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Fachkräftemangel - Gründe und Auswege

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Genauso seltsam finde ich meinen Ausbildungsbetrieb.

Die Wirtschaft beschwert sich über die mangelnde Praxis-Erfahrung der Uni-Absolventen, aber mein Ausbildungsbetrieb bietet mir als Azubi nicht einmal Praxis. Ich lerne fast jede Woche nur Theorie. Selbst an einer FH hat man mehr Praxis.

Hinzu kommt das Verbot der Weiterbildungen. Im Mitarbeitergespräch habe ich den LPIC-1 vorgeschlagen. Die Geschäftsführung war aber strikt dagegen, weil vorher noch nie ein Azubi eine Zusatzqualifikation erwerben wollte.

Was wollen die Betriebe dann für Fachkräfte?

Mir bleibt nichts anderes übrig, als mich heimlich fortzubilden und während der Urlaubszeit die Prüfungen abzulegen.

Du beschwerst Dich darüber, dass Du nur Theorie lernst, willst aber Schlungen besuchen? Das ist für mih ein Widerspruch.

Außerdem sind solche Schulungen nicht für Azubis, sondern - wie der Name schon sagt - Weiterbildungen. Also für Leute, die schon eine Ausbildung haben und sich spezialisieren wollen. D.h. es gibt für Dich als Azubi genügend anderen Stoff zu lernen.

Und deshalb ist für mich auch Bildungsurlaub für einen Azubi ein Widerspruch. Denn Du lernst ja permanent.

GG

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Ein, wie ich finde, sehr guter Kommentar zu der Legende des Fachkräftemangels:

https://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/warten-auf-die-fetten-jahre/

Wenn es wirklich einen Fachkräftemangel gäbe, müssten die Löhne den Gesetzen der Marktwirtschaft folgend steigen, was sie aber nicht tun. Ergo: Es gibt keinen Fachkräftemangel ;-)

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Ööööhm ... das war ein Artikel von Ende 2007... :rolleyes: Und ich meine es gab danach noch mal "Greencards" für Deutschland...

Der sogenannte Fachkräftremangel ist in meinen Augen nur ein Argument der Wirtschaft, damit sie günstigere ausländische Fachkräfte anstellen können, da sie nicht dazu bereit sind, den gerechten Lohn für eine deutsche Fachkraft zu bezahlen.

Dazu gibt es natürlich auch noch regionalen Fachkräftemangel z.B. oftmals im Osten Deutschlands. Viele Fachkräfte wären jedoch durchaus auch dazu bereit umzuziehen, falls die Entlohnung entsprechend wäre.

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Ööööhm ... das war ein Artikel von Ende 2007... :rolleyes: Und ich meine es gab danach noch mal "Greencards" für Deutschland...

Oh, das is mir jetzt aber peinlich.:confused:

Na ja, Sie hat es auf jeden Fall noch mal gesagt.

Stand vorgestern in der Zeitung.:floet:

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Na ja, Sie hat es auf jeden Fall noch mal gesagt.

Stand vorgestern in der Zeitung.

Der aktuelle Zeitungsartikel dazu, wäre gut ;-)

Ich hab das gefunden:

... Aussagen der Bundeskanzlerin dürften der Wirtschaft sauer aufstoßen. Sie will eine bessere Bezahlung, um auch deutsches Fachpersonal zu motivieren

Kritik an Fachkräftestrategie: Kanzlerin empfiehlt Unternehmen höhere Löhne | FTD.de

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Also das beste Argument gegen den angeblichen Fachkräftemangel ist noch immer das mit den Gehältern. Oder sehe ich das falsch?

Nachdem die Studie vom DIW damals aufgetaucht ist (siehe Signatur), war eig. alles schon gesagt. Ist doch ganz einfach: ist ein Gut knapp, wird es teurer. Ist es reichlich vorhanden wird es billiger. Wo sind derzeit die Facharbeiterlöhne? That's it. Die Wirtschaft möchte Spezialisten, diese aber nicht selbst ausbilden. Sie möchte Fachkräfte, diese aber nicht entsprechend bezahlen. Niemand kann, wenn er schon für Lebenshaltungskosten 1000 EUR ohne Auto/Luxus/etc. ausgeben muss, für 1600 EUR brutto (das sind 1100 EUR Netto bei Stkl. 1) arbeiten (hier ist mal einer mit 19k/p.a. nach Hause geschickt worden). Von Familie gründen/ernähren mal ganz zu schweigen.

Irgendwo stand in einem Interview mit einem Mitarbeiter der HR bei Accenture, dass sie nur auf Akademiker setzen, da die einfachen Aufgaben nach Indien usw. ausgelagert werden können und man hier nur noch Leute braucht, die weitaus qualifiziertere Aufgaben erledigen können, welche die anderen Fachkräfte nicht schaffen.

Diese These stützt meine persönliche Erfahrung bei anderen Firmen: ein Mitarbeiter einer HR Arbeitung eines großen Dienstleistungshauses sagte mir mal beim Mittagessen: man müsste als Unternehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben, ein ähnliches Lohnniveau für Facharbeiter durchkriegen wie in den großen Dienstleistungsländern. Die Abteilung bekomme ganz strikte Vorgaben von "da oben" für bestimmte Gehaltsspannen. Ihm wäre es zwar auch peinlich bei einem Gespräch dem Berufseinsteiger Löhne vorzusetzen, die auch McDonalds bei weniger Überstunden zahlen würde (O-Ton), aber er könne da nichts machen. Man könne sich mittelfristig nur dann auf eine vernünftige Vergütung seiner Arbeit retten wenn man sich so hoch wie möglich qualifiziert, sich so von den Fachkräften abhebt und für Planungs- und Delegationaufgaben empfielt.

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Irgendwo stand in einem Interview mit einem Mitarbeiter der HR bei Accenture, dass sie nur auf Akademiker setzen, da die einfachen Aufgaben nach Indien usw. ausgelagert werden können und man hier nur noch Leute braucht, die weitaus qualifiziertere Aufgaben erledigen können, welche die anderen Fachkräfte nicht schaffen.

Das ist das, was ich schon lange sage.

Allerdings werden diese höchstqualifizierten Fachkräfte - nach meinen Erfahrungen - auch deutlich besser bezahlt.

ein Mitarbeiter einer HR Arbeitung eines großen Dienstleistungshauses sagte mir mal beim Mittagessen: man müsste als Unternehmen, um konkurrenzfähig zu bleiben, ein ähnliches Lohnniveau für Facharbeiter durchkriegen wie in den großen Dienstleistungsländern. Die Abteilung bekomme ganz strikte Vorgaben von "da oben" für bestimmte Gehaltsspannen. Ihm wäre es zwar auch peinlich bei einem Gespräch dem Berufseinsteiger Löhne vorzusetzen, die auch McDonalds bei weniger Überstunden zahlen würde (O-Ton), aber er könne da nichts machen. Man könne sich mittelfristig nur dann auf eine vernünftige Vergütung seiner Arbeit retten wenn man sich so hoch wie möglich qualifiziert, sich so von den Fachkräften abhebt und für Planungs- und Delegationaufgaben empfielt.

Diese Dienstleistungsunternehmen stellen teilweise auch deutlich schlechter qualifizierte Mitarbeiter ein. Also Fachinformatiker, die ein schlechtes Ergebnis haben bzw. zum 3. Mal durchgefallen sind. Möglicher weise geht die Schere zwischen schlechten und guten Fachinformatikern bzw. niedrig und hochqualifizierten Mitarbeitern weiter auseinander. Ob das schlecht ist, kann man diskutieren.

Die Einstellung "Hauptsache bestanden" ist aber vermutlich eine Sackgasse!

GG

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Allerdings werden diese höchstqualifizierten Fachkräfte - nach meinen Erfahrungen - auch deutlich besser bezahlt.

Zumindest solange bis die "Höchstqualifizierung" (wie auch immer man sie erreichen kann) auf Fachkräfte aus Ländern mit niedrigen Lebenshaltungskosten oder schelchten Lebensperspektiven übertragbar ist.

Diese Dienstleistungsunternehmen stellen teilweise auch deutlich schlechter qualifizierte Mitarbeiter ein. Also Fachinformatiker, die ein schlechtes Ergebnis haben bzw. zum 3. Mal durchgefallen sind. Möglicher weise geht die Schere zwischen schlechten und guten Fachinformatikern bzw. niedrig und hochqualifizierten Mitarbeitern weiter auseinander.

Bei meinem gespräch ging es um Fachinformatiker. Das Höchstgehalt für den Einstieg lag bei dem Unternehmen bei max. 23k EUR für eine sehr gute Abschlussnote als FI. Aber viele waren auch bereit für 20k zu arbeiten.

Meiner Meinung nach geht es einfach nur darum das Heer der Indianer groß genug und die Gruppe der Häuptlinge klein zu halten. Siehe die Studiengebühren in GB, siehe das Beispiel China wo die Studierwilligen vom Land eine höhere Punktzahl bei Aufnahmetests erreichen müssen und einige weitere Länder. Ich denke, bald wird bei uns ein ähnliches Modell gefahren werden. Man sollte seine Chance auf eine gute und günstige Bildung meiner Meinung nach nutzen so lange es geht. Denn nur dadurch wird man sich langfristig abheben und eine vernünftige Vergütung erzielen können.

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Das Höchstgehalt für den Einstieg lag bei dem Unternehmen bei max. 23k EUR für eine sehr gute Abschlussnote als FI. Aber viele waren auch bereit für 20k zu arbeiten.

Wer einen sehr guten Abschluss hat, muss aber für dieses lächerliche Gehalt nicht arbeiten gehen, weil er etwas Besseres findet. D.h. genau an dieser Stelle scheiden sich nach meiner Erfahrung die Spreu vom Weizen.

GG

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Ein Bekannter von mir hat das mit den Gehältern einmal ein wenig Sarkastisch kommentiert:

Wer nur mit Erdnüssen bezahlt, darf sich nicht wundern, wenn irgendwann nur noch Affen für ihn arbeiten

Oder um eine angelsächsische Redewendung zu bemühen:

You allways get what you pay for

Treffender kann man es meiner Meinung nach kaum ausdrücken.

Bei mir persönlich geht unter 30K Gehalts technisch gar nix. Ich habe immerhin schon knappe 7 Jahre Berufserfahrung auf den Buckel und eine Familie zu ernähren. Auch wenn das einige vielleicht anders sehen, aber ich finde, das man solche Faktoren wie Familie, Unterhalt für das Auto etc in seinen Gehaltsvorstellungen berücksichtigen muss, um nicht am Ende ein Minus-Geschäft zu machen und das Lohndumping weiter voran zu treiben.

Ich habe mich lange genug für weniger als 2.5K Euro im Monate ausbeuten lassen und habe auch nicht vor, ewig mit meinen Schwiegereltern unter einem Dach leben zu müssen, weil das Geld nicht für eine eigene Wohnung reicht.

bearbeitet von Systemlord

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Wer einen sehr guten Abschluss hat, muss aber für dieses lächerliche Gehalt nicht arbeiten gehen, weil er etwas Besseres findet.

Die schreiben nach Ihrer Ausbildung vielleicht 5-6 Bewerbung. 3 davon suchen vielleicht grakeite Leute mehr, eine Absage und 2 Vorstellungsgespräche. Bei beiden bekommt er zwischen 20 und 22k angeboten und mangels Erfahrung schaut er in so einem Forum hier vorbei um sich einen Rat abzuholen. Kurz darauf wird er bombadiert von "Hauptsache Du hast einen Job!" und "Sei doch froh"-Predigern und unterschreibt am nächsten Tag mit "Ja" und "Amen" des Vertrag.

Bei mir persönlich geht unter 30K Gehalts technisch gar nix. Ich habe immerhin schon knappe 7 Jahre Berufserfahrung...

Was ich, bei 7 Jahren Berufserfahrung, als ziemlich unterbezahlt empfinden würde. 30k sind ein sehr gutes Einstiegsgehalt für einen Fachinformatiker, wie ich finde. Aber bei 7 Jahren im Beruf solltest Du bereits bei 50-60k+ liegen.

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Was ich, bei 7 Jahren Berufserfahrung, als ziemlich unterbezahlt empfinden würde. 30k sind ein sehr gutes Einstiegsgehalt für einen Fachinformatiker, wie ich finde. Aber bei 7 Jahren im Beruf solltest Du bereits bei 50-60k+ liegen.

Es kommt auch immer darauf an, in welcher Gegend man lebt und in einer Region wie Coburg dürfte es z.B. schwer werden, jemanden zu finden, der bereit ist 50K+x zu bezahlen. Und die 30K sind auch nur der Betrag, ab dem ich erst anfangen würde mit einem potentiellen AG zu reden. In die Bewerbungen schreibe ich 36K als Gehaltsvorstellung, sofern das in dem Stellenangebot gewünscht wird.

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Zumindest solange bis die "Höchstqualifizierung" (wie auch immer man sie erreichen kann) auf Fachkräfte aus Ländern mit niedrigen Lebenshaltungskosten oder schelchten Lebensperspektiven übertragbar ist.

Ich gehöre mit 45 J. schon zu den älteren Arbeitnehmern und ich habe auch nicht mit dem Gehalt angefangen, was ich jetzt bekommen.

Das ist auch irgendwie klar, find ich.

Das Gehalt ist gestiegen, zum einen aufgrund meiner Leistung, aber auch aufgrund meiner langen Betriebszugehörigkeit. (Mittlerweile seit über 20 Jahren)

Diese finanzielle und soziale Sicherheit, (Natürlich nicht nur dieser Aspekt) haben mich dazu bewogen eine Familie zu gründen.

Junge Leute merken m.E. aber mittlerweile, dass in unserer globalisierten Welt diese Werte nicht mehr zu erreichen sind.

Zum einen, aufgrund der Konkurrenz der Firmen und auch der Konkurrenz der Arbeitnehmer untereinander.

Ergo gibt es keine Familien mehr, somit keine Kinder und zukünftig auch keine Fachkräfte.

Die Firmen wissen, dass zukünftig dieses Problem auf sie zukommen wird.

Also suchen sie schon jetzt nach Fachkräfte aus dem Ausland.

Auch um konkurrenzfähig bleiben zu können.

Wer will es ihnen verdenken. Man kann das Rad nicht zurück drehen.

Die Alternative wäre die Grenzen dauerhaft für alle zu schließen, so dass die Unternehmen zu den alten Werten zurückkehren müssen.

Ich wüsste sonst keinen anderen Weg aus diesem Dilemma.

Gruß

Eleu

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Es kommt auch immer darauf an, in welcher Gegend man lebt und in einer Region wie Coburg dürfte es z.B. schwer werden, jemanden zu finden, der bereit ist 50K+x zu bezahlen. Und die 30K sind auch nur der Betrag, ab dem ich erst anfangen würde mit einem potentiellen AG zu reden. In die Bewerbungen schreibe ich 36K als Gehaltsvorstellung, sofern das in dem Stellenangebot gewünscht wird.

Ich kenne jetzt Coburg selbst nicht, aber ich wohne auch nicht in Frankfurt oder München und habe ein weit höheres Gehalt mit 7 Jahren Berufserfahrung. Und bei meinem letzten AG-Wechsel gab es Firmen, die auch mehr gezahlt hätten. Daher kommen selbst die angegebenen 36k für mich als verdammt wenig vor. Aber wenn es Dir reicht und Du in Coburg verwurzelt bist, dass ist das doch in Ordnung :-)

Junge Leute merken m.E. aber mittlerweile, dass in unserer globalisierten Welt diese Werte nicht mehr zu erreichen sind.

Zum einen, aufgrund der Konkurrenz der Firmen und auch der Konkurrenz der Arbeitnehmer untereinander.

Ergo gibt es keine Familien mehr, somit keine Kinder und zukünftig auch keine Fachkräfte.

Konkurrenz gab es immer und gibt es immer. Es belebt das Geschäft und spornt zu Leistungen an. Es ist nicht per se schlecht. Man muss sich jedoch überlegen warum es mittlerweile schwer ist, deine angesprochenen Werte zu erreichen. Meiner Meinung nach zählt dazu unsere "Geiz ist geil"-Mentalität. Alles, Hauptsache billig. KIK produziert in Indien zu teils unmenschlichen Bedingungen, die deutsche Bank ist auch http://www.youtube.com/watch?v=NOXm4do7QFM.

Erst wenn wir von dieser "Geiz ist Geil"-Mentalität runterkommen, werden die Unternehmen auch Waren anbieten können, die keine Ausbeutung einer anderen Mehrheit zur Folge haben. Wir hatten ja kein Problem damit als es die Inder, Chinesen, Thais, Rumänen, Polen, etc. waren. Nun sind wir aber die Minderheit, die ausgebeutet wird und plötzlich haben wir ein Problem damit. Irgendwie heuchlerisch.

Ich denke, dass jeder selbst dafür verantwortlich ist, was die Zukunft bringt. Persönlich habe ich für mich entschieden, dass ich regionalen Produkten den Vorzug gebe (regionales Obst, auch wenns teurer ist), bei anderen Sachen auf in Deutschland produzierte Ware zurückgreife (z.B. liqui moly statt Discounteröl) und darauf achte welche Marken ich trage und wo diese produzieren (Sioux, Raphael, Llyod etc.) und welche Möbel ich kaufe (Ewald Schillig, Jan Kurtz statt IKEA). Ähnliches gilt für Filme/Spiele: für Mist zahle ich nicht. War der Film, das Spiel oder die Serie gut, wird sie gekauft. Mittlerweile habe ich so eine Wand voll originalverpackter DVDs/BluRays während das 1080p-MKV auf meinem NAS liegt.

Auch wenn es etwas teurer ist. Ich sichere damit meinen eigenen Lebensstandard. Wenn mein deutsches Möbelhaus nicht genug Waren verkaufen kann weil sie aufgrund der Produktion in Deutschland zu teuer sind und die Kunden lieber zum Billig-Discounter rennen, werden sie sicher nicht die Preise für einen deutschen Consultant in die Hand nehmen sondern sich nach günstigen Alternativen umsehen. Damit ist auch mein Arbeitsplatz gefährdet.

Die Firmen wissen, dass zukünftig dieses Problem auf sie zukommen wird. Also suchen sie schon jetzt nach Fachkräfte aus dem Ausland. Auch um konkurrenzfähig bleiben zu können. Wer will es ihnen verdenken. Man kann das Rad nicht zurück drehen.

Es gibt Firmen, die werden auf Kundendruck (Geiz ist geil!) dazu gezwungen und Firmen, die einfach nur Gewinnmaximierung betreiben, selbst wenn die Kunden mehr bezahlen würden. Die wollen einfach nur billige Arbeitskräfte, mehr nicht. Aber hier ist wieder der Kunde gefragt: es bleibt immer Dir überlassen ob Du das unterstützt oder nicht. Keiner zwingt dich Apple-Produkte zu kaufen. Vielleicht lieber bei einem Hersteller kaufen, der wo anders produziert (damals war Nokia in Deutschland erste Wahl, nun bleibt nicht mehr viel) und man kauft nicht nur für die Müllhalde.

Die Alternative wäre die Grenzen dauerhaft für alle zu schließen, so dass die Unternehmen zu den alten Werten zurückkehren müssen.

Ich wüsste sonst keinen anderen Weg aus diesem Dilemma.

Nein, der Weg ist meiner Meinung nach ein anderes Konsumverhalten der Kunden und eine Förderung der in Deutschland produzierenden Unternehmen. Änderungen sollten bei einem selbst anfangen. Freunde überzeugen auf ihr Kaufverhalten zu achten und Leuten mit weniger Hintergrundwissen über Unternehmen aufklären.

Am Ende sichern wir so selbst unseren eig. Lebensstandard.

bearbeitet von Kwaiken

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Nein, der Weg ist meiner Meinung nach ein anderes Konsumverhalten der Kunden und eine Förderung der in Deutschland produzierenden Unternehmen. Änderungen sollten bei einem selbst anfangen. Freunde überzeugen auf ihr Kaufverhalten zu achten und Leuten mit weniger Hintergrundwissen über Unternehmen aufklären.

Am Ende sichern wir so selbst unseren eig. Lebensstandard.

Die ein oder andere Sache die Du da aufgezählt hast, hätte ich gerne.

Können sich leider nur Soloverdiener, ohne weitere Abhängigkeiten leisten.

Familien müssen da schon etwas knapper kalkulieren und können sich den Luxus inländischer Produkte nicht leisten.

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Können sich leider nur Soloverdiener, ohne weitere Abhängigkeiten leisten. Familien müssen da schon etwas knapper kalkulieren und können sich den Luxus inländischer Produkte nicht leisten.

Das liegt am geringen Gehalt. Dass es so gering ist liegt an den Unternehmen, die nicht mehr bezahlen können (ich unterstelle mal können, nicht wollen). Das liegt daran, dass sie knapp kalkulieren müssen weil ihre Kunden für die Waren nicht mehr bezahlen können/wollen. Und das liegt wiederum am geringen Gehalt der Kunden (ich unterstelle wieder können, nicht wollen). Dieses liegt an... merkst Du was?

Ich habe auch eine Familie und für mich entschieden, dass ich ein bestimmtes Gehalt brauche um meinen Standard zu halten oder zu erreichen. Dann habe ich geschaut wer mir für welche Gegenleistung dieses Gehalt bietet. Manchmal muss man etwas Sicherheit aufgeben und ausgetrampelte Pfade verlassen. Ich kenne dein Gehalt nicht, aber bei 20 Jahren Betriebszugehörigkeit hast Du lieber Sicherheit statt einem gewissen Lebensstandard gewählt. Das ist deine Entscheidung. Hätte ich meinen ehemaligen AG nicht verlassen würde ich in 13 Jahren auch auf 20 Jahre Betriebszugehörigkeit bei einem Gehalt zurückblicken, welches mir ebenfalls den Erwerb von inländischen Produkte versagt.

Meine Entscheidung war es jedoch, wie gesagt, eine andere.

bearbeitet von Kwaiken

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Also das beste Argument gegen den angeblichen Fachkräftemangel ist noch immer das mit den Gehältern. Oder sehe ich das falsch?

Mittlerweile kommt noch hinzu: schlechte Allgemeinbildung bei Bewerbern

Interessant dabei ist allerdings der Vergleich der Branchen.

Beispielsweise in der Gesundheitsbranche: Überstundenbezahlung, Gleitzeit, Teilzeit möglich, Freizeitausgleich, Urlaubs-, Weihnachtsgeld, Betriebs-/Personalrat

Das sind jetzt ein paar Vorzüge, welche sich fast in jedem Gesuch finden. So viel Vorzüge hab ich bei den IT-Angeboten nicht gesehen.

bearbeitet von itazubi

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Ich kenne dein Gehalt nicht, aber bei 20 Jahren Betriebszugehörigkeit hast Du lieber Sicherheit statt einem gewissen Lebensstandard gewählt.

Mach Dir um mich keine Sorge Kwaiken, es geht mir sehr gut, auch wenn ich keine Wand voll originalverpackter DVDs/BluRays während das 1080p-MKV auf meinem NAS liegen habe.

Es geht hierbei nicht um uns, sondern um die Perspektiven junger Menschen, die in einem

Wertesystem leben in dem sich jeder selbst der nächste ist.

Du glaubst mit sicherlich gut gemeinten Appellen an das Kaufverhalten der Bundesbürger könntest Du das ändern. Ich habe da ehrlich gesagt so meine Zweifel.

Wenn Du bereit bist ein Stück Sicherheit aufzugeben, muss Deine Familie auch darunter leiden wenn es mal nicht so gut klappt wie Du dir das vorgestellt hast.

Obwohl ich zugeben muss, dass diese Einstellung ganz gut in das heutige Wertesystem passt.

Ich meine Du sagst es ja selber:

Zumindest solange bis die "Höchstqualifizierung" (wie auch immer man sie erreichen kann) auf Fachkräfte aus Ländern mit niedrigen Lebenshaltungskosten oder schelchten Lebensperspektiven übertragbar ist.

Wie soll man da glauben, dass man auch zukünftig soziale und finanzielle Sicherheit hat,

um eine Familie zu gründen ?

Klingt doch irgendwie aussichtslos :rolleyes:

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Mach Dir um mich keine Sorge Kwaiken, es geht mir sehr gut

Mache ich nicht :-) Ich ging nur auf dein Statement ein, dass inländische Produkte für dich kein Thema sind. Aber wie gesagt: ist Deine Entscheidung, wie Du Prioritäten setzt. Das war nicht als "Belehrung" gemeint. Wir haben einfach divergierende Vorstellungen ;-)

Es geht hierbei nicht um uns, sondern um die Perspektiven junger Menschen, die in einem

Wertesystem leben in dem sich jeder selbst der nächste ist.

So haben wir schon von tausenden von Jahren gelebt und so wird es bleiben. Aber wir haben eine Sozialgemeinschaft, wo auch jeder ein Stück Verantwortung für den Nächsten hat, wie ich finde.

Du glaubst mit sicherlich gut gemeinten Appellen an das Kaufverhalten der Bundesbürger könntest Du das ändern. Ich habe da ehrlich gesagt so meine Zweifel.

Ich mache mir keine Illusionen, dass morgen alle plötzlich ihr Konsumverhalten ändern. Aber jede Änderung beginnt bei sich selbst mit einem kleinen Schritt.

Wenn Du bereit bist ein Stück Sicherheit aufzugeben, muss Deine Familie auch darunter leiden wenn es mal nicht so gut klappt wie Du dir das vorgestellt hast.

Oder sie profitiert immens davon wenn es klappt. Aber ich bin der Meinung, dass man Sicherheit nicht aufgeben muss um einen gewissen Standard zu haben. Man muss vielleicht nur etwas aus seiner bequemen Haltung raus und seine Erwartungen an sich selbst hochschrauben und entsprechend Gas geben. Wenn man als Mantra immer nur "Sicherheit, Sicherheit, Sicherheit" und "Bequemlichkeit, Bequemlichkeit, Bequemlichkeit" vor sich hin summt, dann kommt man nicht weit. Ich studiere seit etwa 2 Jahren nebenberuflich und muss dafür einen Großteil meiner Freizeit opfern. Aber es hat sich schon jetzt gelohnt, obwohl ich noch nicht fertig bin.

Wäre ich nicht aus meiner Fötushaltung herausgekrochen wäre ich noch immer sicherer Lohnsklave bei einem AG, wo ich selbst mit 45 Jahren weit unter Durchschnitt verdienen würde.

Wie soll man da glauben, dass man auch zukünftig soziale und finanzielle Sicherheit hat, um eine Familie zu gründen? Klingt doch irgendwie aussichtslos

Wenn man die Hände in den Schoß legt, dann klingt das in der tat aussichtslos. Wenn jeder so eine Einstellung haben würde, wäre Greenpeace, WWF, jeglicher Protest und jede Demonstration sinnlos. Die Mehrheit würde sich in ein Schicksal fügen müssen, welches einem wenige diktieren. Das wäre wirklich aussichtslos.

Meiner meinung nach ist Bildung der Schlüssel. Aber das Konsumverhalten jedes einzelnen trägt anschließend zur innerdeutschen Wirtschaft bei. Natürlich kann niemand it 19.600 EUR/p.a. sich Rolf Benz Möbel in die Wohnung stellen und einen BMW fahren. Aber solange es hier noch möglich ist günstig an eine sehr gute Bildung zu kommen, hat man es größtenteils noch selbst in der Hand und sollte die Chance nutzen.

bearbeitet von Kwaiken

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Man muss vielleicht nur etwas aus seiner bequemen Haltung raus und seine Erwartungen an sich selbst hochschrauben und entsprechend Gas geben.

So verhalten sich vernünftige Menschen, gestern wie heute.

Dennoch gibt es immer weniger Kinder in unserer Gesellschaft und dadurch zukünftig immer weniger Fachkräfte.

Es tut mir leid, der demografische Faktor belegt es nun mal. So sind nun mal die Fakten.

Man kann darüber streiten, ob wir gegenwärtig einen Fachkräftemangel haben, aber sicherlich wird es in der Zukunft so sein.

Die Gründe hierfür liegen m.E. an der mangelnden Perspektive für Familien in einer globalisierten Gesellschaft.

Bzgl. Auswege gibt es m.E. mehrere Möglichkeiten:

1. Du öffnest die Grenzen für alle Menschen (Wenn Du alle gleich behandeln willst, müsstest Du eigentlich so vorgehen)

2. Du reglementierst die Zuwanderung weiterhin und verschafft dadurch der eigenen Bevölkerung einen Vorteil, weil dadurch ein nachhaltiges Lohnniveau gesichert wird.

(Wäre jetzt mein Ansatz gewesen. Schließlich haben die Deutschen sich das ja auch selber erarbeitet)

3. Du appellierst an die Bevölkerung Deutsche Produkte zu kaufen, um dadurch die heimische Wirtschaft zu stärken.

Ich wäre für Position 2 und 3.

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1. Du öffnest die Grenzen für alle Menschen (Wenn Du alle gleich behandeln willst, müsstest Du eigentlich so vorgehen)

Kommunismus? Der Reichtum einiger ist gebettet auf der Armut vieler. Du bist, im Verhältnis zur gesamten Weltbevölkerung gesehen, reich. Auch ist die Krux an der Gleicstellung, dass sie toll ist solange man unter dem Durchschnitt ist und andere abgeben müssen. Ist man über dem Durchschnitt und muss selbst abgeben, ist die Gleichstellung garnicht mehr so interessant.

2. Du reglementierst die Zuwanderung weiterhin und verschafft dadurch der eigenen Bevölkerung einen Vorteil, weil dadurch ein nachhaltiges Lohnniveau gesichert wird. (Wäre jetzt mein Ansatz gewesen. Schließlich haben die Deutschen sich das ja auch selber erarbeitet)

3. Du appellierst an die Bevölkerung Deutsche Produkte zu kaufen, um dadurch die heimische Wirtschaft zu stärken.

Ich wäre für Position 2 und 3.

Position 2 wird ja bereits ausgelebt. Die niedrigbezahlten Stellen, die niemand will werden von den Einwanderern übernommen. An die hochwertigen Stellen, die einen bestimmten Abschluss erfordern kommen sie - dank der mangelhaften Anerkennung fremder Abschlüsse - garnicht ran. Die Hürden für Arbeitskräfte aus dem Ausland sind in Ordnung wenn diese nicht gelockert werden. Und genau darum geht es bei dem Geplärre der Wirtschaft. Um mehr nicht.

Wenn die Wirtschaft wirklich Bedarf hätte, wären die Hürden absolut kein Thema. 2009 wurde die Einkommensgrenze für ausländische Fachkräfte bereits von 85k auf 63k gesenkt (ohne Vorbehaltsprüfung). Zudem entfällt diese Grenze, wenn das Unternehmen nachweisen kann, dass sie keinen qualifizierten deutschen Arbeitnehmer finden konnten. Diese Prüfung dauert 4 Wochen. Falls absolut dringend Bedarf ist, könnte man also eine ausländische Fachkraft einstellen und 63k zahlen. Es ist schließlich dringend. Ist es nicht so dringend, so kann man die vierwöchige Prüfung des Amtes abwarten und bei positivem Bescheid einen ausländischen Arbeitnehmer für unter 63k anstellen.

Die Unternehmen können das aber nicht nachweisen, da es genug deutsche AN gibt. Nur nicht für den Preis, den das Unternehmen zahlen will. Wenn die zum Ausländeramt kommen und sagen: "Wir haben ja gesucht, aber niemanden gefunden!" - "Nach was genau haben sie gesucht?" - "30 Jahre, Master of Science, 10 Jahre Berufserfahrung, fließend Englisch, Chinesisch, Spanisch, Deutsch, Cisco/MS/Oracle/Linux Zertifikate für 30k p.a." dann haut der Sachbearbeiter denen die Mappe um die Ohren. Und genau hier ist das Problem, warum die Wirtschaft immernoch "Fachkräftemangel!!!" schreit.

Gibt es etwa keine deutsche Fachkraft, die für 63k EUR arbeiten würde? Natürlich gibt es sie. Aber die Wirtschaft will sie eben einfach nicht bezahlen!

bearbeitet von Kwaiken

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