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Wie umgehen mit einer arbeitgeberseitigen Kündigung im Arbeitszeugnis?

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Moin Freunde!

 

Kurz:

Ein (ehemaliger) Kollege und mittlerweile guter Freund (FiSi als Systemadministrator) hat nach Krankheit in Folge eines Unfalls eine arbeitgeberseitige Kündigung ausgesprochen bekommen und hat sich nun an mich gewendet, wie man evtl. vermeiden kann, bereits beim ersten Durchschauen der Bewerbung von möglichen Arbeitgebern aussortiert zu werden. Ich bin leider auch mit meinem Latein am Ende...

 

Lang:

Besagter Kollege hatte einen schweren Verkehrsunfall, war etwa 5-6 monate krank geschrieben. Danach immer wieder Probleme mit Folgesymptomen gehabt, immer wieder krank gewesen. Es folgte die Kündigung. Im Arbeitszeugnis sieht das so aus:

 

Zitat

Das Arbeitsverhältnis endet aufgrund Kündigung durch die XXXYYYZZZ GmbH zum 31.4.2018.

 

Da die Person, um die es sich handelt, kein deutscher Staatsbürger ist, er die deutsche Sprache und Schrift nicht gerade perfekt beherrscht und ich mich mit Bewerbungen, Zeugnissen und Personalsachen "ein wenig" auskenne, helfe ich ihm oft und gerne bei Sachen eben wie Bewerbungen, aber auch und gerade bei Anträgen für Ämter, Versicherungen, Anwalts- und Gerichtsschreiben etc.

Nun dachten wir: Offenheit wird belohnt! Aber von seinen bislang etwa 30 Bewerbungen kamen über den Daumen überhaupt nur 20 Antworten, davon 18 direkte Absagen und 2 Einladungen zu Vorstellungsgesprächen - diese endeten allerdings auch in einer Absage. Seine Zeugnisse sind durchweg gut bis sehr gut. Egal ob Abitur, Berufsschule, Abschlussprüfung oder Arbeitszeugnisse - immer mindestens 2,0.

Auf Nachfrage hin bei einigen "beworbenen" Unternehmen, hörte er immer wieder folgendes, Zitat Freund:

Zitat

dieser Satz mit der Kündigung... Dann auch noch so krumm mitten im Jahr... das geht gar nicht. Das ist ein 100%iges No-Go. Das wird ihnen wohl auch jeder andere Personaler so sagen.

 

Nun. Eine längere Krankheit nach einem Unfall kann jeden treffen. Er ist zu 100% auskuriert und mehr als arbeitswillig. Dass er dies aber nicht einmal erklären kann, schlaucht ihn natürlich...

 

Die einzigen Ideen, die ich hatte, waren folgende:

  • das Arbeitszeugnis zunächst weglassen, im Anschreiben erwähnen, dass es alsbald nachgereicht wird. Und dann im möglichen direkten Gespräch die Situation direkt und ehrlich erklären. Macht allerdings auch oft einen schlechten Eindruck, wenn das jüngste Zeugnis nach einem halben Jahr immer noch fehlt...
  • die ganze Story verschweigen. Fragt sich dann nur: was will man erzählen, was die Kündigung ausgelöst hat?! Fällt also eher raus.
  • eine Bekannte Unternehmensberaterin und Fortbildungs-"Lehrerin" für Fachwirte hatte die Idee zu erzählen, dass es sich um eine befristete Stelle handelte. Nur... eine auf 9 Monate befristete Stelle? Gibt es so etwas? Würde dann im Zeugnis nicht von etwas anderem als einer Kündigung gesprochen werden?

 

Abschließend sei noch zu erwähnen: Das Arbeitsgericht hat diese Kündigung als "sehr fragwürdig" eingestuft, aber letzten Endes doch als rechtens. Daher sei an dieser Formulierung auch nichts mehr zu rütteln, so sein Anwalt...

ABER im Urteil bzw. im Vergleich (weiß nicht wie man so etwas nennt, bitte verzeiht mir) heißt es nunmal:

Zitat

Das Arbeitszeugnis endet durch arbeitgeberseitige Kündigung zum 31.4.2018

 

 

 

Ich bedanke mich für alle Ideen, Vorschläge und selbstverständlich auch für alle Erfahrungen, die ihr vielleicht schon gemacht habt :)

bearbeitet von ivanovic

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Soweit ich weiß wäre bei einem befristeten vertrag einfach nur die rede das dieser nicht verlängert wird. Das ist ja dann keine kündigung. Mit lügen wäre ich da vorsichtig.

Wie wäre es denn wenn er sich Ärztlich bescheinigen lässt das er wieder Gesund und arbeitsfähig ist?

Wenn er sowas vorlegen kann sieht das doch bestimmt schonmal besser aus als so.

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vor 3 Minuten schrieb Nopp:

Steht eine Begründung im Zeugnis?
Man darf doch als AG nicht ohne Begründung kündigen.

Naja der AG kann ja mit Begründung kündigen. Aber ob ers ins Arbeitszeugnis schreiben muss ist fraglich.

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vor 6 Stunden schrieb Tearek:

Soweit ich weiß wäre bei einem befristeten vertrag einfach nur die rede das dieser nicht verlängert wird. Das ist ja dann keine kündigung. Mit lügen wäre ich da vorsichtig.

Wie wäre es denn wenn er sich Ärztlich bescheinigen lässt das er wieder Gesund und arbeitsfähig ist?

Wenn er sowas vorlegen kann sieht das doch bestimmt schonmal besser aus als so.

Das war auch mein Gedanke... Vor allem gibt es ja genügend Unternehmen, die es mit Datenschutz und was weiß ich was nicht ganz soo eng sehen und gerne mal den ehemaligen Arbeitgeber kontaktieren (lassen, um Probleme zu umgehen).....

Soweit ich grad ausm Stegreif weiß, hat er alle Bescheinigungen, dass er wieder 100% fit ist. Ist ja nun auch seit einigen Monaten wieder der Fall. Ist auch immer sein Argument, falls es zu weiteren Gesprächen kommt.

 

vor 6 Stunden schrieb Chief Wiggum:

Kein Wunder dass das bei potentiellen neuen Arbeitgebern negativ auffällt - es gibt keinen 31.04.

 

 

Ach Schreck, Herr lass Hirn regnen... Mein Fehler. Hatte vorher das echte Datum angegeben, es aber doch noch ein wenig zu "Anonymisierungszwecken" geändert. Aber nur den Monat, nicht vom 31ten auf den 30ten.. Sorry! :D

 

vor 5 Stunden schrieb t0pi:

Naja der AG kann ja mit Begründung kündigen. Aber ob ers ins Arbeitszeugnis schreiben muss ist fraglich.

 

Eben. Eine Krankheit direkt ins Arbeitszeugnis zu schreiben ist meines Wissens nach absolut nicht in Ordnung.

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Ich würde das Arbeitszeugnis mal kompetent gegen checken lassen was es wirklich für eine Note darstellt und ggf. ein wohlwollendes Zeugnis fordern. Am besten mit konkreten Vorschlägen was wie umformuliert werden soll bzw was raus soll (der Satz mit der Kündigung z.B.).

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Ansonsten mal mit einem HeadHunter probieren.

Der Vorteil ist dort das man direkt sich vorstellt und erklärt. Und dann derHeadHunter dich beim potentiellen AG vorstellt.

Du wirst also trotz schwirigem Arbeitszeugnis direkt und mit Erklärungen vorgestellt.

 

Also mal bei LinkedIn oder Xing oder ähnlichen Seiten nen Profil mit interessanten Schwerpunkten erstellen und dann kommen die Aasgeier schon angerannt. :)

 

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vor 11 Stunden schrieb Maniska:

Ich würde das Arbeitszeugnis mal kompetent gegen checken lassen was es wirklich für eine Note darstellt und ggf. ein wohlwollendes Zeugnis fordern. Am besten mit konkreten Vorschlägen was wie umformuliert werden soll bzw was raus soll (der Satz mit der Kündigung z.B.).

 

Es ist ein wirklich durchgehend sehr gutes Arbeitszeugnis. Sein Anwalt und er konnten es mehr oder weniger selbst schreiben und abzeichnen lassen.

 

vor 10 Stunden schrieb Enno:

Ansonsten mal mit einem HeadHunter probieren.

Der Vorteil ist dort das man direkt sich vorstellt und erklärt. Und dann derHeadHunter dich beim potentiellen AG vorstellt.

Du wirst also trotz schwirigem Arbeitszeugnis direkt und mit Erklärungen vorgestellt.

 

Also mal bei LinkedIn oder Xing oder ähnlichen Seiten nen Profil mit interessanten Schwerpunkten erstellen und dann kommen die Aasgeier schon angerannt. :)

 

 

Das ist eine gute Idee, das werd ich mal weitergeben!

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Ich würde dies gar nicht so sehr auf diesen einen Satz beschränken. Wenn ich das Szenario richtig verstanden habe, kommen dort mehrere Hemmnisse zusammen:

  • Er ist FiSi / Systemadmin.
    Je nachdem wie spezialisiert er ist, gibt es davon einige am Markt.
    Die Konkurrenz ist tendenziell groß.
     
  • Er ist aktuell arbeitslos.
    Das ist nie die beste Startposition.
     
  • Er ist der deutschen Sprache nur eingeschränkt mächtig.
    Da gibt es viele Jobs, womit er direkt herausfällt.
     
  • Und last but not least wurde er vom AG gekündigt, was für jeden nachzulesen ist.

Die Frage ist alsoWie man damit umgehen soll? Ehrlich gesagt, den idealen Tipp habe ich nicht. Jedoch würde ich mich nicht auf das Zeugnis versteifen, sondern - wie bereits anderweitig angeregt wurde - eher versuchen, den Weg anzupassen. Über Headhunter zu gehen, im Zweifel auch einen Job anzunehmen, welcher nicht ideal ist, damit man sich zukünftig aus einer Anstellung bewerben kann, in der Zwischenzeit Weiterbildungen besuchen, etc. pp.. Eben die üblichen Methoden, um den Marktwert als Gesamtes zu steigern.

Ich denke, dass dieser Weg mehr Erfolg verspricht als die bloße Fokussierung auf das Zeugnis. Es gibt z. B. genug Unternehmen, welche diese heute eh nicht mehr sehen wollen. Gerade kleinere Unternehmen legen dort nicht mehr diesen Wert drauf und können sich das häufig auch nicht mehr leisten.

bearbeitet von Errraddicator

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Am 18.12.2018 um 07:15 schrieb ivanovic:

das Arbeitszeugnis zunächst weglassen, im Anschreiben erwähnen, dass es alsbald nachgereicht wird. Und dann im möglichen direkten Gespräch die Situation direkt und ehrlich erklären. Macht allerdings auch oft einen schlechten Eindruck, wenn das jüngste Zeugnis nach einem halben Jahr immer noch fehlt

Hol mich kurz ab, wozu überhaupt mit Arbeitszeugnis raus gehen? Hat er schon versucht das einfach komplett weg zu lassen, gar nicht anzusprechen und darauf zu setzen, dass es auch nicht gefordert wird?

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