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Der "Wieviel verdient ihr" - Diskussionsthread
Das ist tatsächlich vernachlässigbar. Der Hauptunterschied ist die Pension. Für die Höhe müsstest du realistisch jeden Monat 1000 Euro in Aktien/ETFs stecken und selbst dann wäre noch ein Gap vorhanden. Also realistisch müsste man als angestellter über 150k Brutto verdienen damit er gleich ziehen könnte. Man unterschätzt einfach massiv was im Schuldienst verdient werden kann (das wusste ich zu Beginn meiner Karriere allerdings auch nicht. Meine Lehrer damals haben immer gejammert wie wenig Geld sie hätten und wie viel mehr sie in der Wirtschaft verdienen würden. Aber das ist oft einfach Quatsch). Klar, mit meiner Laufbahn und allem wären auch die 150k in der Wirtschaft machbar aber zu deutlich schlechteren Rahmenbedingungen als im Staatsdienst. in Deutschland? Ja. Wie gesagt kenne ich zwar auch welche ohne Studium, die sehr, sehr gut verdienen aber IT-ler in der Region 150k die mir spontan so in den Kopf kommen haben alle einen Master (von seltenen Sonderfällen mit horrenden Provisionen und co. mal abgesehen. Aber eine Provision für Erfolg würde ich auch nicht in ein Standardgehalt mit einfließen lassen, da es nicht. gesichert ist). Das ist ganz schwierig zu beantworten und hängt von deiner persönlichen Peergroup ab. Wenn deine Freunde alles Fachinformatiker sind, bist du wahrscheinlich mit 3,5k+ Netto schon sehr gut mit dabei. Wenn diene Peergroup aber bspw. nur aus Studiendirektoren besteht, bist du mit 5k Netto der Geringverdiener... Deswegen kann ich die Frage nicht wirklich seriös beantworten. In meinem Freundeskreis sitze ich weit oben was aber auch einfach daran liegt, dass meine Frau ebenfalls eine sehr hohe Besoldung inne hat. Zwei Beamte im hD ganz oben verdienen soviel wie knapp 3 Familien. Wenn man dann noch Miet/Schuldenfrei ist, dann spielt Geld im eigenen Leben eine sehr untergeordnete Rolle und man ist eher darauf aus, dass zu tun was einem Spaß macht. Würde mir der Job keinen Spaß machen, hätte ich ihn nicht angenommen. Das schöne an so Gehältern ist der Punkt, dass man (je nach Bundesland und privater Konstellation) auch die Stelle flexibel reduzieren kann. Selbst mit 50% wäre das Gehalt noch über 3k Netto und das gibt einem unheimlich viele Freiheiten, wenn es mal gesundheitlich nicht mehr so gut gehen sollte. Geld sollte wirklich nicht der primäre Faktor in der Entscheidung sein, eine Stelle anzunehmen. Das ist am Anfang vllt. noch der Fall wenn jeder 100er mehr in der Tasche einen großen Impact hat, aber in der Gehaltsregion in der man später (vllt.) mal unterwegs ist, interessieren einen 100 Euro oder auch 500 Euro einfach nicht mehr. Da geht es um Seelenfrieden, Passion und Sinn.
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Da ich manchmal Anfragen bekomme bezüglich Gehaltsentwicklung und der Weg vom Fachinformatiker zum Lehrer führe ich das hier mal etwas genauer aus, da ich jetzt (retrospektiv betrachtet), wirklich alle Karrierestufen durch habe. # Der Anfang # Als junger, kleiner Hüpfer die Fachinformatikerausbildung selbst absolviert und danach für unter 20k Brutto und nur 25 Tagen Urlaub angefangen zu arbeiten. Meine Frau (damals noch Freundin) war zu dieser Zeit im Studium und verdiente um die 400€. Wir hatten damals zusammen ein Haushaltsnettoeinkommen von knapp 2000€, 1 Auto. Gegen Monatsende wurde es teilweise so knapp, dass wir nicht wussten wie wir eine Reparatur zahlen sollten. Die Waschmachine damals wurde auf Raten gekauft, daran erinnere ich mich noch. # Der Grind # Angestachelt durch Freunde, die alle mehr verdienten als ich und genervt von der Tatsache, dass StarBucks und co. unbezahlbar waren dann meinen Job gekündigt und angefangen Job-Hopping zu betreiben und währenddessen an der RWTH Aachen zu studieren -> Wechsel zum KIT durch Umzug. Durch die immense Doppeltbelastung lag meine Wochenstundenzahl für einige Jahre zwischen 70 - 90 Std. Urlaubstage habe ich kaum genommen und habe einen härteren Grind hingelegt als so mancher EVE Online Spieler.... Die Freundin mit dem Studium fertig, war zurzeit Referendarin und das Haushaltsnetto lag bei ungefähr 4.500€. Für einen Arbeitgeber bin ich damals pro Tag 2,5 Stunden mit dem Auto gefahren (1,25 Stunden pro Strecke) und hatte dadurch weniger reales Netto aufgrund der Spritkosten/Wartungskosten als mit den schlechter bezahlten Jobs aber ich sah es als "Opportunity". # Auswanderung # Nach dem Studium nach England ausgewandert (bzw. im Master über ein Programm) für einen großen Konzern. Meine Partnerin wurde meine Frau was vor allem am Ehezuschlag lag (ja, wir waren eher rational kühl bei dem Gedanken). Das Haushaltsnetto hatte sich damals knapp verdoppelt auf (in € umgerechnet) 6.000€, was sehr wenig war. Das lag daran, dass meine Frau mit dem deutschen Lehramtsstudium in England nur eine extrem schlecht bezahlte Stelle bekam und der Löwenanteil des Haushaltsnetto durch mich beigesteuert wurde. # Switch in den Schuldienst # Aus familiären Gründen nach DE zurückgekehrt, ein extrem schlecht bezahltes Referendariat hingenommen (diesmal ich) und danach die Karriereleiter hochgekrabbelt. Die Frau ebenfalls. Heute liegt das Haushaltsnetto bei etwas über 10.000€. Würde ich es genauso wieder machen? Nein. Rückblickend wäre es (finanziell gesehen) deutlich sinnvoller gewesen, direkt Lehramt zu studieren und durchziehen. Die Zeit in der Wirtschaft ist zwar erfahrungstechnisch für einen selbst unbezahlbar und man hat schöne Erinnerungen aber was die Karriere angeht, wäre es anders schneller gegangen. Was habe ich für mich gelernt? Egal ob DE oder England... Wer Karriere machen möchte, kommt um ein Masterstudium seltenst herum. Ich habe in meiner Laufbahn zwar auch Personen kennengelernt die ohne Studium sehr gut verdient haben aber ein Studium war immer der Door-Opener (für mich) und man musste sich weniger im Betrieb/Schuldienst beweisen als jemand der mit geringeren (formalen) Qualifikationen eingestellt wurde. Ergänzung und extrem wichtig: Ich hatte die ein oder anderen Konflikte mit Kollegen/Vorgesetzten am Anfang meiner Karriere und wunderte mich damals, wie andere (fachlich deutlich schlechtere Personen), rechts an mir vorbeigezogen sind. Daher ein Rat: ein Mr. Charming (nicht schleimen, aber sympathisch und fröhlich sein) boostet die eigene Karriere 10x schneller als jeder fachliche Skill. Als ich das begriffen habe, Dinge nicht mehr so ernst gesehen habe und anfing freundlich und aufgeschlossen auf andere zuzugehen, ging es mit der Überholspur plötzlich nicht nur schneller, sondern raketenartig schneller. Auch muss man lernen, dass manchmal in einem Beförderungsverfahren andere gewinnen, die vllt älter sind, die besseren Connections haben, das "passendere" Geschlecht oder Mitglied im Personalrat sind. Hier muss man einfach sein Ego runterschlucken, gratulieren und weiterkämpfen. Verbittertes Verlieren schadet einem in seiner Karriere deutlich mehr als einfach "weiter-zu-grinden".
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Wie viel verdient ihr?
Jetzt ist doch das passiert, was vor 1,5 Jahren von mir noch ausgeschlossen wurde .... Minimalangaben: Wohnort/Dienstort: Hessen letzter Ausbildungsabschluss (als was und wann): Master Berufserfahrung: über 10j im Staatsdienst, davor viele Jahre in div. Wirtschaftsunternehmen Arbeitsort: Berufsschule Tarif: A16 (komm.) Branche der Firma: Bildung Arbeitsstunden pro Woche laut Vertrag: 24,5Std (aufgeteilt in 3/4 Leitung, 1/4 Unterricht) Arbeitsstunden pro Woche real: zwischen 30 - 50 (je nach Monat) Gesamtjahresbrutto: ca 115k. Wegen der nicht zu zahlenden Sozialversicherungen sind das bei Steuerklasse 4 ca 6500€ netto. Anzahl der Monatsgehälter: 12 Anzahl der Urlaubstage: Schulferien 🤯, wobei im Wechsel immer jemand aus der Leitung vor Ort ist. Sonder- / Sozialleistungen: Pension, Unkündbarkeit, Landesbeihilfe (also lediglich 50% über die PKV zu versichern), Ehezuschlag/Kinderzuschlag und noch ein paar andere Benefits. Verantwortung: Leitung Tätigkeiten (Aufgaben/Aufgabenbereich): Zu 1/4 der Zeit noch mit Herzblut bei den Fachinformatikern unterwegs, ansonsten viel Organisation, Leitung, Repräsentation (eben der Mensch der an der Front steht, lächelt und winkt). Damit ist aber nun wirklich das absolute Ende der Karriere erreicht. Die einzige Steigerungsmöglichkeit wäre ein Switch in eine übergeordnete Behörde (B-Besoldung), was aber mit dem Verlust der Schulferien, der Freiheit und allem einhergehen würde. Daher kommt das für mich definitiv nicht in Frage :). Im Off-Topic Thread verweise ich auf meinen Eintrag hier und führe meinen Weg etwas genauer aus, für den/die ein oder andere, die sich dafür interessiert.
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skylake hat auf einen Beitrag in einem Thema reagiert:
Der Kuriose Fall der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld (Winter 2025 Teil 2 AP2 FIAE)
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Mysteryland hat auf einen Beitrag in einem Thema reagiert:
Der Kuriose Fall der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld (Winter 2025 Teil 2 AP2 FIAE)
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Der Kuriose Fall der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld (Winter 2025 Teil 2 AP2 FIAE)
Ein Widerspruch steht jedem zu allerdings sollte man beachten, dass eine IHK Gebühren dafür erhebt und die können mehrere hundert Euro hoch sein. Ich glaube in meiner gesamten Laufbahn als Prüfer, der auch bei sehr, sehr vielen Widersprüchen dabei war, wurden vielleicht 1-2 entsprochen, der Rest abgelehnt. Sofern der Prüfungsausschuss keinen offensichtlichen formalen Fehler begangen hat, ist so ein Widerspruchsverfahren aussichtslos. Das bestätigen auch etliche Gerichtsurteile. Der PA hat einen sehr großen, gefühlt unendlichen Ermessensspielraum und da der Ausschuss paritätisch besetzt ist, mit Personen aus unterschiedlichen Feldern wird, kann gegen deren Entscheidung rechtlich nur mit Erfolg vorgegangen werden, wenn eben Formfehler vorliegen. Ein "die haben zu hart bewertet" bringt nichts. Die müssen sich noch nicht einmal an den Lösungsvorschlag der IHK halten (denn es ist eben nur ein Lösungsvorschlag für einen unabhängig agierenden Ausschuss). Ich würde an eurer Stelle in die MEP gehen und gucken, dass man durch diese noch besteht.
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charmanta hat auf einen Beitrag in einem Thema reagiert:
Der Kuriose Fall der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld (Winter 2025 Teil 2 AP2 FIAE)
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Der Kuriose Fall der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld (Winter 2025 Teil 2 AP2 FIAE)
Es ist oftmals so, dass der Einsichtstermin erst nach den mündlichen Prüfungen gelegt wird, damit man den gesamten Abwasch mit weniger Terminen stemmen kann. Ist also nicht sonderlich ungewöhnlich. Das bei euch fast alle eine 6 kassiert haben, liegt nicht an der IHK sondern bestätigt (leider) mal wieder das Stigmata "Umschüler". In meiner Region liegt die Durchfallquote für Umschüler je nach Jahrgang bei immer mindestens 50%, teilweise noch deutlich höher. Es liegen fachlich betrachtet Welten zwischen den regulären Azubis und den Umschülern. Natürlich gibt es auch mal einen richtig guten Umschüler und es gibt auch richtig schlechte Azubis aber insgesamt betrachtet ist der Unterschied wirklich brutal. Widersprüche gegen Ergebnisse haben in den allermeisten Fällen keinen Aussicht auf Erfolg.
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Mein Bewerbungsgespräch
Offiziell ja, in der Praxis immer seltener. Die allermeisten Betriebe in meiner Region nehmen nur noch Azubis wenn diese Vorkenntisse haben und im AE Bereich teilweise schon absurd hohe Vorkenntnisse. Ich hatte gerade kurz vor Ferienstart ein Krisengespräch mit eine Azubi aus dem 1 Lehrjahr, dem vorgeworfen wird er könnte nicht für Kundenprojekte eingesetzt werden im vgl. zu seinen beiden Vorgängern (die beiden Vorgänger hatten bereits jeweils jahrelange Erfahrung aus dem Privatbereich oder abgebrochenem Studium). Der Juniormarkt ist kaputt, die Unternehmen zögerlicher auch mit der Anzahl der Ausbildungsstellen und sobald sich die Ausbildungssituation verschärft konkurrieren plötzlich einige Azubis mehr auf eine Stelle als vorher. Dann nimmt ein Unternehmen gerne welche, die A: was können und B: durch diese Kenntnisse zeigen, dass sie wirklich Interesse haben und dadurch die Chance sinkt das man umsonst Ausbildungsressourcen verschwendet. Bei den Azubis die in der Probezeit aus meinen Klassen fliegen würde ich schätzen das über 90% die sind, die ohne Vorkenntnisse genommen wurden und dann feststellen das der Job oder die Tätigkeiten doch nicht das ist was man sich vorgestellt haben. Die wenigen, die die Probezeit mit Vorkenntnissen nicht bestehen sind die Probleme eher privater Natur oder krankheitsbedingt. Die Unternehmen merken das auch und versuchen (nicht alle, aber einige) die Risiken eben zu minimieren. Ich hatte damals meine Ausbildung bei meinem damaligen Arbeitgeber auch nur wegen massiver Vorkenntnisse bekommen (größere LAN-Parties technisch betreut, kleinere Programme geschrieben usw.). Gerade in der Anwendungsentwicklung würde ich persönlich auch erwarten, dass der Bewerber schon "irgendwas" mal in die Richtung versucht hat. Wenn jemand mir erzählt, dass er noch keine einzige Zeile Code geschrieben hat und mir dann versucht zu erzählen, dass das sein Traumjob ist, wäre ich maximal stutzig.
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skylake hat auf einen Beitrag in einem Thema reagiert:
Ist das machbar was mein Ausbilder zum Abschlussprojekt erwartet? FIAE
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Teil der Projektpräsentation von KI sprechen lassen – erlaubt / sinnvoll?
Zur Bewertung von KI kann ich aus Schulsicht/Aufsichtssicht das etwas ausführen: Wir müssen/dürfen nur nur Eigenleistung bewerten, keine KI generierte Leistung (das ist im Prüfungsrecht auch mehrfach gerichtlich festgehalten worden). Das würde ansonsten auch ganz andere Problematiken aufwerfen. Dann hätten Personen mit Geld und Zugang zu besseren KI-Modellen Vorteile gegenüber Menschen ohne entsprechende finanzielle Mittel. Aus dem Gesichtspunkt heraus wäre es schon unzulässig in Bezug auf eine standardisierte Prüfung und Diskriminierungsgrundsätzen. Es ist in der Schule sogar bereits rechtlich höchst problematisch, wenn ich Schüler eine Klassenarbeit auf ihren privaten Endgerät tippen lasse und das als zwingend voraussetze. Auf 16 Zoll arbeite ich schneller mit 2 Fenstern parallel als auf 10,1 Zoll. Das heißt, der Schüler mit dem 10 Zoll Gerät ist benachteiligt. Jetzt ist aber die Welt im Umbruch und allen Prüfern ist bewusst, dass KI überall Einzug gehalten hat. Daher versucht scheinbar die IHK Berlin mit dem Leitfaden einen Mittelweg zu gehen in dem sinnemäß sagt "KI ja, aber nicht too much". In der Praxis kann dann niemand die Prozentzahl genau ermitteln, daher finde ich die Formulierung unglücklich. Wir in unserem Ausschüssen sind an dem Punkt, dass wir KI erlauben, der Quellcode aber eindeutig kenntlich gemacht werden muss. Problematisch wird es aber dann, wenn 100% des gesamten Codes automatisiert erzeugt wurden. Jetzt könnte man die Eigenleistung auf die Erstellung der prompts lenken aber auch hier gibt es dann neue Probleme. Alles in allem eine schwierige Situation. Ich gehe davon aus, dass die PO geändert werden wird und die Gewichtung mittelfristig viel stärker auf das Fachgespräch und die schriftlichen Prüfungen abzielt. Die Doku war schon immer anfällig für Betrug aber mithilfe von KI wird der Punkt fast schon obsolet.
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Ist mein IHK-Abschlussprojekt technisch tief genug (FIAE)
Genau diese Art von Wortfetzen sind es, die einen Thread dann überkochen lassen. Daher bitte ich darum, dass in Zukunft zu unterlassen. Menschen die hier im Forum unterwegs sind um anderen zu helfen wollen normalerweise keine KI generierten Posts lesen müssen und reagieren dann entsprechend genervt. Ob und wann solche Reaktionen dann nachvollziehbar sind, steht auf einem anderen Blatt. Kann als Projekt funktionieren, wenn die dahinter liegende Zuweisungslogik entsprechend aufgebaut ist. Du solltest in der Dokumentation dann kenntlich machen, worin die Komplexität und Problematik bestand, die 80Std rechtfertigen. Gerade im Zeitalter von KI können so manche Projekt auch ein simpler prompt sein und wenn der PA im Glauben ist, es sei auch nur ein Prompt gewesen hat man häufig ein Problem... Aktuell ist es der größte Umbruch in den Fachinformatikerprüfungen seit 20 Jahren und KI vereinfacht teilweise die Arbeit derart enorm, dass es die Nachvollziehbarkeit des PAs erschwert. Es geht auch nicht nur um den Punkt Betrug durch KI sondern einfach der Tatsache geschuldet, dass frühere 80Std Projekte teilweise heute durch KI in einem Bruchteil der Zeit umgesetzt werden können. Das führt dann zu ganz skurrilen Situationen. Menschen die keine KI einsetzen, bekommen dann plötzlich Projekte abgelehnt die vor paar Jahren ohne Probleme durchgegangen wären was wiederum einen immer mehr dazu zwingt, exzessiv KI einzusetzen um zukünftige Projekte genehmigungsfähig zu bekommen. Das ist eine ähnlich (negative) Entwicklung wie die Sache mit den 40Std/80Std bzw. der geringeren Stundenzahl früher. Der allererste FI Jahrgang gab noch Dokumentationen ab, bei denen man auch gesehen hat das nur 3-4 Stunden in die Erstellung geflossen sind. Da es aber schwer nachweisbar ist fingen die ersten an einfach 10Std+ in die Dokumentation zu investieren, um damit einen Vorteil zu erarbeiten und das hat sich über die Jahre derart hochgeschaukelt das ich in den letzten Jahren Dokus gesehen habe, in der definitiv weit über 20-30Std in die Erstellung investiert wurde. Ich denke durch KI wird es in eine ähnliche Richtung gehen, nur viel schneller und extremer. Vielleicht sehen wir dann in ein paar Jahren eine Änderung der PO, dass mündliche Prüfungen einen höheren Stellenwert bekommen als aktuell.
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N8N Workflow im Abschlussprojekt (FIAN)
Ich würde es höchstwahrscheinlich ablehnen aus verschiedensten Gründen. Punkt 1: Ich hab jahrelange Erfahrung mit Zapier (sehr ähnlich zu n8n) und zu beiden existieren mittlerweile dutzende Templates mit denen du selbst komplizierte Workflows in sehr kurzer Zeit abbilden kannst. Daher ist es schwierig zu rechtfertigen wofür du 80Std aufbringst, wenn der Hauptteil (Implementierung) aus ein paar Klicks bestehen. Punkt 2: Die technische Komplexität der Umsetzung kann so flach werden, dass es nachteilig für den Prüfling wäre (API Keys einfügen ist nicht technisch komplex). Punkt 3: Ich schätze einfach mal ins Blaue das 90%+ der Lehrer n8n nicht kennen und dasselbe gilt sehr wahrscheinlich auch für so einige ältere Arbeitgeber/Arbeitnehmer. Für ein PA unbekanntes Softwareprodukt einzusetzen und das gesamte Projekt quasi darauf auszurichten hat das große Risiko, dass der PA sich eben damit nicht auskennt und dann nur irgendwelche Fragen im Fachgespräch stellt die damit nichts zu tun haben oder aber sie googeln n8n und kommen dann zum Schluss, dass die angegebenen Zeiten vollkommen unrealistisch sind und rupfen einen dann punkttechnisch. Punkt 4: Man kann in Zapier/n8n auch richtig eskalieren fachlich aber das einem PA in einem Antrag klar zu machen ist häufig schwierig. PAs neigen dazu Anträge abzulehnen wenn sie befürchten, es könnte ein "lowbob" Projekt werden und gerade bei N8N müsste man deutlich herausstellen wo die Komplexität im eigenen Projekt begründet liegt. N8N, Zapier und Produkte wie PowerAutomate sind alle super interessant und mächtig aber für eine IHK-Prüfung sehe ich deutlich mehr Nachteile als Vorteile. Es bedeutet aber nicht, dass es nicht genehmigungsfähig ist oder man mit solchen Produkten keine 100P bekommen kann. Doch kann man, die Chance auf unnötige Nachteile/Probleme wären mir persönlich damit aber deutlich zu hoch.
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Vorbereitung Bewerbungsphase zur Ausbildung FiSI / Duales Studium / Online Studium
Offiziell braucht man gar keine Vorkenntnisse für einen Ausbildungsplatz. Inoffiziell kommt es sehr auf die Region und die Konkurrenz auf den Markt an. Allerdings kann das auch bei schlechten Firmen nach hinten losgehen, wenn man bspw. als toller Programmierer in die Ausbildung startet und dann vom Unternehmen nicht mehr ausgebildet, sondern nur noch unter Mindestlohn ausgebeutet wird für irgendwelche Kundenprojekte. Optimal wird sein, wenn die Firma sieht, dass man Lust auf den Bereich hat und durch das Interesse sich vllt. schon 1-2 Sachen mal angesehen hat. Keiner erwartet, dass man Full-Stack-Projekte durchführen kann oder Netzwerke einrichten oder ein Pro darin ist, Linuxserver zu administrieren. Um Unternehmen die ausschließlich solche Personen als Azubis einstellen wollen, würde ich ohnehin einen Bogen machen ... Für das Fernstudium hingegen gilt, das man wirklich absolut gar nichts vorher können muss (IT). Mathematikinhalte aus der Schulzeit sollten allerdings sitzen, sonst wird es richtig arbeitsintensiv.
- Welches Gerät für die Berufsschule?
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Arbeiten mit Meta-Quest/VR
Sehe das auch als problematisch an. Die Quest 3 und co. sind für die Augen einfach zu anstrengend mit der Zeit und die Apple Vision Pro ist zu schwer und strengt die Augen auch an. Letzteres ist einfach so ein Gadget bei dem man ein "WOW" Effekt hat, wenn man das erste Mal einen Film darüber schaut aber spätestens wenn man versucht produktiv damit zu arbeiten hatte ich zumindest das Problem, dass bspw. in Excelsheets die Linien meine Augen sehr beanspruchen und ich froh war sie abzusetzen. Das Phänomen trat auch bei Kollegen auf, die sich die Brille ausgeliehen haben. Film gucken = Mega Produktiv arbeiten = eher nicht so ... Bei der neuen mit M5 und dem neuen Kopfband soll es etwas angenehmer sein aber selbst dann ist das Gewicht einfach zu hoch für stundenlange Sessions. Sollten die Hersteller es hinbekommen das Gewicht auf die Hälfte zu reduzieren, mehr Anwendungen bereitzustellen und co. wird sich das vllt ändern. Aber stand heute gibt es nichtmal nativ Netflix oder YouTube für die Vision Pro....
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Remote/Workation außerhalb EU
Amen. Genau das ist der Punkt, warum es nach aller Wahrscheinlichkeit nicht funktionieren wird. Habe ich tatsächlich und das ging aber über ein internationales Team mit Außenstandort und nicht als einzelner digitaler Nomade. Die einfachste Möglichkeit besteht darin, dass du ein deutsches Unternehmen findest welche ein Auslandsstandort besitzt und dich darüber dorthin schickt. Dann ist aber meist nichts mit 100% am Strand liegen remote. Außerdem wirst du dann feststellen, dass es selbst in DE-Unternehmen je nach Struktur für den Außenstandort dann die Regeln des jeweiligen Ziellandes gelten. Das heißt z. B. in den USA 7-14 Tage Urlaub, nicht 30 Tage. Keine/Kaum Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und ganz andere Kündigungsstrukturen. Für China mit 996 oder Japan gilt dasselbe, nur wesentlich restriktiver und krasser. Jeder Deutsche, der den Luxus von Arbeitnehmerrechten hier genossen hat, wird im Strahl **** wenn er in dortige Strukturen eingebettet wird. Es gibt auch Firmen, bei denen du alle DE-Benefits behältst und im Ausland arbeitest aber auch die haben teilweise Voraussetzungen, die nicht unerheblich sind. Es muss für das Unternehmen ja einen sehr gewichtigen Grund geben, den Aufwand (gerade für dich) zu betreiben. Ein guter Freund von mir arbeitet für eine Automobilzulieferer in Japan und die Voraussetzung hierfür war, dass er N1 Level in japanisch vorweisen kann. Japanisch und Mandarin auf N1 oder respektive C1 zu bekommen ist ein gigantischer Arbeitsaufwand der in keinem Verhältnis (Einkommen <-> Zeit) mehr steht. Selbst mit Fleiß (sehr, sehr viel Fleiß) und Talent vergehen Jahre um Mandarin halbwegs auf die Kette zu bekommen (vor allem da es eine tonale Sprache ist). Japanisch mag zwar von der Aussprache leichter sein (vom Pitch abgesehen) aber die Grammatik ist hammerhart und paar tausend Kanji auswendig zu lernen damit man im Alltag gut klar kommt, dafür brauchen selbst Japaner viele Jahre und haben tagtäglich Berührungspunkte. Südamerika ist um Welten einfacher reinzukommen (sowohl Einreise, als auch die Sprache). Spanisch auf einem passablen Niveau zu lernen dauert nicht lange und die Auswahl der Länder in die du dann reisen könntest, ist enorm viel höher als mit Koreanisch, Japanisch oder Mandarin. Außerdem hättest du in Lateinamerika noch den großen Vorteil, dass falls du ein Unternehmen findest, die dich nach DE-Maßstäben bezahlt, du in Ländern wie Kolumbien verdammt gut leben könntest. Ich durfte damals während der Universität und danach eine ganze Zeit im Ausland verbringen (England, Asien) und ich kann dir nur empfehlen, dass wenn du wirklich Richtung Asien schielst, dann beschäftig dich lieber mal mit der Kultur des Ziellandes und geb dir mindestens jeden Tag 3-4 Stunden die Sprache mit Sprachlehrern und bei vermutlich 99% ist dann die Luft schnell raus, da zwischen Animes gerne gucken und dort leben doch ein nicht zu verachtender Unterschied besteht. Hier im Forum gibt es auch einen Teilnehmer, der in Japan lebt @Sullidor . Den kannst du sicherlich direkt fragen wie er es gemacht hat. Für China kannst du mir auch gerne eine PM schreiben.
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Firmenrichtlinien ändern sich andauernd, Code soll angepasst werden
Kommt halt darauf an warum diese Änderungen erzwungen werden. Sollte es sein, um verschiedene Codebasen einheitlich zu bekommen finde ich das ganze durchaus sinnvoll oder wenn man einen allgemeinen Standard einhalten möchte. Wird es aber hingegen erzwungen weil irgendeiner aus der Führung zu viel Freizeit hat ist es halt eine ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme). Im Endeffekt hat es dich aber auch nicht zu interessieren. Du bekommst dein Geld für Leistung und wenn der AG möchte, dass du deine wertvolle Arbeitskraft verwendest um Variablen umzubenennen sei es drumm. Es ist ja nicht dein Geld und sollte die Arbeit dadurch langfristig eintönig werden kann man entweder das Gespräch suchen und falls das nicht wirkt eben den AG wechseln. Vllt. habe ich als beamter aber auch ein zu dickes Fell was unsinniger, bürokratischer Mist angeht. Würde ich mich über jede ABM, Verordnungspunkt usw. aufregen den ich als unnötig empfinde, hätte ich schon mindestens 3x Herzinfarkte erlitten.
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Mitarbeitergespräch - Objektive Meinung
Ich kann dir aus langjähriger Erfahrung in diversen Unternehmen sagen, dass bei (internen) Beförderungen zu einem ganz gewaltigen Teil "gemenschelt" wird. Jemand, der sich nur ins HO zurückzieht, nie gesehen wird, kaum/keine Gespräche führt ist dann ganz oft raus aus der Beförderungsschiene (in meinem jetzigen Umfeld sogar zu 100%). Umgekehrt habe ich es schon häufig erlebt das Menschen Gehaltserhöhungen bekamen und/oder befördert wurden, die zwar fachlich wenig Ahnung hatten, aber mit der Führungsetage und Basis ein gutes Verhältnis hatten. Vor vielen Jahren hatte ich mal eine ähnliche Situation, als ich eine Beförderung wollte und der Meinung war diese verdient zu haben (fachlich top, aber unsichtbar). Die Beförderung ging dann an einen Bewerber der fachlich weniger konnte, aber deutlich sichtbarer war. Solche Erfahrungen muss man machen, daraus entsprechende Schlüsse ziehen und sich entweder anpassen für die Beförderung/Gehaltserhöhung oder es innerlich abschreiben. Alternativ leichter funktioniert natürlich das Hopping von Unternehmen zu Unternehmen und dadurch sein Gehalt nach oben schrauben aber intern die Karriereleiter nach oben zu klettern ist wie gesagt deutlich schwieriger, wenn niemand einen kennt oder (noch schlimmer) Personen die Person nicht mögen oder für seltsam halten. Als Führungskraft interessiert mich das aber nicht... Das ist eine gute Entscheidung Brauchst du nicht, sofern es nicht Richtung Führungskraft gehen soll. Ehrlich: Um paar k€ mehr zu verdienen, reicht Sichtbarkeit im Team/Unternehmen/Subteams völlig aus. Da braucht es keine großartigen Social-Skills. Das wird eher wichtig, wenn du Abteilungen leitest und dann evtl. regelmäßig schwierige Bespräche führen darfst in denen es auch hitzig zugehen kann. (Gehaltserhöhungen die abgelehnt werden, Abmahnungen die ausgesprochen werden, Kündigungen von Mitarbeitern und co.). Nett sein, präsent sein, sich connecten (nicht nur mit der Führung, das wirkt immer etwas schleimig), sondern mit allen und dann läuft die Kiste normalerweise. (Das ist wie gesagt einfacher geschrieben als umgesetzt, vor allem für introvertierte Personen. Ich musste das auch über Jahre auf die harte Tour lernen... :) ).