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Für viel mehr würdet ihr die 1,5 Std (einfach). Weg in Kauf nehmen?

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vor 8 Stunden schrieb Graustein:

Aha Skoda oder BMW fahren ist jetzt elementar? Oder verstehe ich das falsch?
 

Ja, verstehst du falsch. Alles nach "vs." ist nicht elementar (das wäre der Sprung von 85k auf 170k). Der Sprung von 30k auf 60k ist vor dem "vs.". Habe ich nicht klar genug geschrieben

Und ich habe nie geschrieben das man den negativen Impact der 3h Pendelei bei einem Sprung von 30k zu 60k machen sollte sondern nur das es da deutlich mehr grundlegende Lebensqualität im Vergleich ermöglicht als beim anderen Sprung ... darum ging es ja. Ob es die 3h aufwiegt - hmm, ich persönlich würde es wohl dennoch nicht machen bzw. ziemlich sicher umziehen.

@Liwjatan

Siehe Post an Velocity. Aber kenne auch privat genug Leute, die dieses Konzept fahren .. haben unsere Eltern noch von der Kriegsgeneration geerbt und ist schwer da mal drüber nachzudenken, ob es wirklich in der jetzigen Generation noch notwendig und erfüllend ist.

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vor 13 Stunden schrieb bigvic:

Da ist wieder die Theorie ... ich arbeite jetzt ganz ganz viel um im Alter mal ganz ganz wenig zu arbeiten zu müssen [...] Ich halte von dem Konzept "jetzt leiden und es dann später hoffentlich/vielleicht besser haben" in den allermeisten Fällen nichts.

Nun für mich ist nun einmal eine Putzhilfe, ein Auto oder teuer Essen gehen nix, was mir groß Lebensqualität gibt. Für mich ist Lebensqualität über meine Zeit so frei wie möglich entscheiden zu können. Wer wirklich eine Arbeit hat die unter die Kategorie fällt, "wenn ich dafür kein Geld kriegen würde, würde ich nun nix anderes machen", der hat natürlich Glück.

In der Realität sind in den großen Umfragen gut 80% aufwärts mit ihrem Job grob unzufrieden, sprich leiden eh, damit sie ihre Miete bezahlen können. Der große Batzen sind eben die 8+ Stunden. Klar haut der Arbeitsweg noch oben drauf und nimmt einen Freizeit ist aber wohl meist noch etwas selbstbestimmter quasi "leiden light".

Je nach Stress des Arbeitstages ist man danach eh nicht mehr zu viel zu gebrauchen. Bei den meisten endet es dann eben in irgendeiner Tätigkeit die ein abschalten lässt um den nächsten Tag durchzustehen oder eben selbst auferlegten Verpflichtungen.

Sprich für mich ist die Rechnung da eher leiden bis ins Alter, um danach auch nix zu haben. Gegen ein wenig mehr leiden und ggf. sogar vor den körperlichen Problemen noch ein wenig was vom Leben zu haben, sei es indem man freiwillig schon die Füße hochlegt oder eben Teilzeit arbeitet oder wirklich einen Job annehmen kann, der einen einfach total interessiert, auch wenn das Gehalt unterirdisch ist.

Ja nun leiden, damit man es im Alter besser hat birgt Risiken. Man weiß nicht ob man überhaupt alt wird, wie es einen dann geht etc. pp. Aber viele Optionen hat man eh nicht. Vorsichtshalber jetzt in Rente gehen wird nicht funktionieren und mit Teilzeit gibt es eben keine Wohnung und Couchsurfing bis zur Rente wäre nun auch nicht so mein Plan vom Leben.

Wir reden also eher von 8 Stunden 20 Minuten, von mir aus noch mit Pause grob 9 Stunden leiden, vs. 12 Stunden leiden jetzt und dafür hinten raus Jahre gewinnen. Zumindest für mich wird es finanziell erst interessant, wenn es eine gewisse Freiheit bzw. Lebenszeit bietet, denn für anderes brauch ich kein Geld. Meine Ansprüche und Ausgaben sind mit den letzten Gehaltserhöhungen nicht gestiegen. Sprich eine Verdopplung des Gehalts würde für mich in zwei Optionen münden, nicht mehr so lange in meinem Leben arbeiten oder ab nun nur noch die Hälfte arbeiten.

Für mich bietet also nur ein großer Sprung Lebensqualität. Alles andere sind höhere Zahlen auf dem Kontoauszug, ohne jeden Nutzen. Es müsste genug sein um eigene Lebenszeit zurückzukaufen und zwar über 20 Minuten für eine Putzfrau hinaus, sondern Zeit die ich sonst auf der Arbeit verbringen muss.

bearbeitet von Velicity

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Nun für mich ist nun einmal eine Putzhilfe, ein Auto oder teuer Essen gehen nix, was mir groß Lebensqualität gibt. Für mich ist Lebensqualität über meine Zeit so frei wie möglich entscheiden zu können.


Verstehe ich nicht, eine Putzhilfe gibt dir doch Freiraum / Freizeit. In unserem Falle 2 - 3 Std / Woche.
Von dem beruhigten Gewissen, weil man weiß, dass zu Hause immer alles sauber ist, ganz abgesehen...

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vor 13 Stunden schrieb bigvic:

In der Tat 🥘🍸 😉

So hat jeder sein Lebensmodell und wenn das einen glücklich macht (der eine fürs Eigenheim arbeiten, der andere für schnelle Autos), dann macht man alles richtig.

Glücklich macht das nicht und die Pendelei geht mir mächtig auf den Keks. Aber dort wo das Haus steht, gibt es nunmal kaum Jobs. Also bleibt nur Pendeln oder halt noch bei der Klitsche um die Ecke für 48k und abgegoltenen Überstunden 50h+/Woche zu arbeiten.

Das Eigenheim ist teuer und wir schränken uns dafür ein, ja. Aber wir haben vor 6 Jahren gekauft, da war es noch etwas günstiger. Wir könnten näher an den Job ziehen, wobei das für einen alleine unrealistisch ist, was zu finden was 5 Minuten entfernt ist. Wir sind auch noch zu zweit und arbeiten beide, also bleibt immer eine gewisse Strecke übrig. Dazu kommt, im Umkreis um die Arbeitsstelle meiner Frau (die ist die sicherere derzeit), würden wir für eine 3 Zimmer Wohnung mit 80m² jetzt schon rund 1000€ Kaltmiete bezahlen und bräuchten vermutlich dennoch zwei Autos. Wenn es dann mal Richtung > 100m² geht, wäre schnell mehr an Kaltmiete fällig, als wir an Abschlag bezahlen.

Also wenn ich nicht für das Eigenheim arbeiten gehen würde, würde ich es für die Miete, hätte ne Stunde mehr Freizeit am Tag und trotzdem kein Geld für schnelle Autos ;)

vor einer Stunde schrieb Velicity:

Nun für mich ist nun einmal eine Putzhilfe, ein Auto oder teuer Essen gehen nix, was mir groß Lebensqualität gibt. Für mich ist Lebensqualität über meine Zeit so frei wie möglich entscheiden zu können.

Was machst du denn in der Zeit in der du frei entscheiden kannst?

Vielleicht fehlt mir noch das Zeitintensive Hobby um das zu verstehen, aber ich habe unter der Woche eh kein großes leben, egal ob ich 1h oder 3h am Auto fahren bin.

Die Putzhilfe würde mir schon Lebensqualität geben, allerdings wollen die hier inzwischen 15€ die Stunde, mit meinen Arbeitgeberanteilen oben drauf komme ich auf 17€ die Stunde was ich bezahlen muss, das ist umgerechnet mehr als ich derzeit Netto pro Stunde verdiene. Somit putze ich doch lieber selber.

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vor 37 Minuten schrieb Tiangou:

 Aber dort wo das Haus steht, gibt es nunmal kaum Jobs.

Du setzt das Stück Beton (Haus) in den Mittelpunkt deines Lebens. Kann man machen und das machen auch die gefühlte Mehrheit. Hast du mal hinterfragt warum das der Mittelpunkt deines Lebens ist? Bringt dir das jeden Tag wirkliche Freude? Solche Fragen stelle ich gerne meinen Bekannten die verzweifelt ein Haus suchen und sich seit Jahren über die steigenden Preise aufregen ... :)

Zitat

Die Putzhilfe würde mir schon Lebensqualität geben, allerdings wollen die hier inzwischen 15€ die Stunde, mit meinen Arbeitgeberanteilen oben drauf komme ich auf 17€ die Stunde was ich bezahlen muss, das ist umgerechnet mehr als ich derzeit Netto pro Stunde verdiene. Somit putze ich doch lieber selber.

Mir wäre die Begründung zu schwach nur weil jmd. einen besseren Stundenlohn hat als ich diese Dienstleistung nicht in Anspruch zu nehmen, wenn ich dadurch spürbar Lebensqualität gewinne. Da wäre meine Priorisierung (Kosten/Nutzen-Analyse) etwas komplexer.

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vor einer Stunde schrieb SoL_Psycho:

Verstehe ich nicht, eine Putzhilfe gibt dir doch Freiraum / Freizeit. In unserem Falle 2 - 3 Std / Woche.
Von dem beruhigten Gewissen, weil man weiß, dass zu Hause immer alles sauber ist, ganz abgesehen...

 

Das gilt ggf. für ein Haus, mit Familie ggf. einem Vierbeiner usw. Meine zwei Zimmer Bude, die ich i.d.R. schon bei Zeiten sauber halte benötigt da nicht soviel Zeit. Das ist dann eher eine Sache von 5-10 Minuten die Woche, wo ich quasi im Wechsel saugen oder Staub wischen/durchwischen kann. Der Rest sind dann auch die 5-10 Minuten Aktionen nebenbei, mal 10 Mins früher in die Dusche rein morgens und die Fliesen wischen oder eben die Waschmaschine beladen/ausladen. Ist alles kein Akt bei mir. Ganz davon ab, dass man während dieser Zeit eh Zuhause ist und das alles lockerer ist als Arbeitsatmosphäre und es ist eben frei nach Gusto. Hab ich heute anderes vor, dann mach ich es eben morgen oder heute Abend, ist eben selbstbestimmt. Die Zeit stört mich einfach ansonsten nicht.

vor 43 Minuten schrieb Tiangou:

Was machst du denn in der Zeit in der du frei entscheiden kannst?

Vielleicht fehlt mir noch das Zeitintensive Hobby um das zu verstehen, aber ich habe unter der Woche eh kein großes leben, egal ob ich 1h oder 3h am Auto fahren bin.

Frei entscheiden, damit fängt es an. Es ist eben auch viel was man nicht mehr haben muss, neben dem was man bekommt. Selbstbestimmung bzw. nicht etwas machen, von den man ggf. denkt es ist falsch, weil es dafür Geld gibt ist ein großer Punkt. Daneben bin ich niemand dem die Decke auf den Kopf fällt, wenn ihn kein anderer sagt was er zutun hat. Sei es ein wenig Fitness, mal eine Radtour, Familie besuchen, Gitarre lernen, was aktuell immer nur kurz Aufmerksamkeit im Urlaub (auch wegen Uhrzeit, Nachbarn etc. pp.) genießt. Hobbyprojekte am PC, sei es im Bereich Programmierung oder Grafik, ggf. die Heimautomation ein wenig erweitern, mal was an der Wohnung machen, was hübsches Kochen und ja sicher kommen auch "sinnlose Zeitfresser" dazu, mal ein wenig Musik hören, einen Film oder eine Serie schauen oder was zocken.

Arbeit tut eben auch mental ein wenig erschöpfen. Ich habe kein Problem während der Arbeitszeit auch mal unter Volldampf konzentriert durchzuarbeiten. Aber wenn man das 8-9 Stunden macht hat man nicht so Lust sich Zuhause vor dem Rechner zu setzen und sich ggf. mal ein paar neue Techniken anzuschauen oder noch bis in die Puppen an Hobbyprojekten zu arbeiten. Ergo sind stand jetzt sowas immer Sachen, die ins Wochenende geschoben werden, ein paar Minuten vor der Arbeit Aufmerksamkeit bekommen usw.

Über mehr Zeit würde ich persönlich mich zumindest nicht beklagen und hätte ich genug Zeit für all das, dann würden mir sicher auch noch weitere Sachen einfallen.

bearbeitet von Velicity

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vor 5 Minuten schrieb bigvic:

Du setzt das Stück Beton (Haus) in den Mittelpunkt deines Lebens. Kann man machen und das machen auch die gefühlte Mehrheit. Hast du mal hinterfragt warum das der Mittelpunkt deines Lebens ist? Bringt dir das jeden Tag wirkliche Freude? Solche Fragen stelle ich gerne meinen Bekannten die verzweifelt ein Haus suchen und sich seit Jahren über die steigenden Preise aufregen ... :)

Nein es bringt mir keine Freude, es nervt mich ziemlich. Aber mit Miete wäre das kein Stück besser, bezahlen müsste ich da eben inzwischen genau so viel oder sogar mehr. Dafür gibt es dann noch Mecker wenn die Kehrwoche nicht gemacht, der Rasen wieder fällig ist oder die Hecke zu hoch wächst. Dann darf ich nicht mal das Bad oder den Fußboden nach meinen Wünschen gestalten oder darf mich noch ärgern, weil ich als Mieter im Erdgeschoss einen ordentlichen Batzen für den Fahrstuhl abdrücken muss und darf Wohnungsbesichtigungen über mich ergehen lassen, weil ich in einem Raum permanent den Rollladen unten habe und der Vermieter Angst hat ich würde nicht genug lüften.

Je nach Wohngegend kann man mal 20-30 Besichtigungen mit machen, wenn man eine Wohnung haben möchte, dabei muss man dann bei den Finanzen noch mehr blank ziehen als beim Hauskauf. Vor 10 Jahren wurde ich mal noch gefragt ob ich eine Elternbürgschaft bringen könnte. 

So rosig und unkompliziert ist das Mieten leider auch nicht mehr.

vor 5 Minuten schrieb bigvic:

Mir wäre die Begründung zu schwach nur weil jmd. einen besseren Stundenlohn hat als ich diese Dienstleistung nicht in Anspruch zu nehmen. Da wäre meine Priorisierung (Kosten/Nutzen-Analyse) etwas komplexer.

Für mich schon, vielleicht würde ich das anders sehen, wenn sich das Geld schon stapelt.

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Gast Liwjatan
vor 30 Minuten schrieb bigvic:

Du setzt das Stück Beton (Haus) in den Mittelpunkt deines Lebens. Kann man machen und das machen auch die gefühlte Mehrheit. Hast du mal hinterfragt warum das der Mittelpunkt deines Lebens ist?

Mhh. Beim Hauskauf stellt man "Beton im Mittelpunkt seines Lebens" . So kann man das natürlich sehen. Was stellt man dann eigentlich bei der Miete in den Mittelpunkt seines Lebens? Die Standort Wahl des Arbeitgebers und das abtreten von Vermögen an seinen Vermieter? 🤔 

bearbeitet von Liwjatan

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Du vergisst den Kontext Liwjatan. Der Hauskauf an sich ist nicht das "Problem", sondern wenn man dann sein Leben danach ausrichtet wenn man das vllt. garnicht möchte (siehe Beispiel oben - kann Job X nicht annehmen weil Haus nunmal in Y steht, muss kürzer treten bei Z weil Hypothek zu hoch, etc.). Leider ist das oft der Fall, da es eben eine Rieseninvestition ist die ein lebenlang abbezahlt wird. In D ist eher unüblich das Wohneigentum wie Mietwohnungen zu wechseln - dann würde es vielleicht etwas anders aussehen.

Ein Leben im "pay per use"-Modell (speziell beim Wohnen) ist nunmal flexibler und man kann es recht schnell an aktuelle Lebenslagen und Wünsche anpassen. Aber nicht jeder mag und will diese Flexibilität - manche fühlen sich wohler und sind glücklicher wenn ihr Leben schon bis ans Ende nahezu "durchgeplant" ist. Da gibt es kein richtig oder falsch.

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vor 56 Minuten schrieb bigvic:

Ein Leben im "pay per use"-Modell (speziell beim Wohnen) ist nunmal flexibler und man kann es recht schnell an aktuelle Lebenslagen und Wünsche anpassen. Aber nicht jeder mag und will diese Flexibilität - manche fühlen sich wohler und sind glücklicher wenn ihr Leben schon bis ans Ende nahezu "durchgeplant" ist. Da gibt es kein richtig oder falsch.

Die Flexibilität hatte ich nur als Single. Vielleicht noch mit einer Hausfrau, dann hätte ich aber vermutlich auch Kinder, mit denen ich wieder nicht so flexibel wäre. Somit ist der Job meiner Frau das größere Hindernis beim flexibel sein.

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Gast Liwjatan

@bigvic 

Das Argument der Flexibilität kann ich nachvollziehen, ich würde es aber nicht uneingeschränkt unterschreiben. Als Single noch am ehesten, aber die meisten haben irgendwann einen Lebenspartner und Kinder und würden auch den Wohnort trotz Miete nicht wechseln, weil sie nicht am sozialen oder berufliche Gefüge ihrer Familie rütteln möchten. Wenn du nicht Mieter bei einer Wohnungsbaugesellschaft bist, kommt das permanente Risiko des Eigenbedarfs durch die Vermieter hinzu.

Es ist ja auch nicht so, dass man als Single ständig Umzugsbereit ist. Das kenne ich eigentlich nur von Singles die gerade ihr Studium oder die Ausbildung abgeschlossen haben. Da gibt es gewisse "Wanderjahre" aber auch die meisten davon suchen sich dann eher einen neuen Arbeitgeber in der gleichen Stadt aus, statt für einen Job zum x-ten mal umzuziehen. Ich kenne auch viele, die irgendwann wieder zurück in ihre Heimat gehen weil Familie (muss nicht die eigene Frau oder die eigenen Kinder sein) dann doch irgendwann einen hohen Stellenwert im Leben einnehmen. Viele leben zwar zu Miete, verbringen aber doch viele Jahre oder gar Jahrzehnte in der gleichen Wohnung. "Flexibilität" ist da also mehr oder weniger nur ein "Scheinargument", da man gerade Wohnungen auch sehr leicht vermieten kann und diese obendrauf auch noch recht schnell getilgt sind (eher Richtung 15 Jahre statt 25), wenn man als Single ein gutes Einkommen und einen guten Arbeitgeber hat. 

Bei einem Eigenheim sieht das oft anders aus. Da ist der ROI nicht so hoch wie bei einer vermieteten Wohnung. Verkaufen ist natürlich auch eine Option.

Ich bin da etwas kritisch, denn ich kenne viele Arbeitskollegen von meinem Vater die in jungen Jahren immer meinen Vater kritisiert haben, wie man denn für "Tote Steine" soviel Geld ausgeben kann. Heute im Vorruhestand bereuen sie alle nicht das gleiche getan zu haben, weil sie jeden Cent zweimal umdrehen müssen und die Mieten exorbitant gestiegen sind im Vergleich zu früher.

 

bearbeitet von Liwjatan

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Spannende Diskussion.

Ich bin recht viel unterwegs und meist bei Unternehmen mit 25.000 bis 500.000 Mitarbeitern. Mit ist aufgefallen, dass die Unternehmen mit den geringeren Mitarbeiterzahlen am wenigsten HO anbieten, sich aber am meisten darüber beschweren, niemanden zu finden. Stellen sind lange unbesetzt und oft werden dann Leute aus Not angestellt, die - sagen wir das mal vorsichtig - nicht unbedingt hundertprozentig auf die Position passen.

Anderes Beispiel: Mein neuer Peer bei einem Kunden ist 500 Km vom Arbeitsort entfernt und fährt/fliegt auf Firmenkosten 2x im Jahr inkl. Hotelübernachtung zur Betriebsversammlung und Weihnachtsfeier. Beides ist freiwillig. Wenn er selbst Lust hat, in die Firmenkantine zu gehen, bekommt er seinen Aufwand durch Reisekosten bezahlt. Fahrzeit ist Arbeitszeit.

Ratet mal wie schnell diese Stelle besetzt war.

Es geht in kaum einer Branche besser, als in der IT. Wir erfinden die Möglichkeiten, um von einem beliebigen Punkt der Welt aus die Arbeit zu verrichten, nutzen sie aber nicht. Schizophren ist das.

Aber bald werden es auch die letzten Unternehmen verstanden haben, dass die guten Leute nicht alle im Dunstkreis von 5 Km um das Firmengebäude herum wohnen, dass Mitarbeiter nicht alle ungebunden sind, sondern Partner und Familien haben und einen Lebensmittelpunkt, der sich nicht volatil nach dem Firmensitz richtet.

Ein bisschen frei nach Max Planck: "Eine neue Erkenntnis pflegt sich nicht in der Weise durchzusetzen, dass ihre Gegner überzeugt werden und sich als belehrt erklären, sondern vielmehr dadurch, dass die Gegner allmählich aussterben und dass die heranwachsende Generation von vornherein mit der Wahrheit vertraut gemacht ist"

Meine Meinung: dauert nicht mehr lang.

bearbeitet von Kwaiken

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Jupp .. meine neuen Peers sitzen >10.000km entfernt und da gibt es auch keine Personalprobleme. Und inzwischen kann jeder englisch. Also wenn Lokalität keine Rolle (mehr) spielt dann ergeben sich da in der Tat komplett neue Möglichkeiten bzgl flexibler Wahl für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

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vor 10 Stunden schrieb Kwaiken:

Meine Meinung: dauert nicht mehr lang.

Na hoffentlich. Ich im Moment sehr geschockt wie wenige Firmen Homeoffice anbieten. Mal im Notfall scheint bei vielen zu gehen. Dauerhafte Tage sind deutlich seltener und mehr als einen Tag die Woche ist wohl unmöglich.

Da war ich auf einem Vorstellungsgespräch, die Firma bietet laut Ausschreibung Vertrauensarbeitszeit und Homeoffice, an anderer Stelle auf der Webseite steht noch groß wir bieten mobiles Arbeiten. Fand ich gut, vor allem da der Konzern an dem Standort nahe der Innenstadt keine Parkplätze hat. War das erste Gespräch und ich habe dazu nicht weiter gefragt. Auf dem Weg zum Ausgang versucht mir die Personalerin noch was zu der Stelle zu erzählen und erwähnt dabei das man als Architekt kein Homeoffice machen darf und die Anwesenheit ab 8 Uhr erwünscht ist, hätte der Abteilungsleiter so vorgegeben. :unsure:

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Na hoffentlich. Ich im Moment sehr geschockt wie wenige Firmen Homeoffice anbieten. Mal im Notfall scheint bei vielen zu gehen. Dauerhafte Tage sind deutlich seltener und mehr als einen Tag die Woche ist wohl unmöglich.


Also bei uns ist 1 Tag Standard, 2 Tage in Abstimmung möglich. Mobiles Arbeiten heißt es bei uns.
Somit ist man nicht auf das Arbeitszimmer beschränkt, sondern nur auf Internetverfügbarkeit. Sprich: Im Sommer vom See mit Hotspot des Firmenhandys arbeiten ist kein Problem.

Luxus!

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vor 12 Stunden schrieb Kwaiken:

Ich bin recht viel unterwegs und meist bei Unternehmen mit 25.000 bis 500.000 Mitarbeitern. Mit ist aufgefallen, dass die Unternehmen mit den geringeren Mitarbeiterzahlen am wenigsten HO anbieten, sich aber am meisten darüber beschweren, niemanden zu finden [...]

Stimmt schon, wobei das sicherlich auch mit Kosten und Machbarkeit verbunden ist. Bei uns kam das Thema schon einige Male auf. Ich persönlich hätte zwar Zuhause ein Arbeitsplatz, der bei weitem besser eingerichtet ist, als der in der Firma, das ist aber nicht bei allen so. Und wenn man schon nicht das Geld ausgeben möchte/kann um die Arbeitsplätze in der Firma ordentlich auszustatten, dann gestaltet sich das mit zusätzliche Homeoffice Arbeitsplätzen umso schwerer. Davon ab, dass die meisten eh in 1-2 Zimmer Wohnungen wohnen, ggf. kein Platz hätten und eine Lösung die auch im Bezug auf Datenschutz vernünftig wäre, wie ein abschließbares Arbeitszimmer bei über 90% nicht möglich wäre.

Daneben ist es wohl meist die Angst, dass die Leute nicht arbeiten bzw. man die Arbeitszeit nicht kontrollieren kann. Telefon stelle ich mir auch schwer vor, wobei ich nicht weiß in wie weit sowas heutzutage mit Anbietern wie Sipgate und co. möglich ist bzgl. mit Firmennummer raus telefonieren, an Kollegen weiterleiten, unabhängig ob sie gerade im Büro oder Homeoffice sind usw. Und natürlich die klassischen Absprachen die sonst im Besprechungsraum stattfinden. Klar geht sowas auch alles Digital, ist aber erstmal eine Umstellung. Und ggf. kommen bei dem ein oder anderen eben private Ablenkungen dazu in Form von Familie, die ggf. kein Verständnis dafür hat, dass man quasi auf der Arbeit ist, da man physisch eben anwesend ist.

Würde mir zwar selbst Homeoffice durchaus wünschen, kann aber gut verstehen, dass sich mein Arbeitgeber von dem Konzept überfordert fühlt. Lässt sich für größere Unternehmen sicherlich wesentlich leichter umsetzen. Oft wird wahrscheinlich auch gar nicht so sehr geschaut auf das größere Angebot an Arbeitnehmern, das man dadurch hat, sondern auf die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Mitarbeiter und die Frage ist ob so eine Investition sich auszahlt bzw. der Mitarbeiter dadurch quasi fast 200% leisten kann, was wohl eher nicht der Fall ist, ergo wird es wohl als reiner Verlust interpretiert.

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Hier oder hier noch eine  kurze allgemeine Zusammenfassung der Vor- und Nachteile von HO für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Ich persönliche beobachte der Trend geht eher weg davon und hat sich jetzt "normalisiert" nach dem Hype der letzten Jahre.
Gerade in der Entwicklung wo immer mehr die neuen "agilen Konzepte" angewandt werden, wird HO als stark hinderlich angesehen und die Entwickler/Trainer von solchen Teams die das ernsthaft und sinnvoll betreiben die ich kenne sagen, es muss das ganze Team in einem Raum bzw. Büro zusammen sitzen - am besten jeden Tag.

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Gast Liwjatan

Hab oft eher das Gefühl, dass die Entscheidungen in Unternehmen von für- oder gegen Home Office oft weder auf Erfahrungen noch auf rationales abwägen beruht. Eher habe ich den Eindruck, dass viele Führungskräfte eigentlich IT-Quereinsteiger sind und mit ihrem, beispielsweise Maschinenbau Diplom Hintegrund, die IT wie eine klassische Produktion führen wollen. Die Kern-Maxime für eine kategorische Ablehnung von Home Office: Wer nicht am Band steht, leistet auch nichts ^^ ...

bearbeitet von Liwjatan

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vor 4 Stunden schrieb bigvic:

Gerade in der Entwicklung wo immer mehr die neuen "agilen Konzepte" angewandt werden...

Ich bin mittlerweile kein Freund mehr von dem Schlagwort "agile". Und die Entwickler rollen öfter und öfter mit den Augen, wenn mal wieder ein Scrum-Master um die Ecke kommt und die Steh-Meetings als IT-Heilsbringer einführen will.

Hier ist z. B. ein netter Artikel zu dem Thema. Kann ich inhaltlich zustimmen. 

vor 4 Stunden schrieb bigvic:

... sagen, es muss das ganze Team in einem Raum bzw. Büro zusammen sitzen ...

Das höre ich auch manchmal. Aber ...

Auch große Projekte mit mehr als 50 teilnehmenden Mitarbeitern sind problemlos remote machbar. Been there, done that. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass sie sogar besser (!) remote machbar sind (solange keine Hardware im Spiel ist, die zusammengebaut werden muss). Man hat Zugriff auf die schlausten Köpfe weltweit und nicht nur die Köpfe im Umkreis von 10 Km und es kann deutlich konzentrierter gearbeitet werden, wenn nicht alle im selben Großraumbüro sitzen. Für die Bedingungen ist der Arbeitgeber verantwortlich!

Problem hierbei ist jedoch: Es darf im Team keine Mitarbeiter geben, die diese Freiheit ausnutzen. Sobald auch nur ein paar Mitarbeiter HO als bezahlte Urlaubsverlängerung sehen, geht das schief. Und wenn ich die Projektleiter, die plötzlich Verfechter von Präsenzarbeit sind, frage warum das so ist, kommt genau diese Antwort: Zu wenig Kontrolle über die Mitarbeiter. Und wenn man nachhakt, so liegt es entweder am Projektleiter, der unbedingt mikromanagen will oder an dem ein oder anderen MA, der im HO einfach Däumchen dreht. 

Wenn Du einen PL hast, der z. B. nach Management by Exception arbeitet und die MA nicht an der Zeit, sondern an dem Ergebnis misst und die MA sich selbst organisieren können, dann hast Du keine Probleme. Weder mit Agile, noch mit PRINCE2 oder sonst einer Methode. 

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vor 1 Stunde schrieb TooMuchCoffeeMan:

Laut meiner XING Kontaktliste sind heutzutage doch so ziemlich alle Angestellten "Manager" :lol:

Das liegt an den dämlichen Karrierepfaden bei den Unternehmen. 

Der Steinzeit-Karrierepfad lief vom Angestellten bis zum Geschäftsführer; für Fach- und Führungskräfte. Irgendwann hat man gemerkt, dass wenn alle irgendwann "Manager" mit Führungsverantwortung in der Linie sind, es niemanden mehr gibt, der die Arbeit macht. 

Daher wurde ein neuer Karrierepfad für Fachkräfte zusammengezimmert und um Gleichwertigkeit zu suggerieren den einzelnen Stationen ebenfalls "Manager" in den Titel gemeißelt. Jetzt sind halt alle Manager. 

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vor 7 Minuten schrieb Kwaiken:

Das liegt an den dämlichen Karrierepfaden bei den Unternehmen.

Am albernsten finde ich das noch bei Consulting Sparten der Big4. Da wird man in der Regel nach 5 Jahren Manager und arbeitet dann kaum noch fachlich. Gerade in Bereichen wie IT Security hat man sich bis dahin Wissen angeeignet, das auf Projekten eigentlich unersetzlich wäre. Man arbeitet aber leider nicht mehr operativ. Hier fehlt die von dir angesprochene Fachkarriere schlichtweg.

Hinzu kommt noch, dass die Manager bei den Big4 teilweise keine disziplinarische Führungsverantwortung haben und damit genau genommen nicht einmal Führungskräfte sind.  Dadurch wird die Bedeutung des Titels weiter aufgeweicht.

vor 7 Minuten schrieb Kwaiken:

Jetzt sind halt alle Manager. 

Daher kann ich Leute mit Manager im Titel leider kaum noch ernst nehmen. Mir wurde erst letzte Woche ein Jobangebot zugesandt, bei dem man einfach ein "Manager" an meinen derzeitigen Titel dran gehängt hat. Der Aufgabenbereich ist laut Beschreibung der gleiche. Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte, dass die Bezahlung ebenfalls vergleichbar ist. Da fängt es dann an absurd zu werden.

bearbeitet von TooMuchCoffeeMan

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vor 3 Minuten schrieb TooMuchCoffeeMan:

Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und behaupte, dass die Bezahlung ebenfalls vergleichbar ist.

Du kannst ja mal folgendes ausprobieren, wenn Du das nächste Mal in einem VG bist, wo dein Gesprächspartner groß was von gleichwertiger Fach- und Führungskarriere erzählt: Frag ihn, wo er sich auf dem Karrierechart in der Linie befindet. Und anschließend fragst Du, wo sich in dem Fachpfad der Block befindet, der im gleichen Gehaltsband liegt und wie viele Leute ihn bekleiden. Dann hat es sich mit der Gleichwertigkeit nämlich schnell erledigt.

Ich hatte bis jetzt zwei Positionen gesehen, wo das nicht der Fall war. Bei einer ging es um eine Principal-Position, die höher dotiert war, als die des einstellenden Managers. 

Das Problem ist, dass man bei Fachkräften grundsätzlich folgenden Aufbau hat (Jahre in Klammern als Beispiel): Junior (0-2), Consultant (2-5), Senior (5-8), Principal (8+). Das war's und genügt theoretisch. Das reicht aber nicht, um einen Mitarbeiter 20 Jahre lang ans Unternehmen zu binden. Und vor allem nicht, wenn die Linienkarriere locker das dreifache an Stationen bietet. Daher bohrt man hier auf. 

Mittlerweile beziehe ich das "managing" einfach auf das Managen komplexer Projekte, Architekturen und Kunden und nicht mehr auf das Managen von Menschen. Das wird dann auch im Kopf nachvollziehbarer.

 

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