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Teilprojekte eines gemeinsamen Projekts genug Eigenarbeit?

Empfohlene Antworten

Guten Morgen! Ich beschäftige mich gerade damit, was ich eventuell als IHK-Projekt machen könnte und wüsste dazu gerne, ob das, was mein Chef vorgeschlagen hat, genug Eigenarbeit ist oder nicht und ob das mit den 80 Stunden in etwa hinkommen könnte. Ich kann das leider noch so gar nicht abschätzen.

Kurz zur Situation: Ich bin FIAE-Umschülerin und gerade im Praktikum. Mit mir zusammen sind hier noch 2 weitere Praktikanten aus derselben Klasse, das heißt wir haben alle die gleichen Prüfungsfristen. (IHK Nürnberg, falls zufällig jemand direkt mit denen Erfahrung hat.)

Mein Chef hat jetzt gestern vorgeschlagen, dass wir ein gemeinsames internes Projekt zum Wissensmanagement umsetzen. Dafür sollen Teams-Chats und E-Mails aller Mitarbeiter täglich/wöchentlich nach relevanten Informationen durchsucht werden, die sich auf Kundenprojekte beziehen, und diese Informationen sollen - nach Bestätigung des Anwenders - in einem Wiki gespeichert werden, damit alle Kundeninformationen an einem Ort gesammelt sind. Die Idee war, dafür entweder XWiki oder n8n zu nutzen oder ein eigenes Content-Management-System zu entwickeln. Im Fall eines eigenen CMS oder der Nutzung von n8n wäre dann noch eine Benutzeroberfläche vorgesehen.

Ansonsten würden wir das unter uns 3 Praktikanten gerne passend aufteilen. Also z. B. 1 Person entwickelt das CMS, 1 die Benutzeroberfläche und 1 beschäftigt sich mit der Teams- und Outlook-Integration. Oder aber 1 Person entwickelt die Teams-Integration, 1 die Outlook-Integration und 1 die KI-Logik, die im Hintergrund abläuft. Das ist der Punkt, an dem ich nicht sicher bin, was mit den 80 Stunden besser hinkommt, und auch, ob die Logik für Teams und Outlook sich nicht zu ähnlich wäre für 2 getrennte Teilprojekte.

Dazu kommt, dass wir natürlich an den Schnittstellen gemeinsam arbeiten müssen bzw. uns gemeinsam entscheiden müssen, welche Schnittstellen wir brauchen und was sie leisten sollen. Aber geht das dann am Ende noch als genug Eigenarbeit durch? Und wie würde ich das in der Dokumentation überhaupt vermerken?

Also grundsätzlich sind meine Fragen: Ist so ein gemeinsames Projekt mit klar abgegrenzten Teilprojekten als IHK-Projekt möglich, auch wenn die Schnittstellen gemeinsam erarbeitet werden? Und kommt das mit den 80 Stunden in etwa hin oder wäre der Aufwand hier deutlich zu groß/zu gering?

[Und ja, ich weiß, dass wir recht spät dran sind, aber das ist jetzt halt so.]

Eine Durchsuchung von E-Mails dürfte rechtlich grenzwertig sein, weil da auch geheime Informationen stehen könnten (z.B. Informationen über Kundenverträge oder Informationen zu Gehaltsverhandlungen). Außerdem benötigt man die Credentials der Mitarbeiter. Also das Passwort. Auch ist das Missbrauchsrisiko sehr hoch. Teams-Chats sind auch so eine Sache. Solange die Chats firmenintern öffentlich einsehbar sind, kann es in der Theorie rechtlich unbedenklich sein (Bin da aber auch kein Rechtsanwalt). Allerdings darf man diese Daten nicht einfach einem x-beliebigen LLM in den Rachen schmeißen, da auch in den Chats personenbezogene Daten oder geheime Informationen stehen könnten (z.B. Namen und Telefonnummern von Kunden). Das LLM sollte dann schon lokal laufen, sodass die Datenverarbeitung euer System nicht verlässt.

Abgesehen von dieser Problematik sehe ich aber erstmal keine Probleme, wieso es nicht genehmigt werden sollte, wenn man ein größeres Projekt in mehrere kleine aufteilt, die dann von den Azubis abgearbeitet werden. Sowas haben wir damals bei meiner Mechatroniker-Ausbildung auch gemacht. Wir haben zusammen eine große Maschine entwickelt und jeder hat ein Teilaspekt davon gebaut.

Bearbeitet von Whiz-zarD

  • Autor
vor 3 Minuten, Whiz-zarD hat gesagt:

Eine Durchsuchung von E-Mails dürfte rechtlich grenzwertig sein, weil da auch geheime Informationen stehen könnten (z.B. Informationen über Kundenverträge oder Informationen zu Gehaltsverhandlungen). Auch ist das Missbrauchsrisiko sehr hoch. Teams-Chats sind auch so eine Sache. Solange die Chats firmenintern öffentlich einsehbar sind, kann es in der Theorie rechtlich unbedenklich sein (Bin da aber auch kein Rechtsanwalt). Allerdings darf man diese Daten nicht einfach einem x-beliebigen LLM in den Rachen schmeißen, da auch in den Chats personenbezogene Daten stehen könnten (z.B. Namen und Telefonnummern von Kunden). Das LLM sollte dann schon lokal laufen, sodass die Datenverarbeitung euer System nicht verlässt.

Ja, wie gesagt, das soll dann auch alles lokal laufen, der Datenschutz war auch mein erster Gedanke dazu. Nur das Wiki soll am Ende für alle Mitarbeiter zugänglich sein. Sorry, dass ich das in meinem Ursprungsbeitrag nicht erwähnt hab. Meine Idee dazu ist auch, dass dem Mitarbeiter am Ende die Informationen angezeigt werden, die abgespeichert werden sollen, und er kann dann selbst noch Änderungen daran vornehmen oder nur bestimmte Abschnitte markieren. E-Mail-Adressen und Telefonnummern können ja z. B. auch automatisch rausgefiltert werden.

vor 1 Stunde, t1nk4bell hat gesagt:

Eine automatisierte komplett durchforstung von E-Mails und Teams chats ? Ernst?

Das würde man, so man - was man nicht sollte - wollen würde, ja auch mit MS Copilot hinbekommen.

Eine Diskussion ist das Gesamtprojekt-Thema.

Die andere Frage beantwortet deine IHK mit ihren Handreichungen zur Projektdoku, wenn es ein Teilprojekt ist.
Der IHK ist es egal, dass die anderen Teile des Projektes von weiteren Umschülern gemacht werden.
Dein Teil muss ein eigenständig genehmigungsfähiges Projekt sein. Alle Kriterien zu fachlicher Tiefe usw. müssen erfüllt werden.
Es kann also sein, dass der Part "Volltextanalyse" isoliert ein mögliches Projekt ist, wenn man nicht erwähnt, wo die Texte herkommen.

Klärt erstmal den rechtlichen Anteil des gesamten Vorhabens. Dann die einzelnen Projektanträge.

  • Autor
vor 21 Minuten, hellerKopf hat gesagt:

Klärt erstmal den rechtlichen Anteil des gesamten Vorhabens. Dann die einzelnen Projektanträge.

Wie ist das, wenn das Ganze als Programm/Plug-in entwickelt, aber nur nach ausdrücklicher Zustimmung des Mitarbeiters auf seinem Account implementiert wird? Würde sowas datenschutztechnisch ausreichen oder müsste das noch anderweitig abgesichert werden? Persönliche Daten wie E-Mail-Adressen und Telefonnummern würde ich wie gesagt automatisch rausfiltern und ansonsten eben die Möglichkeit geben, die Informationen vor dem Speichern nochmal anzupassen.

Wir wollten das auch heute nochmal genauer mit unserem Chef besprechen, er hatte das gestern nur mal als Idee in den Raum gestellt. Ich warte im Moment nur darauf, dass mal alle Beteiligten Zeit haben.

Beim automatisch rausfiltern hast du die Daten bereits ‚verarbeitet‘.

Ich würde mit meinem Chef reden und ein anderes Projekt finden. DAS Thema in DER Art wäre mir viel zu heiß…

Hallo, das ist ein sehr wichtiger Punkt vor der Startlinie. Grundsätzlich sind Gemeinschaftsprojekte bei der IHK möglich, aber die Hürde für die Dokumentation ist hoch. Das Wichtigste ist die saubere Trennung der Eigenleistung. Ihr könnt gemeinsam die Anforderungen und Schnittstellen definieren, also beispielsweise genau festlegen, welches JSON-Format die API zwischen der Outlook-Komponente und der Wiki-Schnittstelle hat. Aber die Implementierung dieser Komponenten muss dann absolut klar getrennt voneinander erfolgen. In der Dokumentation muss für den Prüfer auf den ersten Blick erkennbar sein, welcher Teil von dir ist und was die anderen gemacht haben. Zum Umfang: Ein komplettes eigenes CMS samt KI-Logik, UI und Integrations scheint mir für 80 Stunden pro Person massiv zu viel. Die Gefahr, dass ihr in der Zeit nur halbfertige Ergebnisse liefert, ist groß. Besser wäre es vielleicht, auf vorhandene Tools wie XWiki oder n8n zurückzugreifen und sich individuell auf komplexe Anpassungen oder Skripte darin zu konzentrieren. Das schafft Raum für eine saubere Dokumentation, die oft den Ausschlag gibt. Da du schreibst, dass ihr schon spät dran seid, würde ich dringend empfehlen, das Projekt auf das Kernproblem zu reduzieren.

vor 11 Minuten, VenomVelvet hat gesagt:

Beim automatisch rausfiltern hast du die Daten bereits ‚verarbeitet‘.

Ich würde mit meinem Chef reden und ein anderes Projekt finden. DAS Thema in DER Art wäre mir viel zu heiß…

Sehe ich auch so , ich glaube damit macht man sich es extrem schwer und geht das Risiko ein Datenschutzthematisch zerlegt zu werden.

Die Hürde ist es eine Bombensichere Organisation mit allen rechtlichen Absicherungen. Das ist durchaus machbar aber puh, knapp in der zeit Usw...
Je nach Größe müsste auch ein Betriebsrat involviert werden , etliche Informationen müssten zusammengefasst werden die "abgesegnet werden müssen"
Ein Konzept erarbeiten das alles auch in andere Prozesse wieder mit eingebunden wird an denen es auch hängt wie z.B. Onboarding neuer Mitarbeiter.
Die generelle E-Mail Regelung muss mit einbezogen werden, ist es explizit verboten Private E-Mails über E-Mail zu versenden ( auch intern ) ansonsten fällt das ganze sowieso ins Wasser. usw usw .. der Aufwand für ein "wir sind spät dran Projekt" wirkt für mich aus dem Bauch heraus nach zu viel ..

  • Autor

Das Problem ist halt auch, dass es mit Kundenprojekten gerade etwas mau aussieht. Eigentlich sollte da eins reinkommen, an dem wir 3 Praktikanten hätten arbeiten sollen, das wäre dann natürlich ideal gewesen. Aber der Kunde hat sich bisher leider noch nicht entschieden, ob er das machen will oder nicht. Und ich glaube, mein Chef hatte auch nicht so ganz auf dem Schirm, dass wir 3 Praktikanten plus offenbar die beiden Azubis alle zur selben Zeit Prüfung haben und ein Projekt brauchen.

Ursprünglich war für mich auch ein anderes Projekt vorgesehen, aber der Kollege, der da bisher dran arbeitet, ist schon viel weiter als angenommen und alles, was noch fehlt, baut auf vorhandenen Strukturen auf. Das wäre dann vermutlich zu wenig Eigenleistung. Ich hatte meinen Chef auch Anfang August schonmal auf das IHK-Projekt angesprochen, aber dann war der genannte Kollege krank, danach hatte mein Chef Urlaub, deswegen hat sich das auch nochmal alles verzögert.

Ich hatte vor Beginn des Praktikums noch mit einem Dozenten meines Umschulungsanbieters gesprochen, der auch für die Praktikanten zuständig ist, und er meinte, zur Not könnte er mir auch ein Projekt geben. Das wäre dann noch die Notlösung, falls meinem Chef nicht noch was anderes einfällt. Aber ein firmeneigenes Projekt wäre mir natürlich lieber. Und wenn es um KI-Anbindung geht sowieso, weil zukunftstauglich. (Die Firma arbeitet sehr viel mit KI, KI-Anbindung usw. und mein Chef ist da wohl auch ein bekannter Ansprechpartner.)

Auf das Thema zum durchforsten von eMails und die Aspekte zum Datenschutz und zum Briefgeheimnis möchte ich nicht eingehen, dazu wurde schon genug geschrieben.

Euer Vorhaben, ein großes Projekt auf mehrere kleinere Teilprojekte für 3 Praktikant:innen und 2 Azubis aufzuteilen - sollte nach meinen Erfahrungen funktionieren.

Bei mir hat das zumindest in meiner Projektgruppe im ersten Praktikum recht gut funktioniert - und war dann auch erfolgreich )

Dabei waren 3 aus dem Team bei der selben IHK und die anderen 2 bei anderen IHKs. Wichtig ist hier nur, das Ihr Euch dann vor dem Einreichen der Projektanträge untereinander wirklich gut abstimmt, so das Eure IHK hier ganz klar die Abgrenzung und die Eigenleistung jedes einzelnen innerhalb des Teilprojektes erkennt.

Außerdem muss jeder einzeln erkennbar Entscheidungen treffen und begründen können - auch wenn es hier bei Teilprojekten oft Überschneidungen geben kann.

  • Autor

Ich hatte gerade nochmal ein Gespräch mit meinem Chef und hab ihn auf das Problem mit dem Datenschutz angesprochen. Er hatte offenbar den Plan, dass es eine Desktop-Anwendung bzw. ein Plug-in (für Teams) wird, das der User selbst anstoßen soll. Das hatte ich gestern anders verstanden.

Aber wir haben uns jetzt drauf geeinigt, dass ich stattdessen eine GUI für n8n für ein Agentensystem entwickeln soll, mit dem dann intern die verschiedenen mit n8n erstellten Agenten überwacht werden, und zwar einmal aus User-Sicht und einmal aus Admin-Sicht.

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