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carstenj

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Reputationsaktivitäten

  1. Danke
    carstenj reagierte auf Kwaiken in Studium oder vergleichbare Qualifikation?   
    Das ist korrekt. Studium oder einschlägige Berufserfahrung.
    Mittlerweile sehe ich häufiger auch den Wortlaut "Gut bis sehr gut abgeschlossenes Studium der Informatik oder vergleichbare Qualifikation". Hier würde ich gerne von der HR hören, was zu einem sehr gut abgeschlossenen Studium eine vergleichbare Qualifikation darstellt ... 
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    carstenj hat eine Reaktion von PVoss erhalten in Für viel mehr würdet ihr die 1,5 Std (einfach). Weg in Kauf nehmen?   
    Zeit? Es schreibt ja "ich", und ich würde das auch nicht machen. Wenn jemand anders da machen möchte bzw. muss, ist das ja auch ok.
    Es soll ja auch Leute geben, die fahren gerne Auto oder mit der Bahn, zu denen ich aber nicht gehöre.
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    carstenj hat eine Reaktion von Nopp erhalten in Unglücklich im Beruf / in der IT   
    Hi,
    sowas passiert und kann in jedem Job vorkommen. Je nach Größe deines Betriebs könntest du natürlich als Ausbildungsverantwortlicher arbeiten und dann hättest du u.U. weniger mit der operativen Tätigkeit zu tun.
    Ich habe damals in einer Berufsschule eine AG "gegründet", was zwar kein Geld bringt, aber auch Spaß gemacht hat. Das konnte ich gut nach der Arbeit machen und konnte meine Wissen und meinem Drang, Wissen zu vermitteln, nachgehen.
    Weiterhin könntest du auch in der VHS Kurse anbieten.
    Was ohne Studium vermutlich schwierig sein dürfte, ist in einer Schule zu unterrichten, zumindest als Vollzeitkraft.
    In meine Firma gibt es aber quasi unendliche viele unterschiedliche Jobs, die alle unter "IT" angesiedelt sind. In einem großeren Konzern düfte eigentlich so gut wie immer die Möglichkeit bestehen, etwas anderes zu machen und dennoch seine Erfahrung und sein Wissen weiter mit einzubringen.
     
  4. Like
    carstenj hat eine Reaktion von Showtime86 erhalten in Tv-v Engeltgruppe 8 Stufe 1, trotz Bachelor of Eng.   
    Hi,
    TV-V ist meiner Meinung nach ein sehr guter Tarif, ich wurde damals in EG 9 eingruppiert, aber mit Berufserfahrung in Stufe 3. Allerdings würde ich heute unter EG 10 auch nicht mehr anfangen.
    Und es steht ja auch in der Definition, dass die Eingruppierung aufgrund des Abschlusses erfolgt.
    https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=2ahUKEwiflcWkjvDgAhUyM-wKHZBDAeUQFjABegQIBRAC&url=https%3A%2F%2Fwww.vka.de%2Fassets%2Fmedia%2Fdocs%2F0%2FTarifvertr%C3%A4ge%2FTV-V.pdf&usg=AOvVaw1I6Ujf7-y51UJ2GAABDgRO
    Hier steht, dass man mit Bachelor mindestens in EG 9 einzusufen sei.
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    carstenj hat eine Reaktion von der_bier_baron erhalten in Fachkräftemangel - Gründe und Auswege   
    Hi,
    hier mal wieder ein Heise Artikel:
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Missing-Link-Migration-in-die-Industrie-4-0-Fluechtlinge-als-Software-Entwickler-gegen-4310106.html
    Ich hab erst überlegt, ob ich das posten soll, vermutlich haben viele das sowieso schon gelesen. Es geht auch nicht darum, gegen Flüchtlingen zu hetzen, aber ich denke der Artikel zeigt doch, wie wenig "wertgeschätzt" die Arbeit von Experten und erfahrenen (Fach-)Informatikern wird. Als würde ein 3-monatiger Kurs, in dem man 4-5 Sprachen lernen, irgendwas bringen. 
    Untertitel: 
    Das empfinde ich schon fast als Frechheit gegenüber jedem unterbezahltem und arbeitslosem Informatiker. 
     
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    carstenj hat eine Reaktion von Errraddicator erhalten in Fachkräftemangel - Gründe und Auswege   
    Hi,
    hier mal wieder ein Heise Artikel:
    https://www.heise.de/newsticker/meldung/Missing-Link-Migration-in-die-Industrie-4-0-Fluechtlinge-als-Software-Entwickler-gegen-4310106.html
    Ich hab erst überlegt, ob ich das posten soll, vermutlich haben viele das sowieso schon gelesen. Es geht auch nicht darum, gegen Flüchtlingen zu hetzen, aber ich denke der Artikel zeigt doch, wie wenig "wertgeschätzt" die Arbeit von Experten und erfahrenen (Fach-)Informatikern wird. Als würde ein 3-monatiger Kurs, in dem man 4-5 Sprachen lernen, irgendwas bringen. 
    Untertitel: 
    Das empfinde ich schon fast als Frechheit gegenüber jedem unterbezahltem und arbeitslosem Informatiker. 
     
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    carstenj reagierte auf Errraddicator in Teilt eure Erfahrung: Was hättet ihr gerne früher gewusst?   
    Ich persönlich habe, grob gesprochen, vor allem lernen müssen, dass technische Skills max. 50% dessen sind, was für Erfolg im Beruf wichtig ist. Mindestens genauso wichtig - wenn nicht gar wichtiger - sind Softskills und Rahmenbedingungen wie z. B.
    das berufliche Netzwerk das Bildungsniveau (Studium > Ausbildung > Quereinsteiger) die Unternehmen, für welche man tätig war Risikobereitschaft und Jobwechsel Sich nicht zu schnell zufrieden zu geben "triviale" Dinge wie ein korrektes Deutsch
    (solide Grammatik oder eine präzise Wortwahl und kein Ruhrpottdeutsch, wie ich es z. B. mit der Muttermilch aufgesogen habe) ... Das ist, was ich teuer und über Jahre hinweg lernen musste. Ich war anfangs der Meinung, dass ich vor allem wegen meiner technischen Fähigkeiten geschätzt werde. Das trifft leider nur selten zu. Weiter vorne wurde gesagt, dass Deutschland technologisch hinterherhinkt. Das ist, zumindest indirekt, eine Bestätigung dessen, was ich versuche zum Ausdruck zu bringen. Hier zählen häufig andere Dinge.
    Ich persönlich finde das übrigens nicht gut. Mir wäre es lieber, wenn die Technik mehr im Vordergrund stünde. Wenn ich, bei der IHK, mitbekomme, wie gut manche Leute ihre Ausbildung abschließen, nur weil sie solide Folien erstellen und Vorträge halten können, aber offenkundig wenig Ahnung von der Materie haben, geht mir die Hutschnur hoch. Ginge es nach mir, würden solche Kandidaten mit einer 4-5 nach Hause gehen und nicht mit einer 3+. Allerdings funktioniert unser Land nun einmal so und da muss man, bis zu einem gewissen Grad, mitspielen, wenn man Erfolg haben möchte. Querulanten belohnt keiner.
    Bei Erfolg rede ich übrigens nicht von DAX-Konzern-Topmanager-Erfolg, sondern von einem regulären Seniorposten.
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    carstenj reagierte auf Gottlike in Kränkliches Jahr - Schlechtes Gefühl auf der Arbeit   
    Wenn ich sowas lese kriege ich eine richtige Krawatte. Als ob man etwas für seine Krankheit könnte? Aber das zeigt auch meist das Gesicht des Unternehmes. Es interessieren nur die Zahlen und nicht der Mensch dahinter. Was bringt dir ein demotivierter Mitarbeiter, der sich krank zur Arbeit schleppt, eventuell sogar etwas verschleppt, und dadurch wochen/monatelang nur 60% seiner Arbeitsleistung bringt? Ein glücklicher, motivierter Arbeiter, der auch mal seine 5 Tage Krankheit ohne Angst auskurieren kann, ist im Endeffekt viel mehr Wert. Statistik hin oder her.
    Unabhängig davon können sie dich nicht kündigen. Solange du unter 30 Arbeitstage im Jahr krank bist, können sie dir absolut gar nichts. Wenn es andauernd ohne Aussicht auf Verbesserung über 30 Krankheitstage im Jahr sind, kann man über eine krankheitsbedingte Kündigung sprechen. Sonst nicht!
    Ich habe dieses Jahr auch meine 22 Krankheitstage zusammen. Wenig? Wahrscheinlich nicht. Zu viel? Auf keinen Fall. Ich bin halt jemand mit einem schlechten Immunsystem, der öfter mal im Jahr krankliegt. Trotzdem verrichte ich meine Arbeit gewissenhaft und lasse nichts liegen. Das weiß mein Chef und deshalb bekomme ich auch nur ein "gute Besserung und melde dich wenn du dich wieder vollkommen auskuriert hast", statt irgendwelche Vermerke auf meine Statistik zu hören.
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    carstenj reagierte auf bigvic in Meinung zu Braindumps / Verwendung? / Betrug?   
    Funktioniert nicht auch die FührerScheinprüfung mit braindumps? Ich hab damals Fragebögen auswendig gelernt. Und weiss heute noch die Formel für den Bremsweg und wieveil Meter man vor dem Andreaskreuz parken darf. 
    Braindumps sind aus meiner Sicht eine absolut legitime Lernmethode. Oftmals muss man ja auch nur sinnlos auswendig lernen. Ausserdem will ich ja wissen wie Fragen daher konmen und was das meist für eine komische amerikanische Denkweise herrscht. Und wenn die Hersteller Kosten sparen und nicht permanent den Fragenpool erweitern ... ja dann halt.
  10. Like
    carstenj reagierte auf Nosborg in Chancen im Job ab 45   
    Solange man lernwillig und -fähig bleibt, spielt das Alter eine untergeordnete Rolle.
    Als Quereinsteiger und Ausbildung zum FISI mit Anfang 40 kann ich jedenfalls keine Nachteile erkennen. Allerdings musste ich mich auch in meinem vorherigigen Beruf immer laufend fortbilden und war das Lernen daher gewohnt.
    In dem Bereich in dem ich zur Zeit arbeite (Netzwerk-Sicherheit) ist Erfahrung aber auch sehr wichtig. Jedenfalls ist momentan nicht erkennbar, warum ich in der Branche nicht noch bis zur Rente bleiben sollte (zumindest, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht ändern sollten).
  11. Like
    carstenj hat eine Reaktion von PhilHellmuth erhalten in Jetzt versteh ich den "Fachkräftemangel"...   
    Hi,
    das Thema ist interessant und bildet meiner Meinung nach aber auch ein grundsätzliches Problem ab: Nach einer Ausbildung oder eines Studiums weiss man erstmal von allem ein bisschen aber nichts richtig. Es gibt ja genügend engagierte Leute, die bereits während der Ausbildung/Studium arbeiten, sich interessieren, weiterbilden etc. Die kommen i.d.R. schneller weiter als die, die sich nur auf ihr vorhandenes Wissen verlassen.
    Ich glaube das muss einfach klar sein bzw. deutlich gemacht werden, sonst bringt auch eine reformierte Ausbildung nichts.
    Zum Beispiel bin ich sehr mit dem Thema Datenbanken befasst. Was ich in der Schule darüber gelernt habe war eigentlich mehr oder weniger Basic SQL. Für die Datenbankadministration ist das natürlich notwendig, aber reicht bei weitem nicht aus. Dann ist natürlich das Datenbankprodukt selber entscheidend (MySQL, Oracle, MSSQL, PostgresSQL,....), und da MUSS man sich einfach später reinarbeiten. D.h. ohne etwas Glück und Eigeninitiative würde das nicht funktionieren.
    Was ich darüber im Studium erfahren habe ging natürlich viel tiefer, war aber auch eher theoretischer Kram, sehr mathematisch. Ist teilweise nützlich, aber hilft auch nur bedingt.
    Wie auch immer, ich glaube auch, dass die Ausbildung dringend reformiert gehört, allerdings darf man es nicht zu komplex machen (Kryptographie ist ein wichtiges Thema, aber wie schon angesprochen wurde sehr komplex und umfangreich), aber man sollte zumindest Wissen was Hashwerte sind, wie Public-Key Authentifizierung oder SSL Zertifikate funktionieren. Für ein richtig tiefes Verständnis der Mathematik muss man halt das Studium wählen.
     
     
  12. Like
    carstenj reagierte auf Zaroc in Jetzt versteh ich den "Fachkräftemangel"...   
    Dann sind es halt einfach faule Menschen die d. Falschen Beruf ausgewählt haben. Solche Leute werden entweder nur im first Level support bleiben o. Eine neue Ausbildung anfangen. Genau so ist es auch wie im it Studium nur 30% schaffen es. Die meisten schaffen es nicht da sie falsche Vorstellungen haben o einfach faul sind.
    Wer als itler sich nicht selber fortbildet der ist selber schuld.
  13. Like
    carstenj reagierte auf Systemlord in Von Bremsern und Machern   
    Es geht nicht darum glücklich zu werden, sondern seine Rechnungen bezahlen zu können und das Gefühl zu haben, dass das, was man macht wertgeschätzt wird. Und an letzterem hapert es leider sehr oft, da man in den Augen vieler Personen mit Budget-Verwantwortung oft nur noch eine (austauschbare) Kostenstelle ist.
    Ich habe es bis jetzt erst einmal erlebt, das meine Gehaltforderung in einem Vorstellungsgespräch positiv ignoriert wurde:
    Ich so: Mindestens 2.5K
    Chef in Spe so: Du hast Familie und Kinder, deshalb gibts 2.8K
    Ich so:
  14. Like
    carstenj hat eine Reaktion von Systemlord erhalten in Von Bremsern und Machern   
    Hi,
    meiner Beobachtung nach ist es wie folgt: Falls dein direkter Vorgesetzter gut ist und überhaupt weiss was du tust, muss er aber deine Leistung mit denen der anderen vergleich und bewerten. Falls er das macht und zu dem Schluss kommt, dass du echt ein "Macher" bist, muss natürlich sein Vorgesetzter sich dafür interessieren und ihm zuhören. Spätestens da wirds meiner Erfahrung nach eng, denn der ist dann meist Abteilungs-/Fachbereichs-/Centerleiter und der hat soviele Leute unter sich, dass er sich um Details nicht kümmern kann/will. Und selbst wenn der noch weiss was du tust und sich für dich einsetzt, muss das noch die Personalabteilung und der Vorstand/Geschäftsführung/Oberbabo zustimmen und spätestens da ist oft Ende: "Jeder ist ersetzbar", "Wenn wir dem das zahlen müssen wir anderen auch....", "Mometan viele andere Dinge die unsere Aufmerksamkeit erfordern...", "Wie hiess der nochmal?" etc. usw. u.ä.
    Das ist natürlich nicht immer so und manchmal klappt das auch. Aber Geld wird nicht glücklich machen, selbst wenn man 100% seiner Forderungen durchsetzen kann, wird man, solange die Rahmenbedinungen nerven, mmer wieder in diese Situation kommen.
    Und ja, es kommt leider immer wieder durch, aber mein naives Bild einer einigermaßen fairen Arbeitswelt ("Leistung lohnt sich") ist mittlerweile dahin.  Meine Erwartungen habe ich schon ziemlich tief nach unten angepasst, aber das funktioniert dann auch erstaunlich gut. Falls mal etwas besser klappt als erwartet, geht man schon wieder mit einem Lächeln ins nächste Meeting.
     
     
  15. Like
    carstenj reagierte auf Systemlord in Von Bremsern und Machern   
    Was wohl oft auch ein Problem ist, ist der Umstand, dass das Gehalt nicht immer die Bedeutung der IT in den Firmen wiederspiegelt.
    Ich sehe das bei mir selbst: Ich bin hier in der Firma mittlerweile der einzige Vollzeit-IT'ler und wenn ich mal Urlaub nehme, kommt dann immer die Frage, ob ich im Notfall erreichbar bin. Ich lasse mir dann immer das Zähneknirschen anmerken aber was soll ich machen? Die Firma such momentan nach Ersatz, mehr kann ich nicht verlangen und die Anrufe kommen auch nur dann wenn es nicht anders geht.
    Aber andererseits kommt auch niemand von sich aus auf die Idee, mir mehr zu bezahlen, obwohl ich im Moment quasi die Person bin, ohne die im Ernstfall nix mehr geht. Wertschätzung sieht irgendwie anders aus.
    Sein Gehalt muss man sich verdienen? Ja klar, aber das ist keine Einbahnstraße und die Verantwortlichen würden sich auch keinen Zacken aus der Krone brechen, wenn sie von sich aus auf einen zukommen und einem mehr zahlen. Alleine schon als Anerkennung dafür, das man sich den Ar*** für die Firma aufreißt ...
    Im Endeffekt führt das dann früher oder später zu einer "es wird nur geliefert, was bezahlt wird" Einstellung, die ich durchaus nachvollziehen kann.
  16. Like
    carstenj reagierte auf Systemlord in Von Bremsern und Machern   
    Freizeit ist Freizeit und keine Arbeitszeit. Da will ich von allem, was mit Arbeit zu tun hat, möglichst meine Ruhe haben. Und privat weiterbilden nur, wenn ich auch persönlich etwas davon habe. Wenn es um Themen geht, die offensichtlich nur für den aktuellen AG relevant sind und die mir bei einem anderen AG nichts nützen, dann hat das gefälligst während der Arbeitszeit stattzufinden.
    Ich weiß nicht, wie die anderen hier das sehen, aber bei mir reicht die Loyalität immer nur bis zur nächsten Gehaltsabrechnung. Die Zeiten, in denen man als AN seinem AG absolut loyal ist, sind IMHO schon lange vorbei.
  17. Like
    carstenj hat eine Reaktion von Goulasz erhalten in Von Bremsern und Machern   
    Hi,
    natürlich nicht. Aber zwischen "Berufung", "Interesse" und "hauptsache ich bin pünktlich hier raus" gibt es ja auch viele Zwischenstufen. Mir ist bewusst, dass sogar ein bestimmtes Mischverhältnis von Nerds, Normalos, Bremsern und Entscheidungsträgern notwendig ist, denn ausschließlich mit kreativen und innovativen Leute ist auch nichts zu gewinnen. Es gibt genügend Beispiel, wo der Spieltrieb mehr Schaden als Nutzen verursacht.
    Und natürlich sieht die Situation auch anders aus, wenn man Kinder, zeitintensive Hobbys o.ä. hat. Kinder habe ich zwar keine, aber meine Freizeit ist mir auch wichtig, doch ich kann durchaus beides super miteinander vereinbaren (meistens zumindest  ).
    Das ist ein ganz entscheidender Punkt wie ich finde. Dazu mal folgendes Video:
    Das muss meiner Meinung nach ein guter Vorgesetzter erkennen. Es gibt nunmal die Leute, die einfach nur Standardaufgaben machen wollen, und die machen das ja auch gut. Wenn ich 929329 Mal das gleiche machen müsste, würden sich vermutlich mehr Fehler einschleichen als bei einem der Routine liebt.
    Naja, nerven tut es schon. Empathie ist kein einseitiges Schwert, das sollte man sowieso grundsätzlich haben. Aber das ist, was mir durchaus bewusst ist, Wunschdenken. Wie auch immer, mir gehts jetzt nicht darum, dass jemand für ne Aufgabe länger braucht weil er veraltete Tools oder Mechanismen benutzt, da würde ich mal nen Tipp wenn ich da ne Idee hätte, aber das wars. Mein Problem sind die Leute, die grundsätliche neue Technologien vermeiden wollen.
    Beispiel: Man hätte durch bestimmte Maßnahmen Bereitschaftseinsätze zumindest minimieren können. Aber der Kollege, der für diesen Bereich zuständig ist, hat sich geweigert (natürlich offiziell immer zu beschäftigt) diese Maßnahmen umzusetzen. D.h. es kamen immer wieder mal Anrufe, die vermeidbar gewesen wären. Und das Witzige daran: Der besagte Kollege hatte nichmal Bereitschaft mitgemacht (aus privaten Gründen). Die Vorgesetzten wussten das zwar auch, aber gingen eher den bequemen Weg.
    Hier beeinflusst SEINE Arbeitseinstellung ganz enorm meine, und das sind Dinge die ich dann eben nicht mehr durch Empathie entschuldigen kann. Das nervt nicht nur, sondern sorgt für Unfrieden und Konflikte, die, weil man ja Mensch ist, durchaus auch mal mit nach Hause nimmt.
    Und auch das scheint Gang und Gäbe zu sein. Alleine was einem Kunden alles als "Hochverfügbar" verkauft wird, dürften einen Admin eigentlich nachts nicht schlafen lassen. Das sind nunmal keine Dinge, für die man Verständnis haben kann/darf. Und das sind Dinge die ich in verschiedensten Firmen erlebt habe, von daher ist "kündigen" auch keine wirklich Option mehr.
    Für mich scheint das auch so langsam die letzte Option zu sein.
  18. Like
    carstenj reagierte auf neinal in Von Bremsern und Machern   
    Mir ist total egal, ob jemand seinen Job gern macht, oder nicht. IT ist auch für mich keine Berufung. Aber ich will in meinem Job Spaß haben. Immerhin verbringt man verdammt viel Zeit in der Arbeit. Und meistens ist es so, dass die Leute die keinen Bock haben, dir das Leben einfach schwerer machen. Ich bin es Leid ständig zu diskutieren, dass das ja schon immer so war.
    Beispiel: Wir haben ein SAP System auf Unicode umgestellt. D.h. es gibt verschiedene Anpassungen die im Quellcode gemacht werden müssen. Jedes Programm, dass irgendwann mal angepasst oder selbst entwickelt wurde, muss geprüft und ggf angepasst werden. Ich meine es waren ~9k Programme die angepasst werden mussten. Zum Teil genügte ein Haken, der in den Einstellungen gesetzt werden musste, zum Teil musste an mehreren Stellen der Quellcode angepasst werden. Unter allen Programmen waren ~2k Programme, die 1998 geschrieben wurden, seitdem Syntax Fehler enthalten und nicht mehr angefasst wurden. D.h. die Programme sind DEFINITIV nicht ausführbar! Seit 1998!. Und Dennoch haben wir mehrmals mit dem Kunden diskutiert, dass wir die Programme UNBEDINGT auch ALLE anpassen müssen, weil "wir benutzen die regelmäßig". Nein! Machen sie eindeutig NICHT! Aber Hauptsache man  kann erstmal wieder eine Telko mit 15 Leute abhalten und 2 Stunden verplempern. Dass wir deshalb Code am Wochenende angepasst haben, ist ja egal. Interessiert ja den Kunden nicht. Er hatte ja Freizeit. In dem Projekt hatten wir in den letzten 4 Wochen jeden Tag 2 Telkos. Mit ~15 Personen. JEDEN. TAG. Und bei jeder Telko waren die gleichen Personen anwesend. Und am Morgen (8 Uhr) wurde JEDES MAL das gleiche besprochen wie am Nachmittag (16 Uhr) am Tag vorher. Ich will gar nicht überschlagen, was das gekostet hat.
    Dazu stolpere ich immer wieder über Systeme die "historisch gewachsen" sind und sitze vor dem System und glaube nicht, was ich da sehe.
    Aktuell ein Kunde. Ehemalige Tochterfirma eines Konzerns. Im Konzern wurden andere Daten verarbeitet, die jetzt (seit ~10 Jahren) nicht mehr benötigt werden. Deshalb wird aber das System nicht angepasst. Man hat das schließlich einfach kopiert, als man die Firma ausgegliedert hat. Ist ja alles nicht so schlimm. Nur, dass es quasi überall Mussfelder gibt, die mit Daten gefüllt werden müssen, die NIEMAND benutzt.... Aber hey. Man kann ja einfach mal eine Masse an Daten in die Datenbanken schmeißen, die keiner braucht. Weil "War ja schon immer so". Anstatt das System mal platt zu machen und neu aufzusetzen.
    Niemand muss sich zur IT berufen fühlen. Aber vielleicht einfach darauf einlassen.
    Und mir ist bewusst, dass ich für etwas, dass ich sinnlos finde dennoch bezahlt werde. Ich würde es aber lieber sinnvoller und schneller gestalten um den Rest aufzuarbeiten. Ist ja nicht so, als gäbe es manchmal auch genügend Arbeit für mehr als eine Person auf meinem Schreibtisch.
     
    Und zum Abschluss ein Zitat, dass @Goulasz sehr gern verwendet und das meiner Meinung nach  zum Thema passt: "Wir haben keine Zeit einen Zaun zu bauen. Wir müssen die Rinder einfangen."
  19. Like
    carstenj hat eine Reaktion von neinal erhalten in Von Bremsern und Machern   
    Hi,
    nach ca. 20 Jahren Berufserfahrung in der IT ist mir vor allem eine Sache besonders aufgefallen und mich würde mal interessieren wie es anderen ergeht.
    Ich arbeite zurzeit als DBA, davor als System Engineer bzw. Systemadministrator. Dabei bin ich immer bestrebt, soviel wie möglich zu wissen was sowohl meinen Bereich angeht als auch den Bereich drumherum. Als DBA z.B. reicht es nicht die DB zu kennen, sondern man muss eben auch grundlegende Kenntnisse von Betriebssystemen, Storages und Programmierung haben (meiner Meinung nach), weil man sonst nicht effektiv arbeiten kann. Wenn irgendwo ein Fehler auftritt, will ich GENAU wissen warum das passiert, damit das in Zukunft nicht mehr auftritt und anschließend dieses Problem sowie die Lösung irgendwo dokumentiert wird. Unabhängig von der pragmatischen Seite ist es ja auch genau das was mir an dem Job Spaß macht: Fehler finden, Verbesserungen erarbeiten, diese implementieren etc.
    Aber oft steht der folgende Satz dem entgegen: "Das ist historisch gewachsen"
    Das löst bei mir immer direkt einen Brechreiz aus. Wie oft man irgendwelche Krücken findet, oder schlecht gepflegte Skripte etc. Dokumentationen sind unvollständig oder gar nicht vorhanden. I.d.R. lege ich Wert bei meiner Arbeit auf Dokumentation, damit das auch andere übernehmen können, ich versuche viel zu erklären, weil ich weiss wie schwer es ist sich in eine Umgebung reinzufinden, gerade wenn "Informationhiding" betrieben wird. Ich versuche ständig auf dem Laufenden zu bleiben, Buzzwords zu analysieren und neue Trends zu erkennen und prüfe dabei immer wieder, ob man irgendwas davon einsetzen kann, um den IT-Alltag einfacher, besser, schneller zu gestalten. Das ist auch das, was mich an der IT grundsätzlich reizt. Natürlich muss man auf aufpassen, dass man nicht jeden Trend mitmacht und ständig alles erneuert, aber das soll gar nicht das Thema hier sein.
    Aber ständig gibt es Bremser, die überhaupt gar kein Interesse daran haben, die gefühlt nur ihre seit etlichen Jahren ausgeübte Tätigkeit unverändert fortzuführen wollen, selber überhaupt nichts erklären und jegliche Informationen wie Staatsgeheimnisse hüten. Oder Fehler gar nicht analysieren (wollen): Läuft wieder, Thema erledigt. Wenn man nachfragt, bekommt man Infos auch nur Bitweise, was extrem nervig ist. Kommunikation ist oft auch ein großes Problem, entweder hat man 200 Meetings in der Woche die zu gar nichts führen, oder man quatscht nur das Nötigste. Ein effektives Besprechen von Problemen, oder gar mal eine strategische Planung habe ich bisher ganz selten erlebt. Zudem werden häufig keine Entscheidungen getroffen, in manchen Firmen gibts offenbar "Ja" oder "Nein" gar nicht, da heisst es immer wieder mal "Vielleicht", "Lass uns mal ein Meeting machen" etc. Kommt mir das nur so vor, oder hat die Masse der ITler wirklich keinen Bock auf Veränderungen? Und scheinbar wollen auch viele gar nicht mehr Wissen als notwendig. Gerade das Zusammenspiel Admin/Entwickler ist ja oft ein sehr zermürbendes, da fehlt oft Verständnis für die andere Seite.
    Wie gesagt, es geht nicht darum irgendwas anders zu machen nur um der Veränderung willen, aber ab und zu mal die eigene Tätigkeit/Infrastruktur überdenken, prüfen ob hier und da ein bisschen was anpassen, schauen ob Tool X,Y oder Z nützlich sein können, ob man Fehler A,B,C nicht durch bessere Planung oder Kommunikation vermeiden könnte, etc. Ich selber würde auch gerne wissen, ob ich das evtl. zu eng sehe und würde auch meine eigenen Gedankengänge überprüfen, daher hoffe ich auf einen interessanten Meinungsaustausch.
  20. Like
    carstenj hat eine Reaktion von StefanE erhalten in Von Bremsern und Machern   
    Hi,
    nach ca. 20 Jahren Berufserfahrung in der IT ist mir vor allem eine Sache besonders aufgefallen und mich würde mal interessieren wie es anderen ergeht.
    Ich arbeite zurzeit als DBA, davor als System Engineer bzw. Systemadministrator. Dabei bin ich immer bestrebt, soviel wie möglich zu wissen was sowohl meinen Bereich angeht als auch den Bereich drumherum. Als DBA z.B. reicht es nicht die DB zu kennen, sondern man muss eben auch grundlegende Kenntnisse von Betriebssystemen, Storages und Programmierung haben (meiner Meinung nach), weil man sonst nicht effektiv arbeiten kann. Wenn irgendwo ein Fehler auftritt, will ich GENAU wissen warum das passiert, damit das in Zukunft nicht mehr auftritt und anschließend dieses Problem sowie die Lösung irgendwo dokumentiert wird. Unabhängig von der pragmatischen Seite ist es ja auch genau das was mir an dem Job Spaß macht: Fehler finden, Verbesserungen erarbeiten, diese implementieren etc.
    Aber oft steht der folgende Satz dem entgegen: "Das ist historisch gewachsen"
    Das löst bei mir immer direkt einen Brechreiz aus. Wie oft man irgendwelche Krücken findet, oder schlecht gepflegte Skripte etc. Dokumentationen sind unvollständig oder gar nicht vorhanden. I.d.R. lege ich Wert bei meiner Arbeit auf Dokumentation, damit das auch andere übernehmen können, ich versuche viel zu erklären, weil ich weiss wie schwer es ist sich in eine Umgebung reinzufinden, gerade wenn "Informationhiding" betrieben wird. Ich versuche ständig auf dem Laufenden zu bleiben, Buzzwords zu analysieren und neue Trends zu erkennen und prüfe dabei immer wieder, ob man irgendwas davon einsetzen kann, um den IT-Alltag einfacher, besser, schneller zu gestalten. Das ist auch das, was mich an der IT grundsätzlich reizt. Natürlich muss man auf aufpassen, dass man nicht jeden Trend mitmacht und ständig alles erneuert, aber das soll gar nicht das Thema hier sein.
    Aber ständig gibt es Bremser, die überhaupt gar kein Interesse daran haben, die gefühlt nur ihre seit etlichen Jahren ausgeübte Tätigkeit unverändert fortzuführen wollen, selber überhaupt nichts erklären und jegliche Informationen wie Staatsgeheimnisse hüten. Oder Fehler gar nicht analysieren (wollen): Läuft wieder, Thema erledigt. Wenn man nachfragt, bekommt man Infos auch nur Bitweise, was extrem nervig ist. Kommunikation ist oft auch ein großes Problem, entweder hat man 200 Meetings in der Woche die zu gar nichts führen, oder man quatscht nur das Nötigste. Ein effektives Besprechen von Problemen, oder gar mal eine strategische Planung habe ich bisher ganz selten erlebt. Zudem werden häufig keine Entscheidungen getroffen, in manchen Firmen gibts offenbar "Ja" oder "Nein" gar nicht, da heisst es immer wieder mal "Vielleicht", "Lass uns mal ein Meeting machen" etc. Kommt mir das nur so vor, oder hat die Masse der ITler wirklich keinen Bock auf Veränderungen? Und scheinbar wollen auch viele gar nicht mehr Wissen als notwendig. Gerade das Zusammenspiel Admin/Entwickler ist ja oft ein sehr zermürbendes, da fehlt oft Verständnis für die andere Seite.
    Wie gesagt, es geht nicht darum irgendwas anders zu machen nur um der Veränderung willen, aber ab und zu mal die eigene Tätigkeit/Infrastruktur überdenken, prüfen ob hier und da ein bisschen was anpassen, schauen ob Tool X,Y oder Z nützlich sein können, ob man Fehler A,B,C nicht durch bessere Planung oder Kommunikation vermeiden könnte, etc. Ich selber würde auch gerne wissen, ob ich das evtl. zu eng sehe und würde auch meine eigenen Gedankengänge überprüfen, daher hoffe ich auf einen interessanten Meinungsaustausch.
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    carstenj hat eine Reaktion von Goulasz erhalten in Von Bremsern und Machern   
    Hi,
    nach ca. 20 Jahren Berufserfahrung in der IT ist mir vor allem eine Sache besonders aufgefallen und mich würde mal interessieren wie es anderen ergeht.
    Ich arbeite zurzeit als DBA, davor als System Engineer bzw. Systemadministrator. Dabei bin ich immer bestrebt, soviel wie möglich zu wissen was sowohl meinen Bereich angeht als auch den Bereich drumherum. Als DBA z.B. reicht es nicht die DB zu kennen, sondern man muss eben auch grundlegende Kenntnisse von Betriebssystemen, Storages und Programmierung haben (meiner Meinung nach), weil man sonst nicht effektiv arbeiten kann. Wenn irgendwo ein Fehler auftritt, will ich GENAU wissen warum das passiert, damit das in Zukunft nicht mehr auftritt und anschließend dieses Problem sowie die Lösung irgendwo dokumentiert wird. Unabhängig von der pragmatischen Seite ist es ja auch genau das was mir an dem Job Spaß macht: Fehler finden, Verbesserungen erarbeiten, diese implementieren etc.
    Aber oft steht der folgende Satz dem entgegen: "Das ist historisch gewachsen"
    Das löst bei mir immer direkt einen Brechreiz aus. Wie oft man irgendwelche Krücken findet, oder schlecht gepflegte Skripte etc. Dokumentationen sind unvollständig oder gar nicht vorhanden. I.d.R. lege ich Wert bei meiner Arbeit auf Dokumentation, damit das auch andere übernehmen können, ich versuche viel zu erklären, weil ich weiss wie schwer es ist sich in eine Umgebung reinzufinden, gerade wenn "Informationhiding" betrieben wird. Ich versuche ständig auf dem Laufenden zu bleiben, Buzzwords zu analysieren und neue Trends zu erkennen und prüfe dabei immer wieder, ob man irgendwas davon einsetzen kann, um den IT-Alltag einfacher, besser, schneller zu gestalten. Das ist auch das, was mich an der IT grundsätzlich reizt. Natürlich muss man auf aufpassen, dass man nicht jeden Trend mitmacht und ständig alles erneuert, aber das soll gar nicht das Thema hier sein.
    Aber ständig gibt es Bremser, die überhaupt gar kein Interesse daran haben, die gefühlt nur ihre seit etlichen Jahren ausgeübte Tätigkeit unverändert fortzuführen wollen, selber überhaupt nichts erklären und jegliche Informationen wie Staatsgeheimnisse hüten. Oder Fehler gar nicht analysieren (wollen): Läuft wieder, Thema erledigt. Wenn man nachfragt, bekommt man Infos auch nur Bitweise, was extrem nervig ist. Kommunikation ist oft auch ein großes Problem, entweder hat man 200 Meetings in der Woche die zu gar nichts führen, oder man quatscht nur das Nötigste. Ein effektives Besprechen von Problemen, oder gar mal eine strategische Planung habe ich bisher ganz selten erlebt. Zudem werden häufig keine Entscheidungen getroffen, in manchen Firmen gibts offenbar "Ja" oder "Nein" gar nicht, da heisst es immer wieder mal "Vielleicht", "Lass uns mal ein Meeting machen" etc. Kommt mir das nur so vor, oder hat die Masse der ITler wirklich keinen Bock auf Veränderungen? Und scheinbar wollen auch viele gar nicht mehr Wissen als notwendig. Gerade das Zusammenspiel Admin/Entwickler ist ja oft ein sehr zermürbendes, da fehlt oft Verständnis für die andere Seite.
    Wie gesagt, es geht nicht darum irgendwas anders zu machen nur um der Veränderung willen, aber ab und zu mal die eigene Tätigkeit/Infrastruktur überdenken, prüfen ob hier und da ein bisschen was anpassen, schauen ob Tool X,Y oder Z nützlich sein können, ob man Fehler A,B,C nicht durch bessere Planung oder Kommunikation vermeiden könnte, etc. Ich selber würde auch gerne wissen, ob ich das evtl. zu eng sehe und würde auch meine eigenen Gedankengänge überprüfen, daher hoffe ich auf einen interessanten Meinungsaustausch.
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    carstenj reagierte auf Goulasz in Von Bremsern und Machern   
    Mahlzeit in die Runde!
    Spoiler: Dieses Posting kann Spuren von angestautem Frust oder Unverständnis enthalten.
    Ich habe die Fresse mittlerweile gestrichen voll von Leuten, die mir mit "Das ist hier schon immer so", "das ist ein gewachsenes System" um die Ecke kommen. Ich. kann. es. nicht. mehr. hören. Das sind Ausreden von Leuten, die entweder keine Lust oder keine Ahnung haben, ein System ggfs. zu zerlegen und parallel neu Aufzusetzen.
    "Ja, aber das können wir uns gar nicht leisten" - "IN 2 JAHREN HABT IHR SO VIEL AN MEHRARBEIT VERBRATEN, DA HABT IHR DIE KOSTEN LOCKER RAUS, IHR DEPPEN!" - "Stimmt doch gar nicht!". 2 Jahre später: "Hätten wir mal die Reißleine gezogen..."
    Das ging soweit, dass ich mir in meiner letzten Firma intern mit einigen automatisierten Skripten zur selbstlernenden Referenzierung von Datensätzen regelrecht Feinde gemacht habe, weil ich quasi Leute "überflüssig" gemacht habe, die seit 15(!) Jahren und mehr stumpfste manuelle Aufgaben durchführen und partout nichts daran ändern wollen. Wir reden hier von "Ich lese eine Rechnung und gucke, ob da GOFL steht statt GOLF und weise den Datensatz dann manuell einem Typen zu" vs. "Automatisiert mit Levenshtein-Distanz".
    Ich dachte ja, sowas gibt es nur in alten KMUs oder Konzernen (wobei mir da die persönliche Erfahrung fehlt), aber nein, es geht auch in kleinen Agenturen.
    Das klingt vermutlich ultra arrogant, aber mir persönlich ist meine Lebenszeit zu wichtig, um sie mit wiederkehrenden, manuellen Aufgaben zu füllen. Ich habe 3 Kinder, ich habe private Projekte wie z.B. die Schulgründung und ich könnte jedes mal im Strahl kotzen, wenn ich Menschen sehe, die willentlich und wider besseren Wissens ineffiziente und zeitaufwändige Prozesse von Hand oder mit völlig veralteten und im besten Fall auch noch kostenpflichten Tools ausführen. 
    Und zum Thema Dokumentationen und Wissen teilen: Ich teile mein Wissen liebend gerne und permanent. Ich will nichts horten, ich will effizient saubere Lösungen produzieren und streue dafür alles an Wissen, was ich für relevant erachte. Idealerweise auf einer dafür geeigneten Plattform. Analog dem Sicherheits"prinzip" halte ich es bei "Employer value by obscurity" so, dass man schon eine ziemliche Pfeife sein muss, wenn das Verheimlichen die einzige Option ist, den eigenen Wert als Arbeitnehmer zu bewahren.
    Was Coding-Style angeht bevorzuge ich den "Newspaper Style". Also zum Start einer Klasse alle public Properties und Methoden, sprechend benannt. Also z.B. eine Abfrage nach dem Verbindungsstatus nicht "CheckConnection()" nennen, sondern eher "IsNetworkConnectionEstablished()"(Der Name ist auch nicht perfekt, zeigt aber die Richtung auf), damit es im Codefluss eher wie Prosa lesbar ist.
    Darunter dann die private und protected-Themen. So sieht man direkt "Ah ok, das passiert hier" und wenn man in die Tiefe möchte, tut man das einfach.
    Gruß, Goulasz   
    Nachtrag: Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn Menschen fachlich nicht wissen, wie sie ein Problem lösen können und damit offen und ehrlich umgehen. Ich mache das permanent. Ich reagiere aber mittlerweile extrem allergisch auf Leute, die für Probleme mit tatsächlicher Komplexität irgendwelche dahingeschmierten "das wird schon passen"-Lösungen konzipieren und eintüten, bei denen am Ende die Entwickler_innen die, mit Verlaub, Scheiße ausbaden müssen, weil irgendjemand auf Twitter gelesen hat, mit der Blockchain und IoT kann man ja ALLES lösen.
     
     
  23. Like
    carstenj reagierte auf Errraddicator in Von Bremsern und Machern   
    Ich denke, dass ist der normale Gang der Dinge. Für die Meisten ist es ein Job, der erledigt werden muss, weil man dafür Geld bekommt. Die wenigsten machen das aus Spaß und dementsprechend wenig enthusiastisch. Mir fällt dies besonders auf, wenn ich mir den angehenden Nachwuchs anschaue.
    Als ich 2001 meine Ausbildung angefangen habe, war es so, dass weite Teile der Azubis echte Nerds waren. Da war IT noch nicht so etabliert wie heute und das hat man dem Publikum auch angemerkt. Diejenigen, welche diesen Beruf ergriffen haben, waren mit Feuer und Flamme bei der Sache. Fachkenntnis und Expertise waren häufig schon vor der Ausbildung gegeben. Neugier ein Dauerzustand. Aber, es waren eben Nerds. Davon konnte man nicht jeden zum Kunden schicken.
    Schaue ich die Azubis und Studenten von Heute an, ist davon wenig übrig geblieben. Die Leute könnten so auch bei einer Bank, Versicherung, Industrie oder sonst wo arbeiten. Besseres Auftreten, förmlicher, dafür weniger Begeisterung und Nerdigkeit.
    Kurzum: Die IT ist vom Nischen- zum Massenmarkt geworden. Mit allen Vor- und Nachteilen. Ein Nachteil ist z. B., dass viele mit weniger Begeisterung dabei sind als noch vor 20 oder 30 Jahren und das Ganze als bloßen Broterwerb sehen. Das spiegelt sich in der Arbeitshaltung wieder und ist, was Du kritisiert.
    Machen wir uns nichts vor: Daran werden weder Du noch ich etwas ändern. Ist wie bei so vielen Szenen, Berufen und Hobbies, wenn sie einem gewissen Stadium entwachsen sind. Die Professionalität steigt, dafür sinkt der Charme der guten, alten Zeit.
  24. Like
    carstenj reagierte auf SaJu in Von Bremsern und Machern   
    Ich stoße im Berufsleben auch immer wieder auf Leute, die "null" Bock auf IT haben, es aber des Geldes wegen machen. Sie haben wenig Fachkenntnisse und wollen am liebsten alles so lassen, wie es ist, weil es schon vor 10 Jahren so gemacht wurde. Wenn man Tipps und Ratschläge gibt, wird das eskaliert.
    Zum Glück kriege ich regelmäßig Führungskräfte-Trainings, wo wir uns unter Beruflich Qualifizierten zu  solchen Themen austauschen können. Dort wurde mir ein Buch von einem Stanford-Professor empfohlen: Der Arschloch-Faktor
    Seitdem Prof. Sutton einen Artikel dazu veröffentlicht hat, ist der Begriff "Arschloch" zum Fachbegriff im Management geworden. Dann hat er das Buch No Ashole Rule geschrieben, worauf basierend besonders Großunternehmen solche Leute aus dem Unternehmen kicken.
    Ich finde das ganz interessant, wenn man selbst irgendwann eine Führungsposition anstrebt und dann gerne für einen besseren Umgang und Kreativität sorgen will.
  25. Like
    carstenj reagierte auf arlegermi in Von Bremsern und Machern   
    Sicher gibt's auch Bremser, was mich aber ebenfalls aufregt, sind die Leute, denen anscheinend alles total egal ist. Die machen seit Jahren ihren Job und die immer gleichen Handgriffe und haben keinerlei Ambitionen, etwas daran zu ändern.
    Als ich hier anfing, sah unser Patchprozess so aus, dass alle 14 Tage ein (und immer nur der eine) Entwickler den aktuellen Stand aus'm CVS ausgecheckt hat, in Visual Studio auf "neu erstellen" geklickt hat und dann die Dateien, die in den Patch gehören, gezippt und an drei Stellen im Intranet gelegt hat. Wenn der Kollege mal Urlaub hatte, fiel der Patch dann eben aus. Weil niemand anderes wusste, welche Dateien in den Patch gehören, welche Inkantationen notwendig waren, um die richtigen Releasenotes zu erzeugen, etc. etc.
    Das schlimmste? Das haben alle - vom Entwickler über Produkt-/Projektmanager bis hin zur Geschäftsleitung - so hingenommen. Als ich dann irgendwann aus Frust mal mit CI angefangen habe (erstmal nur für mich), hieß es "och, das ist ja schick". Überhaupt keine Ablehnung, sondern eher Überraschung, dass es sowas gibt und funktioniert. Mittlerweile laufen hier vier Boxen als Build-Server mit Dutzenden Builds pro Tag und einem annähernd automatisierten Patch-Ablauf. Aber der einzige, der sich drum kümmert und neues anstößt bin immer noch ich. Auf der einen Seite macht's mir ja Spaß, die Prozesse mal in's 21. Jahrhundert zu holen, aber auf die Dauer strengt's halt einfach an, immer derjenige sein zu müssen, der den Ball am Rollen hält.
    Das ist auch der Grund, wieso ich auf absehbare Zeit eine neue Stelle suchen werde, auch wenn's mir hier was die Entlohnung und die Kollegen angeht, wirklich nicht schlecht geht.

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