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Zeit in Nebengewerbe oder in die Karriere investieren?


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Hallo,

ich brauche mal wieder eure Meinung ?

Angenommen, ihr habt eine wöchentliche Zeit zwischen 10 und 15 Stunden für "Produktives" zur Verfügung (neben einem Vollzeitjob).
Würdet ihr die Zeit lieber investieren um eure fachliche Karriere mit Weiterbildung im Selbststudium voranzubringen oder die Zeit in euer Nebengewerbe stecken und Geld verdienen?

Situation: 
Vollzeitjob im technischen Support. ca. 40k Jahresbruttogehalt; Alter: Mitte 30
Vorbildung: abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, abgebrochenes BWL-Studium, mehrjährige Erfahrung in der Selbstständigkeit im angestrebten Nebengewerbe
Mittelfristiges Karriereziel: fachliche Entwicklung hin zu IT-Security (am liebsten im Bereich Pentesting) im Angestelltenverhältnis

Szenario 1 Nebengewerbe:
10 bis 15 Stunden Zeitaufwand pro Woche für die Erstellung von Webseiten und deren erfolgreichen Betrieb
Ertrag: Gewinn von ca. 2.000 Euro pro Monat (vor Steuern) durch laufende Einnahmen und anschließendem einmaligem Verkauf der Webseiten
Zeit bis Einnahmen fließen: ca. 1 Jahr

Szenario 2 Weiterbildung:
10 bis 15 Stunden Zeitaufwand pro Woche für fachliche Weiterbildung im Selbststudium für den Bereich IT-Security
Ertrag: Jahresbruttogehalt von 60.000 Euro
Zeit bis zur entsprechenden Position und Gehalt: 5 bis 6 Jahre (ggf. in 2 bis 3 Jahren Position mit 50k Jahresbrutto)

Pro Szenario 1:
- Meine analytische Stärke kommt in der regelmäßigen Planungsphase zur Geltung
- Mein Ego wird befriedigt (ich erziele tolle Ergebnisse mit Webseiten)

Contra Szenario 1:
- Abhängigkeit von Google
- Planungsphase ist mir lieber als die Umsetzungsphase

Motto Szenario 1:
Google is a b!tch

Pro Szenario 2:
- Ich beschäftige mich mit einem Thema das mich sehr interessiert
- Jede Menge Material zur Verfügung (teilweise kostenpflichtig)

Contra Szenario 2:
- Schweinehund zum Lernen überwinden relativ hoch
- lange Zeit bis ich damit eine Gehaltssteigerung realisieren kann

Motto Szenario 2:
IT-Security ist geil aber ich habe noch sehr viel zu lernen bis ich es drauf habe

Der Risk of failure ist bei Szenario 1 größer, da eine Abhängigkeit von Google besteht und tägliche Rankingänderungen mittlerweile eher Normalität als die Ausnahme darstellen.
Bei Szenario 2 sollte ich das Ziel nahe 100% erreichen, wenn ich voll durchziehe.

Bin gespannt auf eure Meinungen und Gedanken ?
 

Bearbeitet von Wissenshungriger
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Ich denke, da gibt es keine klare Antwort.
Ich persönlich würde zum Studium/Weiterbildung raten.
Warum?

  • Bei einer Weiterbildung erhältst Du etwas dauerhaftes. Wenn Du das bestanden hast, hast Du etwas, von dem Du, im Idealfall, auch noch 10 Jahre später profitierst. Von dem Nebenjob profitierst Du nur genau solange, wie Du ihn aktiv betreibst.
     
  • Die Weiterbildung ermöglicht es Dir, den Job und die Position zu wechseln. Du hast im Anschluss gute Chancen, aus dem technischen Support in den Bereich Security zu wechseln, was Dich scheinbar interessiert. Alleine das ist ein echter Mehrwert.

...

Ich frage mich bei derartigen Entscheidungen immer: "Was halte ich wohl in 10 Jahren davon?"
Ob Du nun 10, 20 oder sogar 30 Tausend Euro mehr oder weniger verdient hast (durch etwaige Nebenjobs) spielt dann bei weitem nicht mehr die Rolle, wie die Frage danach, welchen Job Du zur Zeit ausübst und ob dieser Dir eher 40k oder eher 60k Jahresbrutto bringt.

Dieser Blick hat mir bereits das ein oder andere Mal geholfen, Dinge richtig einschätzen zu können. Kurzfristiges Geld verleitet dazu, schnell zuzugreifen, ist jedoch nicht immer das sinnvollste Angebot.

...

Ich habe übrigens bereits beides gemacht (Nebenjob und Studium) und meine Wahrnehmung stand Heute (10 bzw. 4 Jahre später) entspricht genau der geschilderten. Der Nebenjob hat mir 10k gebracht. Nice to have, habe ich heute nichts mehr von. Vom Studium profitiere ich heute noch, weil ich dadurch Jobs bekommen habe, welche zuvor undenkbar gewesen wären.

Bearbeitet von Errraddicator
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Moin,

ich sehe es wie Erradicator.

Mir stellt sich allein die Frage für wie lange man mit diesem Nebenjob auch diesen Gewinn einfahren kann oder wann es einem zu langweilig wird das nächste Ding aufzuziehen... Ich denke irgendwann kommt dann doch mal der Punkt an dem man keine Lust mehr hat / vom vorherigen Projekt frustriert ist / ein neues Hobby oder andere neue Verpflichtungen hat.

Auf lange Sicht ist man mit der Weiterbildung oft entspannter unterwegs.

Übrigens Respekt, dass du mit dem Nebenjob so ein Einkommen erzielst ?

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Ich würde auch zur Weiterbildung raten. Vielleicht unterstützt dich dein aktueller AG ja sogar dabei - keine Ahnung, was für Entwicklungsmöglichkeiten es in der aktuellen Firma gibt. 

Mit den 2k€/Monat halte ich für recht optimistisch geschätzt und ich denke man hat nicht Lust, das dauerhaft zu machen, bzw. muss da ja dann auch am Ball bleiben. Alleine schon wenn man mal 3 Wochen Urlaub macht, hat man dann nicht den "normalen" Umsatz dazu.

Lieber fortbilden und das machen, was einem Spaß macht - und wenn man damit auch noch mehr verdienen kann, um so besser.

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Zumal es beim Nebenverdienst ja nicht so einfach mit "ich mach jeden monat 2k Gewinn" getan ist, erstmal musst du Kunden finden, mittlerweile gibt es so viel Konkurrenz in diesem Bereich und auch immer mehr und besser werdende Website Editoren mit denen auch Laien wirklich hübsche und Gute Websites für ihre kleineren Geschäfte bauen können, die vollkommen ausreichen und sie nicht viel kosten. Für Individual Websites die du wirklich komplett selbst bastelst gibt es halt dann wie gesagt viel Konkurrenz und meistens wirst du nicht mit dem Minimalaufwand weiterkommen um dir da Kunden zu angeln. 

Wie die anderen schon sagen und was ist wenn du mal einen schlechten Monat hast, schon verdienst du wieder weniger, auf Lange sicht hast du also nicht wirklich was davon. Außerdem müsstest du das ja auch erstmal mit deinem Arbeitgeber abklären ob dem das überhaupt recht ist und prüfen das du hier nicht in eine mögliche "Konkurrenz Situation" mit deinem AG kommst, da hatten wir erst vor kurzem so einen Thread hier im Forum.

Ich würde auch zur Fortbildung raten, auf dauer gesehen hast du einfach mehr davon, verdienst mehr Geld und das kontinuierlich jedes  Jahr im Idealfall bis zur Rente ohne das noch zusätzlich zu deinen 40 Stunden, deine Freizeit opfern musst. Und wenn du dann auch noch in einen Bereich kommst der dir Spaß macht ist die Arbeit doch auch keine Arbeit mehr ;) 

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Ich kenne übrigens tatsächlich einen Kollegen, welcher sich durch Nebenjobs über wenige Jahre 50k+ angespart hat. Das ist natürlich ein Wort und kann in Aktien, Autos oder Wohnung investiert werden.

Allerdings ist dieser Kollege die große Ausnahme, weil er das Wissen aus seinem Job weiter verwenden konnte, dicke Stundensätze aufgerufen hat und zudem einen dauerhaften Auftraggeber hatte. Das ist in der Kombination sehr selten, wenn es um einen Job nach Feierabend geht.

Und jetzt kommt das große aber: selbst dieser Kollege ist davon mittlerweile weg und hat das Volumen drastisch reduziert, weil ihm die Zeit mit seiner Frau Zuhause wichtiger geworden ist als die 5k mehr oder weniger.

Bearbeitet von Errraddicator
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Ich habe Nebengewerbe und nebenberufliches Studium gleichzeitig geführt und muss sagen, dass sich beides gelohnt hat: der Nebenerwerb ließ sich über die Jahre ausbauen und das Studium ist nun auch so gut wie zu Ende. Ich habe allerdings Stunden reduziert, kam aber letztendlich auf mehr Geld heraus als ich mit einem 40-Stunden-Vertrag beim selben AG gehabt hätte.

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Das hängt ja auch davon ab, was man im Nebengewerbe macht und wie viele Stunden man darin investiert, bzw. wie zeitaufwendig es denn überhaupt ist. Dazu kommt es halt noch darauf an, wie hoch der Stundensatz im Nebengewerbe ist, bzw. wie viel davon bei einem ankommt letztendlich.

 

Bei Webprogrammierung gibt es ja auch verschiedene Möglichkeiten - teils auch in Kombination... und natürlich sind bestimmte Sachen davon besser zu vergüten als andere...

  • Man kann Seiten initial erstellen für Kunden
    • mittels Homepagebaukästen
    • mittels CMS-Systemen
    • ohne irgendwelche Gerüste komplett neu erstellen auf Kundenanforderungen hin
  • man kann Wartungsverträge dafür abschließen mit Kunden
    • Wartungsvertrag nach Aufwand (aufgewendete Zeit)
    • Wartungsvertrag pauschal
  • Man kann verschiedene Dienstleistungen anbieten
    • Betrieb einer Seite auf Kundenwebspace
    • Anmietung eines Managed Servers und Hosting der Kundenseiten darauf
    • Betrieb eines eigenen Server (Verbundes) und Hosting von Kundenseiten darauf
    • Betrieb eines V-Servers mit VHost pro Kunde, so dass ihm ein eigener Webserver zur Verfügung steht
Bearbeitet von Crash2001
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Wenn du das mit den Websites gut hinkriegst, warum baust du das nicht aus? Warum verkaufst du die Seiten? Könntest du nicht 10 oder 15 Seiten nebenbei laufen lassen, die dir ein schönes "passives" Zusatzeinkommen liefern? Oder könntest du eine richtig groß machen und damit richtig Geld machen?

Ich vermute mal, es handelt sich um Nischenseiten oder Ähnliches. Hab ich recht? Wieviel nimmst du mit dem Betrieb der Seiten ein, wieviel mit dem Verkauf?

Ich denke, dass die anderen hier recht haben mit dem Rat zur Weiterbildung, es sei denn, du könntest mit den Websites richtig gut Geld machen. (Die Chance dazu reicht schon, dann wäre es nur noch eine Frage der Risikoabwägung: Willst du die Taube auf dem Dach oder den Spatz in der Hand?)

Mit der Weiterbildung / weiteren Qualifizierung kannst du halt relativ sicher ein relativ gutes Gehalt erreichen. Aber nur mit einer unternehmerischen Tätigkeit besteht die Chance, reich zu werden. Das aber nur, solange du nicht so einen Kleinkram wie Nischenseiten u.ä. machst.

Noch ein anderer Gedanke: Was hält dich denn davon ab, nach der Weiterbildung (wenn du dann einen besseren Job hast), weiter die Website-Geschichte nebenbei zu machen? (Falls du das dann noch willst.)

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