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Empfohlene Antworten

Hallo!

Im Rahmen unserer Prüfungsvorbereitung für die AP1 im Februar haben wir auch die AP1 Herbst 2025 bearbeitet. Eine Teilaufgabe hat hier für große Diskussionen gesorgt,

da die Musterlösung unserer Meinung nach falsch ist, wenn man die Inhalte, die man übergreifend in der Ausbildung vermittelt bekommt, anwendet.

Zunächst einmal die Aufgabenstellung:

Sie absolvieren Ihre Ausbildung in der IT-Abteilung der Apothekengruppe Curatia, die Filialen in ganz Deutschland unterhält.
Zusätzlich betreibt die Curatia einen Onlineshop.
2 c) In der Apothekengruppe Curatia gehen pro Stunde durchschnittlich 14 Rechnungen über den Rechnungseingangsprozess ein.
Die Rechnungen kommen rund um die Uhr an und eine eingegangene Rechnung benötigt durchschnittlich 124 kB Speicherplatz.

cc) Die IT-Abteilung hat beschlossen, den benötigten Speicher für die Archivierung extern zu beziehen. Es liegt ein Angebot vor,
welches pro 5 GiB Speicherplatz Jahreskosten von 21,00 EUR umfasst. Ermitteln Sie die voraussichtlichen Gesamtkosten für die
Archivierung über einen Zeitraum von zehn Jahren, basierend auf einem jährlichen Speicherbedarf von 15 GiB. (2 Punkte)

Es geht in den Aufgabenteilen vor cc um die Menge der Daten und die Archivierung. Jetzt wissen wir aus dem wirtschaftlichen Teil, daß Rechnungen und Buchhaltungsunterlagen zehn Jahre aufzubewahren sind. Das bedeutet also, daß ich die alten Daten nicht wegwerfen kann, sondern jedes Jahr 15 GiB dazukommen. Daraus folgt die Rechnung:

1. Jahr 15 GiB : /5 GiB = 3 - Also 3 x 21,00 € = 63 €
2. Jahr 15 GiB neu plus die 15 GiB aus dem ersten Jahr. 63 € plus 63 €
3. Jahr 15 GiB neu plus die 30 GiB aus den Vorjahren -> 126 € plus 63 €
...
analog bis zum zehnten Jahr. Dann die Summen der einzelnen Jahre addieren. 

Die IHK hat zur Lösung folgendes zu sagen:

Gesamtkosten der Archivierung:
15 GiB / 5 GiB = 3 (Angebote je 5 GiB pro Jahr erforderlich)
3 * 10 Jahre = 30 (Angebote je 5 GiB gesamt erforderlich)
30 * 21,00 €= 630,00 €

Dazu habe ich folgende Fragen:

Hättet Ihr die Aufgabe auch so verstanden?

Ist das offizielle Ergebnis objektiv "falsch", oder kann mir das vielleicht jemand schönreden?

An die Prüfer: Wenn ich wie oben angedeutet meine Rechnung aufgestellt hätte und schön mit Rechenweg hingeschrieben, würde ich dann keine Punkte bekommen, da meine Lösung falsch ist, einen Punkt, weil ich basierend auf meiner falschen Annahme zumindest richtig gerechnet habe oder zwei Punkte, weil mein Gedankengang und Rechenweg schlüssig sind?

Dass man meinen Gedankengang eleganter rechnen könnte, ist mir bewusst ;)

Danke für euren Input!

ein etwas verwirrter Venom

Bearbeitet von VenomVelvet

Gelöst von CtrlAltAudrey

Zur Lösung
vor 21 Minuten, VenomVelvet hat gesagt:
basierend auf einem jährlichen Speicherbedarf von 15 GiB

steht da doch eindeutig ?

Ist ja eh nur ne 2P Frage. 2P kannst Du nicht kriegen weil das maximale Punktzahl ist und bei Deiner Antwort durchaus was besseres denkbar ist.

Ich korrigier sowas nicht aber ich würde 1P geben

  • Lösung

Heyyy,

die 630 € ist in dem gegebenen Aufgaben­kontext die von der IHK beabsichtigte und damit „richtige“ Lösung.
Dein Ansatz (Aufsummieren der Mengen, weil Belege 10 J. aufbewahrt werden) ist fachlich zwar nachvollziehbar, entsprach aber nicht der Fragestellung.

Warum die IHK-Lösung aus Prüfungssicht korrekt ist

  1. Aufgabentext
    „… Ermitteln Sie die voraussichtlichen Gesamtkosten … basierend auf einem jährlichen Speicherbedarf von 15 GiB.“
    Der Ausdruck „jährlicher Speicherbedarf“ wird in IHK-Aufgaben in meinen Augen so interpretiert:
    – Es ist jedes Jahr derselbe, gleichbleibende Bedarf hier 15 GiB.
    – Es wird nicht gesagt, dass der Bedarf pro Jahr zusätzlich anfällt. Hätte die Aufgabe das gewollt, müsste dort zunehmend oder zusätzlich stehen

  2. Mathematische Umsetzung nach dieser Lesart
    • 15 GiB : 5 GiB = 3 Blöcke je Jahr
    • 3 Blöcke × 21 € = 63 € pro Jahr
    • 63 € × 10 Jahre = 630 € insgesamt

  3. Warum der Aufbewahrungs­gedanke hier ignoriert wird
    Die vorherigen Teilaufgaben haben den Datenanfall eines Jahres (≈ 15 GiB) bestimmt. Für Teilaufgabe cc) will die IHK wahrscheinlich nur prüfen, ob die Teilnehmenden diesen Wert fehlerfrei in eine Kostenrechnung einsetzen können.

Liebe Grüße Audrey ☺️

  • Autor
vor 47 Minuten, CtrlAltAudrey hat gesagt:

Warum der Aufbewahrungs­gedanke hier ignoriert wird
Die vorherigen Teilaufgaben haben den Datenanfall eines Jahres (≈ 15 GiB) bestimmt. Für Teilaufgabe cc) will die IHK wahrscheinlich nur prüfen, ob die Teilnehmenden diesen Wert fehlerfrei in eine Kostenrechnung einsetzen können.

cb) Speicherbedarf pro Jahr bei Komprimierung um 30%: 9,92 GiB
(aus der Lösungserläuterung)

Hättest du das so gemacht, wie die IHK? Was die gerechnet haben, hätte ich auch so gerechnet, wenn ich länger drüber nachgedacht hätte, daß da nur 2 Punkte vergeben werden. Weil meine Lösung zu kompliziert ist. Aber rechtlich/fachlich...

Danke dir trotzdem für deine ausführliche Antwort!

vor 1 Stunde, VenomVelvet hat gesagt:

Hättet Ihr die Aufgabe auch so verstanden?

Definitiv ja, weil die Aufgabenstellung es ja hergibt. Ich würd bei IHK-Aufgaben nie mehr machen als abgefragt oder vorgegeben wird.

Und vielleicht als kleine Info, mit einer Kalkulation auf 10 Jahre hättest 0 Punkte erzielt. Die Fristen wurden dieses Jahr verkürzt.

Vielleicht einer der Gründe, warum die IHK (wandelbare) Gesetzesgrundlagen nicht Abeits der jeweiligen Fachprüfung abfragt.

https://www.ihk.de/berlin/service-und-beratung/recht-und-steuern/steuern-und-finanzen/download/aufbewahrungsfristen-4405822

Bearbeitet von Tastenschlag112

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