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Quereinstieg oder Ausbildung?


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Hallo an alle, 

ich habe mit meinem ersten Beitrag hier im Forum direkt mal eine Frage, die ich mir leider nicht selbst beantworten konnte.

Ich bin 23 Jahre alt, ich bin bis vor 3 Jahren noch zur schule gegangen, habe versucht mein Abitur zu machen, ohne Erfolg. Zudem habe ich 4 Jahre als Filmvorführer in einem Kino gearbeitet, bis dieses Jahr im Februar. Das ist mein bisheriger beruflicher Werdegang. Letztes Jahr habe ich an der Google Developer Scholarship Challenge Teilgenommen, bin dort auch weiter gekommen und habe ein Kurs als Front End Web Entwickler gemacht. Ich wollte eigentlich schon immer was in Richtung IT/Entwicklung machen aber mir fehlte zuvor ein wenig das Selbstbewusstsein(?) dafür. Da das ganze so gut für mich funktioniert hat habe ich also angefangen mich für dieses Jahr auf eine Ausbildung zu bewerben. Viele Vorstellungsgespräche und keine Zusagen. Da ich nun ja auch arbeitssuchend gemeldet war, und das Arbeitsamt ein Interesse darin hat mich wieder in eine Beschäftigung zu bekommen, und nicht das ich eine Ausbildung bekomme, habe ich letzten Monat angefangen mich auch als Berufsanfänger in der Web Entwicklung zu bewerben. Von 4 Bewerbungen habe ich 3 Gespräche gehabt. Bei einem war der Job bereits vergeben, für ein Unternehmen fehlte mir die Erfahrung (dort wurde nach einem Full Stack Entwickler, mit Schwerpunkt PHP gesucht, da war ich natürlich nicht geeignet) und bei einem Unternehmen hatte ich die Tage Probearbeiten. Das lief ganz gut, ich habe positives Feedback bekommen, und ein Anruf vom Chef heute.

Nun erzählt mir der Chef das dass Unternehmen wohl jetzt auch anfängt auszubilden. Hat mir dann natürlich erzählt wie wichtig eine Ausbildung ist ganz gleich wie gut man in dem Job ist etc. Und das ich mir Gedanken darüber machen soll ob ich direkt als Web Entwickler anfangen möchte oder doch lieber eine Ausbildung machen möchte.

Nun, eine Ausbildung zu machen kann sicherlich nicht falsch sein, nur bin ich ganz ehrlich, das möchte ich eigentlich nicht, also natürlich schon, aber wenn ich die Wahl hätte würde ich gerne einen anderen Weg nehmen. Ich gehe nicht weiter auf das warum und wieso ein, denn das tut hier nichts zur Sache.

Die Frage ist, was würden Leute die aus der Branche kommen sagen, wenn man Erfahrung und Fähigkeiten nachweisen kann, ist dann die Ausbildung noch wichtig? Grade in dem Bereich? Bevor ich eine Entscheidung treffe möchte ich mir gerne Meinungen aus verschiedenen Perspektiven einholen.

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Ich habe schon mehrere Quereinsteiger kennengelernt die keine IT relevante Ausbildung hatten.

Mit Berufserfahrung wird auch immer unwichtiger ob Du mal eine Ausbildung gemacht hast und als Türöffner ist meiner Erfahrung nach ein Studium um einiges gewichtiger als eine Ausbildung.

 

Du bekommst als Berufsanfänger natürlich eher mit einer Ausbildung einen Job als ohne und wie lange Du bei dem AG Berufsefahrung sammeln kannst weißt Du auch noch nicht.

 

Von da her ist es ein zweischneidiges Schwert und für mich würde es auch darauf ankommen wie hoch jeweils die Ausbildungs Vergütung und die Vergütung mit normalem Arbeitsvertrag wäre.

Bei sagen wir mal 1000€ Brutto Ausbildungsvergütung zu 1500€ Arbeitsvergütung würde ich nicht lang überlegen und die Ausbildung machen. Bei einem Verhältnis von sagen wir mal 800€ zu 3000€ müsste ich schon eher überlegen ob das die Ausbildung wert ist..

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Erstmal danke für eure Antworten!

vor 5 Minuten schrieb Showtime86:

Ich habe schon mehrere Quereinsteiger kennengelernt die keine IT relevante Ausbildung hatten.

Mit Berufserfahrung wird auch immer unwichtiger ob Du mal eine Ausbildung gemacht hast und als Türöffner ist meiner Erfahrung nach ein Studium um einiges gewichtiger als eine Ausbildung.

 

Du bekommst als Berufsanfänger natürlich eher mit einer Ausbildung einen Job als ohne und wie lange Du bei dem AG Berufsefahrung sammeln kannst weißt Du auch noch nicht.

 

Von da her ist es ein zweischneidiges Schwert und für mich würde es auch darauf ankommen wie hoch jeweils die Ausbildungs Vergütung und die Vergütung mit normalem Arbeitsvertrag wäre.

Bei sagen wir mal 1000€ Brutto Ausbildungsvergütung zu 1500€ Arbeitsvergütung würde ich nicht lang überlegen und die Ausbildung machen. Bei einem Verhältnis von sagen wir mal 800€ zu 3000€ müsste ich schon eher überlegen ob das die Ausbildung wert ist..

Also wie viel Berufserfahrung ich dort sammeln kann wird wohl stark von meinen Fähigkeiten abhängen. Das ist auch mein größtes problem an der Sache. Ich selber kann nicht wirklich einschätzen wie gut meine Fähigkeiten in dem Bereich sind. In meinem Kurs bin ich gut, beim Probearbeiten gab es zu dem Code den ich geschrieben habe keine Beanstandung, nur kann das ganze unter Realbedingungen natürlich ganz anders aussehen. Und da mir die Erfahrung fehlt das einzuschätzen ist das wohl das größte Problem.

Über meine Gehaltsvorstellungen hatten wir schon gesprochen. Um die 2000€ Brutto war meine Vorstellung, möglicherweise wäre noch etwas mehr möglich. Vielleicht 2.1, 2.2. Und wenn ich mich bewähre kann man das ganze auch noch nach oben justieren. Über eine mögliche Ausbildungsvergütung hatten wir nicht gesprochen.

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Hallo zero33,

wäre ich Arbeitgeber würde ich einen Quereinsteiger erst nach fünf Jahren Berufserfahrung mit einer ausgebildeten Fachkraft gleichstellen.  Wenn man zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen wird, hat man sich im Grunde schon für einen entschieden. Demzufolge ist in den Gesprächen wahrscheinlich aus Sicht des Arbeitgebers was nicht gut gelaufen. Wenn man ohne Ausbildung einsteigt kann man nach sieben Jahren passender Berufserfahrung bestimmte Meisterweiterbildungen machen. An deiner Stelle würde ich den Quereinstieg nur machen, wenn du mindestens 2k brutto bekommst.

Kleine Beispielrechnung für Ausbildung:

Ausbildungsgehalt 36k brutto auf drei Jahre + durchschnittlich 40k im Jahr auf die kommenden vier Jahre = etwa 200k brutto auf sieben Jahre

Rechnung für Quereinstieg wenns gut läuft:

1. Jahr 24k + 2. Jahr 26k + 3. Jahr 28k + 4*30k = auch etwa 200k.

Ich rechne so, weil die Wahrscheinlichkeit schon gegeben ist, dass man dich ohne Ausbildung nicht so leicht hoch lässt. Der Arbeitgeber weiß ja, wenn er dich rausschmeißt oder dir ein schlechtes Zeugnis schreibt stehst du evtl. schlecht da. Er hat mehr Macht über dich. Sollte es jedoch doch so sein, dass man mit abgebrochenen Abi, fachfremden Nebenjob und einer Entwicklerschulung die bessere Karriere als einer mit Abi und Ausbildung hinlegt, was ich dir schon gönne, dann bereue ich aber den Weg den ich gegangen bin schon etwas :)

2k brutto hat mir mal ein Arbeitgeber nach Abitur und Ausbildung geboten.

Gerne auch andere Meinungen, nicht zu ernst nehmen was ich sage.

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Quereinstieg kann super funktionieren. 

Andererseits - was ist wenn du mal arbeitslos wirst?

In Deutschland als Zeugnisland wird oft knallhart nach "keine Ausbildung, kein Studium" -> abgelehnt aussortiert. Da sind dann auch oft deine sonstigen Referenzen egal. Andere wiederum werden versuchen, dich im Gehalt stark zu drücken, weil du ja keinen Abschluss hast.

Ich glaube ich würde dann versuchen, nebenher ein Fernstudium zu machen. Irgendein Abschluß ist imo Gold wert. 

In den USA wiederum kann das völlig anders aussehen. 

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vor 33 Minuten schrieb Fauch:

Andererseits - was ist wenn du mal arbeitslos wirst?

So sehe ich das auch. Wenn du soviel Vorwissen hast, kannst du die Ausbildung auch in 1 1/2 Jahren durchziehen (1 Jahr von vornherein wg. Vorbildung, 1/2 Jahr mit sehr guten Leistungen in Betrieb und Schule). Es ist einfach so, dass man als Quereinsteiger schon sehr beeindrucken muss mit seiner Erfahrung, um einen formellen Abschluss auszugleichen (ja, es gibt auch Ausnahmen - aber das sind eben Ausnahmen).

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Also dafür das er keine Ausbildung hat ist die Quote Bewerbung/Vorstellungsgespräch doch hervoragend. Wovor habt ihr alle so Angst? Es hat doch schon funktioniert und das ganz ohne Berufserfahrung. Das wird sicherlich mit der Berufserfahrung nicht schlechter.

Mit ein paar Jahren Berufserfahrung kann er eine externen Prüfung bei der IHK ablegen, wozu ich dann auch raten würde.

Letztendlich muss er das selbst entscheiden aber es ist ja nicht so als hätte er keine Möglichkeiten noch ein Papier von der IHK zu bekommen. Hand aufs Herz: Wie viele von euch hätten einen Vollzeitjob ohne Ausbildung bekommen? Wahrscheinlich keiner. Und wenn er nicht wie ihr jemand mit diesem krassen Sicherheitsbeduerfnis ist, dann ist das was er vor hat sicherlich ein denkbarer weg. Vor- und Nachteile muss man halt gegeneinander abwägen. Ich denke er kann, falls das in die Hose geht, immer noch eine Ausbildung finden.

Das Verhältnis Vollzeit- und Ausbildungsverguetung ist sicherlich ein Faktor den man berücksichtigen sollte. Ist die Differenz zu gering lohnt sich das Risiko nicht.

 

Bearbeitet von Arvi
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vor 11 Minuten schrieb Arvi:

Also dafür das er keine Ausbildung hat ist die Quote Bewerbung/Vorstellungsgespräch doch hervoragend. Wovor habt ihr alle so Angst? Es hat doch schon funktioniert und das ganz ohne Berufserfahrung. Das wird sicherlich mit der Berufserfahrung nicht schlechter.

Vielleicht lese ich ja was falsch, aber:

Du meinst den Job als Filmvorführer? Ich denke, dass in dem Berufsbild Erfahrung weniger wichtig ist. 

Bei der Ausbildungssuche kamen jedenfalls laut TE nur Absagen. Von den 4 Bewerbungsgesprächen gab es eine Nichtmeldung, zwei Absagen und einmal nun das Angebot für eine Ausbildung.

Bezüglich der Aussage "es wird nicht schlechter mit Berufserfahrung": Wird der TE im dümmsten Fall nach einem halben Jahr entlassen, steht er definitiv schlechter da, wenn er danach wieder eine Ausbildung anstrebt.

Zudem: Als Webentwickler (1) ohne Erfahrung (2), ohne Abi (3) und ohne Berufsabschluss (4) wird er sicher keine Reichtümer verdienen. Dementsprechend würde ich die relative Sicherheit der Ausbildung (nach Probezeit praktisch unkündbar) dem wahrscheinlich eher geringen Gehaltszuschuß vorziehen.

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Zitat

Von den 4 Bewerbungsgesprächen gab es eine Nichtmeldung, zwei Absagen und einmal nun das Angebot für eine Ausbildung.



Eigentlich 3 Absagen. Eine davon weil der Job schon vergeben war und eine wegen nicht vorhandener Berufserfahrung und Fehlenden Kenntnissen in PHP. Und eine Zusage mit dem Angebot auf eine Ausbildung anstelle der Anstellung als Web Entwickler. Eine Nichtmeldung gab es nicht. 

EDIT: Ich habe heute auch das erste mal mit dem Chef gesprochen. Das Vorstellungsgespräch und den Probearbeitstag hatte ich bei dem Teamleiter und den anderen verantwortlichen in der Abteilung.

Bearbeitet von zero33
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vor 2 Stunden schrieb Fauch:

Vielleicht lese ich ja was falsch, aber:

Du meinst den Job als Filmvorführer?

Ja du liest was falsch. Nein ich meine die Bewerbung als Entwickler.

“[...]habe ich letzten Monat angefangen mich auch als Berufsanfänger in der Web Entwicklung zu bewerben. Von 4 Bewerbungen habe ich 3 Gespräche gehabt.“

Das ist eine Quote von 75%. Das ist hervorragend. Selbst Leute mit Ausbildung/Studium haben selten so eine VG Quote. 

Von daher sehe ich das etwas lockerer. Das Risiko wurde bereits genannt. Noch mal eine Ausbildung zu finden halte ich hingegen für nicht kritisch.

Bearbeitet von Arvi
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Gerade eben schrieb Arvi:

Ja du liest was falsch. Nein ich meine die Bewerbung als Entwickler.

“[...]habe ich letzten Monat angefangen mich auch als Berufsanfänger in der Web Entwicklung zu bewerben. Von 4 Bewerbungen habe ich 3 Gespräche gehabt.“

Das ist eine Quote von 75%. Das ist hervorragend. Selbst Leute mit Ausbildung/Studium haben selten so eine VG Quote. 

 

Ja, das stimmt. Leider zwar (laut TE) drei Absagen, aber eine hervorragende Quote bei den Einladungen.

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vor 6 Stunden schrieb Fauch:

Quereinstieg kann super funktionieren.

Kann... durchaus. Bestätige ich gerne aus eigener Erfahrung. Berufsabschlussprüfungen kann man nach §45 BBiG auch als Externer ablegen - auf Antrag bei der IHK. Ist kein leichter Weg.

Was mich in diesem Fall aber leicht argwöhnisch werden lässt: handelt das Unternehmen in diesem Fall hier wirklich nur aus reiner Menschenfreundlichkeit und ermöglicht dem Fragesteller eine Ausbildung oder will man nur die Lohnkosten von einem potentiellen Mitarbeiter mit für die Stellenausschreibung vollkommen ausreichenden Kenntnissen drücken?

Sorry, manchmal bin ich ein zynischer Schwarzseher...

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vor 7 Minuten schrieb Chief Wiggum:

Kann... durchaus. Bestätige ich gerne aus eigener Erfahrung. Berufsabschlussprüfungen kann man nach §45 BBiG auch als Externer ablegen - auf Antrag bei der IHK. Ist kein leichter Weg.

Was mich in diesem Fall aber leicht argwöhnisch werden lässt: handelt das Unternehmen in diesem Fall hier wirklich nur aus reiner Menschenfreundlichkeit und ermöglicht dem Fragesteller eine Ausbildung oder will man nur die Lohnkosten von einem potentiellen Mitarbeiter mit für die Stellenausschreibung vollkommen ausreichenden Kenntnissen drücken?

Sorry, manchmal bin ich ein zynischer Schwarzseher...

Ich glaube, sowas wie reine Menschenfreundlichkeit findet man bei Unternehmen seltenst. Grade im Bereich der Webentwicklung kennt man ja die üblichen Schauergeschichten von den Azubis, die hauptsächlich CMs betreuen und dort ein bisschen mit HTML und CSS wurschteln dürfen.

Die Ausbildung findet dann rein in der Schule statt und der Betrieb hat einen billigen Mitarbeiter.

Kann, aber muss nicht so laufen.

Unterm Strich bleibe ich aber dabei: Im Schein- und Zeugnisland Deutschland ist man mit Abschlüssen am besten dran. Es mag Ausnahmen geben - die sind aber selten.

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vor 2 Minuten schrieb Fauch:

Ich glaube, sowas wie reine Menschenfreundlichkeit findet man bei Unternehmen seltenst.

Ich werte nicht... ich hinterfrage an dieser Stelle nur. Eventuell ein wenig überspitzt.

@zero33 können wir eh nicht die Entscheidung abnehmen.

BTW: wen es interessiert könnte ich ja mal die beiden Bände Wirtschaftsethik von Arthur Rich ans Herz legen. Auch wenn nicht mehr ganz taufrisch, inhaltlich sind sie in meinen Augen durchaus noch relevant.

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Hallo zero33,

ohne Wertung möchte ich zum Thema meine persönliche Erfahrung widergeben, da es bei mir recht ähnlich war.

In Kürze:

Abitur->Bund->Studium->Studiumabbruch->Bewerbung auf FISY Lehrstelle-> Zusage zu einer Lehrstelle. Habe dann in der Firma gearbeitet (vor Ausbildungsbeginn) als Praktikant. Dabei kam eines Tages der Chef auf mich zu mit in etwa diesem Angebot:

Soforteinstieg als Festangestellter, unbefristeter Job, 30 Urlaubstage, 2K brutto aufwärts jährlich steigend bei guter Leistung (als Lehrling bekommst so ca. 600-700€ im 1. LJ). Du macht Microsoft Server Zertifikate, wir stellen dir die Lehrmittel und Prüfungsgebühren.

Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, habe dann zugesagt und als Quereinsteiger ohne Ausbildung angefangen. Mittlerweile mehrere Jahre Berufserfahrung und bin in jedem speziellen Thema drin sowie Ansprechpartner bei tiefen technischen Themen für die Kollegen.

Habe nun trotzdem den FISY IHK Abschluss als Externer nachgeholt. Warum? Weil mir „das Papier“ fehlte. Ich hatte immer das ungute Gefühl, auch im Vergleich zu allen Kollegen (ausnahmslos gelernte FISY) das etwas fehlt. Ebenso kann es, wie bereits hier angesprochen, ohne Abschluss ein no go bei manchen Arbeitgebern sein und deine Bewerbung landet ungelesen in der Tonne. Du solltest hier langfristig denken, du arbeitest vielleicht noch Jahrzehnte in dem Beruf. Jeder Abschluss den du hast, hast du dir erarbeitet, dir damit auch ein gewisses Selbstwertgefühl und Sicherheit geben, dass du etwas geschafft hast. Im reinen Berufsalltag zählt dann meiner Meinung nach später bei Bewerbungen die Erfahrung, und was du wirklich getan hast und kannst, nicht was auf einem mehrere Jahre alten IHK Abschluss steht.

Egal wie du dich entscheidest, ich würde immer einen IHK Abschluss mitnehmen, entweder gleich, oder später dann als Externer (du brauchst hierfür aber dann 4,5 Jahre Berufserfahrung). Am Besten hierzu frühzeitig informieren, ggf. einen berufsbegleitenden Vorbereitungskurs machen.

Ich wünsche Dir alles Gute.

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Ich denke, dass der AG hier tatsächlich die Kosten drücken will. Zumindest dürfte das 50% der Motivation ausmachen. Da gebe ich vic grundsätzlich Recht und das hat für mich wenig mit Zynismus, sondern mehr mit Realismus zu tun. Es hat seinen Grund, dass gerade kleine Betriebe so gerne ausbilden. Billiger kommt man nicht an Arbeitskräfte. Zudem können die nicht ohne weiteres kündigen, der Mindestlohn gilt auch nicht und man kann es noch als soziale Wohltat verkaufen. So much win!

Allerdings würde ich das Angebot, als Betroffener, trotzdem annehmen und nicht als Quereinsteiger anfangen. Warum? Die Gründe wurden genannt. Der Quereinstieg mag kurzfristig sinnvoller sein und wenn alles glatt geht, auch langfristig. Allerdings ist das Risiko groß. Du bist die nächsten Jahre Deinem Arbeitgeber auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Wenn er nicht mehr mitspielt, Dich vor die Tür setzt, Dir ein schlechtes Zeugnis ausstellt oder Dir nichts beibringt, hast Du größere Probleme als mit einer Ausbildung in der Tasche. Hinzu kommt, dass einige Firmen Dich so oder so aussortieren würden, wenn Du keinen Abschluss hast. Egal, wie gut Du bist.

Im Grundsatz gilt nach wie vor: Je mehr Bildung, desto besser.
Für mich wäre der Weg klar.

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Ganz klipp und klar:

Mach die Ausbildung.
Du kannst ja mit deinem Chef verhandeln was eine mögliche Verkürzung angeht. Was da für Sachen in deinem Fall möglich sind kannst du dann bei der zuständigen IHK rausfinden.

Was sind diese 2-3 Jahre mit weniger Geld dafür einen Abschluss im Gegensatz zu den restlichen 40 Jahren im Arbeitsleben ?
Wenn du 50 + bist wird das nicht leichter werden mit der Jobsuche, selbst Leute mit Ausbildung tun sich da zum Teil schwer. Was glaubst du wie das dann ohne Ausbildung wird ?

Also Vorteile von Ausbildung:

- Du hast etwas in der Hand was du vorweisen kannst für dein Restliches Leben
- Du kannst definitiv viel mehr Geld verlangen nach der Ausbildung

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Ich stimme meinen Vorgängern zu: mache die Ausbildung. Abgesehen davon, dass du noch jung bist, hast du tatsächlich keine wirkliche Erfahrung vorzuweisen und abgesehen davon gehört zu den Inhaltne der Ausbildung noch ein bisschen mehr als Software-Entwicklung, das sicherlich niemandem schaden kann. Ich kenne Quereinsteiger in der IT und muss dazu sagen, dass bei manchen auch Ihre 20 Jahre Vor-sich-hin-Frickeln nicht vergleichbar sind mit jemandem, der seinen Beruf tatsächlich gelernt hat und einen entsprechenden Mentor hatte.

Schaden würden dir fundamentale Kenntnisse nicht, auch wenn du dich sicherlich an manchen Stellen langweilen könntest, aber aktuell bist du meiner Meinung nach nicht so weit, direkt die große Karriere zu starten. Fang erst mal an.

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Zudem muss man sagen, dass wenn du vor hast bei den Global Players irgendwann mal zu arbeiten, dass du da ohne Ausbildung höchstens dann rein kommst wenn du richtig Glück und Kontakte hast.
Mit 23 hat man definitiv noch sein ganzes Leben vor sich und warum dein eventuelles Glück bei viel Geld in einem großen, anerkannten Unternehmen gegen das bisschen mehr Geld was du jetzt bekommst , eintauschen ?

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Erstmal danke für die vielen Antworten.

Ich persönlich denke nicht das man es ohne Ausbildung Zwangsläufig schwieriger hat, die frage ist eher ob man sich selbst vielleicht überschätzt.

Nun, bei dem AG handelt sich sich um ein Mittelgroßes Unternehmen das Global agiert, ich denke nicht das der AG versucht hier die Kosten zu drücken, zumindest nicht hauptsächlich. Da das Auszubildenden Gehalt dort tatsächlich ziemlich hoch ist habe ich mich nun für die Ausbildung entschieden, ohne verhandeln zu müssen.

Das Geld war für mich eh nebensächlich, solange ich davon leben kann. Und damit ist das wohl, so sehr ich es auch gerne anders hätte, die klügere Entscheidung.

Vielen dank nochmal an alle! Die Antworten haben mir tatsächlich sehr bei der Entscheidung geholfen!

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