Alle Beiträge von Morrigan
- Start meines IT-Youtubekanals
-
Projektantrag: Analyse und Optimierung der CI/CD-Pipeline-Kapazitäten durch Erweiterung der GitLab-Runner-Infrastruktur bei einem mittelständischen Softwareunternehmen
Wow das ist mal ein richtig praxisnahes Projekt!!! Genau so eine Infrastruktur gibt es in vielen mittelständigen Betrieben und genau das sind die Projekte an denen Azubis ebenfalls arbeiten sollten, um einmal hinter die Kulissen zu schauen. Wenn solche Projekte nicht zugelassen werden, dann spiegelt genau das doch das Kernproblem der Ausbildung wider. Azubis müssen auch einmal praxisnahe Projekte angehen dürfen und nicht nur immer den 0815 easy Kram, den dann auch Prüfer verstehen. So lösen wir nie das Fachkräfteproblem...
-
Fernstudium (Informatik) in ~1 Jahr durchziehen – klug oder wirkt das komisch im Lebenslauf? (Falls ich keine Werkstudentenstelle finde)
Hi Interaction, danke für dein Abo :-) Zu meinem Kurs "Von der Idee zur Professionellen Software" komme ich aktuell kaum. Dort geht es erst wieder weiter wenn ich Urlaub habe. Ich muss mich selbst etwas auf die Inhalte aus diesem Kurs vorbereiten und da habe ich mir gedacht, dass ich einfach meine Vorbereitungen als Prototyping Kurs ebenfalls aufnehme und online stelle. Ich hoffe das hilft auch etwas. Aber der ursprüngliche Kurs ist definitiv nicht eingestellt. Die Qualität der Videos hat nur leider einen hohen zeitlich Preis, den ich aktuell leider nicht aufbringen kann. Aber dafür gibt es 3 (schnellere) Videos über Java & Spring Boot und demnächste auch übers Testen jede Woche, die ich relativ schnell produzieren kann. Ich habe so viele Ideen zu Videos und ich würde gerne so viel an Wissen weitergeben... Ich brauche einen 48h Tag :-D Ich nehme aber auch Wünsche für Themen entgegen und wenn sie zu den Kanalthemen passen, gibt's dazu auch ein Video ;-) Beste Grüße Morrigan
-
Fernstudium (Informatik) in ~1 Jahr durchziehen – klug oder wirkt das komisch im Lebenslauf? (Falls ich keine Werkstudentenstelle finde)
Hallo Interaction, ich finde, du machst das genau richtig. Wenn ich als Arbeitgeber die Wahl hätte zwischen mehreren Junioren, dann würde ich bei dir so einige positive Punkte sehen. Du legst dich nicht auf die faule Haut und ruhst dich nicht auf deinem ersten Abschluss aus. Auch oder gerade weil du im Moment keinen Vollzeitjob bekommst. Ich kenne genug andere die einfach sagen: "Ich habe meinen Abschluss und wenn ich nicht gut genug bin, dann habt ihr halt Pech gehabt." So eine Einstellung sehen Arbeitgeber nicht gerne. Bei dir erkennt man den Wunsch, dass du dich weiterbilden möchtest. Das zählt unheimlich viel. Ebenso sieht man, dass du Wissen schnell und insbesondere eigenständig dir aneignen kannst. auch das ist sehr gefragt bei den Arbeitgebern. Du hast ein klares Ziel vor Augen und weißt was du erreichen möchtest. Das ist ebenfalls gerne gesehen. Wenn du die Chance hast während deines Fernstudiums noch ein praktischen Projekt zu machen - gerne mit Kommilitonen zusammen - dann sehe ich gute Chancen, dass Arbeitgeber dich als Junior einstellen. Ich habe übrigens auch ein Fernstudium gemacht, aber nicht abgeschlossen. Ich konnte aber für die einzelnen Semester Zertifikate erhalten und hatte bei einem auch ein Praxisprojekt durchgeführt. Das kam bei allen meinen Bewerbungen bisher immer gut an. Also mach genau so weiter! Ich drücke dir die Daumen. Beste GRüße Morrigan
-
Wie am besten weiterbilden
Naja in der Ausbildung bist du ja "dual" unterwegs. Zum einen die Theorie, die du halt auch wichtig ist, damit man dir Dinge dahinter versteht und das eigentliche Konzept und dann eben die praktische Anwendung im Betrieb selbst. Von daher ist die Kombination, wenn beide Seiten (also Schule und Betrieb) es gut machen schon sinnvoll. Aber die Schule kann halt nicht noch zusätzlich den praktischen Teil ersetzen, wenn der Betrieb es nicht hinbekommt... Tja und an Hochschulen sieht sich halt für den praktischen Teil niemand verantwortlich. Das muss der Studierende selbst leisten. Dafür ist er ja Student geworden und als Student musst du in der Lage sein, dir Dinge selbst beizubringen. Auch wenn ich diese Form von Lehre nicht befürworte, ist das die bittere Realität. ... und ja, die IT-Branche ist da sehr speziell. Ich kenne kaum eine andere Branche, in der sich so schnell so viel ändert und du so viel Eigenleistung erbringen musst, um bestehen zu können oder gar erst einmal einen Einstieg zu finden...
-
Wie am besten weiterbilden
... und genau das ist der Knackpunkt. Ich habe in meinem Bekanntenkreis auch Informatiker, die ein ganzen Studium gemacht haben und sogar den Master und bekommen keinen Job, weil sie die Praxis nicht beherrschen. Die haben auch nur für die Klausuren auswendig gelernt. Genauso verhält es sich auch mit den meisten Zertifikaten, insbesondere mit den kostenlosen. Die Zertifikate, die wirklich nachweisen, dass du es kannst, sind unheimlich teuer und da muss man sich wirklich fragen ob das Kosten/Nutzen Verhältnis wirklich noch Sinn macht. In den meisten Fällen macht es nämlich keinen Sinn, weil du die gleiche Zeit in ein eigenes Projekt investieren kannst und dieses dann vorweisen kannst. Ich sehe das gleiche Phänomen übrigens auch bei dem aktuellen KI Geschreie. KI ist wirklich was feines. Aber wenn wir nicht mal mehr verstehen, was uns die KI da generiert und ihr blind vertrauen, weil wir das Ergebnis auch gar nicht mehr selbst beurteilen können, dann wird das fatale Folgen haben. Nicht nur, dass dies gezielt ausgenutzt werden kann, nein ich sehe hier auch das große Risiko, dass sich niemand mehr die Mühe macht, Dinge zu hinterfragen, von Kern auf zu lernen und zu verstehen. KI beantwortet mir ja alle Fragen... Aber ich schweife vom Thema ab. Auch, wenn aktuell die Arbeitsmarktsituation für viele eine reine Katastrophe ist, weil KI so extrem gehypt wird, so ist es auch jetzt umso wichtiger die Grundlagen zu beherrschen. Mich hat mal einer gefragt, warum ich auf meinem YT Kanal nur Basics mache, die man überall nachlesen kann und die schon zig mal durchgekaut wurden. Die Antwort ist ganz einfach: Ich sehe in letzter Zeit immer mehr Entwickler*innen, die die Grundlagen nicht können und die sowohl während der Ausbildung und insbesondere im Studium nicht die nötige Praxis vermittelt bekommen. Aber wenn du Software-Entwickler werden möchtest, dann musst du genau diese Praxis beherrschen. Dabei ist es völlig egal, ob du Java, .NET (C#) oder Python programmierst. In modernen und professionellen Softwareentwicklungsworkflows kommen immer die gleichen Technologien zum Einsatz: Versionskontrolle Build- & Dependency-Management Werkzeuge Statische Sourecode Analyse Automatisierte Tests Automatisierte Deploymentprozesse Artefakt- und Image-Repositories Containerisierung Review-Werkzeuge Werkzeuge zur Wissenskonservierung Werkzeuge zur Team-Organisation Bis auf Versionskontrolle lernst du aber sonst nicht an den Hochschulen und das ist mitunter das Problem. Und hier betrachte ich gerade nur einen kleinen Teil der praktischen Fähigkeiten, nämlich den Tech-Stack. Da habe ich noch kein Wort darüber verloren, wie ich Architektur-Pattern oder Softwaredesign so umsetze, dass es wirklich nachhaltig, gut lesbar, wartbar, erweiterbar, testbar, etc. ist. So etwas lernst du eben nicht mit einem Zertifikat. Das musst du selbst einmal machen und erleben. Du musst selbst einmal die Probleme haben und dann jemanden haben, der dir zeigt wie es besser geht. Ich versuche auf meinem Kanal im Bereich Java ein wenig von diesen professionellen Ansätzen und meine Erfahrung weiterzugeben. Das ist allerdings nichts was man von heute auf morgen macht. Auch das braucht Zeit und jemand der all diese Dinge lernen möchte muss auch bereit sein, sich diese Zeit zu nehmen und selbst eigene Projekte angehen um eigene Erfahrungen zu sammeln. Das sagt sich alles so leicht als Senior-Entwickler, der diese ganze Investition schon hinter sich hat. Insbesondere wenn du jetzt einen Job suchst und davon ja auch Existenzen und deine Zukunft abhängt. Ich kann dir nur den Tipp geben, dich ständig weiterzubilden. Das muss auch ich als Senior tun, um dran zu bleiben. Insbesondere die Informatik ist einer der Berufe, in denen du im Schnitt jede Woche etwas neues lernen musst und das meistens in eigenständiger Arbeit. Das muss jedem bewusst sein. Ich drücke trotzdem dir und allen anderen die Daumen, dass ihr einen ersten Einstieg in die Arbeitswelt erhaltet und die Chance sowohl finanziell sicher aufgestellt zu sein als auch die Möglichkeit bekommt euch während der Arbeit die fehlende Praxis anzueignen. Viel Erfolg und beste Grüße Morrigan
-
Wie am besten weiterbilden
Ich schließe mich den meisten hier an. Die einzigen die auf Zertifikate wirklich achten, sind Unternehmen, die dich für Projektarbeit an ihre Kunden verkaufen. Weil diese Kunden wollen dann Zertifikate sehen. Aber so der 0815-Angestellte braucht Berufserfahrung, um gegenüber anderen bei Bewerbungen punkten zu können. Heißt also für dich: Suche dir einen konkreten Bereich aus der IT-Security heraus und mache dazu einmal ein eigenes Projekt. Suche nach guten Quellen online aber auch nach Büchern und eigne dir das Wissen an. YouTube kann da auch etwas weiterhelfen. Oder eben praktische Kurse auf Lernplattformen. Erstelle zeitgleich ein eigenes Projekt, mit dem du a) dein gelerntes Wissen festigen kannst b) Spaß beim Lernen bekommst, weil du auch selbst Ergebnisse siehst c) später für die Bewerbungen etwas vorweisen kannst. Das ist 100 Mal wertvoller als die Zertifikate. Ich kenne genug Leute, die Zertifikate gemacht haben und nichts konnten. Das wissen die Unternehmen und suchen daher nach Berufserfahrung und keine Zertifikate...
-
KI in der Fachinformatiker-Ausbildung – verboten, verpönt oder unverstanden?
Vermutlich wird es auch hier wie bei anderen Themen der Praxis laufen. du wirst du bestimmte Skills selbst aneignen müssen, weil es das Bildungssystem nicht schnell genug hinbekommt dir die nötigen Fähigkeiten anzueignen... Bei KI sehe ich da aber zwei voneinander getrennte Fähigkeiten. 1) Der richtige und Mehrwert schaffende Umgang mit KI Werkzeugen insbesondere LLMs. Hier musst du nicht verstehen, wie ein LLM intern funktioniert. Wichtig ist nur, dass du begriffen hast, dass ein LLM kein Mensch ist und die Dinge die es sagt nicht selbst versteht. Es liefert nur auf Basis von Wahrscheinlichkeiten eine zu deiner Anfrage passende Antwort. Da diese aber häufig sehr menschlich ausfallen - darauf wurden sie ja trainiert - besteht die Gefahr in die Antwort mehr hinein zu interpretieren als tatsächlich vorhanden ist. Damit das LLM dir jetzt aber qualitativ hochwertige Antworten gibt solltest du ein paar Dinge berücksichtigen. Gibt möglichst viel und eingrenzenden Kontext zu deiner Anfrage mit Weise das LLM an aus mehreren Perspektiven das Problem zu betrachten Reasoning Modus nutzen! Verlange nicht zu viel auf einmal, sondern unterteile deine Anfrage in kleine Schritte Nutze die Online Recherche Funktionen Das sind so die wichtigsten Aspekte. Ich habe dazu einmal ein Video auf meinem Kanal erstellt, in dem ich die einzelnen Aspekte etwas erkläre: https://youtu.be/e_9mKTBE1xQ?si=IerAx8QOmYQwspTh Ich halte diesen Umgang nicht nur für die Informatik, sondern für alle Bereiche extrem wichtig. Nur so kann KI wirklich etwas nützen. Es gibt noch viele weitere Dinge die gute Prompts ausmachen und Techniken, die angewendet werden können... 2) Auf der andere Seite steht die Fähigkeit KI Modelle selbst zu entwickeln. Dazu gehören weitaus mehr Fähigkeiten als nur KI Bibliotheken zusammen zu klicken. Hier Bedarf eines tiefen mathematischen Verständnisses, wie diese Modelle funktionieren. Denn es gibt nicht den einen KI Algorithmus. Vieles davon sind auch klassische Optimierungsverfahren, klassische machine learning Algorithmen, die schon lange vor dem KI Hype existierten und eben die ganzen reinforcment und deep learning Algorithmen zusammen mit den vielen verschiedenen Modellarchitekturen. Das alleine macht es aber nicht vollständig. Denn die Aufbereitung der Daten ist der nächste wesentliche Aspekte, um die Modelle dann auch sauber Trainieren zu können. Die Daten müssen ausgewogen sein, dürfen keinen Bias haben und müssen normalisiert werden. Aus meiner Sicht ist das ein kompletter eigener Studiengang, den ich gerne 2006 gemacht hätte. Das war mein großer Traum als ich Informatik mit dem Nebenfach KI belegt hatte. Aber damals war die KI leider noch nicht so weit ... sehr schade eigentlich, den so bin ich nur normaler Backendentwickler geworden mit Faszination für KI. Punkt 1) sollte m.E. in der Ausbildung so schnell wie möglich aufgenommen werden und zwar nicht nur in der FIAE. KI wird in allen Bereichen künftig präsent sein und da ist es für jeden - ja wirklich jeden wichtig mit KI richtig umgehen zu können. Beste Grüße Morrigan
-
Python oder Java?
Hallo Tammi, wie meine Vorredner bereits gesagt haben, solltest du dich am Anfang auf alles einlassen, was dir angeboten wird. Aktuell sieht die finanzielle Situation bei den Unternehmen nicht gut aus. Wenn du also die Chance hast irgendwo einen Fuß in die Tür zu bekommen, dann nutze diese Chance. Du wirst relativ schnell merken, ob es ein guter Betrieb ist oder eher einer, der nicht zu dir passt. Aber auch aus schlechten Dingen kannst du gute Erfahrungen machen. Um die Programmierkonzepte und die verschiedenen Tech-Stacks zu lernen ist es völlig egal welche Sprache du lernst oder ob das Unternehmen klein, mittel oder groß ist. Ich selbst arbeite im Java EE Umfeld und da kann ich dir bestätigen, dass das die letzten 15 Jahre immer gut gefragt war. Zu Python kann ich relativ wenig sagen, weil ich mich auf Java spezialisiert habe. Ich kann ein wenig Python und es wird sehr stark im AI Umfeld eingesetzt. Ich könnte mir aber auch gewisse Backend Szenarien damit vorstellen. Aber wie gesagt, das sollte nicht der ausschlaggebende Punkt für dich sein. Wichtig ist, dass du erst einmal irgendwo 1-2 Jahre Erfahrung sammelst und für dich selbst herausfindest was dir gefällt oder in welche Richtung du dich weiterentwickeln möchtest. Danach kannst du dann bereits mit ein paar Jahren Berufserfahrung nach einem neuen Arbeitgeber umschauen. Das ist häufig auch eine Möglichkeit dein Gehalt etwas in die Höhe zu treiben und für dich die Chance weitere neue Erfahrungen zu sammeln. Beste Grüße Morrigan
-
Diskussion über das Konzept der Berufsausbildung als FIAE
Ich habe auch eine Ausbildung zum FIAE gemacht und ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es riesige Unterschiede zwischen den Berufsschulen und den Ausbildungsbetrieben gibt! Ich hatte das Glück, dass ich sowohl eine Schule als auch einen Betrieb hatte, in denen ich an produktiven Produkten mitwirken konnte und zwar im Entwicklungsteam. Dadurch habe ich natürlich sehr viel von dem Handwerkzeug, den du als Softwareentwickler benötigst, mitbekommen. Leider machen das nicht alle Betriebe so... Insbesondere an Hochschulen lernst du keine praktische Softwareentwicklung. Die Arbeitswelt und das was die Arbeitgeber suchen, lernst du nicht im Studium. Ich spreche da aus jahrelanger Erfahrung und habe selbst schon bei Bewerbungsgesprächen auf der anderen Seite gesessen und in die hilflosen Gesichter frischer Hochschulabsolventen geblickt. Mein Tipp für deine Jobsuche ist folgender: Unternehmen sehen unheimlich gerne, wenn du praktische Erfahrung mitbringst. Das muss nicht unbedingt ein anderer Arbeitgeber sein. Das können auch eigene Projekte sein. Mache dir Gedanken, mit welcher Sprache, mit welchen Werkzeugen und mit welchen Frameworks du arbeiten möchtest. Schau dir verschiedene an und schaue auch was auf dem Arbeitsmarkt aktuell am meisten gesucht wird. Setze dich dann hin und lerne diese praktischen Dinge und erstelle ein kleines eigenes Projekt, an dem du zeigst, dass du diese Dinge kannst. Dein Projekt muss nicht perfekt sein. Es reicht völlig aus, wenn man sieht, dass du da einige Wochen Zeit investiert hast und du zeigen kannst, dass du dich selbstständig in neue Technologien einarbeiten kannst. Lege das Projekt dann der Bewerbung bei zusammen mit einer individuellen Bewerbung und Gründen, warum du genau bei diesem Unternehmen arbeiten möchtest. Viel Erfolg! Morrigan
-
KI in der Fachinformatiker-Ausbildung – verboten, verpönt oder unverstanden?
Die Arbeitgeber, die ich kennengelernt habe verlangen erst einmal von den Azubis und Studenten, dass sie die Grundlagen der Softwareentwicklung beherrschen und bilden/schulen daher selber, weil gewisse Dinge eben nicht an den Hochschulen gelehrt werden. Und damit meine ich nicht Buttons in Ticketsystem zu drücken, sondern inhaltliche Aspekte. Wie beschreibe ich ein Problem, sodass es jemand anderes versteht? Wie formuliere ich Anforderungen, damit sie nicht fehlinterpretiert werden? Wie schreibe ich Software damit sie wirklich lesbar, wartbar, erweiterbar und gut testbar ist? etc. Nur wenn du die Grundlagen beherrschst, kannst du auch guten Gewissens verifizieren, ob die KI dir da gerade den größten Müll für total super verkaufen möchte oder nicht. Außerdem kannst du nur dann gezielt die KI Anfragen formulieren, wenn du entsprechendes Grundwissen hast. Das ist etwas, dass ich jeden Tag erlebe. Es macht so einen großen Unterschied, ob sich eine im Thema unerfahrene Person oder eine erfahrene Person mit einer KI Unterhält. Die Ergebnisse, die dabei heraus kommen liegen Welten auseinander in der Qualität. Daher meine Empfehlen: 1) Grundlagen des jeweiligen Themas beherrschen 2) Grundlagen beim Verfassen von guten Prompts lernen 3) Dann KI sinnvoll und effektiv einsetzen. Beste Grüße Morrigan
-
Der neue Vorstellungsthread 2025
Hallo zusammen, ich bin 42 Jahre alt und habe Informatik und die Softwareentwicklung von der Pike an gelernt. Bereits in der Schule hatte ich Informatik als Grundkurs belegt. Weiter ging es dann mit einem Informatik Studium und einer anschließenden Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Seit 2012 arbeite ich als Java Backendentwickler in Vollzeit bei verschiedenen Unternehmen und habe seit dem auch nichts anderes gemacht. Ich habe meine Leidenschaft - das Programmieren - zu meinem Beruf gemacht und bin ein absoluter Fan davon über den Tellerrand hinaus zu schauen. Dabei interessiere ich mich nicht nur für die reine Software-Implementierung, sondern auch für das Testen, dass für mich zu der Entwicklung dazu gehört und den fachlichen Aspekten. Also dem eigentlich Grund, warum eine Software entwickelt werden soll. Denn auch das gehört zu m.E. zu der Softwareentwicklung dazu. Ich kann nur dann ein fachliches Problem mittels Software sinnvoll lösen, wenn ich die dahinter stehende Fachlichkeit verstanden habe. Meinen Künstlernamen "Morrigan" besitze ich bereits seit 20 Jahren und ich nutze ihn auch in meinen Entwicklungsteams, insbesondere, wenn es mehrere Kollegen mit dem Namen Thomas gibt. Das macht die Kommunikation etwas einfacher und bisher fanden meine Kollegen das auch immer total klasse und etwas Besonderes. Ich habe mich mittlerweile Teil-Selbstständig gemacht und betreibe einen eigenen YouTube Kanal, auf dem ich mein Wissen als Senior Entwickler jedem, der es möchte teile. Beste Grüße Morrigan
-
KI in der Fachinformatiker-Ausbildung – verboten, verpönt oder unverstanden?
TL;DR Hallo, ich bin seit 20 Jahren Java Backend Entwickler. KI ist ein tolles Werkzeug, wenn man sowohl Erfahrung im Umgang mit KI als auch mit dem eigentlichen Thema über das gesprochen wird besitzt. Ohne dieses Wissen liefert KI keine vertrauenswürdigen Ergebnisse und du kannst die Antworten auch nicht beurteilen. Ich blicke mit etwas Sorge in die Zukunft was die Ausbildung von FIA angeht und möchte auf meinem YouTube Kanal einen kleinen Beitrag beisteuern. Ausführliche Version Das Thema KI ist unheimlich spannend und ich gehe mit den meisten mit, dass sie ein sehr nützliches Werkzeug ist, dass einiges an Arbeit abnehmen kann. Dabei liegt die Betonung auf 'kann'! Denn eines darf man nie vergessen: Die KI ist kein allwissendes etwas, das einem jederzeit und immer die richtige Antwort liefert. Ganz im Gegenteil. Sie ist nur so gut, wie der Anwender, der sie nutzt. Dabei kommt es so enorm auf gute Prompts an und an Vorwissen, um gezielt Fragen zu stellen oder Aufgaben zu definieren, die dann von der KI erledigt werden sollen. Alleine die Fähigkeit gute Prompts zu schreiben und der Umgang mit diesem Werkzeug ist m.E. ein Semester an einer Hochschule wert. Aber dort lernt man diese Dinge nicht. Wie auch viele andere Aspekte der Softwareentwicklung aus dem täglichen Leben. Ich habe es leider in den letzten 20 Jahren meines Berufslebens immer wieder erlebt, dass Auszubildende aber auch Studenten keinerlei Wissen von alltäglichen dingen mitgebracht haben, wie Wie erstellt man professionell Tickets in einem Ticketsystem? Was ist ein Build- und Dependency-Werkzeug, wozu benötige ich diese und was tun sie? Was bedeutet Continuous Integration und wie wird es angewendet? Was ist ein SonarQube und wozu ist er da? Wie werden Code Reviews durchgeführt? Was ist ein Artefakt Repository? Wie gehe ich mit Docker/Container um? ... Das nur einmal ganz ganz kleiner Ausschnitt von Aspekten, die nicht gelehrt werden. Wie oft sehe ich, dass auch in Ausbildungen diese Dinge keine Themen sind, die vermittels werden... Mal ganz davon abgesehen, wie all die theoretischen Aspekte, die an Hochschulen gelehrt werden später in der Praxis überhaupt vernünftig umgesetzt werden sollen. Ich rede hier von: Wie programmiere ich denn wirklich professionell und saubere, wartbare, testbare, erweiterbare Software? Auch das bekommst du nicht beigebracht. So und jetzt kommt KI und alle schreien. Jaaaa! Wir setzen jetzt KI ein statt Junior Entwickler... Meiner Meinung nach wird das in ein paar Jahren zu einer riesigen Katastrophe führen weil a) Die Unternehmen feststellen, dass KI doch nicht alles kann, was heute so versprochen wird und sie eben von erfahrenen Entwicklern bedient werden und ständig weiterentwickelt und gepflegt werden muss, sonst funktioniert sie nicht und b) weil man jetzt die nächsten Jahre versäumt Junioren einzustellen und dann in 10-15 Jahren ein riesiges Loch an Senior Entwicklern klafft. KI kannst du wunderbar benutzen, wenn du bereits Erfahrung hast und weißt was wohin du willst. Du kannst sie super als Ideengeber und Selbstkontrolle nutzen, wenn und nur wenn du selbst in der Lage bist die Antworten der KI zu bewerten. Dazu brauchst du aber fundamentale Grundkenntnisse und Erfahrung in dem Themengebiet, in dem du KI einsetzen willst. Und hier beißt sich jetzt die Katze in den Schwanz: Wenn Ausbildungsstätten weiterhin die täglichen und wichtigen Aspekte nicht lehren und nun auch die Unternehmen, die Aufgabe nicht mehr übernehmen, ja wo sollen dann die Anwendungsentwickler*innen die Erfahrung her bekommen? Mir macht daher die aktuelle Entwicklung etwas Sorgen... Und deshalb möchte ich mein Wissen und meine Erfahrung ein Stück weit weitergeben und habe daher einen YouTube Kanal erstellt, auf dem ich kleine Lehrvideos aus der Praxis von Entwickler für Entwickler online stelle. Ich hoffe damit zumindest einen kleinen Teil beitragen zu können, damit wir auch in Zukunft die KI noch als Werkzeug sinnvoll einsetzen können und uns nicht von der KI zu dummen, nicht mehr nachdenkenden und alles glaubenden Wesen macht. Beste Grüße Morrigan