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Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit

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Hey. :)

 

Eine Firma hat mir im zweiten Vorstellungsgespräch mitgeteilt dass ich mich hier zwischen Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit entscheiden muss.

 

Bei der Gleitzeit gibt es „nur“ 28 Tage Urlaub. Sonst 30.

 

Wie sind eure Erfahrungen damit?

In der Theorie ist die Vertrauensarbeitszeit ja die bessere Gleitzeit. Dennoch besteht die Gefahr zu viel zu Arbeiten.

 

Bin über eure Meinungen gespannt. :)

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Das Thema hatten wir hier schonmal. Benutz doch mal die SuFu. Ansonsten: Heißt Vertrauensarbeitszeit hat auch Gleitzeit. Haben beide die beiden Kernarbeitszeiten? Kannst du bei einer (oder beiden) Urlaub auf Überstunden nehmen?

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Moin,

wie immer kommt es darauf an, wie das ganze gehandhabt wird. Vertrauensarbeitszeit dient leider meiner Erfahrung nach oft dazu, die Mitarbeiter einfach mehr arbeiten zu lassen als vereinbart, sich aber Überstundenaufschläge oder Freizeitausgleich zu sparen. Ist ja schön, wenn es keine Vorgaben gibt, wann man kommt und geht, und die Stunden nicht aufschreiben muss, aber in der Praxis kann man oft eben nicht einfach früher Feierabend machen, weil man die letzten Tage mehr gearbeitet hat.  Weil man gerade beim Kunden ist, weil man sonst die Termine reißt, weil man Kollegen nicht alleine mit dem Berg Arbeit alleine lassen will. Warum auch immer.

Es gibt, wie ich im Forum gesehen habe, natürlich auch andere Firmen, wo das gut funktioniert. Aber sämtlicher Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis sind alle nicht besonders positiv. Man ist unterbesetzt, die Arbeit muß aber fertig werden, wie schön, daß man da keine Stunden aufschreiben muß. Und letztlich kann man sich nicht mal über die hohe Belastung beschweren, denn schließlich hat dir dein Arbeitgeber ja gesagt, daß du für deine Arbeitszeit zuständig bist.

Ich sehe aber ehrlich gesagt die Vertrauensarbeitszeit sehr kritisch. Wenn ich lese, daß man mehr Urlaub bekommt, wenn man die Vertrauensarbeitszeit wählt, dann geht der Arbeitgeber meiner Meinung nach davon aus, daß du mit Vertrauensarbeitszeit mehr arbeitest als in Gleitzeit. Oder meinst du, daß der Arbeitgeber dir was schenken will? Das könnte er bei Gleitzeit ja auch...

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Auf die schnelle habe ich das Thema hier mal gefunden:

Ich persönlich würde nicht noch einmal einen Vertrag mit Vertrauensarbeitszeit unterschreiben. Die meisten AG nutzen das leider definitiv zum negativen aus und ich habe auch nur schlechte Erfahrungen damit gemacht. Ich will ein Gleitzeitkonto bei dem ich jede Stunde die ich arbeite auch aufschreiben, ausbezahlen oder abfeiern kann und auch mal nen ganzen Tag frei machen kann wenn ich genug stunden habe. Vertrauensarbeitszeit ist mir für beide Seiten einfach zu undurchsichtig, ich bin absolut kein Freund davon.

Bearbeitet von Albi

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Hier sollte man immer mal ein Blick auf die deutsche Umsetzung dieses EuGH-Urteils werfen:

https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/pflicht-zur-umfassenden-arbeitszeiterfassung_76_484268.html

Danach kann man nämlich jegliche Vertrauensarbeitszeitmodelle in die Tonne befördern.

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vor einer Stunde schrieb 0x00:

Das Thema hatten wir hier schonmal. Benutz doch mal die SuFu. Ansonsten: Heißt Vertrauensarbeitszeit hat auch Gleitzeit. Haben beide die beiden Kernarbeitszeiten? Kannst du bei einer (oder beiden) Urlaub auf Überstunden nehmen?

Sorry. Hab kurz am Handy geschaut und mein Internet war so langsam. Deswegen schnell die Frage. Hab aber noch mal geschaut gerade und einiges gefunden. 👍

Das wäre eine Frage die ich noch stellen müsste. Da hab ich im Vorstellungsgespräch nicht dran gedacht und mir liegt noch kein Vertragsentwurf vor.

vor einer Stunde schrieb count71:

Moin,

wie immer kommt es darauf an, wie das ganze gehandhabt wird. Vertrauensarbeitszeit dient leider meiner Erfahrung nach oft dazu, die Mitarbeiter einfach mehr arbeiten zu lassen als vereinbart, sich aber Überstundenaufschläge oder Freizeitausgleich zu sparen. Ist ja schön, wenn es keine Vorgaben gibt, wann man kommt und geht, und die Stunden nicht aufschreiben muss, aber in der Praxis kann man oft eben nicht einfach früher Feierabend machen, weil man die letzten Tage mehr gearbeitet hat.  Weil man gerade beim Kunden ist, weil man sonst die Termine reißt, weil man Kollegen nicht alleine mit dem Berg Arbeit alleine lassen will. Warum auch immer.

Es gibt, wie ich im Forum gesehen habe, natürlich auch andere Firmen, wo das gut funktioniert. Aber sämtlicher Erfahrungen aus meinem Bekanntenkreis sind alle nicht besonders positiv. Man ist unterbesetzt, die Arbeit muß aber fertig werden, wie schön, daß man da keine Stunden aufschreiben muß. Und letztlich kann man sich nicht mal über die hohe Belastung beschweren, denn schließlich hat dir dein Arbeitgeber ja gesagt, daß du für deine Arbeitszeit zuständig bist.

Ich sehe aber ehrlich gesagt die Vertrauensarbeitszeit sehr kritisch. Wenn ich lese, daß man mehr Urlaub bekommt, wenn man die Vertrauensarbeitszeit wählt, dann geht der Arbeitgeber meiner Meinung nach davon aus, daß du mit Vertrauensarbeitszeit mehr arbeitest als in Gleitzeit. Oder meinst du, daß der Arbeitgeber dir was schenken will? Das könnte er bei Gleitzeit ja auch...

Danke für deine Einschätzung!

vor 17 Minuten schrieb Albi:

Auf die schnelle habe ich das Thema hier mal gefunden:

Ich persönlich würde nicht noch einmal einen Vertrag mit Vertrauensarbeitszeit unterschreiben. Die meisten AG nutzen das leider definitiv zum negativen aus und ich habe auch nur schlechte Erfahrungen damit gemacht. Ich will ein Gleitzeitkonto bei dem ich jede Stunde die ich arbeite auch aufschreiben, ausbezahlen oder abfeiern kann und auch mal nen ganzen Tag frei machen kann wenn ich genug stunden habe. Vertrauensarbeitszeit ist mir für beide Seiten einfach zu undurchsichtig, ich bin absolut kein Freund davon.

Auch an dich danke! :)

vor 10 Minuten schrieb Chief Wiggum:

Hier sollte man immer mal ein Blick auf die deutsche Umsetzung dieses EuGH-Urteils werfen:

https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/pflicht-zur-umfassenden-arbeitszeiterfassung_76_484268.html

Danach kann man nämlich jegliche Vertrauensarbeitszeitmodelle in die Tonne befördern.

Stimmt, da war ja was seit diesem Jahr mit der Arbeitszeiterfassung.

Gerade eben schrieb PVoss:

Dass die Vertrauensarbeitszeit zusätzliche Urlaubstage bringt zeigt ja schon, wie dort die Erwartungshaltung hinsichtlich überstunden aussieht.

Ich würde klar die Gleitzeit nehmen.

Danke für die ganzen Einschätzungen.

Ich dachte mir schon, dass das nur in der Theorie gut ist und eher selten in der Praxis.
Für mich sind die flexiblen Arbeitszeiten "leider" erst sehr neu. Bin immer noch an feste Arbeitszeiten gebunden.
Aber ich werd mich wohl auf jeden Fall für die Gleitzeit entscheiden.

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vor 23 Minuten schrieb DerHarte:

Ich dachte mir schon, dass das nur in der Theorie gut ist ...

Auch wenn ich hier wohl der Einzige bin, so möchte ich mal eine Lanze für die Vertrauensarbeitszeit brechen. Sie kann funktionieren und einen erheblichen Teil zur Arbeitszufriedenheit leisten. Dafür muss der AG die Rahmenbedingungen (!) schaffen und der Mitarbeiter mit der Freiheit umgehen können. Die Freiheit, sich mal zwischendurch um die Kinder zu kümmern, ins Studio zu gehen, oder auch mal länger Pause zu machen und dann am Abend, wenn es ruhiger ist, noch ein, zwei Stündchen zu arbeiten ist unglaublich viel wert. Hätte ich damals auch nicht gedacht.

Aber: Sich Vertrauensarbeitszeit auf die Fahne schreiben, aber dann tägliche KickOffs um 8:30 Uh rund JourFixes um 18:00 Uhr anberaumen geht genauso wenig wie die Leistung auf 20% runterfahren und 32h/Woche als Freizeit nutzen.

Wie ich hier oft gesagt habe bin ich Fan von dem Modell "Do your f* Job!". Solange sich niemand beschwert, ist mir egal, was und wann Du machst. Meine Firma versucht mittlerweile noch einen Schritt weiter zu gehen und überlässt dem MA die Wahl von wo er arbeitet. Mal sehen, wie das klappt.

Bearbeitet von Kwaiken

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vor 14 Minuten schrieb Kwaiken:

Die Freiheit, sich mal zwischendurch um die Kinder zu kümmern, ins Studio zu gehen, oder auch mal länger Pause zu machen und dann am Abend, wenn es ruhiger ist, noch ein, zwei Stündchen zu arbeiten ist unglaublich viel wert.

Das geht aber genauso in Gleitzeit. Ich weiß nicht warum das bei euch immer so klingt als wäre sowas nur in VAZ möglich. Gerade wenn man auch Homeoffice hat, ist das alles kein Problem, sehe ich in meiner Firma ganz normal. Auch wenn wir im Büro sind, ist es ganz normal das einige Kollegen Mittags mal 2 Stunden ins Fitnesstudio gehen oder in die Stadt zum shoppen etc. oder halt dann am Abend daheim nochmal den Rechner für 2 Stunden anmachen. Wie gesagt das ist kein exklusiver Vorteil einer Vertrauensarbeitszeit.

Das ist alles nur eine Frage wie Flexibel der AG das ganze gestaltet. Und bei der Gleitzeit hast du zumindest die Sicherheit deine Überstunden aufschreiben, abfeiern oder auszahlen lassen zu können. Bei der Vertrauensarbeitszeit ist das halt nur alles schwammiges Vertrauen, das dir schnell um die Ohren fliegen kann.

Bei uns in der Firma ist z.b. Arbeiten zwischen 6-20 Uhr erlaubt (alles außerhalb dieser Zeit muss über angeordnete Mehrarbeit beantragt werden), wie du aber innerhalb dieser Zeit deinen Tag gestaltest bleibt vollkommen dir überlassen. ob du von 6-10 arbeitest, dann bis 16 uhr deine Kinder betreust und dann nochmal 16-20 Uhr arbeitest, kannst du gerne machen. Klar alles in Absprache mit dem Team. Aber gerade Corona zeigt das bei uns in der Firma jetzt sehr gut wie das auch klappt. Gibt genug Kollegen die immer mal wieder unter Tags 1-2 Stunden weg sind etc.

Bearbeitet von Albi

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vor 19 Minuten schrieb Kwaiken:

Auch wenn ich hier wohl der Einzige bin, so möchte ich mal eine Lanze für die Vertrauensarbeitszeit brechen. Sie kann funktionieren und einen erheblichen Teil zur Arbeitszufriedenheit leisten. Dafür muss der AG die Rahmenbedingungen (!) schaffen und der Mitarbeiter mit der Freiheit umgehen können. Die Freiheit, sich mal zwischendurch um die Kinder zu kümmern, ins Studio zu gehen, oder auch mal länger Pause zu machen und dann am Abend, wenn es ruhiger ist, noch ein, zwei Stündchen zu arbeiten ist unglaublich viel wert. Hätte ich damals auch nicht gedacht.

Aber: Sich Vertrauensarbeitszeit auf die Fahne schreiben, aber dann tägliche KickOffs um 8:30 Uh rund JourFixes um 18:00 Uhr anberaumen geht genauso wenig wie die Leistung auf 20% runterfahren und 32h/Woche als Freizeit nutzen.

Wie ich hier oft gesagt habe bin ich Fan von dem Modell "Do your f* Job!". Solange sich niemand beschwert, ist mir egal, was und wann Du machst. Meine Firma versucht mittlerweile noch einen Schritt weiter zu gehen und überlässt dem MA die Wahl von wo er arbeitet. Mal sehen, wie das klappt.

Ich glaube gerne dass das klappen kann. 😁 Und das nur am AG liegt.
Daher möchte ich erst mal die "sichere" Variante fahren und Gleitzeit nehmen. Ist für mich sowieso schon mal ein Fortschritt.

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vor 16 Minuten schrieb Albi:

Das geht aber genauso in Gleitzeit.

Nicht ganz. Da müssen wir uns nochmal um die Begrifflichkeiten kümmern.

Vertrauensarbeitszeit ist für mich nicht "Ich vertraue darauf dass du 40h arbeitest, damit ich mir die Erfassung sparen kann", sondern "Ich vertraue darauf dass Du deinen Job erledigst". 

Dieses Modell favorisiert in besonderem Maße Freigeister und Leistungsträger. Ein ehemaliger Kollege von mir hat z. B. mehr als das doppelte Pensum seiner Peers in der gleichen Zeit geschafft. Hätte er Gleitzeit, müsste er langsamer arbeiten damit er seine 40h voll bekommt. So macht er seine 110% entspannt an 3,5 Tagen und 1,5 Tage tut er, wonach ihm der Sinn steht. Kunden glücklich, Vorgesetzte glücklich, Kollegen glücklich (denen ihre Normalleistung nicht immer vor die Nase gehalten wird) und mein ehemaliger Kollege denkt nicht ans Wechseln, obwohl er wo anders mehr verdienen könnte.

Edit: und ja, ich würde auch Gleitzeit nehmen, wenn ich mich in einer neuen Umgebung entscheiden müsste. Sicher ist sicher. Aber meinen letzten Vertrag ohne abgegoltene Überstunden hatte ich mit Anfang 20 ...

Bearbeitet von Kwaiken

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vor 2 Minuten schrieb Kwaiken:

Nicht ganz. Da müssen wir uns nochmal um die Begrifflichkeiten kümmern.

Vertrauensarbeitszeit ist für mich nicht "Ich vertraue darauf dass du 40h arbeitest, damit ich mir die Erfassung sparen kann", sondern "Ich vertraue darauf dass Du deinen Job erledigst". 

Dieses Modell favorisiert in besonderem Maße Freigeister und Leistungsträger. Ein ehemaliger Kollege von mir hat z. B. mehr als das doppelte Pensum seiner Peers in der gleichen Zeit geschafft. Hätte er Gleitzeit, müsste er langsamer arbeiten damit er seine 40h voll bekommt. So macht er seine 110% entspannt an 3,5 Tagen und 1,5 Tage tut er, wonach ihm der Sinn steht.

Naja doch, bei uns in der Firma haben wir zwar 40 Stunden Woche, aber du kannst auch Minus Stunden machen (solange du nicht unter 60 Minus Stunden fällst), das stört keinen, wenn du Überstunden reingearbeitet hast sogar noch weniger.

Wie gesagt auch in einer Gleitzeit kann das wunderbar funktionieren, da muss ich dir einfach widersprechen. Das es sicher diese Ausnahme Leute gibt die in 3 Tagen so viel Arbeit schaffen wie andere in 5, will ich nicht abstreiten, aber das ist halt der geringste Prozentsatz der ANs. Bei den meisten Leuten würde das ganze Modell mit einer flexiblen Gleitzeit keinerlei Unterschied machen, außer das es für beide Seiten einfach sicherer ist, weil alles Dokumentiert ist.

Die Vertrauensarbeitszeit verleitet durch die fehlende Zeitbuchung aber im Großteil der Fälle zu außerordentlicher Mehrarbeit und nicht zu weniger Arbeit. Wie gesagt die Leute die wirklich effektiv mehr schaffen und weniger arbeiten sind da der absolut klein Prozentteil, meistens ist die VAZ nur eine reine Gewinnsituation für den AG weil seine MAs mehr arbeiten ohne dafür einen Ausgleich zu haben oder es ausbezahlen lassen zu können.

VAZ mag mit dem richtigen AG und dem richtigen AN sicher eine tolle Sache sein, aber beides in Kombination zu finden ist einfach selten. Meistens ist entweder der AG derjenige der das ganze gnadenlos ausnutzt oder der AN. Wirklich funktionieren tut es leider häufig nicht zumindest nicht das es fair für alle ist.

Und nochmal viele Vorteile der VAZ sind auch in flexibler Gleitzeit ohne weiteres möglich.

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vor 2 Stunden schrieb count71:

aber in der Praxis kann man oft eben nicht einfach früher Feierabend machen, weil man die letzten Tage mehr gearbeitet hat.  Weil man gerade beim Kunden ist, weil man sonst die Termine reißt, weil man Kollegen nicht alleine mit dem Berg Arbeit alleine lassen will. Warum auch immer.

Das muss aber bei Gleitzeit nicht unbedingt anders sein und ggf. gibt es dann viele Stunden aber schlicht keine Möglichkeit diese abzufeiern oder andere Reglungen, die Leute davon abhält ala Mehrarbeit dient als Index für das "Weihnachtsgeld" usw. Gleitzeit kann meiner Meinung nach genauso nach hinten losgehen, auch wenn man da theoretisch Stunden zum abfeiern hat.

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vor 13 Minuten schrieb Albi:

Wie gesagt auch in einer Gleitzeit kann das wunderbar funktionieren, da muss ich dir einfach widersprechen.

Warum widersprechen? Ich bin deiner Meinung und favorisiere für den Großteil der AN ohne abgegoltene Überstunden ebenfalls das Gleitzeitmodell.

vor 13 Minuten schrieb Albi:

Das es sicher diese Ausnahme Leute gibt die in 3 Tagen so viel Arbeit schaffen wie andere in 5, will ich nicht abstreiten, aber das ist halt der geringste Prozentsatz der ANs.

Hier kommt  es darauf an, wen Du in deinem Team haben willst. Ich würde gerne genau diesen Prozentsatz der AN haben 😉

vor 13 Minuten schrieb Albi:

meistens ist die VAZ nur eine reine Gewinnsituation für den AG

Richtig. Aber das habe ich oben ja geschrieben, dass die Rahmenbedingungen Seitens des AG erfüllt sein müssen. Und das ist nicht einfach. Vor allem nicht in so einem Land wie bei uns, wo wir noch vor kurzem Stechuhren hatten und von Mikrocontrolling und Excellisten leben. 

Der AG muss loslassen und vertrauen lernen. Und der AN nicht nur an seinen persönlichen Vorteil denken.

vor 13 Minuten schrieb Albi:

... viele Vorteile der VAZ sind auch in flexibler Gleitzeit ohne weiteres möglich.

Die pink Squirrels kannst Du mit Gleitzeit nur nicht ködern. Wenn die sich langweilen oder merken, dass die 200% aller anderen MA bringen und es auf ihren Lohnzettel am Ende des Monats keine Auswirkung hat, sind die schnell frustriert und werden kirre. Da man aber keine homogenen only-Squirrel-Teams aufstellen kann (und das wahrscheinlich sowieso eher kontraproduktiv wäre, da diese Leute normal sehr kompetitiv sind und sich ungewollt gegenseitig in den Burnout schaukeln), ist für meine Belange eine gut konzipierte VAZ der Gleitzeit vorzuziehen. 

Aber wie gesagt: nur für meine Belange.

Bearbeitet von Kwaiken

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vor 9 Minuten schrieb Kwaiken:

Warum widersprechen? Ich bin deiner Meinung und favorisiere für den Großteil der AN ohne abgegoltene Überstunden ebenfalls das Gleitzeitmodell.

Das PS: kam erst nachdem ich meinen Beitrag schon abgeschickt hatte ;)

vor 9 Minuten schrieb Kwaiken:

Hier kommt  es darauf an, wen Du in deinem Team haben willst. Ich würde gerne genau diesen Prozentsatz der AN haben 😉

Das wollen sicher viele, nur diese zu finden und nur wegen dieses geringen Prozentsatzen der nicht garantiert ist, eine für die meisten normalen ANs eher nachteilige Regelung zu finden ist auch nciht der Sinn der Sache.

vor 9 Minuten schrieb Kwaiken:

Richtig. Aber das habe ich oben ja geschrieben, dass die Rahmenbedingungen Seitens des AG erfüllt sein müssen. Und das ist nicht einfach. Vor allem nicht in so einem Land wie bei uns, wo wir noch vor kurzem Stechuhren hatten und von Mikrocontrolling und Excellisten leben. 

Der AG muss loslassen und vertrauen lernen. Und der AN nicht nur an seinen persönlichen Vorteil denken.

Das können die meisten halt einfach nicht, daher bin ich auch ganz klar gegen VAZ und würde auch nicht mehr bei einer Firma mit dem Zeitmodell anfangen wollen. 

vor 9 Minuten schrieb Kwaiken:

Die pink Squirrels kannst Du mit Gleitzeit nur nicht ködern. Wenn die sich langweilen oder merken, dass die 200% aller anderen MA bringen und es auf ihren Lohnzettel am Ende des Monats keine Auswirkung hat, sind die schnell frustriert und werden kirre. Da man aber keine homogenen only-Squirrel-Teams aufstellen kann (und das wahrscheinlich sowieso eher kontraproduktiv wäre, da diese Leute normal sehr kompetitiv sind und sich ungewollt gegenseitig in den Burnout schaukeln), ist für meine Belange eine gut konzipierte VAZ der Gleitzeit vorzuziehen. 

Eben diese findet man ja fast gar nicht und ganz ehrlich nur mit VAZ wirst du auch diese nicht locken, da gehört schon viel mehr dazu. Nicht umsonst hast du solche Pink Squirrels auch gerne mal in Konzernen usw. die jetzt nicht unbedingt VAZ bieten. 

vor 14 Minuten schrieb Velicity:

Das muss aber bei Gleitzeit nicht unbedingt anders sein und ggf. gibt es dann viele Stunden aber schlicht keine Möglichkeit diese abzufeiern oder andere Reglungen, die Leute davon abhält ala Mehrarbeit dient als Index für das "Weihnachtsgeld" usw. Gleitzeit kann meiner Meinung nach genauso nach hinten losgehen, auch wenn man da theoretisch Stunden zum abfeiern hat.

Bei einem AG wie deinen ist klar, das es da auch jede Form von Gleitzeit negativ ist. Aber das weiß glaube ich mittlerweile jeder das du nen ziemliche schlechten AG hast und trotzdem dort bleibst.

Grundsätzlich bist du mit einer Gleitzeit einfach auf der sicheren Seite, da jede Stunde die du arbeitest auch erfasst wird und du sie dir zur not falls du gehst auch einklagen kannst, bei einer Vertrauensarbeitszeit hat sich das erledigt. Und wenn du sie nicht abfeiern kannst, dann wenigstens Auszahlen, auch das ist bei der VAZ nicht möglich.

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vor einer Stunde schrieb Kwaiken:

Vertrauensarbeitszeit ist für mich nicht "Ich vertraue darauf dass du 40h arbeitest, damit ich mir die Erfassung sparen kann", sondern "Ich vertraue darauf dass Du deinen Job erledigst". 

Dieses Modell favorisiert in besonderem Maße Freigeister und Leistungsträger. Ein ehemaliger Kollege von mir hat z. B. mehr als das doppelte Pensum seiner Peers in der gleichen Zeit geschafft. Hätte er Gleitzeit, müsste er langsamer arbeiten damit er seine 40h voll bekommt. So macht er seine 110% entspannt an 3,5 Tagen und 1,5 Tage tut er, wonach ihm der Sinn steht. Kunden glücklich, Vorgesetzte glücklich, Kollegen glücklich (denen ihre Normalleistung nicht immer vor die Nase gehalten wird) und mein ehemaliger Kollege denkt nicht ans Wechseln, obwohl er wo anders mehr verdienen könnte.

Wer legt denn da fest, was das normale Pensum ist?

vor 45 Minuten schrieb Kwaiken:

Hier kommt  es darauf an, wen Du in deinem Team haben willst. Ich würde gerne genau diesen Prozentsatz der AN haben 😉

Auch sowas kann anstrengend werden, ich hatte eine Zeit lang ein Team, das wirklich gut performt hat, alle hatten das entsprechende Verantwortungsbewusstsein und das fachliche Know-How. Da hat die VAZ auch bei mir noch gut funktioniert, leider wusste das die GF nicht zu schätzen und so gingen eben Leute, aber man hat weiter dieselbe Performance erwartet. Dann wurden die falschen Leute eingestellt und was vorher ein Selbstläufer war, wurde zum Horror, alles musste kontrolliert werden und die Anzahl der laufenden Projekte wurde immer größer und ab da war VAZ nur noch negativ, denn die 150% die manche gebracht haben, ging einfach unter.

vor 39 Minuten schrieb Albi:

Grundsätzlich bist du mit einer Gleitzeit einfach auf der sicheren Seite, da jede Stunde die du arbeitest auch erfasst wird und du sie dir zur not falls du gehst auch einklagen kannst, bei einer Vertrauensarbeitszeit hat sich das erledigt. Und wenn du sie nicht abfeiern kannst, dann wenigstens Auszahlen, auch das ist bei der VAZ nicht möglich.

Naja, auch mit Gleitzeit gibt es abgegolten Stundenkontingente oder es gibt Gleitzeitkonten, die nur eine maximale Anzahl an Stunden erfassen oder sehr knappe Kernarbeitszeiten und keine Möglichkeit Stunden innerhalb der Kernarbeitszeiten abzubauen.

Und die Möglichkeit mit Auszahlen, habe ich im Informatik Umfeld noch nicht erlebt.

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vor einer Stunde schrieb Kwaiken:

Hätte er Gleitzeit, müsste er langsamer arbeiten damit er seine 40h voll bekommt.

Auch für Vertrauensarbeitszeit-Angestellte gelten die die Bestimmungen des ArbZG.

Was ist so schlimm daran, mit einer transparenten Gleitzeitregelung die Anforderungen des EuGH nach einem Nachweis der tatsächlichen Arbeitszeit zu arbeiten?

Auch bei Vertrauensarbeitszeit macht man sich doch Notizen, um einen Überblick seiner Stunden zu bekommen.

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vor 2 Stunden schrieb Ulfhednar:

Naja, auch mit Gleitzeit gibt es abgegolten Stundenkontingente oder es gibt Gleitzeitkonten, die nur eine maximale Anzahl an Stunden erfassen oder sehr knappe Kernarbeitszeiten und keine Möglichkeit Stunden innerhalb der Kernarbeitszeiten abzubauen.

Und die Möglichkeit mit Auszahlen, habe ich im Informatik Umfeld noch nicht erlebt.

Das es auch bei Gleitzeitregelungen die nicht so tollen gibt, will ich garnicht bestreiten. Aber durch das Aufgeschrieben ist man einfach auf der sicheren Seite. Bei der Vertrauensarbeitszeit hast du das halt nicht (sofern du nicht so schlau bist das du sie selbst aufschreibst, aber dann fällt das Argument des zusätzlichen Aufwands fürs Tracking halt weg, weil man es ja eh macht).

Ich war mit meinem Ausbildungsbetrieb jetzt in 5 Firmen (wobei ich die Ausbildung nicht zähle, da war zwar auch eher VAZ aber alle Azubis mussten die Stunden genau tracken), 2 hatten VAZ und 2 hatten Gleitzeit, die Gleitzeitregelungen waren immer fairer als die VAZ. Mit beiden VAZ Regelungen habe ich extrem negative Erfahrungen gemacht (mehr Arbeit für keine Gegenleistung, Probleme mal früher zu gehen weil man ja keine Überstunden hat etc.). Auch meine Freunde berichten von VAZ mehr negatives als positives und die Leute mit Gleitzeit eben eher Positives. 



Bei beiden Firmen wo ich bisher war mit Gleitzeit gabs die Möglichkeit zur Auszahlung. Und kenn auch einige andere Freunde in der IT die es können.

 

Bearbeitet von Albi

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Gleitzeit. Wie @PVoss schon schreibt, deren Ziel versteckt sich im unterschiedlichen Urlaub.

Ich gehe sogar einen Schritt weiter: wer so wenig unterschwellig durchblicken lässt, dass man lieber keine Zeiterfassung haben will sondern den MA einfach die Aufgaben(-berge) mit Fälligkeitstermin zur Erledigung übergibt, wäre für mich zweite Wahl.

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vor 9 Stunden schrieb Albi:

Bei beiden Firmen wo ich bisher war mit Gleitzeit gabs die Möglichkeit zur Auszahlung. Und kenn auch einige andere Freunde in der IT die es können.

IT oder Softwareentwicklung?

Meine Erfahrungen beziehen sich auf letztere, in bald 16 Jahren seit dem Abschluss, kommen ein paar Firmen und Ex-Kollegen zusammen und meine Frau ist ebenso lange in und im Umfeld der Softwareentwicklung tätig. Wir wüssten niemanden, der sich die Stunden ausbezahlen lassen kann. Meine Frau ist noch dazu immer in größeren Firmen/Konzernen gewesen, aktuell gibt es mit IGM ein Gleitzeitkonto, aber ausbezahlen geht nur in Ausnahmefällen, wie Kündigung oder bei Überstunden durch Reisezeit.

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@Ulfhednar

Mein AG bietet denn MA die Möglichkeit die Überstunden am Ende des Monats auszuzahlen, abzufeiern oder mit in den nächsten Monat zu nehmen. Das heißt: Als MA kann man drei Monate Überstunden sammeln und sich dann denn Batzen auszahlen lassen. 

Beim Abfeiern gibt es allerdings eine Beschränkung: Pro Monat lassen sich nur drei Geleitzeit Urlaubstage nehmen. Allerdings ist es kein Problem die Überstunden über früher gehen abzubauen. Abgeltung von Überstunden erfolgt auch erst ab einem Gehalt über 65.000 EUR p.a. - angefangen mit fünf Stunden pro Monat.

 

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vor 19 Minuten schrieb Ulfhednar:

IT oder Softwareentwicklung?

Beides, manche sind Admins, andere Entwickler.

So wie R4phi hatte ich das auch schon, wobei das Abgelten der Überstunden ab der Rentenbeitragsbemessungsgrenze erst erfolgte und dann auch komplett abgeschafft wurde vom AG damals, weil er gemerkt hat was für einen Unmut das bei den Kollegen verursacht hat.

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Ich persönlich bin Fan von Vertrauensarbeitszeit.

Wir verständigen uns als Team was innerhalb von zwei Wochen zu schaffen ist. Mittlerweile sind wir mit den Schätzungen gut geworden. Ich möchte mir nicht jedes mal aufschreiben müssen, wenn ich mal eben mit meiner Tochter spazieren gehen möchte.

Dies funktioniert gut, da ein guter Teil unserer Kommunikation asynchron ist. Wir haben bei uns nur eine handvoll Meetings.

Überstunden kommen praktisch nicht vor.

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Vertrauensarbeitszeit kommt mir nicht mehr in die Tüte, zumindest nicht dann, wenn ich keine Stunden schreiben kann.

Kurz zu den Begrifflichkeiten wie ich es kenne, bzw wie es gehandhabt wird/wurde:

Gleitzeit: flexibler Beginn und Ende mit fest definierter Kernzeit in der man im Büro/erreichbar sein muss. mit oder ohne Stempeln/Stunden schreiben. Im Regelfall wird dabei aber gestempelt.

Vertrauensarbeitszeit: Komplett flexible Einteilung der Arbeitszeit, ohne Stundenschreiben/stempeln (theoretisch aber auch möglich).

Meine aktuelle Situation: laut Vertrag Vertrauensarbeitszeit mit "fiktiven" 40h, Realität ist dass die zentralen DL-Prozesse natürlich zu den Hauptarbeitszeiten besetzt sein sollten. Es gibt auch keine "wenn das geschafft ist bist du fertig" Aufgabenpakete. D.h. realistisch bin ich (und die meisten Kollegen hier auch) bei "Gleitzeit ohne Stundenzettel". Was im Regelfall bei 99% dazu führt, dass man länger da ist (nicht unbedingt mehr arbeitet) als vertraglich vereinbart. Mein großes Problem ist die "soziale" Komponente: Ich habe ein schlechtes Gewissen wenn ich nach den Kollegen gehe die vor mir da waren, auch wenn ich weiß dass diese deutlich länger Mittag gemacht haben. Das ist mein ganz persönliches Problem, das ist mir klar. Weder weiß ich wie lange die schon/noch da sind, noch arbeiten die zwangsläufig mehr (wegen der langen Mittagspause) aber ich fühl mich dabei trotzdem nicht wohl. Bei einem Stundenkonto sieht jeder (den es was angeht) meine Stunden, keiner kann mir ans Bein pinkeln wenn ich gehe (auch mein eigener Kopf nicht)...

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