vor 10 Stunden10 h Hallo zusammen,aktuell überlege ich gerade, das Referendariat abzubrechen für eine berufliche Umorientierung.Das bringe ich mit:* Vier Jahre Berufserfahrung im Energiesektor (Controlling, Kundenservice)* Bachelor im Wirtschaftsingenieurswesen* Staatsexamen Lehramt (Informatik/Wirtschaft)* Verschiedene Tätigkeiten in Nebenjobs und Praktika* 2 Jahre Tätigkeit im SchulwesenNachdem ich meine Stelle in der Industrie verloren hatte, war ich damals unschlüssig, wie es weitergehen soll, und hab ein Lehramtsstudium nachgeschoben. Die Entscheidung für das Fach Informatik viel dabei neben meinem Interesse am Fach aber auch, weil ich mir mit einem Auge auch Karriereoptionen außerhalb des Schulwesens im Blick behalten wollte. Das IT-Studium und -Examen in Bayern waren beileibe kein Spaziergang, und nun würde ich gerne Kapital daraus schlagen. Aber praktisch gearbeitet habe ich damit eben noch nicht.Ich bin relativ offen bezüglich Branchen, von meinem persönlichen Interesse zieht es mich aber am meisten in die Branchen Infrastruktur und Energie. Mein Interesse geht ganz klar in in Richtung Linux. Aktuell strebe ich eine Zertifizierung mit LPIC-1 und Open Source Essentials an, danach auch gern LPIC-2. Welche Tätigkeit es genau werden soll -ob Systemadministrator oder Systemingieur, etc. – kann ich Stand jetzt noch nicht zweifelsfrei beantworten, das muss ich für mich noch besser sondieren. Sehr spannend (und auch sinnstiftend) klingt für mich bpsw. IT-Sicherheit. Ich sehne mich sehr nach einer Remote- oder Hybrid-Stelle. Zum einen, weil ich einfach gern ortsunabhängig arbeiten und aus einem breiteren Stellenmarkt schöpfen können möchte. Zum anderen, weil ich aus meiner früheren Erfahrung in der Industrie weiß, dass für mich persönlich die Arbeit in einem Büro nicht unbedingt produktivitätsfördernd ist.Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ich die Aussicht auf A13, drei Monate Ferien im Jahr und eine sichere und unbefristete Stelle nicht einfach mal eben so an den Nagel hängt. Jenseits davon hat der Lehrerberuf hat für mich allerdings stark an Attraktivität eingebüßt. Ja, ich rede von Referendariat abbrechen, nicht von abschließen und dann weiterschauen. Aber um das zu erörtern, müsste ich jetzt etwas weiter ausholen. Allerdings bieten ja auch längst nicht alle Industriejobs rosige Perspektiven, inbesondere vor dem Hintergrund von KI. Und was ich gerade wahrnehme, ist, dass der Arbeitsmarkt sehr angespannt ist und sich selbst Leute mit einschlägigem Hintergrund schwer tun.Was würdet ihr mir raten? Ist es angesichts der aktuellen Wirtschaftslage wirklich erstrebenswert, sich mit meinem nicht so geradlinigen Hintergrund diesen Wechsel zu wagen? Ist es realistisch, dass ich mit LPIC-1 oder LPIC-2 und meinem weiteren Hintergrund Fuß fassen kann, und dass man mich ggf. auch Remote einstellt?Was würdet ihr sagen, müsste ich auf dem Weg zu diesem Ziel richtig kalibrieren, damit ich das Ziel erreichen könnte?Viele GrüßeJemand Bearbeitet vor 10 Stunden10 h von Jemand
vor 9 Stunden9 h Hallo Jemand!Wie lange geht denn dein Ref noch? Ursprünglich wollte ich auch mal den Lehrberuf anstreben, was dann aus vielen Gründen umgeplant wurde.Ich würde an deiner Stelle (Arbeitsmarkt!) das Referendariat auf jeden Fall zu Ende führen und dann aus einer sicheren Lehramtsposition überlegen, ob ich mich irgendwo in der freien Wirtschaft bewerben will. Dann hast du eine sichere Stelle und kannst auswählen. Niemand kann jetzt abschätzen, wie schlimm es noch wird und ob der tolle Job, den du jetzt in einer Firma annehmen würdest in 3 Jahren noch existiert oder das Unternehmen. Du kannst dir so dennoch alle Optionen offen halten. Warum hat der Lehrberuf für dich an Attraktivität eingebüßt?LG Venom
vor 5 Stunden5 h Autor Hey Venom, Danke dir für die Einschätzung!Ich wollte das Fass nicht aufmachen, aber ok, ich versuche mich kurz zu fassen.Im Lehramt weiß ich dagegen relativ sicher, dass – selbst wenn ich das Ref schaffe – der Job, den ich annehme, nicht toll sein wird.Ja, das wäre aber wirklich eine Qual, noch übereineinhalb weitere Jahre, und bekanntermaßen sind die Berufseinsstiegjahre nicht viel besser (außer die Bezahlung). Zeitlich werde dabei sicher nicht dazu kommen, mich neben dem ganzen Aufwand auch noch parallel weiterzubilden und zu bewerben, das wird nicht möglich sein. Also gerade ein halbes Jahr ist rum. und das lief nicht so erfolgreich wie erhofft. Es stellen sich mir* Fragen über die Sinnhaftigkeit dieser Funktion (ich kann mich und meine Kollegen dabei häufiger nicht wirklich so ganz ernst nehmen),* ein pessimisitschen Blick auch hier in die Zukunft (Zusammenlegung Realschule/Mittelschule, Einstellungsstopp in Bayern, größere Klassen wegen Personalmangel, Bürokratie), * weil ich die Ortsgebundenheit (teilweise jahrelange Versetzungsantragsgenehmigungen) fürchte* weil mir der Lehrberuf tatsächlich einfach zu chaotisch und belastend ist, zu viel soziale Interaktion mit anstrengenden Menschen, viel Bürokratie,, etc.* weil ich Mitte 30 bin und mit der Umorientierung, sollte sie stattfinden, eigentlich nicht mehr ewig warten wollte oder sollte.Und auch der Lehrberuf gerät unter Beschuss, wenn die Kommunen aufgrund schlechter Konjunktur in Geldprobleme geraten. Das zeigt sich an mangelhafter Ausstattung von Schulen mit Personal und Material, und (wie erwähnt) auch an größer werdenden Klassen.Ich dachte mir: dann lieber nochmal reinklotzen und etwas wirklich sinnvolles machen, etwa IT-Sicherheit. Soweit meine Überlegungen in Kürze.Liebe Grüße Jemand
vor 4 Stunden4 h Ich fürchte, da werden dir Zertifikate nicht helfen, bzw. bist du, falls du so einen Job bekommst im Zweifelsfall als erster ebenjenen wieder los, wenn die Firma in holpriges Fahrwasser kommt. Habe nicht das Gefühl, daß der Markt bald besser wird, eher schlechter. Und auch, wenn es grad eine miese Durststrecke ist, hast du gerade etwas ziemlich sicheres, wenn du es durchziehst. Eigentlich haben sie überall zu wenige Lehrer. Das mit der Zuweisung/Ortsgebundenheit ist halt leider dem Lehrerberuf innert in unserem System (So du an staatlichen Schulen unterrichtest). Im Moment einfach nur den sprichwörtlichen Arsch an die Wand bekommen und in dem, was man tut, maximalmöglich gut sein.LG
vor 4 Stunden4 h Hmm ich gebe folgendes zu Bedenken, du sagst A13 mit Erfahrung, das sind wieviel ? 5-6500 Euronen? In der IT wärst du Anfänger, der Markt dafür ist gerade schwierig , da wirst du wohl hoch wahrscheinlich erstmal nicht das selbe verdienen. Wenn du nichts zu verlieren hast und du das unbedingt machen willst gogo! Wenn du Familie, Verantwortung hast , lass es bleiben ! So würde ich denken.
vor 3 Stunden3 h Ich würde sagen, in der Wirtschaft wartet aktuell niemand auf dich. Zumal Wechsel Industrie, Staat, Industrie nicht so gut ankommt. Für ein ähnliches Gehalt wirst du auch einige Jahre Gas geben müssen. Vermutlich würden viele gerne mit dir tauschen.Aber: Du hast keinen Druck und kannst einfach deinen Marktwert einfach mal antesten.
vor 42 Minuten42 min Autor vor 2 Stunden, sylenz hat gesagt:Ich würde sagen, in der Wirtschaft wartet aktuell niemand auf dich.Wenn man sich anschaut, wie man im Referendariat behandelt wird, dann wird auch im Schulwesen Neuankömmlingen keineswegs der rote Teppich ausgerollt. Gesetzt den Fall, ich schaffe das Referendariat: anscheinend können auch aufgrund von klammer Finanzlage trotz Lehrermangels nicht mehr allen Absolventen Planstellen angeboten werden.vor 2 Stunden, sylenz hat gesagt:Zumal Wechsel Industrie, Staat, Industrie nicht so gut ankommt.Kannst du das ein bisschen genauer erklären? Mich würden die Gründe interessieren. Ich weiß, zwischen der Arbeitswelt beim Staat und in der Industrie liegen Welten. Aber ich würde es gern relativieren: Immerhin habe ich gearbeitet, und war nicht langzeitarbeitslos oder habe vor mich hin studiert.vor 2 Stunden, sylenz hat gesagt:Für ein ähnliches Gehalt wirst du auch einige Jahre Gas geben müssen.Mir geht es nicht um das große Geld. Aber um Flexibilität (zum Beispiel Home Office), und um ein Arbeitsumfeld jenseits des Schulwesens (das Schulwesen ist eben einfach nicht wirklich ein attraktiver Arbeitsplatz).vor 2 Stunden, sylenz hat gesagt:Vermutlich würden viele gerne mit dir tauschen.Wer mit mir tauschen möchte, der soll es gern mal ausprobieren und ins Referendariat quereinsteigen. Und dann sprechen wir gern nochmal darüber, ob wir tauschen möchten.vor 3 Stunden, VenomVelvet hat gesagt:Ich fürchte, da werden dir Zertifikate nicht helfenAngenommen, ich wage den Umstieg: was soll ich denn sonst machen? Ich kann ja nicht einfach Berufserfahrung herbeizaubern. :-/Noch eine Frage an euch:Inwieweit ist die aktuelle EInstellungssituation wirklich KI-bedingt? Ist nicht vieles davon auch "AI Washing" infolge schlechter Konjunktur und post-pandemischem Personalüberhangs? Oder erlebt ihr tatsächlich, dass man eure Kollegen entlässt, weil sie durch KI wegoptimiert wurden?Liebe GrüßeJemand Bearbeitet vor 24 Minuten24 min von Jemand
Erstelle ein Konto oder melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.