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Verantwortung oder Gehalt?


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Hallo zusammen,

schon vor 6 Monaten von meinem Vorgesetzten und mir geplant, habe ich nun endlich von meinem AG die Möglichkeit bekommen Teamleiter in einem neuen, stark wachsenden Bereich zu werden.

Als ich das Gehalt verhandeln wollte, wurde aber nur gesagt, dass in der "Beweisungsphase" keine Gehaltserhöhung vorgesehen ist, und man in 6 Monaten nochmals sprechen könnte.

Ich bin davon natürlich sehr enttäuscht, dass man mir nichtmal eine kleine Gehaltserhöhung geben will, da meine Leistungsbeurteilung zum Jahreswechsel sehr gut war, ich aber aufgrund der im Raum stehenden Beförderung keine Gehaltserhöhung für meine bestehende Tätigkeit gefordert hatte.

Nun wie bei bestimmt vielen anderen von euch gehen die Headhunter auf Xing grad crazy und ich bekomme sehr viele Job Angebote, allerdings nicht im Leitungsbereich.

Auch wenn ich weiß, dass ich mir diese Frage selbst beantworten muss, was würdet Ihr in meiner Position denken/tun?

 

Rahmenbedingungen momentan:

- Arbeitsatmosphäre, Team und Chef sind gut!

- 62k fix, ~5k variabel

- Benefits "standard"

- Weiterbildungen werden gefördert, auch für die Teamleitung würde ich an Weiterbildungen und Workshops teilnehmen, was mich persönlich bestimmt voranbringt.

 

Rahmenbedingungen Angebote:

- Gehaltsrahmen ca. 80-90k

- Benefits zum Teil besser, im Konzern Bereich mehr Urlaub/AV/etc. und im Consulting Bereich z.B. Firmenwagen.

 

Nun ist mein Denkprozess, dass ich persönlich bei meinem Arbeitgeber noch stark wachsen kann, gehaltlich aber wahrscheinlich keine sonderlich hohen Sprünge machen werde.

Was ich dort als Vorteil sehe, dass wenn ich mehrere Jahre als Teamleiter arbeite, ich dann in vermutlich in einem ganz anderen Gehaltsbereich für "Abwerbungen" sein werde. Habe dort Zahlen von 90-130k gelesen (Hat dort jemand Erfahrungen mit einem ähnlichen Werdegang?).

Wenn ich jetzt ein Angebot annehme, hätte ich zwar eine Gehaltssteigerung von ca. 20k, wäre dann aber wahrscheinlich unter einer gläsernen Decke und könnte wieder nur den Inflationsausgleich erwarten falls ich nicht dort auch aufsteigen kann.

 

Dazu muss man sagen, dass mir mein momentanes Gehalt zum Leben absolut reicht und nahezu jede Gehaltserhöhung in meine Sparquote wandern würde, da ich mit spätestens 50 finanziell unabhängig sein möchte.

Deshalb denke ich eher an das Gesamteinkommen der nächsten 10-15 Jahre, als das in den nächsten 2.

 

Danke für Eure Meinungen!

 

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Moin,

gerade dein letzter Absatz zeigt eigentlich deutlich, das (vorausgesetzt du hast prinzipiell Lust auf eine Führungskarriere) du eher beim aktuellen AG leiben solltest. Gehalt reicht mehr als aus für dich und du kannst im gesicherten Umfeld deine Führungserfahrung sammeln. In einem neuen Unternehmen müsstest du dich erst beweisen und wieder so ein Posten frei werden. 

Ich würde an deiner Stelle die Führungserfahrung mitnehmen und schauen ob das etwas für dich ist. Die Zeit wird dann zeigen wie kompetitiv das Gehalt deines AG zu den dann vermutlich rein flatternden Xing Anfragen für Führungspositionen ist. Auf jeden Fall wird der "Führungsweg" dir auf die genannten 10-15 Jahre mehr Geld einbringen, wenn auch mit evtl. mehr Abreitsaufwand und Stress.

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Moin,

ich finde es sehr frech, wenn ein AG auf diese Weise versucht sich eine Gehaltserhöhung zu ersparen.

vor 13 Minuten schrieb Showtime86:

Ich bin davon natürlich sehr enttäuscht, dass man mir nichtmal eine kleine Gehaltserhöhung geben will, da meine Leistungsbeurteilung zum Jahreswechsel sehr gut war, ich aber aufgrund der im Raum stehenden Beförderung keine Gehaltserhöhung für meine bestehende Tätigkeit gefordert hatte.

Ich würde auf den Vertrauensvorschuss bestehen. Oder zumindest die übliche jährliche (?) Gehaltserhöhung nachholen.

 

Ich würde mich auf 1-2 Bewerbungsverfahren von vielversprechenden Angeboten einlassen. Falls sie dich nicht überzeugen kannst du immer noch in deiner Firma bleiben.

vor 16 Minuten schrieb Showtime86:

Wenn ich jetzt ein Angebot annehme, hätte ich zwar eine Gehaltssteigerung von ca. 20k, wäre dann aber wahrscheinlich unter einer gläsernen Decke und könnte wieder nur den Inflationsausgleich erwarten falls ich nicht dort auch aufsteigen kann.

Woher nimmst du das "wahrscheinlich"? Und immerhin gilt das andere Argument ja immer noch, wenn du Erfahrung in der neuen Position sammelst, wirst du auch für noch ganz andere Firmen und Abwerbeangebote interessant - das ist unabhängig davon, ob du in der aktuellen oder einer neuen Firma arbeitest.

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vor 24 Minuten schrieb Showtime86:

Als ich das Gehalt verhandeln wollte, wurde aber nur gesagt, dass in der "Beweisungsphase" keine Gehaltserhöhung vorgesehen ist, und man in 6 Monaten nochmals sprechen könnte.

Dann vereinbare direkt ein Beurteilungs- und Gehaltsgespräch zum Ende deiner Bewährungsphase. Und dabei sollte entweder eine Gehaltserhöhung oder "gescheitert" raus kommen...

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vor 10 Minuten schrieb PVoss:

Moin,

ich finde es sehr frech, wenn ein AG auf diese Weise versucht sich eine Gehaltserhöhung zu ersparen.

Ich würde auf den Vertrauensvorschuss bestehen. Oder zumindest die übliche jährliche (?) Gehaltserhöhung nachholen.

 

Ich würde mich auf 1-2 Bewerbungsverfahren von vielversprechenden Angeboten einlassen. Falls sie dich nicht überzeugen kannst du immer noch in deiner Firma bleiben.

 

Moin, 
ich finde es auch nicht ok, nachdem ich schon 6 Monate gewartet habe, obwohl am Anfang von 2 Monaten gesprochen wurde.
Das ich dann wenigstens eine "normale" Gehaltserhöhung oder steuerneutrale Benefits haben möchte habe ich auch gesagt, das wollte mein Chef mitnehmen, sagte aber das kann erst entschieden werden, wenn das Budget für die Abteilung gesetzt wurde, und dass passiert erst in ~ 2 Monaten.

Zitat

Woher nimmst du das "wahrscheinlich"? Und immerhin gilt das andere Argument ja immer noch, wenn du Erfahrung in der neuen Position sammelst, wirst du auch für noch ganz andere Firmen und Abwerbeangebote interessant - das ist unabhängig davon, ob du in der aktuellen oder einer neuen Firma arbeitest.


Wie schon gesagt, wäre die "neue Firma" keine Leitungsposition, daher ändert sich denke ich mein Marktwert dort nicht so stark.

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Oh? Noch mehr Hinhaltetaktik? Kommt das von der Hierarchie weiter oben? Oder wieso bespricht dein direkter Vorgesetzter etwas mit dir, wenn der Terminplan dann nicht eingehalten wird?

Ich würde die Führungsverantwortung annehmen und falls am Ende der Bewährungsphase herauskommt, dass du zwar jetzt mehr Verantwortung hast aber leiderleider kein Geld für eine Gehaltserhöhung mehr da ist, hast du ja eine ungekündigte Führungspostition im LL, aus deren Sicherheit du deinen Bewerbungsprozess starten kannst.

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vor 44 Minuten schrieb Showtime86:

Was ich dort als Vorteil sehe, dass wenn ich mehrere Jahre als Teamleiter arbeite, ich dann in vermutlich in einem ganz anderen Gehaltsbereich für "Abwerbungen" sein werde. Habe dort Zahlen von 90-130k gelesen (Hat dort jemand Erfahrungen mit einem ähnlichen Werdegang?)

 

Teamleiter wird je nach Bereich, Firmengröße, Region und speziell auch nach "Firmengehaltsstruktur" definiert. Hier kannst du auch ganz böse auf 50K "abstürzen", auch wenn du aktuell vermutlich solche Angebote ablehnen kannst.

Wenn dir jetzt noch keine Steigerung in Aussicht gestellt wird, wird es vermutlich maximal 10% mehr. Daher tippe ich mal von deinen aktuellen 65K auf ca. 70K-75K all-in.

Davon ausgehend, dass du 2-5 Jahre dann die ersten Erfahrungen sammelst und nicht wechseln wirst, wird ein Finanzieller Vergleich mit einer +20K Stelle zum Zeitpunkt jetzt immer verlieren.

vor 48 Minuten schrieb Showtime86:

Nun wie bei bestimmt vielen anderen von euch gehen die Headhunter auf Xing grad crazy und ich bekomme sehr viele Job Angebote, allerdings nicht im Leitungsbereich.

Rahmenbedingungen Angebote:

- Gehaltsrahmen ca. 80-90k

- Benefits zum Teil besser, im Konzern Bereich mehr Urlaub/AV/etc. und im Consulting Bereich z.B. Firmenwagen.

Ganz ganz wichtig: Das was auf Xing (oder sonst mündlich) angeboten wird, darf nicht dein Vergleichsfaktor sein. Bewirb dich ruhig mal und teste deinen Marktpreis aus, aber ohne ein konkretes Angebot wirst du nicht wissen, ob das Angebot wirklich besser ist.

Beispiel:

40 Std. bei 80 K , Consulting == 8 Std. abgegolten, keine Zeiterfassung, 80% Reisetätigkeit im Vertrag bedeuten meist

50 - 60 Std. Arbeitszeit , 8 Std beim Kunden, 2 Std. durchschnittlich Reisezeit, 4 Tage nicht zu Hause sondern irgendwo im Hotel. 

 

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vor 1 Stunde schrieb Showtime86:

Als ich das Gehalt verhandeln wollte, wurde aber nur gesagt, dass in der "Beweisungsphase" keine Gehaltserhöhung vorgesehen ist, und man in 6 Monaten nochmals sprechen könnte.

Ich bin davon natürlich sehr enttäuscht, dass man mir nichtmal eine kleine Gehaltserhöhung geben will, da meine Leistungsbeurteilung zum Jahreswechsel sehr gut war, ich aber aufgrund der im Raum stehenden Beförderung keine Gehaltserhöhung für meine bestehende Tätigkeit gefordert hatte.

Ich wäre davon nicht enttäuscht. Es ist nicht unüblich, dass im selben Unternehmen erst die neue Stelle mit mehr Verantwortung kommt und später dann die Gehaltsanpassung. Wie du schon richtig sagtest, gibt man dir eine Chance in die Führung einzusteigen und darum sollte es dir gehen und (erstmal) nicht um das Gehalt dahinter. Es wäre zumindest ein sehr schlechtes Zeichen, wenn jemand "Manager" werden will massgeblich wegen des Gehaltes. Da hätte ich dann schon meine Zweifel an den Motiven / der Eignung. Der zweite Punkt ist eher ein genereller ... wieso soll ein "Manager" immer mehr verdienen als (s)eine Fachkraft? Da kann man vortrefflich drüber streiten und die Entwicklung ist inzwischen, dass die Fachkräfte nicht selten mehr verdienen als ihre Manager. Das wirst du dann auch merken in deinen Business networks .. Fachkräfte werden mit Anfragen (aktuell) überschüttet, Manager nicht :)

Von daher würde ich mich an deiner Stelle einfach über die Chance freuen und schauen, ob dir die neue Aufgabe wirklich liegt (und nicht nur so ein Egoding ist). Wenn ja, dann würde ich in 6 Monaten so oder so ein "Statusgespräch" aufsetzten um zu sehen wie alles läuft und ob du das weiter machen möchtest. Da kannst ja dann das Thema Gehalt ansprechen wie vorgeschlagen. Ich finde das vernünftig.

P.S.: Viele bedenken nicht, dass man in D eine Gehaltskürzung sehr schwierig hinbekommt. D.h. wenn man jetzt z.B. 20% mehr gibt und man nach 6 Monaten feststellt, dass der Jobs nichts ist und man wieder Fachkraft wird, anstatt Teamleiter ... dann will ich den Affentanz mal sehen, wenn man auf einmal wieder 20% weniger verdient. Meiner Meinung nach ein Ding der Unmöglichkeit (nicht nur rechtlich).

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vor 19 Minuten schrieb bigvic:

P.S.: Viele bedenken nicht, dass man in D eine Gehaltskürzung sehr schwierig hinbekommt. D.h. wenn man jetzt z.B. 20% mehr gibt und man nach 6 Monaten feststellt, dass der Jobs nichts ist und man wieder Fachkraft wird, anstatt Teamleiter ... dann will ich den Affentanz mal sehen, wenn man auf einmal wieder 20% weniger verdient. Meiner Meinung nach ein Ding der Unmöglichkeit (nicht nur rechtlich).

Grundsätzlich hast du recht, bilateral muss es stimmen. Nichtsdestotrotz, wenn beide Seiten es weiterhin wollen, kann man dafür schon ein Signal setzen.

Es ist immer noch ein unterschied, wenn man  zum Zeitpunkt heute schon klare Signale setzt und sagt, ja da gibt es etwas, oder eben auch nicht. 

Dieses "dann schauen wir mal" , sehe ich als großes Problem an. Gerade bei den unteren Leveln wo man eben nicht nur die "Manager" Funktion hat, sondern sehr gerne die Personalzuständigkeit zusätzlich zur normalen Fachkrafttätigkeit dazu addiert wird.

Um meinen Standpunkt vielleicht anders auch zu verdeutlichen. Wenn ich als Entwickler aufgefordert werde, zusätzlich devops Tätigkeiten - sprich Administration von Soft und Hardware - zu übernehmen, würde ich auch eine Gehaltssteigerung als gerechtfertig sehen, selbst wenn es nur 5-10% meiner Arbeitszeit betrifft.

=====

EDIT: Oder wenn ich Bereitschaftszeit zusätzlich übernehmen soll, dann übernehme ich diese ja nicht erst einmal und schaue dann nach 6 Monaten, ob die wirklich für die Firma einen Mehrwert gebracht haben. Hier ist es für jeden absolut verständlich, dass man die Vergütung im Vorfeld geklärt hat.

~~~~~~

Gerade wenn man bereits einen variablen Anteil am Gehalt hat, kann man "per Definition"  diesen Skallieren.  - Dann schüttet man abgesprochen den Anteil als 200% aus und sagt, die zusätzlichen 100% sind dann für den Teamleiterbonus. Das ist durchaus üblich und verändert absolut nichts am aktuellen Gehalt.

Bearbeitet von kylt
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Der TE hat nichts von "zusätzlich" geschrieben. Ich gehe von einer neuen Rolle aus (wie auch immer diese aussieht z.B. 100% Teamleitung oder 50% "hands-on"  + 50% "Leitung). In der Regel gibt es da natürlich eine Übergangsfrist, so dass man langsam die Leitungstätigkeiten hochfährt und das "hands-on" übergibt.

Zum Thema "zusätzlich" ...
Wenn es wirklich zusätzlich ist, dann war man vorher entweder nicht ausgelastet und hat noch Luft um weitere Aufgaben zu übernehmen (soll es ja auch geben ...). Und wenn jemand nicht ausgelastet ist und dann mehr Aufgaben bekommt und deswegen mehr Gehalt fordert ... hmm, da hätte ich gebenfalls meine Mühe mit, wenn da nicht klare Gründe dahiner sind (aka man ist nicht mehr ausgelastet, weil man inzwischen supereffizient ist, Prozesse verbessert hat, automatisiert, ... und deshalb kann ich mehr übernehmen).
Oder man ist ausgelastet und wird nun überlastet. Meist ist das aber immer nicht 100% eindeutig und wellenhaft. Aber wir sind ja inzwischen alle agil unterwegs und können schauen was die Praxis zeigt und dann entsprechend handeln/eskalieren. Grundsätzlich gilt für mich, dass mir bei einer Überlastung auch mehr Gehalt nichts bringt. Aber das ist etwas OT, sorry.

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vor 27 Minuten schrieb bigvic:

[...]

Zum Thema "zusätzlich" ...
Wenn es wirklich zusätzlich ist, dann war man vorher entweder nicht ausgelastet und hat noch Luft um weitere Aufgaben zu übernehmen (soll es ja auch geben ...). Und wenn jemand nicht ausgelastet ist und dann mehr Aufgaben bekommt und dann deswegen mehr Gehalt fordert ... hmm, da hätte ich gebenfalls meine Mühe mit.
Oder man ist ausgelastet und wird nun überlastet. Meist ist das aber immer nicht 100% eindeutig und wellenhaft. Aber wir sind ja inzwischen alle agil unterwegs und können schauen was die Praxis zeigt und dann entsprechend handeln/eskalieren. Grundsätzlich gilt für mich, dass mir bei einer Überlastung auch mehr Gehalt nichts bringt.

Ich habe ja bewusst von "nur" 5-10% gesprochen. Das das sind ja pro Wochen "nur" 2-4 Stunden mehr, sind wir mal ehrlich, wenn man an seiner Arbeit für bestehende Aufgaben etwas optimiert, dann kann man das immer irgendwie mit abfangen und arbeitet netto nicht länger. Die damit einhergehende Mehrbelastung sehe ich schon als Benefit für die Firma an.

- Ich kann jetzt nicht von der Admin Seite sprechen, aber in der Softwareentwicklung sind die 30Minten potentielle IDLE Zeit wichtig, um bei allen wichtigen Themen für ein eskallatives Thema, oder Meeting Zeit zu haben, um alle operativen Prozesse am Laufen zu halten und eben keine Überstunden zu machen. Wenn man diesen Puffer quasi aufgibt und damit implizit die meist vertraglich abgegoltenen Überstunden häufiger werden, bin ich der Meinung, dass dies einen Mehrwert hat.

- Von dem ganz schlechten Stil und der Erwartungshaltung, dass der Team Lead 110% Arbeitszeit geben soll ganz zu schweigen.

Gerade bei den technischen Teamleiterstellen habe ich einblicke in verschiedene Unternehmen gehabt. Häufig genug arbeitet der "Team Lead" im Kern weiterhin als leitender Architekt oder ähnliches und eben nur zu einem kleinen Bruchteil an Arbeitszeit Personen managed. Die "reine" Manager Tätigkeit hat dort eher bei der Abteilungsleitung oder höher angefangen.

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vor 3 Stunden schrieb Showtime86:

Dazu muss man sagen, dass mir mein momentanes Gehalt zum Leben absolut reicht und nahezu jede Gehaltserhöhung in meine Sparquote wandern würde, da ich mit spätestens 50 finanziell unabhängig sein möchte.

Deshalb denke ich eher an das Gesamteinkommen der nächsten 10-15 Jahre, als das in den nächsten 2.

Ich finde du hast dir deine Antwort eigentlich ja schon gegeben, von mir eine Stimme mehr dafür erstmal in deiner gewohnten Umgebung Führungserfahrung zu sammeln und dann den nächsten Schritt zu gehen.

Führungs- bzw. Personalverantwortung unterscheidet sich extrem von anderen, technischen Arten der Verantwortung.
Kollegen, auch wenn du dich vorher immer gut mit denen verstanden hast, halten mehr Distanz, du musst anders in die Gruppe bzw. die Mitarbeiter rein hören um die Informationen zu bekommen die dich weiterbringen etc. und vor allem musst du selbst ein anderes Auftreten erlernen.

Ich persönlich finde es einfacher, die ersten Schritte in der gewohnten Umgebung zu gehen, Fehler fallen nicht so schwer ins Gewicht, du weist wen du um Rat bitten kannst wenn mal etwas nicht so funktioniert etc.
 

Bearbeitet von SR2021
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Am 29.6.2021 um 14:28 schrieb SR2021:

Ich persönlich finde es einfacher, die ersten Schritte in der gewohnten Umgebung zu gehen, Fehler fallen nicht so schwer ins Gewicht, du weist wen du um Rat bitten kannst wenn mal etwas nicht so funktioniert etc.

Das habe ich anders beobachtet.

Wenn jemand von einem einfachen Teammitglied zum Teamleiter aufsteigt und das Team, wo er vormals mitgearbeitet hat, nun führen muss, ist diese Konstellation deutlich konfliktbehafteter als ein neues Team zu übernehmen. Von Nähe muss auf Distanz gewechselt werden, die ehemaligen Kollegen sind nun Untergebene, etc. Sollte der Lead hier scheitern, wird eine Wiederaufnahme ins Team dadurch sehr, sehr schwierig. 

Ist aber, wie gesagt, nur eine persönliche Beobachtung bei einigen meiner Kunden und natürlich nicht allgemeingültig.

Am 29.6.2021 um 11:17 schrieb Showtime86:

... habe ich nun endlich von meinem AG die Möglichkeit bekommen Teamleiter in einem neuen, stark wachsenden Bereich zu werden.

Du musst am Ende nicht nur entscheiden welche Laufbahn Du einschlagen möchtest, sondern auch warum.

Eine lange Zeit war es so, dass die Laufbahn der Fachkräfte gedeckelt war. Als dann alle deswegen plötzlich Häuptling werden mussten (ich sage bewusst nicht wollten) und es kaum mehr Indianer hab, die die Arbeit erledigten, änderte sich das mit der Zeit. Es ist zwar noch ein gutes Stück Weg bis zur vollständigen Gleichwertigkeit der Führungs- und Fachlaufbahnen, aber bis ein paar Stufen vor dem Vorstand (wo die meisten von uns sowieso nie hinkommen werden), stehen Directors und Principals sich ebenbürtig gegenüber.

Meine Empfehlung: mache Dir erst einmal klar, warum Du in diese Laufbahn willst. Wenn es der schnöde Mammon ist, bist Du wahrscheinlich als Fachkraft schneller, da die Anzahl der gesuchten Indianer naturbedingt ungleich höher ist als die Anzahl der für sie gesuchten Häuptlinge: Option B. Wenn Du aber wirklich gerne führen willst und es Dir nicht primär ums Geld geht, wäre Option A wahrscheinlich die bessere Wahl.

Bearbeitet von Kwaiken
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Vielen Dank erstmal für die fruchtbare Diskussion.

@bigvic Ich bin grundsätzlich bei Dir, dass eine spezialisierte Fachkraft genauso viel oder mehr verdienen können sollte, als Ihr Vorgesetzter. Realität ist aber, dass es in allen Firmen die ich kenne so ist, dass mit mehr "Verantwortung" mehr gezahlt wird.
Natürlich kann ein Techniker im IGM Konzern mehr verdienen als ein Abteilungsleiter in der 15 Mann Firma, aber in der selben Firma wird zu 99,9% der Vorgesetzte mehr verdienen.

 

Bei mir wird es so sein, dass es zwar eine neu geschaffene 100% Stelle ist, aber natürlich werde ich weiterhin meine alten Aufgaben weiter betreuen und einige davon nach und nach abgeben, da der Bereich ja neu aufgebaut wird und schnell wachsen wird und somit immer mehr Zeit in Anspruch nehmen wird.

Da ich schon seit einiger Zeit fast ausschließlich im Projektmanagement tätig bin ist mein Hands-On Anteil sowieso schon ziemlich gering und mein Jobtitel hätte schon vorher in Projektleiter / Projektmanager getauscht werden sollen ;) 

 

@Kwaiken Bei mir ist es vielleicht vorteilhaft, dass sich bei uns in der Firma alle Hierarchiestufen auf Augenhöhe begegnen und besonders Teamleiter noch ziemlich eng im Team dabei sind.
Bei mir wird es auch so sein, dass ich viel mit Kollegen im Ausland arbeiten werde, die sowieso noch nicht im vorigen Team integriert waren. 

Schwieriger wird dann evtl. dass ich zwar fachlich aber nicht disziplinarisch vorgesetzt bin, da diese Mitarbeiter in einer anderen Gesellschaft und einem anderen Land angestellt sind.

 

Den beschriebenen Deckel beim Gehalt sehe ich noch immer, es mag sein, dass einige Unicorns in Fachanstellung sehr sehr gut verdienen, ich persönlich habe aber noch nie davon gehört oder hier im Forum gelesen, dass man über 80-90K ohne Mitarbeiterverantwortung verdient, eventuell in einigen Consulting Firmen mit sehr guten Stunden/Tagessätzen.

Mit Mitarbeiter Verantwortung habe ich aber schon sehr oft Zahlen über 100K schon ab Teamleiter Level gehört und gelesen bis zu Bereichsleitern wie bspw. meinem Ex-Chef der (in einer anderen Firma) ca. 300K nach eigener Aussage verdient hat.

Grundsätzlich geht es mir nicht nur ums Geld, sondern darum selbst möglichst frei entscheiden zu können wie und woran ich arbeite sowie etwas aufbauen zu können. Das war in Teilen auch schon gegeben, aber offiziell als "IT Administrator" angestellt gab es da doch immer wieder Hürden wo ich dann erstmal über meinen Teamleiter gehen musste um etwas durchzusetzen.

Ob mir die Mitarbeiter Führung liegt wird dann die Zeit zeigen. Auch dank Eures Inputs werde ich wohl die Erfahrung mitnehmen und sehen was die Zeit so bringt :) 

Geld ist nicht alles, und ob es mir in einer neuen Firma mit einem besseren Gehalt auch gefallen würde, weiß ich nicht..

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vor 3 Stunden schrieb Showtime86:

ich persönlich habe aber noch nie davon gehört oder hier im Forum gelesen, dass man über 80-90K ohne Mitarbeiterverantwortung verdient, eventuell in einigen Consulting Firmen mit sehr guten Stunden/Tagessätzen.

Ist häufiger der Fall als du denkst.

Vielleicht geben die Fachkräfte einfach nur weniger häufig mit ihrem Gehalt an als "Manager" 😄

Bearbeitet von Kwaiken
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Du sollst aufsteigen, neue Aufgaben übernehmen und das gehört natürlich vergütet. Wenn man nun eine Form von Probezeit definieren möchte, fände ich das als solches schon diskussionsfähig, aber noch irgendwie verständlich. Dann sollte jedoch von Beginn an feststehen, dass im Erfolgsfall +x % Gehalt drin sind. Und zwar fix. Ein "Schauen wir mal!" wird zu 99 % nicht in Deinem Sinne ausgehen und zeugt für mich von einem schlechten Stil.

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