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Wechsel von Studium auf Ausbildung?

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Guten Tag,

 

momentan befinde ich mich (19 Jahre) in einem Mono Bachelor Studium für Informatik und muss leider immer mehr fest stellen, dass das nichts für mich, da es größtenteils nur Theorie erfordert und die Erklärungen so schwammig sind, das einem die Motivation zum eigenständigen lernen sehr schnell abhanden kommt.

Nun bin ich am Überlegen zum kommenden Jahr eine Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration anzufangen, da mich der Hardware Teil eh schon immer mehr interessiert hat. Wie sieht es aus, wenn man eine normale Ausbildung im Betrieb oder der Berufsschule macht? Ich nehme an, es gibt deutlich weniger Theorie und das man auch entsprechend geleitet wird.

Was sind die genauen schwerpunkte die man erlernt? Ich hab verschiedene Antworten gefunden, welche von "das ist eh nur Wiederholung und sitzt man auf einer Backe ab" bis hin zu "sieht fast nach Studium aus" gingen. Wie sieht es mit den Vorkenntnissen in Mathematik aus? Abiturmathe ist machbar und auch verständlich, allerdings gab es einen sehr steilen Sprung zwischen Abi- und Unimathematik.

 

Vielen Dank im Vorraus!

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vor 16 Minuten schrieb Scurra:

Ich nehme an, es gibt deutlich weniger Theorie und das man auch entsprechend geleitet wird.

Prinzipiell: Ja. Eine Ausbildung ist (oder besser gesagt: sollte) wesentlich praxisorientierter sein. Ist auch allergrößtenteils der Fall. Die Anleitung ist nochmal eine andere Sache, das hängt natürlich vom Betrieb ab. Erfahrungsgemäß gilt hier wohl: Je größer der Betrieb, desto größer die Chancen, das die Ausbildung "nach Vorschrift" abläuft, also mit designiertem Ausbilder / Ansprechpartner, Durchlaufen aller relevanten Abteilungen, etc.

vor 21 Minuten schrieb Scurra:

Was sind die genauen schwerpunkte die man erlernt?

Da schaust du dir am besten mal einen Ausbildungs- bzw. Rahmenlehrplan an ;) Es gibt durchaus Überschneidungen (zwischen den Systemintegratoren und Anwendungsentwicklern), aber eben auch Unterschiede. Das schlägt sich dann zB auch in den Verteilungen der Unterrichtsschulfächer nieder.

Dazu sei aber auch noch gesagt, dass das im Betrieb vermittelte Wissen natürlich schwerpunktmäßig erheblich davon abweichen bzw. darüber hinaus gehen kann, je nachdem, was für eine Art von Betrieb das ist. Ich selber arbeite zB in einem Hosting-Unternehmen, da betreuen wir zu 95% Linux-Server - dementsprechend hab ich hauptsächlich diesbezügliche Inhalte vermittelt bekommen, und auch noch ein wenig Netzwerk-Krams.

vor 28 Minuten schrieb Scurra:

Wie sieht es mit den Vorkenntnissen in Mathematik aus?

Die sind, meiner Erfahrung nach, überschaubar.

Mit simplem Dreisatz kommt man ziemlich weit, binäres / hexadezimales Umrechnen ist sonst noch sehr nützlich. Ne Kurvendiskussion sollte man vielleicht schonmal gemacht haben, aber das auch nur zur ganz grundsätzlichen Interpretation von Graphen.

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Einziger Unterschied: Im Studium hast du im ersten Teil fast nur Mathematik. In der Ausbildung hast du nahezu 0 Mathematik. Also das kann man eigentlich nicht Mathematik nennen, Realschulwissen reicht da völlig! Oder wenn man auf der Hauptschule mehr gemacht hat als Drogen zu verkaufen ist FI-Mathe auch kein Problem. Was die Praxis angeht erwarte dir da nicht zu viel. Das meiste was du am Ende der Ausbildung weißt lernst du privat in deiner Freizeit durch eigene Projekte. Da finde ich das Studium fast noch einfacher, da dass was du wissen musst quasi vor die Füße geworfen wird. Wenn du Praxis brauchst, dann musst du dir Praxis schaffen! Schreib eine coole App, wende das wissen an, Datenbank erstellen, Projektmanagement, programmieren, Linux-Server für zuhause, usw.

Es kann passieren, dass dein Ausbildungsbetrieb mal eben 400 Computer austauscht, und dann bist du da eine Weile mit beschäftigt. Oder Netzwerkkabel zieht. Oder du bist FIAE und der Serverraum wird neu gemacht. Also wenig programmieren. Es kommt da extrem auf den Betrieb an was du lernst und was nicht. Andersherum kann der Systemintegrator sich auch in großen Teilen mit Shell-Programmierung herumschlagen, wenn ein Umzug auf Linux ansteht.

Wenn es wirklich nur an der Theorie hängt wäre mein Vorschlag: Beiß dich durch und such dir ein Hobby, wo du die Theorie in die Praxis umsetzen kannst. Wenn es deine Noten sind, dann schau mal nach einem Fernstudium-Script in der Bucht. Die sind oft deutlicher als das Script an der Uni. Wenn du einfach keine Lust mehr hast und was einfacheres brauchst, dann zieh die Reißleine. Die Ausbildung selbst ist meist eher Zeit schinden, in der Freizeit wird dann das Wissen wirklich angeeignet.

EDIT: In der Uni hast du 8 Stunden Zeit zum Lernen. In der Ausbildung bist du 8 Stunden am Arbeiten und musst dann in der Freizeit lernen um nicht nur eine gute Note zu machen sondern auch was auf dem Kasten zu haben.

bearbeitet von xiphe

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Ich kann ja mal von mir erzählen: FIAE gelernt, wir hatten einen Anbau in der Zeit und der musste mit Computern und Kabel ausgestattet werden. Außerdem wurde die gesamte IT im Rechenzentrum ausgetauscht. Linux-Server installieren, anpassen, konfigugieren. Programmiert habe ich vielleicht 1 Jahr von 3. Aber das war auch weniger Programmieren, sondern mehr vorhandenen Quellcode kopieren und anpassen. Ich habe dann angefangen immer eine Stunde länger am Tag zu bleiben und ein selbst Applikationen zu schreiben. Datenbank planen, erstellen, löschen, verwerfen, nochmal machen, GUI selbst gestalten und entwickeln. Das hat mich innerhalb eines Monats mehr nach vorne gepuscht als 3 Jahre Ausbildung.

Auch der Linux-Server. Mein Ausbilder war sehr gut, aber durch sein vermitteltes Wissen und die Aufgaben die er mir gab, habe ich vielleicht durchs Schlüsselloch geschaut. Die Tür muss man aber selbst aufmachen. Wirklich verstanden habe ich es erst, als ich meinen eigenen Server eingerichtet habe und Bücher zu Linux gelesen habe. Das macht man dann aber wie gesagt NACH der Arbeitszeit.

Studium: Lernen lernen lernen, nach Hause kommen und Praxis
Ausbildung: Arbeit arbeit arbeit, nach Hause kommen und lernen

Eine FI-Ausbildung machst du im übrigen immer im Betrieb UND in der Berufsschule. Ein bis zwei mal in der Woche sitzt du in der Berufsschule und den Rest im Betrieb. Auf keinen Fall würde ich dir zu einer rein schulischen Ausbildung zum technischen Assistenten oder ähnliches raten. Damit bekommt man selten eine Anstellung außerhalb der Staubsaugerabteilung von Media Markt.

Eventuell könnte dir ja Medieninformatik oder Angewandte Informatik besser gefallen. Kannst du noch wechseln? Die haben in der Anfangszeit die gleichen Module, und die hast du ja schon. Dann wird es aber schnell praxisorientierter. Also klar, alles Theorie, aber das kannst du zuhause einfach mal selbst real ausprobieren.

Hoffe dir geholfen zu haben.

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Am 29.12.2018 um 20:40 schrieb xiphe:

: Im Studium hast du im ersten Teil fast nur Mathematik.

Öhhm.

Mathe ist übrigens auch im Studium jetzt nicht so wild, wie du es hier darstellst. Ich studiere Wirtschaftsinformatik hatte in den ersten 3 Semestern nur ca. 4  reine Mathevorlesungen. Bei 6 Modulen pro Semester.

Am 29.12.2018 um 20:40 schrieb xiphe:

EDIT: In der Uni hast du 8 Stunden Zeit zum Lernen. In der Ausbildung bist du 8 Stunden am Arbeiten und musst dann in der Freizeit lernen um nicht nur eine gute Note zu machen sondern auch was auf dem Kasten zu haben. 

Öhhhm ...

Kein Plan woher deine Vorstellungen kommen, aber ich hab das definitiv so nicht erlebt.

Und wenn du wirklich ein Online- oder Fernstudium absolvieren willst, dann sitzt du manchmal deine 40 Stunden pro Woche auf der Arbeit und sitzt dann nochmal 20-40 Stunden nach Feierabend und den Wochenenden an mehreren hundert Seiten Skript, in Onlinevorlesungen oder Präsenzvorlesungen. Neben Hausaufgaben usw. musst dann auch zusätzlich noch Zeit zum Lernen einplanen. Besonders wenn es dann jeweils alle 6 Monate auf die Prüfungen zugeht. Verabschiede dich auch schon mal von knapp der Hälfte deiner Wochenenden. Wenn du dann noch Familie hast, solltest du kein zeitaufwendiges Hobby haben. Wenn dein Arbeitgeber dich dann eventuell noch auf ne Fortbildung mit Zertifikat schickt, kannst du dich dann auch noch von deinen restlichen paar Stunden Freizeit verabschieden (oder von Schlaf).

 

bearbeitet von Sullidor

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Ich kann dir ein wenig von meinem ähnlichen Weg erzählen.

Nach dem Abi hab ich auch das Informatik Studium angefangen und als Nebenjob war ich in einem ~150 Mann Unternehmen als Teilzeit Admin tätig. Dort waren 3 Vollzeit-Admins, die mir alles super erklärt haben. Das Wissen aus dem Studium konnte ich dort zu 99% in die Tonne treten, Windows-ADs, Softwarepakete, Hardware-Firewalls und VLANs habe ich noch nie vorher gesehen.

Im dritten Semester hab ich dann das Studium abgebrochen und eine verkürzte Ausbildung als FiSi in einem kleinem Systemhaus angefangen. MMn ist das die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Ich hab im First-Level Support angefangen, hab schnell und selbstständig Probleme gelöst, kam in den Second Level und dann zu den Projekt Kollegen, bei denen das (in meinen Augen) spannendste, nämlich die Planung und Implementierung, gemacht wurde. 

Ich hatte das Glück, dass wir viele Testsysteme von den Herstellern hatten. Ich durfte diese während meiner Freizeit uneingeschränkt benutzen und hab mir viel zusammen mit zwei anderen Azubis beigebracht und einfach getestet was das Zeug hält.

Die Berufsschule war ein absoluter Witz. Wenn du anwesend bist und nicht die ganze Zeit Browsergames zockst, wirst du mit nem 1er-2er Schnitt raus gehen.

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Über die Berufsschule brauchst Du Dir keine Gedanken machen. Das Niveau ist weit niedriger als das des Studiums und hat kaum Mathematik. Wenn Du also mit dem Studium klar gekommen bist, sollte die Ausbildung keine Hürde darstellen.

Eine Ausbildung, gerade als FiSi, ist zudem im Regelfall deutlich praktischer. Im Studium lernst Du vor allem die Grundlagen der Informatik, während Du als FiSi damit wenig zu tun hast und im Regelfall eher mit der praktischen Anwendung dieser beschäftigt bist. Also Netzwerke, Active Directory, Linux, Windows, SAN, Firewall, etc. pp..

Ich denke, das scheint ein sinnvoller Weg für Dich zu sein und damit bist Du nicht alleine. Das machen viele so.👍

bearbeitet von Errraddicator

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Am 2.1.2019 um 12:53 schrieb Sullidor:

Öhhm.Mathe ist übrigens auch im Studium jetzt nicht so wild, wie du es hier darstellst. Ich studiere Wirtschaftsinformatik hatte in den ersten 3 Semestern nur ca. 4  reine Mathevorlesungen. Bei 6 Modulen pro Semester.
 

Ich denke nicht das man das immer vergleichen kann. Ich studiere Informatik. Es wird schon ein Grund haben, warum Wirtschaftinformatik nicht an der Fakultät für Mathematik und Informatik unterrichtet wird und Irgendwas-Informatiker gar nicht erst für ein Master-Informatik-Studiengang zugelassen werden. Bachelor-Irgendwas-Informatiker können dann auch nur Irgendwas-Informatik im Master studieren. Einfach weil das Mathe-Wissen dann oftmals nicht mehr passt. 70% bei uns ist Mathe.

Mag in Medieninformatik, Wirschaftsinformatik medizinische Informatik und Co anders aussehen.

 

Zitat

Öhhhm ...

Kein Plan woher deine Vorstellungen kommen, aber ich hab das definitiv so nicht erlebt.

[Auf die Ausbildung bezogen]

Mein reden, es kommt extrem auf dem Betrieb an. Kann sein, dass du Hoch und Runter Apps mit Firebase programmierst, wie du einen Loadbalancer einrichtest und absicherst musst du dir dann halt zu Hause aneigenen. Kann aber auch sein dass du im Accord Server aufsetzt. Wie man dann eine Handy-App programmiert, musst du dir selbst bei bringen. Du wirst mir sicher recht geben, wenn ich sage, dass eine Ausbildung in einem Betrieb vorrangig arbeiten und nicht lernen ist.

Und woher ich meine Vorstellung habe? Na weil ich ausgebildeter FIAE bin....

 

Zitat

Und wenn du wirklich ein Online- oder Fernstudium absolvieren willst, dann sitzt du manchmal deine 40 Stunden pro Woche auf der Arbeit und sitzt dann nochmal 20-40 Stunden nach Feierabend und den Wochenenden an mehreren hundert Seiten Skript, in Onlinevorlesungen oder Präsenzvorlesungen. ....
 

Sag ich ja.... 8 Stunden am Tag lernen. Wenn du dann was praktisches willst, musst du das im Anschluss machen. Das die Zeit da auf der Strecke bleibt ist keine Frage. In der Informatik hat  man meine ich kaum Chancen, wenn der Beruf nicht auch Hobby ist.

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Wenn die Unterschiede so enorm sind, wie kann das denn sein das Studium und FI in den Stellen gleichbehandelt gewertet werden?

 

Mach ne Ausbildung und sammle viel wertvolle sinnvolle Erfahrungen dann ersparrt man sich das öde Studium mit viel Mathematik, die man sowieso nie verstehen brauch.

Abi ist dann auch umsonst, wäre noch Technologe inkl. Techniker drin ink. Betrieb, danach ist man evtl. noch besser gefördert. Aber es muss immer der Chef und ein Betrieb alles supporten, sonst wird es nix...

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vor 16 Stunden schrieb maxii:

Wenn die Unterschiede so enorm sind, wie kann das denn sein das Studium und FI in den Stellen gleichbehandelt gewertet werden?

Studium und Ausbildung werden nicht gleich bewertet. Es wird in einigen Stellen darauf hingewiesen, dass ein Studium oder eine Ausbildung Voraussetzung für die Anstellung ist, das bedeutet allerdings überhaupt nicht, dass diese den gleichen Stellwert haben. 

 

Bei einer Ausbildung erlernt man einem Beruf mit den dazu gehörigen Fähigkeiten, die im Ausbildungsrahmenplan definiert sind. 

Bei einem Studium erlernt man, vorallem wie man sich analytisch (und vorallem  wissenschaftlich) in Themen des Studiengangs einarbeiten kann und bekommt dafür Werkzeuge an die Hand. 

 

Nur weil in einigen Stellenangeboten Ausbildung und Studium akzeptiert werden, bedeutet das nicht, dass man pauschal sagen kann, dass die Abschlüsse gleichwertig sind. 

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