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Arbeit und Ertrag optimieren mit kleinem IT-Support-Business

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Hallo Community

 

Folgende Situation:

Ich betreibe seit gut 10 Jahren eine kleine Firma für Beratung und Support im IT-Bereich (selbstständig). Zuerst neben dem Studium, seit einigen Jahren Vollzeit. Die Selbstständigkeit mit eigener Firma war eigentlich nie "geplant" sondern es war nur als Nebenerwerb neben der Ausbildung gedacht. Da sich jedoch in meinem sehr spezifischen Studienbereich die Jobsituation in den letzten Jahren verschlechtert hat sitze ich jetzt quasi auf meiner "ungeplanten" Firma fest, da es schlicht keine Stellen in dem Bereich gibt, den ich ursprünglich angepeilt hatte.

Nun läuft die Firma prinzipiell nicht schlecht, d.h. ich kann vom Ertrag sehr gut Leben und brauche mir um Kundenmangel kaum Sorgen zu machen. Ich habe mir über die Jahre einen grossen (und soweit ich das beurteilen kann überaus zufriedenen) Kundenstamm erarbeitet. Allerdings habe ich auch hohe Arbeitszeiten und wenig "Planbarkeit". D.h. fast alles läuft auf Abruf, es gibt keine längerfristigen Wartungsverträge oder Ähnliches. Auf Dauer ist das Privat und Gesundheitlich schwierig, ein Spielball der kurzfristigen Not- und Einfälle einer anspruchsvollen und im wesentlichen leider auch einigermassen rücksichtslosen Kundschaft zu sein, die meist immer alle auf einmal kommen.

Das Problem ist: Mir fehlt das "KnowHow" mein Geschäft so zu optimieren, dass es für MICH gut ist. Ich habe ja alles selber aufgebaut und nie in einer anderen Firma gearbeitet. Ich weiss also wenig darüber wie "man" das in der Branche so macht. Momentan läuft alles nach der Überlegung "was ist am besten für den Kunden". Aber dabei bleiben leider meine Bedürfnisse als Dienstleister auf der Strecke und ich laufe Gefahr (wie offenbar viele in der Branche) vorzeitig ausgebrannt oder tot zu sein. (Habe das ja schon x-mal von Kunden gehört, wie meine "Vorgänger" alle den Betteln hingeschmissen oder den Löffel abgegeben haben....)

 

Daher meine Frage:

Was sind die Strategien eurer Firmen oder Arbeitgeber, um das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag zu optimieren und mehr Planbarkeit zu erreichen? D.h. auch  mal einen planbaren Geldfluss und planbare Arbeiten zu haben, statt immer nur "situationsbedingt", "wenns brennt" und "auf Abruf"?

bearbeitet von peon2t

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Hi

die Planbarkeit von Einnahmen und Arbeitszeiten hängt von Deinen jetzigen Arbeiten ab.

Du schreibst von vielen zufriedenen Kunden und von Support - was hindert Dich daran, diesen Firmen Wartungsverträge anzubieten.
Liste doch mal für Dich auf, was Du bei deinen "größeren" Kunden in der letzten Zeit gemacht hast - vielleicht treten da immer wieder die gleichen Dinge auf. Bestenfalls kommt dabei raus, dass Du bei Kunden A im Schnitt 17 Stunden pro Monat warst und bei Kunden B 5 Stunden usw.
Diesen kannst Du doch ein Festpreis für diese 17 Stunden anbieten (evtl. verpackt mit einer Preiserhöhung - Stundensatz steigt auf xx €, aber für die guten Kunden bleibt er auf dem alten Stand, wenn xx Std. im Vorfeld gebucht werden)

Je nachdem, in welchem Bereich Du arbeitest, kannst Du auch Pauschalen für die Überwachung anbieten und abrechnen.
Ich z. B. bekomme von Routern, Druckern, Backupsoftware, Antivirensoftware etc. Mails bei einem Fehler oder anderen Auffälligkeiten.
Dadurch wirkst Du Ausfällen entgegen - und das könntest Du den Kunden pro Gerät und Monat in Rechnung stellen.

Eine Planbarkeit der Arbeitszeiten wirst Du wahrscheinlich nicht erreichen können - je nach Ausgestaltung eines Wartungsvertrags wird sich das sogar noch verschlimmern, wenn Du Reaktionszeiten garantieren musst.
Selbst als Festangestellter sind die Arbeitszeiten meist nicht wirklich planbar - wenn Freitag um 15 Uhr der Server steht, dann sagt man auch nicht "bis Montag", sondern "bis Montag läuft das hier wieder!"

Gruß

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Ganz klar: Standardisierung + Automatisierung

Sei es nun generell in Form von (festen) Arbeitsabläufen, also Entwicklung von Routine und dadurch schnellerer Abarbeitung, oder auch das Festlegen von Support Leveln nach dem Motto "Du bezahlst X, dafür kriegst du Y" - das geht im Prinzip in Richtung Wartungsvertrag.

Ein wichtiges Stichwort wäre hier natürlich "regelmäßig" - je nach Kombination aus Service und Vergütung kann das auch unterschiedliche Formen annehmen: Von "Service nur von 9-17h an Wochentagen, ansonsten extra pro Stunde (oder auch gar nicht, durchaus üblich)" bis hin zu ""24/7 bei entspr. Preisaufschlag" ist ja grundsätzlich alles möglich. You get what you pay for.

Und wir nehmen auch Pauschalpreise (Einrichtung zB von Produkt X, also eher einmalige Sachen). Natürlich läuft bei uns auch Manches auf Kulanz, aber das ist dann immer auch Abwägung zwischen Aufwand und Kundenzufriedenheit (je mehr die zahlen, desto höher die Wahrscheinlichkeit ;) ).

Softwaremäßig laufen viele Sachen via Skript / CM (configuration management) wie zB Ansible - das hat neben Zeitersparnis auch den Vorteil der Einheitlichkeit, was wiederum das Troubleshooting erleichtert.

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vor 13 Stunden schrieb M Kreis:

Du schreibst von vielen zufriedenen Kunden und von Support - was hindert Dich daran, diesen Firmen Wartungsverträge anzubieten.

 

Erstmal vielen Dank für eure Antworten!

 

Das ist genau der Punkt: Ich weiss nicht, wie ich solche Wartungsverträge begründen würde.

Ich habe im Laufe der Jahre ein paar "Beispiele" von Wartungsverträgen gesehen. In der Regel was gewisse Kunden bei Mitbewerbern hatten, bevor sie zu mir gewechselt haben.
Mein Eindruck war eigentlich immer, dass diese Wartungsverträge intransparent und schwer zu begründen sind.

Oft ist weitgehend unklar, was eigentlich "gewartet" wird (generell ist auch mir selber unklar, was denn überhaupt gewartet werden müsste/könnte...)

Ich spreche jetzt nicht von Anbietern die den Serverpark des Kunden quasi 24/7 Remote-Monitoren... sowas ist auch nicht meine typische Kundschaft, ich habe ja nicht das Personal um so etwas überhaupt anzubieten. Aber ich spreche von Anbietern, die z.B. für jede Workstation, jeden Drucker und jedes NAS einen monatlichen Pauschalbetrag in Rechnung stellen, wo mir dann der Kunde auch nicht erklären kann, ob im Rahmen dieses "Vertrages" jemals eine Leistung erbracht wurde. Ich höre immer nur, dass "wenn mal etwas war", das immer separat bezahlt wurde.
(Oder dann die Anbieter, die den Kunden sagen, sie sollen ihre Kisten min. alle zwei Monate in die Werkstatt bringen. Da wird dann ein Virenscan laufen gelassen und es gibt eine Rechnung für 180€. Schön mit gelogenem "200 Viren beseitigt" [eigentlich: 200 Cookies gelöscht] auf der Rechnung, damit die auch brav wiederkommen. Für sowas habe ich wenig Verständnis.)

 

Ich sollte vielleicht darauf hinweisen, dass ich wenige Kunden mit eigenem Server habe. Mein typischer Firmenkunde verfügt über 1 - 10 (selten auch mal ein bisschen mehr) IT-Arbeitsplätze. Netzlaufwerke laufen oft über NAS, Branchensoftware und Exchange über die Cloud. Da wo ich mal einen Windows-Server habe, hab ich den meist vom Vorgänger  "geerbt". Da aber dann bei der "Erneuerung" zunehmend in die Cloud gewechselt wird, werden es eher weniger als mehr. Heute stellt sich ja vernünftigerweise keiner mehr einen Exchange-Server für drei Mailboxen in die Bude...

Kurzum: Was "wartet" ihr denn regelmässig, dass es einen Wartungsvertrag rechtfertigen könnte?

 

vor 13 Stunden schrieb M Kreis:

Liste doch mal für Dich auf, was Du bei deinen "größeren" Kunden in der letzten Zeit gemacht hast - vielleicht treten da immer wieder die gleichen Dinge auf. Bestenfalls kommt dabei raus, dass Du bei Kunden A im Schnitt 17 Stunden pro Monat warst und bei Kunden B 5 Stunden usw.
Diesen kannst Du doch ein Festpreis für diese 17 Stunden anbieten (evtl. verpackt mit einer Preiserhöhung - Stundensatz steigt auf xx €, aber für die guten Kunden bleibt er auf dem alten Stand, wenn xx Std. im Vorfeld gebucht werden) 

 

"Im Schnitt x Stunden" ist schwierig. Bei meinem typischen Kunden bin ich u.U. mehrere Monate gar nicht, weil keine Arbeit anfällt. (Oder vielleicht mal kurz etwas gefernwartet wird.)

 

Wenn es "grössere" Arbeiten gibt (so im zweistelligen Stundenbereich), dann ist das in der Regel nur dann, wenn Arbeitsplätze etc. erneuert werden oder weitere hinzukommen.
Sonst ist es mehr so Kleinkram à la "Software xy startet nicht mehr", "Drucker druckt nicht", "Mailadresse muss auch auf dem Smartphone eingerichtet werden", "versehentlich gelöschte Daten sollen restored werden", ... und halt Hardwaredefekte und sowas.

 

Das ist ein bisschen das, was ich mit "auf Abruf" meine und auch in den vorherigen Punkt (Wartungsverträge) reinfliesst:
Die Kunden kommen dann, wenn sie etwas brauchen oder wenn etwas kaputt ist. Aber das ist ja nicht ständig der Fall. (Ich versuche natürlich auch die Installationen zu vorzunehmen, dass sie möglichst "wartungsarm" sind... aber vielleicht ist das ja ein Fehler 😉  Nur weiss ich halt eben nicht wie mans "besser" [oder schlechter] macht, weil ich einfach immer vom Gedanken ausgehe, wie ichs gerne eingerichtet hätte, wenn ich in der Haut des Kunden stecken würde.)

 

Letzte Woche habe ich z.B. bei einem Immobilien-KMU das den Standort gewechselt hat zwei Arbeitsplätze hinzugefügt, zwei bestehende umgezogen, das NAS umgezogen, einen neuen Gross-Kopierer eingerichtet und die neuen Geschäftsräumlichkeiten vernetzt / mit UniFi-APs erschlossen. Bei der Gelegenheit natürlich noch das BackUp geprüft etc. Da bin ich dann einen Arbeitstag beschäftigt. Aber jetzt sind die wieder "happy" und ich höre vermutlich ein paar Monate nichts.
Was würdet ihr denen jetzt für einen Wartungsvertrag verkaufen?

 

vor 13 Stunden schrieb M Kreis:

Ich z. B. bekomme von Routern, Druckern, Backupsoftware, Antivirensoftware etc. Mails bei einem Fehler oder anderen Auffälligkeiten.
Dadurch wirkst Du Ausfällen entgegen - und das könntest Du den Kunden pro Gerät und Monat in Rechnung stellen. 

 

Den Gedanken hatte ich auch schon. Ich habe auch tatsächlich schon Kunden gefragt, ob es Ihnen lieber ist, wenn die Warnmails von NAS, Backup etc. zu mir kommen oder zu ihnen.

Die Antwort lautet dann: Wenn es günstiger ist wenn die Mails zu uns kommen, dann lassen sie die zu uns kommen. Wir leiten sie dann an Sie weiter, wenn in den Mails eine Auffälligkeit ist...

 

vor 2 Stunden schrieb Han_Trio:

Sei es nun generell in Form von (festen) Arbeitsabläufen, also Entwicklung von Routine und dadurch schnellerer Abarbeitung, oder auch das Festlegen von Support Leveln nach dem Motto "Du bezahlst X, dafür kriegst du Y" - das geht im Prinzip in Richtung Wartungsvertrag. 

Ein wichtiges Stichwort wäre hier natürlich "regelmäßig" - je nach Kombination aus Service und Vergütung kann das auch unterschiedliche Formen annehmen: Von "Service nur von 9-17h an Wochentagen, ansonsten extra pro Stunde (oder auch gar nicht, durchaus üblich)" bis hin zu ""24/7 bei entspr. Preisaufschlag" ist ja grundsätzlich alles möglich. You get what you pay for.

 

Auch dir Danke für die Antwort!

Routine ist durchaus vorhanden. Das was ich regelmässig mache, mache ich schnell und effizient, glaube ich.
Da ich zudem nach Zeit bezahlt werde, wäre noch effizienteres Arbeiten nicht zwangsläufig ein Vorteil für mich 😉

Auch die Sache mit den Support-Leveln ist etwas, was ich mir schon überlegt habe... aber auch dort bin ich bisher daran "gescheitert", eine Idee davon zu erlangen, wie man das in der Praxis konkret und sinnvoll umsetzen könnte in meiner Situation.

Für Beispiele wie andere das so machen, wäre ich daher sehr dankbar!

Als "Einzelmaske" kann ich nicht wirklich Reaktionszeiten garantieren. Zumindest nicht solche die auf dem Papier so gut klingen, dass jemand dafür viel Geld extra bezahlen würde.

Und die Leute noch zusätzlich dazu zu animieren, mich gegen "Aufpreis" ausserhalb der Geschäftszeiten zu beanspruchen, möchte ich aus gesundheitlichen Gründen auch eher vermeiden. Es kommt leider bereits jetzt oft genug vor, dass ich wegen Nichtigkeiten zu Unzeiten angerufen werde. Aber wenn ich das noch offiziell bewerbe, dann fürchte ich, dass es kein Halten mehr gibt...
(Wobei das auch ein Irrtum meinerseits sein könnte. Vielleicht schrecken gezielt beworbene "Aufschläge" die Kunden auch eher davon ab, ausserhalb der Geschäftszeiten anzurufen. Erfahrungswerte sehr willkommen!)

 

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Am 15.3.2019 um 20:19 schrieb peon2t:

Ich betreibe seit gut 10 Jahren eine kleine Firma ...  Mir fehlt das "KnowHow" mein Geschäft ... optimieren   .... Was sind die Strategien ... Ertrag zu optimieren und mehr Planbarkeit zu erreichen? ...

Sorry dass ich das mal echt in Frage stelle, aber hast du dich in den 10 Jahren irgendwann einmal auf dem Markt informiert? - Arbeitskreise, Workshops oder Seminare, oder einfach auch nur eine IT Fachmesse wäre doch ideal, um genau solche Dinge mit Leuten zu diskutieren. 

Ein Forum, wie dieses ist leidlich schlecht dafür geeignet eine Unternehmensstrategie zu diskutieren, geschweige denn zu entwickeln.

Mein Rat wäre zudem neben Fachmessen auch über einen Invest im Bereich der Softskills nachzudenken.

======

vor 1 Stunde schrieb peon2t:

Für Beispiele wie andere das so machen, wäre ich daher sehr dankbar!

 Forderst du gerade ernsthaft deine Marktbegleiter dazu auf, Ihr (erfolgreiches oder grauenhaftes) Geschäftsmodell mit dir kostenlos  -und für alle anderen auch frei lesbar - zu teilen?!

======

vor 1 Stunde schrieb peon2t:

Die Antwort lautet dann: Wenn es günstiger ist wenn die Mails zu uns kommen, dann lassen sie die zu uns kommen. Wir leiten sie dann an Sie weiter, wenn in den Mails eine Auffälligkeit ist...

Dann nehme für jede weitergeleitete Mail einen Pauschale von 500 €. Dann sind Wartungsgebühren von 1000 Euro schon wieder ein Schnapper 😉

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Ich bin jetzt nicht so tief im Thema Support. Aber ich denke man sollte sich am Anfang mal darüber Gedanken machen, welche Services man anbieten möchte.

* Supporthotline bei Problemen mit Office, Mail, Handy, Netzwerk etc.
* Serversupport in Richtung Datensicherung, Ausfallsicherheit, Sicherheitsstand der Server, etc.
 

Ich denke die Frage nach einem Supportvertrag kann man am einfachsten beantworten, wenn du selber mal schaust was du eigentlich machst. Die Begründung eines solchen Vertrags ist recht einfach. Du brauchst Planbarkeit! Natürlich werden Kunden mit einem Supportvertrag auch priorisiert behandelt.  In diesem Vertrag gibst du ja auch SLAs an. Also Behebung der Probleme in Zeit x. Sprich ein Kunde hat ein vertragliches recht auf Hilfe.

Jetzt kostet die Stunde ohne Supportvertrag einfach noch einiges mehr und schon hast du genug Argumente.

 

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vor 4 Stunden schrieb kylt:

Sorry dass ich das mal echt in Frage stelle, aber hast du dich in den 10 Jahren irgendwann einmal auf dem Markt informiert? - Arbeitskreise, Workshops oder Seminare, oder einfach auch nur eine IT Fachmesse wäre doch ideal, um genau solche Dinge mit Leuten zu diskutieren. 

 

Darfst du gerne in Frage stellen, ist aber so.

Wie gesagt, war nie so geplant. Ich habe (nicht zum Spass) fast acht Jahre in eine Ausbildung "investiert", deren Wert sich dann durch politische Veränderungen innert kurzer Zeit quasi pulverisiert hat. Dies hat dazu geführt, dass ich meine Firma (die ja ursprünglich nur dazu da war, meine Ausbildung zu finanzieren) lange Zeit nicht mit dem Gedanken geführt habe, hier ein langfristiges Business aufbauen zu wollen. Wäre es nach Plan gelaufen, wäre die Firma jetzt zu und ich in meinem Wunschjob. Ist es aber leider nicht.

Mit anderen Worten: Mit dem Gedanken diese Firma langfristig zu führen, muss ich mich erst seit ein, zwei Jahren anfreunden. Ist nicht meine erste Wahl.

Ich war seither an ein paar kurzen "Schulungen" von Herstellern bestimmter Produkte. Hatte aber immer den Eindruck, dass es da vor allem darum geht, dem ITler das rhetorische Rüstzeug mitzugeben, damit er dem Kunden erfolgreich die Produkte schmackhaft machen kann. Technisch habe ich da nie viel mitgenommen und die Werbeversprechungen fand ich desöfteren auch eher abenteuerlich.
 

"Arbeitskreise, Workshops und Seminare" kenne ich nicht. Kannst du näher erläutern, in welchem Kontext so etwas stattfindet?

 

Zitat

Ein Forum, wie dieses ist leidlich schlecht dafür geeignet eine Unternehmensstrategie zu diskutieren, geschweige denn zu entwickeln.

 

Verstehe ich.

 

Zitat

Mein Rat wäre zudem neben Fachmessen auch über einen Invest im Bereich der Softskills nachzudenken.

 

Magst du das näher erläutern?

 

Zitat

Forderst du gerade ernsthaft deine Marktbegleiter dazu auf, Ihr (erfolgreiches oder grauenhaftes) Geschäftsmodell mit dir kostenlos  -und für alle anderen auch frei lesbar - zu teilen?!

 

Nicht bis ins letzte Detail.

Aber ja, ich denke, wenn jemand ein faires und transparentes Geschäftsmodell hat, dann sollte er kein Problem damit haben, dessen Grundzüge zu erläutern.
Ich gehe davon aus, die Wettbewerbsfähigkeit und der Wettbewerbsvorteil eines soliden Anbieters liegt darin, das Geschäftsmodell kompetent und effizient umsetzen zu können, nicht darin, ein obfuskiertes Geschäftsmodell zu haben. Ich kann mich natürlich irren.

(Nebenbei gesagt: Ich bin ganz im Süden des Deutschsprachigen Raumes in der Pampa und plane nicht zu expandieren. Ich werde wohl also niemandem hier die Butter vom Brot nehmen... oder auch nur irgend eine Überschneidung des "Einsatzgebietes" haben.)

 

Zitat

Dann nehme für jede weitergeleitete Mail einen Pauschale von 500 €. Dann sind Wartungsgebühren von 1000 Euro schon wieder ein Schnapper 😉

 

Ja, vermutlich muss ich wirklich mehr in diese Richtung überlegen. Ich bin für derartige "Ermutigungen" (natürlich im vernünftigen Rahmen) also durchaus dankbar.
 

Nur brauche ich ein gewisses Gespür dafür, was hier "üblich" ist. Ich will ja nicht "Mutter Theresa" für meine Kunden spielen. Aber sie auch nicht über den Tisch ziehen.

 

vor 4 Stunden schrieb simons:

Ich bin jetzt nicht so tief im Thema Support. Aber ich denke man sollte sich am Anfang mal darüber Gedanken machen, welche Services man anbieten möchte.

* Supporthotline bei Problemen mit Office, Mail, Handy, Netzwerk etc.

Ist Teil des Geschäfts. Verrechne ich nach Zeitaufwand.
Aber hat natürlich sehr schwankendes Arbeitsaufkommen. Mal ruft drei Tage keiner an, mal klingelt an einem Tag das Telefon Rund um die Uhr.

Zudem viele "Kurzanrufe" (Probleme z.T. in unter fünf Minuten gelöst), lohnt sich dann natürlich nur bedingt.

(Grosser Mitbewerber in dem Bereich nimmt eine monatliche Grundgebühr zusätzlich zum effektiven Aufwand. Aber ich denke das geht nur, wenn man dann auch garantieren kann, dass immer jemand innert x Minuten die telefonische Anfrage entgegennimmt. Kann ich natürlich nicht garantieren.)

 

Zitat

* Serversupport in Richtung Datensicherung, Ausfallsicherheit, Sicherheitsstand der Server, etc.
 

Serversupport wie gesagt weniger, da ich davon ausgehe bzw. bereits seit einigen Jahren erlebe dass in meinem Geschäftsbereich (hauptsächlich KMU mit bis zu 10 IT-Arbeitsplätzen) die Server relativ bald aussterben werden (zu Gunsten von Cloud-Lösungen).

Datensicherung und Ausfallsicherheit ist aber natürlich bei Storage (NAS) und auch den Workstations durchaus ein wichtiges Thema.
Aber das wird halt bisher pro Kunde einmal eingerichtet und dann hin und wieder (idR im Rahmen anderer Fragen) kurz auf Funktion geprüft, d.h. das gibt noch keinen konstanten Strom an Einnahmen.
Möglicherweise müsste man da irgendwas machen in Richtung "Wartungsvertrag für wöchentliche Prüfung des BackUp-Systemes"...? Aber eben, in dem Bereich fehlt mir die "Betriebswirtschaftliche Kreativität", deswegen suche ich hier nach Infos, wie andere das handhaben.

 

Zitat

Ich denke die Frage nach einem Supportvertrag kann man am einfachsten beantworten, wenn du selber mal schaust was du eigentlich machst. Die Begründung eines solchen Vertrags ist recht einfach. Du brauchst Planbarkeit!

Danke für diesen Satz. Ja, ich habe wahrscheinlich ein zu "serviles" Mindset. Wenn ich über die Begründbarkeit nachdenke, dann habe ich das Gefühl, dass ich in erster Linie gegenüber dem Kunden begründen muss, wieso ein solcher Vertrag für ihn notwendig ist.

 

Zitat

Natürlich werden Kunden mit einem Supportvertrag auch priorisiert behandelt.  In diesem Vertrag gibst du ja auch SLAs an. Also Behebung der Probleme in Zeit x. Sprich ein Kunde hat ein vertragliches recht auf Hilfe.

Jetzt kostet die Stunde ohne Supportvertrag einfach noch einiges mehr und schon hast du genug Argumente.

 

Ja. Alles Dinge über die ich natürlich schon "nachgedacht" habe. Vermutlich muss ich es einfach mal machen.

 

bearbeitet von peon2t

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vor 4 Stunden schrieb peon2t:

Darfst du gerne in Frage stellen, ist aber so. ... Wäre es nach Plan gelaufen, wäre die Firma jetzt zu  ...

 

Wenn du deine Dienstleistung 10 Jahre mit "Nach mir die Sinnflut" geplant hast, musst du jetzt halt die 'verbrannte Erde' auch selber aushalten, dass hätte dann im "Idealfall" deinen Nachfolger getroffen. 

Ich mag deine Arbeit an sich nicht bewerten, aber nach 10 Jahren im Business habe hohe Erwartungen, wenn man von Ertragssteigerung und Geschäftsprozessoptimierung spricht. Gerade weil du das eben Selbsständig gemacht hast und es gerade für dich wichtig gewesen wäre, dich regelmäßig zu informieren und Kontakte zu knüpfen.

vor 4 Stunden schrieb peon2t:

"Arbeitskreise, Workshops und Seminare" kenne ich nicht. Kannst du näher erläutern, in welchem Kontext so etwas stattfindet?

Du bist der einzige in deinem Landkreis, evtl. gibt es im Nachbarbundesland ja noch so einen Spezialisten. Vielleicht auch Deutschlandweit organisiert ein paar Kollegen. Diese zu finden ist schwierig. Häufig genug aber auf Fachtagungen und Messen anzutreffen. Auch bei Startups und Gründern ist es üblich sich auszutauschen (was dir ja auch Helfen würde), um Geschäftsmodelle aus anderen Branchen auf die eigene Lösung zu Adaptieren. 

Das wichtigste ist aber, man investiert selber Zeit und baut ein Vertrauen auf und hilft sich evtl. mit Ratschlägen. Auf höherer, Ebene sind dies dann Fachtagungen von z.B. der DSAG.

vor 4 Stunden schrieb peon2t:

obfuskiertes Geschäftsmodell

Wie viele IT Prozesse und Modelle, kennst du von großen Anbietern, die auf dem Weltmarkt dokumentiert zur freien Verfügung stehen? - Mit ITIL gibt es eine der wenigen vollständigen Prozessbibliotheken die zur freien Verfügung stehen. 

vor 4 Stunden schrieb peon2t:

Nebenbei gesagt: Ich bin ganz im Süden des Deutschsprachigen Raumes in der Pampa und plane nicht zu expandieren.

Nochmal: Dieses Forum ist öffentlich und weltweit zu lesen. Von daher ist dies nicht nur eine Hilfestellung als Geschäftsmodell für dich, sondern für jeden Leser. Es ist eine Sache zu sagen womit man Geld verdient und eine viel intimere Sache, wie der genaue Geschäftsprozess dahinter aussieht, der bei einem Selbstständigen durch harte Erfahrung auch erst erarbeitet werden muss. 

Von daher finde ich es schon etwas Anmaßend, dies als 'frei Haus' Leistung zu sehen. Es gibt durchaus gute , aber eben kostenpflichtige Beratung für strategische Unternehmensausrichtung.

- Wo wir gerade dabei sind, wir sprechen hier doch von einer One-Hero-CTO-CIO-CFO-Componany, oder?

Dann wird es höchste Zeit drei Schritte zurück zu gehen und nochmal zu überlegen, was dir heute Einnahmen bringt, was du weiterhin machen willst und was du gerne in einem 5 Jahres Plan als Ziele für die Company siehst. 

Fakt ist, dass du sehr wahrscheinlich Kunden verlieren wirst. Wahrscheinlich ist, dass du auch vieles, wie du bisher gearbeitet hast, grundlegend in Frage stellen musst.  Vermutlich wird das auch nicht kurzfristig zu der Kombination mehr Freizeit , bzw. mehr Geld führen. Aber um in diese Richtung zu gehen musst du erst einmal ganz andere Probleme und Fragestellungen Lösen.

Wer in einem Sumpfgebiet lebt kann auch nicht einfach die Fassade neu verklinkern und das Dach neu bedecken, wenn das Fundament am Faulen und Bröckeln ist, da muss erst an der Basis saniert werden. 

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Zitat

Bei der Gelegenheit natürlich noch das BackUp geprüft etc. Da bin ich dann einen Arbeitstag beschäftigt. Aber jetzt sind die wieder "happy" und ich höre vermutlich ein paar Monate nichts.
Was würdet ihr denen jetzt für einen Wartungsvertrag verkaufen?

Bei der Gelegenheit natürlich das Backup geprüft - sowas wäre z. B. was für einen Wartungsvertrag, was natürlich die meisten Kunden nicht verstehen. Ein Backup ist solange lästig und kostet nur Geld bis denn mal der Ernstfall eintritt. Und wenn sich dann herausstellt, dass das Backup nix taugt, ist es zu spät.
Ich bekomme z. B. für jeden Backuptask täglich eine Statusmail, da steht im Betreff dann der Status (Fehler, Abgeschlossen etc.) drin und die Datenmenge die gesichert wurde - auch da kann man auf Auffälligkeiten stoßen, letztens z. B. an einem Tag 18 GB gelöscht, sonst immer xx MB - da kann man dann nachfragen und proaktiv einem Fehlen der Daten entgegenwirken, bevor es dem Kunden auffällt.

Zitat

Zudem viele "Kurzanrufe" (Probleme z.T. in unter fünf Minuten gelöst), lohnt sich dann natürlich nur bedingt.

was heißt "lohnt sich nur bedingt"? Hier darf man a) nicht den Fehler machen, es gar nicht in Rechnung zu stellen, weil es ja "nur" eine Kleinigkeit war und b) sollte man (für beide Seiten faire) Abrechnungseinheiten haben, 10 oder 15 Minuten Takt.
reales Beispiel: ich brauchte letztens selbst Support für eine Einstellung unserer neuen TK-Anlage - Anruf, Teamviewer, Problem in knapp 10 Minuten erledigt, 72€ netto (für 15 Minuten) - im ersten Moment dachte ich mir da "frech, so will ich auch Geld machen", aber nachdem ich dann sofort mit der Telefonanlage weitermachen konnte, muss man es als Kunde mal so sehen: keine Anfahrtskosten, keine oder kurze Wartezeit und wenn das Problem schon vorher per Mail geschildert wird, kann sich der Supportgebende schon vorab in das Thema reindenken und findet relativ flott die Lösung.

Und auch hier wieder die Idee für planbare Einnahmen: normaler Abrechnungssatz im 20 Minuten-Takt oder Grundgebühr für Kunden, die das häufiger in Anspruch nehmen und preislich etwas niedriger, aber besser getakteter Abrechnungssatz - z. B 10 Minuten

Du kannst ja mal eine neue Preisstruktur aufstellen, etwas Werbung und Neukundenakquise machen - wenn die ersten Kunden die neuen Preise und/oder Wartungsverträge annehmen, fällt es sicherlich leichter, es auch den alten Kunden anzubieten, wenn dann ein oder zwei abspringen, ist es halt so.

Gruß

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Du solltest, wie M Kreis schreibt, unbedingt anfangen auch Arbeiten die nur 10 Minuten dauern in Rechnung zu stellen. Was machst Du denn, wenn Du am Tag 20 Supportanfragen à 10 Minuten per Fernwartung hast? Verschenkst Du dann 200 Minuten Deiner Arbeitszeit? Gerade in der IT ist es völlig normal, erbrachte Dienstleistungen auch abzurechnen.

Mit einem neuen Preismodell könntest Du auch Wartungsverträge besser begründen, z. B. in dem eine gewisse Anzahl von Dienstleistungsstunden pro Monat im Wartungsvertrag enthalten ist.

 

 

 

 

 

bearbeitet von hs1

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