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Herausfinden, welche Komponente eines Windows Servers noch SMBv1 nutzt
Hallo, Das 12-Minuten-Intervall ist ein klassisches Kennzeichen: Der Windows Computer Browser Service sendet in diesem Rhythmus seine Announcements ans Netzwerk, und zwar über TCP 139 (NetBIOS Session Service) zum PDC-Emulator. Der Prozess taucht als "System" auf, weil der Browser Service ein Kernel-Mode-Treiber ist. Warum nur der PDC-Emulator betroffen ist, erklärt sich dadurch, dass der Browser Service seinen Domain Master Browser immer beim PDC sucht. Das erklärt auch, warum der Neustart geholfen hat: Nach einem Neustart wird der Dienst neu gestartet und baut den Zustand erst wieder auf. Du kannst prüfen ob der Computer Browser Service läuft mit: Get-Service Browser Wenn der Dienst auf den betreffenden Servern läuft und ihr ihn nicht braucht (in modernen AD-Umgebungen ab Windows 8/Server 2012 ist er in der Regel überflüssig), kann er einfach deaktiviert werden: Set-Service -Name Browser -StartupType Disabled Stop-Service -Name Browser Das wäre die saubere Lösung und SMBv1 wäre auf dem Server danach tatsächlich wirkungslos, weil nichts mehr darüber kommuniziert. Gutes Gelingen!
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Notebook fährt immer am vierten eines Monats um dieselbe Zeit hoch
Interessantes Phänomen. Also, Dein Hinweis, dass es nur an der Dockingstation passiert, ist der Schlüssel: Windows und das UEFI lassen Wake-Timer generell nur feuern, wenn der Rechner am Netz hängt, nicht im Akkubetrieb. Die Dockingstation liefert Strom, also wird der geplante Wake-Timer ausgelöst. Das erklärt auch, warum kein baugleiches Notebook das gleiche Verhalten zeigt: Der Auslöser ist spezifisch auf diesem Gerät konfiguriert. Mein Verdacht: Ein Windows-geplanter Task mit aktivierter Option "Computer für diesen Task aus dem Standbymodus aktivieren", monatlich am 4. um 16:42 UTC. Das wäre genau so eine Aufgabe, die von Dell SupportAssist, Lansweeper-Agent, SCCM/Intune-Client oder einem ähnlichen Tool angelegt wurde. Das kannst du mit zwei Befehlen direkt prüfen: In einer Admin-PowerShell alle Tasks, die den Computer aufwecken dürfen: Get-ScheduledTask | Where-Object {$_.Settings.WakeToRun -eq $true} | Select-Object TaskName, TaskPath Und wenn du das nächste Mal am 4. dabei bist, direkt nach dem Wake als Admin: powercfg /waketimers Der zweite Befehl zeigt aktive Wake-Timer, also was den Rechner kurz vorher aufgeweckt hat oder als nächstes wecken würde. Ein drittes Tool das prüfenswert ist: Dell SupportAssist hat standardmäßig eine monatliche Systemprüfung. Die läuft oft auf einen festen Termin und kann den Rechner dafür aufwecken. Schau in den SupportAssist-Einstellungen unter "Geplante Scans".
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HyperV-Cluster 2025 (drei Nodes) mit ISCSI
PaddraighOS hat auf einen Beitrag in einem Thema geantwortet in Systemadministratoren und NetzwerktechnikerKurze Antwort: Du brauchst keinen Switch zwischen Nodes und Storage, wenn das Storage direkt genug Ports hat – für ein Produktiv-Cluster würde ich es trotzdem empfehlen. Warum? Direkte Verbindung (ohne Switch): Funktioniert prinzipiell. Jeder Node bekommt seinen eigenen Port am Storage. Problem: Kein Multipath möglich, also keine Redundanz. Fällt eine NIC oder ein Kabel aus, verliert der Node seine Storage-Verbindung – und das ist in einem Cluster kritisch. Mit dediziertem iSCSI-Switch (empfohlen): Du hast die Möglichkeit, MPIO zu aktivieren (z.B. 2 NICs pro Node x 2 Switches = 4 Pfade pro Node). Das gibt dir echte Redundanz ohne Single Point of Failure. Zur zweiten Frage, ob die Nodes untereinander über das iSCSI-Netz kommunizieren müssen: Nein, das brauchen sie nicht. Beim iSCSI redet jeder Node direkt mit dem Storage, nicht mit den anderen Nodes. Die Cluster-Kommunikation (Heartbeat, CSV-Koordination, LiveMigration) läuft über eure anderen Netze (Management und LiveMigration). Das iSCSI-Netz ist rein für Node-zu-Storage. Empfohlene Architektur für drei Nodes: Management 1 GbE (bestehend), LiveMigration / Cluster 25 GbE (bestehend), iSCSI eigenes Netz mit dediziertem Switch und MPIO mit 2 Pfaden pro Node. Wenn das Storage genug Ports hat, kannst du auch mit einem einzigen iSCSI-Switch arbeiten, solange die NICs im Server redundant sind (MPIO). Zwei Switches wären besser, aber einer ist schon ein großer Schritt gegenüber direkten Verbindungen ohne Redundanz.