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Bringschuld-Mitarbeiter: wie geht ihr mit den Leuten um?

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Guten Morgen,

mich würde interessieren wie Ihr mit euch unterstellten Mitarbeitern, Kollegen oder Kunden dieser Gattung umgeht. Ich ertappe mich immer häufiger beim innerlichen Aufschrei und frage mich, ob ich dünnhäutiger geworden bin, oder ob die Qualität in der IT einfach nachgelassen hat. Aber man ist ja Kollege/Dienstleister und kann das immer weglächeln und bleibt geduldig.

Wie auch immer: viele - ja, auch junge Leute - in der IT sind mittlerweile nicht mehr bereit Transferwissen anzuwenden. Sie bekommen beigebracht wie etwas funktioniert und wie man mit Werkzeug X von A nach B kommt. Sobald man aber mit einem ähnlichen Werkzeug Y von A nach B oder nur weiterhin mit Werkzeug X, aber von A nach C kommen muss, verschränken sie die Arme im Schoß, schreien "Weiß ich nicht! Brauch ich ne Schulung zu!" und setzen alle um sie herum in permanente Bringschuld.

Das beginnt auch schon mit Kleinigkeiten. Fast alles ist ergooglebar und überhaupt kein Hexenwerk. Das sind Menschen mit teilweise zweistelligen Jahren an Berufserfahrung, keine Anfänger. Und es zieht sich quer durch alle Altersklassen und Bildungsschichten. Nur kann ich solche Leute dann nicht guten Gewissens alleine zum Kunden schicken. Die stoßen auf ein Problem und starren dann Löcher in die Luft bis ihnen jemand das "Händchen hält". Das nächste Mal können sie dann das Problem, sofern es 1:1 das gleiche ist, lösen. Aber hat die Fehlermeldung auch nur einen Punkt zu viel, sind sie wieder im Reh-im-Schweinwerferlicht-Modus.

Andererseits gibt es Kollegen, die kannst Du in ein heruntergefahrenes Atomkraftwerk setzen und sagen "Mach!". Dauert vielleicht einen Monat oder zwei, aber irgendwann kommen die raus und das Ding läuft. Vielleicht sogar besser als vorher. Nur leider wachsen diese "Pink Squirrels" nicht auf Bäumen. Wenn es nach mir ginge, würde ich lieber 10 Rehe auf die Bank setzen, 3 Squirrels einstellen und denen das Gehalt der 10 Rehe zahlen. Aber das geht ja nicht ...

Wie handhabt Ihr das? Um in der Zoo-Metapher zu bleiben: wie arbeitet Ihr mit Rehen und Squirels zusammen? Oder würdet sogar gerne ein Reh sein und habt gute Gründe dafür (das würde mich am meisten interessieren!)? 

bearbeitet von Kwaiken

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Ich denke es kommt da auch immer drauf an wie ernst man bei der Sache ist und wie gut man sich mit seinen Vorgesetzen versteht.
Auch auf die Vorgesetzten selber denke ich kommt es auch an.

Wenn man lernbereit und wissbegierig ist wie ich in meiner Ausbildung jetzt, sich Problemen stellt und sie nicht an den nächstbesten weiterschiebt und auch bereit ist von Leuten Wissen anzunehmen, die einem vielleicht auf den ersten Blick nicht so erfahren aussehen, dann wird sich das aufjedenfall zum positiven Wenden. Aber finde mal jemanden der sein ganzes Leben lang sich an diese 3 Punkte hält.

Die Vorgesetzten müssen es halt bei solchen Leuten schaffen, die aus ihrer Komfortzone rauszuholen und es ihnen auch versuchen schmackhaft zu machen.
Als Beispiel: Du bist Trainer im Fitnessstudio, jemand unsportliches kommt zu dir und will gerne einen Vin Diesel Körper haben.
Vielleicht hat derjenige sich ja schon mal mit Sport befasst aber du merkst ,dass die Art wie er sein Ziel erreichen will nicht zielführend ist. Bring ihm das mal bei jetzt. Die Leute müssen über die Grenzen hinausgehen und auch mal was forderndes machen damit Sie Erfolg sehen. Man sieht in dem Beispiel, jetzt müssen 2 Spieler mitspielen, es ist der Trainer und der Trainierende.

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Nun gemäß deiner Metapher bin ich auch fast ausschließlich von Rehen umgeben, wobei ich nicht in der Position bin zu delegieren, sondern mittlerweile ein Großteil meiner Arbeit darin besteht, dass ich Händchen halte oder Leute mit jeden Mist zu mir kommen und sie Angst haben selbst etwas zu machen. Das sind manchmal wirklich ganz banale Sachen.

Auch gibt es da Kollegen die ihre Arbeit durchaus hinkriegen aber immer noch einmal eine Bestätigung wollen. Anfangs hat mir das ein wenig geschmeichelt, mittlerweile ist es teilweise sehr nervig.

Gerade in kleinen Unternehmen, wo ggf. an Schulungen, Dokumentationen usw. gespart wird, brauch es schon Leute die sich reinfuchsen können. Ich denke das Hauptproblem ist, dass viele mit den falschen Erwartungen in die IT gehen und nur buntes Klicki Klicki kennen, während man früher mit der Konsole aufgewachsen ist, Programme aus Zeitschriften abgetippt hat und mit Basic und Batch rum gespielt hat.

Der Background ist heute einfach meist anders. Viele kommen durchs Zocken zur IT und träumen davon mal Spieleentwickler zu werden und stellen sich das von der Tätigkeit ähnlich dem Spielen vor. Wenn ich daran denke was für Leute wir während meiner Ausbildung auf den Arbeitsmarkt losgelassen haben.

Aber wahrscheinlich fällt das Negative nur mehr auf, während man das Positive als selbstverständlich nimmt. Probleme in kleine Teile zerteilen und sich Stück für Stück herantasten scheint aber auch bei uns eine sehr rare Fähigkeit. Ich sage mal hier gibt es auch so 2-3 Leute von knapp über 10, ohne hier überhaupt nix mehr laufen würde und die Kunden uns wohl die Bude einrennen würden, da man ihr System nicht mehr Online kriegt.

Problem für die Leute ist dann natürlich auch, dass der Laden auf sie auch während des Feierabends oder Urlaubs angewiesen ist, hält sich zwar in Grenzen, ganz abschalten ist aber nie.

Und ja Berufserfahrung oder Abschluss scheint damit wenig zutun zu haben, eher der Typ Mensch und die Hobbys. Sind dann eben die Leute, die auch Zuhause an Minicomputern und co. für Hobbyprojekte arbeiten, ein paar Websites basteln, sich eben ständig neuen Problemen stellen und lernen wie man intuitiv auf sowas reagiert.

Wie man damit umgeht, keine Ahnung. Kann dir nur sagen hier ist es nicht anders. Solange es klappt wird es wohl von allen ignoriert, toleriert oder gar nicht bemerkt.

bearbeitet von Velicity

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"Weiß ich nicht! Brauch ich ne Schulung zu!"

Ich kann dir zu diesem Thema was sagen.

Bei meinem Ex-AG habe ich nach der Ausbildung 2000€ Brutto verdient und meine Aufgaben waren: SAP Support, Kaspersky Support, Ticketsystem managen, Softwareverteilung und Standard 1st Level Support.

Die meisten Kenntnisse habe ich von einem Kollegen (damals Azubi) erhalten, alles andere mussten wir uns selbst beibringen. Ich habe damals mich für die Firma geopfert (Wochenendarbeiten, Feiertag im Büro etc.) aber irgendwann hatte ich nach der Arbeit keinen Bock mehr gehabt. Ich wollte mein "Hobby" zum Beruf machen und am Ende habe ich Wortwörtlich meinen Hobby kaputtgemacht. Ich war froh dass ich Abends nur noch schlafen konnte.

Mein AG erwartete von uns immer mehr und es wurden Softwarelösungen vom externen installiert, die wir ohne Schulung und nur mit Google und Co warten sollten. Unser Tagesgeschäft war nicht mehr möglich mit 2 Mitarbeiter für 400 Clients und X Anwendungen. Einfach mal einen Tag abschalten und mal schauen wie die Software funktioniert etc. gab es nicht, sonst kam eine "böse" Mail mit CC Chef und wir wurden angeschrien.

Irgendwann hatten wir keinen Bock mehr gehabt und haben dann automatisch nur noch gesagt: "Weiß ich nicht! Brauch ich ne Schulung zu!"  und siehe da, fremde Anwendungen wurden endlich vom Hersteller gewartet während wir unser "Tagesgeschäft" versucht haben zu retten.

 

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Gast ThoBi

Ich denke die besten Kollegen sind die, die ihren Horizont selber und ständig erweitern, darum kann man deren Arbeitsweise auch als selbstständig ansehen. Das ist eine Lebensweise aus Privatleben, Ausbildung und Hobbys resultierend. Ob nun jemand selbstständig arbeitet oder nicht ist deren persönliche Freiheit. Wenn ich mal Kinder habe weiß ich schon wie ich diese erziehe, dann werden deren Kollegen es besser haben als manche von uns.

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vor 10 Minuten schrieb ThoBi:

Ich denke die besten Kollegen sind die, die ihren Horizont selber und ständig erweitern, darum kann man deren Arbeitsweise auch als selbstständig ansehen. Das ist eine Lebensweise aus Privatleben, Ausbildung und Hobbys resultierend.

Mag sein, dass ich mit der Meinung alleine dastehe, aber ich finde nicht, dass ein "guter Mitarbeiter", der selbstständig Lösungen erarbeitet und weiß, wie es sein Wissen auf ein anderes Problem transferiert, daran fest zu machen ist, wie er sein Privatleben führt oder welche Hobbies er hat.
Ich würde beispielsweise, bedingt durch Familie, nicht regelmäßig noch zuhause sitzen wollen und Homepages/Apps/mit Minicomputern basteln. Nichtsdestotrotz habe ich gelernt selber aktiv zu werden, wenn man nicht weiß, wie man ein Problem am besten löst.

Wie @Zaroc auch schon geschrieben hat, kommt es auch immer darauf an, welche Erfahrungen man selber gemacht hat und wie die Resonanz auf entsprechendes Verhalten ist. Wenn man nicht würdigt, dass jemand selbstständig denkt, stellt derjenige (zumindest den Personen gegenüber) das auch ganz schnell ein und "schwimmt mit dem Fluss".

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Das Problem liegt mMn in der fehlenden intrinsischen Motivation. Nicht nur für den Beruf in der IT, sondern generell.

Wir haben hier nun die Generation, die mit dem Smartphone und wie schon vorher beschrieben mit allen technischen Geräten groß geworden ist/ groß wird, bei denen der "Funke", wissen zu wollen, wie etwas funktioniert, nicht überspringt; von der Notwendigkeit, etwas anpassen zu müssen/zu wollen ganz zu schweigen.

Für mich zeigt die Tatsache, wie man festgestellt hat, dass Fahrschüler heutzutage fast doppelt so viele Fahrstunden benötigen, weill sie als Kinder während der Fahrt nur das Smartphone nutzen und sich so von der Umwelt abkoppeln, damit keine Erfahrungen aufbauen können, das symptomatische Problem. Letztlich wird man nur noch zum Konsumenten, der nichts mehr selbst machen, sich erarbeiten oder überlegen muss, da er alles vorgesetzt bekommt. Dazu gehört auch diese reflexartige Forderung, eine Schulung zu benötigen, die selbstverständlich nur die erforderlichen Schritte und keine Eigenständigkeit bei der Problemlösung vermittelt.

Es heißt also, den Mitarbeiter zu erst zu befähigen, ein Problem selbststañdig lösen zu können und parallel, dass auch selbst zu wollen. Letzteres wird natürlich nur durch eine Erkenntnis, davon auch einen Vorteil zu haben, erreicht.

 

 

 

 

 

bearbeitet von WYSIFISI

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Mit der Generation hat das nun wenig zu tun. Kwaiken redet von Mitarbeitern, welche teilweise 10+ Jahre im Job sind, also Minimum 30, eher 35+. Das ist nicht die Generation Smombie. Von daher ist diese Pauschalkritik fehl am Platze.

Zum Thema selbst kann ich wenig sagen, denn derart pauschale Aussagen sind ohne weitere Details nicht sinnvoll zu kommentieren. Jedoch möchte ich anmerken, dass ich meine mich erinnern zu können, dass Du Kwaiken es warst, der erst vor kurzem Verständnis für ältere Kollegen aufgebracht hat, wenn sie nicht mehr 24/7 Vollgas geben, sondern auch andere Prioritäten haben und im Zweifel auch mal Dienst nach Vorschrift machen. Das passt für mich wenig zu dem, was Du hier schreibst, um ehrlich zu sein.

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vor einer Stunde schrieb WYSIFISI:

Das Problem liegt mMn in der fehlenden intrinsischen Motivation. Nicht nur für den Beruf in der IT, sondern generell.

Wir haben hier nun die Generation, die mit dem Smartphone und wie schon vorher beschrieben mit allen technischen Geräten groß geworden ist/ groß wird, bei denen der "Funke", wissen zu wollen, wie etwas funktioniert, nicht überspringt; von der Notwendigkeit, etwas anpassen zu müssen/zu wollen ganz zu schweigen.

Abgesehen von der unpassenden Pauschalisierung, die @Errraddicator schon bemängelt hat, hört sich das viel zu sehr nach  "Früher war alles besser" an. Ich bin einer der jüngeren Kollegen in unseren Team und habe eher die Erfahrung gemacht, dass die älteren Mitarbeiter Probleme haben flexibel bei der Problemlösung zu sein. Ich will aber auch weg von dieser Pauschalisierung und stimme den anderen zu, dass es einfach abhängig von der Persönlichkeit ist. Manchen fehlt das Transfervermögen, manchen das abstrakte Denken, manchen die Motivation usw..
Den Rehen kaue ich dann meistens die Lösung bzw. die Arbeitsschritte vor, mit den Squirrels diskutiere ich über die beste Problemlösung. Ändern kann man die Anderen ohnehin nicht, nur sich selbst. Und ich versuche stets nicht zum Reh zu mutieren :)

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Gast Arvi

Früher war alles einfacher, logischerweise hatte man dann auch mehr Mitarbeiter, die alles können.

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Danke schon einmal für die spannenden Antworten.

vor 2 Stunden schrieb Zaroc:

Irgendwann hatten wir keinen Bock mehr...

Das kann ich nachvollziehen. Aber bei euch ist es der Überlastung geschuldet. Bei uns saß z. B. ein Consultant mal 2 Tage bei einem Kunden herum und hat auf die Reaktion des Herstellers auf ein aufgemachtes Ticket gewartet. Am Ende war's eine Firewall-Freischaltung. Hätte man mit einem netstat und einem telnet aus zwei Netzsegmenten problemlos selbst herausfinden können.

vor 2 Stunden schrieb Rienne:

Ich würde beispielsweise, bedingt durch Familie, nicht regelmäßig noch zuhause sitzen wollen und Homepages/Apps/mit Minicomputern basteln.

Richtig. Mache ich auch nicht. Und viele der "High performer" aus meinen Projekten auch nicht. Die achten sogar oft ganz genau auf ihr Überstundenkonto und darauf, dass sie z. B. die Pause nicht am PC mit einem Brötchen im Mund verbringen, sondern auswärts was essen und abschalten.

vor 1 Stunde schrieb WYSIFISI:

Es heißt also, den Mitarbeiter zu erst zu befähigen, ein Problem selbststañdig lösen zu können und parallel, dass auch selbst zu wollen.

Stellt sich mir die Frage: wie?

Mittlerweile habe ich alle meine Schulungen und Workshops komplett umgebaut und erarbeite mit meinen Kunden gemeinsam am Whiteboard Lösungen für Szenarien aus der Praxis und erläutere dann nebenbei die Technologie dahinter. Ähnliches mache ich für meine Kollegen. Das zwingt sie zur Mitarbeit und klappt auch. Aber 2 Monate später starrt wieder einer Löcher in die Luft weil Schablone X um 1mm nicht passt oder der Kunde fragt Dinge per Mail, die auf der 2. Seite im Handbuch stehen.

Andererseits gibt es Mitarbeiter, die baten nach ihrer Einstellung um ein Buchbudget, ein Lab samt HW + Software und Zugang zu den ganzen Dokumentationen. Seitdem waren sie nicht wieder gesehen. Alle paar Monate bekomme ich Lobeshymnen von Kunden und die Frage, ob sie den MA für die nächsten 10 Jahre mit 220 Tagen pro Jahr buchen können. 

vor 1 Stunde schrieb WYSIFISI:

Das Problem liegt mMn in der fehlenden intrinsichen Motivation.

Wie lässt sich intrinsische Motivation denn ans Tageslicht fördern? Ist das denn nicht die Krux an der Geschichte? Die Motivation ist eben intrinsisch und darauf lässt sich extern kaum Einfluss nehmen. Entweder ich will, oder ich will nicht.

vor einer Stunde schrieb Errraddicator:

Jedoch möchte ich anmerken, dass ich meine mich erinnern zu können, dass Du Kwaiken es warst, der erst vor kurzem Verständnis für ältere Kollegen aufgebracht hat, wenn sie nicht mehr 24/7 Vollgas geben, sondern auch andere Prioritäten haben und im Zweifel auch mal Dienst nach Vorschrift machen. Das passt für mich wenig zu dem, was Du hier schreibst, um ehrlich zu sein.

Wo Du 24/7 Vollgas aus meinem Wunsch nach Selbstständigkeit und der Anwendung von Transferwissen herausliest, erschließt sich mir nicht. Magst Du mich hier aufleveln?

Edit: Dienst nach Vorschrift ist für mich kein gelber Schein, um sich vom Mitdenken befreien zu lassen. Niemand wird gezwungen sich in seiner Freizeit weiterzubilden, die IX zu lesen, oder Überstunden zu schieben. Mach deinen Job, mach ihn vernünftig und binde nicht Ressourcen nur weil Du zu faul bist selbst nach dem Port-Parameter für den tcpdump-Befehl zu googlen.

bearbeitet von Kwaiken

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Für mich klingt die Kritik schwammig und maximal breit gefächert. Überspitzt formuliert: "Die Leute können zwar das, was sie gelernt haben, aber nichts anderes". Das sehe ich nicht als kritisch an. Natürlich können die meisten Mitarbeiter nur das, was sie gelernt haben. Das liegt in der Natur der Sache. In so einem Fall ist mir jemand lieber, der dies auch zugibt, als jemand der drauflos wurschtelt, ohne zu wissen, was er macht.

Man kann bei Google und Co. zwar eine Menge finden, richtig, aber auch eine Menge Mist lernen. Im positiven Fall ist man anschließend fit für die Praxis. Im Regelfall jedoch hat man Halbwissen vorzuweisen, welches wesentliche wichtige Details auslässt, theoretisches Hintergrundwissen vermisst und Jahre veraltet ist. Ist das der Stand, welchen Du auf Deine Kunden loslassen willst? Oder doch lieber jemanden, der zwar zuerst eine Einarbeitung braucht, aber die Dinge dann auch richtig?

Was das 24/7 angeht: Jemand der regelmäßig mehr kann, als das was er täglich anwendet, ist schnell bei dem genannten 24/7 up to date bleiben. Wo soll er es derartiges sonst lernen, wenn nicht im Beruf? Genau das, so habe ich es damals verstanden, sollten wir nicht von jedem erwarten, als sich ein anderer User ähnlich über seine Kollegen echauffiert hat.

...

Kurzum: Hier fehlen die konkreten Details um das sinnvoll bewerten zu können. Eventuell hast Du Recht mit Deiner Kritik, eventuell aber auch nicht. Auch hier gilt für mich "im Zweifel für den Angeklagten".

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vor 27 Minuten schrieb Kwaiken:

... intrinsichen Motivation...

Die für mich schlüssigste Darstellung der hier greifenden Mechanismen hat Stephan R. Covey in seinem Buch "Die sieben Wege zur Effektivität - Prinzipen für persönlichen und beruflichen Erfolg" beschrieben. Er beschreibt es als "Pro-aktiv" sein und diese Eigenschaft ist eine persönliche Grundhaltung. Es bedeutet seiner Aussage nach mehr als nur die Initiative zu ergreifen. Es bedeutet, dass wir als Menschen selbst für unser Leben verantwortlich sind. Wir haben die Freiheit zu wählen, wie wir auf sog. Reize reagieren.

Reaktive Menschen werden von Gefühlen, den Umständen, den Bedinungen oder Ihrer Umwelt getrieben. Pro-Aktive Menschen erhalten Ihren Antrieb aus den eigenen Werten.

Ich sehe es so, dass die Verhaltensmuster der von @Kwaikenbeschriebenen zwei Tpyen von Mitarbeiter (Squirrels und Rehe) nahezu deckungsgleich zu pro-aktiven und reaktiv agierenden Mitarbeitern sind.

Ich habe schon vorher einmal darauf hingewiesen. Ich würde jedem nahe legen zumindest dieses eine Kapitel zu lesen und die auf die darin vermittelteten Informationen die eigene Situation zu reflektieren.

Das ist quasi nur die Ausgangssituation. Letztlich ist es das etwas, was jeder für sich selbst persönlich erkennen muss. Es würde also helfen, den Mitarbeitern diese Prinzipien nahe zu bringen, so dass Sie die eigenen Vorteile aus diesen Handlungsweisen erkennen und anwenden.

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vor 17 Minuten schrieb Errraddicator:

Was das 24/7 angeht: Jemand der regelmäßig mehr kann, als das was er täglich anwendet, ist schnell bei dem genannten 24/7 up to date bleiben. Wo soll er es derartiges sonst lernen, wenn nicht im Beruf? Genau das, so habe ich es damals verstanden, sollten wir nicht von jedem erwarten, als sich ein anderer User ähnlich über seine Kollegen echauffiert hat.

Korrekt. Aber wie gesagt: darum geht es mir nicht. Man kann auch seine Arbeit in 8 Stunden gut erledigen. Tatsächlich habe ich Leute, die machen in 2 Stunden das wofür andere 8 brauchen. 24/7 für up2date ist nicht notwendig, solange man nicht 6 Stunden auf Dinge wartet, die man schnell auch selbst hätte nachschauen können. Tatsächlich gehen erstere auch mal nach 4-5 Stunden Heim und ich habe keinerlei Schmerzen dabei. Letztere lassen nach 8h den Stift fallen (oder arbeiten laut klagend 12) und ihre geplante Tätigkeit für diesen Tag ist dann nicht einmal zu 50% fertig.

Ich habe zwei Beispiele in meinem Posting gebracht und um ähnliche Sachverhalte dreht sich mein Beitrag. Nicht mehr, nicht weniger.

Wenn Du Netzwerkadmin für CISCO bist, gut. Bleib dabei. Wenn in der Dokumentation fälschlicherweise steht "show mac addresstable" statt "show mac address-table" dann möchte ich von den Menschen erwarten können, dass sie mal kurz googlen wenn "wrong command" auftaucht und sich nicht auf ihren Hintern ausruhen bis mal jemand kommt, der ihnen das "-" kauft. Dass Du dich zu Hause in die F5 einarbeitest, davon ist nie die Rede gewesen.

 

bearbeitet von Kwaiken

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Beim letzten Absatz gebe ich Dir uneingeschränkt recht. Eine gewisse Eigeninitiative sollte gegeben sein und ist es häufig leider nicht. "Schulung" ist nicht nur ein schlüssiges Konzept, sondern auch eine willkommene Ausrede.

Ich denke jedoch, das war schon immer so und ist kein Phänomen der Zeit, sondern des Umfeldes. Ich kenne Unternehmen voller Squirrels und welche ausschließlich mit Rehen. Ausgehend davon, dass Du selbst einräumst, dass die Squirrels im Regelfall nicht das Vierfache verdienen, obwohl sie das Vierfache leisten, stellt sich zudem sogar die Frage, wer von beiden schlussendlich schlauer ist. :D

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vor 17 Minuten schrieb Errraddicator:

Ausgehend davon, dass Du selbst einräumst, dass die Squirrels im Regelfall nicht das Vierfache verdienen, obwohl sie das Vierfache leisten, stellt sich zudem sogar die Frage, wer von beiden schlussendlich schlauer ist. :D

Ich propagiere i. d. R. ein ungeschriebenes Gesetz: Ist der Kunde zufrieden, läuft das Projekt? Dann ist mir der Rest egal. Diese Mitarbeiter klären mit dem Kunden alles in bilateraler Absprache, PL ist nur in CC und es wird "management by exception" gefahren. Die meisten sind im HO und was sie da tun ist dem Kunden (und mir) herzlich egal, solange sie greifbar sind und die Ergebnisse stimmen. Und sie stimmen zu 150%. Bei anderen MAs bestehen die Kunden auf körperliche Anwesenheit. Aus gutem Grund. Nicht, dass man das nicht versucht hätte ...

Der Krankenstand der drei Squirrels liegt momentan bei 0 Tagen innerhalb von 2 bzw. 3 Jahren. Die anderen sind im Durchschnitt 3,5 Wochen im Jahr krank.

 

bearbeitet von Kwaiken

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vor 1 Minute schrieb Kwaiken:

Der Krankenstand der drei Squirrels liegt momentan bei 0 Tagen innerhalb von 2 bzw. 3 Jahren. Die anderen sind im Durchschnitt 3,5 Wochen im Jahr krank.

Und wie jeder weiß sind nur gesunde Mitarbeiter gute Mitarbeiter! Wie können die es sich erlauben krank zu werden :rolleyes:

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vor 6 Minuten schrieb Gottlike:

Und wie jeder weiß sind nur gesunde Mitarbeiter gute Mitarbeiter! Wie können die es sich erlauben krank zu werden :rolleyes:

Edit: Und wie jeder weiß sind nur gute Mitarbeiter gesunde Mitarbeiter! *fixed

Eines kannst Du mir nach über 20 Jahren im Job glauben. Mitarbeiter lassen sich in der Regel nicht krankschreiben weil sie krank sind ...

Ansonsten wird jeder direkt nach Hause geschickt, der morgens ins Büro kommt und schnieft oder hustet. In Kauf nehmen, dass das ganze Team sich im Domino-Verfahren ansteckt, spätestens da muss man einschreiten.

bearbeitet von Kwaiken

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vor 9 Minuten schrieb Kwaiken:

Eines kannst Du mir nach über 20 Jahren im Job glauben. Mitarbeiter werden in der Regel nicht krank weil sie krank sind ... 

Du pauschalisierst mit der Aussage aber schon wieder. Gute, eigenständig denkende Mitarbeiter werden nicht krank. Es gibt genug gute bzw. sehr gute Mitarbeiter, die einen hohen Krankenstand haben. Einfach weil sie wirklich krank sind. 

Und wenn du schon sagst, dass sie wegbleiben, obwohl sie gar nicht krank sind, woran liegt es dann? Unzufriedenheit? Ich bezweifle, dass jemand nur krank macht, weil er Bock auf "1-2 Urlaubstage" mehr im Jahr hat. Das klingt für mich eher nach Unzufriedenheit im Job, die man als Führungskraft auch angehen sollte.

Edit: Ich unterstütze übrigens vollkommen deine Einstellung: Kunde zufrieden, Projekt läuft? Lass sie machen. 

bearbeitet von Gottlike

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Ich denke ein extrem großer Faktor ist hierbei die Zufriedenheit der einzelnen Mitarbeiter. In der Regel ist diese bei den squirrels viel höher. (sonst würden sie auch nicht so viel Leisten) Dementsprechend werden sie auch mit einer "stärken Erkältung" arbeiten. Dazu kommt die Arbeit aus dem HO, hier ist die Krankschreibe-Quote sicherlich auch noch einmal geringer.

Ob das Arbeiten trotz Krankheit dann gut ist oder nicht ist ein anderes Thema. Allerdings, wie auch von kwaiken angesprochen, wenn einer der guten Mitarbeiter krank ist, dann erledigt er ggf. nur das nötigste an den Tag (aus dem HO) und ruht sich dann halt aus.. (solang keine Anruf o.ä. kommt) und ist quasi unbemerkt "krank". 

 

Edit: Ich schicke dann auch mal gerne Mitarbeiter nach Hause wenn sie sich total verschnupft ins Büro schleppen.

bearbeitet von Hitami

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vor 7 Minuten schrieb Gottlike:

Und wenn du schon sagst, dass sie wegbleiben, obwohl sie gar nicht krank sind, woran liegt es dann? Unzufriedenheit? Ich bezweifle, dass jemand nur krank macht, weil er Bock auf "1-2 Urlaubstage" mehr im Jahr hat.

Es sind nicht 1-2, sondern 15 bis 20. Und das scheint sogar unter dem Durchschnitt zu sein.

Ansonsten interpretierst Du etwas rein, was in meinem Posting nicht steht. Aber um es deutlich zu machen: zufriedene Mitarbeiter werden - meiner Erfahrung nach - deutlich weniger krank. Meistens gehen Zufriedenheit und Motivation Hand in Hand und damit auch die Leistung. 

Ob jetzt Zufriedenheit Motivation bedingt oder doch die Motivation die Zufriedenheit, lasse ich mal offen. In beiden Fällen wäre es spannend zu eruieren, was denn nun der Stein des Anstoßes für die initiale Zufriedenheit bzw. Motivation ist. 

bearbeitet von Kwaiken

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vor 10 Minuten schrieb Kwaiken:

zufriedene Mitarbeiter werden - meiner Erfahrung nach - deutlich weniger krank. Meistens gehen Zufriedenheit und Motivation Hand in Hand und damit auch die Leistung. 

Ob jetzt Zufriedenheit Motivation bedingt oder doch die Motivation die Zufriedenheit, lasse ich mal offen. In beiden Fällen wäre es spannend zu eruieren, was denn nun der Stein des Anstoßes für die initiale Zufriedenheit bzw. Motivation ist. 

Ich glaube so langsam kommen wir auf einen gemeinsamen Nenner. Damit beantwortest du dir aber deine Frage aus dem Ausgangspost auch selbst. Du sagst ja selber, dass zufriedene Mitarbeiter deutlich weniger krank sind und auch motivierter und eigenständiger in ihrer Tätigkeit sind. Wenn das fehlt, kann man doch als Führungskraft das Problem angehen und der Ursache auf dem Grund gehen, indem man ein klärendes Gespräch aufsucht. Eventuell lassen sich dann durch diverse Maßnahmen diese Demotivation auflösen. Ob es nun monetäre Motivation ist oder die Rahmenbedingungen geändert werden oder vielleicht sogar ein neuer Tätigkeitsbereich für den Mitarbeiter gesucht wird. Und schon hätte man das Problem mit den Rehen gelöst und vielleicht ein, zwei neue Squirrels erschaffen :) Gewiss ist das keine Patentlösung für jeden Mitarbeiter, aber der erste Lösungsansatz den ich als Führungskraft gehen würde.

bearbeitet von Gottlike

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Und dann gibt es noch die Squirrels, die alleine unter Rehen sind und auch deshalb nie krank machen und im Zweifel lieber aus dem HomeOffice arbeiten um nicht hinterher nur noch Scherben aufräumen zu können. Zufriedener sind in dem Fall dann allerdings die Rehe 😉

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vor 1 Minute schrieb Gottlike:

Wenn das fehlt, kann man doch als Führungskraft das Problem angehen und der Ursache auf dem Grund gehen, indem man ein klärendes Gespräch aufsucht.

Wenn das so einfach wäre, hätte ich mein Posting nicht verfasst 😉

Die Gespräche wurden schon geführt. Es änderte sich nichts. Letztes Gespräch aus dem Gedächtnis:

- "Möchtest Du ein anderes Projekt?"
- " Nein!"
- "Andere Aufgaben?"
- "Nein!"
- "Passt etwas an den Rahmenbedingungen nicht?"
- "Nein, alles Ok."
- "Warum hast Du denn nicht zuerst mal telnet aus Segment A gemacht, oder mal geschaut, ob überhaupt was auf dem Port läuft, bevor Du ein Ticket aufgemacht und 16h auf Reaktion gewartet hast?"
- "Keine Ahnung, ist mir da ad hoc nicht eingefallen."

Wie willst Du da der Ursache auf den Grund gehen?

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Glaube wichtiger als die Zufriedenheit ist da ein wenig das Bild, dass man von sich selbst hat. Die Motivation mit seinem Selbstbild konform zu sein ist glaube ich meist wesentlich höher als die, welche durch Zufriedenheit mit der Arbeitssituation oder Geld ausgelöst wird.

Sicherlich selbe mit der Krankheit und blau machen. Wobei das ggf. auch alles ein wenig zusammenhängt. Man kann auf seine Wehwehchen reagieren. Sei es Sport bei Rückenproblemen oder Nasenduschen, wenn man zu Nasennebenhöhlenentzündungen neigt und man Schnupfen kriegt usw. Klar gibt es Sachen wo man nix machen kann aber ein wenig auf sich achten kann einen Unterschied von Tag und Nacht machen. Klar hier spielt dann auch wieder das Alter mit rein.

Oft deckt sich sowas ein wenig. Zumindest bei uns im Laden achten die Leute, die auf ihre Arbeit achten auch eher auf sich usw. und definieren sich eben auch ein wenig über gute Arbeit, andere Trennen die Arbeit wohl stärker von ihrem Selbstbild.

Am Ende funktioniert es aber eben auch mit einem gesunden Mix der verschiedenen Charaktere.

bearbeitet von Velicity

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