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Unsicher über die Zukunft

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Hallo,

ich stelle mich mal kurz vor:

Ich bin männlich und 20 Jahre alt.

Privat interessiere ich mich für Computer, Fotografie und Autos.

Habe mich schon immer für Computer interessiert und mich auch privat in dem Bereich weitergebildet und jegliches Wissen förmlich aufgesogen, bis auf Programmiersprachen, das waren immer böhmische Dörfer für mich.

Ich hab 2017 mein Abi mit eher mäßigem Schnitt abgelegt und mache seitdem eine Ausbildung zum IT-SE, bin somit im zweiten Lehrjahr.

Ich bin in einem Betrieb, der äußerst schlechte Bewertungen hat, der Chef legt alles auf die Goldwaage und nimmt jegliche Kritik als Angriff wahr.

Mir werden kaum verantwortungsvolle Aufgaben übertragen, von "Updates prüfen", über "Telefonsupport", bis zu "Werkstatt aufräumen".

Von den laufenden Projekten bekomme ich kaum etwas mit.

Die Ausbildungsvergütung ist stark unterdurchschnittlich, Benefits sind bis auf einen kostenfreien Parkplatz nicht vorhanden.Was eigentlich am schlimmsten ist, sind die Mitarbeiter, welche zwar an sich alle freundlich sind, aber gegenüber dem Chef permanent buckeln, weswegen er es absolut nicht gewohnt ist, in irgendeiner Art und Weise Gegenwind zu bekommen.

Wie ihr bereits merkt, habe ich mit dem Betrieb bereits ziemlich abgeschlossen, aber wie ich schon von anderen gehört habe, ist es anderswo zwar meist besser, aber oft auch nicht viel.

Seit der Ausbildung "brenne" ich nicht mehr wirklich für das Thema "Computer", ich bin froh, wenn ich nicht an der Kiste sitzen muss, gehe viel lieber raus oder mache was anders.

Ich spiele derzeit mit dem Gedanken, nach der Ausbildung etwas ganz anderes zu studieren, aber im Moment werde ich von den Möglichkeiten, die mir offen stehen, schier erdrückt.

 

Ich hoffe, ihr könnt meine Lage etwas verstehen, vielleicht war ja jemand mal in einer ähnlichen Situation und weiß einen Rat.

Schönes Wochenende,

Papierstau

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Gast Liwjatan

Was soll man dir ehrlicherweise für einen Rat geben?

Ich sehe hier zwei grundsätzliche Baustellen.

Baustelle 1:

Du hast keine verantwortungsvollen Aufgaben und du bist nicht mit dem Chef auf einer Wellenlänge. Kommt vor. Hast du aber mal wirklich das Gespräch gesucht und gefragt, ob du im dritten Lehrjahr in Projekte involviert werden kannst? Wenn dein Chef jemand ist der umgarnt werden will, dann wäre es natürlich unvorteilhaft ihn mit Vorwürfen zu konfrontieren ("meine Ausbildung ist Scheisse, ich mache hier nichts wichtiges, niemand gibt mir Aufgaben"). Stattdessen würde ich ihn aufzeigen, dass du die Firma super toll findest und du gerne den nächsten Schritt in deiner Ausbildung gehen möchtest und ob es eine Möglichkeit gibt dich in nächster Zeit in Projekte zu involvieren. Doofe Floskel aber oft eben doch zutreffend: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Also nicht kritisieren, sondern Vorteile und deine Arbeitsmotivation anbieten! Zeig mal Initiative. Auf so ein Gespräch solltest du dich gründlich vorbereiten und nicht improvisieren. Erst wenn du da abblitzt, kannst du rumschmollen.

Baustelle 2:

Ehrlich gesagt hätte ich von jemanden mit 20 Jahren und Abitur erwartet, dass er in der Lage ist etwas reflektierter über sich und seine Ziele zu schreiben. Niemand hat in dem Alter ein perfekten Lebenswurf. Aber die Differenzierung seines Seins in "Vorm Computer sitzen oder rausgehen" zu beschränken ist dann doch etwas zu einfach oder?

Niemand kann für dich einen Plan entwickeln. Niemand kennt dich, Niemand weiß was dich interessiert. Niemand wird es für dich herausfinden.

bearbeitet von Liwjatan

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vor 59 Minuten schrieb Liwjatan:

Auf so ein Gespräch solltest du dich gründlich vorbereiten und nicht improvisieren. Erst wenn du da abblitzt, kannst du rumschmollen.

Das Gespräch habe ich mehr als einmal gesucht, auch mit meinem (auf dem Papier) Ausbilder, welcher sich aber, wie alle, zu 100% nach dem Wunsch des Chefs richtet.

Ich habe mehrmals freundlich darum gebeten, in neue Projekte (Serversysteme, SAN, Umzug eines Firmenservers in die Cloud) involviert zu werden, oder mir wenigstens einen Einblick verschaffen zu können, die Reaktion darauf war eine Standpauke, dass ich keine Forderungen zu stellen hätte, ich sei dort mit dem Ziel, dem Betrieb Geld einzubringen.

vor einer Stunde schrieb Liwjatan:

ich mache hier nichts wichtiges, niemand gibt mir Aufgaben

Aufgaben hab ich genug, aber es ist ja hoffentlich nicht Sinn und Zweck einer Ausbildung, über Monate den Telefonsupport zu machen, weil die restlichen MA, inkl. meines Ausbilders, in Projekte involviert sind.

vor einer Stunde schrieb Liwjatan:

Stattdessen würde ich ihn aufzeigen, dass du die Firma super toll findest

Dafür bin ich leider Gottes wohl zu ehrlich.

vor einer Stunde schrieb Liwjatan:

Ehrlich gesagt hätte ich von jemanden mit 20 Jahren und Abitur erwartet, dass er in der Lage ist etwas reflektierter über sich und seine Ziele zu schreiben. Niemand hat in dem Alter ein perfekten Lebenswurf. Aber die Differenzierung seines Seins in "Vorm Computer sitzen oder rausgehen" zu beschränken ist dann doch etwas zu einfach oder?

 

Da geht es nicht um meine Ziele.

Es geht eher um den Stellenwert der IT in meinem Leben.

Früher habe ich nach der Schule stundenlang Bücher gewälzt oder Online-Lehrgänge z.B. zu Netzwerken und Routing durchgeackert, weil ich die Themen unglaublich interessant finde.

Heute, nach 8 Stunden voller "Meine E-Mails sind verschwunden" und "Mein Drucker wird nicht mehr angezeigt", bin ich froh, die Kiste am Ende des Tages ausmachen zu können und erst einmal nicht mehr auf den Bildschirm zu starren.

vor einer Stunde schrieb Liwjatan:

 Niemand kann für dich einen Plan entwickeln. Niemand kennt dich, Niemand weiß was dich interessiert. Niemand wird es für dich herausfinden.

Ich weiß, das ist leider so.

Aber jetzt hinschmeißen, das wäre auch weggeworfene Zeit.

Danke!

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Gast Liwjatan

Ok, wenn dem so ist:

Hast du mal darüber nachgedacht den Ausbildungsbetrieb zu wechseln?
Auch wir haben letztens Jahr jemanden im Laufenden zweiten Lehrjahr einen Wechsel ermöglicht. Es gibt sicherlich auch andere Unternehmen, die motivierte Leute nicht hängen lassen. Zweites Lehrjahr ist dafür nicht zu spät.

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Habe ich, allerdings weiß ich, dass mein Chef bereits mehreren anderen Azubis den Wechsel vereitelt, bzw. stark erschwert hat, indem er sich geweigert hat, den Auflösungsvertrag zu unterschreiben, welcher benötigt wird, um die Ausbildung regulär anderswo weiterzuführen.

Alles andere ist mit sehr viel Stress mit der IHK verbunden, zu der er in allem Überfluss relativ guten Kontakt pflegt.

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Gast Liwjatan

Was ist die Alternative? Du willst nicht abbrechen aber deine Komfortzone willst du auch nicht verlassen. Zu verlieren hast du doch nichts, warum also nicht die IHK mit einbeziehen und versuchen zu wechseln? Der Versuch ist doch allemal besser als sich jetzt schon darauf festzulegen 1 1/2 Jahre abzuhängen?

bearbeitet von Liwjatan

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Hallo Papierstau,

ich war damals ein einer ähnlichen Situation, aber ich habe den Betrieb gewechselt. Ich kann verstehen, dass du "down" bist und vor einer - für dich - extrem schwierigen und deprimierenden Situation stehst.
ABER: es ist DEINE Zukunft! Und von nichts kommt bekanntlich nichts!

Ich kann dir nur raten, dich an deine IHK zu wenden und offen und ehrlich über die Problematik zu sprechen! Genauso habe ich es auch gemacht und die IHK war dabei sehr hilfreich und beratend tätig. 
Auch ich hatte die Angst, dass der Aufhebungsvertrag verweigert wird, jedoch wurde mir ganz klar seitens der IHK gesagt, dass die das dann regeln - ich solle mir da keine Sorgen machen.


Letztendlich habe ich über meine Klassenkameraden einen neuen Betrieb gefunden.

Du redest (was ich in deiner Situation verstehen kann!) etwaige Alternativen schlecht, aber das wird dich null weiter bringen, stattdessen solltest du an deine Zukunft denken und auch den Beruf durch diese Situation nicht gleich an den Nagel hängen.

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Die IHK droht dem Chef relativ schnell mit Entzug der Ausbildungserlaubnis, wenn du stichhaltige Beweise liefern kannst.

Auch ohne Aufhebungsvertrag ist das Ausbildungsverhältnis nach Genehmigung der IHK kündbar, dass du keine Sperre gemäß BBIG erhältst.

Es ist deine Zukunft, daher: Werde deines eigenen Glückes Schmied und verändere etwas an der Situation. Dass dein Betrieb offensichtlich kein Vorzeigebetrieb ist, hat er ja bereits bewiesen. 

Support ist also nicht so deins.

Nimm bei Verhandlungen auch den Standpunkt deines Chefs aus, dass du zumindest kostendeckend arbeitest:

Biete ihn ein Mehrwert an, auf den er eingehen würde. Es sollte stets eine Win-Win-Situation entstehen. 

Ich würde mich nach den Schilderungen um einen neuen Betrieb bemühen, notfalls auch als Fachinformatiker Systemintegration, da der 70-90% inhaltsgleich zum ITSE ist. Kameraden in der Berufsschule und auch Lehrer können dir evtl. behilflich sein. 

Ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg!

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