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Doku: Präsens ist nicht perfekt


THE_WORKER

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Mahlzeit!

Sitze gerade an meiner Dokumentation zu dem von mir bereits durchgeführtem Projekt.

Habe mir vorher eine Muster-Dokumentationen und auch die hier veröffentlichten FAQ´s durchgelesen.

Was mich dabei stört, ist die Tatsache, dass ich die Texte in der Gegenwartsform schreiben soll.

1. Ist das Projekt durchgeführt WORDEN und ich habe nicht mit Zettel und Stift oder Notebook daneben gesessen.

2. Entspricht die Gegenwartsform definitiv nicht meinem persönlichen Schreibstil

3. Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass PA-Mitglieder ,respektive Kunden, für die ja die Dokumentation in erster Linie sein soll, dies als sehr professionel empfinden.

Meine Frage nun, mit welchen Abwertungen habe ich zu rechnen, wenn ich mich in MEINER Dokumentation für die für mich effektivste Schreibweise entscheide.

Danke für Tipps und Infos!

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>>>1. Ist das Projekt durchgeführt WORDEN und ich habe nicht mit Zettel und Stift oder Notebook daneben gesessen.

So einfach ist das mit der Sprache nicht. Guenther Grass schreibt auch im Praesens ueber irgendwas und sitzt dabei an der Schreibmaschine.

>>>2. Entspricht die Gegenwartsform definitiv nicht meinem persönlichen Schreibstil

Erstens hast Du mit dem Satz bereits das Gegenteil bewiesen und zweitens waere es ausserdem irrelevant. ;)

>>>3. Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass PA-Mitglieder ,respektive Kunden, für die ja die Dokumentation in erster Linie sein soll, dies als sehr professionel empfinden.

Es ist genau umgekehrt. Professionelle Technische Dokumentationen werden in den allermeisten Faellen im Praesens geschrieben.

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Hmm,

Gothe schreibt auch

`süsser Schlaf du kommst wie reines Glück,

unerwartet, ungewollt am willigsten,

du lössest die Konten der strengen Gedanken

und eingehüllt in gefälligen Wahnsinn

sinken wir dahin und hören auf zu sein.`

Schon verständlich, dass Gothe da nicht mitschreiben kann....

aber das ist Lyrik -> wie auch Grass.

Würde ich meine Doku im Präsens geschrieben haben,

hätte ich das Gefühl, einen Aufsatz in der Ersten Klasse verfassst haben zu sollen.(?):confused:

Oder, ComputerBild-Niveau

Deswegen auch die Frage - habe ich mit Abwertungen gerechnet haben zu müssen?

:confused:

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Original geschrieben von THE_WORKER

aber das ist Lyrik -> wie auch Grass.

Sorry, seine bekannten Werke fallen unter die Rubrik Prosa. Wenn man moechte, kann man das auch Epik nennen.

Würde ich meine Doku im Präsens geschrieben haben,

hätte ich das Gefühl, einen Aufsatz in der Ersten Klasse verfassst haben zu sollen.(?):confused:

Du verwechselst wahrscheinlich "Bericht" und "Dokumentation".

Aber mach Dir nichts draus, die weitaus meisten Projektarbeiten aehneln tatsaechlich eher Berichten als Dokumentationen (nicht nur in den Zeitformen), was aber nicht heisst, dass das richtig waere. Schau Dich doch mal um. Was sind typische Dokumentationen? APIs, RFCs, Installations- und Betriebsanleitungen, TechSpecs, Manuals.

DAS WIMMELT DARIN NUR SO VON PRAESENS!

Warum gibt das niemandem zu denken? (Spart Euch die Antwort: Weil nur wenige gelernt haben, solche Texte zu schreiben; man ist es daher nicht gewohnt, es faellt schwer. Und so erzeugt die Schwierigkeit den Wunsch und der Wunsch eine Pseudonorm.)

Deswegen auch die Frage - habe ich mit Abwertungen gerechnet haben zu müssen?

Es gibt viele Berichte, wonach es nicht so sein muss. (Es gibt auch viele Berichte ueber Pruefer mit fragwuerdiger Allgemeinbildung, und es gibt auch einen Benotungsschluessel, in dem Sprachliches keinen sehr grossen Anteil hat, und die Zeiten sind nur einer der sprachlichen Bewertungskriterien.)

Wie auch immer. Ich habe immer ein paar Punkte dafuer abgezogen, werde das auch weiterhin tun, und wage zu behaupten, eine Vielzahl anderer Pruefer ebenfalls. Und wenn nicht, hat man vielleicht einfach Glueck gehabt.

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Hallo!

Das Präsens als solches ist in der Dokumentation nicht unbedingt wörtlich zu nehmen; soll heißen, dass das, was man da verfasst nicht eben "gegenwärtig" ist, sondern schon geschehen (->Perfekt.)

Allerdings gibt es Präsens und Präsens. Und das Präsens, welches in der Doku gefragt ist, ist das sogenannte historische Präsens. Man erinnere sich an die allabendlichen Krimi-Serien, in denen die Ermittler beispielsweise den Fall rekonstruieren. Da heisst es auch nicht "Der Täter hat den Mann erschossen und ist geflohen, nachdem er den Tatort von Spuren gesäubert hatte", sondern es heisst "Der Täter erschießt den Mann, säubert den Tatort und flieht!".

Wenn man das Präsens bei solchen Beschreibungen oder eben Dokumentationen einsetzt, dann begründet dies die Allgemeingültigkeit und die immer-wieder-Einsetzbarkeit dessen, was man dokumentiert.

Und, da schließe ich mich Uli an: alles andere als Präsens in der Doku ist unprofessionell.

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Originally posted by gajUli

[...] Ich habe immer ein paar Punkte dafuer abgezogen, werde das auch weiterhin tun, und wage zu behaupten, eine Vielzahl anderer Pruefer ebenfalls. Und wenn nicht, hat man vielleicht einfach Glueck gehabt.

Ich bewerte solche Dinge wie Zeitform oder auch die Verwechselung von "falls" und "wenn" oder "wie" und "als" in Dokus gar nicht. Das große Problem sehe ich darin, daß auf den meisten Schulen die Unterscheidungen zwischen den "vollendeten" Zeiten zu Präsens und Imperfekt oft gar nicht (richtig) vermittelt werden. Ich selbst erinnere mich noch sehr gut daran, daß ich diese Deutsch-Lektion erst im Latein-Unterricht gelernt habe - und dann später, im Griechisch-Unterricht, erst richtig begriffen habe. Im gesamten Deutsch-Unterricht wurde das kaum bis gar nicht erwähnt. Da haben wir Sonette von Gryphius interpretiert ... ;)

Im gesprochenen Umgangsdeutsch wird eh generell das Imperfekt als Erzählform gewählt, obwohl es schlichtweg falsch ist. Bei der Bewertung von Sprache und Rechtschreibung einer Doku wähle ich daher immer meinen allerwohlwollendsten Gesamteindruck für die Teilpunkte-Vergabe.

gruß, timmi

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Ehrlich gesagt, ich halte es letzten Endes nicht fuer sehr fair, zu beruecksichtigen, wer was in der Schule gelernt hat oder nicht. Mit diesen Prinzip werden viele Schueler von Stufe zu Stufe durchgezogen ohne die noetigen Skills zu beherrschen. Irgendwann einmal muss damit Schluss sein, und ich denke, wenn jemand seine Tauglichkeit fuer den Berufseintritt beweist, dann ist es hoechste Zeit. Die Betriebe haben auch einfach einen legitimen Anspruch auf Zeugnisobjektivitaet, soweit machbar. Hinter dem "sehr gut" steht ja hinterher nicht "eigentlich nur gut, aber er war auf einer schlechten Schule", sondern eben "sehr gut".

Wenn jemand sprachlich unsicher ist, kann er ausserdem jederzeit einen Bekannten um Korrektur bitten.

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Originally posted by gajUli

[...] Wenn jemand sprachlich unsicher ist, kann er ausserdem jederzeit einen Bekannten um Korrektur bitten.

Sicher, das hatte ich ja in einem Parallel-Thread zum Thema "Qualitätssicherung und Review" auch gesagt. Aber ein durchgängiges Imperfekt anstelle des korrekten Perfekt (oder Präsens) werte ich nicht als "sprachliche Unsicherheit" sondern eher als heute übliche Form. Und wenn ich dann noch weiß, daß kaum irgendeine Schule auf die Unterschiede von Perfekt und Imperfekt ausreichend hinweist, dann tue ich mich durchaus leicht, eine komplett in einer falschen Zeitstufe geschriebene Arbeit dennoch ohne Punkabzug zu bewerten.

Anders ist es natürlich, wenn wirklich sprachliche Unsicherheiten vorliegen - vierlleicht gar gewollte, um fachliche Unsicherheiten zu vertuschen. Aber solange die Doku fließend zu lesen ist - egal ob im Perfekt oder Imperfekt - ist die für mich OK. Der Gesamteindruck ist für mich entscheidender.

gruß, timmi

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