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Vom Lehramtsstudium in Richtung Ausbildung Fachinformatiker für Systemintegration, wie gelingt die Bewerbung?


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Hallo zusammen, 

ich bin aktuell 24 Jahre alt und befinde mich derzeit noch im Lehramtsmaster (2.Semester) und merke jetzt doch sehr schnell und sehr eindrucksvoll während des Praxissemesters, dass ich nicht Lehrer werden möchte und in eine komplett andere Richtung gehen will. Ich würde gerne die Ausbildung zum FiSi machen, da ich in meiner freien Zeit sehr gerne an Computern schraube und ich was technisches machen möchte. Leider ist mein bisheriger Lebenslauf natürlich meilenweit von dem entfernt, was man von jemandem mit diesem Berufswunsch erwarten würde. Meine Fächerkombi im Lehramt ist Englisch und Ernährungslehre, sodass ich diesbezüglich allerhöchstens mit guten Englischkenntnissen punkten kann. Mein Abi war auch nicht toll. Nun setze ich viel Hoffnung darauf, mit einem guten Anschreiben und meinen Softskills punkten zu können. Allerdings sehe ich tatsächlich recht viele Stellenangebote in diesem Bereich, bei denen ein Anschreiben nicht gewollt ist. Nun also zu meinen Fragen:

1. Was packe ich in meinen Lebenslauf, damit ich gut ankomme? Insbesondere dann, wenn kein Anschreiben gewünscht ist? Sollte ich fachlich irrelevante Nebenjobs wie die Arbeit im Einzelhandel nennen? Außer solch einen Nebenjob und mein Bacheorstudium nach dem Abi habe ich leider nichts vorzuweisen. Meine einzige Stärke auf dem Lebenslauf wäre in dem Fall mein Engagement an meiner Hochschule.

2. Welche Zeugnisse gebe ich mit? Logischerweise das Abizeugnis. Ich denke mal das Bachelorzeugnis macht Sinn, auch wenn es fachlich kaum relevant ist, einfach nur um zu beweisen, dass ich nicht nur gechillt habe. Wie schaut es aber mit einem Arbeitszeugnis aus meinem Nebenjob aus? Typischerweise sagt man ja, dass nur beruflich relevante Jobs nennenswert sind, allerdings ist das mein einzig gescheiter Nachweis meines generellen Arbeitsverhaltens und ich hab den Job fünf Jahre lang gemacht. Zudem stellt sich die Frage, ob ich mein Engagement an der Uni nachweisen soll. Ich will ja die Bewerbung auch nicht mit zu vielen Anhängen überladen.

Ich wäre sehr dankbar, wenn ihr mir erzählen könntet, was ihr davon in die Bewerbung packen würdet und was man weglassen könnte, da ich mir da einfach unsicher bin. Wenn ihr noch generelle Tipps für die Bewerbung zum FiSi habt bin ich darüber natürlich auch sehr dankbar!

PS: Ich werde mich in den nächsten Wochen darum bemühen, ein Praktikum in dem Bereich zu machen. Sollte das allerdings nicht so schnell klappen, würde ich gerne versuchen mich ohne Praktikum bei den Firmen zu bewerben.

 

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1 Ich würd die Arbeit im Einzelhandel hervorheben weil Kundenkontakt und das wird dir auch als Fisi begegnen. 2. Dein Studium bringt dir keine immensen fachlichen Vorteile, ich denke aber dass du schon selbständiger , reifer etc bist als ein Abiturient und das musst du geschickt verkaufen. 3.beeile dich, wenn du dieses Jahr nich anfangen willst.

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Im Anschreiben (falls erforderlich) würde ich kurz erwähnen, dass du mit Start der Praxisphase gemerkt hast, dass es nicht passt. Nicht jedem Personalmensch ist bewusst, dass man im Lehramt nur sehr wenige Praxisphasen hat und dementsprechend auch häufiger erst sehr spät (im Master oder im Ref) merkt, dass es ganz anders ist als man gedacht hat. Daher würde ich das kurz erwähnen, da man sich ansonsten durchaus die Frage stellen kann, warum einer bis zum Master wartet bis ihm einleuchtet, dass es eine falsche Entscheidung war mit dem Lehramt.

Dir muss auch klar sein, dass du trotz B.Ed. in der Hierarchie bei 0 anfängst. Das ist für manche schwieriger zu ertragen, wenn sie trotz Studienabschluss noch eine Ausbildung starten. 

Was du allerdings tun kannst, ist die Ausbildung zu verkürzen, sofern du dich reinhängst. Also anstatt 3J, auf 2J runtergehen und bei guten Noten in der Berufsschule nochmal um 6 Monate verkürzen. 

Das heißt, überlege dir für dich, ob du einen 3-jährige Ausbildung verkürzen könntest (kognitiv/finanziell) und falls ja, wäre das ein Punkt, den du direkt auf den Tisch legen solltest im Gespräch. Nicht jede Firma möchte das. Im Vorstellungsgespräch könntest du versuchen auf deine Stärken hinzuweisen. Gerade englisch ist sehr wichtig im Informatikumfeld und so mancher Azubi besitzt größere Probleme damit. Auch würde ich erwähnen, dass du eben nicht zu den 99% der Studies gehörst, die abgebrochen haben, sondern einen Abschluss erworben hast (auch wenn der B.Ed. absolut nichts wert ist und zu nichts berechtigt, aber das wissen die Personalmenschen i.d.R. nicht, da sie nicht aus dem Bereich kommen). 

Solltest du gute Noten in der Uni gehabt haben, kann man diese auch beilegen.

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Praktikumssuche

 

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vor 19 Stunden schrieb imagination_43:

1. Was packe ich in meinen Lebenslauf, ... ? Insbesondere dann, wenn kein Anschreiben gewünscht ist? ....

Wie die Vorredner schon gesagt haben, sollte dein Lebenslauf deinen tatsächlichen Karrierepfad wiederspiegeln.

Relevante Aspekte wie Einzelhandel, Kundenkontakt usw. kannst du als einen zusammengfassten Stichpunkt schon nennen, so als wenn du dich in einem 1 Minuten Pitch im Vorstellungsgespräch vorstellst.

Falls kein Anschreiben gewünscht ist, würde ich die aktuelle Umorientierungsphase als Punkt im Lebenslauf festhalten.

"2023 - Nach erfolgreichem Praxissemester: Pausierung des laufenden Studiums zur Neuorientierung der beruflichen Ausrichtung hin zur IT Branche "

Darunter kannst du auch dann deine Praktika später zusammen führen.

...........

 

 

vor 19 Stunden schrieb imagination_43:

1. Was packe ich in meinen Lebenslauf, damit ich gut ankomme?

 

Da dieser zentrale Punkt noch nicht aufgeführt wurde.

Natürlich werden Leute händeringend gesucht, aber egal wie du es drehst und wendest ist deine Neuausrichtung eine 360° Wende.

"ich was technisches machen möchte" heißt nicht, dass du mit der immer komplexeren Technik klar kommst und dafür geeignet bist. 

Bitte mache dir klar, dass ab und zu mal einen Treiber installieren, oder ab und an eine Grafikkarte austauschen nur die oberste Spitze eines riesigen Eisbergs ist. - Vergleichbar mit dem Lehrerberuf, wo die 45 Minuten aktiven Unterricht ja nur den Sichtbaren Teil darstellen und intensive Vor-und Nacharbeiten notwendig sind.

Neben dem Praktikum würde ich dir daher dazu raten ein oder zwei private IT Projekte aufzusetzen und selber mal ausprobieren, ob das etwas für dich ist. - Selbstständiges Erarbeiten von Problemlösungen ist ein Must-Have in unserer Branche. Ideen und Hilfe dazu findest du hier im Forum.🙂

 

 

 

 

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vor 21 Stunden schrieb imagination_43:

und merke jetzt doch sehr schnell und sehr eindrucksvoll während des Praxissemesters, dass ich nicht Lehrer werden möchte

warum?

vor 21 Stunden schrieb imagination_43:

und in eine komplett andere Richtung gehen will.

warum ?

vor 21 Stunden schrieb imagination_43:

da ich in meiner freien Zeit sehr gerne an Computern schraube

halte ich für eine einigermaßen dümmliche Motivation, vor allem für einen Akademiker ! Hint: es gibt viele Fachinformatiker , die das gar nicht machen (ich vertrete die etwas "ketzerische" Ansicht, das sind die besseren!)

vor 21 Stunden schrieb imagination_43:

Was packe ich in meinen Lebenslauf, damit ich gut ankomme?

ein Lebenslauf ist ein chronologisches Dokument. Da du noch keine Berufserfahrung hast, packst du da besuchte Schulen und (in deinem Fall) die Universitätszeit mit Abschluss rein. Ziel ist es zu verhindern, dass Personaler auf die Idee kommen könnten, du wärest zu irgendeiner Zeit im Gefängnis gesessen oder hättest mit Drogen gedealt.

vor 21 Stunden schrieb imagination_43:

2. Welche Zeugnisse gebe ich mit?

ALLE (außer Grundschule)

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vor 12 Stunden schrieb Wissenshungriger:

180° trifft es wohl eher 🤓

😅

Spaß beiseite, ich meinte das schon genau so.

Abweichend von der gegebenen Situation hin zu einem fiktiven Beispiel: Würde sich jemand aus der Berufsgruppe Ernährungslehre (Personal Trainer oder so) nun für die IT bewerben, dann ist das thematisch so weit weg... das es ein komplett anderes Skill- und Mindset erfordert. Das ist so weit weg, dass ich sogar ernsthaft anzweifele, dass man überhaupt eingeladen wird.

Bildlich gesprochen: Das Boot A "Ernährungslehre" muss erst einen Hafen ansteuern und man ist mit dem neuen IT Schiff in 3 Jahren genau an der selben Ausbildungsstand wie jetzt (also im Kreis gefahren).

EDIT: Wo ein Wille ist, da kann man auch einen Weg schaffen. Aber der TE sollte wirklich sicher sein, dass es auch in der IT nicht einfach ist. 

Bearbeitet von kylt
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vor 17 Minuten schrieb be98:

Die Person bewirbt sich aber für eine Ausbildungstelle und nicht für eine Andtellung. Es dürfte klar sein, dass man da von 0 anfängt. 

Ich bin hin und wieder bei BewerberIn Auswahlen für Azubis mit beteiligt und das sind schon die, die von der HR nicht vorgefiltert werden.  

Grundtenor ist und bleibt, man möchte die Leute gerne fördern, aber ein gewisses Grundpotential zur Förderung muss vorhanden sein. Ein vermeintliches Beispiel, welche Probleme auftreten können wenn das Potential der Person seitens AG nicht erfolgreich gefördert wird, wurden zufälligerweise parallel diskutiert. https://www.fachinformatiker.de/topic/174868-hoffnungsloser-fall/

So gesehen schauen wir auch genau darauf, ob man Leute überhaupt für diesen Beruf ausbilden kann. - Da fällt dann auch mit ins Gewicht, was man vorher gemacht hat.

Anderer Ausbildungsberuf, aber im Prinzip hatten wir genau den Fall, dass die Person MediengestalterIn werden wollte und vorher auch das Studium abgebrochen hat. Ende vom Lied Ausbildung nach 2 Jahren abgebrochen, weil "man es sich anders vorgestellt hat". Da schaut man dann auf solche Fälle besonders genau drauf [EDIT] also welche Motivation hinter der Bewerbung steckt und ob man diese schon vor der Ausbildung einschätzen kann [EndEdit] und -leider- verliert man dadurch auch gute KandidatInnen

Bearbeitet von kylt
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