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Verzweifelte Frage: Ausbildung FIAE oder Studium


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Moin,

 

ich bin aktuell 22 Jahre alt und habe jetzt meine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung angefangen, da ich später als Programmierer arbeiten möchte.

Vorher wollte ich an der FH die bei mir ums Eck ist meinen Bachelor of Science in Wirtschaftsinformatik machen.

Jedoch habe ich viel darüber nachgedacht und lese/höre überall was anderes was die Perspektiven und das spätere Gehalt angeht und versuche jetzt einfach mal verzweifelt hier meine Antworten auf meine Fragen zu holen... Ich bedanke mich vorab für alle hilfreichen Antworten.

 

Was für Vorteile hätte ich denn mit dem Studium, weil ich ständig höre, dass man nach Berufserfahrung und Skills bezahlt wird, aber wieso gibt es dann so viele die trotzdem studieren?
Verdienen Leute die Studiert haben viel mehr als Programmierer die "nur" eine Ausbildung gemacht haben?
Wie schaut es aus, falls man nicht mehr in Deutschland arbeiten möchte, wie weit komme ich mit einer Ausbildung im Ausland (denke mal, dass ich mit einem Bachelor wahrscheinlich weiter komme)?

 

Ich bin einfach gerade echt nur am verzweifeln und am überlegen, ob ich die Ausbildung abbrechen soll und mich doch jetzt fürs Studium eintragen soll...

 

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Man wird schon nach Berufserfahrung + Skills bezahlt. Wenn man den gleichen Job macht, dann verdient man meist schon sehr ähnlich (Ausnahmen bestätigen die Regel). Allerdings kommt man mit einem Studium oft an viele Jobs an die man mit einer Ausbildung nicht (oder nur schwer) kommt. Diese werden dann auch besser bezahlt.

Zum Ausland kann ich nix sagen.

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Hallo.

Also erstmal würde ich mich bezüglich Gehalt etc. nicht zu sehr verunsichern lassen, gibt dazu auch viele schwachsinnige Angaben im Internet, wie z.B sehr veraltete Daten zu den Ausbildungsberufen etc.

Hier gibt es eine aktuelle Studie:

https://www.compensation-partner.de/de/news-und-presse/it-studie

Zitat

Für Angestellte mit einer abgeschlossenen Ausbildung errechneten Analyst*innen von Compensation Partner einen jährlichen Bruttoverdienst in Höhe von etwa 51.300 Euro. Etwas höhere Löhne können hingegen IT-Beschäftigte mit einem Bachelor (ca. 54.800 Euro) oder Meister- bzw. Fachwirtabschluss (ca. 57.900 Euro) erwarten. Das Gehalt steigt für Arbeitnehmer*innen mit Master deutlich an – der durchschnittliche Verdienst liegt hier bei knapp 69.300 Euro.

Durchschnittlich verdient man mit der Ausbildung nur 7% weniger als mit einem Bachelor Studium. Und wenn du nur den Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung nimmst (der etwas besser vergütet wird als die Meisten anderen IT-Ausbildungen bzw. auch als der FiSI) dann gibt es wahrscheinlich im Prinzip so gut wie kein Unterschied in der Freien Wirtschaft. Nur mit einem Master oder wenn man für den Öffentlichen Dienst arbeitet ist der Unterschied etwas signifikanter.

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vor 38 Minuten schrieb Graustein:

Am Ende kommt es auf den AG und die Lokation an, ein Admin mit IT Ausbildung bei einem IGM Konzern in München kann locker das doppelte von einem Entwickler mit Master in ostdeutschland beim KMU verdienen. 

Location muss man immer relativ zu den Lebenserhaltungskosten sehen. München ist halt auch sehr teuer.

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vor 2 Stunden schrieb verunsicherter_typ:

Was für Vorteile hätte ich denn mit dem Studium, weil ich ständig höre, dass man nach Berufserfahrung und Skills bezahlt wird, aber wieso gibt es dann so viele die trotzdem studieren?

Das ist im Grunde ganz einfach zu erklären:

In Deutschland herrscht die Meinung, wenn man nicht sein Abitur macht, wird man zu nichts. Wer aber Abitur macht, wird mit Sicherheit keine Ausbildung anfangen, sondern geht studieren. Es ist auch stressfreier, sich einfach bei einer FH oder Uni anzumelden, anstatt sich bei zig Firmen für eine Ausbildung zu bewerben, wo man von über der Hälfte der Firmen nichts mehr hört. Darüber hinaus kann man sich auch über die Studium-Inhalte im Vorwege informieren, während es bei einer Ausbildung ein Glücksspiel ist, wo man hinterher landet, denn Firmen können viel erzählen und als Sahnehäubchen verdient man sogar anfangs mehr als ein frisch ausgebildeter Fachinformatiker.

 

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Ja gut, das stimmt wohl.

Ich habe mein Fachabi und mache trotzdem jetzt eine Ausbildung :x

Dass das Gehalt am Anfang weniger als von jemanden der Studiert hat ist, ist mir klar, aber ich meine jetzt so auf etwas längere Sicht. Nimmt sich das da noch irgendwas, wenn man irgendwie 7-8 Jahre schon auf dem Markt unterwegs ist? 

Ich habe 2 Ausbilder, der eine 7 Jahre Arbeitserfahrung und Bachelor und der andere 10 Jahre Erfahrung, aber dafür "nur" eine Ausbildung und der verdient mehr, als der Ausbilder mit Bachelor. Klar wir reden von 3 Jahren, aber anscheinend juckt es niemanden nach einer gewissen Zeit, habe ich das Gefühl.

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vor 12 Minuten schrieb verunsicherter_typ:

Ich habe 2 Ausbilder, der eine 7 Jahre Arbeitserfahrung und Bachelor und der andere 10 Jahre Erfahrung, aber dafür "nur" eine Ausbildung und der verdient mehr, als der Ausbilder mit Bachelor. Klar wir reden von 3 Jahren, aber anscheinend juckt es niemanden nach einer gewissen Zeit, habe ich das Gefühl.

Es gibt ja keine Tabelle, wo steht, wer ab wann mit Skill X verdient. Es kommt ja auch auf das eigene Verhandlungsgeschick an. Also wie verkauft man sich im Unternehmen? Oder wie wird die Leistung vom Arbeitgeber anerkannt? Vielleicht ist man auch schon mit weniger zufrieden. Geld ist ja nicht alles im Leben. Bietet die Firma vielleicht weniger Geld aber dafür ist der Pendlerweg kürzer? Oder muss man weniger Stunden arbeiten? Mehr Urlaub? Etc. Außerdem kommt es ja auch auf die Firma selbst an. Bei einem Weltkonzern oder einer Firma, die nach Tarifverträgen zahlt wird man höchstwahrscheinlich mehr verdienen können, als in einer 10-köpfigen Werbeagentur mit ein paar regionalen Kunden.

Und ja, die Ausbildung juckt nach einer gewissen Zeit keinen mehr. Dann kommt es auf die Skills an. Hat man die Skills, die eine Firma sucht? Je spezieller die Skills sind, desto schwieriger wird es auch, Fachkräfte mit diesen Skills zu finden und dementsprechend wird man auch wertvoller für die Firma, wenn man die gesuchten Skills hat.

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vor 22 Minuten schrieb verunsicherter_typ:

habe ich das Gefühl.

Ganz schön schnelle Sinneswandel die du da vollziehst. Und dann beruht das alles auf deine Beobachtung von zwei deiner Kollegen?

vor 2 Stunden schrieb verunsicherter_typ:

Ich bin einfach gerade echt nur am verzweifeln

Das spielen sich anscheinend richtige Dramen bei dir ab. Vielleicht einfach mal was locker machen. Du wirst mit Glück noch 45 Jahre arbeiten, da gibt es so viele Faktoren die dein Einkommen und auch deine Prioritäten bestimmen… sowas kann man nicht planen.

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Also eine Sache die mir bezüglich der Ausbildung allerdings etwas negativ aufgefallen ist, ist das z.B in der Schweiz, wo ich mir überlegt habe, dahin auszuwandern da die Konditionen (Nettogehalt vs Lebenserhaltungskosten) allgemein besser sind, speziell wenn man keine Kinder hat,

häufig in Stellenanzeigen sowas gefordert wird:

Zitat

- Hochschulausbildung im Bereich Informatik (FH/Uni/ETH)

oder

Zitat

- Höhere Informatikausbildung auf Stufe HF/FH oder vergleichbar

Frage mich, ob man da Chancen hätte mit einer Fachinformatiker Ausbildung für Anwendungsentwicklung.

Paradoxerweise habe ich auf Reddit aber gelesen, dass dort weniger auf Abschlüsse und Noten geachtet wird als z.B in München.

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In anderen Ländern als in Deutschland ist es meist noch viel schlimmer - da ist Altenpfleger ein Studium. Ob es sinnvoll ist? Ich glaube  es nicht.  Allerdings geben sich so viele Ausbildungsbetriebe seit Jahrzehnten so wenig Mühe mit der Ausbildung, dass man sich über Fachkräftemangel nicht beklagen sollte. Aber das werden die auch nie verstehen.

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vor 9 Minuten schrieb Fachinf78282:

häufig in Stellenanzeigen sowas gefordert wird:

[...]

Das findest du auch in Deutschland überwiegend. Obwohl der Beruf Fachinformatiker schon seit 1997 existiert, hat ihn selbst in Deutschland immer noch kaum jemand auf dem Zettel. Auch scheint die Anzahl der Anwendungsentwickler im Vergleich zu den Systemintegratoren klein zu sein. Gefühlt sind selbst hier im Forum zu 85% Systemintegratoren.

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vor 16 Minuten schrieb Listener:

Natürlich ist das sinnvoll, wenn es kein duales Ausbildungssystem, wie in Deutschland, gibt. 

In der Schweiz gibt es aber tatsächlich auch eine vierjährige Ausbildung zum "Informatiker EFZ in der Fachrichtung Applikationsentwicklung", ist aber scheinbar schlechter anerkannt als hier bei uns der FIAE der in den meisten Stellenanzeigen drinsteht mit "Informatik Studium oder alternativ Ausbildung zum Fachinformatiker [...]" etc.

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Wie gesagt wird man im Einzelfall immer wen finden der mit Ausbildung mehr verdient als jemand mit Bachelor. Wenn ich mich als eben jenen IGM IT Facharbeiter als Beispiel nehme:

ich liege seit dem letzten Tarifabschluss bei knapp 91.000 brutto.
Selbst ein Informatik Master zB im öD mit E13/14 kommt da nicht ran.

Wenn ich mich aber intern mit einem Entwickler mit Studium vergleiche dann liegt der über mir ( gut ich bin selber kein Entwickler).
Es gibt einige Stellen da komm ich mit Ausbildung alleine auch nicht drauf. 

Zusammenfassend kann man sicher sagen: mit Studium kommt man leichter an die besser bezahlten stellen, was der Einzelfall draus macht ist dann wieder eine andere Sache und die Statistiken sind halt unterschiedlich.
Persönlich finde ich halt z.B. alle studierten Informatiker im öD unterbezahlt, jedenfalls abseits der günstigen Lebensräume. 
 

Ansonsten:

Wenn man Entwickler werden will würde ich aber nicht primär Wirtschaftsinformatik studieren.

und wenn dir die Ausbildung Spaß macht dann bleib erstmal dabei. Studieren kannst du dann immer noch.

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Ich würde empfehlen, diese Entscheidung nicht nur daran fest zu machen, was man mit dem einen oder anderem Karriereweg erreichen kann, sondern ob man  auch gewillt ist, diesen Weg auch wirklich bis zum Ende zu gehen.

Wer beispielsweise in der Schule keine Probleme mit naturwissenschaftlichen Fächern hatte und durchweg ein 1er Kandidat war, dem dürfte auch das Informatik-Studium in diesen Fächern keinen Strich durch die Rechnung machen. Anders herum könnte es zu einem vorzeitigen Ende kommen, weil das Studium abgebrochen wird.

Klar, man sagt immer, dass nach dem Studium die Leute, vom Gehalt oder den Perspektiven her, andere Leute einholen. Die Frage in dem Zusammenhang ist die, was das persönliche Ziel ist. Auch in diesem Punkt rettet einem nur Ehrlichkeit gegenüber sich selbst. Wer sich "verbiegen" muss, um der anderer Leute willen gerecht zu werden, wird kein glückliches Berufsleben haben.

In beiden Berufswegen gibt es sicher zahlreiche Möglichkeiten, die aber alle aber auch keine Garantie auf Erfolg darstellen. Auch im Bereich Forschung und Entwicklung können Stellen von einem Etat abhängig sein und attraktive Stellen sind selten konkurrenzlos aus Sicht möglicher Bewerber.

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vor 17 Stunden schrieb verunsicherter_typ:

Ich habe mein Fachabi und mache trotzdem jetzt eine Ausbildung :x

Nur weil man ein Abitur hat muss man nicht Zwangsweise studieren, du hast die Option. Bei mir in der Berufschulklasse gab es nur Abiturienten. 

vor 10 Stunden schrieb Graustein:

Wenn man Entwickler werden will würde ich aber nicht primär Wirtschaftsinformatik studieren.

Würde ich so unterschreiben, mit Wirtschaftsinformatik geht es ehr in den Bereich Projektmanagement.

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Niemand weiß, was der IT-Markt in Zukunft bringt und welche Sau X durch das Dorf getrieben wird, um eine Schwemme von Absolventen in Fachrichtung X zu produzieren. Die dann, wenn sie nach 5 Jahren fertig sind, feststellen müssen, dass seit 4 Wochen Sau Y durch die Vorgärten rennt. Und Du weißt auch nicht, ob Dir das was Du gerade so spannend findest auch die nächsten 45 Jahre Spaß machen wird.

Meiner Meinung nach ist es in unserem Bereich nicht möglich, die Weichen selbst für einen so kurzen Zeitraum von > 5 Jahren zielsicher zu stellen. Dafür ist in der IT alles zu volatil. 

Was aber möglich ist, ist sich potentielle Haltestellen nicht zu verbauen, wenn Du die Möglichkeit und die Zeit hast. Ob Du diese dann irgendwann anfährst, oder doch mit deiner aktuellen Streckenführung zufrieden bist, bleibt Dir überlassen.

Ich bin da eher bei "Besser haben als brauchen".

 

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Am 24.8.2021 um 15:07 schrieb Kwaiken:

Niemand weiß, was der IT-Markt in Zukunft bringt und welche Sau X durch das Dorf getrieben wird, um eine Schwemme von Absolventen in Fachrichtung X zu produzieren. Die dann, wenn sie nach 5 Jahren fertig sind, feststellen müssen, dass seit 4 Wochen Sau Y durch die Vorgärten rennt. Und Du weißt auch nicht, ob Dir das was Du gerade so spannend findest auch die nächsten 45 Jahre Spaß machen wird.

Meiner Meinung nach ist es in unserem Bereich nicht möglich, die Weichen selbst für einen so kurzen Zeitraum von > 5 Jahren zielsicher zu stellen. Dafür ist in der IT alles zu volatil. 

Was aber möglich ist, ist sich potentielle Haltestellen nicht zu verbauen, wenn Du die Möglichkeit und die Zeit hast. Ob Du diese dann irgendwann anfährst, oder doch mit deiner aktuellen Streckenführung zufrieden bist, bleibt Dir überlassen.

Ich bin da eher bei "Besser haben als brauchen".

 

Ja, stimmt natürlich auch irgendwie.

 

Ich mach erstmal die Ausbildung und dann schau ich weiter, ob ich noch ein Studium dran hänge und dann auch mal schauen was für eins, ob normal oder dual.

Ich danke jedem für die zahlreichen antworten.

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