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IHK-Prüfer werden


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Hallo, 

ich bin in naher Zukunft mit meiner Ausbildung fertig und spiele schon seit einiger Zeit mit dem Gedanken mich als IHK-Prüfer(Arbeitnehmervertreter) „zu versuchen“. Hierzu hab ich leider noch einige Fragen und da es hier einige Prüfer gibt, hab ich dir Hoffnung, dass mir hier jemand helfen kann. 
 

1. Welche Anforderungen gibt es an IHK-Prüfer? 
ich habe bisher gehört dass ein Ausbilderschein in der Regel reicht, auf manchen Internetseiten hab ich gelesen, dass viel Erfahrung benötigt wird. Nun frag ich mich wie das in der Praxis gehandhabt wird. :) 

 

2. Als Prüfer vergleich man ja auch die Abschlussdokumentationen. Macht man diese Arbeit in seiner Privatzeit? Entscheidet man selbst über die Anzahl der Dokumentationen? Oder bekommt man die vorgegeben? Wie sieht das aus mit der Vergütung? Ich weiß, dass es eine Aufwandsentschädigung gibt aber nicht wie genau das berechnet wird? Geht das nach Stunde? Nach Prüfling? Nach Dokumentation? 
 

3. Muss man als Prüfer wirklich zu jedem Thema auf den aktuellen Stand sein? 
Natürlich benötigt man ein breites Wissen, jedoch bin ich der Meinung, dass man nicht in allen Bereichen in der IT ein Spezialist sein kann. Und ohne jemanden zu nahe treten zu wollen denke ich auch nicht, dass jeder Prüfer auf dem fachlich höchsten Niveau ist. 
 

Vorab: ich weiß, „frisch mit der Ausbildung fertig und will gleich auf der andern Seite sitzen“. Das sieht immer sehr naiv aus. Aber ich sehe das mehr als Ziel was ich irgendwann mal gerne nebenbei machen möchte um auch einfach immer auf den aktuellsten Stand zu bleiben. Ob ich das nun in 2 oder 5 Jahren schaffe ist ein anderes Thema. Früh übt sich ja bekannterweise. 


Ich freu mich auf eure Antworten!

 

Viele Grüße.

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Das ist wohl wieder stark von den einzelnen IHKen abhängig, aber ich kann dir mal meine Erfahrung schildern.

vor 8 Stunden schrieb Nienmaii:

1. Welche Anforderungen gibt es an IHK-Prüfer? 

ich habe bisher gehört dass ein Ausbilderschein in der Regel reicht, auf manchen Internetseiten hab ich gelesen, dass viel Erfahrung benötigt wird. Nun frag ich mich wie das in der Praxis gehandhabt wird. :)

Es ist meist der Abschluss nötig, den du als Prüfer selbst vergibst, also z.B. Fachinformatiker Anwendungsentwicklung. Es ist aber auch möglich, mit einem abgeschlossenen Studium der Informatik Prüfer zu werden. Du musst dich einfach mit der Materie des Berufs auskennen. "Erfahrung" ist nicht unbedingt nötig. Ich kenne Prüfer, die direkt nach ihrer Ausbildung angefangen haben. Ein AdA-Schein dürfte daher auch keine Voraussetzung sein.

Aber bitte halte dich immer an deine IHK und frag die Voraussetzungen konkret nach.

vor 8 Stunden schrieb Nienmaii:

2. Als Prüfer vergleich man ja auch die Abschlussdokumentationen. Macht man diese Arbeit in seiner Privatzeit? Entscheidet man selbst über die Anzahl der Dokumentationen? Oder bekommt man die vorgegeben? Wie sieht das aus mit der Vergütung? Ich weiß, dass es eine Aufwandsentschädigung gibt aber nicht wie genau das berechnet wird? Geht das nach Stunde? Nach Prüfling? Nach Dokumentation?

Das Prüferamt ist ein Ehrenamt. Du machst alles in deiner privaten Zeit! Außer du hast ein nettes Unternehmen, das dich für die Prüfungstage freistellt. Für die Korrekturen der Dokus, Genehmigung der Anträge usw. wird das aber eher nicht passieren. Die liest du zuhause.

Die Anzahl der Dokus richtet sich nach deinem Ausschuss. Bei uns wird einfach gleichverteilt vom Vorsitzenden. Du kannst zu Beginn aber sicher darum bitten, erstmal weniger Dokus zu lesen.

Eine "Vergütung" bekommst du nicht (siehe Ehrenamt), sondern nur eine Aufwandsentschädigung für gefahrene Kilometer, ausgedruckte Dokus, genehmigte Anträge usw. Du sollst keine Kosten haben, aber auch nichts verdienen. Insb. bekommst du keinerlei Vergütung für gearbeitete Stunden!

vor 8 Stunden schrieb Nienmaii:

3. Muss man als Prüfer wirklich zu jedem Thema auf den aktuellen Stand sein? 
Natürlich benötigt man ein breites Wissen, jedoch bin ich der Meinung, dass man nicht in allen Bereichen in der IT ein Spezialist sein kann. Und ohne jemanden zu nahe treten zu wollen denke ich auch nicht, dass jeder Prüfer auf dem fachlich höchsten Niveau ist.

Nein, das kannst du nicht. Du musst eher in der Breite aufgestellt sein und hast dann deine eigenen Schwerpunkte, die du in der Tiefe beherrschst. Der Ausschuss besteht nicht umsonst aus mind. 3 Mitgliedern. Da ist die Chance hoch, dass irgendjemand sich gut mit dem jeweiligen Thema auskennt. Du solltest aber schon grundsätzlich viele Bereiche des Berufs kennen und auch bewerten können, ob die Lösungen der Prüflinge sinnvoll sind oder nicht. Im Zweifel liest du das nach! Du kannst nicht erwarten, dass man sich als Prüfer nicht fortbilden muss. Insb. die rechtliche Situation der Prüfungen wirst du dir aneignen müssen. Es steckt schon ein initialer Lernaufwand für dich dahinter!

vor 8 Stunden schrieb Nienmaii:

Vorab: ich weiß, „frisch mit der Ausbildung fertig und will gleich auf der andern Seite sitzen“. Das sieht immer sehr naiv aus. Aber ich sehe das mehr als Ziel was ich irgendwann mal gerne nebenbei machen möchte um auch einfach immer auf den aktuellsten Stand zu bleiben. Ob ich das nun in 2 oder 5 Jahren schaffe ist ein anderes Thema. Früh übt sich ja bekannterweise.

Finde ich gut! Junge Nachwuchsprüfer stellen meist ganz andere Fragen als die "alten Hasen" und sind oft auch in den modernen Technologien unterwegs. Das bereichert sicherlich einen Ausschuss.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

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  1. Als Eignung wird bei uns im Regelfall anerkannt, sobald man wahlweise dieselbe Ausbildung absolviert hat, die man prüfen möchte, oder ein artverwandtes Studium, inkl. Berufserfahrung, vorweisen kann. Ein Benefit ist der weiter vorne genannte Ausbilderschein, was ich nur logisch finde. Somit kannst Du zeigen, dass Du bereits im eigenen Betrieb mit dem Thema vertraut bist.
     
  2. Wann Du die Prüfungen absolvierst, Dokus liest, usw. hängt in erster Linie von Deinem Betrieb ab. Es gibt Betriebe, die Dich für alles genannte bezahlen, also das als Arbeitszeit werten. Das ist der Idealfall, jedoch selten. Dann gibt es welche, die Dich gar nicht unterstützen, wodurch Du alles während Deiner Freizeit, Urlaub, Unbezahlt, etc. absolvieren musst. Das ist der Worst Case und kaum zu stemmen. Das macht folgerichtig auch so gut wie keiner. Oder auch alles dazwischen. Da gibt es keine einheitliche Regelung, das ist Verhandlungssache und musst Du mit Deinem Betrieb klären.

    Die Vergütung wird gerne von Prüfern und IHK klein geredet, aber so wenig ist das nicht. Da kommen schnell einige hundert Euro je Prüfungsintervall zusammen und da hier Brutto=Netto gilt, ist das ein relevantes Zubrot. Wenn Du viele Prüflinge absolvierst, kann es sogar vierstellig werden. Das kann den einen oder anderen Tag Freizeit wieder gut machen, vor allem wenn Du als Arbeitnehmer noch keine 100k Jahresbrutto verdienst. Je nach Tätigkeit gibt es unterschiedliche Pauschalen (für je eine Doku, je Stunde, usw.), anhand derer wird das berechnet.
     
  3. Nein, Du musst nicht alles wissen und man wächst mit seinen Aufgaben. Das gilt für Azubis genau wie Prüfer.

    Allerdings solltest Du schon einiges an Erfahrung und Wissen mitbringen, weshalb ich nicht empfehlen würde, direkt nach der Ausbildung Prüfer zu werden, auch wenn man Dich lassen würde. Alleine, weil der Background und das Niveau der Prüflinge so schwankend ist. Da ist von Leuten, die gerade einmal wissen was eine Klasse ist, bis hin zu welchen, die detaillierte Kenntnisse über die Informatik-Theorie dahinter besitzen alles dabei. Von der Desktop- über die Web- bis hin zur Spieleentwicklung, von kleinen bis großen Betrieben, etc.. Da solltest Du mindestens mithalten können und im Idealfall mehr wissen.

    Natürlich kannst Du Dich als Prüfer im Zweifel auf die Basics der Ausbildung zurückziehen und die Leute dazu etwas fragen, aber das wird den Azubis nicht gerecht, weshalb ich empfehlen würde, erst einige Jahre im Beruf gewesen zu sein und die eine oder andere Fortbildung absolviert zu haben, bevor Du Dich als Prüfer versuchst. Du hast hier eine Pflicht und Verantwortung gegenüber dem Azubi, für den es um sehr viel geht. Das zu verhunzen, weil Du Deine eigene Expertise überschätzt, wäre für den Betroffenen bitter.
Bearbeitet von Errraddicator
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Falls der Ausbilderschein nötig sein sollte, kann man den auch schon in der Ausbildung machen. Mach ich aktuell auch so. Abschlussprüfung FIA April/Juni und Ausbildereignungsprüfung Anfang Februar. Eventuell ist das von der IHK abhängig, aber als ich mich für die Prüfung angemeldet hab, gab es keine Zulassungsvoraussetzungen bei unserer IHK.

Bearbeitet von Melly_
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  • 2 Wochen später...

Nur mal so als kleine Info, vielleicht hilft es ja weiter:

Ich habe mich ebenfalls als Prüfer bei "meiner" IHK beworben... Ein paar Tage nach der Bewerbung erhielt ich einen Anruf von den zuständigen IHK-Mitarbeiter. Dieser hat mich dann kurzerhand in meinem Betrieb besucht, hat mir ein paar Fragen gestellt und wir haben uns ein bisschen ausgetauscht..... Und zack, nun bin ich IHK-Prüfer.

Ich habe keinen Ausbilderschein und als Anwendungsentwickler knapp 5 Jahre Berufserfahrung vorzuweisen. 
Der Ablauf bis zur Ernennung war in meinem Fall also sehr schlank und kurz, ohne viel Bürokratie. 

Lag wahrscheinlich auch am Prüfermangel in meiner Region....

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