdings (noch) nicht sonderlich bewandert.

Gruß, Goulasz :goulasz: 

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Mir wurde mal ein Job angeboten mit viel Reisetätigkeit. Da hätte ich z.B. für Dienstreisen teilweise in Vorkasse gehen müssen und mir die Reisekosten per Antrag wieder holen müssen. Außerdem mussten sie immer drauf achten was die Firma immer genau übernommen hat und was nicht. Ich stell mir das ziemlich stressig vor. 

Ich hab den Job übrigens nicht angenommen, weil ich dazu in die Grenze zu Bayern hätte ziehen müssen. Und umziehen ist nicht in Frage gekommen.  

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Ich denke alle bisherigen Fragen kann man nur mit einem deutlichen "kommt drauf an" beantworten. :)

In meiner ersten Firma war ich auch Berater und sehr viel unterwegs. Krass waren dann Zeiten in denen ich daheim angerufen habe und drum bat mir doch mal frische Sachen in Hotel X zu schicken, da wäre ich in 3 Tagen und würde dann meine dreckigen Klamotten zurückschicken.

Aktuell habe ich quasi gar keine Reisetätigkeit. Das letzte mal war ich im Oktober 2016 beim Kunden vor Ort. War anders geplant. Das man ca. alle 4 Wochen dort ist für 3 Tage. Aber das Budget, das arme Geld das war dem Kunden dann doch zu teuer. :)

Wobei man bei mir sagen muss, ich bin (seit heute als Projektleiter, im Customer Service) nur für 1 Kunden zuständig und habe noch 8 Kollegen die in meinem Team fest nur für diesen Kunden arbeiten.

bearbeitet von Enno

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vor 54 Minuten schrieb Sullidor:

Da hätte ich z.B. für Dienstreisen teilweise in Vorkasse gehen müssen und mir die Reisekosten per Antrag wieder holen müssen.

Du zahlst über eine Firmen Kreditkarte mit zinsfreiem Zahlunsgsziel von z.B. vierzig Tagen. In der Zeit machst du dann deine Reisenkostenabrechnung, z.B. für die vergangene Woche. Die Firma überweist den angefallenen Betrag auf das Gehaltskonto. Von dort wird auch der Betrag von der Kreditkarte abgebucht.  Wenn Du rechtzeitig abrechnest, hast Du den Betrag also immer schon bereits auf dem Konto.

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vor einer Stunde schrieb Sullidor:

Außerdem mussten sie immer drauf achten was die Firma immer genau übernommen hat und was nicht. Ich stell mir das ziemlich stressig vor. 

Nein, es ist in der Regel völlig transparent was übernommen und auch welche Sonderfälle es gibt. Dafür gibt es eine Reisenkosten-Policy. Das ist dann, je nach Kunde, i.d.R. immer gleich, Fahrt mit der Bahn, Dienst- oder Firmenwagen, Übernachtung im Vertragshotel, dazu die Verpflegungspauschalen. Bzgl. der Erstattung gibts da selten Stress.

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Hallo,

ich bin auch als Berater tätig in der Schiene Qualitätsmanagement (Soft-/Hardware) und kann jedenfalls einiges positives als auch negatives berichten.

 

Positiv

- Man lernt viele interessante Menschen kennen.

- Ein breites Wissen wird aufgebaut, welches teilweise doch auch sehr tief geht

- Überdurchschnittlicher Verdienst

- Sprungbrett für eine gute Festanstellung

- Man lernt das Land kennen

- Das (Beratungs-) Unternehmensklima ist meist lockerer (zumindest war es bei meinen bisherigen UN bisher so)

- Eine "steile" Karriere kann "recht einfach" aufgebaut werden

 

Negativ

Streß, da man für mindestens zwei Unternehmen arbeitet und deren Prozesse verfolgen sollte

- Sehr viel Arbeitszeit: Ein normaler Tag beginnt bei mir um 8 und endet meist gegen 19-20 Uhr, da man die An- und Abreisetage kompensieren muss. Da kommt man zwar auch locker auf 10h Arbeit, dank der Reisezeit (Reisezeit = Arbeitszeit bei mir), welche allerdings nicht beim Kunden fakturierbar ist.

- Keinerlei Unternehmensbindung (kann auch positiv sein)

- Privatleben findet unterhalb der Woche garnicht statt

- Kein wirklich erholsames Wochenende, da ich persönlich Sonntag schon wieder an die Fahrt am Montag denken muss

 

Den Aussagen von Stefan kann ich teilweise revidieren. Auch ich musste teilweise in Vorkasse gehen, da es am Anfang lange dauerte die Kreditkarte zu beantragen. Ich habe auch Kollegen die arbeiten seit mehreren Jahren im gleichen Unternehmen und haben bisher gar keine Kreditkarte.

Auch bzgl. der Reisekosten kann es meiner Erfahrung nach zu Streß kommen, da es bei einigen UNs die einen bestimmten Satz gibt, ab welcher Entfernung man Zuschüsse bekommt. Es gibt natürlich gesetzliche Regelungen, die sind klar und eindeutig, allerdings bieten einige UNs noch weitere Zahlungen an und ab dann kann es teilweise wirr werden.

Ich möchte nur nochmal betonen, dass das bisher meine Erfahrungen sind und ich persönlich kann davon abraten, wenn man ein Mensch ist, der sich gerne niederlassen will. Von daher kann dies für jeden anderen abweichen und das wird es auch, da das Ganze sehr vom Kunden, dem eigenen Arbeitgeber, des eigenen Wohnortes, der eigenen Mobilität und der eigenen privaten Situation stark abhängig ist.

VG

bearbeitet von CAEYO

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Ich bin als Consultant im Bereich Netzwerkinfrastruktur unterwegs. Habe momentan ca. eine Übernachtung pro Woche auswärts. Den Rest meiner Termine kann ich pendeln oder bin für Presales eh in der Firmengeschäftsstelle.

 

Für Reisekosten habe ich eine Firmenkreditkarte (welche ich gerne auch mal privat nutze) mit 6 Wochen Zahlungsziel. In dieser Zeit muss ich halt meine Reisekostenabrechnung machen. Bahncard 50 und/oder Firmenwagen werden gestellt. (Audi A6 bei mir momentan)

Habe meine Bahncard aber abgegeben da ich die deutsche Bahn nicht leiden kann. Saftladen.

Man sieht als Consultant halt einfach viel von der Welt. Vor allem viel elend in den Netzwerken der Kunden.

Und jeder Tag ist verschieden: An einem Tag bin ich technischer Projektleiter eines weltweiten Netzwerkmigrationsprojekt. Am nächsten Tag bin ich Architekt der Netzwerkinfrastruktur des Kunden und schreibe Netzwerkdesigns für die Zukunft oder validiere aktuelle Designs. Dann mache ich Presales (Aufwandskalkulationen sowie Angebotsprosa) und wieder weiter mache ich Troubleshooting oder technisch anspruchsvolle Migrationen in der Kundenumgebung. 

Als Consultant lebe ich immer am Nabel der Zeit wenn es um neue Technologien geht. Bei jeder neuen Technologie gibt es Schulungen und Bootcamps beim Hersteller und die ersten PoCs begleiten SEs des Herstellers auch mit. Zudem kann ich mir bis zu 3 Fortbildungen pro Jahr raussuchen welche ich besuchen möchte. (Hab bis jetzt meist eine Pro Jahr gemacht)

Privatleben findet bei mir sehr ausgeprägt statt. Länger als 9 Stunden (inkl. Reisezeit) arbeite ich nicht. 

Cheers,

Smau

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Wenn ich schon genannt werde, ...

Ich bin eigentlich Scrum Master/PL und ehemaliger Java- & Mainframe-Entwickler. Im aktuellen Projekt bin ich im Test eingesetzt.

Die Reisetätigkeit sollte normalerweise 5-4-3 sein: 5 Tage für den Kunden arbeiten, davon max. 4 Tage vor Ort mit 3 Übernachtungen. Aktuell gab es einige Wochen mit 5 Tage Anwesenheit. Einige Kollegen mussten aufgrund der vom Kunden gewünschten Zeiten bereits sonntags anreisen und sind gerade noch am Freitag zu Hause angekommen.

Urlaub kann in Abstimmung mit dem Kunden genommen werden bzw. wenn erst die Urlaubsplanung war und dann das Kundenprojekt kommt, wird die Abwesenheit entsprechend mit eingeplant.

Schulungen: das hängt vom Unternehmen ab. Wir haben einen Schulungskatalog mit Angeboten für alle Erfahrungsstufen.

Familie? Je nach Entfernung zum Projekt, freitags bis sonntags.

Produkt X aussterben? Der Großrechner ist tot, es lebe der Großrechner! Ich bin in einem Projekt, welches eine COBOL-Anwendung neu einführt (als Ablösung einer PL1-Anwendung)...

Wer sich auf ein Produkt festlegt und dessen Ableben nicht früh genug erkennt, um sich zu wappnen, hat sich nicht gut genug mit diesem Produkt beschäftigt.

Feierabend ist aktuell Feierabend, das hängt aber stark von der Rolle beim Kunden ab.

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Ich habe auch in zwei Jobs als Beraterin gearbeitet. Der erste war direkt nach dem Studium und war Stress pur. Auslandsaufenthalt war sehr lukrativ, dafür 3 Monate weg von zu Hause. Später viel Homeoffice, oder wochenlang beim Kunden (5 Tage die Woche). Viel Arbeit bis abends spät, weil Arbeitsergebnisse erst spät geliefert wurden.

Mit Mitte 20 eine spannende Geschichte, aber jetzt fühle ich mich zu alt für sowas.

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Guten Morgen!

Aktuelles Beispiel und Ergänzung:

Die meisten Termine mit Workshop-Charakter hier finden inHouse statt, weil wir bzgl. analoger Workshopmaterialien und für "kreatives Schaffen" geeignete Räume einfach extrem gut ausgestattet sind.

Manche Termine für Fokusgruppen, Abstimmung bzw. Iterationen bereits laufender Projekte finden aber auch beim Kunden statt.

Gestern hatte ich z.B. so einen. Für einen Hersteller von Medizinprodukten erstellen wir einen sogenannten "UX Report", in dem wir gemeinsam mit dem Kunden von Außendienstmitarbeitern gesammeltes Material (Kontextuelle Interviews, Fotos, Videos, Notizen, etc.) sichten, besprechen, kategorisieren und erörtern, auf welche speziellen Teilgebiete wir den Fokus legen sollen. Also Handling der Maschinen, Prozessanalyse, Hygiene & Compliance, etc.

Der Kunde hat in aller Regel das Fachwissen, das uns fehlt, um den Anwendungskontext korrekt einzuschätzen. Dafür haben wir das Know-How, um verschiedene Möglichkeiten zur Prozessoptimierung im Rahmen der gegebenen Parameter aufzuzeigen.

Als Ergebnis steht dann z.B. eine Liste mit Erfordernissen, Anforderungen und darauf aufbauenden Skizzen und Prototypen.

Gerne auch mit Live-Vorstellung in PowerPoint.

Gruß, Goulasz :goulasz: 

 

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Ich bin einer der Berater, die hier auch immer wieder mitlesen und dieses Thema hat mich natürlich angesprochen. :)

Direkt nach dem Studium (Informatik Master) bin ich in eine große Beratung eingestiegen und mittelerweile seit 5 Jahren der Beratung treu geblieben (auch wenn ich den Arbeitgeber - von großer Beratung x zu großer Beratung y gewechselt habe) und seit knapp einem Jahr jetzt Manager. Mein Schwerpunkt liegt dabei im Bereich IT Projektmanagement mit einem Branchenschwerpunkt für Banken. Ich versuche es auch mal mit einer Pro / Contra-Auflistung auf Basis dessen was ich bisher erlebt habe (und das war doch einiges :) ):

Pro
- Ich habe in diesen fünf Jahren extrem viel gelernt (von ursprünglich etwas mit Datenbanken, Softwarearchitektur, CRM hin zu Projektmanagement  (> 20 Personen), Regulatorik und auch Sales) und mich persönlich mE massiv weiterentwickelt. Wenn ich das mit damaligen Kommilitonen vergleiche, haben dort viele, die in die Industrie gegangen sind, ein deutlich tieferes Wissen, sind aber nicht so breit aufgestellt wie ich/die Karriereentwicklung war bei denen weniger steil
- Aprospros Karriereentwicklung: In dieser Zeit konnte ich mein Gehalt nahezu verdoppeln. Außerdem steigt in der Regel (in den großen Beratungen) jeder auf, der gut ist, ein "wir haben hier keine Stelle frei" gibt es nicht
- Viele Benefits: Bonusmeilen / Hotelpunkte / Per Diems (ja, mit Lounge im Hotel ist das auch ein zusätzlicher Gehaltsbestandteil) / Car Deals / ... das alles bekommt man in der Industrie in der Regel nicht. In aller Regel habe ich auch wirklich gute Hotels gehabt / Bahn 1. Klasse / Flieger: Eco
- Ich habe einige unterschiedliche Länder und sehr viele Städte in dieser Zeit beruflich kennengelernt
- Man ist nicht von einzelnen Personen abhängig wie in manchen Linienfunktionen. Wenn es einfach mal nicht passt (fachlich / persönlich / ...) findet man in der Regel eine Möglichkeit, etwas zu ändern wie z.B. anderes Projekt / ...
- Man ist beim Kunden Externer und er hat keine Weisungsbefugnis ... ich persönlich erachte es als Erleichterung um mit dem Kunden auf Augenhöhe kommunizieren zu können und sich eben auch nicht alles gefallen lassen zu müssen
- Oftmals sehr gute Exitmöglichkeiten bei den Kunden (hatte auch schon attraktive Angebote, aber bisher den Schritt doch nicht gewagt)
- Generell habe ich über alle Beratungen hinweg schon sehr smarte und coole Kollegen kennengelernt ... mit fast allen hat man Bock, auch am Abend mal auf ein Bier zu gehen

Contra
- Je nach Kunde/Projekt wird man schon auch mal ausgebeutet - ich hatte einmal ein Projekt über ein Jahr lang wo ich eine Kombination aus Montag 06:30 h Flieger und Freitag um 20:00 h Ankunft am Flughafen hatte ... dazu ein extrem stressiges Projekt, wofür ich die Verantwortung tragen musste ... ich war damals 28 und habe mich ernsthaft sehr ausgebrannt gefühlt
- Reisen kann nerven - klar, das ist nichts Neues ... man darf eben nicht vergessen, dass es nicht nur Kunden in New York, London und Singapur gibt, sondern auch in Oberkochen, Herzogenaurach und Ingolstadt
- Keine (wirkliche) Planbarkeit: Projekte können eingestampft werden / der Kunde kann einen nicht mehr wollen / ... und plötzlich wird aus dem geplanten drei Jahresprojekt mit gemütlicher Projektwohnung in Hamburg nach zwei Monaten ein: "Ich bin wieder frei, habt ihr ein Projekt für mich?" und ehe man sich umsieht, ist man auf dem schwäbischen Land
- Beratung hat ein sehr kurzes Gedächtnis (man kann jahrelang gut performen, auf eine Beförderung hinarbeiten und plötzlich läuft etwas schief, wird keiner für Dich einspringen / dir den Rücken freihalten)
- Starke Abhängigkeit von der wirtschaftlichen Situation (bei schlechter Auftragslage kommt es schon mal dazu, dass Mitarbeitern nahegelegt wird, das Unternehmen zu verlassen / Beförderungen sind dann quasi nicht möglich)
- Mit steigendem Senioritätslevel, steigt die Erwartungshaltung recht massiv an ... aus "es reicht beim Kunden verkauft zu sein" kommen Dinge wie Sales und interne Themenentwicklung hinzu ... und es macht nicht immer Spaß um 23:30 Powerpointfolien zu optimieren oder sich für Dry Runs am Sonntag zu treffen

Fazit: Viel Licht und viel Schatten ... man muss sicher der Typ dafür sein ... ich persönlich bereue es bisher definitiv nicht.

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