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Unentschlossen: Teamleitung machen oder nicht?

Empfohlene Antworten

Hallo zusammen,

bei uns in der Firma ist eine Teamleiterstelle (rein Disziplinarisch) für unser IT-Team ausgeschrieben und ich überlege, mich dafür zu bewerben. Ich weiß nur eigentlich gar nicht so recht ob ich den Job wirklich machen wollen würde. Es wäre einfach nur der "logische" nächste Schritt. Und natürlich lockt das mehr an Gehalt (ist es wirklich so viel mehr?!) und das "Ansehen" ("oh seht her, der ist Teamleiter und macht Karriere" P ).
Alles andere würde wahrscheinlich deutlich stressiger werden, als es jetzt in meinem Job als Softwareentwickler ist. Und ich habe eigentlich schon viele Freiheiten.
Außerdem weiß ich auch nicht so recht ob ich wirklich der Typ für eine Führungsposition bin. ich schätze ich würde es wohl ganz gut deichseln, aber ich bin eigentlich mehr der ruhige, zurückhaltende und introvertierte Typ und nicht der großartige Redner.
Wenn ich andere Menschen in Führungspositionen sehe, strahlen die meist so eine typische "Führungspersönlichkeit" aus (und sind meist so Sabbelköppe rolleyes). Das bin ich irgendwie nicht.

Meine Frage also: Wie finde ich für mich raus ob ich für so einen Job geeignet wäre und ob ich das wirklich machen möchte? Man kann das ja schlecht irgendwie mal eben ausprobieren.

Bearbeitet von Gurki

Korrekt, mach das nur wenn du wirklich Bock drauf hast. In unserem Konzern wird explizit Fach- und Führungskarriere gefördert. Gehalt und Ansehen solltest du nicht über die Position bestimmen.

Außerdem: Führen macht einsam. Den Satz hat HR in meinen Bewerbungsgesprächen immer gesagt. Habe ich so schlimm nie wahrgenommen, aber zum Teil stimmt das schon. Verantwortung über Menschen zu haben ist etwas anderes als ein Standard 9to5 Job als Entwickler.

Ich kann nur davon abraten aber rein aus persönlicher Erfahrung die ich hier gerne teilen möchte:

  1. vor 6 Stunden, sylenz hat gesagt:

    Führen macht einsam. Den Satz hat HR in meinen Bewerbungsgesprächen immer gesagt.

Kann ich so unterschreiben. In unserer Firma gab es LayOffs, jeder musste aus der Abteilung mindestens 1 Person entlassen ohne Rücksicht auf Verluste. Du musst ab Stufe TL wirklich lernen Arbeit Arbeit sein zu lassen. Die gelassenen Gespräche und das Herziehen über den Chef kriegst du nicht mit, weil DU dann der bist über den gesprochen wird.

  1. von Kollegen aus anderen Firmen bekomme ich mit das im mittleren Management aussortiert wird. Entweder willst du ins Top Level Management in dem du wirklich stumpf dem CEO zustimmst oder du kannst dir nie sicher sein wann deine Ebene aussortiert wird.

  2. Du musst ständig lügen. Es kommen Transformationen, Kündigungswellen seitens AG, Experimente an deinem Team für neue Arbeitsmethoden etc. etc.

    Und du sollst immer schön brav den Mund halten bis es offiziell angekündigt wird. Machst du es nicht, bist du der snitchy Boy der auf der Abschussliste steht.

Ich kann es nicht empfehlen. Ich würde es nicht wollen. Zumindest zum aktuellen Zeitpunkt und in dieser Firma nicht. Ggf. können die mit Führungserfahrung dich mehr erleuchten, ich kann nur von mir selbst sprechen.

vor 3 Stunden, Jinju hat gesagt:

Ich kann nur davon abraten aber rein aus persönlicher Erfahrung die ich hier gerne teilen möchte:

Kann ich so unterschreiben. In unserer Firma gab es LayOffs, jeder musste aus der Abteilung mindestens 1 Person entlassen ohne Rücksicht auf Verluste. Du musst ab Stufe TL wirklich lernen Arbeit Arbeit sein zu lassen. Die gelassenen Gespräche und das Herziehen über den Chef kriegst du nicht mit, weil DU dann der bist über den gesprochen wird.

  1. von Kollegen aus anderen Firmen bekomme ich mit das im mittleren Management aussortiert wird. Entweder willst du ins Top Level Management in dem du wirklich stumpf dem CEO zustimmst oder du kannst dir nie sicher sein wann deine Ebene aussortiert wird.

  2. Du musst ständig lügen. Es kommen Transformationen, Kündigungswellen seitens AG, Experimente an deinem Team für neue Arbeitsmethoden etc. etc.

    Und du sollst immer schön brav den Mund halten bis es offiziell angekündigt wird. Machst du es nicht, bist du der snitchy Boy der auf der Abschussliste steht.

Ich kann es nicht empfehlen. Ich würde es nicht wollen. Zumindest zum aktuellen Zeitpunkt und in dieser Firma nicht. Ggf. können die mit Führungserfahrung dich mehr erleuchten, ich kann nur von mir selbst sprechen.

Was für eine verlogene Arbeitswelt.

vor 4 Stunden, Jinju hat gesagt:

Du musst ständig lügen

Würde ich so nicht framen. Du bist repräsentierender Teil des Unternehmens. Punkt. Dein Job ist das Beste für das Unternehmen zu wollen und zu erwirken, wesentlich stärker noch als als normaler AN.

Dazu gehört die Firmenentscheidungen und Politik "zu verkaufen" und umzusetzen. Das ist Teil deines Jobs. Willst oder kannst du das nicht, ist das auch kein Job für dich. That easy.

Vorab: Nur weil die Teamleitung der vermeintlich „logische nächste Schritt“ ist, muss sie nicht der richtige sein. Eine fachliche Weiterentwicklung ist ebenfalls Karriere.

Ruhig und zurückhaltend zu sein, spricht nicht gegen eine Führungsposition. Gute Führungskräfte sind keine „Sabbelköppe“. Zuhören, beobachten, verlässlich entscheiden und auch leisere Mitarbeiter wahrnehmen sind wichtige Fähigkeiten.

Dazu eine persönliche Erfahrung, die schon länger zurückliegt:

Als mein Vorgesetzter das Unternehmen verließ, wurde ich gefragt, ob ich seine Stelle übernehmen möchte. Ich kam aus einem Softwarehaus und war noch nicht lange im Unternehmen. Deshalb lehnte ich ab.

Anschließend wurde ein externer Vorgesetzter eingestellt, der die Aufgabe nicht gut erfüllte. Die Stelle wurde bald wieder vakant und man kam erneut auf mich zu.

Dieses Mal nahm ich das Angebot an, weil ich überzeugt war, es besser zu können. Rückblickend war die Entscheidung richtig. Ich habe viel gelernt und gerne in dieser Aufgabe gearbeitet.

Zu einer Teamleitung gehören unter anderem:

  • unangenehme Gespräche führen

  • Konflikte im Team klären

  • Leistungen beurteilen und kritisches Feedback geben

  • Entscheidungen vertreten, die man nicht selbst getroffen hat

  • Mitarbeiter fördern, ihnen aber auch Grenzen setzen

  • Verantwortung übernehmen, wenn im Team etwas schiefläuft

Am schwersten fiel mir, Entscheidungen zu vertreten, die ich nicht selbst getroffen hatte. Deshalb fühle ich mich heute als Einzelunternehmer freier und wohler.

Entscheidend ist nicht die Frage „Wirke ich wie eine Führungskraft?“, sondern: „Möchte ich mich mit der Führung und Entwicklung von Mitarbeitern beschäftigen?“

Ein Teil der fachlichen Arbeit und der bisherigen Freiheiten wird dafür wegfallen. Ob das höhere Gehalt diesen Tausch aufwiegt, ist eine persönliche Frage.

Am 29.8.2026 um 09:52, Gurki hat gesagt:

("oh seht her, der ist Teamleiter und macht Karriere" P ).

Aber das wäre doch egal, weil sie den Schritt ebenfalls gehen könnten. Nur, weil ihre Ambitionen niedriger sind, musst du dich doch nicht tiefer halten als notwendig.

Am 29.8.2026 um 09:52, Gurki hat gesagt:

(ist es wirklich so viel mehr?!)

Ich würde behaupten, dass der direkte Sprung eventuell nicht riesig ist, aber auf die Jahre gesehen bietet dir es dir durchaus mehr Möglichkeiten an.

Am 29.8.2026 um 09:52, Gurki hat gesagt:

die meist so eine typische "Führungspersönlichkeit" aus (und sind meist so Sabbelköppe rolleyes).

Erfahrungsgewäß wachsen Leute in der Regel in diese Führungpersönlichkeit. Wenige sind geborene "Leader".

Die Attitüde ändert sich sowieso, weil aus dem vorher "befreundetem" Team, wird halt jetzt eventuell dein Team. Freiheiten werden aufgegeben und Dinge müssen geändert werden (wie häufig bei einem Wechsel des Managers).

Als FK musst du Sabbeln können bzw. es lernen.

Am 29.8.2026 um 10:10, Brapchu hat gesagt:

Wenn das deine Hauptmotivationen sind um Teamleiter

Die besten Teamleiter, die ich hatte, waren geldgetrieben.

Am 29.8.2026 um 19:16, Jinju hat gesagt:

weil DU dann der bist über den gesprochen wird.

Du meinst so, wie es häufig sowieso stattfindet, unabhängig ob du der Manager bist oder nicht?

Am 29.8.2026 um 19:16, Jinju hat gesagt:

Du musst ständig lügen. Es kommen Transformationen, Kündigungswellen seitens AG, Experimente an deinem Team für neue Arbeitsmethoden etc. etc.

Und du sollst immer schön brav den Mund halten bis es offiziell angekündigt wird. Machst du es nicht, bist du der snitchy Boy der auf der Abschussliste steht.

Ich finde das ein bisschen zu engstirnig ausgedrückt. Mit dem Wechsel zu einer Führungsposition repräsentierst du den Arbeitgeber. Du tust nach wie vor das, was man dir sagt, aber trägst jetzt mehr Verantwortung. Du musst das beste für den AG wollen, dazu gehören natürlich auch Entscheidungen, die dem "normalen" AN nicht gefallen. Man jammert zwar, aber sie selbst gehen in keine Führungsposition um ggfs. etwas zu ändern.

Wenn du keine Transformationen, Kündigungswellen und ähnliches verkaufen kannst, dann bist du schlichtweg nicht als Führungskraft geeignet. Mit Verantwortung kommen leider Entscheidungen, die du treffen musst.

Wenn du sauer auf deinen Vorgesetzten bist, weil er dich kündigt anstatt einen anderen, dann liegt das Problem leider woanders. Hier sprechen wir natürlich von einer Kündigungswelle seitens des Arbeitgebers oder ähnlichen besonderen Situationen.

Wenn mein Arbeitgeber mich loshaben möchte, unterschreibe ich einen Aufhebungsvertrag und gehe ohne bösen Willen. Das kommuniziere ich zu jeder Führungskraft die ich bekomme.

Was ich mir von einer Teamleitung wünsche:

  • Gespräche führen und zuhören (meistens scheitert es am Zuhören)

  • ordentliches Feedback, welches auch umgesetzt wird (hatte viele Gespräche, die völlig für die Katz waren. Das Management, bei welchem das hier lief, war immer am Besten)

  • Förderung von Mitarbeitern, insofern vertretbar (Schulungen, Verantwortung)

  • Konflikte im Team ansprechen und klären (hatte diverse Kollegen, die eine negative und toxische Grundstimmung ins Team brachten, während der Chef absolut nichts gemacht hat)

  • Vor dem Team stehen (Verantwortung fürs eigene Team, auch wenn Mist gebaut wurde. (Negative) Kommunikation nach außen ohne Namen, Klären der Probleme im Team, etc.)

Ob mein Manager eher ein stilles Mäuschen oder ein brüllender Löwe ist, ist mir persönlich völlig egal. Mir ist es auch egal, wenn der Chef technisch nicht tief in der Thematik ist, schließlich existieren wir dafür.

Was mir aber wichtig ist, ist, dass der Chef ein Rückgrat besitzt und sich nicht nach unten und oben biegt. Was meine ich damit? Eine völlig utopische Arbeitsanweisung seines Chefs nehmen, sagen, dass das absolut machbar und eine gute Idee ist, diese aber nach unten werfen und sagen: "Ihr macht das jetzt sofort", während nach oben kommuniziert wird, dass das Team schuld sei, wenn es nicht klappt.

Wenn ich ihn um etwas bitte, dann soll er das bitte klären und keine "schauen wa mal" Attitüde an den Tag legen. Schließlich übernehme ich auch keine Aufgaben und sag am Ende des Tages "mal schauen, ob ich das mache".

Ich möchte einen Manager der führt und nicht eine Person, der nur meinen Urlaub und meine Zeiten genehmigt.

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