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Fachinformatiker - Blog

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Hallo Welt!

Nach einer längeren Zeit der Beitragsflaute mal wieder ein neuer Post. Dafür gibt es dieses mal auch etwas mehr und wieder einen Veranstaltungsbericht. Dieses mal jedoch nicht von einer Konferenz, sondern von einem Seminar mit anschließender Prüfung zur Zertifizierung.

Vom 05.07.2016 bis zum 07.07.2016 bin ich mit einem Kollegen in Köln auf einer prüfungsvorbereitenden Schulung zum Thema "Usability Engineering and User Experience" gewesen und habe dort einiges an Wissen erworben, das ich gerne auszugsweise(da sonst jeglichen Rahmen sprengend) mit euch teilen möchte.

Innovative Software braucht doch keine Kreativität "UX aus der Dose"

Im April 2016 habe ich mit zwei Kollegen die "OBJEKTspektrum information days" in Frankfurt am Main besucht und dort einen extrem interessanten Vortrag von einem mir recht sympathischen Sprecher gesehen.

In dem Vortrag mit dem provokanten Titel "Innovative Software braucht doch keine Kreativität – Ein Usability-Engineering How-to-Guide" beschrieb der Sprecher Herr Thomas Geis, wie man mithilfe der EN ISO 9241 und anderer Erkenntnisse aus dem Bereich "Entwicklung gebrauchstauglicher Produkte" mit rein methodischem Vorgehen sogenannte "Erfordernisse" an ein Produkt identifizieren kann, die unabhängig von bisherigen Lösungen oder Anforderungen oft exakt das beschreiben, was eigentlich vom Benutzer gewünscht wird.

Beispiel gefällig? Heizungsventile kennt ja so ziemlich jeder. Üblicherweise sind die irgendwie zum Drehen und haben von 0-5 eine Skala drauf, wobei man eigentlich nie weiß, welche Zahl welche Temperatur bedeutet.

Ein beliebiges Standard-Thermostat

< Ein beliebiges Standard-Thermostat

Ein Erfordernis an ein Heizungsventil oder eine "Heizeinrichtung" allgemein lautet jedoch eher so:

"Der Benutzer muss wissen, welchen Wert er eingeben muss um eine gewünschte Raumtemperatur zu erreichen."
Daraus ergibt sich, wenn man genau ist, nicht die Anforderung
"Der Benutzer muss am System an einem Drehregler einen Wert von 0-5 einstellen können", sondern eher etwas wie "Der Benutzer muss am System die gewünschte Zieltemperatur eingeben können."

Heizungsventil mit Temperatureinstellung

Was passiert, wenn man so eine Anforderung konsequent zu einem sogenannten "interaktiven System" weiterentwickelt, sieht man beispielhaft hier. Das System ist bezüglich der Temperaturmessung im Raum zwar noch nicht zu 100% ausgereift, aber ein gefühlter Quantensprung an "Mehrkontrolle" gegenüber einem regulären Heizungsventil. Denn sind wir mal ehrlich, wer kennt die Situationen nicht, in denen man wie ein Verrückter zwischen "2.5" und "4.5" am Heizungsventil hin- und herdreht.

Noch spannender wird es, wenn man den Nutzungskontext einer "Heizung" genauer analysiert. Dann stellt man schnell fest, dass es nicht darum geht, eine "Zieltemperatur einzustellen", sondern dass es "angenehm temperiert ist". Analysiert man diesen Gedanken weiter, könnte es z.B. mit einem "Wearable Computer" verbinden um anhand der Körpertemperatur und der Entfernung zum Haus die Heizung so anzuschalten, dass die Wunschtemperatur immer automatisch gehalten wird. Fahre ich also weg, fährt die Heizung so weit herunter, dass sie, wenn ich jetzt umdrehen würde, bei der Ankunft zu Hause wieder auf der "Wohlfühltemperatur" steht. Boom! Innovation. Etwas, das als neu oder mit "Wow"-Effekt wahrgenommen wird, weil es bestehende Prozesse drastisch vereinfacht, verbessert oder einfach völlig anders löst als bisher bekannt.

Das Seminar - "Usability in a nutshell"

Angefixt von dem Talk auf der Konferenz haben mein Kollege und ich uns also ein gutes halbes Jahr später im Mietwagen nach Richtung Köln auf den Weg gemacht. Dadurch, dass der Talk auf der Konferenz so gut war, haben wir uns auch direkt dazu entschieden, das Training ebenfalls bei Herrn Geis von der Firma ProContext durchzuführen. Bevor jemand fragt, ich kassiere hier keine Provision, ich bin einfach wirklich begeistert von den Inhalten und der Art der Vermittlung.

"Human centered design process"

"Human centered design process"

Nach dem Check-In im B&B-Hotel Köln/Messe und einem sehr geschmeidigen Abendessen in einem mexikanischen Restaurant ging es am nächsten Morgen ausgeschlafen und frisch gestärkt mit dem Zug Richtung Innenstadt zum Konferenzhotel direkt am Kölner Dom.

Tag 1 -  Usability-Basics

Bevor in tatsächliche Übungen eingestiegen werden konnte, gab es erstmal eine ordentliche Portion Theorie. Denn bei der Herstellung gebrauchstauglicher Produkte gibt es eine Menge Dinge, die einem begegnen können, die sehr präzise eingeordnet werden müssen, um sie richtig zu deuten. Die ISO-9241 und die Seminarinhalte vermitteln uns genau diese Sprache, diese Begriffe mit denen es möglich ist, solche Themen und diffusen Konzepte konkret zu benennen und damit zu arbeiten.

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Programmübersicht Tag 1

Themen waren unter anderem "Erfordernisse", "Anforderungen" und was deren Unterschied ist. Ein Erfordernis z.B. ist oft unbewusst, ein sogenanntes "implied need" und muss systematisch im Nutzungskontext erhoben werden. Eine Anforderung wiederum befriedigt bei Erfüllung ein Erfordernis und basiert auf diesem. An 2 Beispielen möchte ich das kurz exemplarisch für andere erläuterte Begriffe darlegen. Alles ausführen kann und möchte ich hier nicht, das würde a) den Rahmen sprengen und B) müsste ich euch das vermutlich beim Lesen in Rechnung stellen. ;)

Erfordernis

Syntax: Die <Benutzergruppe>, muss XXX wissen / verfügbar haben, um YYY entscheiden / tun zu können.

Es gibt also immer eine Voraussetzung und einen Zweck, die im Erfordernis festgehalten sind, welches wiederum im Nutzungskontext verankert sein muss.

Ein Beispiel für eine Vorrichtung zum Garen von Eiern:

Der Benutzer muss den Garzustand des Eis kennen, um entscheiden zu können, ob er es im Garvorgang belässt oder nicht.

Anforderung

Syntax: Der Benutzer muss am System ZZZ

  • erkennen/überblicken können
  • auswählen können
  • eingeben können

Daraus ergäbe sich für unsere Garvorrichtung folgende beispielhafte Anforderung:

Der Benutzer muss am System den Garzustand der darin befindlichen Eier erkennen können.

Wie diese Anforderung jetzt technisch umgesetzt wird, ist an dieser Stelle bewusst offen gehalten. Ob eine grafische Anzeige, eine Push-Mitteilung auf das Smartphone (IoT ist ja in aller Munde momentan), eine Melodie oder was auch immer das "Beste" ist, wird im Anschluss im Test überprüft.

Des weiteren wurden die 7 Dialogprinzipien und ihren Auswirkungen auf die Gestaltung von Nutzungsschnittstellen thematisiert.

Am Ende des ersten Workshop-Tages wurden gemeinsam in Übungen aus Nutzungskontextbeschreibungen Erfordernisse und aufbauend darauf Anforderungen her- bzw. abgeleitet. Interviews und Nutzerbeobachtungen spielen dabei im Vorfeld eine entscheidende Rolle.

Der Tag war also schon gefüllt mit ordentlich Inhalt, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Und es zeichnete sich nicht ab, dass das weniger werden sollte. Im Gegenteil.

Um die Inhalte gebührend zu verarbeiten und Platz für Neues zu machen, gönnten wir uns mit einem Teil der Truppe nach einem Besuch des Weihnachtsmarktes am Kölner Dom gemeinsam im "Früh am Dom" noch das ein oder andere Kölsch.

Tag 2 - Entwickeln und Testen von UI/UX-Lösungen

“If the user can’t use it, it doesn’t work” –Susan Dray

Noch leicht schwammig im Kopf vom Kölsch ging es mit der Bahn zurück zum Hauptbahnhof und von da aus ins Schulungshotel.

Wenn Tag 1 den Fokus darauf legte, die Basis zu legen und Erfordernisse und Anforderungen zu sammeln, war der Hauptinhalt von Tag 2, zu erkunden, wie man dieses Wissen jetzt in ein Produkt, oder besser, einen Prototypen bzw. eine evaluierbare Geschäftsidee überführt.

Der oben schon verlinkte "Menschzentrierte Prozess zur Gestaltung gebrauchstauglicher interaktiver Systeme" war die Basis, auf der der zweite Tag basierte. 

Nachdem man Erfordernisse identifiziert und Anforderungen hergeleitet hat, ist der nächste Schritt im Prozess, eine Designlösung zur Evaluierung zu erarbeiten. Auf gut deutsch: "Einen Prototypen zum Testen bauen."

Dafür gibt es natürlich verschiedene Dinge, die man beachten muss. Ein paar Begriffe, Konzepte und Informationen, die dazu gehören, will ich hier exemplarisch auflisten.

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Kippschalter - Benutzung offensichtlich

Affordance -Aufforderungscharakter Der Grad der Affordance beschreibt, wie sehr ein Element in einer Nutzungsschnittstelle zu seinem korrekten Gebrauch auffordert. Einem Schalter ist z.B. recht deutlich anzusehen, dass man ihn umlegen kann. Ich habe allerdings auch schon Dimmschalter gesehen, die man zum Anschalten nach unten "streicheln" musste und zum Abschalten bzw. dimmen nach oben. Aus Usability-Sicht ein ziemlicher Griff ins Klo.

Intuitiv

Im Usability-Sprech spricht man von Intuitivität, wenn die Benutzung eines interaktiven Systems unabhängig von der Erfahrung, vom Wissen, von den Sprachkenntnissen und dem momentanten Konzentrationsgrad des Benutzers unmittelbar verständlich ist.

Das heißt in der Praxis, dass ein Geldautomat dann intuitiv ist, wenn man ihn am Ballermann als 16-Jähriger, der zum zweiten mal in seinem Leben Geld abhebt, grade bierbedingt 2,5 Promille intus hat trotzdem bedienen kann. Obwohl der Automat grade in "Spanisch" eingestellt ist. Leichter gesagt als getan also.

Mentales Modell

Unter einem "Mentalen Modell" versteht man die Vorstellung, die ein Mensch von der Umgebung, den Menschen und Dingen hat, mit denen er interagiert. 

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Wasserhahn mit klassischer "blau - kalt, rot - warm"-Färbung

Das Mentale Modell von einem Wasserhahn ist bei den meisten Menschen so konzipiert, dass es einen Griff zum Starten des Wasserflusses und einen Schieberegler zum Einstellen der Temperatur gibt. Das wäre das "Systemmodell". Ein Mensch, der zum ersten einen Wasserhahn mit Berührungssensor benutzen möchte, wird vermutlich Probleme damit haben, wenn er bis dahin noch keinen Kontakt zu dieser Technik hatte.

Ein paar Jahre vorher gab es z.B. noch nicht mal den stufenloser Schieberegler am Mischer. So musste man noch manuell heißes bzw. kaltes Wasser aufdrehen, bis man die gewünschte Zieltemperatur erreicht hat. Moderne Systeme bieten hier (zumindest in der Dusche) oft schon eine  auf den Regelmechanismus geätzte Temperaturskala an, die die Benutzung erleichtert. 

Wichtig ist für das mentale Modell jedoch diese Aussage.

Passen mentales Modell und Systemmodell nicht zusammen, sind Nutzungsprobleme vorprogrammiert.

Joel Spolsky, Gründer von Trello und Mitgründer von Stack Exchange, hat dazu vor 17 Jahren(!) einen Blogpost geschrieben, der immer noch Relevanz hat. 

Neben diesen Konzepten wurde den "7 Dialogprinzipien" an diesem Tag erneut verstärkt Zeit gewidmet. Dazu habe ich in meinem letzten Blogbeitrag aber schon ausführlich etwas geschrieben.

Ein weiteres Thema waren verschiedene Gestaltungsrichtlinien, sogenannte "Styleguides" oder "Design Patterns". Hierbei handelt es sich um Vorgaben, wie z.B. ein Button, eine Tabelle oder der gesamte Checkout Vorgang in einer Webseite (das wäre ein Design Pattern) aussehen sollte. Die meisten großen Hersteller von Software bieten so etwas übrigens an. Auf der Homepage unseres Trainingsanbieters findet ihr dazu einer super Übersicht.

Nach einer kurzen Exkursion zur Gestaltung verschiedener Prototypen (z.B. Papierskizze, Storyboard, Wireframe, etc.) ging es zum Ende hin dann zum großen Thema "Evaluierung der Designlösungen", also dem Test der Prototypen. Diesem Kapitel, das unter anderem Fokusgruppen, Benutzerbefragungen und Usability Tests beinhaltet, werde ich mich aber aufgrund des Umfangs in einem gesonderten Blogbeitrag widmen.

Wir schlossen den Tag mit einer Übersicht über die verschiedenen Rollen im Usability Engineering Prozess, ein paar Übungsaufgaben und einem prall gefüllten Kopf für den morgigen Prüfungstag.

Tag 3 - Prüfung zur Zertifizierung zum "UXQB® Certified Professional for Usability and User Experience – Foundation Level (CPUX-F)"

Den Vormittag und den ersten Teil des Nachmittags wendeten wir am Mittwoch zur Aufarbeitung der Inhalte zum Überprüfen der Gestaltungslösungen (also Usability Testing und co.) auf. 

Am Nachmittag wurde es dann spannend. Die Prüfung stand an. Dazu folgende Rahmenbedingungen.

  • 40 Fragen
    • Zum Bestehen müssen 28 von 40 Punkten erreicht werden (70%)
  • 75 Minuten
  • Keine Hilfsmittel erlaubt
  • Jede Frage hat 6 Antwortmöglichkeiten, bei denen eine "signifikant richtiger" ist als die anderen
    • Gibt es nur eine richtige Antwort, gibt es einen Punkt für eine richtige und null Punkte für eine falsche Antwort
  • Manche Fragen haben 2 oder 3 "signifikant richtigere" Antworten, wenn dies der Fall ist, geht es aber aus der Aufgabe deutlich hervor
    • Gibt es mehrere richtige Antwortmöglichkeiten, gibt es für jede richtige Antwort 1/AnzahlMöglichkeiten Punkte. Für jede falsche Antwort gibt es 1/AnzahlMöglichkeiten Punkte Abzug. Die Gesamtpunktzahl kann aber nie negativ sein.

Die Fragen wurden, soweit ich das beurteilen kann allesamt durch die Übungen und Beispiele im Training im Vorfeld abgedeckt. So habe ich es dann auch geschafft, stolze 87,50% zu erreichen. Die Schwierigkeit der Fragen war allerdings stark gemischt. So gab es von relativ einfachen Fragen wie "Bei welchen der folgenden Begriffe handelt es sich um Dialogprinzipien?", wo die Lösung einfach aufgrund der Namen recht simpel war bis hin zu sehr schwierigen Fragen, wo mehrere Lösungen tatsächlich richtig waren, aber eine eben ein "Stückchen richtiger" als die anderen eine große Durchmischung. Da ging es z.B. um eine Fehlermeldung in Form eines Fehlercodes nach einer Datumseingabe in einer Webseite und einen Vorschlag zur Verbesserung. Gegeben waren von der ausführlicheren Fehlermeldung hin zum "Tutorial" verschiedene Möglichkeiten. Die richtige war jedoch, die Datumseingabe durch eine Datumsauswahl zu ersetzen, um Tippfehler, die erst validiert werden müssen überflüssig zu machen. So einfach kann's gehen.

Alles in allem machbar, aber knackig.

Fazit

Meiner Meinung nach waren das drei sehr gelungene Tage und wohl investiertes Geld. Geld heißt hier 1.500€ zzgl. MwSt. für das Training und 300€ zzgl. MwSt. für die Prüfung. Eine Rückerstattung bei Nicht Bestehen gibt es hier selbstverständlich nicht.

Obwohl die Möglichkeit besteht, sich extern auf die Prüfung vorzubereiten und die Unterlagen dafür im Internet frei verfügbar sind, halte ich ein vorbereitendes Training für sehr wertvoll, um das Wissen im Kontext richtig einordnen zu können. Darüberhinaus hat man durch den Kontakt mit anderen Teilnehmern die Möglichkeit, sich über Praxiswissen und echte Anwendungsfälle direkt austauschen zu können, was in der Gruppe sehr wichtig war.

Ich gucke heute noch regelmäßig in meine Schulungsmappe und das im Training bzw. für die Prüfung erworbene Seminar hilft mir tatsächlich, im Alltag bessere Entscheidungen zu treffen, wenn es um Produkt- oder Prozessgestaltung geht. Und da ist egal, ob es sich um digitale Produkte handelt oder "welche zum Anfassen".

Wenn ihr Fragen habt, zögert nicht, hier zu kommentieren oder mir zu schreiben.

Gruß, euer "devopsdad" Patrick

Hier geht es nun weiter mit dem Thema Praktikumssuche während der Umschulung. Diesmal geht es zuerst um die Suche nach passenden Betrieben. Mit dem richtigen Betrieb, könnt ihr bereits den Grundstein für eure spätere Karriererichtung legen.

Anschließend gebe ich einige Tipps, extrahiert aus eigenen Erfahrungen, wodurch Bewerber um einen Praktikumsplatz, aber auch um einen Ausbildungsplatz negativ aufgefallen sind.

Beachtet bitte auch hier: Dies stellt nur einen Leitfaden aus Erfahrungen dar, der euch keinen Erfolg garantiert, aber es euch hoffentlich ein gutes Stück leichter macht euer Praktikum und damit eure Umschulung erfolgreich zu absolvieren

Die Suche nach passenden Betrieben:

Viele Umschüler unterschätzen die Suche nach einem geeigneten Praktikum gewaltig, geraten unter Zeitdruck und müssen dann jedes Angebot annehmen, ob es ihnen nun zu ihnen passt oder nicht. Wer in solch eine Situation kommt, verliert den Einfluss darauf eine praktische Ausbildung zu erhalten, die zu den zukünftigen Karriereplänen passt. Ihr solltet euch daher bereits 5-8 Monate vor dem Praktikumsstart um einen Praktikumsplatz kümmern

Zuerst solltet Ihr eine Liste von potenziellen Praktikumsbetrieben erstellen. Voraussetzung hierfür ist normalerweise, dass dieser Betrieb in dem Beruf bereits ausbildet und auch in der Lage ist einen Praktikanten zu beschäftigen. Solche Firmen könnt Ihr über Eure IHK, diverse Lehrstellenbörsen oder Praktikumssuchmaschinen finden. Universitäten, Hochschulen und wissenschaftliche Institute bilden inzwischen auch oft aus und nehmen auch immer mal wieder Praktikanten aller Fachrichtungen.

Einer der sichersten und besten Möglichkeiten solche Firmen zu finden ist übrigens ein guter Umgang mit euren Mitumschülern der vorangegangenen Semester. Diese haben entweder bereits ein Praktikum hinter sich gebracht und können euch auch eine gute Einschätzung der dortigen Verhältnisse geben oder starten demnächst in ein Praktikum und haben dort dann bereits eine Zusage. Es lohnt sich hier eine weitere Liste anzulegen und alle diese Firmen separat zu sammeln. Eventuell mit einer kurzen Einschätzung der bisherigen Praktikanten. Frag doch auch einmal bei euren Dozenten nach, in welchen Firmen eure Vorgänger so waren. Gerade der Dozent, der für die Vorbereitung auf die Präsentationen zuständig ist, wird in den Übungen wohl den Namen des jeweiligen Praktikumsbetriebs mehrfach hören und sehen.

Beim Anlegen Eurer Adressenliste solltet ihr darauf achten, wenn möglich, E-Mail-Adressen und Ansprechpartner mit zu erfassen. Wenn ihr so vorgeht, könnt ihr in wenigen Stunden eine beachtliche Liste von 50 – 500 Adressen zusammentragen. Ich rate euch zudem die Adressen an den Anfang zu stellen, von denen ihr wisst, dass sie bereits Praktikanten genommen haben.

Auch solltet ihr hier bedenken, dass die meisten Firmen einfach keine Ressourcen für einen Umschüler haben, selbst wenn sie ausbilden. Hier kann bereits die zuständige IHK eine Grenze gesetzt haben. Die hiesige IHK sagt hierzu es sollte mindestens eine ausgebildete Fachkraft pro Azubi oder Umschüler vorhanden sein und einer der Fachkräfte muss zusätzlich Ausbilder im Betrieb sein. Ausnahmen bestätigen hier, wie immer, die Regel und letztendlich entscheidet eure IHK.

 Es kann daher sehr wohl vorkommen, dass ihr 40 Bewerbungen fertigmacht und 40 Absagen bekommt die nur der einfachen Tatsache geschuldet sind, dass es keine solche Stelle im Unternehmen gibt. Davon erfahrt ihr natürlich nichts und der Frust ist groß, da man sich die Mühe gemacht hat 40 Bewerbungen und Anschreiben anzupassen.  Um euch eine Menge Arbeit und Frust zu ersparen, rate ich euch die Bewerbungen in 2 Schritten anzugehen.

Statt jeder Adresse eine angepasste Bewerbung zukommen zu lassen, könnt ihr im 1. Schritt einen kleinen Text verfassen, indem ihr erklärt für welchen Zeitraum, warum und für welchen Beruf ihr einen Praktikumsplatz sucht. Und bei Interesse werdet ihr ihnen gerne eure kompletten Bewerbungsunterlagen zusenden. In dem Text könntet ihr beispielsweise ebenfalls unterbringen, dass ihr während des Praktikums über den Bildungsträger versichert seid, dieses Praktikum als Ausbildungspraktikum gilt und daher auch nicht unter das Mindestlohngesetz fällt und die Firma aufgrund anderweitiger Förderung auch ansonsten zu keinem finanziellen Ausgleich verpflichtet wäre. Diesen Text sendet ihr dann an alle Empfänger aus eurer Adressliste.

Ihr könnt dies übrigens auch gleich als Übung für eure Skriptkünste nutzen und ein kleines Skript schreiben, mit dem aus eurer Liste die Ansprechpartner und Mailadressen ausgelesen und passend in der Mail eingetragen werden.  Es gibt auch eine einfache Möglichkeit über Thunderbird mithilfe von Addons Mails zu personalisieren.

Alternativ könnt ihr die Liste natürlich auch einfach telefonisch durchgehen. Ihr erhaltet in so einem Fall die Antwort schneller und der Ansprechpartner bekommt einen ersten persönlichen Eindruck von euch. Andererseits kommt es auch sehr oft vor, dass ihr den Anprechpartner telefonisch nicht erreichen werdet. Dies kann ziemlich schnell frustrieren.

Wenn nun eine positive Antwort eintrifft, verfasst ihr im 2. Schritt eine persönliche und auf das Unternehmen zurechtgeschnittene Bewerbungen

Die Bewerbung

Als Ausbilder habe ich eine Menge Bewerbungen von Azubis und später von Umschülern auf der Suche nach einem Praktikum gelesen. Daher hier ein paar Ratschläge daraus:

Achtet darauf eine vernünftige E-Mailadresse zu verwenden. Mailadressen ohne Namensbezug oder Mails von der Domain einer anderen Firma machen oft einen schlechten ersten Eindruck. Legt euch lieber eine kostenlose Adresse an, die ihr nur für Bewerbungen benutzt. Signaturen mit witzigen Sprüchen oder der eigenen Firma haben in solchen Mails nichts zu suchen. Einige kostenlose E-Mailanbietern binden nach dem Versenden ihre eigene Werbesignatur in die Mail ein. Dies könnt ihr meist verhindern, indem ihr einen E-Mail-Client wie z.B. Thunderbird oder Outlook benutzt, anstatt der Weboberfläche. Ihr solltet euch erst einmal selber eine Mail senden, um zu sehen wie die Mail beim Empfänger ankommt.

Bitte legt euch auf einem Dateityp fest. Es hinterlässt einen schlechten Nachgeschmack beim Empfänger, wenn ihr ein Sammelsurium an diversen Dateiformaten versendet, für die er mehrere Programme benötigt oder die er eventuell gar nicht lesen kann ohne ein weiteres Programm zu installieren. Bedenkt dabei, ein Personaler hat eventuell nur ein modernes Microsoft Word installiert und kann im schlimmsten Fall eure Bewerbung als .doc oder .odt überhaupt nicht öffnen. Vorzugsweise schickt ihr eine einzelne Pfd. Dies wird jeder Ansprechpartner öffnen können und es sieht immer gleich aus.

Danach heißt es warten auf eine positive Antwort und auf den Start des Praktikums.

 

Hallo, mein Username ist Sullidor, ich bin bereits einige Jahre in diesem Forum aktiv und bin nun gerne der Einladung gefolgt, mich doch am Blog zu beteiligen.

Ich möchte mich hier zuerst mit dem Thema „Praktikum während der Umschulung“ befassen.  Hierbei fließen einmal meine eigenen Erfahrungen ein, da ich beide Seiten des Prozesses kenne. Ich habe dieses Praktikum und seine Phasen zuerst als Umschüler und später mehrfach als Ausbilder durchlaufen.  Zusätzlich habe ich mich für diesen Artikel mit einigen weiteren ehemaligen Umschülern ausgetauscht. Einige davon haben ähnlich positive Erfahrungen gemacht und arbeiten seitdem durchgehend in der IT. Andere wiederum versuchen seit Jahren erfolglos in der IT Fuß zu fassen.

Dabei zeichnete sich bereits ein Muster ab, zwischen der grundsätzlichen Einstellung zur Umschulung, dem Praktikum, dem daraus resultierenden Verhalten und einer anschließenden positiven Karriere.

Ich habe daraus einen kleinen Leitfaden entwickelt, der euch zwar keinen Erfolg garantiert, aber es euch ein gutes Stück leichter machen sollte euer Praktikum und damit eure Umschulung erfolgreich zu absolvieren. Ich habe diesen Leitfaden in verschiedene Teile unterteilt. Das erste Thema betrifft die Praktikumssuche und wurde vom mir in 2 Teile unterteilt.

 

 

 1. Teil Praktikumssuche:

Grundsätzliches

Ein Praktikant während einer Umschulung muss zwar nicht von dem Praktikumsunternehmen bezahlt werden, kostet diesen Betrieb jedoch trotzdem Geld und bindet bezahlte Fachkräfte, die sich um den Umschüler kümmern, diesen beaufsichtigen und kontrollieren müssen. Im Normalfall ist es so, dass Praktikanten, nicht oder sehr selten produktiv eingesetzt werden können.  Dazu kommen Kosten für die Bereitstellung eines Arbeitsplatzes, Arbeitsmaterialien, Soft- und Hardware inklusive Lizenzen sowie eventueller Arbeitskleidung.

Ein Unternehmen muss auch beim Einsatz eines Praktikanten das ökonomische und das erwerbswirtschaftliche Prinzip beachten. Dieser Umstand wird gerne von Umschülern und gelegentlich auch von Firmen übersehen.

Einige IT-Firmen haben nicht bewusst vor einen Umschüler als Praktikanten zu nehmen oder wissen über diese Möglichkeit nicht Bescheid.  Es lohnt sich also eventuell seinen Wunschbetreib davon zu überzeugen. Es ist auch nicht unbedingt in jedem Fall nötig, dass der Betrieb bereits ausbildet. Selbst wenn dort noch kein ADA-Schein vorhanden ist, so ist dies noch kein endgültiger  Grund aufzugeben.

In meinem Fall hat der IT-Teamleiter, in Absprache mit der IHK, erst zum Ende meines Praktikums seinen Ada- Schein erworben und das Institut bildet nun schon mehrere Jahre erfolgreich aus. Zusätzlich nimmt das Institut seitdem auch regelmäßig Umschüler als Praktikanten.

Unternehmen, die einen Umschüler als Praktikanten aufnehmen, lassen sich, unserer Erfahrung nach, hinsichtlich Ihrer Motivation meist in 3 grobe Bereiche einteilen:

In der  1. Gruppe sind die Firmen zu finden, die über die Praktikanten zukünftige Mitarbeiter suchen. Diese Firmen nutzen solche Praktika um einen potenziellen zukünftigen Mitarbeiter über eine längere Zeitspanne in der eigenen Produktivumgebung einzuarbeiten. Unternehmen dieser Gruppe übernehmen einen guten Praktikanten nach Ende seiner Umschulung für gewöhnlich. In dieser Gruppe befinden sich erfahrungsgemäß eher mehr mittelständische und große Unternehmen als kleine Firmen.

Die 2. Gruppe von Unternehmen sieht es als ihre Pflicht an, ihren Teil zu Ausbildung und Weiterbildung, inklusive Umschulung, zu leisten. Diese Unternehmen wollen den Umschüler zwar möglich gut ausbilden, haben aber keine Intention diesen später zu übernehmen. Hier finden sich besonders häufig Institutionen wieder, die sowieso bereits im Bereich Lehre sowie der Vermittlung und Schaffung von Wissen tätig sind, wie z.B. Universitäten, Hochschulen und wissenschaftliche Institute.

Die 3. Gruppe setzt sich aus Firmen zusammen, die in dem Praktikanten nur eine billige Arbeitskraft sehen und diesen auch so einsetzen. Diese Unternehmen sind meist kleine, inhabergeführte Firmen, die u.a. dadurch auffallen, dass sie versuchen mehrere Praktikanten auf einmal zu nehmen und die Praktikanten ohne Einarbeitungszeit oder Ansprechpartner produktiv eingesetzt werden. Diese Unternehmen haben weder ein Interesse daran den Umschüler später einzustellen, noch diesen aktiv auszubilden.  Da die Umschüler aber zu diesem Zeitpunkt noch keine ausgebildeten Fachkräfte sind und eigentlich in solch einem Praktikum das praktische Handwerkszeug erlernen sollen, kommt es oft irgendwann innerhalb der Praktikumszeiten zu Vorwürfen, der Praktikant würde nicht die nötigen Fachkenntnisse besitzen und sich nicht genug einbringen. Gelegentlich landen diese Firmen und der Umschüler dann im Streit um Arbeitszeugnisse oder Verleumdung gar vor Gericht. Mir ist übrigens bisher noch kein Fall zu Ohren gekommen, bei dem die Firma in solch einem Fall gewonnen hat.

Soweit zu Teil 1 des Themas Praktikumssuche. Im 2. Teil werde ich mich mit der Suche nach passenden Betrieben beschäftigen und einige kleinere Anmerkungen zu eigentlichen Bewerbung machen.

Hallo Welt!

Jetzt gab es eine ganze Weile lang keine neuen Inhalte hier aber inspiriert durch einen interessanten Thread im Fachinformatiker.de-Forum habe ich mich entschlossen, einen Beitrag zu einem allgemein gültigen Thema zu schreiben, das mir seit einer Weile sehr am Herzen liegt.

Den 7 Dialogprinzipien - Intro

Die 7 Dialogprinzipien, in ISO 9241-110 als "Grundsätze der Dialoggestaltung" beschrieben, beschreiben, wie Nutzer mit interaktiven Systemen interagieren und welche Prinzipien dieser Interaktion allgemein zu Grunde liegen.

Sie können positiv besetzt und erfüllt werden, oder verletzt. Werden sie verletzt, entstehen "Nutzungsfehler".

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 Nicht so, Eierlegende Wollmilchsau, CC-BY-SA 2.5, Autor: Georg Mittendecker, Entnommen aus: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wollmilchsau.jpg

Wichtig ist hier die feine Unterscheidung der Begrifflichkeiten. Ich spreche von "Nutzungsfehlern" nicht von "Nutzerfehlern". Interaktive Systeme, deren Benutzungsschnittstellen(User Interfaces) so gebaut sind, dass sie zum Nutzungskontext der angepeilten Benutzergruppe passen, sind wesentlich weniger fehleranfällig als Systeme, die versuchen, die eierlegende Wollmilchsau für "alle Benutzer jemals" zu sein. Eine nicht vollständige oder fehlerhafte Benutzergruppenanalyse ist einer der Hauptgründe für viele Usability-Probleme und unzufriedene Benutzer.

Aber genug Einführung. Hier kommen sie.

Die 7 Dialogprinzipien - Übersicht

Vorweg: Die Großzahl auftretender Nutzungsfehler entsteht aus Verletzungen der ersten 3 hier genannten Dialogprinzipien.

Zur Illustrierung der Dialogprinzipien halten wir uns an die folgende Aufgabe: "Einen Mietwagen buchen".

Aufgabenangemessenheit

Ein interaktives System ist aufgabenangemessen, wenn es den Benutzer unterstützt, seine Arbeitsaufgabe zu erledigen, d. h., wenn Funktionalität und Dialog auf den charakteristischen Eigenschaften der Arbeitsaufgabe basieren, anstatt auf der zur Aufgabenerledigung eingesetzten Technologie. Es kommen keine unnötigen oder nicht zur Lösung der Aufgabe benötigten Schritte vor.

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Standort-Buchung hertz.de, Screenshot, aufgenommen am 13.07.2017

Beispiel: Wenn ich bei hertz.de als Standort "Kassel" auswähle, kann ich die Standortgruppe "Kassel DE (4 locations)" anwählen. Erst wenn ich alle anderen Eingaben getätigt habe und im Formular weitergehen möchte, muss ich einen spezifischen Standort auswählen. Ein unnötiger Schritt, den man direkt im ersten Formular bearbeiten können sollte.

 

Selbstbeschreibungsfähigkeit

Ein Dialog ist in dem Maße selbstbeschreibungsfähig, in dem für den Benutzer zu jeder Zeit offensichtlich ist, in welchem Dialog, an welcher Stelle im Dialog er sich befindet, welche Handlungen unternommen werden können und wie diese ausgeführt werden können.

Beispiel: In einem weißen Suchfeld zur Fahrzeugsuche steht neben einer Lupe der Text "Hier können Sie durch Texteingabe Fahrzeugtypen suchen"

Erwartungskonformität

Ein Dialog ist erwartungskonform, wenn er den aus dem Nutzungskontext heraus vorhersehbaren Benutzerbelangen sowie allgemein anerkannten Konventionen entspricht.

Beispiel: Ein Klick auf ein kleines Kalender-Icon in einem Auswahlbereich zur Abholung des Fahrzeugs öffnet ein Datepicker-Steuerelement.

Erlernbarkeit / Lernförderlichkeit

Ein Dialog ist lernförderlich, wenn er den Benutzer beim Erlernen der Nutzung des interaktiven Systems unterstützt und anleitet.

Beispiel: Wenn erkannt wird, dass der Benutzer die Webseite zum ersten mal besucht, wird er durch ein Assistenzprogramm und verschiedene Highlights durch den Buchungsprozess geleitet. (Abdunkeln von zum momentanen Zeitpunkt nicht benötigten Steuerelementen) 

Steuerbarkeit

Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer in der Lage ist, den Dialogablauf zu starten sowie seine Richtung und Geschwindigkeit zu beeinflussen, bis das Ziel erreicht ist.

Negativbeispiel: Eine fehlerhafte Eingabe in einem Kontaktformular führt dazu, dass der Nutzer das gesamte Formular erneut ausfüllen muss, anstatt an den Punkt zu springen, in dem die Falscheingabe liegt.

Fehlertoleranz

Ein Dialog ist fehlertolerant, wenn das beabsichtigte Arbeitsergebnis trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben entweder mit keinem oder mit minimalem Korrekturaufwand seitens des Benutzers erreicht werden kann.

Beispiel 1: Der Benutzer gibt im Texteingabefeld das Datum "23.12.2017" ein. Das System gibt einen Fehler aus und weist ihn darauf hin, dass das Datumsformat dem folgenden Schema genügen muss. "MM-DD-YYYY". Noch besser wäre hier allerdings, statt einer Benutzereingabe eine Auswahl durch z.B. ein Datepicker-Element zu ermöglichen.Beispiel 2: Der Benutzer gibt eine E-Mail Adresse im falschen Format  an und erhält eine Fehlermeldung, die als Beispiel ein korrektes Format anzeigt.

Individualisierbarkeit

Ein Dialog ist individualisierbar, wenn Benutzer die Mensch-System-Interaktion und die Darstellung von Informationen ändern können, um diese an ihre individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse anzupassen.

Beispiel 1: Ein Benutzer kann dauerhaft speichern, in welchem Format Zahlen und in welcher Sprache Texte in einer Anwendung dargestellt werden sollen.Beispiel 2: Ein Benutzer hat die Möglichkeit, ein Benutzerkonto anzulegen und dort Informationen zu speichern, die er beim nächsten Lösen der Aufgabe nicht mehr manuell eingeben muss.

Die 7 Dialogprinzipien - Fazit

So viel zu merken ist es eigentlich gar nicht. Und wenn man die ersten 3 Prinzipien verinnerlicht hat und weiß, worauf es beim Entwickeln von Benutzungsschnittstellen ankommt, kann man das Fehlerpotential seiner interaktiven Systeme drastisch senken.

In diesem Sinne, viel Spaß beim Überarbeiten und Entschuldigung im Voraus für all die Verletzungen der Dialogprinzipien, die ihr nach dem Lesen dieses Beitrags wahrnehmen werdet. ;)

Gruß, euer "devopsdad" Patrick

Es gibt wohl zwei Dinge beim Skripten die gerade am Anfang sehr stiefmütterlich behandelt werden.

  1. Dokumentation
  2. Versionierung

Dies liegt vor allem daran, dass man am Anfang des Skriptens viel Spaß am Experimentieren hat und bestimmt auch viel im Code springt oder ein paar Skripte parallel schreibt. Da kommt einem am Anfang gar nicht der Gedanke, dass man ja doch recht häufig speichert, aber immer unter dem gleichen Dateinamen. Vielleicht ab und zu mal eine -test oder eine-2 dranhängt. Aber mit einer ordentlichen Versionierung hat das eher nichts zu tun.


Dokumentation/Kommentierung


Bei mir hat sich bewährt, dass ich am Anfang eines Skriptes erst einmal als Kommentar das Ziel des Skriptes definiere. Dieser kann sich ja immer wieder verändern, aber später spart man sich auch diese Arbeit, wenn man das Skript einmal in andere Hände geben möchte, denn dann gehört so ein Text einfach dazu.

Wenn ihr Funktionen schreibt, dann sollten folgende Punkte aufgeführt sein:

  • SYNOPSIS
    • Hier sollte in 1-2 Sätzen die Bestimmung der Funktion stehen
  • DESCRIPTION
    • Eine ausführlichere Beschreibung was diese Funktion macht
  • PARAMETER param1
    • Beschreibung des param1
  • PARAMETER param2
    • Beschreibung des param2
  • Notes
    • Zusätzliche Notizen
  • LINK
    • Zugehörige URLs
    • Die erste URL wird aufgerufen wenn das CDMlet Get-Help -Online <Funktionsname> aufgerufen wird
  • INPUTS
    • Typen der Datenübergabe die erlaubt sind
  • OUTPUTS
    • Typen der Datenausgabe die von dieser Funktion ausgegeben werden können

Funktionen benennen

Bei der Wahl des Funktionsnamens sollte man sich an die offizielle Nomenklatur halten. Das bedeutet, dass der Name mit einem Verb und einem Substantiv durch ein "-" getrennt aufgebaut sein sollte. Get-Verb gibt euch eine offizielle Liste der Verben und in welchem Kontext diese stehen.

Wenn ihr allerdings eine Funktion nur für euch schreibt die nur lokal eingesetzt wird, schreibt vor den Funktionsnamen "private:" oder „script:“

Versionierung

Beim Versionieren habe ich früher bei größeren Änderungen einfach den Versionszähler hochgesetzt und nebenbei eine Liste der Änderungen in einem Onenote Dokument gepflegt.

Ihr könnt natürlich auch die Änderungen in einem Textdokument oder direkt im Skript kommentieren.

Auch hier bieten die ISESteroids wieder eine sehr komfortable Lösung des Versionierens.

 

Versionskontrolle.thumb.png.b7c8c9e3ea16ce49d2c975c8d021afd8.png

Der Pfeil im Bild zeigt euch, wie ihr den Reiter der Versionierung aufrufen könnt. Auf der rechten Seite seht ihr Die File Version History. Links ein Button „Ad New Version“ und auf der rechten Seite eine Checkbox „Auto Mode“. Wenn bei Auto Mode der Haken gesetzt ist, wird automatisch eine neue Version angelegt sobald man Änderungen durchgeführt hat und darauf folgend speichert.

In dem Reiter der einzelnen Versionen seht ihr links eine Klassifikationsmöglichkeit, wie zum Beispiel Stable, Alpha Release und weitere. Über den Knopf Compare öffnet sich das Programm WinMerge und zeigt die Veränderungen zur Vorgängerversion. Hier nutze ich den Button Notes um, wie der Name schon sagt, mir Notizen zu den Versionsunterschieden zu kommentieren.

 

Falls ihr noch Anregungen, Fragen oder Hinweise habt, gerne her damit.

In diesem Beitrag soll es um die Powershell im Allgemeinen gehen und sich an Benutzer mit grundlegenden Skriptingkenntnissen wenden.

Meine Erfahrungen im Umgang und dem ein oder anderen Tool.

Ich bin ein Freund der Powershell geworden, da man mit dieser Scripting Engine viele sich wiederholende Aufgaben schnell und vor allem dann auch fehlerfrei immer wieder erledigen kann. Sei es ein Passwort nach bestimmten Kriterien automatisiert erstellen, dem AD Account hinzufügen, das Flag für "Bei der nächsten Anmeldung Passwort ändern" setzen und einen vorgefertigten Passwortbrief ausdrucken. Oder Gruppenmitgliedschaften zwischen zwei AD Accounts übertragen. Alles was über viel Klickerei zu erreichen ist, kann man durch die Powershell eleganter lösen.

Im Grunde genommen bin ich nun so weit, dass ich alles, was ich auf Dateiebene oder im Bereich AD oder Exchange mehr als zwei Mal mache, versuche in der Powershell zu lösen. Im besten Fall wiederhole ich irgendwann noch einmal die Tätigkeit, oder führe eine ähnliche aus und muss das Skript nur ein wenig anpassen, oder im schlechtesten Fall habe ich wieder ein wenig mehr Übung im Skripten und das hilft natürlich bei den kommenden Aufgaben.

 

Erstmal ein paar allgemeine Überlegungen

 

ISE - Integrated Scripting Environment oder nicht ISE (Konsole) - das ist hier die Frage

 

Es gibt für mich keinen Grund der Konsole den Vorzug zu geben.

Hier ein paar Gründe:

  • Kopieren und Einfügen
    • Dies ist in der Konsole nur mit der Maus und nicht mit Tastaturbefehlen möglich
    • Bei mehrzeiligen Befehlen werden der Prompt und der Zeilenumbruch mit kopiert
  • Ich kann durch das Kopieren und Einfügen der gleichen Zeile untereinander mit anschließenden editieren der einzelnen Zeilen mehrere ähnliche Syntax erstellen und dann einzeln testen und somit gut experimentieren
  • Wenn ich bemerke, dass eine lange gepipte Verkettung von Befehlen zu komplex wird, kann ich diese recht einfach wieder zerpflücken und in z.B. eine Funktion wandeln
  • IntelliSense
    • Autovervollständigen mit einem kleinen Fenster neben dem Cursor
    • In der Konsole nur CMDlets und Parameter mit Tab durchschaltbar
  • Einfärbung der Codeelemente erhöht die Übersichtlichkeit
    • Tippfehler werden schneller erkannt
  • Befehls Add-on Reiter
    • Ermöglicht schnellere und einfache Erstellung eines CMDlets mit den benötigten Parametern

 

Add-Ons

Ein sehr schönes CMDlet ist für die Arbeit im AD ist NTFSAccess.

https://blogs.technet.microsoft.com/heyscriptingguy/2014/11/22/weekend-scripter-use-powershell-to-get-add-and-remove-ntfs-permissions/

ist von The Scripting Guys

Bei den Downloads die man aus dem Internet lädt, müsst ihr daran denken, vor dem kopieren, ausführen etc. die Eigenschaften des Downloads aufzurufen und ganz unten im allgemeinen Reiter bei dem Punkt Sicherheit den Button "Zulassen" zu drücken.

Ein besonderes Bonbon sind die Powershell ISESteroids von Powertheshell.com

Eins vorweg, die ISESteroids sind nicht kostenlos. Preise findet ihr auf Dr. Tobias Weltners Webseite http://www.powertheshell.com/isesteroids2-2/ordering-isesteroids/

Dr. Tobias Weltner ist ein Experte aus dem Team von IT-Visions (Dr. Holger Schwichtenberg). Dr, Schwichtenberg ist durch zahlreiche Publikationen, auch rund um die Powershell, bekannt. Es lohnt sich auf jeden Fall eins seiner Bücher zur Hand zu haben, sobald man mit der Powershell anfängt zu Skripten.

Aber nun zurück zu den Steroiden.

Um diese immer beim Start zu laden, müssen diese in die Profildatei geladen werden. Diese findet ihr unter dem Userverzeichnis\Dokumente\WindowsPowershell. Hier ändere ich noch die Farbe der Fehleranzeige von dem Blau in Weiß, da dies generell besser lesbar ist. Das macht ihr mit dem Eintrag (get-host).PrivateData.errorbackgroundcolor = "White"

Oder, sofern ihr die Steroids mit start-steroids schon geladen habt über die neue Leiste aufrufen.

Profile.thumb.png.fbd298a5aa4cff37d87b3b29f3355f2e.png

Was die Steroids für mich mittlerweile unverzichtbar machen sind

  • Gaaaanz wichtig Eine Versionierung
  • Einen Simulationsmode - hier muss man nicht nach jeder ausführbaren Zeile ein -Whatif kommen
  • Die Möglichkeit aus dem Skript eine eigenständig laufende EXE zu machen
  • Der Variablen Explorer - Dieser zeigt alle verfügbaren Variablen und deren Inhalt an
  • Win Merge File Compare - Ist im Zusammenarbeit mit der Versioncontrol einfach gut um Unterschiede in den Skripten zu finden
  • PSShaper - Zeigt was in dem Skript nicht den "best practice" entspricht

 

Schon während des Skriptens erscheinen zahlreiche Hinweise, wenn man dabei ist einen Bock zu schießen und geben einem Möglichkeiten vor es zu verbessern. Diese Möglichkeiten werden dann bei Wunsch auch direkt umgesetzt,

Wenn man eine Klammer, egal welcher Art auch immer öffnet, erscheint gleich auch das entsprechende Gegenstück. Wem ging es noch nie so, dass man später die Klammern zählt und sucht ;-)

Ein paar Zeilen Code geschrieben und dann gedacht...das wäre auch eine gute Funktion. Hier ist nach dem Markieren des Codes mit einem Rechtsklick sofort alles erledigt sobald man sich für einen Namen für die Funktion entschieden hat und welche Variablen als Parameter übergeben werden sollen.

Vorher

Zeilen_Code.png.ce0fb9a7b43f4e9e9b21dbf79875c3dd.png

Nachher

Zeilen_Code_function.png.8d12c98704ab5e3c27e50c32b82e69a9.png

Durch einen weiteren Klick auf einem Knopf wird diese Funktion in ein Modul geschrieben oder einem Modul hinzugefügt.

Dies nur mal als einen kleinen Appetizer. In den kommenden Blogeinträgen kommt zu den Steroids bestimmt noch mehr.


 

Hallo Fachinformatiker.de Community,

auch ich möchte mich hier eben kurz vorstellen.

Ich bin der Marcel, 39 Jahre alt, verheiratet und komme aus Langenhagen bei Hannover.

Ich bin gelernter KFZ-Mechaniker und habe 2002, während meiner 12-jährigen Bundeswehrzeit, meinen KFZ-Meister im FBZ Garbsen absolviert. Zum Ende meiner Dienstzeit im Jahr 2008 entschied ich mich dann dazu, im Rahmen der Berufsförderung eine IHK-Ausbildung zum IT Administrator durchzuführen. Diese absolvierte ich an einer Privatschule in Hannover.

Ich arbeite mittlerweile seit 2011 als IT Administrator Fachrichtung Netzwerktechnik in einem sehr großen Konzern mit Hauptsitz in Wolfsburg, wobei ich aber in einem Werk in Hannover tätig bin. Hier verwalte ich mehrere hundert Router, Switches etc.

Ihr fragt euch nun evtl., was ich hier auf Fachinformatiker.de suche. Nun, ich suche eigentlich nichts sondern möchte viel eher helfen.

Während meiner gesamten beruflichen Laufbahn war ich, egal in welchem Bereich ich tätig war, immer viel mit dem Bereich Aus- und Weiterbildung beschäftigt. Sei es das Ausbilden von Lehrlingen selbst oder natürlich die eigenen Ausbildungen. Ich vermute mal das ich mittlerweile so eine Art Helfersyndrom entwickelt habe J.

Ich vertrete den Grundsatz: „Man hat erst ausgelernt, wenn alle Finger gleich lang sind“.

Während meiner IHK-Ausbildungszeit habe ich sogar ein Bildungsportal gegründet, welches ich dann aber mangels Zeit wieder auf Eis gelegt habe.

Mittlerweile habe ich es mir zum Hobby gemacht, kleine Videos zu bestimmten Themen zu erstellen. Hierbei setze ich den Focus auf Videos zum Thema Netzwerktechnik und genau hier möchte ich anknüpfen. 

Ich könnte mir gut vorstellen, dass FiSi oder ähnliche Ausbildungszweige vermehrt auf Videoinformation setzen. Natürlich sind Bücher und das darin enthaltene Wissen dem nicht gleichzusetzen, allerdings ist bekannt, dass das Lernen umso leichter fällt, je mehr Sinne angesprochen werden und Lehrvideos durchaus einen Beitrag zum besseren Verständnis liefern können. Ich möchte mein Wissen durch diese Art, auch wenn es vielleicht nicht so detailliert wie in den erwähnten Nachschlagewerken geschieht, weitergeben. Bisher habe ich zu meinen Videos sehr gute Rückmeldung in Sachen Verständlichkeit erhalten.

Nun schließt sich der Kreis. Ich werde hier also einen Videoblog starten. In diesem werde ich bereits gedrehte Videos zeigen, versuchen Fragen zu beantworten und natürlich auf Themenwünsche eingehen.

In diesem Sinne, danke für die Aufnahme und auf gutes Gelingen,

Euer Marcel.

Windows-Registry

Da dies mein erster Blog ist möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin Tician, 26 Jahre jung und im 2. Ausbildungsjahr zur Systemintegration (Stand 2017). Privat bin ich im Malware-Bereich aktiv - ich helfe Menschen bei der Bereinigung - und ich zocke gerne :)

Mein Ziel ist es alles so anfängerfreundlich wie möglich zu schreiben. Es soll also auch jemand verstehen der sich am Anfang der Ausbildung befindet und noch keine bis wenig Erfahrungenen hat.

 

Legen wir los!

Was ist die Registry?

Die Meisten haben vermutlich schon davon gehört, aber vielleicht noch nie damit zu tun gehabt - und genau so sollte es auch sein, denn die Registry ist seit Windows NT ein fester, sehr wichtiger und empfindlicher Bestandteil von Windows. Sämtliche Einstellungen von Windows (und den meisten installierten Programmen) werden dort gespeichert.

Einstellungen? Welche Einstellungen denn zum Beispiel?

Welche Dienste sind auf auto-start gestellt? Welches Hintergrundbild benutze ich für meinen Desktop? Ist die Firewall an oder aus? Werden die Windows-Updates automatisch gemacht oder sind sie deaktiviert? Welches Programm soll benutzt werden wenn ich eine *.txt Datei öffnen möchte (Editor, Notepad++ oder doch etwas ganz anderes)? Das und vieles mehr sind Beispiele die in der Registry zu finden sind.

Kommen wir auch kurz zu einem anderen Beispiel: Gruppenrichtlinien! Was passiert wenn wir auf vielen PCs Einstellungen setzen möchten ohne an jeden PC einzeln zu rennen (z.B. wollen wir nicht das Benutzer die Registry verändern dürfen ;) )? Wir benutzen Gruppenrichtlinien und die (meisten) machen auch nichts anderes als Registry-Einträge zu verändern.

Wo ist die Registry?

Jetzt wird es interessant. Die Registry lässt sich durch ein Windows-eigenes Tool öffnen. In unserem Fall die Regedit.exe die sich (wie manch andere Windows-Tools) standardmäßig unter C:\Windows befindet. Jetzt ist uns das aber zu mühselig jedesmal dort hin zu navigieren (das machen wir ja mit dem Editor oder der Kommandozeile auch nicht) und diese exe-Datei anzuklicken. Wir drücken einmal gekonnt die Windows-Taste+R (r für das englische 'run' also 'ausführen') und haben ein kleines Fensterchen offen mit dem wir die Windows-Tools aufrufen können. Wir geben 'regedit' ein und drücken einmal auf OK.

Und woher weiß Windows jetzt wo es nach der Regedit.exe suchen soll wenn ich das da eingebe?

Ich gebe euch einen Tipp: Das steht auch in der Registry ;) (* siehe Bonus-Wissen ganz unten!)

Bis hierhin kann man nichts falsch machen, reinschauen kostet also nichts! Was wir links sehen sollte einem Windows-Benutzer doch recht vertraut sein. Wir haben 'Ordner' die wir auf und zu klappen können und davon (meistens) ganze 5 Stück!

'Ordner'?

Vom aussehen her könnte man sie als 'Ordner' bezeichnen, aber wir lernen es gleich richtig. Alles was hier als 'Ordner' dargestellt wird nennt sich Schlüssel. Und wenn wir schon bei Begrifflichkeiten sind erkläre ich euch gleich auch was ein 'Hive' ist.

Aber gehen wir mal kurz einen Schritt zurück.

Habt ihr euch schonmal gefragt wo man das ganze Zeug auf der Festplatte überhaupt findet?

Da ist eine rießengroße Struktur mit vielen, vielen Schlüsseln ('Ordnern'), das kann ja nicht einfach so aus dem nichts auftauchen. Und genau darum findet man die Registry in folgenden Dateien:

C:\Windows\system32\config\System 	(HKEY_CURRENT_CONFIG)
C:\Windows\system32\config\SAM		(HKEY_LOCAL_MACHINE\SAM)
C:\Windows\system32\config\Security	(HKEY_LOCAL_MACHINE\Security)
C:\Windows\system32\config\Software	(HKEY_LOCAL_MACHINE\Software)
C:\Windows\system32\config\System 	(HKEY_LOCAL_MACHINE\System)
C:\Windows\system32\config\Default	(HKEY_USERS\.DEFAULT)
C:\Users\Benutzername\ntuser.dat	(HKEY_CURRENT_USER)

Hier mal ein Bild:

registry.PNG.b8f50b4f7a9e5f04e5e35f474412b9df.PNG

Diese 7 oben genannten Schlüssel nennen sich Hives und sind alles woraus die Registry besteht.

Moment mal, ich sehe doch noch andere Schlüssel! Wo ist denn zum Beispiel HKEY_CLASSES_ROOT?

Die simple (und vermutlich erstmal verwirrende) Antwort ist: Den Schlüssel selbst gibt es nicht.

... ?

Wir schauen uns das natürlich an:

Der Aufbau der Registry

Was wir sehen wenn wir die Registry öffnen (also diese 5 großen Schlüssel) ist eine von Windows benutzerfreundlich gemachte Ansicht.

Nehmen wir mal an wir haben ein x-beliebiges Stück Software. Dessen Standard-Einstellungen werden unter diesem Schlüssel gespeichert:

HKEY_LOCAL_MACHINE

\

Software\Classes

und gelten erstmal für alle Benutzer des PCs. Wenn ich mich nun am PC anmelde, die Software öffne und irgendwelche Einstellungen mache (die natürlich nur mich betreffen sollen und nicht alle anderen user, z.B. einen blauen Hintergrund haben möchte), dann befinden sich diese Einstellungen hier:

HKEY_CURRENT_USER

\Software\Classes

Der Schlüssel HKEY_CLASSES_ROOT führt diese 2 oben genannten Schlüssel visuell zusammen, damit wir nicht rumsuchen müssen. Nach demselben Schema bilden sich auch die übrigen Schlüssel die nicht zu den Hives gehören. Ich zeig euch das mal anhand dieses Beispiels:

Ich habe hier einen Schlüssel (den Pfad könnt ihr im unteren Bereich des Bildes sehen) und einen x-beliebigen Eintrag erstellt:

Registry1.PNG.c70e2b4fcaaefa82cdb0e07cbf1e432b.PNG

Ich habe nochmal einen gleichnamigen Schlüssel für den Benutzer erstellt und dem ebenfalls einen Eintrag verpasst:

registry2.PNG.8c9454c28268b9d2848eb8e610469e2b.PNG

Ich habe die oben genannten Schlüssel benutzt. Ohne mein weiteres Zutun sieht es in dem HKEY_CLASSES_ROOT Schlüssel nun so aus:

Registry3.PNG.c28f541ac8f655c6e627c685d42c2159.PNG

Seht ihr wie beide Einträge angezeigt werden? Windows hat die 2 gleich benannten Schlüssel (in HKLM und HKCU - die Kurzschreibweise)  zusammen gelegt.

Und das war schon das ganze Hexenwerk für heute! :)

Ich wollte es kurz halten, es würde so viel mehr zu erzählen geben! Ich wollte euch aber nicht mit der Entstehungsgeschichte langweilen, es sollte wirklich nur mal ein leichtes Kratzen der Oberfläche sein, da die Meisten vermutlich eh nie direkt in die Registry gehen müssen.

Wenn ihr also Fragen, Anmerkungen, Lob und Kritik habt immer her damit - am Besten in die Kommentare.

 

_____________________________________________________

Bonus-Wissen:

(*)Hier geht es um die sogenannte Path-Umgebungsvariable.

Bitte was?

Ja, das 'Ding' schimpft sich so, ist aber auch wichtig und vorallem nützlich!

Folgendes Szenario: Ich öffne ein Konsolenfenster (ganz ohne Administrator-Rechte) und befinde mich standardmäßig in meinem Benutzer-Verzeichnis (C:\Users\Tician). Gebe ich jetzt ein 'notepad.exe' und drücke die Eingabe-taste öffnet sich ein Editor. Das läuft für viele schon automatisch. Aber denkt mal über folgendes: Muss man nicht eigentlich erst in das Verzeichnis navigieren oder den ganzen Pfad angeben um eine Datei darin auszuführen?

Ja... Aber dabei befindet sich die 'notepad.exe' doch gar nicht in meinem Verzeichnis!

Jupp, richtig und trotzdem öffnet es sich. Zum Verständnis müssen wir etwas weiter gehen. Geben wir also mal 'putty.exe' ein. Wir werden mit der Meldung "Der Befehl 'putty.exe' ist entweder falsch geschrieben oder konnte nicht gefunden werden" begrüßt. 'Konnte nicht gefunden werden' trifft es in unserem Fall auf den Punkt.

Aber ich hab putty! Liegt doch direkt auf meinem Desktop!

Auch korrekt. Was ist also passiert? Windows (und übrigens auch Linux) haben diese Path-Variable. Wir finden sie unter Windows in der Registry in diesem Schlüssel:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Environment

Hier gibt es den Eintrag 'Path'. Wenn ich nun also einen Befehl oder eine Datei zum öffnen/ausführen in die Kommandozeile eingebe sucht Windows erstmal in dem Verzeichnis in dem ich mich befinde danach. In unserem Beispiel das Benutzerverzeichnis (keine Unterordner!). Wenn Windows den Befehl dort nicht findet greift es auf diese PATH-Variable zu. Da stehen einige Pfade durch Semikolon getrennt drin und Windows geht sie alle nacheinander von links nach rechts durch und sucht in den Ordnern nach meinem Befehl, also 'putty.exe'.

Das heißt also...?

Wenn ich jetzt diesen Path-Eintrag veränder und ';C:\Users\Tician\Desktop\' anhänge kann ich auch mein Putty jederzeit - und unabhängig davon in welchem Pfad ich mich in der Konsole befinde - aufrufen!

Mathe...

Ich spare mir mal die übliche Anrede und komme direkt zur Sache. Mathematik, mit allem was man sich so vorstellt. Ich gebe zu, vor dieser Klausur hatte ich die größte Angst. Eine Woche Urlaub davor konnten mir die auch nicht nehmen. Aber nun zum Modul: Es gliederte sich in drei große Bereiche:

I. Grundlagen

  1. Aussagenlogik
  2. Mengenlehre
  3. Stellenwertsysteme
  4. Folgen und Reihen

II. Lineare Algebra

  1. Matrizen und Vektoren
  2. Lineare Gleichungssysteme
  3. Inverse Matrizen
  4. Determinenten
  5. Leontief Model

III. Analysis

  1. Funktionen
  2. Wichtige Punkte
  3. Differential-Rechnung
  4. Integral-Rechnung

An sich war alles nicht so schwer wie gedacht. Wenn ich auch Probleme hatte, der Vorlesung zu folgen, so war in der Vorbereitungsphase eigentlich alles halb so wild. Mit Matrizen hatte ich immer meine Probleme, aber im Endeffekt waren auch die machbar. Für viele ist ja Mathe so der große Blocker zum Studium, der große dunkle Endgegner, der einen gleich im ersten Semester auf die Intensivstation schickt. Diese Angst kann ich euch nehmen. Ich bin sicherlich keine Mathe-Genie, aber ein gesundes logisches Verständnis kann einem da ganze Welten an Arbeit ersparen. So bin ich auch in die Klausur, nach einer Woche intensiver Vorbereitung gab es kein Feld mehr, dass ich nicht bearbeiten konnte. Nur die Zeit, die war mir etwas zu knapp. Aber als dann die Mail mit den Ergebnissen kam, da war ich zufrieden und freue mich nun auf Statistik. :wub: Das kommende Semester wird eh der Wahnsinn, viele spannende Module, wo ich sicher auch als Fachinformatiker noch das eine oder andere neue hören werde. Aber dazu komme ich in einem anderen Eintrag.

 

Wie seht ihr das? Ist Mathematik wirklich der Nemesis aller Studenten, oder ist es längst nicht mehr der große Blocker? Gerne können wir das in den Kommentaren diskutieren.

 

Bis dahin grüßt euch

SebastianB.

 

 

Hallo zusammen,

um den Fachinformatiker-Blog mit etwas mehr Leben zu füllen, würde ich gerne wissen, welche Themen euch interessieren.

Womit können wir euch am besten helfen? Eher technische Themen oder Tipps zur Prüfungsvorbereitung? Lieber Projektdokumentation oder Fachgespräch? Besser Blog-Beiträge oder Podcast-Episoden? Oder, oder, oder...

Ich freue mich über euer Feedback! Schreibt mir gerne eure Wunschthemen oder Vorschläge für deren Gestaltung! Und auch Kritik an den bisherigen Blog- und Podcastinhalten nehme ich gerne an. Dadurch könnten wir im nächsten Jahr diese Seite mit noch mehr relevanten Inhalten für alle Azubis und Prüflinge da draußen füllen.

Viele Grüße!
Stefan

Diese Woche beenden wir das ISO/OSI-Modell mit den Schichten 5 bis 7: Sitzungs-, Darstellungs- und Anwendungsschicht.

 


Fachinformatiker-Podcast #7: Das ISO/OSI-Modell (Teil 4) (Länge ca. 35 Minuten, Größe ca. 12 MB)


 

Sitzungsschicht (Session Layer)

  • Wie wird eine dauerhafte Kommunikation von Netzwerkteilnehmern aus unterschiedlichen Anfragen und Antworten (Dialog) ermöglicht?
  • Einheit: Daten
  • Zusätzliche Informationen: Zuordnung von Anfragen und Antworten zueinander, Wiederaufsetzpunkte bei Ausfall der Kommunikation
  • Hardware: siehe Anwendungsschicht
  • Protokolle: RPC, siehe Anwendungsschicht

Darstellungsschicht (Presentation Layer)

  • Wie können Daten unabhängig von der konkreten Repräsentation auf den beteiligten Systemen verständlich ausgetauscht werden?
  • Einheit: Daten
  • Zusätzliche Informationen: Syntax der Daten, Encoding, Verschlüsselung, Kompression
  • Hardware: siehe Anwendungsschicht
  • Protokolle: ASN.1, siehe Anwendungsschicht

Anwendungsschicht (Application Layer)

  • Wie können anwendungsspezifische Daten und Befehle ein- und ausgegeben werden?
  • Einheit: Daten
  • Zusätzliche Informationen: Semantik der Daten
  • Hardware: Gateway, Load Balancer, Proxy, Firewall
  • Protokolle: HTTP, FTP, SMTP

Alle bisherigen und auch die zukünftigen Episoden des Podcasts bekommst du über den RSS-Feed auch im Podcatcher deiner Wahl: http://fiae.link/FIPodcastRSS


Hast du Ideen für Themen weiterer Podcast-Episoden? Dann schreib gerne einen Kommentar!


Diese Woche habe ich nur eine einzige Schicht geschafft: Die Transportschicht. Aber die hat es in sich!

 


Fachinformatiker-Podcast #6: Das ISO/OSI-Modell (Teil 3) (Länge ca. 35 Minuten, Größe ca. 12 MB)


 

Sicherungsschicht (Data Link Layer)

  • Wie kommen auch große Datenmengen vollständig und in der korrekten Reihenfolge beim richtigen Dienst des Empfängers an?
  • Einheit: Segment bzw. Datagramm
  • Zusätzliche Informationen: Ports, Ende-zu-Ende-Kommunikation möglich
  • Hardware: Firewall, siehe Anwendungsschicht
  • Protokolle: TCP, UDP

Sonstiges

 

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Die Reise durch das ISO/OSI-Modell geht weiter mit den Schichten 2 und 3!

 


Fachinformatiker-Podcast #5: Das ISO/OSI-Modell (Teil 2) (Länge ca. 35 Minuten, Größe ca. 13 MB)


 

Sicherungsschicht (Data Link Layer)

Vermittlungsschicht (Network Layer)

  • Wie kommen die Daten auch über Netzwerkgrenzen hinweg beim korrekten Empfänger (logische Zieladresse) an?
  • Einheit: Paket
  • Zusätzliche Informationen: Logische Adressen
  • Hardware: Router
  • Protokolle: IP, ICMP

 

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In der vierten Episode des Fachinformatiker-Podcasts gibt es eine allgemeine Einführung in das OSI-Referenzmodell und seine erste Schicht.

 


Fachinformatiker-Podcast #4: Das ISO/OSI-Modell (Teil 1) (Länge ca. 32 Minuten, Größe ca. 13 MB)


 

Allgemeines

  • Das ISO-/OSI-Modell ist ein herstellerunabhängiges Referenzmodell in Form einer Schichtenarchitektur für Kommunikationssysteme.
  • Es beschreibt die Netzwerkkommunikation von der konkreten Bitübertragung z.B. über ein Glasfaserkabel bis hin zu den Anwendungen, die abstrakte Befehle austauschen.
  • Die Schichten stellen der jeweils darüber liegenden Schicht über definierte Schnittstellen ihre Dienste bereit.
  • Die Schichten 1 bis 4 sind die transportorientierten Schichten, 5 bis 7 die anwendungsorientierten Schichten.

Bitübertragungsschicht (Physical Layer)

  • Wie kommen die Daten physikalisch vom Sender zum Empfänger? Beispiele: Glasfaser, Kupferkabel, Funk.
  • Einheit: Bit
  • Hardware: Repeater, Hub, Kabel, Antenne.
  • Protokolle: Ethernet, RS-232 (serielle Schnittstelle), IEEE 802.11 (WLAN)

 

Hast du noch etwas zu ergänzen? Dann immer her mit deinen Anmerkungen! :-D

 

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Liebe Leidensgenossen, oder auch Arbeitnehmer genannt,

ich hoffe ihr hattet einen schönen Tag der deutschen Einheit, denn wir sollten dankbar für unsere Freiheit sein, ganz besonders in diesen Tagen! Nun aber zurück zum Thema - Management Basics -. Es handelt sich dabei um eins der Module, welches ich im ersten Semester an der FOM Bonn durchnehme. Aber was steckt dahinter? Bisher eigentlich "nur" BWL. Bereits in der Berufsschule habe ich BWL gehasst, da ich mich ja eher als den Informatiker gesehen habe. Doch mittlerweile weiß ich ganz genau, dass es ohne die BWL und die Methodik, welche dort ihren Einsatz findet, gar nicht funktionieren würde. Bevor ich mein Studium begann hat es mir ein wenig vor diesen Themen gegräuelt. Ich hatte höchste Bedenken, dass ich für diese Module Motivation oder gar Spaß entwickeln könnte... Aber da habe ich die Rechnung nicht mit Herrn Wondzinski von der FOM gemacht. An dieser Stelle möchte ich diesem Dozenten ein besonderes Lob aussprechen, denn er versteht es, diese trockene, vermeintlich uninteressante Thematik ansprechend und belebend an die Studenten weiterzugeben. Da merkt man besonders den Praxisbezug des Dozenten, denn es handelt sich in diesem Modul nicht nur um sture, trockene Theorie, sondern auch um wirklich wichtige betriebliche Prozesse und Entscheidungshilfen. Besonders interessant ist es natürlich daher, dass viele der Studenten ja bereits eine größere Berufserfahrung mitbringen, das Gelernte also nicht erstmal nur Gelerntes bleibt, sondern man sich schon in der Vorlesung selbst Gedanken machen kann, in welchem Teil der täglichen Arbeit man die neu erworbenen, oder nochmals vertieften Techniken einsetzen kann. So muss ich gestehen, dass ich nur sehr geringes Interesse an der Bilanzierung habe, vor allem weil ich niemals so etwas gemacht habe, oder denke, es jemals machen zu müssen. Aber bei den Organisationssystemen, der Produkteinführung oder der Unternehmensgründung, da wurde auch ich hellhörig ;-). Wer weiß wo man selbst in 10-15 Jahren steht. Man kann also sagen, dass gerade in Management Basics, was ja sehr viele Themen-Gebiete behandelt, für jeden was dabei ist. Das bedeutet aber auch, dass jeder sich durch etwas „quälen“ muss, was ihm oder ihr nicht so besonders warm am Herzen gelegen ist.

Ganz besonders interessant finde ich den gedanklichen Ansatz Herr Wondzinskis, dass die zukünftigen Unternehmen weniger in den aktuell starren, unflexiblen Organisationsstrukturen verharren, sondern immer mehr auf einer Art Projekt-Basis arbeiten werden. So werden sich wohl in Zukunft immer mehr "Projekt-Firmen" auf dem Markt etablieren, in denen Menschen ihre Fähigkeiten für die Dauer eines Projektes anbieten und dieses zum erfolgreichen Abschluss führen, um danach in das nächste Projekt einsteigen zu können. Dies sei, so Herr Wondzinski, die Antwort auf die immer höheren Anforderungen an Flexibilität und Leistungsbereitschaft der modernen Unternehmen. Ich für meinen Teil kann dieser Idee nur beipflichten, denn es ist sicher eine sehr gute Möglichkeit, seine eigenen Kompetenzen und Skills an verschiedenen Orten, mit verschiedenen Menschen und Aufgaben wachsen zu lassen. Nur die Frage der zwischenmenschlichen Beziehungen, welchen ja, nach dem Gehalt, eine große Rolle bei der Job-Wahl zukommt, sehe ich in diesem Modell noch unbeantwortet. Klar kann es ein Vorteil sein, wenn man sich nur über die Dauer eines Projektes mit dem schlechtgelaunten, besserwisserischen Arbeitskollegen umherquälen muss, aber was ist, wenn man jemanden wirklich schätzt, sowohl fachlich aus auch menschlich? Nach einem Projekt würde man wieder getrennter Wege gehen, was natürlich auch im Berufsleben passieren kann und passiert, jedoch wäre die Frequenz des Wechsels der Kollegen in diesem neuen Modell deutlich höher. Aber das lassen wir mal den BWL-Professoren zum Nachgrübeln, immerhin sollen die auch was dafür tun, dass sie BWL eine Wissenschaft nennen dürfen ;-).

Um noch einmal zu Management Basics zurück zu kommen: An sich ist das Modul natürlich sehr breit aufgestellt. Es reicht von Produktpflege, Unternehmensgründung, Personalführung und Marketing bis hin zur Absatz- und Betriebsstrategie. Da kann einem der Dozent schon leidtun, der uns dass alles in den Kopf prügeln soll... Naja, eigentlich tue ich mir ja mehr selbst Leid, schließlich werde ich ja geprügelt ;-). Wenn schon Prügel, dann immerhin von einem sympathischen, motivierten Dozenten wie Herrn Wondzinski. Ich hoffe ja, dass er kein Einzelfall an der FOM bleiben wird. 

Ich hoffe ich konnte euch einen kleinen Einblick in das Modul, aber auch in die Zukunft, die uns vielleicht allen bevor steht. Nächste Woche werde ich vermutlich über das Modul "Mathematik für Wirtschaftsinformatiker" bloggen. Haltet dafür bitte einen Brech-Eimer und genügen Zahnpasta bereit, denn bei dem Gedanken ist mir gerade selbst was hochgekommen :-P... Wobei auch hier der Dozent wirklich gut ist, denn er versucht nicht stur sein Skript durchzupeitschen, sondern hilft wo er kann und „muss“. Aber dazu ja das nächste Mal mehr.

Es grüßt euch

SebastianB.

 

 

Freunde, Bürger, Member,

mit den Worten Shakespeares, leicht gewandelt,  will ich den 1. Teil meines Blogs einläuten: Das berufsbegleitende Studium an der FOM (Hochschule für Ökonomie und Management). Aber wie bin ich überhaupt auf die FOM gekommen? Naja, direkt am Anfang war mir eins klar. Ich bin ein geldgeiler Sack, der niemals aus seinem Job in ein ärmliches Studentenleben wechseln könnte. Also war vom ersten Moment an klar, dass ich nur berufsbegleitend studieren würde. Außerdem besteht bei mir auch ein gesunder Selbstzweifel, der dafür gesorgt hat, dass ich nicht den Job aufgebe, um dann eventuell an der Last eines Studiums zu scheiten. Wer will schön diese allseits bekannte und berüchtigte Lücke im Lebenslauf erklären müssen?

Was bietet die FOM?

Ganz einfach, für den monatlichen Beitrag von 360€ (abhängig vom Studiengang) bekommt man eine ziemlich intensive Betreuung. Man sitzt nicht in einem engen Hörsaal, der viel zu warm für 350 Studenten ist, sondern mit 22 Mann in einem Klassenraum, der klimatisiert ist. Für einen Feind der warmen Räume wie mich also perfekt! Die Dozenten rattern ihr Skript nicht einfach durch, sondern weisen darauf hin, dass Zwischenfragen nicht erlaubt, sondern erwünscht sind. Wenn's also mal hängt, dann kann man einfach fragen, der Dozent oder Professor nimmt sich gerne die Zeit. Die Räumlichkeiten sind äußerst modern, so zumindest am Standort Bonn. Jeder Hörsaal verfügt über einen Beamer, einen Großbild-Fernseher für die hinteren Reihen und einen Overhead-Projektor, sodass der Dozent auch bequem von seinem Platz aus mal eine Rechnung außerhalb des Skripts erklären kann. Das Team der FOM ist, zumindest in den vier bisherigen Modulen, jung(-geblieben), motiviert und breit aufgestellt. Bisher sind es nämlich nicht die reinen Theoretiker, die alles besser wissen, sondern gestandene Menschen der Praxis, die lange in ihren Berufen gearbeitet haben, somit also ein beträchtliches Wissen einstreuen können.

Die Kommilidingsbums

Wie jeder Studiengang, steht und fällt das Ganze mit denen, die vor, hinter oder neben einem selbst sitzen. Die Kommilitonen sind ja quasi die Mitschüler, die das gleiche Ziel verfolgen wie man selbst. Da kann ich nur sagen: Wer berufsbegleitend studiert, der weiß ganz genau was er will. Keiner der 22 Männer und Frauen, die sich für Wirtschaftsinformatik eingeschrieben hat, wankte nur eine Sekunde als er/sie gefragt wurde, warum er/sie denn studieren wolle. Hätte mich auch gewundert, bei 360€ die nicht in allen Fällen der Betrieb trägt, überlegt man sich ja mehr als nur einmal was man dort beginnt.

Gibt’s schon was Negatives?

Ja, wo Licht ist, da ist auch Schatten, wenn auch nur ein kleiner. Bei einem solchen Betrag, da erwartet man schon dass man sein Auto nicht für 1,50€ die Stunde im Parkhaus abstellen muss, sondern ein paar reservierte Plätze für die zahlungswilligen Kunden. Hab ich Kunden gesagt? Ich meine natürlich Studenten… :P. Naja, am zweiten Tag wurde uns dann das Rabattier-Gerät vorgestellt, mein neuer bester Freund, der mir das Ticket auf 50 Cent die Stunde heruntersetzt. Also ist das auch nicht mehr ganz so schlimm.

Fazit - ohne geht's ja heute nicht mehr

Ich bin bisher wirklich zufrieden mit dem Modell der FOM. Auch wenn es teilweise hart ist, Samstagnachmittag noch 4 Stunden Mathe zu machen, während man sich am Morgen durch die Theorie der Wirtschaftsinformatik gequält hat. Dennoch: Ich bin froh, dass ich den Schritt gewagt habe, denn ich habe schon viele neue Menschen kennen gelernt, die alle samt ehrgeizig, zielstrebig und freundlich sind.

In der nächsten Episode beschreibe ich dann das Modul „Management Basics“. Und entschuldigt dass ich keine Bilder eingepflegt habe, der Text-Editor und ich sind momentan noch keine Freunde, aber ich habe ihm die Friedenspfeife angeboten. :-) Aber immerhin konnte ich euch unten die Links zu meiner FH und dem Studiengang da lassen, ist ja schon ein Anfang, oder?

Es grüßt euch

SebastianB.

Hauptseite der FOM

Studiengang Wirtschaftsinformatik

Hallo liebe FI-Member,

bevor ich mich hier vorstellen möchte, ein großes Dankeschön an das Blogger-Team, für die Aufnahme in euren Kreis. Nun aber zu dem, was der Titel verspricht. Mein Name ist Sebastian, ich bin 24 Jahre jung, komme aus der Nähe von Koblenz, genauer gesagt einem Randgebiet des wunderschönen Westerwaldes. Ich habe die Ausbildung zum Fachinformatiker - AE im Jahr 2012 beendet und bin seither auch in dieser Sparte tätig. Privat bin ich ein begeisterter Läufer, spiele Fußball und genieße die Zeit die mir auf unserer Erde gegeben ist. Ich möchte euch hier einen kleinen Einblick in das geben, was ich mir für die kommenden Jahre vorgenommen habe.

Wie ein jeder sicher schon selbst an sich erfahren hat, gibt es einen Zeitraum nach der Ausbildung, in dem man "satt" ist. Prüfung geschafft, jetzt nie mehr lernen, nur noch Kohle verdienen und das Leben genießen! Da war ich keine Ausnahme, ich hab mir am Tag der mündlichen geschworen, das war es jetzt. Endlich Freizeit, kein Lerndruck mehr, nie mehr in Noten an Themen gemessen werden, die mich mal so gar nicht interessieren. Und das Ganze hielt erstmal an, für genau zwei Jahre. Dann kam etwas in mir hervor, was ich so noch nicht kannte. Ich fühlte mich irgendwie leer, der einzige Antrieb den ich hatte war das Geld, das große Ziel immer nur der nächste Urlaub. Woran hat das gelegen? Ganz einfach: Ein Schiff ohne Ziel braucht auch keinen Antrieb...

 

 

„Stillstand ist Rückschritt.“

 

Rudolf von Bennigsen-Foerder (1926-89), dt. Topmanager, Vorstandsvors. Veba AG

 

 

Als ich dann bei Twitter über den oben stehenden Spruch gestolpert bin, dann wurde es mir klar, hier muss noch was kommen! Und mein Ziel war schneller gefunden als ich dachte. Über verschiedene Gespräche habe ich mir immer wieder Gedanken gemacht, was ich denn an Weiterbildungen anstreben könnte. Doch eigentlich gab es für mich nur eins, was mich wirklich reizen konnte. Das Studium - Wirtschaftsinformatik sollte es sein.

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Damit das nicht gleich scheitert, habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie ich mich sinnvoll darauf vorbereiten kann. Ohne Hochschulreife studieren, das war mir zu riskant, auch wenn’s der Abschluss hergegeben hätte. Also dann, zwei Jahre Abends die Schulbank drücken, das war nicht unbedingt einfach, vor allem wenn die Tage sich dann noch mit dem Fußball schnitten, aber naja, was man beginnt, soll man auch zu Ende bringen... Zwischendurch musste dann noch der AdA-Schein her und ich bekam zwei Azubis ins Team. Im Frühjahr erhielt ich dann meine Hochschulreife und es konnte endlich starten, die große Aufgabe, welche mich nun die nächsten 3 1/2 Jahre begleiten sollte. An der FOM in Bonn schrieb ich mich für Wirtschaftsinformatik ein, für das Modell am Freitagabend und Samstag. So, das nun zu meinem Vorhaben. Ich glaube viele stehen vor einem ähnlichen Problem wie ich es tat, daher hoffe ich euch in meinem Blog einen Einblick in das Leben eines dualen Studenten zu geben.

In diesem Semester behandeln wir die Module

  • Wirtschaftsinformatik Basics
  • Management Basics
  • Mathematik für Wirtschaftsinformatiker
  • Konzepte der prozeduralen Programmierung

Ich werde versuchen, zu jedem dieser Module einen entsprechenden Blog-Eintrag zu veröffentlichen, aber ich kann euch eins sagen: Zeit hat man als dualer Student nicht besonders viel... Dennoch werde ich versuchen, euch immer auf dem Laufenden zu halten, sodass ich vielleicht dem ein oder anderen bei der Entscheidung zum Thema Weiterbildung helfen kann.

Es grüßt euch

Sebastian B.

 

 

Hallo zusammen,

passend zum August, in dem wahrscheinlich die meisten neuen Azubis ihre Ausbildung starten, habe ich die dritte Episode des Podcasts von fachinformatiker.de aufgenommen und gebe ein paar allgemeine Tipps für den Einstieg in die Ausbildung in den IT-Berufen.


FI-Podcast_003_Einstieg_in_die_Ausbildung.mp3 (Länge ca. 32 Minuten, für Play/Pause einfach den Link anklicken)


Ein gelungener Start in die Ausbildung

  • Stell viele Fragen.
  • Verstehe alles, was du tust.
  • Nimm deine/n Ausbilder/in in die Pflicht.
  • Lerne so viele Kollegen wie möglich kennen.
  • Nutze jede Gelegenheit, um neue Technologien kennenzulernen.
  • Baue dir direkt eine Leseliste für Neuigkeiten auf (z.B. Blogs, c't).
  • Fundiertes Wissen vermitteln hauptsächlich Bücher (zum Buchclub zum Handbuch für Fachinformatiker).
  • Sieh das Berichtsheft nicht als lästige Pflicht, sondern mach das Beste draus.
  • Das Gleiche gilt für die Berufsschule.
  • Achte von Anfang an auf einen ergonomischen Arbeitsplatz.
  • Du kannst gar nicht früh genug anfangen, dich auf die Prüfung vorzubereiten.
  • Wenn dein Unternehmen dich nicht gut betreut, such dir ein anderes und leg Beschwerde bei deiner IHK ein.

Wie immer hoffe ich, dass ein paar interessante Inhalte für den ein oder anderen (angehenden) Azubi dabei sind. Wenn ihr noch weitere Tipps für die "Neulinge" habt, dann schreibt gerne einen Kommentar.

Viele Grüße!
Stefan

PS: Ich habe einen RSS-Feed für diesen Podcast eingerichtet, damit du dir die Episoden auch direkt im Podcatcher deiner Wahl anhören kannst: http://fiae.link/FIPodcastRSS

Hallo zusammen,

aktuell laufen die Vorbereitungen auf die mündlichen Prüfungen 2016 (Projektpräsentation und Fachgespräch) auf Hochtouren. Daher dachte ich, es wäre vielleicht hilfreich, ein paar allgemeine Tipps bzgl. der Vorbereitung zu geben und habe die zweite Episode des Podcasts von fachinformatiker.de aufgenommen.


FI-Podcast_002_Vorbereitung_muendliche_Pruefung.mp3 (Länge ca. 25 Minuten, für Play/Pause einfach den Link anklicken)


Vorbereitung auf die Projektpräsentation

  • Zeige nur die Highlights deines Projekts.
  • Orientiere dich am Ablauf der Projektarbeit (Phasen, Prozessmodell).
  • Verwende so wenig Text wie möglich und nutze stattdessen Grafiken.
  • Üben, üben, üben: Mit Ausbilder/in, Kollegen, Freund/in, Eltern.
    • Ist der Aufbau nachvollziehbar und sinnvoll?
    • Ist das Foliendesign ansprechend?
    • Sind alle Folieninhalte klar erkennbar und lesbar?
    • Wird die Zeit eingehalten?
    • Ist der fachliche Inhalt korrekt?
    • Feedback einholen zu: Augenkontakt mit dem Publikum, Körpersprache, deutliche Sprache, Gestik, Mimik usw.

Vorbereitung auf das Fachgespräch

  • Sind alle verwendeten Begriffe aus der Projektpräsentation klar (und zwar nicht nur scheinbar)?
  • Die üblichen Verdächtigen durchgehen (am besten mit Ausbilder/in).
    • Objektorientierung (FIAE)
    • Datenbanken
    • Netzwerkgrundlagen (FISI)
    • Stundensatz
  • Praxisbeispiele für häufige Fragen bereitlegen (z.B. Vererbung in der Objektorientierung oder IP-Adressbereiche für Subnetting).
  • Fragen der Prüfer wie ein Wasserfall beantworten ohne nötige Rückfragen.

Ich hoffe, es sind einige interessante Inhalte für euch dabei. Für weitere Tipps und Anregungen bin ich immer offen. Hinterlasst einfach einen Kommentar!

Viele Grüße!
Stefan

PS: Noch mehr Tipps zur konkreten Gestaltung der Projektpräsentation gibt es in der aktuellen Episode des Anwendungsentwickler-Podcasts: Ansprechende Gestaltung der Projektpräsentation.

Hallo Welt!

Technische Blogbeiträge die Zweite. Heute möchte ich euch ein Tool vorstellen, dessen Einsatzfelder im Beruf unfassbar flexibel sind. Wie der Titel schon vermuten lässt, handelt es sich um Slack.

Slack - be less busy
Slack - be less busy

Wir nutzen das zwar leider (noch) nicht in der Firma, aber privat haben wir schon den ein oder anderen Slack-Channel aufgesetzt, um uns mit dem Funktionsumfang vertraut zu machen. Und der ist schon in der kostenfreien Variante wirklich ansehnlich. Also, heute kurz und knackig:

Was ist Slack und was kann das?

Der ein oder andere kennt sicherlich noch den guten alten IRC. Auf den ersten Blick ist Slack auch erstmal nicht viel mehr als das. Ein Online-Messenger, der im Browser oder per App(iOS, Android, Windows Phone(noch Beta)) genutzt werden kann. Eigene Kanäle, zu denen man Mitglieder hinzufügen und löschen kann. Zu den Slacks, die die verschiedenen Kanäle enthalten, wird man vom Administrator des Slacks eingeladen.

Slack bietet verschiedene "Räume" für verschiedene Subthemen innerhalb eines "Slacks" an
Slack bietet "Räume" für verschiedene Subthemen innerhalb eines "Slacks" an

So weit, so bekannt. Von der App abgesehen erstmal nichts wirklich bahnbrechendes. Abgesehen davon, dass Slack einen ungeahnt guten Parser besitzt, der z.B. Tweets direkt im Kanal per Vorschau anzeigt und auch Links zu Bildern automatisch einbettet.

Aber wie gesagt, das ist nur der erste Blick. Slack hat unter der Haube einige Funktionen parat, die aus diesem schlank daherkommenden Messenger ein mächtiges Collaboration-Tool für den Betrieb machen (können).

Ok, und wo ist jetzt der Mehrwert für mich?

Ganz einfach: Slack ist, was du draus machst. Slack bietet von Haus aus Benachrichtigungen für und von diversen andere Tools an. Selbst für die Tools, die noch keine native Unterstützung haben, gibt es in den meisten Fällen gitHub-Projekte oder Zaps, die diese Funktionalität anbieten.

Beispiele gefällig?

#1: Bernd erstellt in Bitbucket einen Feature-Branch für seine neue App. Commits und Pushes nach remote werden automatisch in entsprechenden Branches angezeigt und können dort durchsucht und kommentiert werden. Man muss sich als Entwickler nicht durch endlose Commits wühlen, sondern kann einfach direkt einsehen und suchen, was wann passiert ist.
Und wenn man möchte, guckt man einfach in den Commit-Details nach.
Kleiner Wermutstropfen: Slack gibt es bisher nicht on Premise. Wer also etwas Vergleichbares intern aufsetzen will, muss wohl auf HipChat oder ähnliches ausweichen.

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Automatische Channelupdates per Trello-Integration

#2: Ein agiles Team hat sich ein SmartBoard angeschafft und nutzt ein Trello-Board zur Verwaltung ihrer Tasks. Leider sitzen nicht alle Teammitglieder in einem Raum. Durch die Trello-Integration mit Slack werden Aktivitäten der Tasks auf dem Board automatisch in einen Slack-Channel mit übertragen. Teammitglieder können sich so auch außerhalb der Daily Stand-Ups einen Überblick über die Tätigkeiten verschaffen.

Guckt einfach mal rein. Für die meisten Dienste und Apps, die ich kenne, gibt es bereits eine Unterstützung in irgend einer Form in Slack.

Was kostet das?

Gar nichts. Also in der Basisversion. Und die reicht zum Evaluieren oder für kleine bis mittelgroße Teams definitiv aus.
Für alles darüber gibt es in der Preisübersicht  einen guten Überblick über die Kosten.
Besonders schön: Die "Einarbeitung" in das Tool benötigt nicht mal sonderlich viel Zeit. Jeder, der schon mal irgendwie in einer WhatsApp-Gruppe war, wird sich mit den Grundfunktionalitäten von Slack in Browser und App schnell vertraut machen. Alte IRC-Nerds sogar noch besser.

Fazit –  TL;DR

Slack ist ein leichtgewichtiges, aber mächtiges Tool, das es dem Benutzer ermöglicht, sich mit anderen Nutzern auszutauschen. Dokumente, Statusupdates, Informationen, alles voll durchsuchbar und indiziert.

Wer sich davon nicht abschrecken lässt, dass es "in der Cloud" läuft, sollte Slack definitiv mal ausprobieren. Der potentielle Mehrwert, grade für räumlich getrennte Teams ist nicht zu unterschätzen.

Euer "devopsdad" Patrick

Hallo Welt!

Ein unfassbar anstrengendes, aber inspirierendes und motivierendes Wochenende liegt hinter mir. Nachdem mich ein sehr geschätzter Kollege bei einer firmeninternen Vorstellung des "Augenhöhe"-Films und des Projekts im Frühjahr 2014 sehr mit der ganzen "New Work, Systemtheorie, Sinnkopplung im Job"-Materie angefixt hatte, fasste ich den Entschluss, mich damit stärker zu befassen.

intrinsify.me-Logo

Seit Montag bin ich jetzt Mitglied dieses Netzwerks, das sich "intrinsify.me" nennt, und ich möchte diesen Blogpost nutzen, um euch gleichermaßen das Netzwerk und das "Wevent" vom Wochenende vorzustellen. Der Post fällt daher etwas länger aus als gewohnt, aber ich kann mich hier nicht kürzer fassen, ohne den Kern der Sache ordentlich zu beschreiben.

happy working people - Das Netzwerk

Das intrinsify.me-Netzwerk, welches seit 2011 besteht, hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Austausch- und Vernetzungsplattform für Menschen anzubieten, die sich mit den Themen "Sinnkopplung im Job" und vielen anderen, die sich dem Buzzword "New Work" zuschreiben lassen, beschäftigen. Gegründet wurde es von Mark Poppenborg und Lars Vollmer ursprünglich als Beratungsunternehmen. Im Laufe der Zeit hat sich dieser Zweck jedoch hin zu der jetzt so existierenden Austauschplattform gewandelt, die natürlich auch noch Beratungs- und Schulungsleistungen anbietet.

Es heißt immer: Arbeit ist das halbe Leben. Und meistens steht »Arbeit« für die Hälfte, die weniger Spaß macht.[...]
http://intrinsify.me/ueber-uns.html

Dabei gilt stets die Annahme, dass ein erfolgreiches Unternehmen nicht aufgrund seiner Kultur erfolgreich ist und die Kollegen deswegen gut zusammenarbeiten, sondern die Kultur eine Begleiterscheinung des Erfolgs ist. Eine Firma, die durch Freiräume eine "gesunde", auf echtem Vertrauen basierte Kultur ermöglicht, wird in aller Regel nicht oder weniger mit "unter den Tisch gekehrten" Problemen zu tun haben. "Die haben so eine gute Kultur bei Google, deswegen sind die so erfolgreich." ist nach dieser Auffassung nämlich ein Trugschluss. Ich skizziere mal ein Beispiel:

Fall 1:

Das Unternehmen "BuzzwordSoft", eine aus einem 250.000 Mitarbeiter starken Konzern ausgegliederte Tochtergesellschaft, hat zuletzt eine hohe Rate an Fehlern und Reklamationen im Produktivsystem ihrer Datenbewirtschaftungssoftware festgestellt. Ein besonders kritischer Fehler führte dazu, dass ein Kunde sich beschwerte und mit Kündigung des Systems drohte. Während der Analyse fällt auf, dass aufgrund von akutem Kundendruck ein Entwickler "unter der Hand" Änderungen ins Produktivsystem eingespielt hat, ohne dies mit seinen Kollegen abzusprechen oder einen ausführlichen Test der Anwendung nach dem Testprotokoll 27.4, Version 12, Paragraph 3, Absatz 5 durchzuführen.
Das Unternehmen mahnt seinen Mitarbeiter ab, schickt dann aber als Versöhnungsmaßnahme die ganze Abteilung im Anschluss verpflichtend in den Kletterwald, um Vertrauen untereinander zu schaffen.
Der Mitarbeiter begibt sich aktiv auf Jobsuche.


Fall 2:

Das Team im Startup "DataNerds from outer space" hat die gleiche Situation wie die Firma BuzzwordSoft. Nur gehen sie damit anders um.
Sie erkennen, dass zwar letztendlich der Mitarbeiter den "Bock geschossen hat", in einem klärenden Gespräch unter Kollegen kommt jedoch heraus, dass dieser privat momentan viel Stress hat und der direkte Kundendruck das Fass zum Überlaufen brachte. Er wollte das Problem einfach schnell beheben; leider war er damit nicht erfolgreich.
Das Team stellt fest, dass der einzelne zwar "den Fehler" begangen hat, dieser jedoch mit einem Prozess aus Unit Tests, Integrationstests, einer automatisierten Build Pipeline und 4(oder mehr)-Augen-Reviews gar nicht erst passiert wäre, unabhängig von der privaten Situation des Kollegen. Statt den Kollegen zu vergraulen beschwichtigt man den Kunden und beginnt, das Produkt robuster zu designen und eine automatisierte Buildpipeline mit frei verfügbaren Open Source Tools zu erstellen.
Der Mitarbeiter fühlt sich als Mensch wahrgenommen und geht trotz des Vorfalls gern zur Arbeit.

Anfahrt nach Berlin. Hagel. Gewitter. Die Frisur hält.
Anfahrt nach Berlin. Autobahn A2. Hagel. Gewitter. Die Frisur hält.

Natürlich sind die beiden Beispiele stark überzeichnet. Jedoch dienen sie meiner Meinung nach gut der Veranschaulichung, wie unterschiedlich man je nach Kontext, Systemumgebung und Sozialisierung mit Problemen umgehen kann. Solche und ähnliche Fragestellungen werden oft von den Mitgliedern des Netzwerks beleuchtet. Der Hintergrund hier ist, dass wir in unserer modernen, von Dynamik geprägten Arbeitswelt mit den Methoden klassischen Managements oft nicht mehr weiterkommen.
Und damit man sich dazu nicht nur im Internet oder auf den sogenannten "intrisify.meetups"(eine Art Stammtisch, ähnlich wie User Group-Treffen) austauscht, gibt es mittlerweile im 2-Monats-Turnus die sogenannten "Wevents", auf denen man mit dem Rahmen "Open Space" diskutieren, Lösungen erarbeiten und sich mit seinen unterschiedlichen Hintergründen und Fragen begegnen kann.

"Ich will nicht nach Berlin♪♫" - Das Wevent

Ein paar Entscheidungen zur Planung und Finanzierung, eine Buchung per AirBnb, eine gepackte Reisetasche und 5 Stunden Autofahrt durch Gewitter und Hagel später waren mein Kollege und ich dann endlich in Berlin angekommen. Freitag Abend gab es ein Warm-Up zum Kennenlernen im Wirtshaus Max und Moritz. Hier konnte man sich schon mal gegenseitig zu Speis und Trank beschnuppern und bekam einen kleinen Eindruck vorab, wie die Stimmung am Wochenende werden sollte(Spoiler: Verdammt gut).

Sessionsammlung vom Samstag
Sessionsammlung vom Samstag - Entscheiden, du dich musst!

Samstag "früh" um 9:00 war dann Einlass in der Forum Factory, einer ziemlich coolen Location, die als Tagungs-, Seminar- oder Gallerieraum dienen kann. Nach einer kurzen Vorstellung der Open Space-"Grundsätze" ging es dann auch schon an die Sessionplanung. Jeder konnte Themen einbringen, die dann parallel in verschiedenen Räumen diskutiert werden konnten. Der Charakter der Session war jedem selbst vorbehalten. So gab es z.B. eine Session "Wieviel(sic!) Persönlichkeit braucht Future Leadership?", in der eine Diskussion im Fishbowl-Format der Kern war. Andere Sessions waren ein "einfacher" Erfahrungsaustausch im Gespräch, die Möglichkeiten zur Moderation und zum Austausch waren jedem selbst überlassen.
Neben dem eigentlichen Inhalt der Sessions hat mich am stärksten die Haltung der Teilnehmer im Gespräch beeindruckt. Es herrschte eine unfassbar große Offenheit, eine hohe Reflexionstiefe und ein sehr ehrlicher Umgang mit Kritik. Bei vielen Gesprächen war implizit eine Vertrauensebene vorhanden, auch mit persönlichen Themen "nach außen" zu gehen, weil einfach eine Wohlfühlstimmung und ein "Hier kann ich ich sein"-Gefühl im Raum standen.

Vegane Leckereien, bereitgestellt vom "Supermarkt-Team"
Vegane Leckereien, bereitgestellt vom "Supermarkt-Team"

Samstag Abend gab es die Option, sich im Café brennBar zu Abendessen und weiterem informellen Austausch und Netzwerken zu versammeln, was auch von vielen wahrgenommen wurde. Ich selbst hatte viele Gespräche zum Thema "Beruf und Familie", die mich in meinem Selbstbild als Vater und Berufstätiger teils bestätigten, aber auch viele neue Impulse legten, über mein Handeln unter neuen Gesichtspunkten zu reflektieren.

Sonntag gab es noch einmal die Möglichkeit, neue Sessions oder Folgeangebote vom Vortag anzubieten. Da man sich schon etwas besser kannte, ging es auch hier wieder ordentlich "in die Tiefe", und gefühlt waren die Gespräche noch eine Spur bedeutsamer und "impulsgebender"(gibt es das Wort?) als am Vortag. Zu dem Zeitpunkt machte sich in meinem Kopf aber schon das Gefühl breit, ob der Menge an Input nicht mehr so ganz auf der Höhe zu sein. Ich nutze eine Zwischenpause, um auf meinem Surface(das sich das Wochenende als treuer Begleiter erwiesen hat) die bisherigen Gedanken zu strukturieren und in Form zu bringen.

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ihre Lieblingsbücher auszulegen
Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, ihre Lieblingsbücher auszulegen...

Eine weitere, aber prägnante Besonderheit im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen dieser Art möchte ich noch erwähnen, da sie meiner Meinung nach viele Gedanken, die dieses Netzwerk antreiben, sehr gut wiederspiegelt. Nämlich die Bezahlung.

...und Heidewitzka, waren das viele gute Bücher.
...und Heidewitzka, waren das viele gute Bücher.

Im Eingangsbereich der Forum Factory liegen Excel-Listen aus, welche die Reinkosten des Wevents darstellen. An der Wand hängt dazu passend ein Flipchart, das anzeigt, wie viel die Veranstaltung insgesamt kostet und was bisher an Einnahmen erfolgt ist. Während der Veranstaltung wird dieser Stand ständig aktualisiert. Der Hintergrund ist hier, dass die Veranstaltung zum einen als selbsttragend angelegt ist(also keine Profitveranstaltung) und zum anderen, dass es keine festen Beiträge gibt. So waren am Wochenende 185€ als empfohlener Betrag angegeben. Wer mehr zahlen kann und möchte, darf das genauso tun, wie jemand, der das nicht kann oder mag. Und man mag es kaum glauben, das funktioniert.

Fazit - TL;DR

Was habe ich von dem Wochenende mitgenommen und was erhoffe ich mir von der Mitgliedschaft bei intrinsify.me(die übrigens kostenlos ist)?

Ich habe viele unfassbar aufgeschlossene Menschen mit tollen Ideen und Gedanken getroffen. Ich habe ein Netzwerk kennengelernt, dass es zu schaffen scheint, dabei zu helfen, diesen Ideen Form zu verleihen und über den Status der "Spinnerei" hinauszuwachsen. Ich hatte ein geniales Wochenende in Berlin, obwohl ich von der Stadt außer dem Checkpoint Charlie beim Abholen unseres Autos nicht wirklich etwas gesehen habe. Und ich habe sehr viel über mich selbst gelernt. In meiner Position als Angestellter, als Vater und als Mensch überhaupt. Wenn ihr in eurer Nähe mal ein Wevent und dazu Interesse an dem Thema "Neue Arbeitswelt" habt, ich kann euch nur empfehlen, euch das ganze mal anzusehen.

Gruß, euer "devopsdad" Patrick aka Goulasz

Hallo Welt!

In einer Zeit, in der eine unüberschaubare Menge an Informationen im Internet verfügbar und jederzeit abrufbar ist, verlieren Bücher oft zunehmend an Stellenwert. Ich sehe das anders. Ich mag Bücher, momentan besonders Fachbücher zum Thema Organisationsentwicklung und "Umgang mit Dynamik".

Komplexithoden, Organisation für Komplexität und das titelgebende "Denkwerkzeuge der Höchstleister"
Komplexithoden, Organisation für Komplexität und das titelgebende "Denkwerkzeuge der Höchstleister", Quelle: "Denkwerkzeuge der Höchstleister: Warum dynamikrobuste Unternehmen Marktdruck erzeugen" von Wohland/Wiemeyer, Unibuch Verlag

Meinen Liebling aus dieser Kategorie möchte ich euch heute vorstellen. Hierbei handelt es sich um die "Denkwerkzeuge der Höchstleister" von Gerhard Wohland und Matthias Wiemeyer mit dem bedeutungsschwangeren Untertitel "Warum dynamikrobuste Unternehmen Marktdruck erzeugen"; vorliegend in der dritten Auflage, 2012 erschienen im Unibuch Verlag.

Vorweg: Das Buch ist kein Buch, das man einfach nur liest und dann weglegt. Es ist ein Arbeitsbuch, das man immer wieder aufschlägt, darin nachliest, stöbert und studiert, um sich immer und immer wieder teils ungläubig von den plakativ klingenden aber so einleuchtenden Thesen zu überzeugen. Ich habe es förmlich verschlungen, es bereitet mir heute teilweise noch schlaflose Nächte.

Aber genug gewarnt, jetzt wird angefixt! Worum geht es bei den "Denkwerkzeugen der Höchstleister"?

Inhalt

Beschrieben werden im Buch Ansätze, die sogenannten "Denkwerkzeuge", die dienlich sein können, um Dynamik und Systeme besser verstehen zu können und mit Ihnen umzugehen. Das ganze idealerweise ohne daran zu verzweifeln oder wirtschaftlich daran zu Grunde zu gehen. Es bietet Impulse und Ansätze, die man in der eigenen Organisation unter Einbeziehung der eigenen Umgebung und der Fakten nutzen kann, um eine für sich funktionierende Lösung für verschiedene Probleme zu finden. Das ganze vor einem einfachen, nachvollziehbaren, geschichtlichen und wirtschaftlichen Hintergrund. Wieso sind die Märkte heute, wie sie sind; wieso können Unternehmen, die flexibel und agil aufgestellt sind, besser mit den engeren Märkten der Globalisierung umgehen als klassische, hierarchisch aufgebaute Konzerne, und wieso passen viele Management-Instrumente aus der klassischen BWL nicht mehr zu heutigen Anforderungen? Für all diese Fragen und mehr findet der Leser hier plausible Theorien, die als Erklärung dienen.

Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie
"Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie" - Kurt Lewin

Auf keinen Fall werden hier aber "Best Practices" angeboten, die man in seinem Unternehmen umsetzt, auf einmal geschieht ein Wunder und der Umsatz steigt wie von Zauberhand in einem Jahr um 150%. So etwas gibt es nicht, bzw. wenn es funktioniert passten glücklicherweise viele Parameter beim Anwenden des Denkwerkzeugs. Unternehmen sind bedingt durch die verschiedenen Typen von Menschen, die in ihnen arbeiten, hochkomplexe Systeme, die keinen "Wenn > Dann"-Mustern folgen. Man kann vielleicht vermuten, welche Wirkung eine Maßnahme hat, sicher sein kann man sich jedoch nie.

Und das ist auch völlig in Ordnung so. Komplexität und Dynamik sind weder schlecht noch gut. Sie sind einfach da. Wie das Wetter.
Schlecht ist nur, darauf als Organisation nicht vorbereitet zu sein und dann nicht reagieren zu können. Denn dann steht man im Zweifel ohne Schirm und Jacke "im Regen".

Aufbau

Ein Hauptteil des Buches ist der Glossar, auf dem die präzisen Begriffe, die in diesem(sytemtheoretischen) Kontext genutzt werden, erläutert und eingeordnet werden. Dem voran gehen ein Vorab-Bereich in dem der Aufbau im Detail erläutert wird und 13 kurze, 10 Seiten nicht übersteigende Kapitel, die klassische Management-Thesen im Kontext moderner, dynamischer Märkte beleuchten. In diesen Kapiteln gibt es zusätzlich zu den im Fließtext sehr anschaulich formulierten Thesen und Vergleichen die sogenannten "Denkzettel". Diese beschreiben ein Problem und geben einen Hinweis, in welche Richtung man sich bewegen kann, um eine mögliche Lösung im eigenen Unternehmenskontext zu finden.

Denkzettel "Zentrum und Peripherie" samt Kapitelresümee
Denkzettel "Zentrum und Peripherie" samt Kapitelresümee "Taylorismus - Aufstieg und Fall einer genialen Idee", Quelle: "Denkwerkzeuge der Höchstleister: Warum dynamikrobuste Unternehmen Marktdruck erzeugen" von Wohland/Wiemeyer, Unibuch Verlag

Das klingt erstmal recht kompliziert, wenn man jedoch begriffen hat, dass man das Buch weder am Stück noch in der geschriebenen Reihenfolge lesen muss, sondern es immer und immer wieder als Nachschlagewerk und Referenz nutzen kann, passt dieses gut sortierte Format ganz hervorragend.

Die Denkzettel sind ein großartiger Einstieg, um sich mit der Systemtheorie und den Denkwerkzeugen auseinanderzusetzen, wenn man in diesem Umfeld noch völlig unbedarft ist. Wer in die Tiefe gehen will, liest einfach die umspannenden Kapitel.

Zielgruppe und Fazit

Das Buch ist für alle geeignet, die das Gefühl haben, Projekte in ihrer Organisation laufen "irgendwie schlecht", verfehlen oft das Ziel, Kunden und Mitarbeiter sind unzufrieden, die Konkurrenz überholt uns ständig, Sarkasmus ist an des Tagesordnung, es gibt "zu viele Meetings"; aber keiner weiß so richtig wieso, etc.

Das Buch ist definitiv nicht für Menschen geeignet, die sich eine schnelle Lösung per "Best Practice" erhoffen und der Meinung sind, man könnte per steuernder Direktive "von oben" Dinge wie Unternehmens- und Wertekultur der Mitarbeiter ändern oder steuern. Das dies nicht funktioniert, machen die Autoren immer wieder mit vielen Beispielen zum Thema "Kultur" und "Steuerung" im Unternehmen klar.

Mir selbst hat das Buch viele Ansätze und Handlungsräume eröffnet, die mir helfen zu verstehen, wieso im Beruf so oft so viel "Theater" um Probleme gemacht wird, die eigentlich mit dem berühmt-berüchtigten "gesunden Menschenverstand" einfach zu beheben sein sollten.
Ich nutze es regelmäßig und gehe schon fast missionarartig damit hausieren, weil ich es schlicht und einfach großartig und unendlich wertvoll finde.

Ganz akut Interessierten aus der Umgebung kann ich mein Exemplar zum Reinschnuppern gerne auch Ausleihen. Für alle anderen gibt es in der Linksektion noch mehr Futter. Viel Spaß beim Stöbern!

Euer "devopsdad" Patrick aka Goulasz

Weiterführende Links zum Thema

Hallo Welt!

Besser spät als nie möchte ich euch von der DevOpsCon 2015 in München berichten. Dort habe ich zum ersten mal "ernsthaft" den Entschluss gefasst, unter die Blogger zu gehen und die ganzen Gedanken, die mir im Kopf rumschwirren, zu "Papier" zu bringen.

Disclaimer: Aufgrund der Menge an Infos, Tools und Eindrücke der Konferenz kann und werde ich hier nur einen Einblick in die für mich interessantesten Themen geben und über das allgemeine Konferenzfeeling schreiben. Für mehr müsst ihr schon selbst dahin. ;) Es lohnt sich aber, die Themen für Sommer/2016(Berlin) sind im Verhältnis zum Termin Winter/2015 noch recht ähnlich.

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Pool im 23ten Stock des Hotels - Nicht DAS, aber definitiv eins der Highlights der 3 Tage

Vorwort

Vom 23.11 - 25.11 2015 waren zwei Kollegen von mir(einer der zwei bloggt übrigens auch schon eine ganze Weile) im Sheraton Hotel München im Arabellapark und hatten den Plan, in den zwei Tagen Konferenz und einem Tag Praxis-Workshop so viel wie möglich mitzunehmen, ohne angesichts der Menge an Informationen zu verzweifeln.

Von München selbst haben wir außer einem Besuch im "Burger House 2", was ja auch nicht wirklich "typisch München" ist, nicht wirklich viel mitbekommen. Das ist in Anbetracht der vollgepackten Tage aber auch normal, die BASTA! Spring, die ich 2014 besucht habe, hat einen ähnlichen Effekt verursacht. Außer nem Hefeweizen abends in der Lobby war da nicht mehr viel zu holen bei mir.
Nach dem Abendessen ging es mit den Kollegen eine Runde im Pool schwimmen, den grandiosen Ausblick auf den Liegen um den Pool genießen, den nächsten Tag planen und damit war der Abend meistens auch schon rum.

Tag 1(Workshop)

Zum geschmeidigen Start in den Montag gab es den "Docker-Basis-Workshop" von und mit Peter Roßbach, seines Zeichens Systemarchitekt, Docker-Experte der ersten Stunde und "DevOps"-Enthusiast. Selbst bis dato auf *nix-Systemen völlig unbedarfte Entwickler(wie mich) waren mit Peters Anleitung und aufgrund der Einfachheit der Docker-Syntax in der Lage, in Kürze Container für Webserver, Datenbankserver mit entsprechenden Befehlen zu erzeugen und die Netzwerke gleich mit zu konfigurieren. Mächtiges Tool und mächtige Architektur diese Container-Technologie. Mit einer verhältnismäßig niedrigen Hemmschwelle zum Einstieg und Unmengen an Blogs, Snippets und Infomaterial zu Docker selbst im Netz scheinen die Docker-Container in *nix-Umfeldern eine echte Bereicherung zu sein, wenn es darum geht, skalierbar schnell Infrastruktur bereitzustellen. Obwohl ich mit Infrastruktur und mit Linux bisher wenig zu tun hatte, das hat definitiv mein Interesse geweckt. Der Raspi liegt im Warenkorb. Bücher zu Docker übrigens nicht, die sind oft schon beim Erscheinen veraltet.

Nicht vorenthalten möchte ich euch noch folgendes Zitat von Peter zur Frage , wie man diese Technologie in einer abgeschotteten, kontrollierten Konzern-IT-Infrastruktur implementieren könnte:

"So eine Docker-Welt in einer Enterprise-Company zum Laufen zu bringen kann ein Scheiß-Sport sein."

¯\_(ツ)_/¯

Tag 2&3(Konferenz, Expo)

Nach einem überschaubaren ersten Tag gab es an den Tagen 2 und 3 ausschließlich Vorträge, Keynotes und informell gestaltete Treffen zum Austausch(Open Space-ig).

Gemeinsam war allen von mir besuchten Vorträgen, das sie unglaublich viel Lust aufs "Basteln" machten. Was sich in der Praxis aufgrund der Open Source-Natur vieler genutzten Tools als gar nicht so schwierig herausstellen sollte.

Am interessantesten waren für mich die Talks zum Thema Unternehmenskultur und Veränderung in der Organisationsstruktur des "DevOps"-Unternehmens. Besonders hervorstechend waren da für mich zum einen Wix.com(WYSIWYG-Baukasten für Webseiten) und zum anderen dm(Ja, die Drogerie). Bei Wix war sehr interessant, wie der Referent Aviran Mordo klar und einfach zeigte, dass man nicht jedes Tool benutzen muss, solange man nicht den "Schmerz spürt", den der Einsatz des Tools zu lindern vermag. Wenn deine Idee grundsätzlich Mist ist, bringen dir die besten Tools nichts, deine Idee bleibt Mist.

aviranmordo_microservices_vs_monoliths.j
Das Bild spricht denke ich für sich.

dm im Kontrastprogramm merkte recht schnell, dass man als "Drogerie" mit offenen Augen und Ohren durchaus Gewinn mit ordentlichen Onlineportalen und Webshops machen kann. Ein Onlineshop, der schnell auf die Bedürfnisse der verschiedenen Kunden reagieren kann und in kurzen Abständen qualitativ hochwertige Stände online stellen kann war hier das Credo. Daraus folgte fast natürlich und logisch eine Umstellung des Deployment-Prozesses in Richtung Continuous Delivery und ein damit einhergehendes Umdenken in der Unternehmensorganisation.
Im Verlauf des Talks wurde klar, dass zum einen Vertrauen und Offenheit für ein solches Umdenken notwendig sind. Zum anderen auch, dass dafür nicht jeder bereit ist. Unterm Strich kam jedoch eine effizientere Organisation bei dem Prozess heraus.

Fazit - TL;DR

Das nicht immer alles eitel Sonnenschein ist, war bei allen Vorstellungen von Tools oder Prozessen, die durchlebt wurden, immer zu erkennen. DevOps an sich bedeutet in erster Linie, Verantwortung gemeinsam zu übernehmen für ein geteiltes Bild eines Produkts oder eines Prozesses. Was oft vergessen wird, ist aber, dass dieses Bild manchmal gar nicht existiert oder abteilungsübergreifend völlig anders wahrgenommen wird.

Empathie, echtes Verständnis füreinander und für die Anforderungen des Gesprächspartners waren immer wiederkehrende Merkmale, die notwendig sind, damit so etwas wie Continuous Delivery funktionieren kann.

 

Tools, Tools, Tools!

Zum Abschluss noch ein paar Links und Einzeiler zu vorgestellten Tools, falls jemand bastelwütig wird:

  • Docker - Software, mit der man andere Software(z.B. Betriebssysteme, Webserver, Datenbankserver,...) virtualisiert in "Containern" verpacken kann, die dann auf jedem System funktionieren
  • Hadoop -  Framework für verteilte Software. Man nehme 10 Raspis, schalte sie zusammen und e voilá: Man hat einen Hadoop-Cluster-Datenbankserver
  • ELK-Stack - Bestehend aus Elasticsearch, Logstash und Kibana zum Durchsuchen, Ablegen und Visualisieren von Logs aller Art
  • OWASP ZAP - Zum manuellen oder automatisierten Security-Scan(aktiv, passiv) von Webanwendungen, auch automatisiert in Jenkins verwendbar
  • Jenkins - Tool für Continuous Integration und so ziemlich alles, was dazu gehört. Lächerlich viele und gute Plugins verfügbar
  • Consul - Service Discovery-Tool, das neue Dienste, die verfügbar werden, automatisch erfasst und diese verwalten kann. Nützlich aber erst, wenn man schon mehrere Microservices im Einsatz hat, sonst tut es auch ein DNS-Eintrag
  • Github - Viel mehr als nur das, aber hauptsächlich ein Repository-Server für GIT

Euer "devopsdad" Patrick aka Goulasz

 

Hallo zusammen,

wenn man diesem Forum nur lang genug folgt, liest man irgendwann immer wieder die gleichen Fragen. Daher habe ich mich dazu entschieden, in der ersten Episode des Podcasts von fachinformatiker.de einige dieser häufigen Fragen zu beantworten.

 


FI-Podcast_001_Haeufige_Fragen.mp3 (Länge ca. 35 Minuten, für Play/Pause einfach den Link anklicken)


 

Sehr empfehlenswert ist in diesem Zusammenhang übrigens auch diese FAQ zum Forum: Uli's Prüfungspage für IT-Berufe.

Hier nun also meine Liste der häufigen Fragen mit kurzer Antwort. Wenn du mehr wissen willst, hör doch mal in die Podcast-Episode rein.

  • Die Sache mit der IHK.
  • Muss ich für eine Ausbildung schon programmieren können?
    • Nein. Sollte das anders sein, wirst du wahrscheinlich als billige Arbeitskraft eingestellt.
  • Warum muss ich so viel Wirtschaftskram lernen?
    • Weil die IT-Berufe zu den kaufmännischen Berufen zählen.
  • In einem Monat ist die Prüfung. Was soll ich lernen?
    • Du fängst viel zu spät an. Lern mit alten Prüfungen und einschlägiger Literatur.
  • Was kommt in der schriftlichen Prüfung dran?
    • Das weiß leider nur der Ausschuss, der die Prüfung erstellt.
  • Woher bekomme ich alte Prüfungen?
  • Könnt ihr mir ein Projektthema empfehlen?
    • Nein. Es muss sich um ein Thema aus deiner Praxis handeln.
  • Ich muss nächste Woche mit meinem Projekt anfangen und habe kein Thema.
    • Das ist ein Problem, das wir nicht lösen können.
  • Warum wurde mein Projektantrag abgelehnt?
    • Wahrscheinlich, weil die fachliche/wirtschaftliche Tiefe deines Themas nicht deutlich wird oder du eine unrealistische Zeitplanung hast.
  • Welche Vorgaben gibt es für die Ausbildung?
  • Welche Vorgaben zur Projektdokumentation muss ich einhalten?
    • Das kann dir nur deine IHK sagen.
  • Wie viel verdient ein Fachinformatiker?
    • Das kommt auf die Branche, die Aufgaben, die Region, die Vorbildung usw. an.
  • Warum wird meine Bewerbung immer abgelehnt?
    • Wahrscheinlich, weil du ständig nur über dich redest und die Anforderungen des Unternehmens nicht berücksichtigst.

 

Hast du zu den obigen Themen auch eine Meinung? Dann immer her damit! Antworte einfach auf diesen Beitrag. Ich würde mich über einen Austausch freuen.

Wenn du konkrete Themenvorschläge oder Fragen für den Podcast hast, dann immer her damit. Und wenn du selbst am Podcast mitarbeiten möchtest, melde dich einfach!

 

Viele Grüße!
Stefan

PS: Auf eine Vorstellung meiner Person habe ich an dieser Stelle verzichtet. Ich bin Stefan! ;) Wenn dich im Detail interessiert, wer hier schreibt und spricht, schau einfach auf meiner Website vorbei: Über mich.

Hallo Welt!

Den Start in die technischen Blogbeiträge möchte ich mit einer kleinen Tool-Vorstellung machen. Mit Trello, um genau zu sein. Laut der Homepage ist Trello ein Tool, um "alles mit allen" zu organisieren. Laut Wikipedia ist es eine "Projektmanagementsoftware".

VerzetteltLaut mir(und zu nicht zu verachtenden Teilen auch laut meiner Frau) ist es ein ziemlich cooles, übersichtliches Programm, um sich die ganzen Themen, die man sonst gerne mal aufschiebt oder ignoriert aus dem Gehirn zu schreiben und zu organisieren.
Und zwar ohne sie zu vergessen oder Gefahr zu laufen, dass das WICHTIGE und DRINGENDE Post-IT an der Korkwand in der Küche den Geist aufgibt und aus Versehen im Müll landet.

Das erste mal auf Trello aufmerksam wurde ich beim Lesen von Joel Spolskys Blog, der mir schon in der Vergangenheit durch den ein oder anderen guten Beitrag aus der Richtung "Anfangen. Jetzt. Nicht morgen. Jetzt. Hey, mach reddit zu. Anfangen!" sehr hilfreich war.

Aber genug davon. Ein paar Anwendungsfälle und Features in der Kurzbersicht:

Wofür kann ich Trello benutzen?

Ein paar Beispiele:

  • Den Wocheneinkauf planen
  • Ein Kanban oder SCRUM-Board für agile Projekte managen
  • Einzukaufende Geburtstagsgeschenke im Kopf behalten, z.B. Ideen mit Amazon-Links anhängen, etc.
  • Eine Übersicht mit Checkliste über noch zu erledigenden Papierkram erstellen
  • (Arzt)-Termine pflegen mit zugehörigen Informationen und Dokumenten. Natürlich mit Fristen und dazugehörigen Erinnerungen
  • Teams erstellen, die bestimmte Boards bearbeiten können und bestimmte nicht
  • Automatisch Benachrichtigungen bei Änderungen versenden bzw. in der zugehörigen App "pushen" lassen
  • An alle "Karten" in der Basis-Version Anhänge bis zu 10 MB hinzufügen
  • Für Tickets "voten", um Trends erkennen zu können. Super z.B., um favorisierte Themen für den eigenen Blog herauszuarbeiten ;)
  • ...
Wie geht das?

5_Trello_Listenbaner

Das hier ist eine Basis-Kurzanleitung für ein ganz einfaches "ToDo-Doing-Done"-Board mit einem beispielhaften Eintrag für einen Einkaufszettel.

  1. Board anlegen
    1. Wenn man erst mal angemeldet ist, wird nach einem Klick direkt links oben auf den Button "Boards" das Board-Menü angezeigt. Dort gibt es die Option "Neues Board erstellen", mit der ihr, ihr erahnt es schon, ein neues Board erstellen könnt.
    2. Optional: Board-Sichtbarkeit einstellen. Auch das ist eigentlich ist selbsterklärend. Der Standard ist hier "Privat", was bedeutet, das nur ihr selbst und explizit eingeladene Mitglieder das Board sehen.
  2. Listen(oder auch: Spalten) anlegen
    1. Hier könnt ihr euch voll austoben. Vom einfachen "ToDo - Doing - Done" bis hin zum Abbild einer kompletten, virtuellen Produktionslinie ist alles möglich.
  3. Karten bzw. Einträge hinzufügen
    1. Auch hier gibt es viele Möglichkeiten, die die meisten mir bekannten Anwendungsfälle abdecken. Listen, Fristen, Anhänge, farbige Markierungen. Trello bietet alles out of the box.

 

Was kostet mich das?

Gar nichts. Das ganze ist absolut kostenlos. Ich nutze Trello schon eine ganze Weile und viele der zukaufbaren Features, die hauptsächlich kosmetischer Natur sind, vermisse ich überhaupt nicht. 10 MB reichen als Anhang für die meisten meiner Anwendungsfälle auch locker aus.

Und wo bekomme ich das?

*Zum Zeitpunkt des Abrufversuchs auf meinem Surface (21.03.2016, 22:37) war Trello im Windows Store nicht abrufbar

Fazit -  TL;DR

Trello ist ein Tool mit einer sehr niedrigen Hemmschwelle zum Einstieg, welcher dann auch noch mit einer steilen Lernkurve belohnt wird. Beispiel gefällig? Meine Frau z.B. ist so weit davon entfernt, ein Ditigal Native zu sein, wie es nur geht(sie hat mit Anfang 20 ihre erste E-Mail geschrieben). Trello hatte sie innerhalb nicht mal einer Woche drauf und bombardierte mich mit meinen diversen Unzulänglichkeiten.(Klodeckel reparieren, Termine beim Kinderarzt machen, Schreibtisch aufräumen, Steuererklärung machen, Dachbox für den Urlaub organisieren, ... ihr kennt das bestimmt auch...)

Allen, die keine Lust mehr auf Zettelwirtschaft haben, aber trotzdem ein bisschen Struktur in ihre imaginäre "Noch zu erledigen"-Liste bringen wollen, kann ich Trello daher nur wärmstens empfehlen.

Und damit ihr auch ein bisschen mitbestimmen könnt, hier der Link zum Trello-Board zum Blog für die Priorisierung der Themen oder Kommentare dazu.

Euer "devopsdad" Patrick aka Goulasz

 

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