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Chrison

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  1. Hallo zusammen, ich würde gerne mal Meinungen von Absolventen und angehenden Prüflingen zum Thema "Wie evaluiere ich, ob mein Thema zum Abschlussprojekt zutreffend sind" sammeln. Kurz zu meinem Hintergrund Ich bin Wirtschaftsinformatiker mit abgeschlossener IHK-Ausbildung zum Informatikkaufmann (leider nur :-) ) und arbeite derzeit in einem Software-Unternehmen als Anwendungsentwickler. Dort habe ich derzeit die Aufgabe, neben der täglichen Entwicklungsarbeit, junge Menschen auf dem Weg durch ihre Ausbildung zu unterstützen und sie möglichst gut auf ihren IHK-Abschluss vorzubereiten. Während der IT-Teil eher weniger ein Problem darstellt, stehe ich derzeit vor dem Problem, dass ich selbst leider nie die Abschlussprüfung zum Anwendungsentwickler durchlaufen habe und hier entsprechend eine gravierende Wissenslücke habe. Was ich gerne von euch wissen würde Derzeit bereiten wir unsere Auszubildenden auf das Berufsleben vor, indem wir einen dedizierten Sprint mit niedrig priorisierten Bugs und User Stories haben (niedrig = release-unkritisch), die sie eigenständig abarbeiten können. On Top hätte ich gerne einen Pool von Themen, die potentiell für Abschluss-Arbeiten geeignet sind, um unseren Auszubildenden eine Stütze zur Hand zu geben, sobald es soweit ist ein Thema auszuwählen. Wie Ausgangs bereits erwähnt fehlt mir hier aber leider der "schulische" Hintergrund, da ich im Rahmen meiner IHK-Arbeit a) nur einen 35h Rahmen hatte und b ) der Fokus hier auf Dingen wie Wirtschaftlichkeits-Analysen lag. Euch wäre ich also sehr dankbar, wenn wir einen Erfahrungsaustausch vornehmen können und ihr mir den ein oder anderen Tipp geben könntet bezügl. Welchen Umfang sollte die reine Entwicklungstätigkeit bei einem solchen Projekt einnehmen? Wie seid ihr mit fachlichen Unklarheiten umgegangen? (zB Fachkonzept weißt während der Bearbeitung noch Mängel auf und der Auszubildende muss Zeit investieren, diese Mängel zu klären) Welche typischen Stolpersteine gibt es im Rahmen einer solchen Projektarbeit, die insbesondere in der mündlichen Prüfung nochmal thematisiert werden könnten? Mein Ziel ist es, unter Wahrung der Eigenständigkeit, unseren Auszubildenden einen möglichst sinnvollen Themen-Pool aufzubauen, aus dem sie, sofern sie selbst kein eigenes Thema haben, ein Abschluss-Projekt wählen können. Entsprechend wäre ich sehr Dankbar um Feedback zum Einen von Leuten, die selbst bereits durch diesen Prozess gegangen sind (wie gesagt, hier fehlt mir leider einfach die persönliche Erfahrung) und zum Anderen bin ich natürlich auch dankbar, sollte ein IHK-Prüfer oder Berufsschullehrer hier kurz eine Hilfestellung zum Thema geben. Ich möchte da explizit kein "Cheat-Sheet" um Prüfungspunkte abzuhaken (das können die Azubis durchaus selbst leisten und sei es nur durch Googlen :-) ), sondern Ziel ist es Themen aus laufenden Sprints bzw aus dem Bug- und Feature-Pool in den "Azubi"-Pool zu verschieben, die sich möglichst ideal eignen um daraus ein sinnvolles Abschluss-Projekt zu stricken. Sprich am Ende des Tages habe ich eine Anzahl an Bewertungs-Kriterien an der Hand, anhand dessen gewisse Dinge als "Abschluss-Projekt Kandidat" infrage kommen könnten und unseren Azubis als Stütze zur freien Auswahl stehen. Was mir derzeit vorschwebt Komplexität Die User-Story bzw der Bug sollte möglichst soweit fertig beschrieben sein, dass es eine klare Aufgabe / Handlungsanweisung für den Entwickler gibt. Rückfragen sollten sich hierbei möglichst nur auf Detail-Fragen reduzieren und im Ideal-Fall gibt es bereits eine grobe Idee, wie die technische Implementierung aussieht. Rückfrage an der Stelle Inwiefern spielt das Entwerfen einer sinnvollen Architektur in das Abschluss-Projekt rein? Ist es legitim einen gewissen Stundenanteil als Teil des Projektes zu realisieren? Eigenständigkeit Persönlich würde ich die Projekte gerne so autark wie möglich sehen. Dh. es ist weder abhängig von einem Release-Date noch wird es in den produktiven Sprints eingeplant. "Its done when its done" wäre meine präferierte Vorgehensweise. Ebenso sollte es sich meiner Meinung nach um eine isolierte Komponente handeln, die der Auszubildende ohne Fremdeinwirkung für sich alleine entwickeln kann. (Was Unterstützung aus dem Team natürlich nicht ausschließt, aber nicht zwingend erfordert) Zeitaufwand Ich kenne das aus meinem eigenen IHK-Projekt so, dass ein gewisser Zeitaufwand schlichtweg in die Dokumentation fließen MUSS. Mit 35h hat sich das bei mir allerdings als "kreative Herausforderung" herausgestellt. Beim Anwendungsentwickler scheinen 70h ja der gängige Zeitrahmen zu sein. Dokumentation und dessen Zeitanteil Wieviel Zeit wird üblicherweise für die Dokumentation des Projektes als Sinnvoll erachtet? Gibt es hier Mindest- bzw Maximal-Werte, die einzuhalten sind? Zählt die Dokumentation des Quellcode hier mit rein oder wird das eher in der Implementierung gesehen? Fachgespräche als Projektanteil Ein Teil MEINES Projektes bestand zwangsweise aus Meetings zum Abklären von Unklarheiten. Wie sieht das beim Anwendungsentwickler aus? Gibt es hier gute Erfahrungswert, wieviel Zeit ein Azubi maximal in solche Tätigkeiten stecken sollte? Architektur Als jemand, der den Großteil seiner Entwicklungstätigkeit auf Architektur-Design und Fachkonzept-Reviews "verschwendet", bin ich es gewohnt lediglich 30-50% der geplanten Aufwände in die tatsächliche Entwicklung zu stecken. Jetzt habe ich aber auch einen anderen Hintergrund und fahre persönlich mit diesem Vorgehen besser, als stur nach "Anleitung" zu programmieren. (60-70% der Implementierung entsteht bei der Planung bereits im Kopf). Wie liegt hier der Bewertungsstatus der IHK? Wäre das ein legitimes Vorgehen, hauptsache das Projekt wird am Ende erfolgreich abgeschlossen? Oder gibt es einen Maßstab, dass mindestens x% der Aufwände in der tatsächlichen Programmierung liegen? => persönlich würde ich unsere Auszubildenden gerne dazu "erziehen", sich vorher Gedanken über das zu machen, was sie hinterher an der Tastatur runterrattern. Allerdings sollen sie natürlich auch eine gute Abschlussarbeit abliefern. Dh. wenn das Hauptaugenmerk auf Programmieren im Sinne von x h in der IDE zu verbringen liegt, dann würde ich hier gerne soviel vorarbeit leisten, dass unsere Auszubildenden sich auf die Kernaufgabe des Abschluss-Projekt fokusieren können. (bzw sie dafür unabhängig vom Abschluss-Projekt zur Seite nehmen würde und das Ganze mit ihnen zusammen erarbeiten) Ich würde hier ungern einen Auszubildenden in der Situation sehen wollen, dass er auf sich allein gestellt vor einem Prüferausschuss rechtfertigen muss, wieso er 20h in die Architektur investiert hat und "nur" 20h mit reinem Programmieren verbracht hat. PS: Der Punkt "Architektur" erstreckt sich nach meinem Verständnis nicht nur auf Klassendiagramme sondern auch auf Analysen, inwiefern zB. zukünftige Projekte von einer generischen Implementierung profitieren können. Dh. Klassendiagramme sind eine tolle Sache zur Dokumentation, aber mir geht es hier vorallem auch um das Auseinandersetzen mit der Materie selbst. Wenn das Ergebnis also wäre, dass wir zukünftig auf ein neues Pattern setzen sollten, das hier beispielhaft implementiert wurde, weil es gewisse Vorzüge bietet, dann wäre das imo. Teil der Architektur, auch ohne Klassendiagramm (ich würde als Prüfer durchgehen lassen, wenn der Azubi mir erläutert, warum gerade DIESES Pattern gerade HIER von Nutzen ist und wie er es implementiert hat, ggf. auch mit Code-Beispielen) Abnahme / Qualitätskontrolle Wir haben einen etablierten Prozess zur Qualitätskontrolle, dh. die QM erstellt anhand von fachlichen Anforderungen Testfälle, an denen hinterher getestet wird. Inwiefern muss der Auszubildende hier ins Detail gehen? Ich frage insbesondere deswegen, weil es für unsere Sprint-Planung relevant ist und ich ggf. einen QM-Kollegen mit Stunden auf das Abschluss-Projekt planen müsste. Sprich muss dem Azubi das Testkonzept vollumfänglich bekannt sein? Wird von ihm ggf. gefordert, dass er es hinreichend erläutern und begründen kann? Oder reicht es im Zweifelsfall aus eine Excel-Liste mit Testfällen anzuhängen? Wäre es vom Vorteil, wenn die Erstellung von UnitTests ein Bestandteil des Projektes wären und stundentechnisch in das Projekt einfließen? Bei uns ist das sowieso ein "Definition of Done" Kriterium, dh. gemacht werden muss es sowieso... Die Frage ist nur, muss es der Azubi im Rahmen des Projektes machen? Kann er es außerhalb machen? Und wäre es legitim, wenn es ein weiterer Entwickler tun würde? => Wir nutzen UnitTests zum Wissenstransfer, dh. bevorzugt wäre es, wenn ein 3ter die UnitTests schreiben kann Kaufmännischer Anteil Inwiefern spielt dieser Teil eine Rolle? Ist es ein Pflichtthema, das hinreichend begründet werden muss oder reicht es hier beispielsweise aus, dass der Project-Owner sagt "Wir müssen das Feature selbst entwickeln, weil ich nix von 3rd Party Komponenten halte"? Zum Hintergrund Wir erstellen Standard-Software, dh. jede Komponente, die wir ohne Lizenzkosten selbst erstellen, geht zu 100% in die Wirtschaftlichkeit unserer Tätigkeit ein. Es macht also für uns Sinn auf kostenpflichtige Komponenten zu verzichten. Andererseits steht es uns frei gemeinfreie Komponenten aus der .Net Welt zB über NuGet zu nutzen, wenn wir die Entwicklungsdauer damit verkürzen können. Allerdings trifft meistens das Team gemeinsam die Entscheidung externe Frameworks einzubinden, dh. die Entscheidungshoheit des Azubi wird hier zwangsweise sehr limitiert sein. Reicht es hier aus zu sagen "Das Team hat entschlossen Framework X zu nutzen, da es wirtschaftlicher ist"? Oder muss der Auszubildende diese Entscheidung hinreichend mit einer Analyse begründen können? TL;DR; Wie wählt ihr als Auszubildende und Ausbilder Themen zum Abschlussprojekt aus? Wie ist die Sicht eines IHK-Prüfers auf das Thema und wo sollten Foki liegen? Ich bin euch sehr verbunden um eure Antworten und bin im Gegenzug auch gerne bereit, meinen Kriterien-Katalog im Anschluss mit euch zu teilen, damit auch andere davon profitieren können :-) Viele Grüße und vorab vielen Dank für eure Antworten, Chris

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