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Der schönste Projektantrag der Welt


Dorothea_Speck

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Dorothea Speck bittet um Überprüfung ihres geistigen Ergusses auf sofort ersichtliche Mängel und bedankt sich im voraus :marine

Projektantrag:

Integration von Terminalservern im Datev-Umfeld

1. Projekt-/Problembeschreibung:

Die Firma Hinz und Kunz verfügt über ein Client-Server-Netzwerk auf TCP/IP-Basis, mit einem Windows Server 2003 Fileserver, der zugleich Domänencontroller ist, sowie über 18 Netzarbeitsplatzrechner.

Im Netzwerk wird ausschließlich mit Software des Herstellers Datev gearbeitet, der Datenverarbeitungsprogramme sowie Dienstleistungen für steuerberatende Berufe bereitstellt. Die Clients sind bereits einige Jahre alt und stoßen langsam an ihre Leistungsgrenzen, zudem verschlingt die ständig notwendige Wartung der Datev-Software auf allen Netzarbeitsplätzen zu jedem Update-Termin immense Kosten.

Die Geschäftsführung entschließt sich zum Einsatz von Terminalservern, um einerseits die Wartungskosten zu senken, sowie andererseits die notwendigen Anschaffungen neuer Client-Rechner zu umgehen.

Das zu implementierende System soll eine akzeptable Ausfallsicherheit aufweisen, zudem darf der Arbeitsablauf in der Hinz und Kunz KG durch die Umstellung nur so wenig wie möglich gestört werden.

2. Angaben zur geplanten Dokumentation:

- Ermittlung des IST-Zustandes und der Kundenanforderungen

- Lösungsmöglichkeiten unter Betrachtung von Kosten und Sicherheit

- Angebotserstellung sowie Erstellung eines Zeitplans

- Inhouse-Konfigurationen der Terminalserver

- Implementierung des Systems beim Kunden

- Abnahme des Systems sowie Einweisung der Mitarbeiter

3. Zeitplanung mit den einzelnen Projektschritten:

- Ermittlung des IST-Zustandes sowie Kundenanforderungen 3 Std

- Darstellung der Lösungsmöglichkeiten 2 Std

- Angebots- und Zeitplanerstellung 2 Std

- Inhouse-Konfigurationen der Terminalserver 6 Std

- Implementierung des Systems beim Kunden 12 Std

- Systemabnahme und Einweisung 2 Std

- Dokumentation 7 Std

- Gesamtdauer 34 Std

:uli

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Welcher Ausbildungsberuf?

Wenn Fisi, dann fällt der unten durch und ist überhaupt nicht der schönste Antrag der Welt, denn ein Datev-Server wird nach ausführlicher Datevanleitung installiert. Die Anleitungen "Windows Server 2003 Server, Art. Nr. 11006" und "Integration von Microsoft Terminalservern in eine Windows 2000 Domäne, Art. Nr. 11049" liegen bei mir auf dem Schreibtisch. Bessere und detailliertere Anleitungen gibt es kaum.

Mit einem Projekt "Ich befolge die Installationsanleitung des Softwareherstellers" gewinnst du keinen Blumentopf.

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Räusper*

Der Titel war auch eher ironisch gemeint..

Es handelt sich bei dem Projekt um eine reale Kundenanforderung, die ich nun im Rahmen des Projektes ausführen soll, da versteh ich deine Kritik nicht.

Installationsanleitungen bekommt man für jede Implementation gute, sei es EPO, SUS oder sonst was..

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Tja, dann würd ich sagen: nicht jede reale Kundenanforderung taugt als Projekt. Wie willst du in diesem Projekt die Punkte Evaluation von Lösungsmöglichkeiten und eine Kosten-Nutzen-Analyse sauber hinbekommen? K-N bekommst du vielleicht durch einen Vergleich der Supportkosten hin, allerdings ist ein WTS etwas heikeler als ein paar Arbeitsstationen, die sich recht zügig durch den Installationsmanager updaten lassen. Zudem lassen die strikten Vorgaben der Datev für die Installationen keinen Freiraum für eigene Entscheidungen, mit denen du deine Kompetenz zeigen könntest

Die im letzten Jahr aufgelaufenen Supportkosten beruhen bei Datev darauf, dass vom alten ASA-Datenbankserver auf den Microsoft SQL umgestellt wurde. Diese Konvertierungen dauerten, weniger die Installationen auf den Clients.

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Also, dass ein Datev-Update im WTS-Umfeld VIEL weniger Zeit beansprucht, weiß ich selbst aus Erfahrung. Dass ein WTS-Update heikler ist kann ich auch absolut nicht bestätigen..

Vor allem hast du auch die Möglichkeit das ganze dann per Fernbetreuung durchzuführen und musst nicht an jeden Client rennen um zu schaun ob auch alles gepasst hat, nene die Zeitersparnis ist auf jeden Fall gegeben.

Evaluation der Lösungsmöglichkeiten wäre beispielsweise der Einsatz nur eines Terminalservers, bzw File- und Terminalserver in einem (!) und der jeweilige Kosten- / Sicherheitsfaktor.

Ich geb dir recht in dem Punkt, dass man durch die Datev-Konventionen wenig Spielraum hat. Aber meine IHK-Vorgabe hier lautet unter anderem "Erweiterung eines bestehenden IT-Systems", genau das mach ich hier doch. Würd ich ne Migration von Windows Server 2000 auf 03 machen, nen EPO installieren, WSUS einführen, was weiß ich -> Ich würd das auch alles genau nach Installationsanleitungen durchführen, wer nicht ?

Jedenfalls danke für deine Kritik:

Wenn du tatsächlich hauptberuflich Projektanträge ablehnst/annimmst werd ich das ganze wohl nochmal überdenken müssen, ansonsten seh ich aus den IHK-Vorgaben keine Punkte, durch die das hier nicht als geeignetes Projekt durchgehen würde.

(btw: Mein Vorgänger hat etwas sehr ähnliches gemacht und schnitt im Projektteil sehr gut ab..)

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[...], ansonsten seh ich aus den IHK-Vorgaben keine Punkte, durch die das hier nicht als geeignetes Projekt durchgehen würde.

Du hast uns immer noch nicht verraten, welchen Ausbildungsberuf du machst und wo du wohnst (zuständige IHK). Trage das doch bitte im Profil ein; dann braucht man nicht immer nachzufragen.

gruss, timmi

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Ich gehe mal davon aus (sorry @ timmi) dass du trotz Nichtbeantwortung meiner Frage Fisi bist.

Dann solltest du den entsprechenden Passus mir nicht gekürzt unter die Nase halten: "Erweitern eines komplexen Systems der Informations- und Telekommunikationstechnik sowie Einbinden von Komponenten in das Gesamtsystem unter Berücksichtigung organisatorischer und logistischer Aspekte einschließlich Anforderungsanalyse, Planung, Angebotserstellung, Inbetriebnahme und Übergabe" (aus der Berufsverordnung Fachinformatiker).

Somit siehst du, dass die Erweiterung des komplexen Systems nicht ausreicht, sondern weitere Punkte verlangt werden. Kannst du die erfüllen? Kannst du an irgendeiner Stelle darlegen, dass du eigene Entscheidungen triffst? Du sagst selber, dass die Konventionen der Datev eng sind. Sie sind zu eng, um dass du irgendeine fachliche Entscheidung (ausser der Auswahl des Servers von Hersteller A oder B) treffen kannst. Ergo (auch wenn Datev ein komplexes System ist) du arbeitest nach Anleitung, nicht selbständig.

Zu mir: Nein, ich bin kein IHK-Mitarbeiter, kein Prüfer, sondern hin und wieder mal Ausbilder und Datev-Kenner.

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Hmmm dann hoff ich mal, dass die Prüfer weniger Datev Kenner sind und mit meinem Antrag einverstanden :hells: trotzdem thx für deine Meinung.

Aber nochmal zu dem Punkt "nicht selbstständig", auch wenn du jedesmal ausweichst:

Ich kenn keinen Admin (bei uns zumindest nicht), der in ein System ohne Anleitung etwas neues einbindet, grad so wie er sich das denkt oder wie es seiner Vorstellung nach klappen müsste.

Sowas würde sich NIEMAND trauen der auch nur ein wenig kundenfreundlich eingestellt ist, der zahlt dann schließlich für meine "Experimente". JEDER holt sich bei sowas Hilfe von den Herstellern, mir wäre auch kein Fall bekannt, in denen größere Softwarehersteller keine umfangreichen Installationshilfen anbieten, das ist nunmal der Alltag eines Administrators der viele Kundennetze mit dementsprechend vielen Anwendungen betreut -> Zu installierendes Produkt kennelernen -> Installationsanleitungen lesen und verstehen -> Produkt nach Installationsanleitung implementieren. Die Probleme, mit denen man dann "seine Kompetenz" zeigen kann, kommen danach mit Sicherheit ganz von allein ;)

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Es geht ja nicht darrum, dass ding nach Anleitung zu installieren. Sondern, dass im Projekt was selbstständiges vorkommt.

Bei einer Installation von Datev-WTS ist noch nichts selbstständiges getan. Ausser ein wenig auf "Weiter" klicken. Selbstständiger Anteil in einen Projekt, wäre wenn du erst mal analysierst welches Produkt, welche Server. Das heisst du solltest in den Projekt Entscheidungen treffen und diese begründen können und nicht nur auf weiter klicken. Das kann eine Aushilfe auch :beagolisc

Es weiss jeder, dass man Programme nicht wirklich selbstständig installieren kann - aber dennoch sollte dein Projekt laut vorgaben selbstständige Arbeit enthalten. Und genau das sagte Chief "Evaluation von Lösungsmöglichkeiten und eine Kosten-Nutzen-Analyse". Selbstständig auf weiterklicken reicht da eben nicht aus.

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schon faszinierend was die liebe Dorethea hier für Ideen hat. Willkommen in der Welt, in der jeder nur die Herstellersülze macht :D

... schliesse mich an, der Antrag geht baden. Wenn Du das Thema hier postest erwartest Du eine Meinung. Wenn Dir die nicht passt und Du auf "dumme" Prüfer hoffst dann frage bitte nicht. Ich denke so ziemlich jeder Prüfer kennt Datev und deren Vorgaben. Aber Recht hast Du in einem Punkt: man lässt Kunden nicht direkt oder/und vollständig für das Austüfteln neuer Ideen zahlen. Nur gibts auch hier leider Theorie und Praxis.

Nur für Dich als Fisi ( unterstelle ich nun ebenfalls ) gilt: DEINE Kompetenz und DEINE Entscheidungen sollen den PA begeistern. Keine Klickorgie nach Rezept ;)

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Hallo Dorothea_Speck,

so ist das nunmal in Deutschland. Viele Azubis haben gar kein reales Projekt, und denken sich eins aus, was dann irgendwo im Geräteschuppen durchgeführt wird und nie einen Kunden sieht, und die die eins Haben, genügen den Prüfungsanforderungen aus oben genannten Gründen nicht.

Traurig aber wahr.

Da kannst du dich jetzt fürchterlich drüber aufregen, verständlich wie ich finde, aber es wird dir nichts nutzen.

Denn wenn in Deutschland etwas funktioniert, dann die Bürokratie.

Also musst du zu Plan B greifen. Das heisst auf gut deutsch, du evaluierst was das Zeug hält, also das volle Programm. Konzepterstellung, Kundenberatung, Kosten-Nutzen, usw. Halt so wie es in den Lehrbüchern steht.

Dein Projekt wird dadurch kein Anderes, aber die Prüferseele ist beruhigt. Und das Beste ist, in Wirklichkeit interessiert das auch Niemanden, Hauptsache der Schein bleibt gewahrt, alles hat seine Ordnung, und du ersparst dir eine Menge grauer Haare.

Für dich gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder du suchst dir ein neues Projekt, wo du diesen ganzen Evaluierungsschnickschnack wirklich durchführen kannst, oder du greifst zu Plan B.

Sonst bist du am Ende zwar die Ehrliche, aber was die Punktevergabe betrifft, die Dumme sein, und jeder mit nem gefaketen Projekt lacht sich nen Ast.

Wie Pflegten schon die Prinzen zu singen? Du musst ein Schw... sein, in dieser Welt.............

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Ach herrje du sprichst mir grad aus der Seele =)

Ich würd ja gern zu Plan B greifen, aber wie du oben schon mitbekommen hast gibts bei meinem Projekt wenig Möglichkeiten der Konzepterstellung, Kundenberatung, Kosten-Nutzen usw. Evaluierung (wo ich mich eh frag was das überhaupt soll, ich mach meine Jobs ordentlich und die Kunden sind zufrieden, auch ohne Evaluierungen ... und von sowas ist dann dein Abschluss abhängig)

Naja, werd wohl morgen nochmal mit Cheffe reden, dann wirds halt auch ein "Fake-Projekt", am besten noch geklaut, dann gibts erstmal 100 Punkte für die Doku.

Traurig, traurig.

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Viele Azubis haben gar kein reales Projekt, und denken sich eins aus, was dann irgendwo im Geräteschuppen durchgeführt wird und nie einen Kunden sieht,...

Nirgends steht geschrieben, dass ein Projekt einen Kunden "sehen" muss. Wenn es das nicht tut, ist es nicht = nicht real.

Denn wenn in Deutschland etwas funktioniert, dann die Bürokratie.

... , aber die Prüferseele ist beruhigt.

..., und jeder mit nem gefaketen Projekt lacht sich nen Ast.

Wie Pflegten schon die Prinzen zu singen? Du musst ein Schw... sein, in dieser Welt.............

Spar Dir bitte so eine allgemeinverurteilenede Polemik!

Und das Beste ist, in Wirklichkeit interessiert das auch Niemanden,...

Nicht? Und was, wenn ein PA während der Projektphase vor Ort den Fortschritt/die Durchführung des Projektes begutachtet?

Ein Projekt muss schon real durchgeführt werden.

bimei

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Ich würd ja gern zu Plan B greifen, aber wie du oben schon mitbekommen hast gibts bei meinem Projekt wenig Möglichkeiten der Konzepterstellung, Kundenberatung, Kosten-Nutzen usw. Evaluierung.

Das sehe ich nicht ganz so schwarz. Stell dir mal vor diese ganzen Überlegungen

Die Geschäftsführung entschließt sich zum Einsatz von Terminalservern, um einerseits die Wartungskosten zu senken, sowie andererseits die notwendigen Anschaffungen neuer Client-Rechner zu umgehen.

Das zu implementierende System soll eine akzeptable Ausfallsicherheit aufweisen, zudem darf der Arbeitsablauf in der Hinz und Kunz KG durch die Umstellung nur so wenig wie möglich gestört werden.

würden nicht von der Geschäftsleitung kommen, sondern von dir. Dazu noch eine schöne Kosten-Nutzen-Analyse mit Allem was dazu gehört, und die Welt sieht schon viel freundlicher aus.

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Spar Dir bitte so eine allgemeinverurteilenede Polemik!

Hallo bimei,

das soll keine Polemik sein, das ist ein trauriger Teil die Realität, leider. Und wenn wir alle ehrlich sind, wissen das auch "fast" alle.

Diese Wahnsinnsprojekte mit 80-Seiten-Doku, und Eierlegenden-Wollmilchsau-Servern, gibt es in keiner Firma, und bei keinem Kunden, aber in der Fisi-Prüfung.

Ausserdem hat ja auch Niemand gesagt das Sie das Projekt nicht real durchführen soll. Es geht um diesen ganzen Planungskram, zu dem die meisten Azubis gar keine Möglichkeit haben.

Was ist denn dein Rat an die Azubis, die in ihren Betrieben von jeglicher "Evaluierung" ausgeschlossen sind? Auf die Prüfung zu verzichten, durchzufallen, oder ihre Arbeitgeber auf "Evaluierung" zu verklagen?

Zeige diesen Leuten doch mal Möglichkeiten zur Lösung dieser Problematik auf, anstatt hier immer nur die Augen vor der Realität zu verschliessen, und auf Einhaltung der Prüfungsrichtlinien zu pochen.

Ich wüsste kein, und warte gespannt auf Deine.

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Was ist denn dein Rat an die Azubis, die in ihren Betrieben von jeglicher "Evaluierung" ausgeschlossen sind? Auf die Prüfung zu verzichten, durchzufallen, oder ihre Arbeitgeber auf "Evaluierung" zu verklagen?

Du schreibst es doch selbst in Deinem vorherigen Posting ansatzweise, wie die Herangehensweise ist. Nur weil mein AG/Kunde mir sagt, installier mir "xy", muss ich mich als ITler doch nicht ducken und darauf verzichten, ihm trotzdem die anderen Möglcihkeiten aufzudrüseln. Wenn als "Auftrag" dann dabei herauskommt, dass

1. sein Wunsch der beste ist, oder

2. er trotz schlechter Wunsch-Vorgabe seine Lösung bevorzugt,

ist das doch eine ganz andere Sache.

Die Realität in meinem (schon recht langem) Berufsleben ist, dass ich mir nicht vorwerfen lasse/lassen kann, einen Vorschlag nicht geprüft und auf eventuelle Schwachstellen hingewiesen zu haben. Das gehört zu meinem Beruf, und genau so würde ich auch an ein Projekt herangehen.

..., anstatt hier immer nur die Augen vor der Realität zu verschliessen, und auf Einhaltung der Prüfungsrichtlinien zu pochen.

Du pauschalisierst schon wieder, wenn auch diesmal persönlich an mich gerichtet. ;-)

bimei

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Also ich möchte dazu mal Stellung nehmen:

bei allen mir bekannten Ausbildungsfirmen bekommen die Azubis durchaus die Chance, mehrere komplexe Projekte selbst zu erarbeiten. Allerdings gilt bei dann ( wie bei uns auch in der Praxis ) die 4-Augen Regel: Keine relevante Entscheidung ohne ein Nicken eines zweiten kompetenten Kollegen. Und da nehmen wir unsere Azubis genauso ran wie das Stammteam.

Ich persönlich beurteile die Fisi-Projekte, die ich persönlich in den letzten 8 Jahren bewerten durfte, nicht als übertrieben komplex oder als Kategorie "Wahnsinns-Projekt". Es ist in der Tat bei ernsthaften Projekten eher eine absolute Unart, daß viele Dienstleister ohne Pflichtenhefte oder auch nur brauchbares Projektmanagement "wurschteln". Angesichts dieser Sachlage schätze ich zumindest den einzigen Zeitpunkt, an denen andere Leute halbwegs objektiv die Fähigkeiten der Prüflinge u.a. in dieser Fertigkeit beurteilen können, als sehr wichtig ein.

Was die Kritik angeht, daß Projekte vielleicht nicht immer durchgeführt werden ... mir persönlich ehrlich gesagt egal. Mir gehts darum, daß der Prüfling seine Fähigkeiten, ein komplexes Projekt zu vermitteln, in angemesserner Form und Güte trainiert hat. Ob er das beherrscht oder nicht zeigt mir das Fachgespräch. Und ich bin sicher, daß ich bisher alle Prüflinge mit einem simulierten oder gefakten Projekt erkennen konnte ( wie gesagt. Ein simuliertes gutes Projekt ist mir genauso Recht wie ein reales, solange die Ausarbeitung und die Präsentation professionell und kompetent ist.

Was raten wir Azubis, die solche Projekte nicht im Rahmen der Ausbildung durchführen dürfen ? Ich sags ganz deutlich: beim Ausbildungsbetrieb auf dem Tisch tanzen. Diesen Rat gebe ich pro Jahr mehrfach... IHR verscherzt einen von drei Prüfungsläufen, nicht der Ausbildungsbetrieb. Die Vorgaben der IHK an ein Projekt sind ziemlich eindeutig ... und um Deinen dritten Hinweis zu kommentieren: der PA "pocht" auf die Einhaltung der Richtlininen weil er es muss. Und um ehrlich zu sein ... ich als potentieller Arbeitgeber finde die Richtlininen zu nett. Ich würde persönlich doch noch DEUTLICH mehr Leute aussieben als ich als Prüfer formal passieren lassen muss. Mir als AG ist es sonnenklar, daß ein schlechter 3er oder 4er mit einem miserablen Fachgespräch ( das durch gute Schriftnoten ausgegelichen wurde ) im Personalgespräch baden gehen wird und dem Heer der Lanzeitarbeitssuchenden angeschlossen wird. Aber auch hier greifen die Prüfungsrichtlinen ... ich weiß es und kann nix machen.

Einzige Chance: die Mängel des Systems erkennen und selbst versuchen daran was zu ändern, sprich MÜNDIGE Azubis aus zu bilden.

Nachtrag: der Kommentar ging an den Post von logrotate.

Anwort an Dorothea: Mein Tip: Zeig Deinem Ausbilder diesen Thread. Du BRAUCHST ein Thema, bei dem du SELBST ENTSCHEIDUNGEN NACHVOLLZIEHBAR und KOMPLEX treffen wirst und das möglichst über eine KOSTEN/NUTZENRECHNUNG begründest. Beispielprojekte z.b. unter www.pruefungsausschuss.de

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Hallo bimei,

ich freue mich für dich, das du in einem Unternehmen tätig bist, wo man so viel Wert auf deine Meinung legt, ehrlich.

Wäre das in Dorothea's Betrieb der Fall, würde es die hier genannte Problematik gar nicht geben. Sie war und ist in die Planung nicht mit einbezogen worden. Punkt. Da kann man Diskutieren wie man will.

Dein Rat, die Entscheidung der Geschäftsleitung noch einmal zu "überprüfen", und den Kunden auf etwaige Schwachstellen hinzuweisen, könnte in einigen (vielen) Firmen dazu führen, das der Arbeitsplatz verloren geht.

Meiner Frage nach einer Lösung für die Betroffenen Azubis bist du einfach ausgewichen, und wirfst mir wiederum Verallgemeinerung vor. Das hilft diesen Leuten aber nicht wirklich.

Mir zeigt es allerdings das du für dieses Problem auch keinen Ausweg kennst, wie denn auch?

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Hallo charmanta,

du hast doch als Prüfer (Prüferin?), als der (die) du dich ja hier zu erkennen gibst, sicherlich schon viele Doku's gelesen.

Wieviele Punkte würdest du für einen Text abziehen, der ähnlich deinem Posting gestaltet ist? Ab und zu mal einen Absatz einzufügen, wäre für die Lesbarkeit äusserst hilfreich.

So, so. Du würdest also bei deinem Arbeitgeber (Brötchengeber) auf dem Tisch tanzen, weil er an die Azubis keine prüfungsgerechten Projekte vergibt.

Mal abgesehen das die IHK-Vorgaben von vielen Arbeitgebern (Achtung Verallgemeinerungsgefahr!) sowieso nur belächelt, und als realitätsfremd bezeichnet werden, könnte es dir passieren, das du nach dem Tanz auf dem Tisch, Klimmzüge an der Brottrommel machst. Allerdings an deiner Eigenen.

Ein Arbeitgeber, der den Azubi genau kennt, legt auch keinen Wert auf den "Brief", sondern auf das was der zukünftige Mitarbeiter dem Betrieb bringt.

Der "Brief" wird erst wieder bei einer Bewerbung interessant. Aber selbst da zählen mittlerweile Berufserfahrung und qualifizierte Arbeitszeugnisse mehr, als die Legitimierung der IHK.

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den letzten Post unterstütze ich ohne Einschränkungen. Und um die erste Frage an mich zu beantworten: da hast Du Recht. Absätze hätten die Lesbarkeit erhöht. Aber ich befinde mich hier weder in einer Prüfungs- noch einer kommerziellen Beratungssituation und nehme mir den Luxus einer privaten, mit Tipp- und Stilfehlern versehenen Kommentierung einfach mal heraus. Was nichts am Inhalt ändert :P

In einer Prüfungssituation kostet Dich ein schlechter optischer Stil übrigens maximal 10 von 100 Punkten ...

Der Wert des Abschlusses per Se ist ein Thema, was wir nicht in diesem Thread besprechen sollten. Da es aber einer der wenigen anerkannten Abschlüsse ist würde ich den nicht unterschätzen.

Last but not least: Prüfer, nicht Prüferin :D Kurzer Griff zwischen die Beine bestätigt den Eindruck.

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[...] gibts bei meinem Projekt wenig Möglichkeiten der Konzepterstellung, Kundenberatung, Kosten-Nutzen usw. Evaluierung (...)
Die gibt es immer. Suche mal hier im Forum nach dem Stichwort "Beratungspflicht".

Naja, werd wohl morgen nochmal mit Cheffe reden, dann wirds halt auch ein "Fake-Projekt", am besten noch geklaut, dann gibts erstmal 100 Punkte für die Doku.
Warum denn "Fake-Projekt"? Du musst ja nicht in die Produktionsumgebung realisieren. Es ist durchaus üblich, zunächst einmal in eine Test- oder Integrations-Umgebung zu realisieren. Denn der Auftraggeber bei einem Projekt muss ja, nach der reinen Lehre, durchaus nicht identisch mit dem eigentlichen Kunden sein. Der Auftraggeber im Projektsinne ist lediglich eine Rolle. ...wie du ja sicher weisst. ;)

gruss, timmi

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