Errraddicator

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  1. Ich schließe mich der vorherrschenden Meinung an und sage: Mach Dir keinen Kopf. Ja, die IT-Welt ist nicht mehr, was sie mal war. Die Konkurrenz ist größer, die Anforderungen höher, die Gehälter stagnieren/sinken und es wird mehr gefiltert. Aber: Das heißt noch lange nicht, dass wir von Verhältnissen, wie in der Leiharbeit auf dem Bau reden. Auch heute ist die IT kein Niedriglohnsektor und auch heute sind (gerade junge) IT´ler selten bis gar nicht arbeitslos. Kein Grund zur Panik. Das wird schon. ... Wo ich Dir Recht geben muss, ist der Punkt mit der "Mädcheninformatik". Über den Wortlaut kann man nun streiten, aber inhaltlich haben die Bindestrich-Informatiker (ich bin selbst einer: Wirtschaftsinformatik) nicht das gelernt, was vollwertige Informatik-Absolventen gelernt haben. Das ist ein Fakt und den sollte man nicht zur Seite schieben. Nur, heißt das wiederum nicht, dass Du deswegen keine Chance hast. Keiner hindert Dich daran, nach Uni-Schluss noch etwas zu programmieren, Serverfarmen aufzusetzen, Dir Fachmagazine zu kaufen oder Dich sonst wie weiter zu bilden. Deswegen wiederhole ich auch hier meine Kernaussage: Ja, Medien- oder Wirtschaftsinformatik ist nicht direkt gleichwertig zur reinen Informatik. Das hindert Dich aber nicht, Dir auf anderem Wege verwertbare Praxis-Skills anzueignen. Und die zählen schlussendlich mehr als jeder Türöffner (Abschluss).
  2. Ganz grundsätzlich ist es so, dass da nichts gegen spricht. Wir leben in Zeiten von EU und Arbeitnehmerfreizügigkeit und da gehört das zum Pool der Möglichkeiten dazu. Ob einem das moralisch passt oder nicht, steht erst einmal hinten an. Zumal Ihr bereits in der Umgebung gesucht und nichts gefunden habt. Aber: Ich stimme Dir in den Praxis-Bedenken zu. "Mal eben" arbeitet keinen Mitarbeiter ein. Erst recht nicht, wenn sprachliche und kulturelle Differenzen hinzukommen. Auch wird der durchschnittliche Spanier nicht "mal eben" nach Frankfurt ziehen oder eine Wohnung dort bekommen in Zeiten explodierender Mieten. Ich würde mit Deinem Chef das Gespräch suchen und ihn auf Alternativen aufmerksam machen. Headhunter, Anfragen/Anzeigen bei Universitäten/FH´s usw. Ich denke, damit fahrt Ihr besser, als Mitarbeiter aus halb Europa heran zu karren.
  3. @tTt Also ist der oben beschriebene Fall - entgegen Deiner Aussage - doch gebunden, wenn er nicht gewillt ist, seine Frau, Familie und Eigentum für den Job zu opfern? Dann hätten wir das ja geklärt.
  4. https://www.heise.de/newsticker/meldung/Ingenieursverband-VDI-Deutschland-hat-nicht-genug-IT-Fachkraefte-3659347.html Das hat schon wieder Pipi Langstrumpf Niveau.
  5. @tTt Also ist jemand, der Eigentum in Berlin hat, dessen Frau in Berlin arbeitet und deren Kinder in Berlin Freunde, Schule und Umfeld haben, nicht an Berlin gebunden und kann mir-nichts-Dir-nichts eine Stelle in Hamburg antreten? Schließlich ist es ja "Nonsens!" wie Du gesagt hast.
  6. Gut, ganz so schwarz sehe ich es - noch - nicht. Es gibt schon noch genug brauchbare Jobs in der IT. Vor allem, wenn man es mit den wirklich schlechten Branchen vergleicht. Aber ja, die Tendenz ist da und wird sich wohl im Laufe der Zeit nur verstärken. Da sind wir uns denke ich einig.
  7. @neinal Kommst Du bitte von Deinen "Einmal, im Sommerlager..." Geschichten weg? Dein persönliches Umfeld und Deine "Wenn, dann..." Geschichten sind nicht das Maß aller Dinge. Du kannst nicht ein 80. Mio. Land, eine Wirtschaft mit hunderten Berufen, Branchen und Regionen an Hand der 5 Berufe und 10 Fallbeispiele in Deinem Umfeld beurteilen. Vermengt mit Hören-Sagen, was der Nachbar evtl. sagen könnte und das zur Maxime erklären. Wie ich weiter vorne gesagt habe, ist das anekdotische Evidenz ein netter Zusatz, aber niemals ein autark funktionierendes Argument. Schau Dir die großen Zahlen an: Es gibt in Deutschland x Mio. Menschen, welche arbeitslos oder in entsprechenden Maßnahmen sind. Die allermeisten davon haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, Berufserfahrung und nicht wenige sind Akademiker. Sind die alle selber Schuld? Haben die alle mal ihren Wecker nicht gestellt (wie Deine Bekannte) und das Ganze somit verdient? Ist das wirklich so einfach? Oder steckt vielleicht doch etwas mehr dahinter? Was ist mit den x Mio. Menschen, welche zwar Arbeit haben, aber zum Mindestlohn arbeiten? Alle selbst Schuld? Sollen die alle neu anfangen, umschulen und weiter bilden, wie es heute gerne als Allheilmittel dargestellt wird? Wenn ja, wohin? Möchtest Du wirklich, dass demnächst jeder IT´ler, Ingenieur und Arzt wird? Bist Du Dir im Klaren, was das für Dich, mich und uns alle hier bedeutet, wenn jeder Software-Entwickler oder Admin wird? Dann sind wir in 10 Jahren die Leiharbeiter, welche zum Mindestlohn arbeiten gehen dürfen, weil die Konkurrenz so groß geworden ist. Bist Du dann auch so hart mit Dir selbst, und sagst, dass Du selbst schuld bist? Oder sind es dann vielleicht doch die Anderen gewesen? Schließlich warst Du ja immer fleißig, pünktlich und kannst Dir nichts vorwerfen. Schauen wir in die Zukunft: Was ist mit Industrie 4.0 und Digitalisierung? Wenn demnächst noch weniger menschliche Arbeitskraft benötigt wird, als heute schon. Was erzählst Du den Leuten, deren Job nach 20 Jahren guter und pünktlicher Arbeite einfach nicht mehr gebraucht wird? Schauen wir in die jüngere Vergangenheit: Die Globalisierung? Was kann der Industriearbeiter dafür, dass sein Job nach Asien verlagert wurde? Wie soll er sich verhalten und dem entgegen wirken? ... Sorry, Du machst es Dir zu einfach. Wir als IT´ler sind in der Luxus-Situation in einer Branche zu arbeiten, wo man mit Fleiß, Glück und Ehrgeiz tatsächlich noch Geld verdienen kann und uns viele Härten der modernen Arbeitswelt erspart bleiben. Aber das gilt für den überwiegenden Teil der Bevölkerung nicht. Wenn man Deine Argumente so liest, hat das schon was vom Elfenbeinturm, aus deren Sicht man der hungerndem Bevölkerung den Kuchen empfiehlt, wenn sie sich kein Brot leisten können.
  8. Ich persönlich gehe sogar so weit, dass die Umstände wichtiger sind, als das, was Du selbst leistest. Du kannst (und musst!) die Basis legen. Bis dahin ist man in der Tat seines eigenen Glückes Schmied und hat die Zügel in der Hand. Ohne Engagement/Bildung/Basis kein Erfolg. Das steht fest. Alles Weitere jedoch kannst Du kaum bis gar nicht beeinflussen. Der richtige Ort, Zeit und Umfeld sind mehr Wert als jedes Engagement, Ehrgeiz, Bildung und fachliches Können. Wie Volker Piespers sagte: Jeder kann Millionär werden. Aber nicht alle. Das gilt für beruflichen Erfolg wie für vieles andere im Leben.
  9. @neinal Dem "Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied!" würde ich nur bedingt zustimmen. Ja, in jungen Jahren und in einigermaßen gefragten Berufen mag das stimmen. Mit Mitte 20 kann jeder noch einmal studieren gehen und einen Neuanfang machen, den Job wechseln, oder umziehen. Aber, das ist eben nur die halbe Wahrheit. Was ist mit Menschen, welche schon 40+ oder gar 50+ sind und schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben? Sollen die noch einmal neu anfangen und dann nimmt sie trotzdem keiner? Was ist mit Menschen, die durch Familie und Umfeld örtlich und finanziell gebunden sind? Relevante Rücklagen haben heute kaum noch Menschen und alleine das kann einen Wechsel, Neuanfang oder Umzug schon zerschlagen. Hinzu kommen zahllose Menschen, welche in Jobs arbeiten, welche einfach nicht mehr hergeben. Wir haben hier im Faden bereits einige Beispiele genannt: Soziale Berufe, Köche, Taxifahrer. Die können sich nicht mal eben verbessern, selbst, wenn sie es wollten. Das geben die Branchen einfach nicht her. ... Mal ganz zu schweigen davon, in wie weit es überhaupt gesellschaftlich sinnvoll ist, wenn demnächst alle nur noch Ingenieure in München werden wollen, und alle anderen Berufe und Regionen komplett veröden. Das Spiel mit Umzug, Weiterbildung und Jobwechsel kann man auch nicht beliebig oft, lange und umfänglich betreiben. Irgendwann ist auch dort einmal Schluss, dann wird der ehemals gut bezahlte Job zum Mindestlohn-Job und das Spiel geht von vorne los.
  10. Dazu habe ich mal eine Studie gelesen, welche nahe gelegt hat, dass Frauen (bei freier Partnerwahl) deutlich seltener "nach unten" heiraten als Männer. Da muss der Mann schon min. auf dem selben Level sein, am besten, drüber. Sonst wird das nix, mit der Partnerwahl. Da wir im Faden so gerne mit anekdotischer Evidenz arbeiten: Der Arzt hat wenig Probleme, die Krankenschwester zu heiraten. Für die Ärztin hingegen muss es schon ein Arzt-Kollege, besser: Der Chefarzt, sein. ... Ich weiß nicht, ob es dieser Artikel war, aber nur mal auf die schnelle gegoogled: https://www.welt.de/wirtschaft/article1987626/Wie-Frauen-die-soziale-Spaltung-vorantreiben.html
  11. Eine Frage würde mich noch interessieren: Es wurde auch hier wieder gesagt, die sozialen Berufe würden schlechter bezahlt, weil es Frauen-Berufe sind. Das akzeptieren wir erst einmal. Auch, wenn es schlechter Stil ist, Behauptungen ohne jedwede Belege in den Raum zu stellen und trotzdem als wahr anzuerkennen. Aber, sei es drum. Was ist mit Berufen, welche weitgehend männlich besetzt und ebenfalls schlecht bezahlt sind? Köche, Paketzusteller, Taxifahrer, Handwerker in Leiharbeiter? Das hatte @halycon bereits genannt. Sind die schlecht bezahlt, weil es männliche Berufe sind? Wenn ja: Dann ist die Argumentation bei den sozialen Berufen hinfällig, schließlich trifft es Männer wie Frauen. Wenn nein: Dann ist sie ebenfalls hinfällig, denn die Bezahlung hat generell nichts mit dem Geschlecht zu tun. Es trifft Männer wie Frauen.
  12. Passend zum Thema PayGap, Gender und Co. eine Reportage aus dem Norden: Kurz gefasst: Je freier die Frauen und je gleichberechtigter die Geschlechter in einem Land sind, umso stärker kristallisieren sich die biologischen und Wesensunterschiede zwischen Mann und Frau bei der Berufswahl heraus. D.h. in einem unfreien, armen und ungerechten Land wirst Du, alleine aus der wirtschaftlichen Not heraus, mehr Frauen in MINT-Berufen z.B. haben, als in einem freien, wo es sich die Frauen wirklich aussuchen können. Das Video belegt das an Hand von zahlreichen, internationalen Studien, Versuchen, Fakten, Kennzahlen, Untersuchungen, Umfragen und anderem fundierten Zeugs. Alles, was die Gegenseite zu bieten hat, ist populistisch aufgeladene Ideologie, könnte sein und Einzelfall-Szenarien.
  13. Ich persönlich finde es wichtig, dass man nicht nur in einem Technologie-Umfeld etwas lernt, sondern auch die anderen Bereiche zumindest mal "gemacht hat". Wenn der Fokus auf Java liegt, trotzdem z.B. C/C++, C#, PHP, Pythone oder etwas anderes zu lernen. Nicht sonderlich intensiv, aber zumindest grundlegend, damit man das große Ganze und Zusammenhänge und Konzepte besser verstehen lernt. Ansonsten steht schon viel Gutes in Deinem Plan drin. Ist die Frage, in wie weit man so viel in so kurzer Zeit (1 Jahr) wirklich lernen kann.
  14. Und auf jeden Fall wie Deinen, kommen wie viele, wo es - trotz guter Leistungen - nicht der Fall war?
  15. Was für mich hinzu kommt, bei der Frage Eigentum vs. Mieten und selten bedacht wird: Steuern, Abgaben, Wertverlust und Reparaturen. Gerne wird nur Miete vs. Abzahlung/Zinsen verglichen. Dann steht das Eigentum in der Tat gut dar. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Wenn man dann dazu rechnet, dass Eigentum häufig an Wert verliert, das Dach kaputt geht, das Bad neu gemacht werden muss, die Straße vor Deinem Haus repariert und Du an den Kosten beteiligt wirst, die Kommune die Abgaben erhöht, usw. usf. Dann sieht die Rechnung schnell anders aus. Von Heute auf Morgen und ohne Vorwarnung. Hinzu kommt, die fehlende Flexibilität. Du verlierst den Job und mal eben umziehen? Deine Frau trennt sich und Du suchst was kleineres? Das war als Mieter einfacher. Nicht umsonst gibt es bei YouTube und generell im Netz zahllose Leute wie den Business Punk, die einem stundenlang und an Hand von stichhaltigen Zahlen (ähnliche wie @Kwaiken hier) vorrechnen, warum das Eigenheim in vielen Fällen die größte Geldverbrennung ist, welche der Otto-Normalo in seinem Leben vornimmt. Ja, das Eigenheim kann sich lohnen. Vor allem, auf lange Sicht. Später, und für die Rente. Das muss aber noch lange nicht und bis dahin gibt es zahllose Risiken, welche die letzten Jahre tendenziell eher größer, denn kleiner geworden sind. ... Ich bin da übrigens ehrlich: Ich habe ähnlich gedacht, wie @Whiz-zarD. Als wir vor ein paar Jahren (ich glaube 2013) mal über eine ETW nachgedacht hatten. Bis wir konkrete Angebote vorliegen hatten und ich diese mit meinem Vater mal genau durchgerechnet habe. Dann wurden aus den 700 Euro Raten/Zinsen (vergleichbar zur Miete und abgesegnet von Banken) schnell 1.000 - 1.200 Euro Vollkostenrechnung im Monat und die Sache war gegessen.