vor 32 Minuten32 min Hallo zusammenich lese regelmässig die Beschwerden über die Bewerbungsprozesse bei den Firmen, dass diese viele Gespräche und Aufgaben verlangen. Ich möchte hier mal die Perspektive als Unternehmen darlegen, die ich mir dann immer denke.Lange Bewerbungsprozesse mit diversen Gesprächen sind ein absoluter Pain für die Firmen und deren Mitarbeiter - sie kosten enorm viel Zeit (=Geld) und Nerven. Wenn man es richtig macht, dann hat das Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung zur Folge und das je Position und Person individuell und dann schaut das im Idealfall ja nicht nur der Vorgesetzte an, sondern auch noch HR und die Fachkollegen bzw. Mitarbeiter mit Schnittstellen. Und dann kann man sich den Aufwand je Bewerbung ja mal vorstellen und das nebenher zu den Alltagsaufgaben. Und am Ende passt es dann oftmals nicht und es geht von vorne los und das obwohl in aller Regel dringender Bedarf besteht.Viel einfacher für das Unternehmen wäre ein kurze Checks zu machen und dann zügig einzustellen. Wenn es dann nicht passt in der Probezeit wieder zu entlassen. Auch das kostet natürlich entsprechend, aber dann hat man zumindest "Real Life" Check, denn im Bewerbungsprozess bleibt eine nicht unerhebliche Unsicherheit, da es ja schon eher wie bei einer Dating-App ist und nicht wie in einer Beziehung.Wieso macht man das dann nicht? Anscheinend wäre das ja Win-Win.Ist es nicht.Intensive Bewerbungsprozesse sind vor allem ein Schutz für den Bewerber nicht seine Stelle aufzugeben um dann nach ein paar Wochen "auf der Strasse zu stehen". Auch wenn viele sagen "Dafür ist die Probezeit ja da" ... stimmt, aber die Realität ist eine andere. Als Arbeitssuchender hat man es schwerer etwas zu finden und je länger dieser Status andauert desto härter und schwieriger wird es (Auftreten und Selbstbewusstsein als Arbeitnehmer nimmt ab, Arbeitgeber fragen kritischer wieso jemand noch auf dem Markt ist - wo ist der Haken?, ...). Ich war schon einige Male in der Situation, dass sich potenzielle Mitarbeiter mit Verpflichtungen (z.B. 5x-jährige alleinverdienende mehrfache Familienväter mit entsprechender Hypothek fürs neue Häuschen, etc.) beworben haben aus einer sicheren Position und es eher so 50/50 war, ob es passt oder nicht. Und dann überlegt man was man machen soll ... Natürlich gibt es die absolute Gewissheit und 0% Risiko nicht, dennoch behaupte ich, dass ein ordentlicher Bewerbungsprozess mit diversen Gesprächen / sinnvollen Fachchecks die Wahrscheinlichkeit um Faktoren minimiert, dass man sich in der Probezeit trennen muss (egal von welcher Seite). Von daher, wenn ihr mal wieder das dritte Gespräch habt und eine vermeintlich "sinnlose Aufgaben" machen müsst oder denkt "gratis" zu arbeiten im Bewerbungsprozess - vielleicht habt ihr ja einen potenziellen Arbeitgeber vor euch, der sich seiner Verantwortung für den Menschen hinter dem Mitarbeiter bewusst ist und sich genau deshalb die Mühe macht genauer hinzuschauen ;)P.S.: Hier geht es nicht um sich hinziehende Prozesse und Ghosting, sondern um das Thema der intensiven Prüfung.
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