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Tauglich zum FI?


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Hallo,

kurz zu meiner Person: Bin mittlerweile 32 Jahre alt, habe mit Anfang 20 eine Ausbildung im Handwerk als Gas- und Wasserinstallateur abgeschlossen, danach mal hier mal dort gearbeitet zwischendurch auch einige Zeit Arbeitslos gewesen, und jetzt seit ca. 6 Jahren in der Industrie in der Produktion tätig.

Da ich so aber einfach nicht mehr weitermachen kann überlege ich momentan nochmal eine Ausbildung zu starten, FISI fände ich da recht interessant, bin allerdings etwas abgeschreckt durch die Anforderungen die die Betriebe stellen (->Guter Realschulabschluss, Fachhochschulreife oder Abitur) denn die erfülle ich nicht wirklich (Realschule abgebrochen, mittlere Reife dann durch die Abgeschlossene Berufsausbildung erreicht->https://de.wikipedia.org/wiki/Qualifizierter_beruflicher_Bildungsabschluss).

Habe schon recht lange mit Computern zu tun, da wir glücklicherweise schon recht früh einen PC zu hause hatten. Blöderweise habe ich das Ding meistens nur zum spielen genutzt.

Programmiererfahrung ist so gut wie nicht vorhanden, im teenageralter halt ein bisschen rumprobiert in GW- und Qbasic.

Hardwaremässig hats eigentlich auch erst vor knapp 1,5 Jahren angefangen mich richtig zu interessieren, habe mir damals einen Rechner selbst zusammengeschraubt.

Windows inkl. Treibern usw. zu installieren und einzurichten ist kein Problem, keine Ahnung ob das jetzt Grundkentnisse sind oder schon mehr?

Bisschen Netzwerk troubleshooting war auf LAN-Parties damals auch nötig, das war allerdings mehr trial&error.

Erfahrung mit Linux hab ich minimal, Ubuntu läuft bei mir auf nem alten Dell Optiplex, der dient mir als smartTV Ersatz.

Ansonsten an Technik und Naturwissenschaften interessiert.

Was meint Ihr, hätte eine Ausbildung zum FISI Sinn bei mir oder sollte ich doch eher was anderes versuchen?

mfg Simon

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Ich sage mal so "möglich ist alles", aber es kann schon etwas schwierig werden bzw. bei Deinem Werdegang kann es an einigen Stellen durchaus schwer werden. Als FI entwickelt man letztendlich Konzepte (bei FISI für Netzwerke / Server) und installiert diese dann.

Die Frage, die ich mir auf der einen Seite stellen würde ist, was bringt mir z.B. jemand der ca 10 Jahre eher handwerkliche (praktische) Erfahrung hat, was kostet er mich und für mich eine ganz wichtige Frage wäre "wie schnell kannst Du für Dich unbekannte Dinge lernen". Letzteres wäre für mich der allerwichtigste Punkt, denn ich würde schon erwarten, dass Du aufgrund Deines Alters eben viele Dinge deutlich besser & schneller lernen kannst, als jemand der evtl erst 16 oder 18 ist. Ich würde Dich aufgrund Deines Lebenslaufes mit einem Abiturienten mind. gleichsetzen, wobei Du aber was z.B. Arbeitsorganisation etc anbelangt mehr können musst.

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Ich denke mal das Problem wird nur, eine Firma zu finden, die dich ausbildet (falls nicht auch eine Umschulung in Frage kommen könnte). Die meisten Firmen wollen Azubis mit Abitur, die um die 18-20 Jahre alt, und möglichst selbständig sind.

Als Ü30er hat man es natürlich schwer gegen die Konkurrenz mit Abitur, die gerade aus der Schule raus ist (und somit gewohnt ist etwas neues zu lernen). dafür hat man jedoch einiges mehr an Lebenserfahrung, ist reifer / erwachsener und vermutlich auch zuverlässiger.

Das sind halt Sachen, die man als Vorteil zu nutzen versuchen sollte.

Zudem brauchst du eine gute Begründung, wieso du vom Installateurberuf unbedingt in die IT wechseln willst. Kann mit Interesse, besseren Berufsaussichten, besserem Arbeitsumfeld (weniger körperliche Arbeit), oder Spass daran, neue Dinge zu lernen zu tun haben. Da solltest du dir etwas überzeugendes überlegen für das Anschreiben bei der Bewerbung. Wenn du in dem Punkt gut da stehst, dann steigen auch die Chancen, dass jemand deine Bewerbung zu Ende liest oder dich sogar einstellt.

Gute Chancen hat man oftmals bei Ämtern oder sonstigen Einrichtungen des öffentlichen Dienstes.

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Ich war 15 Jahre in der Industrie in der Produktion tätig und hatte ebenfalls die Schnauze voll davon- weiß also wovon Du redest!!

Ich habe meine Ausbildung zum FISI mit 34 Jahren gemacht, war eine rein schulische Ausbildung und war auf zwei Jahre verkürzt. Das war schon happig, da man eben nur 2 Jahre Zeit hatte anstelle der 3,5 Jahre Regelausbildungszeit. Die Anforderungen sind schon ziemlich hoch, wenn man nebenbei noch eine Familie hat usw. und vor allem einen guten Abschluss hinlegen will. Mit einem Vierer-Durchschnitt und als Berufseinsteiger mit über 30 Jahren müsstest Du schon sehr viel Glück haben einen Job zu finden. Mein großes Glück war das enorme Hintergrundwissen, da ich mich seit fast 25 Jahren privat mit Computern, Netzwerken etc. beschäftigt hatte. Daher waren die Basics bei mir kein Thema und ich konnte mit komplexeren Themen in die Ausbildung einsteigen.

Ich kann Dir nur dazu raten Dich intensiv zu erkundigen und Recherchen einzuholen bevor Du einen solchen Schritt gehst, prinzipiell spricht aber auch nichts dagegen. Du musst eben auch einen Arbeitgeber finden, der Dich als "Ü30-Azubi" überhaupt einstellt. Das muss nicht immer ein Nachteil sein da einige Arbeitgeber auch die bereits gewonnene Lebenserfahrung höher einschätzen als die relativ geringe Erfahrung eines Schulabgängers (war zumindest meine Erfahrung).

Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Glück!

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Ich sehe die Sache ein wenig anders:

Betrachten wir einmal nüchtern die Fakten:

1) Du bist 32 Jahre alt - nicht frisch, aber noch gebrauchsfähig ;)

2) Du arbeitest seit 12 Jahren - mit Unterbrechung; zumindest die letzten 6 Jahre am Stück in der Produktion

Das allein heißt, daß Du sowohl weißt, was "Arbeiten" heißt - vorallem in der Produktion, wo es bestimmt nicht immer angenehm ist, als auch "erwachsen" genug bist, um zu wissen, was Du willst.

Wenn ich hingegen e.g. einen Abiturienten habe, der gerade erst mit der Berufsfindung anfängt, hast Du entschieden mehr Vorteile.

3) Realschule abgebrochen, mittlere Reife dann durch die Abgeschlossene Berufsausbildung erreicht

Hm. Das ist bestimmt nicht toll, denn das hat Dir jeder Absolvent voraus.

Andererseits, sofern Du Lesen, Schreiben, Rechnen kannst bist Du wieder en par mit Deinen Mitbewerbern. Ein Zeugnis bescheinigt Dir kein "Können", sondern lediglich, dass Du irgendwie durch die Prüfung gekommen bist. Und ein Realschulzeugnis sagt eben nichts anderes aus, als dass Du "erfolgreich" durch unser Schulsystem geschleust worden bist: Herzlichen Glückwunsch!

In beiden Fällen muss ich als Betrieb gucken, was die Leute können. Dafür gibt es eine "Probezeit". Wenn Du nicht bis 3 zählen kannst, findet man das innerhalb der Probezeit raus.

4 Du spielst mit Deinem PC

Was glaubst Du, machen Deine Mitbewerber? Viele meinen, weil Sie gerne selbst Spiele entwickeln wollen, dass Sie FIAE werden könnten. Also auch hier: keine Nachteile ggü. anderen.

Fazit:

Was meint Ihr, hätte eine Ausbildung zum FISI Sinn bei mir oder sollte ich doch eher was anderes versuchen?

Eindeutig ja! ich würde es in jedem Falle probieren. Ich bin auch erst recht spät zu einem zweiten Ausbildungsplatz (35) gekommen und habe einige Jahre suchen müssen.

Du brauchst halt einen Betrieb, denn Du überzeugen kannst und der Dir eine Chance gibt. Das kostet Zeit - aber lohnt sich in jedem Fall!

Bearbeitet von lilith2k3
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Ich sehe das wie Lilith2k3.

Du hast Lebenserfahrung, du kannst womöglich auch mal "mit anpacken" wenn irgendwo ein Server in das Rack geschraubt werden muss und bist durch deine vorherige Berufserfahrung in manchen Dingen einfach kreativer da du bereits die Grundzüge von zielgerichteten Fehlersuchen kennst.

Auch wirst du nicht jetzt eine Ausbildung beginnen und dann in der Probezeit abbrechen nur weil ein anderes Berufsbild nun doch spannender ist. Bei jungen Schulabgängern sieht das da schon mal anders aus. Von den Problemen die bei Azubis mitten in der Adoleszenz auftreten möchte ich gar nicht erst anfangen. Das hast du hinter dir.

Wage es.

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Ich sehe das auch wie Lilith2k3.

Ein gradliniger Lebenslauf ist schön, hat aber eben nicht jeder und es ist heutzutage ja auch gar nicht so unüblich, dass man nicht bis zur Rente in dem Beruf bleibt, den man nach der Schule sofort gelernt hat.

Du hast gegenüber deinen Mitbewerben ein paar Nachteile, aber auch Vorteile, es gibt ja durchaus Firmen, die ganz gerne Azubis einstellen, die schon etwas älter sind und auch wenn du die Realschule mal abgebrochen hast, das ist ein paar Jahre her und du hast danach gezeigt, dass du trotzdem was kannst und Durchhaltevermögen hast und so.

Ich habe letztes Jahr mit 33 auch einen Ausbildungplatz zur FIAE gefunden. Ich habe dir gegenüber zwar den Vorteil, dass ich Abi habe, aber dafür den Nachteil, dass ich 2,5 Jahre arbeitslos war vorher. Du musst einfach gut begründen können, warum jetzt die neue Ausbildung und warum diese, aber das schaffst du sicher. Also bewirb dich und viel Erfolg! :)

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Ich denke, die einzige Hürde ist es für dich, einen Platz zu bekommen. Ich habe selbst eine FISI-Ausbildung mit 24 angefangen und habe noch ein Informatik-Studium angehangen. Bin jetzt fast fertig. Ich denke du wirst dich maßlos unterfordert fühlen...die Berufsschule ist wirklich ein Witz gewesen und das, was man im Betrieb leisten soll, lernt man halt durch genug Einarbeitungszeit. Try it !

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  • 2 Wochen später...

Kann ich nur unterstützen.

Ein Bekannter in meiner Umschulung hatte schlechtere Karten und wird die Prüfung sicher gut abschließen. Die passenden Voraussetzungen sind meiner Meinung nach bei dir auch vorhanden. Wenns betrieblich nicht passt, versuchs mit ner Umschulung.

Ich wünsch dir dabei viel Erfolg :)

(Chancen bei Firmen / Umschulung hängen natürlich auch von deiner Region ab.)

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Die Frage ist halt ob man sich mit 32 Jahren und vorhandener Lebens- u. Berufserfahrung mit 18 jährigen, evtl. unreifen & "obercoolen" Schulabgängern in eine Klasse setzen will. Viele Ausbildungsbetriebe bevorzugen zwar etwas ältere Bewerber, aufgrund der warscheinlich gefestigteren Lebensbedingungen und mehr Berufserfahrung (zuverlässiger), aber einen Schulabgänger kann mehr noch erziehen und aufbauen. Schließlich stecken die ja auch erstmal viel Geld in dich.

Frag ma beim Amt, wie deine Chancen für eine geförderte Umschulung stehen. Vorausgesetzt in deiner Stadt gibt es Bildungsträger die das anbieten. Dein Vorteil wäre hier, das du mit "gleichaltrigen" im Kurs sitzt und du ein Praktikum (meist 9 Monate) absolvierst. Wenn du selber keinen Praktikumsplatz findest, dann über den Bildungsträger. Das klappt meistens, sonst würden die ja diese Umschulung nicht anbieten.

Für den Betrieb hat es den Vorteil, das die dich nicht bezahlen müssen und evtl. gute Erfahrungen in der Vergangenheit mit Praktikanten deines Bildungsträgers hatten. Bei Auszubildenten weiß man ja nie wirklich was auf einem zukommt.

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  • 2 Jahre später...

Hallo Zusammen.

Will mich hier mal wieder kurz melden, die letzten drei Jahre gingen doch recht schnell vorbei :blink:

Ich Habe den Schritt gewagt -> Reguläre Ausbildung angefangen in 08/2014, bei nem relativ kleinen aber feinen IT-Systemhaus.

Umschulung übers Amt oder so -> Keine Chance (Wortlaut von denen: Sie können gerne eine neue Ausbildung machen, aber das ist dann Ihr reines Privatvergnügen)

Finanziell ist die Zeit natürlich hart aber ansonsten habe ich den Schritt bisher noch nicht bereut.

Dieses Jahr gibts dann die Abschlussprüfung. Sollte kein Problem sein, wenn einem nur was vernünftiges als Abschlussprojekt einfallen würde -.-

Berufsschule und Neues lernen war für mich jetzt absolut kein Problem, mit minimalem Lernaufwand immer Note 1-2. Auch im praktischen Teil in der Firma, bzw. beim Kunden habe ich soweit keine Probleme. Kann also jedem der vielleicht in ner ähnlichen Situation ist nur empfehlen den Schritt zu machen.

Und thx an alle hier. Ihr habt definitiv zu meiner Entscheidung beigetragen :)

 

mfg Simon

 

 

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@Xlarge, vielen Dank für dein Feedback nach so langer Zeit! Es ist immer schön zu sehen, was dann am Ende aus dem TE geworden ist und vielleicht motiviert dieser Beitrag noch mehr Leute mit dem Interesse an einer Umschulung doch den Weg der Ausbildung zu gehen. ;)

Alles Gute für deine Prüfung und bei Fragen einfach hier im Forum melden! :)

Bearbeitet von neikei
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vor 3 Minuten schrieb Revtic:

Tatsächlich könnte das größere Problem werden, eine Firma zu finden die dich nimmt. Ich wünsche dir aber viel Glück bei der Stellensuche

Vielleicht einmal den Thread bis zum Ende durchlesen - der Fragesteller ist inzwischen kurz vor der Abschlussprüfung.

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