12. August 200916 j Hallo Leute, erstmal eins vorweg: Ich bin auf dem Gebiet ein totaler Leihe. Deswegen habe ich über die zwei Arten von Hochverfügbarkeits-Servern Fragen und zwar: 1.) Wie funktionieren sie? Was macht sie so besonders? 2.) Wo liegt der Unterschied zwischen den beiden? 3.) Ist es nicht so eine Art Raid-System? 4.) Kann man diese System auch Mieten oder muss man solche kaufen? 5.) Gibt es noch andere Arten? Wäre euch sehr verbunden, wenn ihr diese Fragen beantworten könntet. Danke im Voraus!
12. August 200916 j Ich bin auf dem Gebiet ein totaler Leihe. Ich find der ist echt fies. Uiuiuiiuiui .... Laie ist das Wort das du suchst. Deswegen habe ich über die zwei Arten von Hochverfügbarkeits-Servern Fragen und zwar: Welche 2 Arten meinst du? Um eine Hochverfügbarkeit zu gewährleisten braucht man 1+n physischer Server. Diese werden logisch verbunden und sowas nennt man dann Cluster. Insofern ist Cluster vs. Server nicht valide. Das ist so ähnlich wie Internet vs. Webserver. Bearbeitet 12. August 200916 j von bigvic
12. August 200916 j 1.) Wie funktionieren sie? Was macht sie so besonders? 2.) Wo liegt der Unterschied zwischen den beiden?Wenn du genau beschreibst was für zwei Arten du überhaupt meinst lassen sich unter Umständen auch diese Fragen beantworten. 3.) Ist es nicht so eine Art Raid-System?Das kommt darauf an, welche Eigenschaften man genau betrachtet und vergleicht aber prinzipiell haben ein Cluster und ein Raid-System bestimmte gemeinsame Merkmale, das ist richtig. 4.) Kann man diese System auch Mieten oder muss man solche kaufen?Man kann alles mieten - ob einem die Preise gefallen ist etwas anderes. 5.) Gibt es noch andere Arten?Wovon?
12. August 200916 j Ich find der ist echt fies. Uiuiuiiuiui .... Laie ist das Wort das du suchst. :upps :old ---------------------------------- Welche 2 Arten meinst du? Wenn du genau beschreibst was für zwei Arten du überhaupt meinst lassen sich unter Umständen auch diese Fragen beantworten. Das kommt darauf an, welche Eigenschaften man genau betrachtet und vergleicht aber prinzipiell haben ein Cluster und ein Raid-System bestimmte gemeinsame Merkmale, das ist richtig. Man kann alles mieten - ob einem die Preise gefallen ist etwas anderes. Wovon? ---------------------------------- Tatsächlich aber ist Hochverfügbarkeit heute sogar für kleinere und mittlere Unternehmen erschwinglich. Fehlertolerante Server kosten unterm Strich sogar weniger als entsprechende Cluster-Lösungen, weil hier keine zusätzlichen Kosten für Software-Anpassung, zusätzliche Lizenzen oder eine aufwändige Administration anfallen. Mittlerweile gibt es auch Lösungen, die die üblichen Standard-basierten x86-Server auf Basis der Open-Source Virtualisierungs-Software Xen zu einer hoch verfügbaren Plattform verbinden können. Solche Lösungen bieten eine Verfügbarkeit von über 99,99 Prozent. Quelle: Computerwoche.de Diese zwei Arten meine ich. Trotz der durchgängigen Redundanz verhalten sich fehlertolerante Server gegenüber dem Betriebssystem wie ein einziger Rechner. Es müssen also seitens der jeweiligen Software überhaupt keine weiteren Anpassungen für den Einsatz mit den redundanten Komponenten des Servers vorgenommen werden, da die Software auf Seiten der Hardware immer nur ein einziges System sieht. Anders als ein Cluster-System verhält sich ein fehlertoleranter Server damit nach außen, gegenüber dem Benutzer, wie eine Black Box. Hochverfügbarkeit ist hier eine vollständig systeminterne Angelegenheit und muss nicht erst implementiert oder sichergestellt werden. Quelle: tecchannel.de Soweit ich das Verstanden habe, liegt der Unterschied im Zusammenhang mit der Hardware? Fehlertoleranter Server: Der fehlertolerante Server ist im Besitz von zwei gleichen Hardwarekomponenten, aber auf der OS Oberfläche wird er nur als ein Server identifiziert. Cluster-System: Beim Cluster-System sind es zwei oder mehrere getrennte Rechner bzw. Server (sind physikalisch verbunden), die dazu dienen bei Ausfall oder bei zu hohen Anfragen den "Server" zu entlasten. Damit die getrennten Rechner bzw. Server auch einspringen können, benötigen sie eine Spiegelung (Raid). Dies führt dazu, dass mehrere Lizenzen eingekauft werden müssen. Dies ist bei dem fehlertoleranten Server nicht der Fall. Gehen meine Gedanken nun in die richtige Richtung? Bearbeitet 12. August 200916 j von Godfather_d
12. August 200916 j Ehemalige Tandem Computer (heute HP) waren wirklich fehlertolerant, aber ich glaub kaum, dass die wirklich kostengünstiger sind. Ausserdem muss man immer bedenken, dass diese zwar hochverfügbar sind, jedoch nicht Katastrophenfall (RZ brennt ab, Wasserschaden, Flugzeug stürzt rein, ...) geschützt sind. Was du meinst sind Virtualisierungstechniken wie z. B. VMotion o.ä. - da brauchst aber auch physisch mehrere "normale" Server, da wie gesagt wirklich fehlertolerante Systeme recht teuer sind und man afaik eben nur das dafür ausgelegte OS benutzen kann.
12. August 200916 j Diese zwei Arten meine ich.Streng genommen gibt es auch hier kein entweder-oder. Wirklich fehlertolerante Server wirst du nirgendwo finden. Man kann sicherlich das Risiko eines Ausfalls durch entsprechende Hardware verringern aber im schlimmsten Falle passiert dann doch irgendetwas unvorhergesehenes und auch der fehlertoleranteste Server gibt den Geist auf. Wenn man dann noch wirklich auf Nummer sicher gehen will klemmt man doch noch einen zweiten mit dran. Was du in dem Link zitiert hast ist einfach nur eine bestimmte Art und Weise einen solchen Cluster zu betrachten. Ob das nun etwas anderes ist oder nur alter Wein in neuen Schläuchen - darüber lässt sich sicherlich treffend streiten. Soviel zur Ausfallsicherheit - es gibt aber auch noch andere Gründe ein Clustersystem gegenüber einem einzelnen Rechner zu bevorzugen - Stichwort Lastverteilung. Wirklich hohe Last auf Systemen lässt sich ab einem gewissen Level nicht mehr (oder nicht mehr mit vertretbaren Kosten) mit einem einzelnen Rechner abhandeln - egal wie gut ausgerüstet er auch ist.
12. August 200916 j OK, danke. Wie gesagt, bin ich auf dem Gebiet ein Laie. Diese Begriffe habe ich heute zum ersten mal im Leben gehört, deswegen stellte sich mir die Frage, ob das zwei Arten von techniken sind, die hier eingesetzt werden. Nun weiß ich bescheid. Nochmals danke! Außderdem bin ich noch in der Ausbildung. Finde es nur schade, dass solche Themen nicht in der Berufsschule besprochen werden (in Theorie).
13. August 200916 j Deswegen habe ich über die zwei Arten von Hochverfügbarkeits-Servern Fragen und zwar: 1.) Wie funktionieren sie? Was macht sie so besonders? Fehlertolerante Server: sind von der Architektur her für ein maximum and Verfügbarkeit designed. Hier werden bis auf Prozessor Level alle Komponenten doppelt ausgelegt und auf hardwarebasis zusammengefügt. Cluster: sind lose, über Software, gekopplelte Server um ein bestimmtes Mass an Verfügbarkeit zu erreichen. Hier gibt es eine Vielzahl von Software für die verschiedenen Betriebssysteme. (z.b. MSCS für Windows Server) 2.) Wo liegt der Unterschied zwischen den beiden? siehe 1) 3.) Ist es nicht so eine Art Raid-System? Man könnte "Fehlertolerante Server" wie ein RAID 1 mit RAID Controller sehen, dann wäre ein Cluster die Kopie einer Platte in einem bestimmten Zeitintervall auf eine andere Platte. 4.) Kann man diese System auch Mieten oder muss man solche kaufen? 5.) Gibt es noch andere Arten? Noch ein paar Anmerkungen: Ausserdem muss man immer bedenken, dass diese zwar hochverfügbar sind, jedoch nicht Katastrophenfall (RZ brennt ab, Wasserschaden, Flugzeug stürzt rein, ...) geschützt sind. Man muss neben der Fehlertoleranz (für Systemkomponenten) auch immer noch die Desaster-Toleranz (für den Standort) betrachten. Man kann aber nicht das eine nicht durch das andere ersetzen. wirklich fehlertolerante Systeme recht teuer sind "teuer" ist eine relativer Begriff, was früher 500.000 € gekostet hat, kostet heute vielleicht noch 20.000 €, bei einem vielfachen der Leistung und man afaik eben nur das dafür ausgelegte OS benutzen kann. davon ausgehend, das Windows, Linux oder VMware die benötigten OS sind, hierfür gibt es auch Systeme Gruss
13. August 200916 j davon ausgehend, das Windows, Linux oder VMware die benötigten OS sind, hierfür gibt es auch Systeme Hast du mal Beispiele von fehlertoleranter Hardware die mit Windows, VMWare, etc. laufen? Ich kann mir das ehrlichgesagt nicht vorstellen - du brauchst ein spezielles OS, dass darauf abgestimmt ist (siehe NonStop Server). Das ist ja nicht nur stupide doppelte Hardware, sondern muss ja in die Systemsoftware integriert sein. Normalerweise muss da sogar die Anwendung auf dem OS mitspielen. Ich glaube kaum, dass man da einfach ein 0815-OS draufklatschen kann und dann ist das fehlertolerant.
14. August 200916 j Ich denke man muss hier ein bisschen bei den Begrifflichkeiten differenzieren. Ein Cluster ist erstmal nur ein Verbund von Komponenten mit dem Ziel, irgendwas zu erreichen. Sei es Lastverteilung oder Steigerung der Verfügbarkeit. Bei einem HA-Cluster werden also Komponenten redundant ausgelegt, um die Verfügbarkeit zu steigern. Das geht auch im kleinen Rahmen, siehe RAID Systeme, mehrere Netzwerkkarten als Team etc. Hochverfügbarkeit kann man in sog. AEC Klassen einteilen. Ein Cluster, wie man es z.B. von Microsoft mit dem MSCS kennt, ist AEC-1 (Highly Reliable). Ebenso Novell SFT III/ Novell Cluster, SUN Cluster, HP-UX MC/Serviceguard etc. Ein solches Cluster schützt primär gegen Hardwareausfälle. Softwareprobleme kann man damit nur eingeschränkt abfangen. Schönes Beispiel ist ein Cluster, auf dem eine Datenbank betrieben wird. Ist die Datenbank inkonsistent, bringt mir auch ein Cluster nichts. Ein HA-Cluster kann ich, zum Schutz vor Bränden etc. geografisch verteilen. Man spricht dann von einem streched cluster. Das erfordert aber ziemlich viel Hirnschmalz und entsprechende Hardware (i.d.R. min. drei Nodes im Cluster, gespiegelte Storagesysteme etc.). Die hier bereits erwähnten HP NonStop Maschinen sind AEC-3 (Fault Resilient). Das wird u.a. dadurch erreicht das drei Komponenten (z.B. CPUs) führen eine Aktion aus. Weicht das Ergebnis einer Komponente vom Ergebnis der anderen beiden ab, wird sie quasi "tot gelegt" und das Ergebnis der anderen beiden Systeme verwendet. Dazu kommt aber auch entsprechend gestrickte Software (Betriebssystem, Anwendungen etc.), die sowas abhandeln können. Höhere AEC Klassen (AEC-4 und AEC-5, also Fault Tolerant und Disaster Tolerant) sind in meinen Augen nicht zu erreichen. Ich kann nie ausschließen, dass nicht doch etwas in die Hose geht. Die Hersteller sehen das natürlich etwas anders. Ein normaler Server (z.B. HP ProLiant DL380 G6 mit Festplatten im RAID Verbund, redundanten Netzteilen, Netzwerkkarten im Team an unterschiedlichen Switches und W2K3 SP2) kommt durchaus auf 99,99% Verfügbarkeit (habe ich mehrfach im Kundenkreis). Darüber hinaus wird es teuer... Aber die 99,xxx% gelten ja auch nur für ungeplante Downtime. Wenn ich ein System 24h im Jahr wirklich brauche, kann die Kiste an 364 Tagen Bluescreens werfen, abstürzen etc. - interessiert nicht. Zickt sie an dem einen Tag nicht rum, habe ich eine Verfügbarkeit von 100%. VMware VMotion bringt die, von der Verfügbarkeitssteigerung her, erstmal nichts. VMware HA ist "poor mans cluster". Bringt dir nur was, wenn der VMware ESX Host ausfällt. Stratus ftServer (fehlertolerante Server) sind nett, bringen dir aber nix, wenn das OS auf die Nase fällt oder es im RZ brennt. Eine HP XP24000 geht zwar bei einem Microcodeupdate nicht unter, läuft ungestört weiter, aber wenn es im RZ brennt, dann war es das. Wenn es im RZ brennt, ich aber ein Backup-RZ habe mit Servern, gespiegeltem Storage etc., dann muss ich trotzdem Zeit für den Wiederanlauf einplanen. Seamless-Failover gibt es da nicht. Viel zu komplex. Ob nun fehlertoleranter Server oder Cluster kann man so nicht pauschal entscheiden. Wichtig ist, was der Kunde haben will. Viele Kunden, die ein Cluster betreiben, brauchen es nicht. Wenn was passiert, dann ist es i.d.R. - die Software (z.B. kaputte Datenbank bei einem MS Exchange im Cluster) - höhere Gewalt (Brand, Wasserschaden, Erdbeben etc.) - menschliches Versagen Wenn man so einfache Dinge wie RAID, NIC-Teaming, redundante Netzteile an unterschiedlichen Phasen, ein ordentliches Change- und Configuration-Management etc. beherzigt, reicht auch ein normaler Server um auf 99,99% zu kommen. Da muss ich das Geld für ein Cluster nicht ausgeben.
14. August 200916 j In manchen Branchen gibt es gesetzliche Vorschriften, da ist ein Ausweichrechenzentrum Pflicht z.B bei Banken, Flugsicherung, etc. -> da brauchst nunmal ein HA-Cluster. Ebenso gibt es ggfs. gesetzlich geregelte Wiederanlaufzeiten im Falle eines "Disasters". Da brauchst nicht lang argumentieren mit Kosten. Gesetz ist Gesetz und im Zweifel machen sie dir den Laden dicht.
15. August 200916 j In manchen Branchen gibt es gesetzliche Vorschriften, da ist ein Ausweichrechenzentrum Pflicht z.B bei Banken, Flugsicherung, etc. -> da brauchst nunmal ein HA-Cluster. Ebenso gibt es ggfs. gesetzlich geregelte Wiederanlaufzeiten im Falle eines "Disasters". Da brauchst nicht lang argumentieren mit Kosten. Gesetz ist Gesetz und im Zweifel machen sie dir den Laden dicht. Es gibt keine Regelung die explizit vorschreiben, dass ein Backup-RZ geben muss. Es gibt auch kein Gesetzt, was Wiederanlaufzeiten vorschreibt. Und es macht dir auch keiner den Laden dicht, wie eine Frittenbude, in der man Rattenkot gefunden hat. Was du meinst ist z.B. das KonTraG. Hier werden die Haftungen von Vorständen, Aufsichtsräten etc. erweitert, es muss ein Risikomanagement eingeführt werden etc.Oder Basel II bei Banken. Hohes Risiko, z.B. durch fehlende Sicherheitsvorkehrungen, führt bei denen zu einem schlechten Rating und damit muss mehr Eigenkapital hinterlegt werden. Es ist doch eine ganz einfache Rechnung: Was kostet mich eine Sekunde/ Minute/ Stunde Ausfall und was kostet es mich dieses Risiko abzusichern. Eine ganz simple, ökonomische Fragestellung, die Kunden von mir tagtäglich treffen und womit ich mein Geld verdiene.
15. August 200916 j Es gibt keine Regelung die explizit vorschreiben, dass ein Backup-RZ geben muss. Es gibt auch kein Gesetzt, was Wiederanlaufzeiten vorschreibt. Doch. Unterhalte dich z.B. mal mit der BaFin, was es u.a. für die Anwendung für KWG24© gesetzliche Regelungen gibt. Auszug KWG24c: Das Kreditinstitut hat zu gewährleisten, dass die Bundesanstalt jederzeit Daten aus der Datei nach Satz 1 in einem von ihr bestimmten Verfahren automatisiert abrufen kann. Es hat durch technische und organisatorische Maßnahmen sicherzustellen, dass ihm Abrufe nicht zur Kenntnis gelangen. Eine technische Spezifizierung zu diesem Gesetzestext schreibt u.a. genau vor, was ich oben geschrieben habe. Die geht sogar noch weiter mit Antwortzeiten, etc. Und wenn man das nicht gewährleisten kann, dann können die die Bank zu machen. Aber wir weichen vom Thema ab und das hilft dem TE glaub nicht weiter. Bearbeitet 15. August 200916 j von bigvic
15. August 200916 j Doch. Unterhalte dich z.B. mal mit der BaFin, was es u.a. für die Anwendung für KWG24© gesetzliche Regelungen gibt. Auszug KWG24c: Die ist mir noch nicht über den Weg gelaufen. Danke für den Hinweis, werde ich mir mal zu Gemüte führen.
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