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Was lernt eigentlich ein Wirtschaftsinformatiker an eine Uni (nicht FH)?


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Hallo,

ein guter Freund von mir studiert jetzt im 5. Semester Wirtschaftsinformatik an einer großen Uni (keine FH). Ich absolviere seit gut einem halben Jahr eine Ausbildung zum FiSi.

Ich möchte hier jetzt bitte KEINE FiSi/Wirtschaftsinformatiker Diskussion anregen und das Studium zum Wirtschaftsinformatiker auch nicht direkt mit einer FiSi Ausbildung vergleichen.

Aber meine Frage: Mein Kumpel ist wie gesagt im 5. Semster zum Wirtschaftsinformatiker. Ich bekomme immer wieder mit, dass er sehr viel privat lernen muss. Insgesamt scheint das Studium ganz schön schwer zu sein.

Aber..irgendwie hat er von "nichts" richtig Ahnung. Eigentlich hat er ja schon in einem guten halben Jahr einen Bachelor. Das Bachelor Studium ist ja so ausgelegt, dass man auch schon mit einem "Bachelor" arbeiten gehen könnte. Auch wenn eher Master Abschlüsse gefordert werden.

Wenn wir uns nun über unsere Tätigkeiten in der IT unterhalten, dann fällt immer wieder auf, dass er was den Beruf angeht absolut unsicher ist. Er kann nichts, was er auch nur Ansatzweise im Job einsetzen könnte. Da er privat schon vorher etwas mit HTML und Java gemacht hat, wollte er später im Berufsleben auch etwas im Bereich der Software/Anwendungsentwicklung beruflich machen. Jetzt stellt er aber fest, dass die Leute die wirklich beruflich in dieser Sparte arbeiten, viel mehr die "Code Freaks" sind, als er. Somit möchte er sich jetzt auf die Administration/Inhouse IT konzentrieren. Also das, was ich in der Ausbildung als FiSi lerne. (Nicht wörtlich nehmen, es ist jedenfalls die Richtung). Aber auch in dem Bereich hat er absolut keine Ahnung. Ich kenne mich jetzt schon (nach einem halben Jahr) ganz gut im Bereich Lotus Notes/Domino Server aus. Im Bereich verschiedener Windows und LN Server. Dazu in der Administration unserer fachspezifischen Programme und Server in der Firma. Dazu bringe ich mir ständige auch gerne etwas selber bei.

Er hat als angehender Wirtschaftsinformatiker angeblich noch nie den Begriff Subnetzmaske gehört, hat noch nie auf einen Server zugegriffen. Von der Server Installation wollen wir gar nicht erst sprechen.

Kurz gesagt, aus meiner Sicht hat er in 5 Semestern Wirtschaftsinformatik absolut nichts gelernt, mit dem man was im täglichen Berufsleben auch nur ansatzweise anfangen kann. Geht das Studium an einer Uni so am Berufsleben vorbei, oder habe ich einfach nur eine falsche Vorstellung des Studiums zum Wirtschaftsinformatiker?

Mir ist klar, dass ein Wirtschaftsinformatiker kein Admin sein soll, aber auch das analytische Arbeiten an der Schnittstelle "der Wirtschaft zur IT" ist ihm absolut unbekannt.

Aus meiner Sicht lernt ein Wirtschaftsinformatik Student bis zum Bechalor rein gar nichts, was er später seinem eventuellen Arbeitgeber anbieten kann.

Ich mache mir deshalb diese Gedanken, weil ich bis vor kurzem noch überlegt habe, meine FiSi Ausbildung aufzugeben und auch Wirtschaftsinformatik zu studieren. Das habe ich jetzt aber verworfen.

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Schau dir doch mal das Vorlesungsverzeichnis an oder lass es dir zeigen. Du wirst sehr schnell feststellen, dass ein Studium einen ganz anderen Schwerpunkt hat und auch anders auf den Beruf vorbereitet.

Das würde ich nicht so pauschal sagen.

Ein anderer Freund von mir hat an einer FH studiert. Er wurde dort super auf das Berufsleben und den Beruf vorbereitet und hat direkt nach der FH einen sehr guten Job bekommen.

Deshalb habe ich auf meinem Posting auch Wert auf den Ausdruck "Uni nicht FH" gelegt.

Dazu weiß ich nicht genau was Du mir sagen möchtest. Vielleicht kannst Du es etwas genauer erklären. Ein Absolvent eines Wirtschaftsinformatik Studiums, sollte doch auch die Fähigkeiten erlangt haben, damit einen guten Job einzunehmen. Dachte ich jedenfalls...

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Hallo,

Aber..irgendwie hat er von "nichts" richtig Ahnung. Eigentlich hat er ja schon in einem guten halben Jahr einen Bachelor. Das Bachelor Studium ist ja so ausgelegt, dass man auch schon mit einem "Bachelor" arbeiten gehen könnte. Auch wenn eher Master Abschlüsse gefordert werden.

Ich sehe den Bachelor-Abschluss eher als eine Art Ticket für den Zutritt in bestimmten Positionen/Stellen an. Das Problem ist, dass in 2 1/2 Jahren soviel Wissen/theoretische Grundlagen vermittelt werden muss/müssen, dass kaum etwas vertieft werden und im Rahmen des Studium angewandt kann. In der Regel ist kein Studium darauf ausgelegt, dass man direkt danach in das operative Geschäft (siehe die große Anzahl an Trainee-Programmen in den Stellenausschreibungen) einsteigt.

Jetzt stellt er aber fest, dass die Leute die wirklich beruflich in dieser Sparte arbeiten, viel mehr die "Code Freaks" sind, als er. Somit möchte er sich jetzt auf die Administration/Inhouse IT konzentrieren. Also das, was ich in der Ausbildung als FiSi lerne.

Ein (Wirtschafts-)Informatik-Studium zielt nicht darauf ab um hinterher "Code-Freaks" in die Wirtschaft entlassen zu können, es wird vielmehr auf die professionelle Methodik ("Software Engineering") Wert gelegt. Um das operative Programmieren zu erlernen muss ich nicht studieren, aber die Konzepte und theoretischen Vorgehensweisen sind das entscheidende.

Ich kenne mich jetzt schon (nach einem halben Jahr) ganz gut im Bereich Lotus Notes/Domino Server aus. Im Bereich verschiedener Windows und LN Server. Dazu in der Administration unserer fachspezifischen Programme und Server in der Firma.

In keinem Studiengang wird es eine Vorlesung zum Thema Domino-/Windows-Serveradministration geben.

Er hat als angehender Wirtschaftsinformatiker angeblich noch nie den Begriff Subnetzmaske gehört, hat noch nie auf einen Server zugegriffen. Von der Server Installation wollen wir gar nicht erst sprechen.

s. o.

Geht das Studium an einer Uni so am Berufsleben vorbei, oder habe ich einfach nur eine falsche Vorstellung des Studiums zum Wirtschaftsinformatiker?

Der Vergleich hinkt einfach. Die Ziele einer IHK- und einer akademischen Ausbildung sind so unterschiedlich, dass deine Beispiele größtenteils nicht passen. Hier kannst du die Definitionen nachlesen:

Grundkurs Wirtschaftsinformatik ... - Google Bücher

Wirtschaftsinformatik: Eine Einführung - Google Bücher

Mir ist klar, dass ein Wirtschaftsinformatiker kein Admin sein soll, aber auch das analytische Arbeiten an der Schnittstelle "der Wirtschaft zur IT" ist ihm absolut unbekannt.

Ja, das ist Schade, weil das eines der Hauptthemengebiete ist, für die die Wirtschaftsinformatik-Studenten ausgebildet werden. Hier würde ich mal mangelnde Kenntnisse bei deinem Bekannten unterstellen.

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kurz vorab: ich habe selber eine Ausbildung als IT-SE (+ 5 Jahre Berufserfahrung) hinter mir und studiere nun im 3. Semester Wirtschaftsinformatik an der Fernuni Hagen (Teilzeit).

Wie Lupo bereits geschrieben hat, ist ein Studium nicht dazu da, einen "Fachidioten" auszubilden.

z.B. bei einem größeren Softwareprojekt fallen "nur" ca. 15% an reiner Programmierung an. Der Rest ist Anforderungsanalyse etc.

Als Wirtschaftsinformatiker hast du im Vergleich zur Ausbildung eine wahnsinnige Stoffmenge, da du quasi (bei mir zumindest so) erstmal ein komplettes Grundstudium in BWL hast. Erst jetzt im 3. Semester habe ich erstmalig Objektorientierte Programmierung als Modul.

Es geht im Studium mehr um Konzepte/Theorien/Modelle.

Bevor Programmierer mit ihrer Arbeit anfangen können, gilt es eine Menge im Voraus zu klären (z.B. Finanzierung des Projektes). Das alles sind Inhalte eines Wiinf-Studiums.

Du bekommst Kochrezepte an die Hand. Wenn man speziell in der Softwareentwicklung Fuß fassen möchte, lernst du die Grundlagen hierfür. Die weiteren Spezialisierungen muss man, entweder durch Masterstudium oder durch learning by doing vertiefen. Das ist aber fast immer so.

Durch das Studium eines Wiinf kannst du später wesentlich mehr Berufsfelder "abdecken" als mit einer reinen Ausbildung.

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Hallo,

vielen Dank für eure Ausführungen zu dem Thema.

Dann kann man sich wohl als Fazit darauf einigen, dass ein Wirtschaftsinformatiker Student (jedenfalls an einer Uni) sich seinen eigenen persönlichen Schwerpunkt suchen muss und dann sehr viel Eigeninitiative entwickeln muss.

Dann muss ich sagen, dass mein Bekannter das ganze wohl selber etwas falsch sieht. Er versucht sich mit aller Kraft den "Stoff der Uni" anzueignen, sonst macht er aber nichts. Er verlässt sich zu 100% auf den Uni Stoff. Das Problem ist derzeit einfach, dass er gar nicht weiß was er mal im Beruf machen möchte. Also hat er auch keine Schwerpunkte auf die er sich konzentrieren kann.

Wenn man keine Eigeninitative hat, dann ist das Wirtschaftsinformatiker Studium wohl (genauso die die meisten anderen Studiengänge) der falsche Weg...

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Das hast du falsch verstanden.

Es geht im Studium mehr um Konzepte/Theorien/Modelle.

Bevor Programmierer mit ihrer Arbeit anfangen können, gilt es eine Menge im Voraus zu klären (z.B. Finanzierung des Projektes). Das alles sind Inhalte eines Wiinf-Studiums.

Mit einem Bachelorstudium wird eigentlich darauf abgezielt das die Projektplanung übernommen wird, nicht die Ausführung. Genau das wird im Studium vermittelt. Wenn er Programmierer werden will hat er einige grundlegende Dinge falsch gemacht denn dafür ist kein Studium notwendig, sondern eine Ausbildung völlig ausreichend. Gleiches gilt für Systemadministration und Integration. Studenten sind für solche Tätigkeiten eindeutig überqualifiziert und viel zu teuer und wie schon selbst erkannt idR nicht fähig dazu.

Bearbeitet von trollr
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Das hast du falsch verstanden.

Mit einem Bachelorstudium wird eigentlich darauf abgezielt das die Projektplanung übernommen wird, nicht die Ausführung.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand ein Projekt plant, wenn er absolut keine Ahnung von dem hat was er dort plant.

Ich habe im Bekanntenkreis zwei Projektleiter die jeweils bei sehr großen und bekannten Firmen arbeiten. Beide beide haben kein "IT Studium" absolviert, sondern einen anderen Uni Abschluss. Aber beide haben sicher 20 Jahre Berufserfahrung in der Anwendungsentwicklung und wissen damit ganz genau, was sie dort planen.

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@Trail

Speziell in deinem Fall, muss man natürlich für die Projektplanung auch Wissen in Softwareentwicklung haben. Da aber deine Bekannten einen anderen Studiengang gewählt haben, heißt das ja eigentlich im Umkehrschluss, dass Sie sich die Fähigkeiten selber bzw. durch learning by doing beigebracht haben. Im Wiinf Studium bekommst du zumindest die Grundlagen für z.B. Softwareentwicklung vermittelt.

Je nach Unternehmen variieren ja auch die Tätigkeiten.

Man könnte auch einen Schwerpunkt im Studium auf Banken/Finanzen legen, um somit bei Finanzdienstleistern spezielle Software (mit notwendigen BWL-Wissen) zu planen. Auch gibt es viele Wiinf die sich z.B. auf SAP bzw. generell ERP spezialisieren.

Aber wie gesagt, zu einer Projektplanung gehört wesentlich mehr dazu, als nur die reine Softwareentwicklung.

Deine Bekannten werden dann vermutlich mehr in Richtung Softwarearchitektur unterwegs sein, oder?

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@DarkMaster

Danke für deine Antwort.

Aber das bestätigt dann ja wieder meine Meinung, dass man sich als angehender Wirtschaftsinformatiker nicht einfach nur zu 100% auf den "Stoff" verlassen darf, den man durch die Uni bekommt. Man muss also auch Eigeninitiative einbringen und das wohl sogar in einem größeren Umfang. Wer das nicht kann, der ist dort wohl falsch. Das ist leider bei meinem Bekannten der Fall.

Wie sich der Fachbegriff bei meinen anderen Bekannten genau nennt, weiß ich gar nicht. Ich glaube das ist bei ihnen gar nicht so genau definiert.

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Aber das bestätigt dann ja wieder meine Meinung, dass man sich als angehender Wirtschaftsinformatiker nicht einfach nur zu 100% auf den "Stoff" verlassen darf, den man durch die Uni bekommt. Man muss also auch Eigeninitiative einbringen und das wohl sogar in einem größeren Umfang.

in welchem Studiengang (und auch Beruf) ist das nicht so?

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Ziel eines Studiums ist es sich eine möglichst breite fachliche Basis zu erarbeiten.

Im optimalen Fall sollte ein Studierter Irgendwas also in der Lage sein sich in seinem Fachbereich schnell und effizient jede Art

von Spezialwissen anzueignen.

Dass er in der Lage ist dies eingeständig zu tun hat er mit dem Studium bewiesen (zumindest in der Theorie).

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Ziel eines Studiums ist es sich eine möglichst breite fachliche Basis zu erarbeiten.

Im optimalen Fall sollte ein Studierter Irgendwas also in der Lage sein sich in seinem Fachbereich schnell und effizient jede Art

von Spezialwissen anzueignen.

Dass er in der Lage ist dies eingeständig zu tun hat er mit dem Studium bewiesen (zumindest in der Theorie).

Genau darauf zielt das Studium ab, denke ich.

Es gibt auch viele Admin/Entwickler-Stellen, die für Studierte ausgeschrieben sind.

Sicherlich ist eine Ausbildung da praxisorientierter, aber jeder FISI/AE muss sich in einem neuen Job genauso neue Dinge aneignen.

Von den Studenten erhofft man sich aufgrund Ihrer Vorbildung wohl einen solchen Einstieg/Einarbeitung schneller, eventuell auch was besonders komplexe Themen angeht.

Sind wir mal ehrlich, Entwicklung und Administration sind ein Handwerk, der Studierte ist wohl oft eher für die Konzeption/Planung verantwortlich. Damit will ich nicht sagen, dass ein Ausgebildeter das nicht kann, im Gegenteil, er profitiert von seiner Praxiserfahrung.

Letztendlich wird der Studierte mit Sicherheit nicht im Serverraum abhängen und schweißtreibende USV/Server implementieren.

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Hallo,

ich komme selber aus der Admin/Netzwerktechnik und musste feststellen, dass Akademiker wenn überhaupt eher in der Entwicklung tätig sind (es gibt meiner Meinung nach sogar viele studierte Entwickler). Abgesehen von einigen Ingenieuren, die aber meistens auch hauptsächlich im Vertrieb anzusiedeln waren, treffe ich in meinem Aufgabenbereich eher auf Fisis.

Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

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Gast Gesperrt_61948
Hallo,

ich komme selber aus der Admin/Netzwerktechnik und musste feststellen, dass Akademiker wenn überhaupt eher in der Entwicklung tätig sind (es gibt meiner Meinung nach sogar viele studierte Entwickler). Abgesehen von einigen Ingenieuren, die aber meistens auch hauptsächlich im Vertrieb anzusiedeln waren, treffe ich in meinem Aufgabenbereich eher auf Fisis.

Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Dann will ich dich mal eines Besseren belehren. Ist aber nett gemeint ;-)

Bei uns (Inhouse IT/keine IT Branche) ist es so, dass gar keine genauen Vorgaben dafür gibt, ob jemand "nur" eine Ausbildung hat oder studiert hat. Bei uns gibt es FiSi`s ohne Studium, FiSi`s die nach der Ausbildung noch ein berufsbegleitendes Studium absoliviert haben, dann haben wir Diplom Informatiker und auch einen Wirtschaftsinformatiker. Es ist natürlich schon so, dass die FiSis eher die "Strippen ziehen" und mehr Zeit im Serverraum verbringen, aber grundlegend macht bei uns jeder alles. Der IT Projektleiter zieht auch schon mal ein paar Kabel oder sitzt im Serverraum und sucht nach verschollenen E-Mails im "Spam Server". Zur gleichen Zeit sitzt der FiSi mit dem Vorstand und anderen Bereichsleitern zusammen und plant unseren Neubau. Das darf man nicht immer genau definieren.

Genauso ist es wenn ich "Kollegen" von anderen großen Firmen spreche, die gerade Fachkräfte suchen. Da wird dann in einer Stellenausschreibung für einen Inhouse ITler dann auch mal ein Wirtschaftsinformatiker genauso gesucht wie ein Fachinformatiker. Die Qualifikation der Person muss stimmen, nicht unbedingt sein Titel auf dem Papier.

Ich kenne übrigens auch zwei Wirtschaftsinformatiker, die keinen Job finden, weil sie eben absolut keine Erfahrung im Berufsleben haben und sich auch nie darum gekümmert haben. Da stellen wir dann eben auch mal lieber ein FiAe oder FiSi ein, wenn er uns eine bessere Qualifikation mitbringt und wirklich motiviert ist.

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Hallo,

wie bereits empfohlen, lies dir das Vorlesungsverzeichnis durch / Frage nach welche Kurse er besucht hat (am besten mit den meist wenig helfenden Kursbeschreibungen). An einer Uni kann er meist relativ frei wählen, das heißt er entscheidet selbst welchen Weg sein Studium gehen soll. Wenn er allerdings als Weg einen Kreisel wählt ist das nicht allzu hilfreich.

Ich kann, da ich sowohl die Ausbildung als auch ein FH-Studium mache sagen, dass die Schwerpunkte etwas anders liegen. Bei dem Studium geht es auch häufig um das wissenscahftliche daran, bsp. würde sich ein FISI nie um eine Definition von "Internet", "verteilte Systeme" oder "Nachricht" und deren Bedeutung kümmern. Er weiß es einfach, und macht sich darüber keine Gedanken. Dennoch ist es eventl. sinnvoll sich darüber Gedanken zu machen, denn Informatiker müssen auch häufig mit "Nicht-Informatikern" kommunizieren, dafür ist dieses allgemeine Verständnis sehr hilfreich.

mfg

Christian

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  • 8 Monate später...

Hallo,

ich hole diesen Thread noch mal hoch. Seit dem letzten Posting sind viel Monate vergangen.

Ich bin jetzt im zweiten Ausbildungsjahr zum FiSi in einer Bank. Dort habe ich die täglichen Aufgaben der Administration, IT Organisation und Planung. Da wir eine kleine Bank sind (drückt man das so aus?), bin ich der erste und einzige Azubi zum FiSi. Ich habe gute Kollegen und einen guten Ausbilder. Doch eine bestimmte Struktur im Bereich der Ausbildung habe ich nicht. Fast alle läuft durch das Tagesgeschäft.

Ich musste sehr früh lernen, dass man sich in der IT auch vieles selber beibringen oder wenigstens vertiefen muss. Es gehört sehr sehr viel Eigeninitative dazu. Am Anfang habe ich mir damit etwas schwer getan, weil ich das so in dem Maß von meiner ersten Ausbildung nicht gewöhnt war. Jetzt bin ich aber sehr gut mit "im Geschäft" und die Ausbildung macht mir viel Spaß.

Ich habe einige Bekannte, die tweilweise schon sehr lange in der IT und dort auch in Führungspositionen tätig sind. Natürlich gehört es deswegen auch mal dazu, im Freundeskreis etwas zu fachsimpeln.

Jetzt komme ich zum ursprünglichen Thema:

Ein guter Freund von mir studiert, wie im Ausgangsposting schon erwähnt, Wirtschaftsinformatik an einer Uni (keine FH). Vor meiner aktuellen FiSi Ausbildung habe ich mir auch überlegt mit ihm zusammen WI zu studieren. Heute bin ich froh, dass ich es nicht getan habe.

Entweder ist mein Kumpel/Freund das schlechteste aktuelle Beispiel eines WI Studenten oder ein WI Studium hat absolut nichts mit der Realität im Berufsleben zu tun.

Er (der WI Student) ist jetzt im 6. Semester und schiebt seine BA Arbeit immer weiter vor sich hin. Ihm fällt kein Thema ein, welches ihn interessiert. Allgemein hat er absolut keinen Schwerpunkt in der IT in dem er wirklich Fähigkeiten hat, die ihm im Job etwas bringen würden.

Er kann ein wenig HTML "coden" (nicht wörtlich nehmen), dann ein Excel ein paar Listen erstellen und die Windows Betriebssysteme supporten. Dann ist aber schon Ende. Erst wollte er in der AW seinen Schwerpunkt finden und dort später arbeiten. Jetzt merkt er aber, dass er doch nicht so der "Code Freak" ist, wie er es selber beschreibt. Dann wollte er kurz was mit WebDesign machen, hat das aber wieder verworfen, weil er es nicht täglich machen möchte. Seit ein paar Monaten ist sein Schwerpunkt die Administration und InHouse IT. Dazu habe ich ihm bei uns in der Bank ein Praktikum besorgt. Es war schon sehr schwer ihn dazu zu überreden. Bei uns in der Bank hat sich dann im Alltag sehr schnell raus gestellt, dass er einfach von gar nichts auch nur ansatzweise Ahnung hat. Er hat drei Wochen benötigt um auf einem Testrechner von uns einen Exchange Account für einen User einzurichten. Mit Servern hat er noch nie etwas zu tun gehabt. Ein Subnetzmaske könnte für ihn auch eine Zutat für einen Kuchen sein.

Er macht sich aber auch nicht ansatzweise die Mühe sich dort mal ein klein wenig selber einzuarbeiten!

Ist das normal für einen WI Studenten im 6. Semester? Oder hätte er vielleicht besser an eine FH gehen sollen?

So hätte ich mir ein WI Studium nicht vorgestellt.

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Was erwartest du jetzt für eine Antwort? Wenn man eine Vollprinte in einen Ausbildungsgang steckt und diese Person keine ausreichende Eigeninitiative mitbringt, dann wird auch am Ende eine Vollprinte herauskommen (nur eben mit Schein). Solche Beispiele gibt es genauso bei Auszubildenden. Bei der ordinären dualen Ausbildung gibt es aber mehr kontrollierende Instanzen als bei einer Hochschul-Ausbildung. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand mit antriebsloser Herumdödelei durch die duale Ausbildung kommt, ist damit vermutlich geringer.

Im Übrigen fußen manche Dinge auch auf falscher Erwartungshaltung gegenüber einem Hochschulabsolventen. Man kann nicht unbedingt erwarten, dass ein Absolvent Ahnung von Exchange-Servern hat. Eine Hochschulausbildung ist keine Microsoft-Schulung.

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Gast Gesperrt_61948

Ich dachte ehrlich gesagt immer, bei einem Hochschulstudium wird einem auch gezielt der Weg ins Berufsleben näher gebracht.

Ich wusste nicht das ein Studium an einer Uni doch mit so viel Eigeninitiative verbunden ist. So wie sich das jetzt für mich darstellt steht es ja fast in einem Verhältnis von 40% Uni und 60% Eigeninitiative (wie diese auch immer gestalltet ist).

Mein Kollege/Freund sagt mir gegenüber immer, dass es bei seinen Studi Kollegen angeblich überall genauso aussehen würde. Sie hätten alle nicht mehr oder weniger Kenntnisse als er.

Bearbeitet von Gesperrt_61948
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Wirtschaftsinformatik != Informatik != FI Ausbildung

Und selbst ein Absolvent eines reinen Informatikstudiums wäre meistens nicht in der Lage mal eben etwas im Exchange einzustellen. Alle müssen sich einarbeiten. Einzige Unterschied: Viele sind dazu bereit, dein Freund anscheinend aber nicht! Mal ganz davon abgesehen, dass die meisten WI Studiengänge eher BWL/VWL lastig sind. Der WI Absolvent bildet lediglich die Brücke zwischen der IT & allen anderen Geschäftsbereichen, es sei denn er hat sich in seiner freien Zeit auf etwas anderes spezialisiert.

In der Wirtschaft sind das dann auch idR die Buzzword-Dropper.

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Ich dachte ehrlich gesagt immer, bei einem Hochschulstudium wird einem auch gezielt der Weg ins Berufsleben näher gebracht.

Ich wusste nicht das ein Studium an einer Uni doch mit so viel Eigeninitiative verbunden ist. So wie sich das jetzt für mich darstellt steht es ja fast in einem Verhältnis von 40% Uni und 60% Eigeninitiative (wie diese auch immer gestalltet ist).

Ein kleiner Vergleich hierzu (passt nicht zu 100%, aber geht in die Richtung):

Person A macht eine Ausbildung zur Krankenschwester. Die weiss nach 2 Jahren schon, wie man den Blutdruck misst, wie man Patienten beatmet, wie man gut Spritzen setzt und welche Medikamente man geben kann.

Person B studiert Medizin. Nach 2 Jahren Medizin-Studium weiss sie zwar eine ganze Menge - kann aber unter Umständen nicht einmal eine Spritze setzen und kennt sich sonst mit Patienten null aus. Und Operationen kennt sie zwar auch dem Buch und hat es u.U. schon an einer Leiche geübt - mit lebenden Patienten hat sie aber keine Erfahrung.

Ein Arzt und eine Krankenschwester/Krankenpfleger/Rettungsassistent sind zwei völlig unterschiedliche Berufe mit 2 völlig unterschiedlichen Ausbildungswegen. Ein Arzt muss im Krankhaus - im praktischen Jahr - auch viele Dinge lernen, bei denen sich eine Krankenschwester an den Kopf fassen würde.

Es ist für einen studierten Informatiker völlig egal, ob er weiss wie man einen Exchange Server aufsetzt. Es ist sogar völlig egal ob er weiss wie man die Subnet Maske in Windows ändert.

Viele bei uns in der Softwareentwicklung haben Mathematik studiert. Die wissen nach dem Studium wahrscheinlich auch fast nichts über objektorientierte Programmierung. Aber sie können sich in einer extrem kurzen Zeitspanne einarbeiten. Und das ist ja das, auf was es ankommt.

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