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Wie baue ich richtig ein "Homelab" zum privaten Üben auf für die FISI Ausbildung die im August beginnt?

Empfohlene Antworten

Hallo,

ich bin 32 Jahre alt und habe nochmal das finanzielle Glück eine 2te Ausbildung in der IT zu machen (war vorher in der Gastro tätig) und zwar im Öffentlichen Dienst.

Ich lese oft (zum Bsp auf Reddit) das viele sagen man sollte sich ein "Homelab" aufbauen zum üben.
Wie gehe ich das am besten an? Als jemand der sich damit nicht auskennt. Ich bin sowas von Motiviert und bereit neben der Ausbildung mich zu bilden.

Eine weitere Frage: Sollte ich mich jetzt schon stressen, falls ich nicht übernommen werde? Man hört und liest ja das es schwer ist für Einsteiger in einen Job zu kommen? Da denke ich jetzt natürlich auch schon teils dran wenn ich mit ca 35 dann fertig bin..

Vielen dank vorab für eure Hilfe!

Bearbeitet von ElGerdos

Gelöst von awawa

Homelab gibt es in allen möglichen Abstufungen, manche kaufen sich extra Hardware, oder du machst es halt virtuell. Sprich du installierst dir einen Virtualisierungsdienst auf deinem PC, z.B. VirtualBox oder Hyper-V, ist beides kostenlos. Dort erstellst du dir dann virtuelle Maschinen (VMs) mit einem Betriebssystem deiner Wahl und testest auf denen was du halt testen möchtest. Bei komplexeren Szenarien mit mehreren VMs musst du darauf achten, dass deine physikalische Kiste genug Arbeitsspeicher (RAM) hat. CPU und GPU sind zweitrangig.

Am 24.7.2026 um 23:48, ElGerdos hat gesagt:

Eine weitere Frage: Sollte ich mich jetzt schon stressen, falls ich nicht übernommen werde? Man hört und liest ja das es schwer ist für Einsteiger in einen Job zu kommen?

Übernahme im ÖD ist ja etwas komplexer als in der Privatwirtschaft, wo ein Chef meist relativ selbstständig und nach Bedarf entscheiden kann. Kannst ja mal schauen, welche und wieviele Vollzeitstellen dein Arbeitgeber anbietet.
Zu der Frage: ich würde sagen, dass es darauf ankommt, wie die Ausbildung aufgebaut ist. Hast du verschiedene Teams in denen du arbeiten wirst? Zum Beispiel mal bei den Netzwerkern, mal im Support, mal bei denen, die sich mit Programmierung/Softwareentwicklung beschäftigen? Dann hast du in der Ausbildung die tolle Möglichkeit ein Praktikum in jedem Bereich zu machen und einfach mal zu schauen, was dir liegt. Bewerben würde ich mich nicht vor dem Beginn des 3. LJs ehrlich gesagt.

Ich würde mir erstmal keine Gedanken machen, da du in einer Ausbildung und keiner Umschulung bist. Dazu noch im öffentlichen Dienst, dass hat sein eigenes Tempo und die Ausbildung sorgt dafür das weniger in Eigenregie machen musst.

Am 24.7.2026 um 23:48, ElGerdos hat gesagt:

Sollte ich mich jetzt schon stressen, falls ich nicht übernommen werde? Man hört und liest ja das es schwer ist für Einsteiger in einen Job zu kommen?

Nein, du hast noch drei Jahre bis zum Ende der Ausbildung. Dadurch, dass es der öffentliche Dienst wird da recht langfristig geplant und du kannst zum Ende des zweiten Jahres einfach mal Fragen ob für dich eine Stelle geplant ist oder nicht.

Am 24.7.2026 um 23:48, ElGerdos hat gesagt:

Ich lese oft (zum Bsp auf Reddit) das viele sagen man sollte sich ein "Homelab" aufbauen zum üben.
Wie gehe ich das am besten an? Als jemand der sich damit nicht auskennt.

Ich würde ganz am Anfang anfangen, und wie @Dakta gesagt hat mir einen Virtualisierungs ala Virtualbox installieren und mal testen wie man einen PC aufsetzt. Dann würde ich mich an der Ausbildung orientieren und immer wenn du etwas vertiefen möchtest es zu hause vertiefen.

vor 7 Stunden, cortez hat gesagt:

Nein, du hast noch drei Jahre bis zum Ende der Ausbildung. Dadurch, dass es der öffentliche Dienst wird da recht langfristig geplant und du kannst zum Ende des zweiten Jahres einfach mal Fragen ob für dich eine Stelle geplant ist oder nicht.

also zumindest hier in meiner Gegend bildet der öffentliche Dienst aus, da er Vorgaben hat, das zu tun. Übernimmt dann aber zu 0%, da Einstellungsstopp. Dabei ist es auch völlig unerheblich, wie gut der/diejenige ist.

@Threadersteller: Du machst wirklich eine Ausbildung (3 Jahre, Berufsschule) und nicht eine Umschulung?

  • Autor
vor 10 Minuten, VenomVelvet hat gesagt:

also zumindest hier in meiner Gegend bildet der öffentliche Dienst aus, da er Vorgaben hat, das zu tun. Übernimmt dann aber zu 0%, da Einstellungsstopp. Dabei ist es auch völlig unerheblich, wie gut der/diejenige ist.

@Threadersteller: Du machst wirklich eine Ausbildung (3 Jahre, Berufsschule) und nicht eine Umschulung?

Ja eine Auabildung, da ich eine Umschulung nicht bezahlt bekomme und Ausbildung ja auch manchmal "besser" angesehen wird von dem was man so liest..

  • Lösung
Am 24.7.2026 um 23:48, ElGerdos hat gesagt:

Hallo,

ich bin 32 Jahre alt und habe nochmal das finanzielle Glück eine 2te Ausbildung in der IT zu machen (war vorher in der Gastro tätig) und zwar im Öffentlichen Dienst.

Ich lese oft (zum Bsp auf Reddit) das viele sagen man sollte sich ein "Homelab" aufbauen zum üben.
Wie gehe ich das am besten an? Als jemand der sich damit nicht auskennt. Ich bin sowas von Motiviert und bereit neben der Ausbildung mich zu bilden.

Eine weitere Frage: Sollte ich mich jetzt schon stressen, falls ich nicht übernommen werde? Man hört und liest ja das es schwer ist für Einsteiger in einen Job zu kommen? Da denke ich jetzt natürlich auch schon teils dran wenn ich mit ca 35 dann fertig bin..

Vielen dank vorab für eure Hilfe!

Die Idee mit dem Homelab ist super. Ein paar Möglichkeiten, wie du anfangen kannst:

  • Beim Netzwerken braucht es zunächst etwas Theorie, bevor man sinnvoll praktisch loslegt. Auf Udemy gibt es gute CCNA-Kurse. Die gehen zwar deutlich tiefer, als du am Anfang brauchst, aber du kannst sie Schritt für Schritt durcharbeiten. Lern erst einmal das OSI-Modell, TCP/IP, DHCP, DNS, VLANs und später Subnetting.

  • Parallel dazu würde ich dir einen kleinen Wireshark-Kurs empfehlen. Die gibt es bei Udemy oft schon für 10–15 Euro. Damit kannst du dein eigenes Netzwerk analysieren, Pakete mitschneiden und bekommst ein Gefühl dafür, wie IPv4, TCP und UDP funktionieren und was mit Encapsulation gemeint ist.

  • Außerdem kann ich Jeremy's IT Lab auf YouTube sehr empfehlen. Sein CCNA-Kurs ist kostenlos und wirklich hervorragend, allerdings auf Englisch und ziemlich dicht. Ich würde persönlich erst einen langsameren deutschen Kurs machen und anschließend vieles bei Jeremy wiederholen. Wenn dein Englisch gut ist, kannst du natürlich auch direkt dort einsteigen. Hol dir am besten ein grosses Notizbuch und fang einfach an, alles aufzuschreiben was du lernst. Alternativ: Obsidian.

  • Damit bist du locker zwei bis drei Monate nebenbei beschäftigt. Anschließend kannst du mit den Labs von Jeremy zu Cisco Packet Tracer deine ersten Netzwerke bauen. Packet Tracer ist kostenlos und simuliert Router, Switches und alles drumrum.. dafür brauchst du keinerlei Hardware.

  • Zertifikatstechnisch wäre das CCST (Cisco Certified Support Technician) ein guter erster Meilenstein. Das Niveau passt ungefähr zu dem, was viele IT-Azubis im ersten Ausbildungsjahr lernen. Falls du gerne mit Büchern arbeitest, kann ich das CCST Cisco Certified Support Technician Study Guide von Todd Lammle empfehlen. Es ist etwas umfangreicher und kostet rund 40 €, erklärt aber gerade Themen wie Subnetting sehr verständlich. Pflicht ist das Buch aber nicht.

  • Als Nächstes würde ich mich in Linux einarbeiten. Starte am besten mit einer virtuellen Maschine auf deinem Rechner. Wenn du später ein richtiges Homelab möchtest, bekommst du für 150–200 € schon einen gebrauchten Dell OptiPlex oder irgendwas von Lenovo. Darauf kannst du Proxmox installieren und mehrere Linux VMs betreiben. Mit Tailscale kannst du später von überall per SSH darauf zugreifen ohne krasses Setup. Ich selbst habe mit Debian angefangen und mich bei vielen Fragen einfach von GPT durchlotsen lassen.

  • Und zum Schluss noch etwas fürs Handwerk: Richte dir eine vernünftige Terminal-Umgebung ein. Ich nutze auf macOS Ghostty und tmux. Lern dich sicher im Terminal zu bewegen, nano zu benutzen, Benutzer anzulegen, Dateirechte zu verstehen, Aliases einzurichten und generell Spaß am Konfigurieren zu entwickeln. Mach das ganze bunt und spannend und du wirst super viel lernen.

Mit diesem Setup kannst du unglaublich viel machen. Ich würde den Weg über die Theorie gehen und relativ früh parallel eine Linux VM aufsetzen. Wenn später etwas Budget da ist, hol dir einen kleinen Mini PC und fang an, Linux VMs sowie Docker Container darauf laufen zu lassen. So lernst du Netzwerk, Linux, Virtualisierung und Container gleichzeitig. Am Ende ist das super basic aber du wirst viele Aha- und Klickmomente erleben.

Have fun!

Was ich noch sagen wollte: Ich würde mich damit aktuell überhaupt nicht stressen. Du fängst die Ausbildung gerade erst an. Wenn du die drei Jahre nutzt, dir ein solides Fundament aufbaust, später vielleicht den CCNA machst und dir nebenbei ein kleines Homelab aufbaust, bist du zum Ende der Ausbildung wahrscheinlich besser aufgestellt als viele andere Berufseinsteiger. Ob du übernommen wirst, kannst du im zweiten oder dritten Lehrjahr immer noch mit deinem Arbeitgeber besprechen. Im Moment würde ich die Energie lieber ins Lernen investieren.

Ich selber bin 37 und habe gerade das erste Ausbildungsjahr abgeschlossen. Bisher sehe ich mein Alter überhaupt nicht als Nachteil. Im Gegenteil: Ich habe den Eindruck, dass mir meine bisherige Berufs- und Lebenserfahrung stark hilft. Ich lerne vieles recht schnell, baue mir für neue Themen direkt eigene Systeme und versuche, das Gelernte immer praktisch anzuwenden. Im Betrieb werde ich deshalb auch nicht wie der klassische Azubi behandelt, sondern eher wie ein Junior, dem einfach noch das fachliche Wissen und die Erfahrung fehlen.

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