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Arbeitsbedingungen als Fachinformatiker

Arbeitsbedingungen als Fachinformatiker - Umfrage 70 Mitglieder haben abgestimmt

  1. 1. Wie hÀufig habt ihr direkten Kontakt zu Kunden?

    • hĂ€ufig
      42%
      30
    • selten
      57%
      40
  2. 2. Ändern sich die Arbeitssituationen oder -orte?

    • hĂ€ufig
      22%
      16
    • selten
      77%
      54
  3. 3. Kommen unregelmĂ€ĂŸige Arbeitszeiten vor?

    • hĂ€ufig
      24%
      17
    • selten
      75%
      53

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Empfohlene Antworten

Hallo!

Ich bin neu im Forum und noch nicht einmal Fachinformatiker. Allerdings möchte ich es im Rahmen einer Umschulung noch werden, da ich schon ewig mit Delphi und Co. arbeite, bislang aber nur als wichtigstes Hobby und ohne Ausbildung. Es gibt jedoch manche die meinen, auf Grund des Stresses in diesem Job wÀre er mir gesundheitlich nicht zutrÀglich. Sie nehmen die bei Berufenet angegebenen Arbeitsbedingungen (TÀtigkeit/Rahmenbedingungen) halt zu 100% wörtlich.

Daher wĂŒrde ich gerne möglichst viel aus der Praxis erfahren. Wie sind die Erfahrungen von Menschen, die tatsĂ€chlich in der Softwareentwicklung oder anderen fĂŒr Fachinformatiker zugĂ€nglichen Jobs arbeiten in Wirklichkeit? Wie hĂ€ufig habt ihr mit Kunden zu tun, z.B. bei Annahme von AuftrĂ€gen, entsprechenden Anwenderschulungen oder im Support? Keine falsche RĂŒcksichtnahme, wer stĂ€ndig von einer Horde DAUs umgeben ist, bitte auch angeben. Wie hĂ€ufig Ă€ndern sich die gestellten Aufgaben, Arbeitssituationen oder -orte (z.B. Anwenderschulungen in deren Unternehmen). Sind die Arbeitszeiten hĂ€ufig unregelmĂ€ĂŸig? Nicht nur Überstunden sondern auch z.B. Erste Hilfe bei SystemzusammenbrĂŒchen Nachts oder am Wochenende.

Ich hoffe auf eine rege Beteiligung. Vielleicht ist die Umfrage auch zukĂŒnftig nĂŒtzlich, wenn sich jemand ĂŒber den Beruf informieren will.

Bearbeitet von Tithonos

Moin,

vor 7 Minuten schrieb Tithonos:

Wie hÀufig habt ihr mit Kunden zu tun, z.B. bei Annahme von AuftrÀgen, entsprechenden Anwenderschulungen oder im Support?

Du hast vergessen, dass viele ITler inhouse tĂ€tig sind. Hier sollte man dann also Kunden gleichsetzen mit den Kollegen, fĂŒr die man dann Support leistet.

 

vor 9 Minuten schrieb Tithonos:

die tatsĂ€chlich in der Softwareentwicklung oder anderen fĂŒr Fachinformatiker zugĂ€nglichen Jobs arbeiten

Fachinformatiker machen nicht nur Softwareentwicklung. Ohne die Systemintegratoren hĂ€tten die Entwickler keine Plattform fĂŒr ihre Programme. :P

 

vor 11 Minuten schrieb Tithonos:

Sind die Arbeitszeiten hĂ€ufig unregelmĂ€ĂŸig? Nicht nur Überstunden sondern auch z.B. Erste Hilfe bei SystemzusammenbrĂŒchen Nachts oder am Wochenende.

Es gibt Arbeiten, die gehen nur, wenn keine Anwender im Weg stehen - und sei es nur sowas banales wie Patchmanagement auf den Serversystemen.

  • Autor

Kaum schreibt man mal etwas, macht man auch schon die ersten Fehler.

1. Ich habe selbstverstÀndlich betriebsfremde Kunden gemeint. Aber irgendwie hört sich das komisch an.

2. Persönlich möchte ich natĂŒrlich in Richtung Anwendungsentwicklung gehen. Bei der Frage hab eich aber absichtlich die Spezialisierung offen gelassen. Es geht ja um ein erweitertes Berufsfeld.

3 Pech fĂŒr mich.đŸ˜±

Ich bin FIAE und berichte mal aus meiner bisherigen Laufbahn:

Direkter Kontakt mit betriebsfremden Kunden

Von "nebenbei 1st-lvl-Support" bis "nur betriebseigene Kunden vorhanden" war alles dabei. In meiner Consulting-Zeit war ich direkt beim Auftraggeber und hatte regelmĂ€ĂŸig Kontakt zu dessen Mitarbeitern und anderen Dienstleistern - zĂ€hlt das in deiner Betrachtung als Kundenkontakt?

Arbeitsorte

Üblicherweise war ich in einem fest definierten BĂŒro* des Arbeitgebers. In meiner Consulting-Zeit war ich in den RĂ€umlichkeiten des Auftraggebers.

unregelmĂ€ĂŸige Arbeitszeiten

Ich hatte von festen Arbeits- & Pausenzeiten** ĂŒber Gleitzeit mit Kernarbeitszeit bis volle Gleitzeit*** alles. Von nur Mo-Fr ĂŒber alle paar Monate Samstag und/oder Sonntag**** bis jeden Samstag***** alles.

 

*welches durchaus auch mal umgezogen wurde

**auf die Minute genau

***Mo-Fr, 5-22 Uhr

****durch das Team abzudeckende GoLives

*****aufgrund mangelhafter KapazitÀtsplanung

  • Kundenkontakt hatte ich bis dato fast immer und kenne auch nur wenige Entwickler, die das nicht haben. Allerdings mĂŒssen wir bedenken, dass meine Definition von "Kunde" der Anwender, die Fachabteilung oder die Abnahmestelle ist. Das muss nicht zwingend derjenige sein, der das Projekt auch bezahlt. Einen Entwickler, der nur seinem Teamleiter z. B. berichten muss, habe ich bis dato jedenfalls selten erlebt.
  • Ansonsten sind Arbeitsorte klassisch, also das BĂŒro und Home Office. Ab und an Kundentermine vor Ort, fĂŒr Besprechungen, Abnahmen, PrĂ€sentation oder Einrichtungen. Das ist aber selten.
  • Ähnlich ist es bei Arbeitszeiten. Im Regelfall ist das ein 9-to-5 Job, mit Abweichungen hier und dort. Egal, ob nun frĂŒher anfangen, spĂ€ter aufhören oder auch mal eine Schicht am Wochenende.

Unterm Strich finde ich, dass gerade die Arbeitsbedingungen eine große StĂ€rke des Jobs sind. Das Gehalt ist im Regelfall gut, aber nicht so hoch wie der Ruf es verspricht. Das Arbeiten und Leben als Entwickler ist jedoch schon durchaus angenehmen. Da mĂŒssen viele andere Jobs mit deutlich mehr EinschrĂ€nkungen leben.

Bearbeitet von Errraddicator

vor 10 Minuten schrieb Errraddicator:

Unterm Strich finde ich, dass gerade die Arbeitsbedingungen eine große StĂ€rke des Jobs sind. Das Gehalt ist im Regelfall gut, aber nicht so hoch wie der Ruf es verspricht. Das Arbeiten und Leben als Entwickler ist jedoch schon durchaus angenehmen. Da mĂŒssen viele andere Jobs mit deutlich mehr EinschrĂ€nkungen leben.

Was aber unterschÀtzt wird ist auch die vorausgesetzte FlexibilitÀt in dem Beruf. Gerade wenn Du projektbezogen arbeitest, hast Du oft neue Themengebiete und ein neues Arbeitsumfeld, in welches Du Dich erst hineinarbeiten musst.

Das ist natĂŒrlich nicht bei jedem IT'ler so, aber gerade AE'ler haben hĂ€ufig neue Frameworks/Programmiersprachen/Techniken, die man sich autodidaktisch aneignen muss.
Ich wĂŒrde mal frech behaupten, dass Du in vielen Berufen nicht ganz so lernbereit und flexibel sein musst. DafĂŒr ist die Technik zu schnellebig.

Nun bzgl. Abstimmung ist natĂŒrlich immer die Frage was man als hĂ€ufig oder selten interpretiert.

Kundenkontakt/Arbeitsorte

Wir sind ein KMU (kleines Unternehmen, wo jeder MĂ€dchen fĂŒr alles ist. Sprich telefonisch, via Mail oder Teams und Ă€hnliches hat man tĂ€glich Kundenkontakt. Sei es in Form von SupportfĂ€llen, Planung/Abstimmung von grĂ¶ĂŸeren Releases oder auch einfach mal irgendwelche Fragen. Dazu hab ich auch hĂ€ufig mit Schnittstellenpartnern zutun bzgl. gemeinsamer Projekte.

Vorort bin ich ca. 10 Wochen im Jahr. Inbetriebnahmen beim Kunden Vorort zusammen mit anderen Gewerken und Anlagen die getestet werden mĂŒssen (Fördertechniken etc.) und Schulungen. 10-15 Tage sind wohl PflichtenheftgesprĂ€che oder Besuche bei Schnittstellenpartnern. Beide kommen im Zweifel auch mal ins BĂŒro zu Meetings.

Arbeitszeit

Ist bei uns ProjektgeschĂ€ft, wir sind meist der kleinere am Ende, der "flexibel" sein muss. In der Regel sind es die 40 Stunden Woche. Bei Inbetriebnahmen und zu heißen Projektphasen kommen da aber durchaus einige Stunden zu. Meist wohl was ala 50-60 Stunden fĂŒr paar Wochen, in ExtremfĂ€llen gab es auch aber schon was ĂŒber 100 Stunden fĂŒr kurze Zeit.

Da bei uns auch Rufbereitschaft dabei ist, kann 24/7 was reintrudeln. Annahme der Anrufe macht jeder fĂŒr eine Woche, das geht rum. Zur Not muss man aber eben fĂŒr die Kollegen zur UnterstĂŒtzung zur VerfĂŒgung stehen. Aufkommen ist da auch sehr unterschiedlich, je nachdem ob gerade neue Projekte live gegangen sind, große Updates anstanden, die Kunden neue Arbeitnehmer dabei haben, die ggf. Bedienerfehler verursachen etc. pp.

Kann mal ne Woche nix sein, kann auch vorkommen, dass man mehrere NĂ€chte in Folge rausgeklingelt wird oder bei uns ein neuer Kollege da mit reinrutscht und erstmal noch massiv UnterstĂŒtzung brauch oder es eben kundenspezifische Sachen sind, wo Kollegen Hilfe brauchen, dann klingelt es eben unabhĂ€ngig von Feierabend, Urlaub oder was auch immer.

Und ja vieles davon ist nicht rosig, gibt es so aber.

Hmm, ich hatte damalsℱ eigentlich in Richtung Softwaretechnik angefangen, bis mir auffiel, dass es mich tierisch nervt ohne Abwechslung tagelang an den gleichen Problemen zu arbeiten und immer mit den gleichen Leuten zu tun zu haben.

Mittlerweile mache ich Systemadministrator/Cloud-Handwerker inhouse, was recht angenehm ist. Man hat so seine 'Grundlast' an Support fĂŒr Kollegen, da sind auch gewisse DAUs dabei. Ansonsten im Schnitt 2-3x die Woche Videokonferenzen mit Dienstleistern, die fĂŒr uns Dienste erbringen.

Es gibt stets neue, aber meist in sich abgeschlossene Projekte umzusetzen, die notwendigen neuen Kenntnisse zu erwerben fÀllt dann halt in die Vorbereitungszeit. Arbeitsort ist immer der gleiche.

Es gibt eine Kernarbeitszeit, den Rest verteilt jeder wie es ihm passt. Alle 1-2 Monate ist mal abends Arbeit zu erledigen wenn Downtime fĂŒr Systeme ansteht, das lĂ€sst sich aber mittelfristig planen. Überstunden werden ausgeglichen. UnplanmĂ€ĂŸige/Wochenendarbeiten gab es in den letzten 5 Jahren 2-3 Mal.

 

@Velicity

Ich weiß, wir haben da schon oft drĂŒber gesprochen und so. Aber, ernsthaft, 100 Stunden die Woche? Da muss ich nachhaken. Das sind bei 7 Tagen die Woche jeden Tag ~14 Stunden. D. h. Ihr arbeitet von Montag bis Sonntag jeweils von 8 bis 22 Uhr? Inkl. Pause und Ab-/Anfahrt also eher 8 bis 24 Uhr, von Montag bis Sonntag?  :ph34r:

Back to topic, falls das ein Aussenstehender liest: Nein, so etwas ist nicht normal. Nicht ansatzweise.

vor 52 Minuten schrieb Errraddicator:

D. h. Ihr arbeitet von Montag bis Sonntag jeweils von 8 bis 22 Uhr?

"Samstag und Sonntag können wir nicht arbeiten, da der Hausmeister das Tor nicht aufschließt und die GeschĂ€ftsfĂŒhrung kein Home Office mag. Die 100 Stunden werden in die anderen 5 Tage gequetscht."

Martha Stewart Nod GIF

Direkter Kundenkontakt

HĂ€lt sich in Grenzen. Nach Updates kommt es öfter mal zu Bugs oder Fragen, da gehen dann ein paar Mails mehr als ĂŒblich raus. Im November habe ich bisher eine Mail an einen Kunden (heute) und 2 Mails an einen anderen Dienstleister gesendet.

Über das Telefon kommt bei mir sehr wenig rein, ich glaube meine aktuelle Durchwahl hat nur ein Kunde. Ich selbst rufe auch nur sehr selten irgendwen an.

Ändern sich die Arbeitssituationen oder -orte?

In den letzten 7 Jahren habe ich ... 7 "Dienstreisen" gemacht, 2 oder 3 gingen zu Kunden, eine in unser Rechenzentrum um das mal zu besichtigen, und die restlichen zu anderen Dienstleistern. Manche dauerten nur ein paar Stunden, die lÀngste war eine Fahrt nach Köln: Morgens losgefahren - spÀt Abends zuhause gewesen.

Kommen unregelmĂ€ĂŸige Arbeitszeiten vor?

Ja, manchmal. Wir sind ein kleines Unternehmen, manchmal sind die ZeitplÀne sehr eng und man muss lÀnger arbeiten. Das lÀngste an einem Tag war ein mal 14 Stunden. Die meisten Stunden in einer Woche waren etwa 60, ebenfalls nur ein mal IIRC.

Mehr Überstunden wĂŒrde ich auch nicht machen. Nach 10 Stunden lĂ€sst bei mir merkbar die Konzentration nach. Die meisten Überstundenphasen haben zu 50-Stunden-Wochen gefĂŒhrt.

Die letzte stressige Phase mit Überstunden fand vor genau einem Jahr statt.

Wir haben eine Zeiterfassung, aktuell liege ich bei 6 Überstunden.

 

  • Autor

Wow, eine solche Beteiligung hÀtte ich tatsÀchlich nicht erwartet. Super Forum!

Wenn ich mir den Zwischenstand bisher anschaue, scheint es insgesamt ein eher ruhiger Job zu sein. Auch wenn der Anteil, bei denen es anders lĂ€uft nicht zu vernachlĂ€ssigen ist. Ich vermute mal, dass hĂ€ngt u.a. mit der GrĂ¶ĂŸe des Unternehmens zusammen und wie das ganze dort organisiert ist? Interessant, dass die meisten Posts gerade von denen kommen, die es stressiger haben. Recht so, immer raus mit dem Frust.😁

Bislang sehe ich allerdings noch keinen Grund, warum ich es mir mit dem Job noch einmal anders ĂŒberlegen sollte. Eher, Vorsicht bei der Wahl des Arbeitgebers.

vor 8 Minuten schrieb Tithonos:

Interessant, dass die meisten Posts gerade von denen kommen, die es stressiger haben. Recht so, immer raus mit dem Frust.

Ich dachte, dass du ein möglichst objektiven Überblick ĂŒber die Situation im Job haben wolltest? Warum greifst du dann so suggestiv in die Umfrage ein?

  • Autor
vor 49 Minuten schrieb Chief Wiggum:

Ich dachte, dass du ein möglichst objektiven Überblick ĂŒber die Situation im Job haben wolltest? Warum greifst du dann so suggestiv in die Umfrage ein?

War sicher nicht meine Absicht. Sollte nur eine witzige Bemerkung ĂŒber die VerhĂ€ltnisse in der Abstimmung und bei den BeitrĂ€gen werden. Dann werde ich mich wohl besser komplett heraus halten.

vor 50 Minuten schrieb Tithonos:

War sicher nicht meine Absicht. Sollte nur eine witzige Bemerkung ĂŒber die VerhĂ€ltnisse in der Abstimmung und bei den BeitrĂ€gen werden. Dann werde ich mich wohl besser komplett heraus halten.

Das hörte sich fĂŒr mich eher nach selektiver Wahrnehmung an. Du möchtest natĂŒrlich hören, dass es nicht so stressig ist, da es ja Dein Wunsch ist selbst den Job auszuĂŒben.

Das ist vollkommen in Ordnung und verstÀndlich. 

Wie wĂ€re es denn einfach mit einem Praktikum in einem IT Betrieb? Da bekommst Du die Möglichkeit selbst Erfahrungen zu sammeln und kannst fĂŒr Dich entscheiden, ob der Job fĂŒr Dich in Frage kommt. :) 

  • Autor

Ich denke nicht, dass es so selektiv war, wenn man lediglich oben auf die Ergebnisse der Umfrage schaut. Im deutlichen Gegensatz dazu stehen eben die Posts. Nur auf diesen Unterschied wollte ich hinweisen.

vor 5 Stunden schrieb Tithonos:

Wenn ich mir den Zwischenstand bisher anschaue, scheint es insgesamt ein eher ruhiger Job zu sein.

Naja, deine Umfrageoptionen haben halt auch wenig mit dem Stressempfinden zu tun. Beispiel: Ich kann null Kundenkontakt haben und es ist trotzdem sehr stressig oder ich kann auch viel Kundenkontakt ohne Stress haben... Genauso die unregelmĂ€ĂŸigen Arbeitszeiten: den wenigsten Stress habe ich tatsĂ€chlich, wenn die meisten Kollegen schon im Feierabend sind und man dann "ordentlich was runterschaffen" kann. Von dem her wĂŒrde ich persönlich sagen, dass unregelmĂ€ĂŸige Arbeitszeiten nicht zwingend mehr Stress bedeuten. Deshalb frage ich ich: wenn du das rauslesen möchtest, warum gestaltest du dann die Umfrage nicht gleich so: "Wie stressig findet ihr euren IT-Job"?

Ingesamt glaube ich, dass IT schon eher ein stressiger Job ist. Feature X muss fertig werden und System Y ist gerade down. WÀhrend in anderen Jobs halt Punkt xx:xx Uhr Feierabend gemach wird, egal wie viel noch auf dem Schreibtisch liegt. Wird dann halt am nÀchsten Tag weiter gemacht. Wobei das auch nicht ganz stimmt, andere haben auch ihre Deadlines. Der Fairness halber muss ich auch sagen: den meisten Stress hat man, weil man ihn sich selber macht (ich bin da alles andere als eine Ausnahme). 

Aber dennoch: wenn man sich ein eher gemĂŒtlichen Job sucht, wĂŒrde ich ganz bestimmt nicht IT machen sondern ParkhauswĂ€chter oder sowas in die Richtung...

vor 10 Stunden schrieb Tithonos:

Ich vermute mal, dass hĂ€ngt u.a. mit der GrĂ¶ĂŸe des Unternehmens zusammen

In welche Antwort fantasierst du Aussagen zur UnternehmensgrĂ¶ĂŸe hinein?

Welche der folgenden Situationen ist nicht stressig?

  • Ausfall des Systems in einem Großkonzern, weshalb mehrere hunderte Mitarbeiter nicht arbeiten können
  • Ausfall des Systems in einem KMU, weshalb alle Mitarbeiter nicht arbeiten können

Ich hatte noch keinen Arbeitgeber, bei dem es nicht irgendwann stressig wurde. UnabhĂ€nig vo GrĂ¶ĂŸe, Organigramm, Branche, ...

  • Autor

"Stress" ist nur ein Überbegriff, den ich als einigermaßen passend gewĂ€hlt habe. TatsĂ€chlich geht es um genau diese Fragen. Leider sind aber nur drei möglich, die nĂ€chsten wĂ€ren gewesen "trifft zumindest eines der o.g. mehr als Ausnahmsweise zu?" und "Wie ist die durchschnittliche Dauer eines Projektes?". Eine Umfrage ermöglicht außerdem, nicht nur Einzelerfahrungen zu erhalten.

Es geht auch nicht darum, mich selbst zu ĂŒberzeugen. Mein vorheriger Arbeitgeber war ein SachverstĂ€ndiger, dummerweise noch der LebensgefĂ€hrte meiner Mutter. Das hieß stĂ€ndig Ortsbesichtigungen, abgestimmt mit den Kunden, also sehr hĂ€ufig nach 17 Uhr oder am Wochenende, wenn es etwas entfernter war gelegentlich auch mal ein paar Hundert Kilometer Fahrt am Tag, oder bei mehreren Terminen vom Morgen bis spĂ€t Abends unterwegs. Falls es mal wieder zu viele AuftrĂ€ge waren, wurde es auch in der normalen Arbeit immer wieder eng, wenn die Abgabetermine nĂ€her rĂŒckten. HĂ€ufigste Auftraggeber waren Amts- oder Landgerichte, da mussten die Gutachten auch vernĂŒnftig und fehlerfrei sein. Als quasi Verwandter stand ich in der Vorstellung des Chefs auch stĂ€ndig zur VerfĂŒgung, im Gegensatz zu meinen Kollegen musste er mich also nicht Fragen ob ich zur VerfĂŒgung stehe oder vielleicht die Überstunden irgendwie vergelten. Mit unangenehmen Arbeitsbedingungen kenne ich mich also aus. Aber wie gesagt, ich will nicht mich ĂŒberzeugen.

Es tut mir leid, ich hĂ€tte mich tatsĂ€chlich komplett aus dem Thread heraushalten sollen. Ich dachte nur, eine gelegentliche RĂŒckmeldung, dass die Ergebnisse auch vom Ersteller zur Kenntnis genommen werden und der nicht schon wieder aus dem Forum abgeflogen ist, wĂ€re positiv.

vor 3 Minuten schrieb Tithonos:

"Wie ist die durchschnittliche Dauer eines Projektes?"

Ich hatte schon Kleinprojekte ĂŒber 3 Personenmonate mit Abordnungen von teilweise 1 Tag pro Woche, war aber auch schon Teil eines Megaprojekts, welches bei mehrjĂ€hriger Laufzeit auf >10 paralelle Unterprojekte mit jeweils >30 VollzeitkrĂ€ften untergliedert war. Beide Extreme im selben Konzern.

 

Dass ein SachverstĂ€ndiger fĂŒr sein Gutachten fahren muss, liegt an der zu begutachtenden Sache.

Dass ein Familienangehöriger als Chef dazu fĂŒhren kann, dass Privatleben und Beruf verschwimmt, wundert mich auch nicht.

Zu viele AuftrĂ€ge fĂŒr zu wenige Leute ist mangelhafte KapazitĂ€tsplanung durch den Verantwortlichen. Das kann es ĂŒberall geben.

Am 11/18/2020 um 8:20 PM schrieb Tithonos:

Es gibt jedoch manche die meinen, auf Grund des Stresses in diesem Job wÀre er mir gesundheitlich nicht zutrÀglich. Sie nehmen die bei Berufenet angegebenen Arbeitsbedingungen (TÀtigkeit/Rahmenbedingungen) halt zu 100% wörtlich.

Daher wĂŒrde ich gerne möglichst viel aus der Praxis erfahren. Wie sind die Erfahrungen von Menschen, die tatsĂ€chlich in der Softwareentwicklung oder anderen fĂŒr Fachinformatiker zugĂ€nglichen Jobs arbeiten in Wirklichkeit?

Also das, was auf der verlinkten Seite steht, trifft wohl schon auf einen Großteil von FIAEs zu. Aber es kommt auch immer stark auf den Arbeitgeber, die Branche, in der man tĂ€tig ist, und die Kunden an. Es gibt immer angenehmere und anstrengendere. Das Gleiche trifft auf Arbeitskollegen und Vorgesetzte zu.

Inwiefern angesprochene "manche" allerdings tatsĂ€chlich einschĂ€tzen können, ob so ein Job gesundheitlich fĂŒr dich zu stemmen ist oder nicht, kann hier vermutlich keiner sagen. Das musst du einschĂ€tzen.

Allerdings kann ich aus meiner Erfahrung und den Berichten anderer schon sagen, dass es durchaus stressig sein kann, und das in vielen unterschiedlichen Bereichen: Zeitdruck beim Projekt, permanente Weiterbildung, Erwartungshaltung von Vorgesetzten, Selbstorganisation und Trennen von Arbeitszeit und Freizeit (insbesondere im Homeoffice), Frust wÀhrend des eigenen Softwareentwicklungsprozesses, weil man bei Problem x partout nicht weiter kommt, kritische Fehler der Anwendungen beim Kunden, TÀtigkeiten abseits seiner Comfort Zone ("Ich will coden und keine Dokumentationen schreiben oder Kunden schulen!"), ReisetÀtigkeit (wobei das vermutlich das ist, was bei vielen nur bedingt bis gar nicht vorkommt), etc pp

Es kommt auf die Branche und den Arbeitgeber an. Manche Arbeiten Inhouse fĂŒr ein Unternehmen und andere in der Dienstleistung.

Ich arbeite in der Dienstleistung.

  • Wie hĂ€ufig habt ihr direkten Kontakt zu Kunden?
    Sehr oft. Von Beratung, Planung, Dokumentation und PrÀsentation ist alles dabei.
  • Ändern sich die Arbeitssituationen oder -orte?
    Mit jedem Projekt. Ich bin mittlerweile sehr abgehÀrtet und fahre nicht weiter als 75 km vom meinem Wohnort! Wobei ich dreist die Projekte auswÀhle wo man fast 100% remote arbeiten kann.
  • Kommen unregelmĂ€ĂŸige Arbeitszeiten vor?
    Sehr oft. Da ich gerne arbeite, ist mir das egal.

Jeder von uns ist verschieden und ich gehe mit meiner Lebensweise offen um. Ich arbeite fĂŒr mich und fĂŒr Geld. NatĂŒrlich auch, weil mir das Spaß macht, was ich mache, aber in erster Linie fĂŒr Geld. Da ich einen Platz zum Leben und etwas zum Essen brauche. Sobald die Rahmenbedingungen nicht stimmen, bin ich sofort weg. Es gibt Arbeitgeber wie Sand am Meer in der IT. Auch lasse ich mich nicht knechten, wer so etwas gerne mitmacht, von mir aus gerne. Jeder lebt fĂŒr sich selbst.

Ich lebe fĂŒr mich, meine Zeit, meine Gesundheit und was weiß ich noch und nicht fĂŒr jemand anderen, seine TrĂ€ume oder besonders wenn ich von diesem schlecht behandelt werde.

Ich bin nur solange loyal, solange ich gut behandelt werde, das Gehalt pĂŒnktlich kommt und ich kein viel besseres Angebot von jemand anderen bekomme. Die meisten Arbeitgeber sind auch nicht loyal, betrĂŒgen oder verarschen und wenn es wirtschaftlich hart wird, zögern sie auch nicht einen einen Tritt vor die TĂŒr zu verpassen. Wir leben im Kapitalismus und nicht im Sozialismus.

Es liest sich jetzt negativ. Anfangs war ich auch voller blauĂ€ugiger TrĂ€ume und viel oft auf die Fresse. Mit dem Alter wird man reifer und schlauer. Auch lernt man mit der Zeit wie der Hase lĂ€uft 🙂

Bearbeitet von bitweiser

Ich arbeite als Inhouse Entwickler in einer mittelstÀndischen Firma mit rund 200 Mitarbeitern

  • Wie hĂ€ufig habt ihr direkten Kontakt zu Kunden?
    Beinahe tĂ€glich, zumindest telefonisch, mal Kunde, mal Lieferant. Gerade mit Support muss man auch aktiv auf den Kunden zu gehen, da ist man auch mal vor Ort. Dann gibt es noch Workshops zur EinfĂŒhrung oder um Anforderungen einzusammeln.
  • Ändern sich die Arbeitssituationen oder -orte?
    Wenn ich beim Kunde bin, Àndert sich auch der Arbeitsort, aber das kommt vielleicht 2-3 mal im Monat vor, aktuell nur alle 1-2 Monate mal. Die Arbeitssituation Ànderts ich stÀndig, mal Entwicklung, mal Telefon, Rollouts, Meetings etc.
  • Kommen unregelmĂ€ĂŸige Arbeitszeiten vor?
    Eigentlich immer und fĂŒr mich inzwischen einer der grĂ¶ĂŸten Nachteile. Wir haben eigentlich keine Kernarbeitszeit, defacto aber jeden morgen zur gleichen Uhrzeit einen Termin. Wann ich an einem Tag Feierabend habe, weiß ich erst dann, wenn ich ihn habe. Geplanter Feierabend geht manchmal, aber am besten mit VorankĂŒndigung um 16 Uhr wenn gerade ein fetter Supportfall reingekommen ist, zu sagen dass man heute pĂŒnktlich gehen muss, wird einem auf Dauer vom Team sehr nachteilig ausgelegt.
    Rollouts finden ĂŒblicherweise außerhalb der ĂŒblichen GeschĂ€ftszeiten und somit nach 18 Uhr statt, sind aber mindestens 2-3 Tage vorher bekannt, wenn nicht lĂ€nger.

 

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