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Zeugnis


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Hallo,

kann mir jemand sagen, wie gut oder schlecht mein Zeugnis ist?

Zwischenzeugnis

Herr XXX, geboren am XXX in XXX, war in der Zeit vom XXX bis zum

XXX im Rahmen seiner Umschulung zum

IT-Fachinformatiker/Anwendungsentwicklung als Praktikant am XXX beschäftigt.

Herr XXX war in öffentlich geförderten sowie in internen Projekten tätig,

in denen er mit folgenden Aufgaben betraut war:

...

Herr XXX zeichnet sich stets durch ungewöhnlich starke Initiative,

Kreativität und hohe Motivation aus. Er arbeitete sich schnell in neue

Wissensgebiete ein und verfügt über sehr fundierte Fachkenntnisse und sehr

gute EDV-Kenntnisse. Seine Aufgaben erfüllte er sehr selbständig,

sorgfältig, zielorientiert und zuverlässig stets zur vollsten Zufriedenheit.

Herr XXX benutzt jede Gelegenheit zur Weiterbildung und zeichnete sich

durch seine sehr hohe Einsatzbereitschaft aus. Er besitzt ein sehr gutes

Kontaktvermögen, war stets zur Kooperation bereit und konnte gut im Team

arbeiten. Herr XXX war stets freundlich und hilfsbereit. Mit seinem

Fachwissen hat er stets seine Kolleginnen und Kollegen bereitwillig

unterstützt.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war vorbildlich.

Das Praktikum endet gemäß der vereinbarten Befristung mit Bestehen der

Abschlussprüfung zum IT-Fachinformatiker am XXX.

Wir wünschen Herrn XXX für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg alles

Gute und viel Erfolg."

Mir geht es um folgenden Satz:

"Seine Aufgaben erfüllte er sehr selbständig, sorgfältig, zielorientiert und

zuverlässig stets zur vollsten Zufriedenheit."

Was mich daran stört:

"seinen Aufgaben" (nicht "Die ihm übertragenden Aufgaben")

"stets zur vollsten Zufriedenheit" (nicht "stets zu unseren vollsten

Zufriedenheit")

Wie muss ich das werten oder wie würde ein Personalchef dieses werten?

Ciao,

MK

[Dieser Beitrag wurde von MK am 15. Juli 2000 editiert.]

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... das ist eine Kunst für sich, aber die "Geheimsprache der Personalchefs" ist gut zu entschlüsseln.

In dem Zeugnis ist - wie immer - viel Füllstoff und ein paar Informationen für die Leute aus dem Fachbereich (Umfang der DV-Systeme etc.).

Die Personalleute interessiert lediglich folgender Absatz (ich schreibe die "Klartexte" in Fett einfach hinter die betreffenden Stellen):

Herr XXX zeichnet sich stets durch ungewöhnlich starke Initiative,

Kreativität und hohe Motivation aus.

entspricht einer Eins, starke Initiative heißt allerdings, Du bist manchmal sehr schwer zu bremsen...

Er arbeitete sich schnell in neue

Wissensgebiete ein und verfügt über sehr fundierte Fachkenntnisse und sehr

gute EDV-Kenntnisse.

ist eine gute Zwei (stets fehlt, zweimal sehr)

Seine Aufgaben erfüllte er sehr selbständig,

sorgfältig, zielorientiert und zuverlässig stets zur vollsten Zufriedenheit.

... ist eine saubere Eins mit Sternchen (einmal stets und einmal sehr)

Herr XXX benutzt jede Gelegenheit zur Weiterbildung und zeichnete sich

durch seine sehr hohe Einsatzbereitschaft aus.

... liest Zeitung, ist aber bereit, Überstunden zu machen und die verlorene Zeit nachzuholen ...

Er besitzt ein sehr gutes

Kontaktvermögen, war stets zur Kooperation bereit und konnte gut im Team

arbeiten.

... geht gerne zu den Kollegen in die Kaffeerunde, macht auch bei allen betrieblichen UND sozialen Aktivitäten mit (leichte Abwertung), ordnet sich aber gerne unter (stets Kooperation) - mittlere bis obere Drei

Herr XXX war stets freundlich und hilfsbereit.

... sehr knapp - aber gute Zwei

Mit seinem

Fachwissen hat er stets seine Kolleginnen und Kollegen bereitwillig

unterstützt.

... ist ein bißchen gemein: er quasselt viel - entspricht ungefähr Drei

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war vorbildlich.

... aber er hört, wenn man ihm etwas sagt, ganz gut (Zwei), wenn auch nicht immer beim ersten Mal (stets und höflich fehlt)

Das Praktikum endet gemäß der vereinbarten Befristung mit Bestehen der

Abschlussprüfung zum IT-Fachinformatiker am XXX.

unwichtig, besser wäre: ... und wir würden (uns freuen, noch besser: ihn gerne), ihn nach bestandener ... zu übernehmen

Wir wünschen Herrn XXX für seinen weiteren Berufs- und Lebensweg alles

Gute und viel Erfolg.

Gesamtnote: Zwei minus, weil weiteren heißt hier - wir nehmen ihn nicht

Der Trick ist ja, das man in einem Zeugnis nichts Negatives schreiben darf, deshalb drücken sich die Jungs so seltsam aus. Man kann auch in vielen Büchern alles mögliche Lesen, aber um diese komische Sprache zu verstehen, habe ich Jahre (im Personalrat und in vielen Seminaren) gebraucht....

aber: wink.gif ist ein gutes Zeugnis!

peterb

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HI

Wobei ich bei "sehr selbständig" auch noch einen leichten Beiton heraushöre. Nämlich, er duldet bei der Durchführung einer Arbeit keinen anderen neben sich bzw. eine andere Meinung.

Das schneidet sich natürlich mit der Aussage das er gut im Team arbeiten kann.

Was sagst Du dazu Peter ?

Aber ansonsten bin ich vollkommen Peters Meinung.

TheFirst

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... sehr selbstständig heißt an dieser Stelle nix anderes wie, das er seine Sachen ohne Aufsicht und Kontrolle selbst erledigt, mit einem sauberen Ergebnis wiederkommt und, wenn er Probleme sieht, diese auch allein geregelt kriegt.

... sehr selbstständig heißt an anderer Stelle, z.B. xxx arbeitet sehr selbstständig und kompetent an der Mitarbeiterführung mit... das er durchaus allein in der Lage ist, den Betrieb komplett lahmzulegen, alle Leute von der Arbeit abhält und nur dummes Zeug im Kopf hat

biggrin.gif wie ich biggrin.gif

- es kommt immer zu den Klauseln auf die Stelle an, wo etwas gesagt wird, an dieser Stelle ist es wirklich ein Lob!

wink.gif

pb

Nachtrag:

Ich habe im Kopf noch etwas vergessen:

Herr XXX war in öffentlich geförderten sowie in internen Projekten tätig

... heißt und bestätigt, der Kerl war gut, den haben wir sogar nach draussen gelassen, um für uns mit Anderen zu arbeiten - kein Nestbeschmutzer!

... taucht sowas nicht auf, ist es wie mit allen Sachen in einem Zeugnis - man darf nix Negatives sagen, also schreibt man es NICHT!

pb

[Dieser Beitrag wurde von peterb am 29. Juni 2000 editiert.]

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Hallo,

vielen Dank für Eure Analysen. Jetzt weiß ich woran ich bin.

Leider fühle ich mich durch folgende Abschnitte falsch charakterisiert:

Herr XXX benutzt jede Gelegenheit zur Weiterbildung und zeichnete sich

durch seine sehr hohe Einsatzbereitschaft aus.

... liest Zeitung, ist aber bereit, Überstunden zu machen und die verlorene Zeit nachzuholen ...

Er besitzt ein sehr gutes

Kontaktvermögen, war stets zur Kooperation bereit und konnte gut im Team

arbeiten.

... geht gerne zu den Kollegen in die Kaffeerunde, macht auch bei allen betrieblichen UND sozialen Aktivitäten mit (leichte Abwertung), ordnet sich aber gerne unter (stets Kooperation) - mittlere bis obere Drei

Mit seinem Fachwissen hat er stets seine Kolleginnen und Kollegen bereitwillig

unterstützt.

... ist ein bißchen gemein: er quasselt viel - entspricht ungefähr Drei

Das entspricht überhaupt nicht der Wahrheit. Ich glaube auch nicht, dass mein Chef das mit Absicht gemacht hat. Ich werde ihn mal vorsichtig darauf ansprechen.

Viele Grüße,

MK

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Ja, ist durchaus üblich, weil:

Wenn Du nicht mit dem Zeugnis zufrieden bist, kannst Du klagen - und kriegst Recht oder der entsprechende Passus wird gestrichen.

Das wissen die Arbeitgeber und deshalb ist es meist erfolgreich, wenn man darüber redet. Manchmal wissen AG auch nicht, wie "fein" diese Formulierungen auseinandergenommen werden, ein Fall ist mir bekannt, da hat ein AG seinem AN bescheinigt, das er sich stets bemüht hat - er dachte, das wäre ziemlich gut und die Bemühungen des AN würden damit belohnt - er wusste nicht, das diese Formulierung das Schlechteste ist, was es gibt (bemüht = nie was geschafft und nix zu Ende gebracht - in Verbindung mit stets noch gesteigert...!!!)

Rede mit Chefe noch mal...

biggrin.gif

pb

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Hallo perterb,

nehmen das denn wirklich noch alle Personalchefs so auseinander? OK bei dem letzten Beispeil das ist dann schon ein harte Formulierung und die ist als schlechte Formulierung auch schon bei vielen bekannt, aber ich denke auch, das die Personalchefs gucken, aus welcher Firma der Bewerbende kommt.

Wenn es ein kleine Firma ist, hat es der Chef geschrieben, der sich sonst nie mit soetwas beschäftigen muß und eigentlich z.B. auch nur Programmierung und Projekteplanung beschäftigt. Bei einer großen Firma ist das etwas anderes, da schreibt dein Chef knallhart, wie du gearbeitet hast, also auch die negativen Sachen und dann geben die das an eine Abteilung, die das dann alles schön in dieses Zeugnisdeutsch hineinpackt.

So stelle ich mir das zumindest vor. Wie soll denn einer, der sich vielleicht alle paar Jahre damit befassen muß die ganzen tücken der Formulierungen auskennen? Ich hoffe, daß das die Personalchefs berücksichtigen.

Chipsy

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Hallo,

leider ist es so, dass meine "Praktikumsfirma" keine Praktikanten übernimmt. Es kommen ständig neue HIWIS und Praktikanten hinzu. Diese sind billiger, als ein ausgelernter Fachinformatiker. Deshalb können die in der Abschlußformel nicht reinschreiben, dass Sie mich gerne übernehmen würden.

Ich habe mein Zeugnis noch zwei anderen Personalleitern gezeigt. Die haben aus diesem Zeugnis nichts schlechtes herausgelesen.

Ciao,

MK

[Dieser Beitrag wurde von MK am 30. Juni 2000 editiert.]

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Guten Morgen zusammen!!!

Chipsy - ja, es ist wirklich so. In den Personalabteilungen hat sich eine eigene Sprache entwickelt. Ich könnte mich nur gerade wirklich irgendwohin beissen, denn es gibt sogar eine HP, die sich ausschliesslich damit beschäftigt!!! abermirfälltdieAdressenichtmehrein...

Einfach mal über Metager oder so suchen, findet sich bestimmt was......

Gruss

Idun

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  • 2 Wochen später...

Hallo,

ich habe meinem Chef höflich darum gebeten das Zeugnis in obigen Punkten zu korrigieren.

Er stimmte mir zu, dass das Zeugnis mich in diesen Punkten nicht richtig charakterisiert.

Heute habe ich die neue Zeugnis-Version eingesehen und musste feststellen, dass man mich überall notenmässig herabgestuft hat.

Hintergrund ist wahrscheinlich eine Beschwerde von meinen Kollegen und mir bei der IHK wegen dem schlechten Praktikum bei dieser Firma XXX.

Nun muss ich wahrscheinlich vor das Arbeitsgericht.

Ich hab keine Ahnung wie ich jetzt vorgehen muss.

Wer weiß Rat?

Viele Grüße,

MK

[Dieser Beitrag wurde von MK am 10. Juli 2000 editiert.]

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Hey

Du bist ja anscheinend ein ganz besonderer Spezi biggrin.gif .

Wie kannst Du denn paralell zu einer Beschwerde verlangen das Dein Zeugnis nach oben korrigiert wird ?

Auch wenn Du vielleicht Recht hast und das Praktikum mies war und Deine Noten nun zu schlecht sind, war das nicht gerade diplomatisch.

Mein Tipp : Laß das mit dem Gericht. Kostet nur Geld und Zeit und bringt Dich im Endeffekt keinen Schritt weiter. Und verhalte Dich demnächste in bißchen diplomatischer.

TheFirst

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Hallo,

ich habe mich in der Vergangenheit sehr diplomatisch gezeigt und immer höflich auf die Missstände im Praktikum hingewiesen. Nur hat das nie etwas gebracht. Ich habe mein Praktikum zu zwei Dritteln zuhause machen müssen, da man mir keine Hardware und Software zur Verfügung gestellt hat. Der Rahmenplan wurde zu 0% erfüllt. Alles habe ich mir selbst durch Eigeninitiative beigebracht. Nichteinmal mein Abschlußprojekt haben die sich angesehen. Für die Präsentation nächste Woche habe ich keine Unterstützung. Ich weiß nichteinmal, wo ich Folien machen soll.

Bei einem Abschlußgespräch mit der IHK ist es daher nur richtig gewesen auf die Mängel hinzuweisen. Wie gesagt: Diplomatie hat nichts gebracht.

Ciao,

MK

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Nachdem ich Deine Hauptnachricht gelesen habe, hätte ich nicht gedacht dass sich das

*so* entwickelt.

Wenn Du wirklich fast alles daheim gemacht hast, quasi ausgebeutet wurdest, dann tät

ich schon vors Arbeitsgericht gehen.

Eine Herabstufung *aller* Noten , nachdem

Du bei der IHK Kritik geübt hast, ist

bestimmt schon garnicht erlaubt.

Oder wie siehst Du das, TheFirst ?

Viel Glück MK, du findest bestimmt nen

besseren Arbeitgeber !

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