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Geplante Kündigung - Fairer Umgang

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Hallo zusammen,

folgende Situation. Ich habe beschlossen zu kündigen. Ich mache mich also jetzt auf die Suche nach etwas neuem. Da ich nicht gleich die erst beste neue Firma nehmen möchte kann das etwas Zeit in Anspruch nehmen. Allerdings hat meine jetzige Firma große Pläne mit mir. In den nächsten 2 Monaten stehen alleine für mich 10.000€ Investition in Schulungen an. Zusätzlich dazu mache ich den Ausbilderschein, soll Ausbildungsleiter werden und suche Azubis.

Wie würdet ihr damit umgehen? Ich würde mir natürlich selber schaden wenn ich jetzt schon sage das ich in 2 Monaten kündigen werde ohne schon was neues zu haben. Andererseits wir die Trennung nicht im gutem Ablaufen wenn ich kurz nach diesen Investitionen kündige. Unter anderem wird es dann nächstes Jahr keine Azubis geben und gewisse Projekte verschieben sich über Monate / Jahre.

Freue mich einfach auf jeden Input wie ihr in dieser Situation handeln würdet.

 

 

 

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Es hängt davon ab wie dein AG (ex-AG) mit dir umgegangen ist.

Wenn dein ex-AG schlecht war, dann würde ich es ganz normal kündigen (ohne Vorwarnung).

War dein ex-AG ein guter AG, dann würde ich SIE informieren ABER!!! nur dann wenn du schon eine neue Stelle hast.

Warum verlässt du die Firma? Ist dein Gehalt zu niedrig? Ich würde dann mit d. Chef ein Gespräch suchen bzgl. Gehaltserhöhung, weil du ja einen Ausbilderschein machst, Azubis ausbildest und noch X (also deine Schulung) machst. Damit signalisierst du schon, dass du vl. schon was neues suchst etc.

Normalerweise sichern sich die Firmen ab indem Sie dir nen Vertrag geben wo Sie sagen (meine Erfahrung ist es überhaupt rechtlich erlaubt?) für Schulung X übernehmen wir die Kosten, dafür musst du mind. 1-2 Jahre bei uns arbeiten. Verlässt du uns aber frühzeitig, dann übernimmst du ein Teil der Kosten (Schulung).

bearbeitet von Zaroc

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So einfach wie es geht: Du erfüllst Deinen Vetrag.

D. h. Du arbeitest zu 100% weiter wie bisher. Wenn Du etwas Neues hast, kündigst Du laut vertraglicher Kündigungsfrist. Fertig. Jeder hat seine Pflichten erfüllt. Wenn Du Deinen Wechsel begründen kannst und am anderen Ende des Tisches Profis sitzen, werden sie das verstehen. Haben Sie mit Sicherheit auch schon so gemacht. Auf der einen wie anderen Seite des Tisches.

Im Einzelfall, das sollte jedoch gut überlegt sein, kündigst Du mit längerer Frist als vertraglich vereinbart, um Deinem AG eine Chance zu geben, Ersatz zu suchen. Wenn Du einen Monat Frist hast, dann mit 2 Monaten z. B.. Das sollte wie gesagt nur in besonderen Fällen zum Tragen kommen. Derartiges dankt Dir selten einer und Du holst Dir unnötige Risiken ins Haus.

Lass das schlechte Gewissen bei Seite. Das hat in einer professionellen Umgebung wenig zu suchen und existiert vor allem in Deinem Kopf. Dafür gibt es Verträge. Das ist der Maßstab und nichts anderes. Ich denke, diesen Schritt muss jeder einmal durchmachen und wir Arbeitnehmer machen uns häufig zu viele Gedanken um die Sorgen des Arbeitgebers. Weit mehr als dieser sich um unsere.

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Gerade eben schrieb Zaroc:

Normalerweise sichern sich die Firmen ab indem Sie dir nen Vertrag geben wo Sie sagen (meine Erfahrung ist es überhaupt rechtlich erlaubt?) für Schulung X übernehmen wir die Kosten, dafür musst du mind. 1-2 Jahre bei uns arbeiten. Verlässt du uns aber frühzeitig, dann übernimmst du ein Teil der Kosten (Schulung).

Das ist ein wesentlicher Punkt. Wenn der Arbeitgeber Dir eine Schulung bezahlt, ist das eine Investition. Die macht er nicht aus Nächstenliebe oder weil er Dich so mag, sondern weil er sich davon etwas verspricht.

Jeder Unternehmer sollte sich Gedanken über seine Investitionen machen und wie man diese absichert. Dazu gibt es die von Zaroc genannten Verträge, so dass der Arbeitnehmer, bei einem frühzeitigen Wechsel, für die Kosten aufkommt. Das ist für beide Seiten fair und jeder weiß, woran er ist. Eine Schulung ist kein Garant auf Erfolg. Weder für Dich noch den Arbeitgeber und das weiß dieser.

Wenn er das nicht weiß oder seine Investition nicht absichert, hat er es - salopp gesagt - nicht besser verdient. Das ist schlechtes Management und nicht Dein Problem.

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vor einer Stunde schrieb OutOfMemory:

Freue mich einfach auf jeden Input wie ihr in dieser Situation handeln würdet. 

Kommt wirklich auf dein Verhältnis zur Firma bzw. zu deinem Chef an.

Wenn du mit einem Chef ein freundschaftliches Verhältnis hast und du ihm vertraust, dann würde ich ihm sagen, dass du gerne die Schulung verschieben würdest, da da noch private themen offen sind.

Wenn nicht, dann einfach weitermachen als ob nichts wäre

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Wobei die allermeisten Klauseln für eine Bindung nach Schulungen ungültig sind.

Es gibt mittlerweile einige höchstrichterliche Urteile dazu. Dort werden sehr enge Grenzen für eine Bindung festgelegt. Unteranderem werden dort auch recht klar die Dauer für die Bindung festgelegt.

z.B. darf die Bindung max. 6 Monate dauern wenn die Schulung bis zu 1 Monat dauert. Und hier zählt nur die tatsächliche Freistellung für die Schulung. Nicht der Zeitraum über den sich die Schulung erstreckt.

Beispiel: Du gehst zur IHK und machst den Ausbilderschein. Immer Freitag Nachmittags und Samstag. 3 Monate lang. (Ja der dauert nicht so lange :) )

Dann hast du 3Monat = 13 Wochen = 13 ganze und 13 halbe Tage = 19,5 Tage Freistellung

-> VORRAUSSETZUNG dein Chef rechnet die Zeit als Arbeitszeit an und du machst es nicht in deiner Freizeit.

Damit sind es 19,5 Arbeitstage was weniger als 1 Monat ist.

Hierfür darf dich dein Chef also nur max. 6 Monate ans Unternehmen binden.

 

Ebenso müssen in solchen Klauseln auch festgelegt sein wie sich die Summen über die Zeit verringern. Es darf z.B. nicht sein das du auch nach 5 Monaten die Vollen Kosten zurückzahlen musst.

 

P.S. Wie immer ist das nur meine unvollständige Meinung. Das ganze ist keine Rechtsberatung. Dazu geht ihr immer am besten zu einem Anwalt dem Ihr am wenigsten Misstraut. ;)

 

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vor 4 Stunden schrieb OutOfMemory:

[...] ich habe beschlossen zu kündigen. [...] wenn ich jetzt schon sage das ich in 2 Monaten kündigen werde ohne schon was neues zu haben. [...]

Wenn wir die Kosten zurück stellen, dann ist das Entscheidende in deiner Aussage, aktuell noch nichts zu sagen, dass auch ein guter Kandidat nicht unbedingt binnen 2 Monaten etwas neues vertraglich sicher hat. Viele Bewerbungsphasen dauern ja schon mal 2 Monate und dann müssen alle Konditionen ja auch noch so passen, dass du tatsächlich wechselst. Also ist bis zur tatsächlichen Aussprache deiner Kündigung der Zeitpunkt völlig unklar.

vor 4 Stunden schrieb Zaroc:

Warum verlässt du die Firma? Ist dein Gehalt zu niedrig? Ich würde dann mit d. Chef ein Gespräch suchen bzgl. Gehaltserhöhung, weil du ja einen Ausbilderschein machst, Azubis ausbildest und noch X (also deine Schulung) machst. Damit signalisierst du schon, dass du vl. schon was neues suchst etc.

Der Punkt von Zaroc ist meiner Meinung nach auch ganz wichtig. - Wenn du ein gutes Verhältnis zu deiner Firma hast und es wirklich an finanziellen Dingen liegt, wäre der Ausbilderschein schon ein gutes Argument. Und nur weil dir Schulungen für 100K (ich übertreibe bewusst) bezahlt werden, ist das keine Rechtfertigung dir nur den Mindestlohn zu zahlen (auch hier bewusste Überspannung) .

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