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Erfahrungen zur Firmengröße / Unterschiede

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Tagchen allerseits 🙂

Mich würde interessieren in wie fern eure Erfahrungen zu der Arbeit in kleinen und großen IT Unternehmen aussehen. Kann man Tendenzen erkennen wo die Arbeit angenehmer ist? Zum Beispiel in Punkto Arbeitsklima, Anforderungen, Vielfalt aber auch Bezahlung und Vertragskonditionen.

Sicher kann man sowas nicht pauschal sagen aber Tendenzen würden mich sehr interessieren. In welcher Unternehmensgröße hat man potenziell die besseren Karten als Fachinformatiker? Vom Gesamtbild her sozusagen. Sind die Arbeitsbedingungen in kleineren Unternehmen erfahrungsgemäß schlechter oder besser als in größeren Strukturen? Wo fühlt ihr euch wohl?

Würde mich sehr über interessante Antworten freuen. 🙂

Grüße, Captain

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Gehaltstechnisch behaupte ich einfach mal, dass das Gehalt tendenziell mit der Unternehmensgröße steigt. Arbeitsbedingungen & Klima können glaube ich unabhängig von der Größe besser oder schlechter sein. Bei der Vielfalt macht man glaube ich in kleineren Unternehmen unterschiedlichere Aufgaben, während man in Großunternehmen einen Spezialbereich hat.

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Habe bis dato nur in einen kleinen Laden gearbeitet, kenne Größere nur von außen, sprich als Kunden aber man kriegt ja ein wenig mit.

Schlechteres Arbeitsklima habe ich eher erlebt bei größeren Firmen. Da gab es dann IT1 und IT2, die sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe schieben usw. Fand ich sehr unangenehm. Die brauchten dann in der Pflichtenheftphase externe Moderatoren um miteinander zu reden.

Muss natürlich nicht immer so sein, habe sowas aber 2-3 mal in großen Unternehmen gesehen, noch nie in einen kleinen. Dazu eben längere Entscheidungswege und meist weniger Flexibilität und Abwechselung.

Dafür zahlen größere meist besser, es gibt i.d.R. einen Betriebsrat, Arbeitsschutzgesetze werden für voll genommen. Überstunden fallen meist seltener an.

Abgesehen vom Gehalt und Überstunden gefällt es mir in einem kleinen Laden besser, sicher gibt es da auch andere Läden und Ausnahmen, wie immer. Habe persönlich aber Spaß dran die ganzen Prozesse zu sehen, zu verstehen und mit zu erleben.

bearbeitet von Velicity

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Ich war bisher bei drei Firmen. 

1. Firma: 50 Leute,

2. Firma: 180 Leute,

3. Firma: 25 Leute.

Sind zwar alle im Mittelstand anzusiedeln, aber ich habe hier schon gemerkt, das die 2. Firma größer war, war auch schon eine AG. Aber auch kleine Firmen können gut strukturiert sein, aber das Arbeitsklima ist mMn ganz anders in kleinen Unternehmen - wobei ich bei der 3. Firma festgestellt habe, dass das Gehalt nicht zwingend mit der Unternehmensgröße zusammenhängt ;)

Sind natürlich nur persönliche Erfahrung und keine statistischen Erhebungen.

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vor 2 Stunden schrieb CaptainSupport:

Kann man Tendenzen erkennen wo die Arbeit angenehmer ist? Zum Beispiel in Punkto Arbeitsklima, Anforderungen, Vielfalt aber auch Bezahlung und Vertragskonditionen.


Würde mich sehr über interessante Antworten freuen. 🙂

Grüße, Captain

Das Arbeitsklima kann sich auch verändern, wenn ein Unternehmen verkauft worden ist. Auch die Größe alleine sagt nichts über die Bedingungen. Es gibt auch große Unternehmen, die inhabergeführt sind. Bei kapitalgeführten Unternehmen kann ein Vorstandswechsel auch große Veränderungen nachziehen sowohl zum Vor- als auch zum Nachteil der Beschäftigten.

Der Vorteil eines kleineren Unternehmens ist möglicherweise, dass noch ein Blick über den Tellerrand möglich ist und kleine Kommunikationswege auch Abteilungsübergreifend möglich sind. Bei großen Unternehmen gibt es manchmal organisatorische Probleme.

Aber zu allen Punkten kann man sagen - nichts kann und nichts muss so sein. Daher ist es schwierig, so etwas wie ein Regelwerk daraus zu entwickeln.

Ich war im Jahr 2013 als Berater tätig und konnte verschiedene Einblicke in unterschiedlich strukturierte Unternehmen bekommen. Zu ganz großen Konzernen kann ich nichts sagen. Das größte Unternehmen hatte ca. 1.000 Mitarbeiter, wobei hier die Verwaltung mit ca. 200 MA noch übersichtlich war.

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Ich war bis dato in Unternehmen folgender Größen: < 10 Mitarbeiter, ~150 Mitarbeiter und ~4.000 Mitarbeiter. Somit habe ich die klassischen Größen einmal durch und die meisten Klischees stimmen. Im Positiven wie Negativen.

Für mich persönlich sind die mittelständischen Unternehmen die besten, weil sie im Idealfall die Vorteile der übrigen Welten vereinen. Deshalb bin ich mittlerweile auch wieder in einem solchen gelandet.

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Ach ja - ich hatte mal einen kurzen Einblick in einen ganz großen Konzern. Der war organisatorisch schwierig zu handeln. Da musst man den Admin in Spanien um Erlaubnis bitten, wenn man am Standort irgendwo in DE einen Druckertreiber installieren wollte. (32.000 MA - > 100 Standorte)

In dem Unternehmen war auch eine andere Taktart, wobei der Teil in dem ich war aus einem inhabergeführten Unternehmen aufgekauft worden ist und daher auch dessen Strukturen dort noch überwiegend hatte.

bearbeitet von tkreutz2

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Danke für die ersten Feedbacks. 👍

Das klingt ein wenig so als wenn man potenziell mehr Chancen mitzugestalten und zu lernen in kleinen bis mittleren Unternehmen hat. Ich glaube in einem ganz großen Unternehmen wo man nur ein kleines Rad im Getriebe ist würde ich mich nicht wohl fühlen.

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vor 2 Stunden schrieb alex123321:

Gehaltstechnisch behaupte ich einfach mal, dass das Gehalt tendenziell mit der Unternehmensgröße steigt.

Definitiv wird in großen Konzernen besser gezahlt als in kleinen Klitschen. Die Aufgaben sind jedoch auch oftmals andere, die Umgebung ist eine andere und man übernimmt auch eine größere Verantwortung, wenn man z.B. für die IT eines 10k Mitarbeiter Unternehmens zuständig ist, als wenn man für 5 Leute zuständig ist. Liegt ein Konzern still, geht es um ganz andere Beträge, als wenn eine 5-Mann-Bude mal für 1 Tag still steht - wobei es bei der kleinen Firma eventuell höhere Auswirkungen hat, da weniger Kapital dahinter vorhanden ist.

Zitat

[...] Bei der Vielfalt macht man glaube ich in kleineren Unternehmen unterschiedlichere Aufgaben, während man in Großunternehmen einen Spezialbereich hat.

Auch in einem Spezialbereich gibt es aber unterschiedliche Aufgaben und Hersteller. Große Firmen setzen auch oftmals andere Hard- und Software bzw. auch andere Hersteller ein für bestimmte Bereiche als kleinere Firmen (z.B. viel größere / leistungsfähigere Switche / Firewalls / Server). Welche kleine Firma hat zum Beispiel ein Intrusion Detection  oder -Prevention System? Das fängt schon bei der Struktur der IT an, dass es das "Mädchen für alles" gibt in der kleinen Firma und im Konzern die Aufgaben oftmals auf mehrere Mitarbeiter aufgeteilt sind, da einfach zu viele Anfragen für jeden Bereich anfallen, als dass das eine Person noch alleine erledigen könnte.

Von daher hat man in großen Firmen natürlich teils auch interessantere Umgebungen als bei kleinen Firmen, dafür ist man aber auch nicht "Mädchen für alles", sondern auf einen bestimmten Bereich festgelegt, der je nach Firma aber auch ziemlich groß sein kann.

Nur mal als Beispiel:
Ein Konzern hat ein ganz anderes Netzwerk als eine kleine Klitsche. Die kleine Firma benötigt z.B. keinen eigenen LoadBalancer und hat z.B. auch eher nicht den Bedarf, Amazon Web Services zu nutzen, sondern da reicht ein kleiner (Web)Server meist aus. Genauso wird in der kleinen Firma meist eher kein Proxy genutzt, und als Router wird keine professionelle Hardware eingesetzt, sondern Consumer- bis SOHO Geräte, wie z.B. Fritz Boxen. Als Server wird bei kleinen Firmen oftmals ein normaler Rechner genutzt, der etwas hochgerüstet wurde. Bei großen Firmen gibt es hingegen ganze Serverfarmen und separat auch noch eine SAN-Umgebung.

Da mein Steckenpferd größere LAN- und WAN-Umgebungen sind, kommen kleine Firmen für mich zum Beispiel gar nicht in Frage, sondern das sind eigentlich zwangsläufig große Firmen mit n-Tausend Mitarbeitern. 
In diversen Bereichen wird das wohl auch für andere gelten, denn bestimmte Umgebungen (z.B. auch SAP) wird erst von KMUs aufwärts eingesetzt.

Klar - in kleineren Firmen kann man mehr beeinflussen und Richtungen festlegen, jedoch hat man in größeren Firmen meist die besseren Arbeitsbedingungen (zumindest was z.B. die Ergonomie der Arbeitsplätze angeht). Dafür punkten kleinere Firmen halt bei anderen Punkten.

bearbeitet von Crash2001

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In größeren Unternehmen ist eine größere Spielwiese vorhanden mitunter bis zum redundanten Notfallrechenzentrum. Auch wer sein Betätigungsumfeld in den Aufgabenbereich von Mainframes sucht, wird diese eher nicht in kleinen Unternehmen finden.

Vielleicht muss man dann abwägen zwischen Strukturen / Möglichkeiten.

Zu dem Ende meiner Schulzeit 1987 gab es noch die Möglichkeit, Praktika zu machen. In diesem Zeitraum war ich im Fernmeldeamt 1. Das war eine komplett andere Welt, als die Strukturen nach der Privatisierung (TK-Technik). Hier gab es natürlich technisch gesehen alle Möglichkeiten, die man sich nur vorstellen konnte. Die damalige Post hatte das Schülerpraktikum auch toll organisiert, um möglichst einen großen Rundumblick über die Möglichkeiten technisch interessierter zu bieten. Zu dieser Zeit war eine Anstellung dort gleichgestellt mit einem Beamtenverhältnis. Nach der Privatisierung hat sich vieles geändert, denn Entscheidungen werden unter dem Druck des Kapitals getroffen. Dennoch ist die heutige Telekom sicher ein interessanter Arbeitgeber, sofern man eine Möglichkeit hat, dort einzusteigen.

Bei einem großen Konzern hat man auch einfacher die Möglichkeit eines innerbetrieblichen Wechsels z.B. von Abteilung A nach B oder zu anderen Standorten. In einem kleineren Unternehmen ist das vielleicht schwieriger. Also auch alles Punkte, die man abwägen sollte.

bearbeitet von tkreutz2

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Das was ihr so schreibt bestärkt mich in meinem Wunsch in einem eher kleinen Unternehmen tätig zu sein. Ich denke diese riesigen Strukturen wären zu viel für mich. Wenn ich daran denke für 10.000 E-Mail Konten anstatt für 50-100 verantwortlich zu sein dann kribbelt es schon etwas unangenehm in der Magengegend.

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Du wärst dann aber nicht alleine dafür zuständig, sondern man hat bei größeren Firmen im Regelfall mindestens 2 weitere Kollegen, die ebenfalls für ein Thema zuständig sind und man hat festgelegte Prozesse, wie ein Konto erstellt / entfernt / deaktiviert werden muss.

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Ich habe in einem kleinen Systemhaus (10 Mitarbeiter) meine Ausbildung gemacht. Während dem Studium habe ich in einem mittelständischen Systemhaus gearbeitet. Nach dem Studium habe ich zunächst als Berater gearbeitet und Unternehmen verschiedener Größen kennen gelernt. Das letzte Projekt vor meinem Weggang ging über 1 Jahr bei einem Weltkonzern mit 80.000 Mitarbeitern. Mittlerweile arbeite ich bei einem anderen Konzern mit über 100.000 Mitarbeitern.

Im Grunde sind hier schon viele richtige Aussagen getroffen worden. Wenn ich meine persönlichen Erfahrungen in eine Pro / Contra Liste aufteilen müsste, würde das in etwa so aussehen:

Kleine Unternehmen (<50 Mitarbeiter)

Pro

Flache Hierarchie / Kurzer Dienstweg zum Chef

Flexibel / Keine starren Vorgaben oder Prozesse

Möglichkeit viel zu Lernen, da überall mit angepackt werden muss

Möglichkeit schnell viel Verantwortung zu übernehmen / Dinge zu bewegen

Sichtbarkeit beim Chef direkt gegeben

Contra

Schlechte Bezahlung

Keine Aufstiegsmöglichkeiten

Schlechte Weiterbildungsmöglichkeiten / Entwicklungsmöglichkeiten generell

Erwartungshaltung unbezahlte Überstunden zu leisten

Weniger interessante Technologien

Kein Betriebsrat

"Hemdsärmeliges Vorgehen" / keine geregelten Prozesse

Große Unternehmen (> 10.000 Mitarbeiter)

Pro

Gute Bezahlung / Benefits (z.B. Dienstwagen etc.)

Interessante Technologien

Möglichkeit innerhalb des Unternehmens die Abteilung zu wechseln

Gute Weiterbildungsmöglichkeiten

Geregeltes Überstundenmodell

Gute Wechselmöglichkeiten wenn großer Name im Lebenslauf

Geregelte Prozesse für Reisetätigkeiten und HR

Betriebsrat

Contra

Großer Anteil an "Konzernsoldaten" (vergleichbar mit Beamtenmentalität)

Verkrustete Strukturen / Eingefahrene Prozesse

Sehr spezialisierte Aufgabengebiete -> Gefahr sich zu sehr auf ein Kerngebiet zu fokussieren

Aufstieg innerhalb des Unternehmens oft abhängig vom Nasenfaktor / Vitamin B

Wahrgenommene Leistung ist Vorgesetzten häufig mehr wert als tatsächliche Leistung

HR Abteilung zu entkoppelt von der Fachabteilung

Man ist nur ein Zahnrädchen im Getriebe

 

Den Mittelstand habe ich hier bewusst ausgeklammert. Die Anzahl der Punkte bei Kleinbetriebe und Großunternehmen hält sich in etwa die Waage. Prinzipiell fühle ich mich in großen Unternehmen allerdings wohler. Die Bezahlung ist deutlich besser, die Work / Life Balance ist deutlich angenehmer. Außerdem habe ich die Möglichkeit über Schulungen in meine eigene Zukunft zu investieren und von einem großen Unternehmen bewirbt es sich leichter weg als von einem kleinen Unternehmen. Ich würde nur noch im äußersten Notfall, sprich wenn ich sonst nichts finde, in einem kleinen Unternehmen arbeiten.

bearbeitet von TooMuchCoffeeMan

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Es wäre natürlich vorteilhaft, wenn man die Möglichkeit hat in unterschiedliche Strukturen einmal rein zu schnuppern. Dann kann man einfacher für sich selbst die Entscheidung treffen, ob man sich vorstellen kann in der einen oder anderen Umgebung zu arbeiten. Natürlich ersetzt ein Kurzeinblick auch keinen Einblick, den man im vollen Arbeitsverhältnis hätte. Aber möglicherweise erkennt man hier schon Tendenzen, die einem später überhaupt nicht zusagen. (s. Beispiel Drucker Admin in Spanien)

Vielleicht vor der Entscheidung zu dem festen Arbeitsplatz einfach mal fragen, ob ein Kurzeinblick möglich wäre.

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Ich pers. habe folgende größen mitgemacht...

Ausbildung: 130,
Systemhaus: 15,
Mittelstand: 250
Konzern (13000 weltweit)... ich pers. bin am liebsten aktuell im Konzern, erbringe gute Ergebnisse und es wird (auch finanziell) belohnt.
 

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Das sind doch mal echt gute Feedbacks. Danke!

Ich für meinen Teil kann mir sehr gut vorstellen in einem kleinen lokalen Betrieb bis zur Rente zu arbeiten sofern die Bezahlung nicht total mies ist.

Ich habe bisher auch in einem kleinerem Unternehmen (ca. 25 Mitarbeiter) gearbeitet. Die Zusammenarbeit ist auch sehr menschlich. Man hat mehr Einfluss auf Prozesse und kann sich einbringen. Der Chef sieht auch mehr was man leistet. Was Schulungen angeht ist man mitunter mehr auf sich selbst gestellt. Das hast du ja auch quasi angemerkt. Darum muss man sich dann eben selbst kümmern wenn der Betrieb da nicht unterstützt.

Meine Projektarbeit nächstes Jahr für meinen FISI Abschluss mache ich in einem solchen kleinen Betrieb. Fühlt sich für mich auch richtig an. So richtig große Strukturen finde ich zwar mal interessant zu sehen aber auf Dauer wäre es psychisch ungesund für mich. Das ist so wie mit Dorfmenschen, die sich aufm Land wohl fühlen und dann staunen wenn sie mal in eine große Stadt kommen. Genauso geht es mir.

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Meine Erfahrungen:

In kleinen Unternehmen ist es meist persönlicher und Familiärer. Man hat meistens ein breiteres Tätigkeitsfeld abzudecken, hat auch tendenziell mehr Verantwortung. Man kann selber mehr bewegen.

Allerdings hat man i.d.R. dadurch mehr Schwierigkeiten sich zu Spezialisieren und auch das Budget für aktuellerer Technik ist tendenziell geringer. Das Gehalt und die sonstigen Gehaltsbestandteile müssen selbst verhandelt werden, sind nicht oder nur schlecht geregelt. 

Ohne Studium ist ein Aufstieg tendenziell leichter, die formellen Hürden niedriger.

In größeren Unternehmen läuft vieles strukturierter ab, man kann und darf sich in seinen Fachbereich spezialisieren.

Es gibt tendenziell mehr Schulungen und höheres Budget.

Man ist allerdings auch ein kleineres Rädchen und es kann, abhängig vom Team auch schon sehr unpersönlich sein. Die Organisation achtet auf Austauschbarkeit, sprich keiner bleibt für das Unternehmen unersetzbar.

Dafür ist das Gehalt meistens deutlich höher und geregelter. Arbeitszeiten, Urlaub, Überstunden, sind i.d.R. festgelegt. 

Für den Aufstieg sind formelle Anforderungen strenger und weniger durchlässig.

Es hat beides Vor- und Nachteile. Du solltest das wählen, was du für dich lieber magst. So manch einer konnte durch geschicktes Wechseln Formelle Hürden durchbrechen oder eben in kleineren Unternehmen sein Unternehmergeist ausleben.

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Gast Konketea

Hab nur den Vergleich von zwei hidden Champions. 500 MA Deutscher Mittelständler (Software Firma) gegenüber 4000 Mitarbeiter IG Metall Weltkonzern. Beide nicht an der Börse und Familiengeführt.

Gehalt

Beim Konzern deutlich besser als beim Mittelständler. Ich habe beim Mittelständler ein solides Gehalt für den Einstieg erhalten. Der Wechsel nach einem Jahr brachte dennoch 60% Gehaltssteigerung bei weniger Wochenstunden. Da man mich nicht versucht hat runterzuhandeln gehe ich davon aus, dass noch mehr drin gewesen wäre. Urlaubsgeld gab es bei beiden ein 13. Gehalt. Urlaubsgeld war hingegen beim Mittelständler fix, beim Konzern ist es prozentual, heißt es steigt mit jeder Gehaltserhöhung automatisch mit. Dazu kommen die Gehaltserhöhungen beim Konzern ungefragt durch den Tarif. Beim Mittelständler haben nur die gute Gehaltserhöhungen erhalten, die das ganze Jahr über fleißig beim Chef getrommelt haben. Das hat das Betriebsklima runtergezogen, da die Gehälter meistens nach 1-2 Jahren nicht mehr Marktgerecht waren und die Leute gezwungen wurden zu wechseln.

Betriebsklima

Fand ich bei beiden sehr gut. Es ist aber auch einfach stark davon abhängig, in welchem Bereich und in welchem Team man arbeitet. Sprich eher Glückssache. Beim Konzern gab es die Möglichkeit dass Team im zweiten Vorstellungsgespräch ohne Teilnahme der Vorgesetzten kennenzulernen. Beim Mittelständer war das nicht vorgesehen.

Im Konzern besteht darüber hinaus 3/4 des Teams aus Externen. Beim Mittelständler war das Verhältnis eher 1/50. In beiden Fällen wurden die Externen aber sehr gut ins Team integriert und auf Augenhöhe behandelt.

Austattung

Bei beiden sehr gut, aber im Konzern bei mir deutlich besser. Arbeitsausstattung bei Mittelständler waren bei mir Desktop PC, zwei Bildschrime, Maus und Tastatur nach Wahl. ca. 2200€ pro Person an Arbeitsmitteln. Dazu ein höhenverstellbarer Schreibtisch.

Beim Konzern waren es ein Notebook mit Xeon CPU, 4 Bildschirme, 2 Docking Stations, zwei Mäuse, zwei Tastaturen, Iphone, Noise Cancelling Headset von Plantronics. Doppelte Ausstattung für 1-2 Homeoffice pro Woche. ca. 6000-7000€ pro Person an Arbeitsmitteln.

Weiterbildungen

Gabs beim Mittelständler gar nicht. Mit ganz viel Bitte Bitte gabs mal 1-2 tägige Schulungen. Eher nach dem Motto "dann dauert es halt länger". Beim Konzern waren mehrere Schulungen pro Jahr, teilweise 3-5 Tage pro Schulung, für 3000-5000€ pro Schulung pro Person ganz normal.

Vorgesetzte

Beim Mittelständler ausschließlich politisch getrieben. Der Klüngel war unter sich. Inkompetenz durften die Mitarbeiter ausbaden. Teilweise wurden ganze Bereiche erschaffen, nur weil sich zwei Teamleiter um einen frei gewordenen Bereichsleiter Posten gefetzt und mit Kündigung gedroht haben.

Beim Konzern stand der Fortschritt im Vordergrund. Vorgesetzte wurden auch schon mal von einem auf den anderen Tag vor die Tür gesetzt. Im Regefall dann aber mit Lohnfortzahlung für 6 Monate + Einigung mit juristischen Beistand bzgl. einer Abfindung. Nur wenn einer schon 20 Jahre im Betrieb ist und die Abfindung daher zu teuer wäre, hat man die Leute irgendwo geparkt bis zur Rente.

Abteilungen, Arbeitsinhalt und Daily Doing

Beim Mittelständler wurden viele Technologien eingesetzt, aber nicht ausgeschöpft. Viele "Mädchen für alles"-Mitarbeiter. Vorteil: Man konnte ziemlich viel selber machen, war recht unabhängig und hatte nicht sehr viele Abhängkeiten um seine Sachen umzusetzen. Nachteil: Wenn man ein spezielles Problem hatte, dann hat sich niemand verantwortlich gefühlt zu helfen. Beispiel: Problem bei Netzwerkverbindungen: Man musste dann praktisch die Lösung und die Ursache des Problems direkt mitbringen, ansonsten hat da keienr was gemacht.

Beim Konzern waren viele Technologien "zu ende optimiert". Zum einen wegen den Schulungen und dem entsprechenden Knowhow, zum anderen weil es feste Zuständigkeiten gab und spezalisiertere Abteilungen und Teams. Vorteil: Wenn man ein Problem hat, konnte man "Kunde" spielen, ein Ticket eröffnen und notfalls eskalieren. Nachteil: Vieles hat ewig gedauert in der Umsetzung. Man musste auch immer aufpassen wie man einen Task bewertet, weil sonst daraus schnell ein genehmigungspflichtiges Projekt wurde. Ergo: Die Teams deren Vorgesetzten am besten im tricksen waren, hatten die beste Infrastruktur, die neusten Technologien etc., weil sie viel agiler waren und sich die Bürokratie vom Leibe gehalten haben. Alle anderen hinkten teilweise extrem hinterher.

Home Office

Beim Konzern kein Problem. Entsprechende moderne Software war vorhanden und wurde immer genutzt, z. B. für Besprechungen, und nicht nur wenn "einer gerade mal nicht da ist". Daher war man völlig flexibel und Teams konnten auch auch aus Leuten bestehen, die in verschiedenen Standorten arbeiten.

Beim Mittelständler hingegen gab es Homeoffice nur für "den Klüngel" an Vorgesetzten und ausgewählten Mitarbeitern. Völlig willkürlich und intransparent. Generell hatte man die Auffassung: Mitarbeiter die nicht vor Ort sind, arbeiten bestimmt auch nicht. Naja...

 

Fazit

Unterm Strich finde ich das arbeiten im Konzern angenehmer. Beim Mittelständler war allerdings auch einiges sehr gut.

bearbeitet von Konketea

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Guten Tag, Ich bin erst im Januar mit meiner Ausbildung fertig geworden und im anschluss übernommen worden. Daher kann ich auch nur über diesen einen Betrieb Berichten.

Insgesammt sind hier am Standort mittlerweile ca. 3000 Mitarbeiter. Hinzu kommen noch 2 Weitere Standorte die wir betreuen (die keine eigene IT haben) mit jeweils ca 700 Mitarbeiter.

Ich bin als Netzwerkadministrator eingestellt. Es ist auch hier so das es Quasi für jede aufgabe ein eigenes Team gibt. Das mädchen für alles haben wir nicht.

Bspw. bin ich als Netzwerkadministrator nur für die Netzwerkinfrastruktur zuständig. Das einzige was ich auser Switches, Router, Accesspoints und WLC`s betreue ist der Monitoring Server mit dem das Netzwerk überwacht wird, Firewall und zu meiner aufgabe gehört auch die Verwaltung der Rechenzentren (3). Racks planen, Kaltgang, USV`s (auch für die Etagenverteiler haben wir kleine USV`S), Hier verlege ich auch die Kabel selbst da wir Dienstleister eher selten/ungern ins RZ lassen. Bspw sind für die Server wieder andere teams/abteilungen zuständig. Ebenfalls für den User support. Demnach weiß man auch eig. was genau die eigenen aufgaben sind. Manchmal machts das einfacher, andere male ist es aber auch ein Nachteil. Wenn bspw. wieder ein neuer Server fürs SAP ins RZ soll und vorher nicht bescheid gegeben wird ist ggf. weder Platz noch die nötige verkabelung vor ort um den Server anzubinden.

Generell ist hier das Arbeitsklima finde ich sehr gut. Einzig die Gehaltspolitik finde ich fürn arsch um ehrlich zu sein. Es ist wohl so das Neueinstellungen nie über 45k geschehen (bei "normalen" edv mitarbeitern ohne Personalverantwortung). Als Ehemaliger Azubi hast du das 1te jahr noch ne zusätzliche Arschkarte, Befristet (wird zwar wohl in 99% danach unbefristet ist aber trotzdem erstmal ein -) und es gibt für alle Fertigen Azubis (abt. vollkommen wurscht, Perso, EDV, FiBU what ever.) 27,3k. Mir wurde dann gesagt das wäre so üblich da der Betrieb grundsätzlich alle Azubis für 1 jahr übernimmt auch wenn diese hinterher nicht fest übernommen werden um die möglichkeit zu geben sich dann in dem 1 jahr umzusuchen. Für mich, da ich dort bleiben möchte also ein Nachteil. Nach dem 1 jahr wird dann neu verhandelt. Ich werde mich mal übarraschen lassen was dabei raus kommt. für mich hat sich das 1 jahr schon durch den bezahlten CCNA Switching & Routing und den CCNA Datacenter gelohnt. Schade ist auch das Flache Herachien hier ein Fremdwort sind. Fühlt sich eher an wie eine Diktatur.

Oberster Chef bestimmt am ende alles, darunter standortleiter, bereichsleiter, abteilungsleiter, teamleiter und zwischendrin gibts noch jeh nach tätigkeit projektleitungen ect.

Die Arbeitsmittel sind Super. Tastatur, Maus, Laptop alles frei wählbar, wird dann ggf. bei Amazon bestellt wenns das nicht beim Standard lieferanten gibt. Tische Höhenverstellbar, Stühle sind auch super und ebenfalls aus einer liste auswählbar und sogar vorher zu testen. Monitore kann ich mich auch nich beschweren :D bis auf die tatsache das ich die auch ganz gern daheim hätt^^ 2x 27zoll 4k 144 hz. Wenn ich noch einen bräuchte wäre das auch kein thema.

 

Weiterbildungen sind gar kein thema. Du brauchst ne schulung ? auf gehts. Bisher hab ich auch kein Limit spüren können, kollege hat jetzt die 7te schulung dieses jahr.

 

Betriebsklima allegemein ist so naja. Von den Arbeitern im Lager aus gesehen besteht die EDV wohl aus Überbezahlten Däumchendrehern. Die Anderen abteilungen sind tlws. auch sehr neidisch was Gehalt und sonstige bedingungen angeht (Gleitzeit ohne Kernzeit).

Home Office, bedingt möglich im netzwerk eben manchmal schwierig :D ein kabel von zuhause aus verlegen gestaltet sich durchaus schwierig.

 

Am ende wird für mich wohl nur ein Ähnlich großer Konzern in frage kommen da ich gerne weiterhin als Netzwerkadministrator, nur fürs netzwerk tätig sein möchte und nicht als Mädchen für alles.

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vor 23 Stunden schrieb TooMuchCoffeeMan:

Kleine Unternehmen (<50 Mitarbeiter)

Pro

Flache Hierarchie / Kurzer Dienstweg zum Chef

Flexibel / Keine starren Vorgaben oder Prozesse

Möglichkeit viel zu Lernen, da überall mit angepackt werden muss

Möglichkeit schnell viel Verantwortung zu übernehmen / Dinge zu bewegen

Sichtbarkeit beim Chef direkt gegeben

Contra

Schlechte Bezahlung

Keine Aufstiegsmöglichkeiten

Schlechte Weiterbildungsmöglichkeiten / Entwicklungsmöglichkeiten generell

Erwartungshaltung unbezahlte Überstunden zu leisten

Weniger interessante Technologien

Kein Betriebsrat

"Hemdsärmeliges Vorgehen" / keine geregelten Prozesse

Also von den Gegebenheiten passt das auch 1:1 auf den Mittelstand bei dem ich bisher gearbeitet habe. Hatte in den letzten 12 Jahren drei Arbeitgeber, jeweils 150,170 und jetzt 250 Mitarbeiter.

Wobei ich die Flache Hierarchie nicht als Pro sehe, gibt dann auf der übergeordneten Hierarchieebene nur mehr Leute die gerne Unterschiedliche Lösungen haben wollen, was meistens der Mitarbeiter darunter ausbaden muss. 
Was eben auch richtigerweise im Contra gleich bedeutet, dass es keinerlei Aufstiegsmöglichkeiten gibt.
Das gleiche mit den Prozesse, ich finde das fehlen eben dieser hat deutlich mehr Nachteile.
Und die Möglichkeit viel zu Lernen und schnell Verantwortung zu übernehmen ist ein Zwang, keine Option.

Die Sichtbarkeit beim Chef ist gegeben, aber außer einem Danke oder vorgeheuchelter Dankbarkeit in der Jahresendfeier-Rede für die vielen unbezahlten Überstunden habe ich davon auch nichts. Wenn dann nämlich was nicht geht, hängt man auch immer gleich direkt beim Chef.

Für mich derzeit am Nachteiligsten, unsere Projekte haben zwar ordentlich Umsatz in Millionenhöhe, waren aber was Budget in Geld und Personenstärke angeht nicht sonderlich groß. Immer wenn ich bei größeren Firmen zum Gespräch bin, ist das natürlich ein Thema was für einen Umfang die bisherigen Projekte so hatten.

 

vor 16 Stunden schrieb Konketea:

Austattung

Bei beiden sehr gut, aber im Konzern bei mir deutlich besser. Arbeitsausstattung bei Mittelständler waren bei mir Desktop PC, zwei Bildschrime, Maus und Tastatur nach Wahl. ca. 2200€ pro Person an Arbeitsmitteln. Dazu ein höhenverstellbarer Schreibtisch.

Beim Konzern waren es ein Notebook mit Xeon CPU, 4 Bildschirme, 2 Docking Stations, zwei Mäuse, zwei Tastaturen, Iphone, Noise Cancelling Headset von Plantronics. Doppelte Ausstattung für 1-2 Homeoffice pro Woche. ca. 6000-7000€ pro Person an Arbeitsmitteln.

Das beim Mittelstand klingt schon Deluxe, bei uns gibt es nichts nach Wahl. Da muss ich froh sein, wenn die Maus und Tastatur neu ist und ich nicht erst den Dreck vom Vorgänger runterkratzen muss. Mein Rechner ist jetzt 8 Jahre alt und so lang der nicht abkratzt, gibt es auch nichts neues. Unsere Schreibtische sind auch höhenverstellbar, aber dann brauch ich zwei Leute die den Schreibtisch heben, während ich mit dem Imbus unter dem Tisch rumkrieche.

Ich bring sogar meinen eigenen Laptop mit in die Firma, weil ich keine Lust habe bei jedem Meeting oder beim Kunden mit Stift und Papier aufzukreuzen.

Allerdings kenne ich Leute im Konzern die haben seit 5 Jahren das gleiche Thinkpad, mehr an Austattung gibt es dank Desk-sharing nicht und auf neue Software muss man Monate warten. Die Dockingstation für zu Hause wurde selbst gekauft und bezahlt. Konzern mit ~400.000 Mitarbeitern.

 

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