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Aufsteigen ohne Studium?


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Hallo zusammen!

Ich habe 2011 meine Ausbildung als FISI abgeschlossen und arbeite seit 2 Jahren im Öffentlichen Dienst im Support und der Anwendungsverteilung. Eingruppiert bin ich in EG8, was gleichzeitig auch das Maximum ist, was ich ohne ein Studium erreichen kann. Ein Fernstudium neben einem Vollzeitjob traue ich mir ehrlich gesagt nicht zu, da ich mindestens 3 Jahre lang quasi fast meine komplette Freizeit dafür aufgeben müsste. Ich denke für die ersten Berufsjahre, auch gemessen an meiner Tätigkeit, sind ~33000 Euro Jahresbrutto ganz ok. Leider wird sich das über die nächsten Jahre aber auch nicht mehr gravierend ändern, dank dem Tarifvertrag. Auch werde ich ohne Studium nicht mehr Verantwortung übernehmen können als das momentan der Fall ist und das ist einfach inakzeptabel für mich auf Dauer.

Interessieren würde mich die Administration von Windows-Servern und auch die Software-Verteilung ist für mich eine spannende Sparte. Allerdings verwenden wir ein Produkt zur Softwareverteilung bei uns, was auf dem restlichen Markt so gut wie tot ist. Mein Vorwissen dürfte also leider hier auch nicht groß ins Gewicht fallen.

Was habe ich nun für Möglichkeiten? Weiterbildung und Zertifikate selbst finanzieren und anschließend bewerben?

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Statistisch gesehen hast du, was den Aufstieg in besser bezahlte und anspruchvollere Positionen angeht, mit einem Doktortitel bessere Chance als mit einem Masterabschluss, mit einem Masterabschluss bessere Chancen als mit einem Bachelorabschluss und mit einem Bachelorabschluss bessere Chance als mit einer abgeschlossenen Ausbildung.

Besonders zwischen dem Bachelor und einer Ausbildung gibt es eben eine relativ harte Grenze - Akademiker oder Nicht-Akademiker.

Gerade im öffentlichen Dienst wird darauf eben wert gelegt. Von daher ist es schwer, dir etwas zu raten, ausser dass du eben 3 Jahre lang deine Freizeit dafür opfern musst, um mehr Geld zu bekommen oder mehr Verantwortung übernehmen zu dürfen.

Ganz nebenbei: Ein Studium bringt dich auch persönlich und nicht nur fachlich weiter - ich kenne keinen Studenten, der nach dem abgeschlossenen Studium gesagt hätte, dass die Studienzeit überflüßig gewesen wäre und er lieber in seinem Beruf weitergearbeitet hätte.

Ein Vorteil für dich ist vielleicht, dass in der freien Wirtschaft beim Thema Administrator, Software-Verteilung etc. wohl relativ wenig Wert auf einen akademischen Abschluss gelegt wird - was auch daran liegt, dass du bei einem Studium wirklich absolut nichts dazu lernen könntest, was dir in der Administrator von Servern weiterhelfen könnte (ist ja auch nicht der Sinn eines Studiums).

Der einfachste Weg ist wohl, dich privat weiterzubilden, Zertifikate erwerben und dann in der freien Wirtschaft bewerben (das ist ja mit einer festen Stelle im ÖD auch keine schlechte Ausgangssituation). Aber, wie gesagt, im Zweifelsfall werden wohl die Leute, die es vorziehen 3 Jahre lang ihre Freizeit für ein Studium zu opfern, mehr Geld als du verdienen und auch auf verantwortungsvolleren Positionen arbeiten. Ausnahmen sind natürlich möglich ;)

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Die Entscheidung mit dem Studium würde mir wesentlich leichter fallen, wenn es nicht über 300 Euro pro Monat kosten würde. Das ist einfach super heftig. Schließlich müsste ich ja vielleicht sogar in Teilzeit gehen, um genügend Lernzeit zu haben.

Also ich brauch definitiv kein Gehalt über 50000 Euro im Jahr um glücklich zu werden. Dafür sind mir auch halbwegs geregelte Arbeitszeiten einfach zu lieb. Schließlich bringt mir das Geld auch nichts, wenn ich es nicht ausgeben kann. ;-)

Ich denke, dann werde ich wohl wirklich mal schauen, inwiefern ich mir Zertifikate im Windows-Server Bereich im Selbststudium erarbeiten kann. Die Workshops und Seminare sind für einen Privatmann dann doch etwas teuer.

Werde mit genug (theoretischer) Knowledge, dann mal einen Versuch in der freien Marktwirtschaft unternehmen.

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Du musst, bevor du dich für eine Fortbildung/Studium/whatever entscheidest, erst einmal wissen, wo du hin möchtest. Wenn du dich auf etwas spezialisieren möchtest (zB SAP, Citrix, Virtualisierung, bestimmte Server, Firewalls, Projektleitung, Netzwerktechnik, ...), brauchst du kein Studium dafür. Es gibt Bereiche, in denen andere Kenntnisse von Vorteil sind (zB für SAP BWL-Kenntnisse), die kann man über Berufserfahrung und/oder Weiterbildung erreichen. Wenn du höhere Stellen möchtest (Projektleiter, Abteilungsleiter, ...) dann würden Aufstiegsfortbildungen in Frage kommen. Wenn du dich durch Arbeiten spezialisieren möchtest, dann musst du deine Stelle zu einem Unternehmen wechseln, welches das ermöglicht.

Hallo zusammen!

Interessieren würde mich die Administration von Windows-Servern und auch die Software-Verteilung ist für mich eine spannende Sparte.

Um ein Profi in AD, Exchange usw. zu werden, benötigst du kein Studium. Wenn du aber an (Technolgie)Produkten mitentwickeln möchtest, ist ein Studium keineswegs verkehrt. Wie gesagt: Du musst wissen, wo du hin möchtest. Dann kannst du die Wege erörtern und dir den für dich am geschicktesten aussuchen.

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Hast du denn schon mal mit deinem jetzigen Arbeitgeber gesprochen ob er dich nicht vielleicht unterstützen will bei deiner Weiterbildung? Es muss ja nicht immer gleich die Komplettfinanzierung deines Studiums sein. Es kann ja auch durch mehr Freizeit Zur Prüfungsvorbereitung sein oder eben Schulungen in dem Umfeld die für deine Arbeit wichtig sind. Das kann dann auch mal etwas in Richtung Projektmanagement sein.

Du kannst auch mal mit deinem Arbeitgeber sprechen welche Möglichkeiten denn eventuell noch vorhanden sind um in der Eingruppierung nach oben zu kommen.

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@Daij

Ich hätte schwören können, dass die FU Darmstadt die einzige ist, die den reinen Informatik Bachelor als Fernstudium anbietet. Das sieht sehr interessant aus. Wobei die Teilzeit Studiendauer von 12 Semestern schon recht lang ist.

@pr0gg3r

Da hast du recht, das ist momentan mein Problem, dass ich nicht so 100% weiß was ich eigentlich will. Denke mal als AD oder Sharepoint Experte macht man in naher Zukunft nichts falsch.

Also eine Leitungstätigkeit strebe ich nicht an.

@Schiller256

Da werde ich keine Unterstützung bekommen, da uns der Arbeitgeber ein Studienprogramm angeboten hat, was aber bei mir aus privaten Gründen nicht möglich ist. Für mich kommt nur ein Fernstudium in Frage und dafür hätte ich nur die Möglichkeit in Teilzeit zu gehen.

Höhergruppierung ist leider nicht möglich, da gibt es klare Grenzen im Öffentlichen Dienst.

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Höhergruppierung ist leider nicht möglich, da gibt es klare Grenzen im Öffentlichen Dienst.

Wie man in anderen Beiträgen sieht, ist das nicht Schwarz oder Weiß. Es gibt auch im ÖD Ausnahmen. Und mit viel Glück kann man auch als Fachinformatiker auf Stellen > E8 kommen.

Eine IHK- Weiterbildung könntest du durchaus auch finanziert bekommen, wenn du Begründen kannst, wie du das dort erworbene Wissen im Arbeitsalltag anwenden kannst. Da muss man ein wenig Kreativ sein :D. Ich habe auch schon einige externe EDV- Kurse bekommen. Also nur Mut. Mehr als "nein" können sie nicht sagen und außerdem sehen die Verwaltungen es eigentl. immer gerne wenn man sich weiterbilden will.

Gruß Hans-Jörg

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Wie man in anderen Beiträgen sieht, ist das nicht Schwarz oder Weiß. Es gibt auch im ÖD Ausnahmen. Und mit viel Glück kann man auch als Fachinformatiker auf Stellen > E8 kommen.

Eine IHK- Weiterbildung könntest du durchaus auch finanziert bekommen, wenn du Begründen kannst, wie du das dort erworbene Wissen im Arbeitsalltag anwenden kannst. Da muss man ein wenig Kreativ sein :D. Ich habe auch schon einige externe EDV- Kurse bekommen. Also nur Mut. Mehr als "nein" können sie nicht sagen und außerdem sehen die Verwaltungen es eigentl. immer gerne wenn man sich weiterbilden will.

Gruß Hans-Jörg

Soweit ich weiß, ging das nur noch bis zur Übergangszeit, als noch BAT-Regelungen für die Informatiker galten.

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Je nach Standort (und ob du wirklich bereitwillig bist ein Fernstudium zu beginnen) könnte dich auch sowas interessieren:

Medieninformatik (Online)

bzw.

Wirtschaftsinformatik (Online)

ich selbst studiere dort Medieninformatik (Online) neben meinem Vollzeitjob.

ca. zwei bis drei mal pro Semester sind Präsenzveranstaltungen (von Fr. bis Sa.) & die Klausuren, wo man dann vor Ort erscheinen muss.

Der Rest läuft online ab.

Sowohl Studienkosten, als auch Fahrtkosten/Unterkunft bekomme ich vom Arbeitgeber bezahlt.

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Soweit ich weiß, ging das nur noch bis zur Übergangszeit, als noch BAT-Regelungen für die Informatiker galten.

Nein auch im neuen Tarifvertrag steht nirgends, dass du für E9 und höher ein Studium brauchst. Eigentlich geht es "nur" nach der Tätigkeit.

Gruß Hans-Jörg

P.S. noch ein Link https://personalrat.uni-hohenheim.de/uploads/media/AEnderungstarifvertrag_Nr__5_zum_TV-L_ego11.pdf

Wichtig ist der Nebensatz "sowie sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben"

Bearbeitet von HJST1979
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Ein (Fern-)Studium ist kein Pappenstiel. Wenn es so einfach wäre, dann könnte es jeder und es wäre nichts besonderes. Und wenn es nichts besonderes ist, wird es auch nicht besonders bezahlt oder funktioniert nicht mehr als Türöffner. Also sich lieber freuen, dass es etwas herausforderndes und anerkanntes wie ein akademisches Fernstudium gibt, wo nicht jeder Hinz und Kunz ein Wisch von hat.

Ansonsten wurden Dir hier deine Fragen bzgl. Kosten und Dauer bereits beantwortet. Aber vielleicht eines noch: die FernUni Hagen ist die einzige staatliche Universität, die ein Fernstudium für Informatik anbietet. Alles andere sind (Fach-)Hochschulen. Wenn Du dich also für eine Hochschulform entschieden hast, fällt die weitere Auswahl - je nach Entscheidung - entsprechend leicht oder schwer.

Noch etwas: ich studiere an der FU und bin nun kurz vor Ende meines nebenberuflichen Bachelor-Studiums. Nach ca. ~4/4.5 Jahren insgesamt. Die Freizeit hat zwar gelitten, aber es blieb trotzdem Zeit für Freunde, Hobby und Familie. Mein Rat daher: anmelden und ein, zwei Semester schauen was geht und was nicht.

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Nein auch im neuen Tarifvertrag steht nirgends, dass du für E9 und höher ein Studium brauchst. Eigentlich geht es "nur" nach der Tätigkeit.

Gruß Hans-Jörg

P.S. noch ein Link https://personalrat.uni-hohenheim.de/uploads/media/AEnderungstarifvertrag_Nr__5_zum_TV-L_ego11.pdf

Wichtig ist der Nebensatz "sowie sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben"

Ein Kollege, der exakt die selben Tätigkeiten wie ich ausübt, ist in EG9 eingruppiert. Allerdings ist er schon seit vielen Jahren hier angestellt und das wurde aus dem BAT noch so übernommen.

Wie müsste ich denn jetzt vorgehen, wenn ich auch höher eingestuft werden will. Im Zweifelsfall würde ich es einfach mal drauf ankommen lassen.

Bei uns sind die Referatsleiter übrigens angehalten darauf zu achten, dass wir keine Tätigkeiten machen, die unserer Eingruppierung nicht entsprechen bzw. dass diese Tätigkeiten 49% der Arbeitszeit nicht übersteigen.

Der Witz an der Sache ist, dass keiner eigentlich weiß was die höherwertigen Tätigkeiten sind.

Bearbeitet von HagbardCeline
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Bei uns sind die Referatsleiter übrigens angehalten darauf zu achten, dass wir keine Tätigkeiten machen, die unserer Eingruppierung nicht entsprechen bzw. dass diese Tätigkeiten 49% der Arbeitszeit nicht übersteigen.

Das ist natürlich eine Geisteshaltung bzw. Arbeitseinstellung die Mitarbeiter mit Potenzial zerstört. Leider nicht unüblich auf "dem Amt". Und so eine Arbeitsweise und Einstellung prägt natürlich zwangsläufig die Mitarbeiter.

Insofern solltest du dir rasch überlegen, ob es das ist wie du die nächsten 40 Jahre arbeiten willst oder nicht. Viele wollen das ja bewusst, da es ja auch Vorteile hat (du deutest es ja auch an mit den geregelten Arbeitszeiten).

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Ein Kollege, der exakt die selben Tätigkeiten wie ich ausübt, ist in EG9 eingruppiert. Allerdings ist er schon seit vielen Jahren hier angestellt und das wurde aus dem BAT noch so übernommen.

Das ganze nennt sich dann Bestandsschutz.

Bei uns sind die Referatsleiter übrigens angehalten darauf zu achten, dass wir keine Tätigkeiten machen, die unserer Eingruppierung nicht entsprechen bzw. dass diese Tätigkeiten 49% der Arbeitszeit nicht übersteigen.

Wenn dies tatsächlich so ist und du keine Tätigkeiten machst die nicht in deiner Tätigkeitsbeschreibung stehen, schaut es wirklich schlecht aus.

Der Witz an der Sache ist, dass keiner eigentlich weiß was die höherwertigen Tätigkeiten sind.

Das ist leider überall im ÖD das gleiche, denn festlegen will sich ja auch niemand und der neue Tarifvertrag ist genau so schwammig beschrieben wie der alte. Was alles zu höherwertigen Tätigkeiten gehört ist in der Eingruppierungsordnung beschrieben, aber halt schwammig.

Theoretisch kann man eine Eingruppierungsklage anstreben, wobei ich pers. in deiner Situation nicht viel Aussicht auf Erfolg sehe. Bevor du diesen Schritt gehst empfiehlt es sich mindestens ein halbes Jahr genau aufzuschreiben was du machst, mit Stundenzahl. Denn die Prozentangaben in der Tätigkeitsbeschreibung sind auch extrem wichtig.

Ich möchte noch darauf hinweisen, dass ich diesen Weg bisher nicht gegangen bin.

Gruß Hans-Jörg

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Ein Kollege, der exakt die selben Tätigkeiten wie ich ausübt, ist in EG9 eingruppiert. Allerdings ist er schon seit vielen Jahren hier angestellt und das wurde aus dem BAT noch so übernommen.

Wie müsste ich denn jetzt vorgehen, wenn ich auch höher eingestuft werden will. Im Zweifelsfall würde ich es einfach mal drauf ankommen lassen.

Also wenn du von deinen Qualitäten überzeugt bist, dann würde ich sagen, such dir einen Job wo man dich eben genau danach bezahlt: nach deinen Qualitäten und Fähigkeiten.

Ich selbst habe nur ein abgebrochenes Bachelor-Studium vorzuweisen, mein aktuelles Gehalt bewegt sich im Rahmen von EG11, sofern ich das richtig deute :) Allerdings werden einem in der freien Wirtschaft Gehaltserhöhungen eben nicht hinterher geworfen, da muss man dann stichhaltige Gründe haben, warum das Unternehmen mehr Geld für die geleistete Arbeit zahlen sollte.

Bei uns sind die Referatsleiter übrigens angehalten darauf zu achten, dass wir keine Tätigkeiten machen, die unserer Eingruppierung nicht entsprechen bzw. dass diese Tätigkeiten 49% der Arbeitszeit nicht übersteigen.

Der Witz an der Sache ist, dass keiner eigentlich weiß was die höherwertigen Tätigkeiten sind.

Selbst wenn ich jede Woche 10 Überstunden machen müsste (tatsächlich sind wir angehalten, keine Überstunden zu machen bzw nur in extremen Ausnahmefällen), würde ich mir die bei der entsprechenden Bezahlung in der freien Wirtschaft noch weitaus lieber antun als solchen Kickifax wie von dir beschrieben. Einem Passierschein A38 müsst ihr aber nicht hinterher laufen, oder? :D

Mal halb-OT: was passiert eigentlich, wenn Arbeit getan werden MUSS, die nicht euren Eingruppierungen entspricht? Bleiben dann alle sitzen, weil die 49% schon erreicht sind, egal ob die Bude brennt oder nicht?

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Die Entgeltgruppen über EG8 im Öffentlichen Dienst sind für Tätigkeiten vorgesehen, die gewöhnlich einen (Fach-)Hochschlabschluss erfordern. Das heisst aber nicht, dass ein höherer Abschluss für entsprechend dotierte Jobs zwingend notwendig ist. Die Behörden haben die Möglichkeit, hier auch andere Leute einzusetzen, falls sie diese für geeignet halten.

Bei uns in der Stadt machen z.B. auch Erzieher und Altenpfleger mit einigen betrieblichen Weiterqualifizierungen den Job eines Sozialarbeiters und werden mit EG9/10 ohne Studium vergütet.

Allerdings solltest du dir gut überlegen, ob ein Job, bei dem es im wesentlichen darum geht, den Leuten bei ihren Problemen mit der Software zu helfen und ihnen betankte Rechner aufzubauen, da wirklich weiter bringt.

Support und Roll-Out sind Arbeitsfelder, die allgemein als eher einfach angesehen werden und dementsprechend auch nicht so gut bezahlt sind. Das wird auch in der freien Wirtschaft häufig nicht so gut bezahlt und oftmals von Leuten ganz ohne Ausbildung gemacht.

Du solltest schauen, dass du einen komplexeren Job machen kannst und dafür ggf. die Eignung erwirbst - ob mit oder ohne Studium.

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Nicht in Deutschland.

Dann aber auch nicht in anderen Ländern. Die offizielle Akademikerquote ist in den USA wesentlich höher als in Deutschland (was eben auch an unseem Ausbildungssystem liegt). So etwas wie eine duale Berufsausbildung kennt man in den meisten Ländern überhaupt nicht.

Was dann dazu führt, dass man für "klassische" Ausbildungsberufe auch schon ein Studium/einen Bachelor anbietet.

Was aber auch dazu führt, dass man, wenn man in der IT als SW-Entwickler anfangen will, eigentlich zwangsläufig einen Studienabschluss haben muss. Und ich kenne auch normale Admins in den USA, die ein Studium absolviert haben (allerdings weiss ich nichts über das Niveau dort, und das MIT war es sicherlich nicht ;)).

In Spanien vermute ich ähnliches, von Rumänien z.B. weiss ich auch, dass man ohne Studienabschluss praktisch keine Chancen hat in der IT unter zu kommen - und über die Akademikerschwemme in Indien und China müssen wir ja nicht reden, da haben ja teilweise die Leute im 1st Level Support einen Masterabschluss.

Ich währe als vorsichtig mit der Behauptung, gerade in Deutschland würde so viel Wert auf ein Studium gelegt. Das sieht imo in vielen Ländern noch ganz anders aus.

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... was aber auch an deren Ausbildungssystem liegt. Insofern gilt es diese Tatsache in die Überlegungen mit einzubeziehen. Das deutsche duale Ausbildungssystem ist im Ausland hoch angesehen, aber durch die Umstellung auf B.Sc./ M.Sc. ändert sich die Situation in Deutschland. Ich glaube, dass sich langfristig der B.Sc. in bestimmten Bereichen als "Basisqualifikation" durchsetzen wird. Dazu gehört die IT. Im Handwerk wird auch langfristig auf Ausbildung und Meister gesetzt werden.

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Im Ausland kann man aufgrund des rein schulischen Ausbildungssystems auch Berufe wie Busfahrer oder Lagerist studieren und schließt die Ausbildung mit einem Diplom ab.

Natürlich ist der diplomierte Busfahrer hinterher auch nur ein normaler Busfahrer.

Die Arbeitgeber müssen sich darum damit mehr beschäftigen, mit welcher Ausbildung jemand wieviel Qualifikation mitbringt und können nicht mehr pauschal sagen "wer von der Uni kommt, ist qualifizierter als jemand von der FH und jemand von der FH ist qualifizierter als ein Absolvent einer Berufsausbildung".

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Gast Fernstudent
Die Entscheidung mit dem Studium würde mir wesentlich leichter fallen, wenn es nicht über 300 Euro pro Monat kosten würde.

Die Studiengebühren kannst du bei deiner Steuererklärung angeben, sämtliche Nebenkosten (z.B. neues Notebook, Internetanschluss, Anfahrtskosten, Übernachtung, ...) kannst du auch, zumindest teilweise, geltend machen. Im Nachhinein amortisiert sich in der Regel der investierte Betrag recht schnell. Selbst wenn du "nur" von E8 auf E9 kommst, rechnet sich das Studium. Der akademische Grad bleibt dir für ein Leben lang, während ein Microsoft Zertifikat in recht kurzer Zeit wieder überholt ist. Außerdem vermittelt dir ein Fernstudium neben dem Wissen auch weitere Fähigkeiten.

Also ich brauch definitiv kein Gehalt über 50000 Euro im Jahr um glücklich zu werden. Dafür sind mir auch halbwegs geregelte Arbeitszeiten einfach zu lieb.

Bei einem höheren Gehalt sind nicht unbedingt Überstunden Pflicht.

Die Arbeitgeber müssen sich darum damit mehr beschäftigen, mit welcher Ausbildung jemand wieviel Qualifikation mitbringt und können nicht mehr pauschal sagen "wer von der Uni kommt, ist qualifizierter als jemand von der FH und jemand von der FH ist qualifizierter als ein Absolvent einer Berufsausbildung".

Es ist nun mal so, dass ein normaler Uniabgänger Qualifikationen besitzt, über welche ein normaler Hochschulabsolvent nicht verfügt. Der normale Hochschulabsolvent verfügt über Qualifikationen, die jemand mit einer normalen Berufsausbildung nicht besitzt.

In meiner Firma merke ich den Unterschied zwischen einem Hochschulabsolventen und jemand mit einer Berufsausbildung. Einen Drucker können beide installieren aber beispielsweise beim Thema Projektmanagement sind selbst bei kleineren Projekten in aller Regel die Akademiker deutlich besser. Oder wenn es um die Strukturierung eines Problems geht, Selbstorganisation, ...

Ich merke die akademische Ausbildung auch bei mir. Mich befähigt mein Fernstudium für Tätigkeiten, zu denen ich zuvor als "nur" Fachinformatiker schlichtweg nicht wie in der jetzigen Form fähig gewesen wäre.

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Fernstudent: obwohl ich Dir im Prinzip zustimme, würde ich das alles nicht so drastisch sehen. Es liegt weder an der FH, noch an der Uni oder sonstigen Ausbildungen. Es ist nicht die Institution, die den Unterschied macht, sondern die ausgeführte Tätigkeit selbst. Wenn Du einen Projektleiter, der nur eine Berufsausbildung hat und seit 20 Jahren Projekte leitet neben einen frischen Akademiker stellst und denen ein 1k PT-Projekt auf's Auge drückst, wird der Praktiker wahrscheinlich die Nase vorn haben.

Warum Du so positive Erfahrung (ich nehme mal an den durch die Fernstudenten-Brille induzierten Schönfärbungsfaktor hast Du bei deiner Betrachtung bereits abgezogen) mit Akademikern gemacht hast liegt einfach nur daran, dass diese ohne die angesprochenen positiven Eigenschaften an der Uni einfach nicht überlebensfähig wären und sich diese aneignen mussten.

Lange Rede, kurzer Sinn: sperre jemanden mal 3-5 Jahre irgendwo ein und zwinge ihn sich Tag ein Tag aus mit ziemlich abstraktem Sch*eiss und komplexen Problemstellungen zu beschäftigen während er sich das auch noch selbst organisieren darf, so entwickeln sich im Laufe der Zeit die gleichen positiven Effekte wie bei deinem Akademiker.

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Hi,

Die Arbeitgeber müssen sich darum damit mehr beschäftigen, mit welcher Ausbildung jemand wieviel Qualifikation mitbringt und können nicht mehr pauschal sagen "wer von der Uni kommt, ist qualifizierter als jemand von der FH und jemand von der FH ist qualifizierter als ein Absolvent einer Berufsausbildung".

Dass es unter jeder Gruppe absolute Dilettanten gibt, steht ja außer Frage, genauso wie es Überflieger gibt, aber viele Firmen verlassen sich nunmal auf die formale Qualifikation, und da ist ein Uni-Abschluss nunmal die höchste. Suchst du spezialisierte Fachkräfte, kann man natürlich drüber diskutieren, da gerade frische Uni-Absolventen zwar viel theoretisches Wissen, aber oft kaum praktische Erfahrung mitbringen.

Einen Drucker können beide installieren aber beispielsweise beim Thema Projektmanagement sind selbst bei kleineren Projekten in aller Regel die Akademiker deutlich besser. Oder wenn es um die Strukturierung eines Problems geht, Selbstorganisation, ...

Auch das mag sein, nur muss man natürlich auch mal schauen, welche Jobs man überhaupt machen möchte. Aufsteigen kann ja vieles bedeuten, mehr Verantwortung für Personal, Budget, oder Senior Consultant im Storage Bereich. Im letzteren Fall ist es natürlich völlig egal, ob man ein Studium hat, da erzählt nur die Erfahrung und das Wissen.

Aber natürlich ist es so, dass man mit einem Studium immer mehr Möglichkeiten hat, aber das alleine ist erstmal noch kein Garant für irgendwas.

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