vor 2 Stunden2 h Hallo zusammen,ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit der Analyse von Fachinformatiker-Projektanträgen und den dazugehörigen Diskussionen, insbesondere bei Grenzfällen. (Mit Hilfe eines Ki-Modells).Dabei ist mir aufgefallen, dass viele Bewertungen stark über Begriffe wie:- Komplexität- Umfang- Entscheidungsspielraum- Technikanteilgeführt werden.Ich habe deshalb versucht, ein einfaches Prüfmodell zu entwickeln, das die bisherigen Beobachtungen strukturierter beschreibt.Die zentrale Hypothese lautet:> Nicht die Entscheidungstiefe ist der erste Prüfpunkt, sondern der Berufsbild-Fit der eigentlichen Kernaktivität.Das Modell arbeitet aktuell mit folgender Prüfkette:Netto-Kernaktivität↓Berufsbild-Fit↓Entscheidungstiefe↓Skalierung↓Votum## KerngedankeZunächst wird versucht, die tatsächliche Kernarbeit eines Projekts zu bestimmen.Dabei werden Produktnamen und Buzzwords gedanklich entfernt.Beispiele:- SharePoint- SQL Server- Cisco- Microsoft 365- Power Platformsagen zunächst wenig über das Berufsbild aus.Entscheidend ist die Frage:> Welche fachliche Arbeit wird eigentlich durchgeführt?Beispiele:### Eher Fachinformatiker Systemintegration- Infrastrukturintegration- Serverbetrieb- Netzwerkdesign- Systemhärtung- Rechte- und Berechtigungskonzepte- Betriebs- und Sicherheitskonzepte### Eher Fachinformatiker Anwendungsentwicklung- Workflowlogik- Datenmodellierung- Formularlogik- Geschäftsprozessabbildung- Status- und Freigabelogiken- Anwendungsverhalten## Daraus ergibt sich eine TheseEin Projekt kann- technisch anspruchsvoll,- komplex,- und entscheidungsreichsein,aber trotzdem für das gewählte Berufsbild ungeeignet sein.Umgekehrt kann ein Projekt mit gutem Berufsbild-Fit zunächst zu dünn wirken, aber durch fachlich passende Vertiefung tragfähig werden.## BeispielEin Projekt auf Basis von Microsoft 365 oder SharePoint ist nicht automatisch ein FiSi-Projekt.Die entscheidende Frage wäre:> Besteht die Kernarbeit in Bereitstellung, Integration, Betrieb und Absicherung der Plattform?oder> Besteht die Kernarbeit in Workflowentwicklung, Prozessmodellierung, Formular- und Geschäftslogik?Je nach Antwort könnte derselbe Produktname zu unterschiedlichen Berufsbild-Einordnungen führen.## Offene FragenMich würde interessieren:1. Haltet ihr die Trennung von Berufsbild-Fit und Entscheidungstiefe für sinnvoll?2. Habt ihr Beispiele, bei denen ein Projekt wegen des falschen Kompetenzraums abgelehnt wurde, obwohl genügend Entscheidungen vorhanden waren?3. Wo seht ihr Schwächen dieses Ansatzes?4. Welche Gegenbeispiele würden das Modell widerlegen?Mein Ziel ist ausdrücklich nicht, eine IHK-Regel zu formulieren, sondern ein Analysemodell zur Diskussion zu stellen.Ich freue mich über Kritik, Gegenbeispiele und Falsifikationen.Muster_PA.pdf Bearbeitet vor 2 Stunden2 h von tkreutz2
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