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Projektantrag: Schnittstelle für Mitgliederdaten (Rückfragen zu IHK-Auflagen)


Freitler

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Hallo zusammen,

mein Projektantrag wurde (nach dem 2. Anlauf) zwar schon genehmigt, aber ich möchte euch gerne bezüglich der Hinweise/Auflagen einiges fragen. Hier ist erstmal der Projektantrag, der zum Teil gekürzt wurde, um anonym zu bleiben - ich hoffe trotzdem, dass er verständlich ist. 

1*Projektbezeichnung (Auftrag/Teilauftrag):
 
[Anwendungsname] – Schnittstelle für Mitgliederdaten
 
1.1.*Ausgangssituation
 
[Anbieter] betreut und koordiniert den Bereich der [..]Fortbildungen. Anwender können in diesem Rahmen eigene Fortbildungen für Kolleginnen und Kollegen anbieten. Über die Anwendungen, die von [meine Firma] entwickelt wurden, können diese Fortbildungen angeboten, organisiert und von den Fortbildungsmoderatoren abgerechnet werden. 

Im Verlauf der letzten zehn Jahre wurden die Anwendungen von wechselnden Entwicklern stetig erweitert. Diese Erweiterungen führten zu einem Zustand, in dem Auswirkungen weiterer Änderungen kaum noch überschaubar sind und ein erhöhter Aufwand für Wartung und Erweiterungen entstanden ist. Zurzeit gibt es drei Kernanwendungen, die viele Überschneidungen haben. Aus diesen Gründen entschied sich die [Auftraggeberfirma] für eine komplette Neuentwicklung, in der die drei Anwendungen zusammengeführt werden und ein moderner technologischer Standard eingehalten werden soll. Diese Neuentwicklung wird derzeit von [meine Firma] durchgeführt. 

Zugang zu diesen Anwendungen haben alle Mitarbeitenden der [Auftraggeberfirma], sowie mitarbeitende/beteiligte Mitglieder der [Teams]. [Erklärung zu den Teams]. Die Mitgliederdaten werden im Redaktionsbereich der [Anwendung] von der [Auftraggeberfirma] oder den jeweiligen Verantwortlichen der [Teams] gepflegt. Zu den Mitgliederdaten gehören Kontaktdaten, Position, Foto, Arbeitsschwerpunkte, Qualifikationen und Zuständigkeiten. 

Ein Teil dieser Mitgliederdaten sind öffentlich im Internet einsehbar und werden auf einem Webauftritt der [Auftraggeberfirma] angezeigt. Dieser Webauftritt wird von [meine Firma] separat gehostet. Die Übergabe der Mitgliederdaten an den Webauftritt erfolgt über eine Schnittstelle der [Anwendung] in Form von Einzelseiten. Diese Einzelseiten werden in den Webauftritt eingebunden.
 
1.2.*Zielsetzung
 
Im Zuge der Neuentwicklung der [Anwendungsname]-Anwendung ist es notwendig, auch eine neue Schnittstelle für die Mitgliederdaten zu entwickeln. Diese Schnittstelle ist ein Teilprojekt der gesamten Neuentwicklung. 

Dieses Teilprojekt umfasst die Neuentwicklung dieser Mitarbeiterdaten-Schnittstelle, dessen Anforderungen identisch zur bestehenden Umsetzung und somit bereits definiert sind. Eine Abfrage der Mitgliederdaten muss anhand [des Teams] stattfinden. Es müssen Kontaktdaten, Position, Foto, Arbeitsschwerpunkte, Qualifikationen und Zuständigkeiten ausgegeben werden. Da es sich um personenbezogene Daten handelt, müssen die Mitglieder einer Veröffentlichung ihrer Daten im Internet in ihrem persönlichen Benutzerbereich zugestimmt haben. Zur Auslieferung müssen die entsprechenden Daten aus der Datenbank ausgelesen, geprüft und anschließend in ein JSON-Format umgewandelt werden. Die Datenbankstruktur ist bereits im Rahmen der Neuentwicklung definiert. 

Da es sich um einen technischen Service handelt, der von keinem Benutzer angesprochen wird, wird es keine Benutzerdokumentation geben. Stattdessen wird eine Schnittstellendokumentation erstellt, die alle Aufrufe mit ihren Parametern und Ergebnissen dokumentiert. Eine Entwicklerdokumentation wird ebenfalls angefertigt.

Um die Qualitätssicherung zu garantieren ist es zudem erforderlich, umfangreiche Tests durchzuführen. Dazu werden HTML-Seiten erstellt, die mit Hilfe von Asynchronous JavaScript and XML (AJAX) auf die Schnittstelle zugreifen und die Mitgliederdaten auf der Seite dynamisch anzeigen. Diese Seiten werden im Rahmen der Funktionstests verwendet. Zusätzlich dazu werden Sicherheitstests sowie Performancetests durchgeführt. 

Die Umsetzung im Content Management System ist nicht Bestandteil dieses Teilprojektes.
 
1.3.Konsequenzen bei Nichtverwirklichung
 
Die Anzeige der Mitgliederdaten [...] ist ein wichtiger Bestandteil des Webauftritts der [Auftraggeberfirma]. Sobald die Bestandsanwendungen (und somit auch die bisherige Schnittstelle) deaktiviert werden, ist ohne eine neue Schnittstelle keine Ausgabe dieser Daten mehr möglich.
 
2.*Projektumfeld/Rahmenbedingungen
 
Auftraggeber: [Auftraggeberfirma] 
Ansprechpartner: [..] ([Auftraggeberfirma], Teamleitung [Anwendungsname]) 



2.1 Organisatorisches Projektumfeld 

[...]

2.2 Technisches Projektumfeld 

Die Neuentwicklung der [Anwendungsname]-Anwendung wird mit Hilfe des ASP.NET Frameworks von Microsoft entwickelt. Dadurch bietet es sich an, dieses Teilprojekt auch in diesem Umfeld umzusetzen. Als Entwicklungsumgebung werde ich mich ebenfalls an das [Team] anpassen und Visual Studio 2017 verwenden. 

Für die Schnittstelle werde ich das ASP.NET Framework (MVC mit Web API) verwenden. Innerhalb dieses Frameworks findet die Programmierung in C# statt und die Auslieferung der Daten erfolgt im JSON-Format. Die hierzu verwendeten Daten stammen aus einer Microsoft SQL Server Datenbank, die mit Hilfe des Entity Frameworks modelliert und abgerufen werden.
 
3.*Projektplanung/Projektphasen/geplante Arbeitsschritte inklusive Zeitplanung
 
Initialisierung: 3,0 Std. 
- Kick-Off Meeting (1,5 Std.) 
- Meilensteinplan (1,5 Std.) 


Analyse: 12,0 Std. 
- Auswahl Vorgehensmodell (1,0 Std.) 
- Projektablaufplan (1,5 Std.) 
- Pflichtenheft (6,0 Std.) 
- Kosten- Nutzenanalyse (1,5 Std.) 
- Qualitätsplanung (2,0 Std.) 


Entwurf: 9,0 Std. 
- Klassendiagramm (1,0 Std.) 
- Anwendungsfalldiagramm (2,0 Std.) 
- Schnittstellenplanung (2,0 Std.) 
- Testfallkatalog (4,0 Std.) 


Implementierung: 30,0 Std. 
- Projektmappeneinrichtung (1,0 Std.) 
- Implementierung Schnittstelle (12,0 Std.) 
- Erstellung HTML-Seiten (8,0 Std.) 

Qualitätssicherung: 
- Sicherheitstest (1,5 Std.) 
- Performancetest (1,5 Std.) 
- Funktionstest: White-Box-Test (6,0 Std.) 


Abschluss: 11,0 Std. 
- Abschließender Soll-Ist-Vergleich (1,0 Std.) 
- Prozessorientierter Bericht (10,0 Std.) 


Dokumentation: 3,0 Std. 
- Entwicklerdokumentation (2,0 Std.) 
- Schnittstellendokumentation (1,0 Std.) 


Puffer: 2,0 Std. 



Gesamt: 70,0 Std.
 
4.*Dokumentation/technische Unterlagen
 
- Prozessorientierter Projektbericht 
- Vorgehensmodell (erweitertes Wasserfallmodell) 
- Projektantrag 
- Freigabe der IHK 
- Lasten- / Pflichtenheft 
- Ist-Analyse 
- Abschließender Soll-Ist-Vergleich 
- Testergebnisse und Abnahmeprotokoll 
- Meilensteine 
- Abnahmeprotokoll 
- Kosten-/Nutzenanalyse 
- Projektablaufplan (Gantt-Diagramm) 
- Projektstrukturplan 
- Kommentierte Quellcodeauszüge 
- Protokoll Kick-Off-Meeting
 
 
Nun zu der Antwort der IHK:

zu 3.0 Projektplanung:

- Der Puffer ist mit 2 Stunden sehr knapp.

- Das Verhältnis von Implementierung/Testen ist immer noch recht ungleich.

- Achten Sie auf korrekte Summenbildungen.

 

zu 4.0 Dokumentation:

- Wird wirklich ein Lastenheft erstellt? In der Zeit Planung ist keine Zeit dafür vorgesehen.

- Bitte fügen Sie Dokumente zum DV-Design sowie zur Qualitätssicherung bei!  Hinweis: QS beschränkt sich nicht nur auf "testen".

- Beachten Sie, dass ein unterschriebenes Abnahmeprotokoll beigefügt werden muss!

 

Dazu habe ich folgende Fragen:

  • "Verhältnis von Implementierung/Testen ungleich": Was genau stellt sich der Prüfer hier vor? Mehr Testen oder mehr Zeit für die Implementierung? 
  • "Achten Sie auf korrekte Summenbildungen": Ich habe noch mal nachgerechnet, die Rechnung stimmt. Was ist hier gemeint?
  • "Lastenheft/DV-Design/QS": Wie gehe ich am besten vor? Soll ich in der Dokumentation unter "Änderungen zum Projektantrag" die Zeitplanung entsprechend anpassen?

 

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt!

Viele Grüße

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Als Faustregel bei der Qualitätssicherung gilt, dass du 1/3 des gesamten Projektbudgets in den Test steckst. In diesem Falle wären es bei 70 Stunden ~23 Stunden, die für die Qualitätssicherung draufgehen sollten.

Bei einem Abschlussprojekt würde ich das Verhältnis etwas nach unten lockern, sodass 15-20 Stunden vollkommen ausreichend sind.

"Lastenheft/DV-Design/QS": Wie gehe ich am besten vor? Soll ich in der Dokumentation unter "Änderungen zum Projektantrag" die Zeitplanung entsprechend anpassen? "

Jap und im Fazit vielleicht nochmal die Abweichung erläutern.

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Vielen Dank für die Antworten!

vor 50 Minuten schrieb Jagenauder:

Stichwort: Implementierung :D

vor 2 Stunden schrieb Mttkrb:

Die Summe passt nicht, weil die Gruppe Qualitätssicherung keine Summe hat und die Unterpunkte so von dir vergessen wurden.

Leider ist durch die Formatierung im Online-Portal eine wichtige Info verloren gegangen: Die Gruppe Qualitätssicherung sollte eine Art "Unterpunkt" der Implementierung sein, sodass als Summe Implementierung + QS gerechnet war (dann stimmen auch die 30h). Ich sehe allerdings ein, dass es verwirrend und auch unlogisch ist. Das werde ich wohl in der Doku erklären müssen.

vor 54 Minuten schrieb Gottlike:

Als Faustregel bei der Qualitätssicherung gilt, dass du 1/3 des gesamten Projektbudgets in den Test steckst. In diesem Falle wären es bei 70 Stunden ~23 Stunden, die für die Qualitätssicherung draufgehen sollten.

Bei einem Abschlussprojekt würde ich das Verhältnis etwas nach unten lockern, sodass 15-20 Stunden vollkommen ausreichend sind.

"Lastenheft/DV-Design/QS": Wie gehe ich am besten vor? Soll ich in der Dokumentation unter "Änderungen zum Projektantrag" die Zeitplanung entsprechend anpassen? "

Jap und im Fazit vielleicht nochmal die Abweichung erläutern.

vor 2 Stunden schrieb Mttkrb:

Die Prüfer erwarten eher mehr Testaufwand als weniger

vor 39 Minuten schrieb arlegermi:

Wobei hier der Hinweis des PA zu beachten ist, dass QS nicht nur "Testen der Software" bedeutet.

Alles klar. Ich werde in der Dokumentation anmerken, dass ich die Zeitplanung angepasst habe. Meine Idee war es, noch zusätzlich Code-Review (Lesbarkeit, Kommentare, Wartbarkeit) mit ein paar Stunden hinzuzufügen. Habt ihr vielleicht noch weitere Ideen?

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Hallo nochmal,

ich bin gerade dabei, meine Zeitplanung anzupassen. Ich habe jetzt Code-Review mit 3h veranschlagt und das Pflichtenheft von 6 auf 4 Stunden reduziert und den Testfallkatalog von 4 auf 3h gekürzt. Somit komme ich für QS auf 12h. 

Im Hinblick auf die Formulierung in der Auflage ("Verhältnis von Implementierung/Testen ist immer noch recht ungleich") denke ich aber immer noch, dass mein Prüfer da nicht mit einverstanden sein wird (21h Implementierung, 12h QS). Habt ihr noch weitere Punkte für Qualitätssicherung? (s. Anhang für eine Übersicht)

Ansonsten habe ich noch etwas Bangen um die Kosten-Nutzen Analyse: Ich habe ja ein Teilprojekt, wie würde man da den Nutzen beschreiben?

Viele Grüße

 

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vor 5 Minuten schrieb Sullidor:

Dito. Lastenheft ist kein muss bei einem Abschlussprojekt. So sind z.B. bei Scrum auch überhaupt kein Lastenheft/Pflichtenheft vorgesehen.

Wäre auch merkwürdig, wenn der Entwickler das Lastenheft schreiben würde. Das ist nämlich die Aufgabe des Auftraggebers. Der Auftragnehmer (in diesem Fall der Azubi) schreibt das Pflichtenheft und das ist auch hier vorgesehen.

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Ich hab mich dabei eigentlich nur @Asura bestätigt. Ich habe das völlig neutral gemeint und im folgenden Satz ja auch von Lastenheft/Pflichtenheft gesprochen. Mir ist überhaupt nicht aufgefallen, dass sich @OkiDoki da auf die Erstellung eines Lastenheftes bezog.

Und in dem Fall hast du natürlich absolut Recht.

 

Bearbeitet von Sullidor
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