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Dragonstar

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  1. Like
    Dragonstar hat eine Reaktion von Fortschreitender erhalten in Fortbildung in SAP V2   
    Ich habe eine Umschulung gemacht (Berlin) und werde nach meinem Pflichtpraktikum im Februar im SAP Support übernommen. Der Unterschied zwischen einem SAP Berater und einem SAP Support Berater ist (zumindest in meinem Unternehmen) derjenige, dass die Berater den Kundenkontakt im Hinblick auf die Einführung, Wartung und Entwicklung neuer Produkte führen und eben auch Umsätze generieren, während die SAP Support Consultants auf technischer Ebene die Einführung/Wartung tatsächlich durchführen bzw. unterstützen (und die Coder die Entwicklung). Beispielsweise werden Tickets bearbeitet, wenn bei einem Kunden neue User für neue Mitarbeiter angelegt oder ausscheidende Mitarbeiter gelöscht werden sollen, etc..

    Diese Tätigkeit ist nicht so hochwertig wie der eines Consultants oder eines Entwicklers und dementsprechend niedriger entlohnt (Support steht in der IT generell am Ende der Nahrungskette), aber dafür kommt man auf eine solche Position auch etwas einfacher als auf die eines SAP Beraters. Und wenn man erst mal Fuß gefasst hat, dann ist, entsprechend eigene Eignung und Initiative vorausgesetzt, die Chance gegeben aufzusteigen und höher entlohnte Tätigkeiten auszuüben, z.B. die eines Beraters, eines Productmanagers, eines Entwicklers, etc.

    Eine Anfrage für SAP Support Consultants spuckt auf stepstone 649 Ergebnisse aus

    https://www.stepstone.de/5/ergebnisliste.html?stf=freeText&ns=1&qs=[{"id"%3A"396035"%2C"description"%3A"SAP+Support+Consultant"%2C"type"%3A"jd"}]&companyID=0&cityID=0&sourceOfTheSearchField=homepagemex%3Ageneral&searchOrigin=Homepage_top-search&ke=SAP+Support+Consultant&ws=&ra=30

    Ich würde es hier parallel zu deiner Weiterbildung mit Bewerbungen versuchen 🙂
  2. Danke
    Dragonstar hat eine Reaktion von Chief Wiggum erhalten in Vom Koch zum Fachinformatiker   
    @pascontz

    Ich habe im Februar meine Umschulung zum FIAE abgeschlossen und kann daher die Basics aufsagen.

    Meine Umschulung hat laut Umschulungsvertrag ca. 23.500,00 Euro gekostet inkl. des neunmonatigen Pflichtpraktikums. Ich hatte das Glück die Umschulung auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Damals war eigentlich mein Plan mir einen Halbtagsjob zu suchen und mir in der übrigen zeit selber das Programmieren beizubringen. Da hat mich meine Betreuerin vom Jobcenter gefragt, ob ich nicht lieber eine Umschulung machen wollte. Ich habe mich kurz informiert (ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, was eine Umschulung ist) und natürlich zugesagt, denn ungefähr dasselbe Einkommen wie mit einem einfachen Halbtagsjob, dafür anerkannter Abschluss und Vollzeitlernen möglich. Förderlich dafür war bei mir der Umstand, dass ich bis dato keinen Abschluss hatte.

    So gut wie niemand finanziert eine Umschulung selber. Daher ist es Voraussetzung, dass du arbeitssuchend bist, wenn du einen sogenannten Bildungsgutschein haben möchtest, der dir die Umschulung finanziert. Dieser Bildungsgutschein ist eine KANN- und KEINE MUSS-Leistung, d.h. du kannst nicht auf Bewilligung eines solchen Bestehen. Jedoch müsste ein Jobcenter eine Ablehnung auch immer begründen, was häufig nicht geschieht.

    Wichtig zu wissen ist der Umstand, dass die Bewilligung eines solchen Bildungsgutscheins abhängt von

    a) der Arbeitsmarktprognose deines bisherigen Abschlusses bzw. deines bisherigen Umfeldes, in welchem du gearbeitet hast. Da die Coronapandemie gerade der Gastronomie schwer zu schaffen macht, kannst du hier sehr gut begründen, weshalb die Jobaussichten momentan aussichtslos und auch zukünftig eher mau sein werden.

    b) vom Etat des für dich zuständigen Jobcenters. Es gibt pro Quartal oder pro halbes Jahr ein gewisses Budget für Bildungsgutscheine. Wenn das Budget ausgeschöpft ist, werden keine vergeben, aber man wird nie diese Begründung angeben, sondern z.B. ausführen, dass auch mit der gewünschten Umschulung die Jobaussichten schlecht blieben. Generell ist es empfehlenswert am Anfang eines Quartals den Antrag zu stellen.

    Während der Umschulung bekommst du entweder ALG1 (falls du direkt vor der Arbeitslosigkeit länger als 1 Jahr gearbeitet hast und deine Arbeitslosigkeit noch nicht länger als 12 Monate andauert) oder ALG2 (mit den Haupterschwernissen wie keine Wirtschaftsgemeinschaft mit genügend verdienender Frau/Partnerin und keinem Vermögen über Höchstgrenze (ich glaube 150 Euro pro Lebensjahr).

    Ansonsten gibt es zur Umschulung nicht so viel zu sagen. Ich war mit meinem Bildungsträger zufrieden, aber generell wirst du keinen Bildungsträger finden, welcher seine Umschüler als Elitestudenten ansieht, daher mache dich darauf gefasst dir viel im Selbststudium beizubringen.

    Wichtiger als der schulische Teil ist das Pflichtpraktikum. Je länger, desto besser. Wenn du hier gute Arbeit leistest, dann ist eine Festanstellung in greifbarer Nähe (ich und mehrere Mitschüler wurden übernommen).

    So, ich habe mal das Wichtigste aufgeschrieben falls eine Umschulung für dich in Frage käme 🙂

     
  3. Like
    Dragonstar hat eine Reaktion von Despacito erhalten in Vorbereitung auf FIAE-Umschulung, aber wie?   
    Ich glaube in Baden-Württemberg wird das ganze in einer Programmiersprache abgefragt. Beim übrigen Bundesgebiet ist es Pseudocode/Struktogramm/Programmablaufplan. Jedoch wurde mir in der Schule gesagt, dass man als Pseudocode auch eine Programmiersprache nach Wahl hinschreiben könnte.

    Abgefragt werden hier nur die Grundprogrammierfunktionen wie Schleifen, Bedingungen, etc., aber dennoch können diese Aufgaben in der Abschlussprüfung recht komplex und knifflig werden.
    Mit was du anfangen möchtest ist natürlich dir überlassen, aber wenn sowohl C# als auch Webdesign (wo Javascript eine große Rolle spielen wird) in der Schule drankommen, würde ich jetzt mit Python beginnen 🙂

    Ich habe eine Umschulung zum FIAE hinter mir, aber mittlerweile mit Programmierung nicht mehr viel zu tun. Bin beruflich jetzt mehr als FISI (SAP Administration/Support) tätig. Mach dir wegen dem "unter einem Hut bekommen" nicht so einen großen Kopf. Du würdest es auch unter einem Hut bekommen, wenn du dich gar nicht vorher mit Programmierung auseinandersetzen würdest.
  4. Like
    Dragonstar hat eine Reaktion von Despacito erhalten in Vorbereitung auf FIAE-Umschulung, aber wie?   
    So sehe ich es auch. Zum Einen würde es etwas langweiliger werden, wenn du die Sprache in groben Zügen schon kennst (in die Tiefe werdet ihr aufgrund der zeitlichen Begrenzung in Java ohnehin nicht eintauchen) und zum Anderen ist es gerade ein Vorteil, wenn du beispielsweise Javascript oder Python schon kennst und dann mit einem anderen Konzept wie in Java konfrontiert wirst. Viele Dinge sind ähnlich (Variablendeklaration, Schleifen, If-Bedingungen, etc.), aber viele Dinge doch anders (Klassen- und Objektkonzept (obwohl dies auch in Javascript und Python problemlos möglich ist), Typangabe bei Variablendeklaration, etc.). Das ist sehr gut für das Gesamtverständnis beim Programmieren. 

    Tief in die Programmierung und Entwicklung wirst du erst im Praktikum einsteigen, wenn du dich mit realen Projekten und Frameworks beschäftigst.

    Daher würde ich dir auch zu Javascript- oder Python anstelle von Java zur Vorbereitung raten.
  5. Danke
    Dragonstar hat eine Reaktion von Chief Wiggum erhalten in Vom Koch zum Fachinformatiker   
    @pascontz

    Ich habe im Februar meine Umschulung zum FIAE abgeschlossen und kann daher die Basics aufsagen.

    Meine Umschulung hat laut Umschulungsvertrag ca. 23.500,00 Euro gekostet inkl. des neunmonatigen Pflichtpraktikums. Ich hatte das Glück die Umschulung auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Damals war eigentlich mein Plan mir einen Halbtagsjob zu suchen und mir in der übrigen zeit selber das Programmieren beizubringen. Da hat mich meine Betreuerin vom Jobcenter gefragt, ob ich nicht lieber eine Umschulung machen wollte. Ich habe mich kurz informiert (ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, was eine Umschulung ist) und natürlich zugesagt, denn ungefähr dasselbe Einkommen wie mit einem einfachen Halbtagsjob, dafür anerkannter Abschluss und Vollzeitlernen möglich. Förderlich dafür war bei mir der Umstand, dass ich bis dato keinen Abschluss hatte.

    So gut wie niemand finanziert eine Umschulung selber. Daher ist es Voraussetzung, dass du arbeitssuchend bist, wenn du einen sogenannten Bildungsgutschein haben möchtest, der dir die Umschulung finanziert. Dieser Bildungsgutschein ist eine KANN- und KEINE MUSS-Leistung, d.h. du kannst nicht auf Bewilligung eines solchen Bestehen. Jedoch müsste ein Jobcenter eine Ablehnung auch immer begründen, was häufig nicht geschieht.

    Wichtig zu wissen ist der Umstand, dass die Bewilligung eines solchen Bildungsgutscheins abhängt von

    a) der Arbeitsmarktprognose deines bisherigen Abschlusses bzw. deines bisherigen Umfeldes, in welchem du gearbeitet hast. Da die Coronapandemie gerade der Gastronomie schwer zu schaffen macht, kannst du hier sehr gut begründen, weshalb die Jobaussichten momentan aussichtslos und auch zukünftig eher mau sein werden.

    b) vom Etat des für dich zuständigen Jobcenters. Es gibt pro Quartal oder pro halbes Jahr ein gewisses Budget für Bildungsgutscheine. Wenn das Budget ausgeschöpft ist, werden keine vergeben, aber man wird nie diese Begründung angeben, sondern z.B. ausführen, dass auch mit der gewünschten Umschulung die Jobaussichten schlecht blieben. Generell ist es empfehlenswert am Anfang eines Quartals den Antrag zu stellen.

    Während der Umschulung bekommst du entweder ALG1 (falls du direkt vor der Arbeitslosigkeit länger als 1 Jahr gearbeitet hast und deine Arbeitslosigkeit noch nicht länger als 12 Monate andauert) oder ALG2 (mit den Haupterschwernissen wie keine Wirtschaftsgemeinschaft mit genügend verdienender Frau/Partnerin und keinem Vermögen über Höchstgrenze (ich glaube 150 Euro pro Lebensjahr).

    Ansonsten gibt es zur Umschulung nicht so viel zu sagen. Ich war mit meinem Bildungsträger zufrieden, aber generell wirst du keinen Bildungsträger finden, welcher seine Umschüler als Elitestudenten ansieht, daher mache dich darauf gefasst dir viel im Selbststudium beizubringen.

    Wichtiger als der schulische Teil ist das Pflichtpraktikum. Je länger, desto besser. Wenn du hier gute Arbeit leistest, dann ist eine Festanstellung in greifbarer Nähe (ich und mehrere Mitschüler wurden übernommen).

    So, ich habe mal das Wichtigste aufgeschrieben falls eine Umschulung für dich in Frage käme 🙂

     
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    Dragonstar reagierte auf Visar in Umschulung, Zwischenprüfung nicht bestehen   
    In meinem Umschulungsvertrag stand eigentlich auch 'ne Zwischenprüfung drin.
    Dann hat aber die IHK dazwischen gegrätscht, so wie hier 2019 in (Ost-)Westfalen:
    https://www.westfalen-blatt.de/OWL/Kreis-Paderborn/Paderborn/3936290-IHK-laesst-Auszubildende-aus-Kostengruenden-nicht-zur-Zwischenpruefung-zu-Umschuelern-entgeht-1000-Euro-Praemie
  7. Like
    Dragonstar hat eine Reaktion von valentinsdq erhalten in Vorbereitung auf FIAE-Umschulung, aber wie?   
    Generell empfehle ich immer einen Kurs auf Udemy im Sale. Bei Java ist dort komischerweise die Auswahl an guten Kursen ziemlich eingeschränkt, sowohl deutsch- als auch englischsprachig.

    Ich würde einen Web Development oder einen Javascriptkurs kaufen, da hier sehr gute deutsch- und englischsprachige (in englisch sogar exzellente) Kurse existieren, z.B.

    deutschsprachig (Auszug)

    https://www.udemy.com/course/der-ultimative-javascript-komplettkurs/ (Javascript)

    https://www.udemy.com/course/javascript-komplett/ (Javascript)

    https://www.udemy.com/course/webentwicklung/ (Web Development)

    englischspraching (noch kleinerer Auszug)

    https://www.udemy.com/course/the-complete-javascript-course/ (Javascript)

    https://www.udemy.com/course/modern-javascript/ (Javascript)

    https://www.udemy.com/course/the-complete-web-development-bootcamp/ (Web Development)

    https://www.udemy.com/course/the-web-developer-bootcamp/ (Web Development)

    Für Python gibt es auch exzellente Kurse

    https://www.udemy.com/course/the-modern-python3-bootcamp/ (englisch)
    https://www.udemy.com/course/python-bootcamp/ (deutsch)
    Wie gesagt, immer im Sale kaufen, welcher alle paar Tage stattfindet und nur dem Zweck dient einen Megarabatt vorzugaukeln. Faktisch werden fast alle Udemy Kurse nur zu Sale Preisen (10-13 Euro pro Kurs, manche sehr langen auch für 15) verkauft.
    Habe mir schon das IT-Handbuch für Fachinformatiker besorgt. Gibt es dafür einen „Trick“, wie man damit am besten lernen kann? Diese Multiple-Choice-Übungen am Ende eines Kapitels finde ich persönlich etwas suboptimal fürs Selbststudium, weil es keine „Hausaufgaben“ gibt zur Festigung des Inhalts. Mir fehlt da das Praktische. Gibt es evtl. Übungsaufgaben, die das IT-Handbuch als Grundlage haben oder sehr ähnlich sind?
    Ich fand dieses Handbuch sterbenslangweilig und habe es daher nicht länger als 2 Stunden in meinem Leben angeschaut.
  8. Like
    Dragonstar hat eine Reaktion von valentinsdq erhalten in Vorbereitung auf FIAE-Umschulung, aber wie?   
    Generell empfehle ich immer einen Kurs auf Udemy im Sale. Bei Java ist dort komischerweise die Auswahl an guten Kursen ziemlich eingeschränkt, sowohl deutsch- als auch englischsprachig.

    Ich würde einen Web Development oder einen Javascriptkurs kaufen, da hier sehr gute deutsch- und englischsprachige (in englisch sogar exzellente) Kurse existieren, z.B.

    deutschsprachig (Auszug)

    https://www.udemy.com/course/der-ultimative-javascript-komplettkurs/ (Javascript)

    https://www.udemy.com/course/javascript-komplett/ (Javascript)

    https://www.udemy.com/course/webentwicklung/ (Web Development)

    englischspraching (noch kleinerer Auszug)

    https://www.udemy.com/course/the-complete-javascript-course/ (Javascript)

    https://www.udemy.com/course/modern-javascript/ (Javascript)

    https://www.udemy.com/course/the-complete-web-development-bootcamp/ (Web Development)

    https://www.udemy.com/course/the-web-developer-bootcamp/ (Web Development)

    Für Python gibt es auch exzellente Kurse

    https://www.udemy.com/course/the-modern-python3-bootcamp/ (englisch)
    https://www.udemy.com/course/python-bootcamp/ (deutsch)
    Wie gesagt, immer im Sale kaufen, welcher alle paar Tage stattfindet und nur dem Zweck dient einen Megarabatt vorzugaukeln. Faktisch werden fast alle Udemy Kurse nur zu Sale Preisen (10-13 Euro pro Kurs, manche sehr langen auch für 15) verkauft.
    Habe mir schon das IT-Handbuch für Fachinformatiker besorgt. Gibt es dafür einen „Trick“, wie man damit am besten lernen kann? Diese Multiple-Choice-Übungen am Ende eines Kapitels finde ich persönlich etwas suboptimal fürs Selbststudium, weil es keine „Hausaufgaben“ gibt zur Festigung des Inhalts. Mir fehlt da das Praktische. Gibt es evtl. Übungsaufgaben, die das IT-Handbuch als Grundlage haben oder sehr ähnlich sind?
    Ich fand dieses Handbuch sterbenslangweilig und habe es daher nicht länger als 2 Stunden in meinem Leben angeschaut.
  9. Danke
    Dragonstar hat eine Reaktion von Chief Wiggum erhalten in Vom Koch zum Fachinformatiker   
    Reine Kosten des Umschulungsunternehmens. Mit Regelsatz (432 Euro) + Monatsticket ÖPNV (27,50) + Miete (warm 300) kamen bei mir noch ca. 24 x 760 Euro = 18.240,00 Euro hinzu, also alles in allem über 40.000,00 Euro. Da bin ich wirklich dankbar in einem solch starken Sozialstaat zu leben, aber mit den höheren Steuern, die ich nun den Rest meines Lebens zahlen kann im Vergleich zu Jobs ohne Abschluss, habe ich vor es der Gesellschaft bis zur Rente zurückzuzahlen 🙂

    Noch eine Anekdote zum Bildungsgutschein.

    Am Anfang wurde ich aufgefordert mit bei Bildungseinrichtungen zu informieren und Kostenvorschläge einzuholen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass die Kosten des Bildungsträgers keine Rolle spielen, solange diese konkrete Maßnahme vom Jobcenter zertifiziert ist. Wenn ein Bildungsträger für einen neuen Lehrgang noch keine Maßnahmenummer hat, kann deswegen auch kein Bildungsgutschein ausgegeben werden. 

    Jedoch ist ein einmal ausgehändigter Bildungsgutschein für ALLE Bildungsträger gültig, welche eine zertifizierte Maßnahme im Bereich des ausgehändigten Bildungsgutscheins vorweisen können. Heißt konkret, wenn ein Bildungsgutschein für eine Umschulung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung ausgehändigt wurde, dann nicht nur für das Angebot eines speziellen Anbieters (z.B. desjenigen, welchen der Antragssteller am besten fand oder denjenigen, der die niedrigsten Kosten verursacht und evt. vom Jobcenter präferiert werden würde). Ich weiß es, weil ich ursprünglich einen anderen Bildungsträger ausgewählt hatte, welcher aber leider zwei mal hintereinander nicht die notwendige Teilnehmerzahl zusammenbekam. Als ich meinen Bildungsgutschein abgeben wollte, hat meine Betreuerin die Maßnahmenummer des Bildungsträgers in den Computer eingetragen und ganz erschrocken gesagt, dass diese Maßnahme 34.000,00! Euro kosten würde, also satte 10.000,00 Euro mehr als der Bildungsträger, bei welchem ich die Umschulung letztlich durchgeführt habe.

    Wäre jedoch die notwendige Teilnehmerzahl zusammengekommen, wäre mein Bildungsgutschein auch für den 34.000,00 Euro Bildungsträger gültig gewesen.
  10. Danke
    Dragonstar hat eine Reaktion von Chief Wiggum erhalten in Vom Koch zum Fachinformatiker   
    @pascontz

    Ich habe im Februar meine Umschulung zum FIAE abgeschlossen und kann daher die Basics aufsagen.

    Meine Umschulung hat laut Umschulungsvertrag ca. 23.500,00 Euro gekostet inkl. des neunmonatigen Pflichtpraktikums. Ich hatte das Glück die Umschulung auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Damals war eigentlich mein Plan mir einen Halbtagsjob zu suchen und mir in der übrigen zeit selber das Programmieren beizubringen. Da hat mich meine Betreuerin vom Jobcenter gefragt, ob ich nicht lieber eine Umschulung machen wollte. Ich habe mich kurz informiert (ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, was eine Umschulung ist) und natürlich zugesagt, denn ungefähr dasselbe Einkommen wie mit einem einfachen Halbtagsjob, dafür anerkannter Abschluss und Vollzeitlernen möglich. Förderlich dafür war bei mir der Umstand, dass ich bis dato keinen Abschluss hatte.

    So gut wie niemand finanziert eine Umschulung selber. Daher ist es Voraussetzung, dass du arbeitssuchend bist, wenn du einen sogenannten Bildungsgutschein haben möchtest, der dir die Umschulung finanziert. Dieser Bildungsgutschein ist eine KANN- und KEINE MUSS-Leistung, d.h. du kannst nicht auf Bewilligung eines solchen Bestehen. Jedoch müsste ein Jobcenter eine Ablehnung auch immer begründen, was häufig nicht geschieht.

    Wichtig zu wissen ist der Umstand, dass die Bewilligung eines solchen Bildungsgutscheins abhängt von

    a) der Arbeitsmarktprognose deines bisherigen Abschlusses bzw. deines bisherigen Umfeldes, in welchem du gearbeitet hast. Da die Coronapandemie gerade der Gastronomie schwer zu schaffen macht, kannst du hier sehr gut begründen, weshalb die Jobaussichten momentan aussichtslos und auch zukünftig eher mau sein werden.

    b) vom Etat des für dich zuständigen Jobcenters. Es gibt pro Quartal oder pro halbes Jahr ein gewisses Budget für Bildungsgutscheine. Wenn das Budget ausgeschöpft ist, werden keine vergeben, aber man wird nie diese Begründung angeben, sondern z.B. ausführen, dass auch mit der gewünschten Umschulung die Jobaussichten schlecht blieben. Generell ist es empfehlenswert am Anfang eines Quartals den Antrag zu stellen.

    Während der Umschulung bekommst du entweder ALG1 (falls du direkt vor der Arbeitslosigkeit länger als 1 Jahr gearbeitet hast und deine Arbeitslosigkeit noch nicht länger als 12 Monate andauert) oder ALG2 (mit den Haupterschwernissen wie keine Wirtschaftsgemeinschaft mit genügend verdienender Frau/Partnerin und keinem Vermögen über Höchstgrenze (ich glaube 150 Euro pro Lebensjahr).

    Ansonsten gibt es zur Umschulung nicht so viel zu sagen. Ich war mit meinem Bildungsträger zufrieden, aber generell wirst du keinen Bildungsträger finden, welcher seine Umschüler als Elitestudenten ansieht, daher mache dich darauf gefasst dir viel im Selbststudium beizubringen.

    Wichtiger als der schulische Teil ist das Pflichtpraktikum. Je länger, desto besser. Wenn du hier gute Arbeit leistest, dann ist eine Festanstellung in greifbarer Nähe (ich und mehrere Mitschüler wurden übernommen).

    So, ich habe mal das Wichtigste aufgeschrieben falls eine Umschulung für dich in Frage käme 🙂

     
  11. Like
    Dragonstar reagierte auf eneR in Quereinstieg, Consultant Stelle, oder lieber "Grundlagen" legen?   
    Hast du doch schon.
    Mach dich nicht unglücklich und bleibe bei deiner Entscheidung.
  12. Like
    Dragonstar hat eine Reaktion von bitty erhalten in Vom Koch zum Fachinformatiker   
    Niemals auf die Idee kommen die Umschulungskosten selber zu finanzieren! Besser hartnäckig bleiben und Initiative zeigen, d.h. direkt Bildungsträger in deiner Nähe heraussuchen, Angebote geben lassen und dann ausführlich begründen, weshalb deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit der Umschulung deutlich besser sind als ohne.

    Aber es stimmt schon, dass auch der örtliche Faktor eine Rolle spielt. Ich habe schon oft gehört, dass Berlin, gerade die Problembezirke, ein deutlich höheres Budget für Weiterbildungen und Umschulungen besitzen als ein bayerischer Landkreis, der das Wort Arbeitslosigkeit nur vom Hörensagen kennt.
  13. Like
    Dragonstar hat eine Reaktion von pascontz erhalten in Vom Koch zum Fachinformatiker   
    Noch eine letzte Anmerkung.

    Es muss sowohl beim Bildungsträger als auch bei einem vom Jobcenter beauftragtem Anbieter ein Intelligenztest absolviert werden. Ich fand diesen relativ einfach. Bei guten Ergebnissen empfehlen die Bildungsträger häufig den FIAE, bei weniger guten den FISI oder IT-Kaufmann.

    Der Hammer war, dass sich meine Jobcenterbetreuerin sehr über mein Ergebnis vom vom Jobcenter beauftragtem Institut (dieser Test ist umfangreicher als der der Bildungsträger) gefreut hat, aber dann im Nachgang meinte, dass die Scheine auch dann ausgestellt werden, wenn man schlecht abschneidet
  14. Danke
    Dragonstar hat eine Reaktion von Chief Wiggum erhalten in Vom Koch zum Fachinformatiker   
    Reine Kosten des Umschulungsunternehmens. Mit Regelsatz (432 Euro) + Monatsticket ÖPNV (27,50) + Miete (warm 300) kamen bei mir noch ca. 24 x 760 Euro = 18.240,00 Euro hinzu, also alles in allem über 40.000,00 Euro. Da bin ich wirklich dankbar in einem solch starken Sozialstaat zu leben, aber mit den höheren Steuern, die ich nun den Rest meines Lebens zahlen kann im Vergleich zu Jobs ohne Abschluss, habe ich vor es der Gesellschaft bis zur Rente zurückzuzahlen 🙂

    Noch eine Anekdote zum Bildungsgutschein.

    Am Anfang wurde ich aufgefordert mit bei Bildungseinrichtungen zu informieren und Kostenvorschläge einzuholen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass die Kosten des Bildungsträgers keine Rolle spielen, solange diese konkrete Maßnahme vom Jobcenter zertifiziert ist. Wenn ein Bildungsträger für einen neuen Lehrgang noch keine Maßnahmenummer hat, kann deswegen auch kein Bildungsgutschein ausgegeben werden. 

    Jedoch ist ein einmal ausgehändigter Bildungsgutschein für ALLE Bildungsträger gültig, welche eine zertifizierte Maßnahme im Bereich des ausgehändigten Bildungsgutscheins vorweisen können. Heißt konkret, wenn ein Bildungsgutschein für eine Umschulung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung ausgehändigt wurde, dann nicht nur für das Angebot eines speziellen Anbieters (z.B. desjenigen, welchen der Antragssteller am besten fand oder denjenigen, der die niedrigsten Kosten verursacht und evt. vom Jobcenter präferiert werden würde). Ich weiß es, weil ich ursprünglich einen anderen Bildungsträger ausgewählt hatte, welcher aber leider zwei mal hintereinander nicht die notwendige Teilnehmerzahl zusammenbekam. Als ich meinen Bildungsgutschein abgeben wollte, hat meine Betreuerin die Maßnahmenummer des Bildungsträgers in den Computer eingetragen und ganz erschrocken gesagt, dass diese Maßnahme 34.000,00! Euro kosten würde, also satte 10.000,00 Euro mehr als der Bildungsträger, bei welchem ich die Umschulung letztlich durchgeführt habe.

    Wäre jedoch die notwendige Teilnehmerzahl zusammengekommen, wäre mein Bildungsgutschein auch für den 34.000,00 Euro Bildungsträger gültig gewesen.
  15. Danke
    Dragonstar hat eine Reaktion von FBDIMM erhalten in Quereinstieg, Consultant Stelle, oder lieber "Grundlagen" legen?   
    Ich kann es kurz machen. Ich würde ohne wenn und aber den bereits unterschriebenen Arbeitsvertrag beibehalten und die Consultantstelle nicht in Erwägung ziehen. Grund dafür ist genau das, was du sagst:
    Ich würde genau so eine Arbeitssituation auch um jeden Preis vermeiden wollen. 
    Jedoch muss ich zu meiner Persona auch sagen, dass ich mein ganzes Leben mit wenig Geld gut ausgekommen bin und ich mit meinem Einkommen nur für mich selbst und keine anderen Menschen verantwortlich bin.

    Es gibt zwei Gründe, die für dich für den Consultantjob sprechen könnten:
    1) Die gefällt das Tätigkeitsfeld besser
    2) Das mehr an Gehalt bietet einen hohen Mehrwert, will heißen, dass damit Lebensträume oder die gute Entwicklung anderer Menschen erfüllt werden und nicht, dass man sich Unmengen an nutzlosem (teuren) Schrott anschafft, da ja das hohe Gehalt auch zu etwas Nutze sein soll.
    Ich finde 40.000,00 für die ersten 6 Monate und danach 46.000,00 schon sehr ordentlich, aber das ist natürlich meine subjektive Meinung.
  16. Like
    Dragonstar hat eine Reaktion von bitty erhalten in Vom Koch zum Fachinformatiker   
    Niemals auf die Idee kommen die Umschulungskosten selber zu finanzieren! Besser hartnäckig bleiben und Initiative zeigen, d.h. direkt Bildungsträger in deiner Nähe heraussuchen, Angebote geben lassen und dann ausführlich begründen, weshalb deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit der Umschulung deutlich besser sind als ohne.

    Aber es stimmt schon, dass auch der örtliche Faktor eine Rolle spielt. Ich habe schon oft gehört, dass Berlin, gerade die Problembezirke, ein deutlich höheres Budget für Weiterbildungen und Umschulungen besitzen als ein bayerischer Landkreis, der das Wort Arbeitslosigkeit nur vom Hörensagen kennt.
  17. Danke
    Dragonstar hat eine Reaktion von Chief Wiggum erhalten in Vom Koch zum Fachinformatiker   
    Reine Kosten des Umschulungsunternehmens. Mit Regelsatz (432 Euro) + Monatsticket ÖPNV (27,50) + Miete (warm 300) kamen bei mir noch ca. 24 x 760 Euro = 18.240,00 Euro hinzu, also alles in allem über 40.000,00 Euro. Da bin ich wirklich dankbar in einem solch starken Sozialstaat zu leben, aber mit den höheren Steuern, die ich nun den Rest meines Lebens zahlen kann im Vergleich zu Jobs ohne Abschluss, habe ich vor es der Gesellschaft bis zur Rente zurückzuzahlen 🙂

    Noch eine Anekdote zum Bildungsgutschein.

    Am Anfang wurde ich aufgefordert mit bei Bildungseinrichtungen zu informieren und Kostenvorschläge einzuholen. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass die Kosten des Bildungsträgers keine Rolle spielen, solange diese konkrete Maßnahme vom Jobcenter zertifiziert ist. Wenn ein Bildungsträger für einen neuen Lehrgang noch keine Maßnahmenummer hat, kann deswegen auch kein Bildungsgutschein ausgegeben werden. 

    Jedoch ist ein einmal ausgehändigter Bildungsgutschein für ALLE Bildungsträger gültig, welche eine zertifizierte Maßnahme im Bereich des ausgehändigten Bildungsgutscheins vorweisen können. Heißt konkret, wenn ein Bildungsgutschein für eine Umschulung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung ausgehändigt wurde, dann nicht nur für das Angebot eines speziellen Anbieters (z.B. desjenigen, welchen der Antragssteller am besten fand oder denjenigen, der die niedrigsten Kosten verursacht und evt. vom Jobcenter präferiert werden würde). Ich weiß es, weil ich ursprünglich einen anderen Bildungsträger ausgewählt hatte, welcher aber leider zwei mal hintereinander nicht die notwendige Teilnehmerzahl zusammenbekam. Als ich meinen Bildungsgutschein abgeben wollte, hat meine Betreuerin die Maßnahmenummer des Bildungsträgers in den Computer eingetragen und ganz erschrocken gesagt, dass diese Maßnahme 34.000,00! Euro kosten würde, also satte 10.000,00 Euro mehr als der Bildungsträger, bei welchem ich die Umschulung letztlich durchgeführt habe.

    Wäre jedoch die notwendige Teilnehmerzahl zusammengekommen, wäre mein Bildungsgutschein auch für den 34.000,00 Euro Bildungsträger gültig gewesen.
  18. Danke
    Dragonstar hat eine Reaktion von Chief Wiggum erhalten in Vom Koch zum Fachinformatiker   
    @pascontz

    Ich habe im Februar meine Umschulung zum FIAE abgeschlossen und kann daher die Basics aufsagen.

    Meine Umschulung hat laut Umschulungsvertrag ca. 23.500,00 Euro gekostet inkl. des neunmonatigen Pflichtpraktikums. Ich hatte das Glück die Umschulung auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Damals war eigentlich mein Plan mir einen Halbtagsjob zu suchen und mir in der übrigen zeit selber das Programmieren beizubringen. Da hat mich meine Betreuerin vom Jobcenter gefragt, ob ich nicht lieber eine Umschulung machen wollte. Ich habe mich kurz informiert (ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, was eine Umschulung ist) und natürlich zugesagt, denn ungefähr dasselbe Einkommen wie mit einem einfachen Halbtagsjob, dafür anerkannter Abschluss und Vollzeitlernen möglich. Förderlich dafür war bei mir der Umstand, dass ich bis dato keinen Abschluss hatte.

    So gut wie niemand finanziert eine Umschulung selber. Daher ist es Voraussetzung, dass du arbeitssuchend bist, wenn du einen sogenannten Bildungsgutschein haben möchtest, der dir die Umschulung finanziert. Dieser Bildungsgutschein ist eine KANN- und KEINE MUSS-Leistung, d.h. du kannst nicht auf Bewilligung eines solchen Bestehen. Jedoch müsste ein Jobcenter eine Ablehnung auch immer begründen, was häufig nicht geschieht.

    Wichtig zu wissen ist der Umstand, dass die Bewilligung eines solchen Bildungsgutscheins abhängt von

    a) der Arbeitsmarktprognose deines bisherigen Abschlusses bzw. deines bisherigen Umfeldes, in welchem du gearbeitet hast. Da die Coronapandemie gerade der Gastronomie schwer zu schaffen macht, kannst du hier sehr gut begründen, weshalb die Jobaussichten momentan aussichtslos und auch zukünftig eher mau sein werden.

    b) vom Etat des für dich zuständigen Jobcenters. Es gibt pro Quartal oder pro halbes Jahr ein gewisses Budget für Bildungsgutscheine. Wenn das Budget ausgeschöpft ist, werden keine vergeben, aber man wird nie diese Begründung angeben, sondern z.B. ausführen, dass auch mit der gewünschten Umschulung die Jobaussichten schlecht blieben. Generell ist es empfehlenswert am Anfang eines Quartals den Antrag zu stellen.

    Während der Umschulung bekommst du entweder ALG1 (falls du direkt vor der Arbeitslosigkeit länger als 1 Jahr gearbeitet hast und deine Arbeitslosigkeit noch nicht länger als 12 Monate andauert) oder ALG2 (mit den Haupterschwernissen wie keine Wirtschaftsgemeinschaft mit genügend verdienender Frau/Partnerin und keinem Vermögen über Höchstgrenze (ich glaube 150 Euro pro Lebensjahr).

    Ansonsten gibt es zur Umschulung nicht so viel zu sagen. Ich war mit meinem Bildungsträger zufrieden, aber generell wirst du keinen Bildungsträger finden, welcher seine Umschüler als Elitestudenten ansieht, daher mache dich darauf gefasst dir viel im Selbststudium beizubringen.

    Wichtiger als der schulische Teil ist das Pflichtpraktikum. Je länger, desto besser. Wenn du hier gute Arbeit leistest, dann ist eine Festanstellung in greifbarer Nähe (ich und mehrere Mitschüler wurden übernommen).

    So, ich habe mal das Wichtigste aufgeschrieben falls eine Umschulung für dich in Frage käme 🙂

     
  19. Danke
    Dragonstar hat eine Reaktion von Chief Wiggum erhalten in Vom Koch zum Fachinformatiker   
    @pascontz

    Ich habe im Februar meine Umschulung zum FIAE abgeschlossen und kann daher die Basics aufsagen.

    Meine Umschulung hat laut Umschulungsvertrag ca. 23.500,00 Euro gekostet inkl. des neunmonatigen Pflichtpraktikums. Ich hatte das Glück die Umschulung auf dem Silbertablett serviert zu bekommen. Damals war eigentlich mein Plan mir einen Halbtagsjob zu suchen und mir in der übrigen zeit selber das Programmieren beizubringen. Da hat mich meine Betreuerin vom Jobcenter gefragt, ob ich nicht lieber eine Umschulung machen wollte. Ich habe mich kurz informiert (ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, was eine Umschulung ist) und natürlich zugesagt, denn ungefähr dasselbe Einkommen wie mit einem einfachen Halbtagsjob, dafür anerkannter Abschluss und Vollzeitlernen möglich. Förderlich dafür war bei mir der Umstand, dass ich bis dato keinen Abschluss hatte.

    So gut wie niemand finanziert eine Umschulung selber. Daher ist es Voraussetzung, dass du arbeitssuchend bist, wenn du einen sogenannten Bildungsgutschein haben möchtest, der dir die Umschulung finanziert. Dieser Bildungsgutschein ist eine KANN- und KEINE MUSS-Leistung, d.h. du kannst nicht auf Bewilligung eines solchen Bestehen. Jedoch müsste ein Jobcenter eine Ablehnung auch immer begründen, was häufig nicht geschieht.

    Wichtig zu wissen ist der Umstand, dass die Bewilligung eines solchen Bildungsgutscheins abhängt von

    a) der Arbeitsmarktprognose deines bisherigen Abschlusses bzw. deines bisherigen Umfeldes, in welchem du gearbeitet hast. Da die Coronapandemie gerade der Gastronomie schwer zu schaffen macht, kannst du hier sehr gut begründen, weshalb die Jobaussichten momentan aussichtslos und auch zukünftig eher mau sein werden.

    b) vom Etat des für dich zuständigen Jobcenters. Es gibt pro Quartal oder pro halbes Jahr ein gewisses Budget für Bildungsgutscheine. Wenn das Budget ausgeschöpft ist, werden keine vergeben, aber man wird nie diese Begründung angeben, sondern z.B. ausführen, dass auch mit der gewünschten Umschulung die Jobaussichten schlecht blieben. Generell ist es empfehlenswert am Anfang eines Quartals den Antrag zu stellen.

    Während der Umschulung bekommst du entweder ALG1 (falls du direkt vor der Arbeitslosigkeit länger als 1 Jahr gearbeitet hast und deine Arbeitslosigkeit noch nicht länger als 12 Monate andauert) oder ALG2 (mit den Haupterschwernissen wie keine Wirtschaftsgemeinschaft mit genügend verdienender Frau/Partnerin und keinem Vermögen über Höchstgrenze (ich glaube 150 Euro pro Lebensjahr).

    Ansonsten gibt es zur Umschulung nicht so viel zu sagen. Ich war mit meinem Bildungsträger zufrieden, aber generell wirst du keinen Bildungsträger finden, welcher seine Umschüler als Elitestudenten ansieht, daher mache dich darauf gefasst dir viel im Selbststudium beizubringen.

    Wichtiger als der schulische Teil ist das Pflichtpraktikum. Je länger, desto besser. Wenn du hier gute Arbeit leistest, dann ist eine Festanstellung in greifbarer Nähe (ich und mehrere Mitschüler wurden übernommen).

    So, ich habe mal das Wichtigste aufgeschrieben falls eine Umschulung für dich in Frage käme 🙂

     
  20. Like
    Dragonstar reagierte auf bigvic in Weg in die Ausbildung nach Arbeitslosigkeit   
    Also erst arbeiten und dann Ausbildung im selben Metier ist vom Grundsatz ja schon verkehrt. Wenn das sinnvoll wäre, dann gäbe es ja keine Ausbildung.
    Auch deine Geschichte zeigt, dass es kein Sinn für dich machen würde. Ausbildung startet langsam und am Ende ist man bei maximaler Leistung. Bei maximaler Belastung anzufangen wird dir jeder Arzt ausreden.
    Daher ist mein Rat, such dir gleich ne Ausbildung. Zum Geld verdienen such dir nen Job der dich erstmal wenig belastet und ggf. Teilzeit ist. Kann auch komplett fachfremf sein aka Tankstelle, etc. oder natürlich im Immobilienbereich (Büroaushilfe?).
  21. Danke
    Dragonstar hat eine Reaktion von Iterate erhalten in Bewertung Zwischenzeugnis Webentwickler   
    von deiner Arbeitsleistung ist es eine 2 (Satz 1).
    von deinem Verhalten eine 1 (Satz 2).

    Es gibt jedoch auch Formulierungen, die eine Note 3 darstellen:
    Und hier ist entweder im Zeugnis ein Fehler oder in deiner Übertragung hier
    Hier fehlt ein "t" am Ende.
    Insgesamt kein schlechtes Zwischenzeugnis. Nicht so gut, dass du dich merklich abhebst in Bewerbungen, aber auch keines, wo du im Nachteil wärst. Diese Art von Zeugnis wird am häufigsten vergeben.
  22. Like
    Dragonstar hat eine Reaktion von Reiner87 erhalten in FISI ü30 sinnvoll?   
    Wenn dem so ist, dann sehe ich für dich schon Zukunftschancen. IT-Supportjobs gibt es recht viele und die gut ausgebildeten, jungen Informatiker bekommen die Unternehmen für solche Supportstellen selten. Hier sind auch des Öfteren Quereinsteiger zu finden. Dein Alter halte ich nicht für ein kategorisches Hindernis. Ich bin 41 und bin nach meinem Praktikum (ebenso Umschulung) in Berlin in einem Inhouse Support Job im Bereich SAP übernommen worden (auch mit einem alles andere als gerade Lebenslauf). Insofern kann ich dir da Mut machen.

    Was du jetzt schon lernen solltest? Hm, ich würde an deiner Stelle einfach hier im Forum stöbern über Erfahrungen, Tipps, etc. Ansonsten generell den Bereich IT genauer unter die Lupe nehmen, z.B. regelmäßig heise.de und golem.de ansurfen. Und informiere dich frühzeitig über die Umschulungsträger. die für dich in Frage kommen (genereller Hinweis, je länger der Praktikumszeitraum innerhalb der 2 Jahre, umso besser) und informiere dich auch frühzeitig über gute Unternehmen, die für dein Pflichtpraktikum in Frage kommen.  
  23. Like
    Dragonstar hat eine Reaktion von Spyro95 erhalten in Bewertung Arbeitszeugnis FIAE   
    Eine klare 1.
    Der einzige Satz, wo ich ein wenig grüble ist dieser hier
    Leider ist es ja so, dass auch negative Aspekte positiv formuliert werden. Hier würde ich, wenn es negativ gemeint sein sollte, vermuten, dass du in irgendeiner Hinsicht deinen eigenen Kopf bzw. dein eigenes Wertesystem gegenüber den Wünschen der Kunden/Geschäftsleitung durchgesetzt/verteidigt hast.

    Da aber das komplette Zeugnis ansonsten sehr positiv verfasst ist mit einigen klaren Signalwörtern Richtung 1 und am Ende sogar steht, dass sie dich gern weiterbeschäftigen würden, sehe ich es als sehr gutes Zeugnis an.
  24. Like
    Dragonstar hat eine Reaktion von deJanV erhalten in Neuer AG will Befristeten?   
    Ich habe zwar schon meinen Senf abgegeben, aber ich sehe den Arbeitgeber trotz Befristung als sehr gute neue Alternative. Die Mitazubis sprechen positiv vom Unternehmen (schon mal sehr viel mehr wert als irgendwelche Kununu Rezensionen), das Aufgabengebiet gefällt dem TE sehr (Top-Argument) und sogar 3k mehr Gehalt sind drin (dies ist in meinen Augen aber der unwichtigste Punkt).

    Die Befristung sehe ich weit unkritischer als manch anderer hier auf Grund des Alters des TE. Mit 23 Jahren und dann zumindest 1 1/2 Jahren Berufserfahrung (7 Monate jetziges Unternehmen + mind. 1 Jahr beim neuen) wird er höchstwahrscheinlich locker bei einem anderen Arbeitgeber unterkommen, falls es mit dem neuen Unternehmen nichts mit einem unbefristeten Vertrag werden sollte. Es sei denn er würde stark ländlich leben und auch dort bleiben wollen.

    Sprich, ich halte die Befristung für einen 22-jährigen für unproblematisch. Ab 30 kann man hier vielleicht ins Grübeln kommen und ab 40 stellt es wohl ein ernsthaftes Lebensrisiko dar.

    Also, nochmals meine Meinung: Den neuen befristeten Job annehmen 🙂
  25. Like
    Dragonstar hat eine Reaktion von deJanV erhalten in Neuer AG will Befristeten?   
    Ich habe zwar schon meinen Senf abgegeben, aber ich sehe den Arbeitgeber trotz Befristung als sehr gute neue Alternative. Die Mitazubis sprechen positiv vom Unternehmen (schon mal sehr viel mehr wert als irgendwelche Kununu Rezensionen), das Aufgabengebiet gefällt dem TE sehr (Top-Argument) und sogar 3k mehr Gehalt sind drin (dies ist in meinen Augen aber der unwichtigste Punkt).

    Die Befristung sehe ich weit unkritischer als manch anderer hier auf Grund des Alters des TE. Mit 23 Jahren und dann zumindest 1 1/2 Jahren Berufserfahrung (7 Monate jetziges Unternehmen + mind. 1 Jahr beim neuen) wird er höchstwahrscheinlich locker bei einem anderen Arbeitgeber unterkommen, falls es mit dem neuen Unternehmen nichts mit einem unbefristeten Vertrag werden sollte. Es sei denn er würde stark ländlich leben und auch dort bleiben wollen.

    Sprich, ich halte die Befristung für einen 22-jährigen für unproblematisch. Ab 30 kann man hier vielleicht ins Grübeln kommen und ab 40 stellt es wohl ein ernsthaftes Lebensrisiko dar.

    Also, nochmals meine Meinung: Den neuen befristeten Job annehmen 🙂

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