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  1. Wieso sollte man dich töten wollen? Softwareentwicklung ist nun mal ein Reifeprozess. Niemand liest nur ein Buch und kann gleich wunderbar sauberen Code schreiben. Mein Code sah zum Anfang auch mies aus und selbst Robert C. Martin, der das Buch "Clean Code" geschrieben hat, sagt von sich aus, dass er nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen hat und es auch bei seinen Code-Beispielen sicherlich noch Verbesserungspotenzial gibt aber nur durch Ausprobieren lernt man. Du hast schon richtig erkannt, dass man fürs Einlesen der Datei eine eigene Klasse benötigt. Allerdings gehört die Logik nicht in den Konstruktor. Der Konstruktor dient zur Initialisierung der Klasse. Der Name der Klasse sollte auch die Aufgabe widerspiegeln, was die Klasse tut. "DateiEinlesen" ist vielleicht gut, aber geht es vielleicht noch konkreter? Ich weiß, dass es eine CSV-Datei ist. Vielleicht eher CsvReader? Wobei dieser Name auch wieder sehr allgemein ist. In der CSV-Datei steckt ja eine Tabelle. Welche Daten besitzt die Tabelle? Vielleicht kann man der Tabelle einen Namen geben. Eine CSV-Datei ist ja eine Art der Serialisierung. Das Verfahrung um so eine Tabelle in ein Objekt zu überführen, nennt man auch Deserialiserung. Das kann man ja erst mal im Hinterkopf behalten. Zuerst würde ich mir aber erst mal eine geeignete Datenstruktur überlegen. In der CSV-Datei stecken ja Daten. Ich nehme jetzt mal als Beispiel, dass die CSV-Datei Daten zu Personen beinhaltet: Name;Vorname;Geschlecht;Alter Doe;John;Maennlich;38 Also würde ich erst mal eine Klasse für diese Daten erstellen: public class Person { public string Name { get; set; } public string Vorname { get; set; } public Geschlecht Geschlecht { get; set; } public int Alter { get; set; } } public enum Geschlecht { Maennlich , Weiblich } Nun könnte ich mich darum kümmern, eine(!) Datei einzulesen. Ich habe eine Datenstruktur und ich weiß, dass ich eine CSV-Datei deserialisieren muss. Also könnte man die Klasse z.B. PersonCsvDeserializer nennen. In dieser Klasse soll es eine Methode geben, die Deserialize() heißt. Ich verzichte hier jetzt erst mal bewusst auf ein Interface, weil ich denke, dass es für dich bis hier hin schon kompliziert genug ist. Das Interface werde ich später noch mal erklären. Erst mal kümmern wir uns darum, was wir alles brauchen, um eine Datei zu deserialisieren. Was muss die Klasse PersonCsvDeserializer alles wissen, um eine CSV-Datei deserialisieren zu können? Man könnte vielleicht im ersten Schritt auf die Idee kommen, dass die Klasse den Pfad und Dateinamen benötigt. Mit den Informationen aus dem letzten Absatz könnte ein erster Entwurf so aussehen: public class PersonCsvDeserializer { public IEnumerable<Person> Deserialize(string fileName) { // ... } } Als Rückgabewert habe ich IEnumerable<Person> gewählt, weil IEnumerable<T> ein sehr allgemeines Interface ist und einen Enumerator (auf deutsch: Aufzählung; in anderen Sprachen auch Iterator genannt) zur Verfügung stellt, mit dem wir über die Daten iterieren können (mit der foreach-Schleife). Sowohl IList<T>, ICollection<T>, IDictionary<T>, Array und weitere Klassen implementieren dieses Interface und mehr als über die Daten iterieren wollen wir nicht. Wenn wir später damit mehr machen wollen, können wir es leicht mit Linq in eine Collection, List, Array oder auch in ein Dictionary umwandeln. Die Deserialize()-Methode soll also eine Aufzählung von Personen zurückliefern. Normalerweise macht man es anders, aber aus einfachheit behaupte ich mal frech, dass die erste Zeile in der CSV-Datei immer ein Header besitzt. In der Implementierung überspringe ich den Header per Linq mit der Skip()-Methode. Die Deserialize()-Methode soll also folgendes machen: Die Datei lesen Durch die Datenzeilen iterieren Pro Datenzeile ein Person-Objekt erstellen Die Person-Objekte als Aufzählung zurückliefern Der erste Entwurf könnte daher folgendermaßen aussehen: public class PersonCsvDeserializer { public IEnumerable<Person> Deserialize(string fileName) { IList<Person> result = new List<Person>(); foreach (string line in File.ReadAllLines(fileName).Skip(1)) { string[] elements = line.Split(';'); result.Add(new Person { Name = elements[0], Vorname = elements[1], Geschlecht = (Geschlecht)Enum.Parse(typeof(Geschlecht), elements[2]), Alter = Convert.ToInt32(elements[3]) }); } return result; } } Die Methode macht zwar was sie soll, aber ist sie wirklich übersichtlich? Nicht wirklich. Wir haben hier mehrere Ebenen miteinander vermischt. Wir können also mit dem Refactoring anfangen. z.B. das File.ReadAllLines(fileName).Skip(1) Wofür ist das genau gut? Wenn man den gesamten Kontext kennt, weiß man es zwar aber eigentlich liegt der Code-Abschnitt eine Ebene Tiefer. Es hantiert mit Dateien und hat mit der eigentlichen Aufgabe der Deserialiserung wenig zu tun. Also sollte man diesen Teil in eine separate Methode packen: private IEnumerable<string> ReadDataFromFile(string fileName) { return File.ReadAllLines(fileName).Skip(1); } Somit wandert das Skip(1) in eine tiefere Ebene und interessiert uns in der Deserialize()-Methode nicht mehr. Als nächstes fällt aber auf, dass wir ein String mit Split() in ein Array teilen und aus diesem Array dann die einzelnen Personendaten herausfischen. Diesen Vorgang nennt man auch Parsing. Also könnten wir diesen Teil auch in eine Methode auslagern: private Person Parse(string serializedData) { string[] elements = serializedData.Split(';'); return new Person { Name = elements[0], Vorname = elements[1], Geschlecht = (Geschlecht)Enum.Parse(typeof(Geschlecht), elements[2]), Alter = Convert.ToInt32(elements[3]) }; } Unsere Klasse sieht dann bis jetzt folgendermaßen aus: public class PersonCsvDeserializer { public IEnumerable<Person> Deserialize(string fileName) { IList<Person> result = new List<Person>(); foreach (string serializedData in ReadDataFromFile(fileName)) { Person person = this.Parse(serializedData); result.Add(person); } return result; } private IEnumerable<string> ReadDataFromFile(string fileName) { return File.ReadAllLines(fileName).Skip(1); } private Person Parse(string serializedData) { string[] elements = serializedData.Split(';'); return new Person { Name = elements[0], Vorname = elements[1], Geschlecht = (Geschlecht)Enum.Parse(typeof(Geschlecht), elements[2]), Alter = Convert.ToInt32(elements[3]) }; } } Nun ist Deserialize() doch recht gut lesbar. Wir lesen die Daten aus der Datei, parsen die Daten und erhalten ein Person-Objekt, welches wir dann in eine Liste packen und zum Schluss geben wir die Liste zurück. Es gäbe hier noch weiteres Verbesserungspotenzial aber ich belasse es erst mal hierbei. Ein paar Hinweise gebe ich aber noch: Fehler-Handling? Was passiert, wenn z.B. die Datei nicht existiert? Ist das erzeugte Objekt List<Person> wirklich eine gute Wahl? Angenommen, wir haben es mit einer riesigen CSV-Datei (mehrere Gigabytes) zu tun, die größer ist, als unser Arbeitsspeicher. Hier schmeiße ich mal das "yield return"-Schlüsselwort in den Raum. Auch ist das indexierte Zugreifen auf das Array in der Methode Parse() nicht wirklich glücklich gelöst. Was passiert nämlich, wenn mal eine Spalte in der Datei hinzukommt? Dann muss man ja auch den Code anpassen. Das will man aber eigentlich gar nicht. Zu diskutieren wäre auch, ob die Variable fileName nicht doch besser eine Instanzvariable sein sollte, die per Konstruktor reingereicht wird. Es fällt ja auf, dass die Methoden Deserialize() und ReadDataFromFile() den Dateinamen benötigen. Also stellt fileName ja eine gewisse Abhängigkeit dar, die die Klasse benötigt, um arbeiten zu können. Als Überlegung kannst du ja selber mal schauen, wie man mit solchen Situation umgehst. Um später im Hauptpgramm alle Personen zu iterieren könntest du nun folgendes schreiben: static void Main(string[] args) { string sourcePath = Environment.GetFolderPath(Environment.SpecialFolder.Desktop) + "\\blabla"; IEnumerable<string> fileNames = Directory.GetFiles(rootPath, "*.csv"); PersonCsvDeserializer deserializer = new PersonCsvDeserializer(); foreach(string fileName in fileNames) { IEnumerable<Person> persons = deserializer.Deserialize(fileName); foreach (Person person in persons) { // ... } } } Nach dem selben Prinzip, wie bei der PersonCsvDeserializer-Klasse kannst du ja mal überlegen, wie man nun diesen Code refactoren an. Ab hier wird es noch etwas technischer und tiefgreifender. Ich möchte dir noch zwei Techniken zeigen, die du aber erst mal nicht umsetzen brauchst. "Inversion of Control" und "Dependeny Injection" In der Klasse PersonCsvDeserializer fällt auf, dass die Klasse von einer Datei abhängig ist aber die Daten können vielleicht aus einer Datenbank kommen oder wir schreiben die CSV-Daten direkt in eine grafische Oberfläche. Möchte man jetzt für jeden Anwendungsfall eine eigene Klasse schreiben? Eigentlich nicht. Die Abhängigkeit zur Datei muss also aufgelöst werden. Das .Net-Framework bietet ja die abstrakte Klasse TextReader, die so ziemlich alles darstellen kann. Ein Reader, der eine Datei liest oder aus einem TCP-Stream oder aus einer Datenbank, etc. Anstatt also den Dateinamen reinzureichen, könnte man auch ein TextReader reinreichen. Hier mal ein Beispiel, wie so eine Klasse aussehen könnte: public class PersonCsvDeserializer { private TextReader reader; private bool isHeaderSkipped; public PersonCsvDeserializer(TextReader reader) { this.reader = reader; } public IEnumerable<Person> Deserialize() { string serializedData; while ((serializedData = this.ReadNextData()) != null) { Person person = this.Parse(serializedData); yield return person; } } private string ReadNextData() { string serializedData = this.reader.ReadLine(); if (!this.isHeaderSkipped) { this.isHeaderSkipped = true; return this.ReadNextData(); } return serializedData; } private Person Parse(string serializedData) { string[] elements = serializedData.Split(';'); return new Person { Name = elements[0], Vorname = elements[1], Geschlecht = (Geschlecht)Enum.Parse(typeof(Geschlecht), elements[2]), Alter = Convert.ToInt32(elements[3]) }; } } Die Main-Methode sieht dann so aus: static void Main(string[] args) { string sourcePath = Environment.GetFolderPath(Environment.SpecialFolder.Desktop) + "\\blabla"; IEnumerable<string> fileNames = Directory.GetFiles(rootPath, "*.csv"); foreach(string fileName in fileNames) { using (TextReader reader = File.OpenText(fileName)) { PersonCsvDeserializer deserializer = new PersonCsvDeserializer(reader); IEnumerable<Person> persons = deserializer.Deserialize(); foreach (Person person in persons) { // ... } } } } Zugegeben, in diesem Beispiel ist die Klasse PersonCsvDeserializer etwas komplizierter geworden aber es ist jetzt egal, woher die Daten stammen, solange wir ein TextReader in den Konstruktor schieben. Das reinrechen der Abhängigkeit in den Konstruktor nennt sich auch "Dependeny Injection". In diesem Beispiel habe ich auch das yield return verwendet. Da wir jetzt nur noch maximal den Speicher für ein Person-Objekt verbrauchen, könnte die Klasse eigentlich nun unendlich viele Daten deserialisieren. Ein Problem stellt aber immer noch die Indexierung des Arrays dar aber das überlasse ich jetzt dir. Das Interface Das letzte, was ich noch schreiben wollte, wäre ein geeignetes Interface für den Deserializer. Wollen wir jetzt mehrere Deserializer schreiben oder einen Deserializer als Abhängigkeit in eine Klasse reinreichen, ist ein Interface geeignet, damit es später egal ist, um welchen Deserializer es sich handelt. Man könnte sich ja auch vorstellen, dass die Daten nicht in einer CSV-Datei stecken, sondern in einer XML-Datei. Dafür wäre folgendes Interface recht nützlich public interface IDeserializer<T> { IEnumerable<T> Deserialize(); } Mit diesem Interface könnten wir sogar das hässliche using im Hauptprogramm wieder loswerden. Ich finde, das using stört im Lesefluss. Wir haben ja jetzt eine Klasse, die CSV-Daten aus unterschiedlichsten Quellen von Personen deserialisieren kann. Was hindert uns nun daran, einen weiteren Deserializer zu bauen, der aus Dateien deserialisiert? Beispiel: public class PersonCsvFileDeserializer : IDeserializer<Person> { private string fileName; public PersonCsvFileDeserializer(string fileName) { this.fileName = fileName; } public IEnumerable<Person> Deserialize() { using (TextReader reader = File.OpenText(fileName)) { PersonCsvDeserializer deserializer = new PersonCsvDeserializer(reader); return deserializer.Deserialize(); } } } Das using wurde nach PersonCsvFileDeserializer und somit eine ebene tiefer verschoben. Wenn du Dependecy Injection verstanden hast, dann würde dir auffallen, dass die Zeile PersonCsvDeserializer deserializer = new PersonCsvDeserializer(reader); eigentlich böse ist, da es eine Abhängigkeit darstellt, die wiederum in den Konstruktor gehört. Ich habe sie aber erst mal hier drinnengelassen, weil das sonst wieder bedeuten würde, dass das using wieder ins Hauptprogramm rein müsste. Eigentlich müsste man sich eine Fabrik-Methode ausdenken, die den PersonCsvFileDeserializer zusammenbaut. Die habe ich hier aber weggelassen. Die kannst du dir ja ausdenken. Das Hauptprogramm würde dann so aussehen: static void Main(string[] args) { string sourcePath = Environment.GetFolderPath(Environment.SpecialFolder.Desktop) + "\\blabla"; IEnumerable<string> fileNames = Directory.GetFiles(rootPath, "*.csv"); foreach(string fileName in fileNames) { PersonCsvFileDeserializer deserializer = new PersonCsvFileDeserializer(fileName); IEnumerable<Person> persons = deserializer.Deserialize(); foreach (Person person in persons) { // ... } } } Das wäre doch schon wieder ein Schritt übersichtlicher. Wie du also siehst, haben wir allein nur für das Einlesen von den CSV-Dateien drei Klassen: Person PersonCsvDeserializer PersonCsvFileDeserializer und ein Interface: IDeserializer<T> geschrieben. Man braucht also kein mega großes Projekt, um mehrere Klassen zu schreiben. Es reicht auch schon was ganz einfaches. Man sollte sich immer bewusst machen, dass Klassen immer nur eine Aufgabe machen sollten und Methoden Teilaspekte dieser Aufgabe sind und sie sollten auch nicht mehr machen, als eine Sache. Es macht auch nichts, wenn man zum Anfang Spagetticode schreibt und diesen später nach und nach einem Refactoring unterzieht. Niemand ist perfekt und niemand schreibt perfekten Code. Man fängt also immer erst mal an und arbeitet sich Schritt für Schritt an eine geeignete und saubere Lösung. Selbst meine Lösung ist mit Sicherheit nicht perfekt und ich habe auch nicht die Weisheit mit Löffeln gefressen. Wenn du mein Beitrag richtig verfolgt haben solltest, hast du vielleicht auch gemerkt, dass ich erst mal eine Lösung geschrieben habe und sie dann nach und nach verfeinert und verbessert habe. Das Wissen kommt erst mit Erfahrung und Erfahrung sammelt man nur, indem man es ausprobiert und darüber mit anderen diskutiert. Also trau dich. So, das reicht auch fürs erste. Ich denke, das ist erst mal genug Input.
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  2. Bevor dem einen oder anderen jetzt die Nackenhaare zu Berge stehen - ich ziehe am Ende ein positives Fazit : Das was du schreibst ist alles völlig richitg. Der Vorteil beim Studium aus Sicht eines Personalers ist halt, dass im Studium bereits eine harte Auslese betrieben wird und das Studium halt auch standardisiert ist(was eine betriebliche Ausbildung mangels Kontrollinstanzen nun mal nicht ist). Studieren kann jeder. Ein Informatik Studium in max. 8-9 Semestern abschließen hingegen nicht. Dazu gehört schon ein starker Wille und Motivation, ein Ziel langfristig verfolgen zu können und dafür auch kontinuierlich etwas zutun. Die Ausbildung kann man auch schaffen, in dem man sich mitschleifen lässt und am Ende der Prüfung dann mal 3 Monate Gas gibt. Das funktioniert im Studium nicht "by design". Die Prüfer bei der IHK lassen ja (zum Glück!) auch Niemanden aus Unmenschlichkeit durchfallen und drücken auch mal zwei Augen zu. Den Professoren bist du scheiss egal (ich bin ein Kritiker dieser Auslese, ändert aber nichts an der Wahrheit). Bitte jetzt keine falschen Schlüsse ziehen: Damit meine ich nicht, dass es sich jeder in der Ausbildung einfach macht. Viel mehr will ich damit sagen, dass es für Personaler sehr schwer ist Leute unmittelbar nach der Ausbildung zu beurteilen, wenn die Tätigkeiten sich mit vielen anderen Auszubildenen in etwa ähneln. Ansonsten gibt es halt nicht viel über das sich ein guter Auszubildener vom Rest abheben kann. Was sagt es über dich und deine Person aus, ob du jetzt eine passable befriedigend, eine gute zwei oder eine sehr gut in der IHK Abschlussprüfung hast? Die Prüfung kann Tagesabhängig sein oder du hast mal schlechte Aufgaben erwischt. Das weiß jeder. Wenn du im Studium 36 Prüfungen + Diverse Nebenleistungen und Praktika absolvierst, die dir allesamt gute Noten bescheinigen, hat das eine ganz andere Gewichtung. Andersrum wird auch ein Schuh draus: Wenn du nur schlechte Leistungen ablieferst und länger studierst als alle anderen, dann ist das kein Zufall mehr oder auf einen schlechten Tag zu schieben! Daraus folgt: Wenn du nicht gerade eine Ausbildung bei SAP oder in sehr modernen und gefragten Technologien gemacht hast, wird es sehr schwer, eine ordentliche Differenzierung direkt nach der Ausbildung geltend zu machen. Das ist halt das Problem das viele Auszubildene nach der Ausbildung haben. Der Personaler muss seine Entscheidungen objektiv rechtfertigen können, "ich gib dem jungen mal eine Chance" ist nicht sehr akademisch und könnte ihn bei einer Fehleinschätzung den Ruf innerhalb der Firma kosten. Am Ende wollen sich alle die Hände in Unschuld waschen. Deshalb werden Milliarden in Pseudo Sicherheitslösungen investiert, damit man am Ende vor dem Vorstand sagen kann "hey, also dass unsere Kundendatenbanken gestohlen wurden da konnten wir nichts für, wir haben alles erdenkliche getan". Ist das fair? Nein. Aber halt Realität. Um aber mal etwas positives zu sagen: Ich kenne Niemanden! mit einer Ausbildung, der trotz dessen dass er gut ist und sein Handwerk beherrscht, Potential, Pragmatismus und die Fähigkeit besitzt, komplexe Sachverhalte schnell zu analysieren und sich in neue Problemfelder einzuarbeiten, keine ordentliche Stelle innehat und Gehälter bezieht, die einem Akademiker im nichts nachstehen. Ich kenne genug Teamleiter mit Ausbildung der ein Team beschäftigt, in dem viele Akademiker sitzen. Am Ende interessiert das keinen mehr. Das heißt aber auch: Jeder ist seines eigenes Glückes Schmied. Wer nichts kann, der braucht nicht den Neidhammel spielen und das auf versagte Chancen Aufgrund des Ausbildungsstandes schieben. Auch ihm hätte ja frei gestanden zu studieren, wenn er meint, dass sich seine Probleme dann in Luft auflösen. In dem Sinne: Alles wird gut !
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  3. Wie schon so oft muss ich leider wieder dagegen halten: Kaufmännische Inhalte sind Kernbestandteil der Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (und auch aller anderen IT-Berufe). Auch wenn viele Forenteilnehmer das (warum auch immer) nicht wahrhaben wollen. Ob die Gewichtung sinnvoll ist, darüber lässt sich sicherlich streiten. Welche Aussagekraft fehlt dir denn hier? Die Botschaft ist: Das Projekt amortisiert sich nach einiger Zeit und führt langfristig zu einer Kosteneinsparung im Unternehmen. Das ist doch genau die richtige Aussage, wenn die Entwicklerin in Zukunft noch ein Gehalt erwartet. Da hast du völlig recht. Ich hätte am liebsten auch zu jedem technischen Detail etwas gelesen, aber da die Abschlussarbeit (bei unserer IHK) auf 15 Seiten beschränkt ist, war dafür leider kein Platz. In einer Bachelor- oder Masterarbeit kann man sich bestimmt intensiv mit solchen Inhalten auseinandersetzen, aber für die Projektdoku muss man einfach Abstriche machen und eine sinnvolle Auwahl der Themen treffen. Dein gelungener Rant über die schlechte Ausbildung der Anwendungsentwickler ist ansonsten nett zu lesen. Allerdings ist die Berufsschule sehrwohl dafür da, die Prüflinge auf die Prüfung vorzubereiten. Clean Code mit DDD und Tests wird dann hoffentlich in den Ausbildungsunternehmen vermittelt. Dort findet der Praxisteil der Ausbildung statt. Dass Berufsschulen im Adaptieren neuer Konzepte nicht die schnellsten sind, ist sicherlich ein Problem. Aber auf der anderen Seite müssen die Schulen auch einer Vielzahl an Schülern mit unterschiedlichem Vorwissen Grundlagen der Programmierung beibringen. Und da kann es halt ein paar Wochen dauern, bis for und if durchgekaut sind. Dass die Azubis dafür u.a. Struktogramme oder Pseudocode lernen, liegt hauptsächlich daran, dass es nicht die eine Programmiersprache gibt, die alle Azubis können müssen und die dann in der Prüfung abgefragt wird. Aber das haben wir an anderer Stelle schon ausgiebig diskutiert. Insgesamt solltest du deine Anforderungen an die Berufsschulausbildung vielleicht etwas zurückfahren. Man sollte von einer Ausbildung nicht die gleichen Inhalte erwarten, wie von einem Studium. Wobei auch bei letzterem in den meisten Fällen DDD und Unit-Tests sicherlich kein Lehrinhalt sind. Dort wird doch teilweise noch länger der alte Kram durchgekaut. Aber das möchte ich jetzt nicht weiter vertiefen Ich halte es auch für sehr schwierig, Lerninhalte an aktuelle Entwicklungen in der IT anzupassen. Nehmen wir mal DDD als Beispiel: Das Konzept ist schon relativ alt (Eric Evans Buch ist von 2003), aber richtig Fahrt aufgenommen hat es erst in den letzten Jahren durch Microservices usw. Wer hätte das vorhersehen und vor 5 Jahren einen entsprechenden Lehrplan aufstellen können, der heute zeitgemäß ist? Und wer sagt überhaupt, dass DDD die "richtige" Art zu programmieren ist? Was ist mit den tausenden anderen Konzepten und Ideen der Softwareentwicklung? Würdest du bei einem Automobilzulieferer C-Code nach DDD entwickeln? Huch, C kennt ja nichtmal Objektorientierung! Da muss dann wohl doch eine andere Lösung her. Ich habe ein wenig den Eindruck, dass du deine eigenen Erfahrungen und Qualitätsstandards auf alle anderen Entwickler überträgst. Doch da die Programmiersprachen, Anforderungen, Paradigmen usw. da draußen so unterschiedlich sind, geht das leider nicht. Ein (ernstgemeinter) Ratschlag: Frag deine IHK, ob sie noch Prüfer braucht! Mit deinem Engagement bist du in der Rolle genau richtig. Dann bekommst du aber auch mal einen Einblick in die Realität vieler Betriebe da draußen und entschärfst deine Meinung vielleicht etwas. Clean Code ist ein super Konzept. Genau wie Unit-Tests und Pair Programming. Aber wenn du dich da draußen mal umschaust, wirst du feststellen, dass nur ein Bruchteil der Unternehmen diese Ideen tatsächlich umsetzt. Mir fällt es jedenfalls nicht schwer, nachzuvollziehen, warum die Objektorientierung immer noch das vorherrschende Paradigma in der IHK-Prüfung ist (und sicherlich auch in normalen IT-Studiengängen). Man setzt halt auf bewährte grundlegende Konzepte. Die konkrete Ausgestaltung und Ausschmückung mit Frameworks, Architekturideen, Sprachfeatures usw. obliegt dann den Ausbildungsbetrieben, die passend zu ihrer Sprache und Branche die Inhalte auswählen. Und auch da wird nicht immer der neuste Kram eingesetzt, sondern sehr oft auch uralte Sprachen und Frameworks. Denn das Update auf v2.0 oder den Rewrite in Haskell bezahlt den Unternehmen leider meistens kein Kunde...
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  4. Darf ich vorstellen? Ich. Es geht alles. Ich hab ne 40h Woche. 30 Tage Urlaub. Überstunden werden abgefeiert. Alles was über 40h geht und/oder zu Zeiten gearbeitet wird an denen frei ist (WE, Feiertage, etc.) werden als Sonderurlaub gut geschrieben. Und können auch als ganze Tage genommen werden. Im Normalfall macht ich um 16 Uhr Feierabend. Habe Gleitzeit. Fange aber lieber früh an. Kollegen fangen zum Teil erst Mittags an. Auch kein Problem. Und ich bin bei mehr als 60k. Man darf sich nur nicht verarschen lassen. Hatte vorher auch einen Vertrag von einem großen Konzern auf dem Tisch liegen. 23 Tage Urlaub, Überstunden abgegolten, weniger Gehalt, befristet bis 2020 und falls man durch jemanden ersetzt wird, der mehr drauf hat, reicht es, wenn sie das ankündigen. 2 Wochen später ist der Vertrag dann nichtig. Ich sage bei sowas direkt ab. Und ich sagen den Firmen auch, warum ich dort nicht anfangen will. Sollten vielleicht mehr Leute machen, damit sie wissen, was Phase ist. Wenn man dem potenziellen AG nicht sagt, was einen am Vertrag stört, wird er auch nicht draus lernen. Und so lange es Menschen gibt, die zwar jammern, aber nix ändern und weiter für viel zu wenige Geld arbeiten gehen, ändert sich an der Situation auch nix. Warum auch? Alle meine Mit-Azubis arbeiten noch in der Ausbildungsfirma. Bekommen mehr als 2k weniger Gehalt (pro Monat!) als ich. Aber jammern nur. Und ändern nix. Selbst schuld.
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  5. Oh gott das ist so pauschalisierend ... bitte nicht. Auszubildene haben es in Deutschland unterm Strich sicher nicht schlechter. Viele Studenten in Deutschland leben unter dem Existenzminimum und sind schlechter gestellt als beispielsweise Leute mit ALG2. Das liegt daran, dass es gerade die Mittelschicht hart trifft. Hier hast du nämlich das Problem, dass die Eltern oft zu viel verdienen, damit du Anspruch auf Bafög hast, aber zu wenig, dass sie dich tatsächlich unterstützen können. z. B. weil sie ein Hauskredit tilgen und diese Ausgabe z. B. von 1000€ gar nicht beim Bafög berücksichtigt wird. Der Student wird dann vor die Wahl gestellt, seine Eltern zu verklagen oder sich einen Job zu suchen, um studieren zu können. Über 40% der Studenten in Deutschland arbeiten nebenbei und das sicherlich nicht weil es Spaß macht! Welcher Auszubildene hat neben seiner Ausbildung noch ein 20 Stunden Job? Lies dir mal bitte den Artikel durch: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/bafoeg-immer-weniger-schueler-und-studenten-bekommen-bafoeg-a-1045979.html Von den Studenten die überhaupt Bafög erhalten, bekommt nur rund die Hälfte den Bafög Höchstsatz von ca. 650€. Viele bekommen weniger, die Hälfte aller Studenten insgesamt überhaupt nichts .. Dazu kommt dass das Bafög an harte Kriterien gebunden ist, z. B. musst du bestimmte Prüfungen bestehen damit das überhaupt durchgehend gezahlt wird und last but not least: Bafög musst du zu erheblichen Teilen wieder zurück zahlen! Das heißt die Studenten machen hier Schulden! Muss irgendein Auszubildener seine Ausbildungsvergütung zurückzahlen? Nein. Viele Auszubildene im IT Bereich bekommen schon im 1. Lehrjahr mehr als die 650€. Teilweise zwischen 850-1100€ und davon müssen Auszubildene NICHTS zurückzahlen ! Und da regst du dich ernsthaft darüber auf, dass Studenten ein paar Rabatte bekommen? LOL ... Das Auszubildene mehr Rabatte bekommen etc. dagegen habe ich überhaupt nichts. Aber so zutun als wären die Auszubildenen hier am untersten Ende der Nahrungskette, das ist schier absurd. Das sind nämlich in der Tat die Studenten die vom System schlechter gestellt werden als Leute mit ALG2 und die keine soziale Unterstützunt bekommen wenn sie nicht Bafög berechtigt sind. Und nein, die logische Schlussfolgerung daraus ist nicht, dass ALG2 zu kürzen! Es gibt sogar nicht wenige Studeten, die brechen ihr Studium ab oder nehmen sich ein Urlaubssemester, damit sie ein paar Monate ALG2 berechtigt sind weil die einfach nicht klar kommen mit Studium + Arbeit. Sorry.. dagegen braucht sich ein Auszubildener in Deutschland mal gar keine Sorgen machen. Der ist 3 Jahre abgesichert und kriegt regelmäßig sein Geld ohne Schulden.
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  6. Naja, dachte nicht das jemand ernsthaft so unverschämt ist. Aber dann ist das wohl so. Bitte respektiere anderer User und unterlasse Postings in denen du anderen vorschreiben möchtest ob/was diese posten.
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  7. Klingt ja alles ganz toll. Aber es geht hier ja nicht darum, sich verarschen zu lassen in dem man den Vertrag annimmt der ja definitiv unterschämt ist, sondern eher darum, dass man seine Zeit verschwendet hat. Wenn ich in den Bewerbungen beispielsweise das Gehalt angebe, und mir mal eben 8000 Euro weniger geboten werden, ist das recht fragwürdig. Die Urlaubstage werden ja auch erst im VG genannt und wenn dann sowas wie 24 oder 26 etc. dabei rauskommt und/oder eine Floskel wie "Überstunden mit dem Vertrag abgegolten" oder gar Aussagen wie "pünktlich Feierabend machende Mitarbeiter werden nicht gerne gesehen" hat man sich ja vermutlich schonmal einen Urlaubstag genommen um sich dieses VG anzutun. Das ist Verarsche. Und wie willste sowas im Vorfeld klären? Manchmal wird auch erst im zweiten Gespräch das Gehalt genannt. Dann bist du zwei Mal dahingegurkt und kannst dich über nur über die verschwendete Zeit ärgern.
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  8. Hallo Dasso94, wer zu Faul ist dem wird auch meistens nicht geholfen. Weder hier noch bei einem Ausbildungsplatz. Du musst dir halt vorstellen: Hier helfen wir freiwillig, kostenfrei etc. da darf man dann erwarten das derjenige der was von uns will sich auch ins Zeug legt damit wir es so einfach wie möglich haben. Wenn man dann als "Helfer" sich da durcharbeitet und am Ende liest: Sorry, war zu faul... denke ich mir persönlich: Ok, bin auch zu faul, dir zu helfen.
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  9. Machst du mit deinem Post nicht auch Rechtsberatung, indem du "uns" gerade rechtlich beräts über das Thema "Rechtsberatung"? Das ist hier (nicht-kommerzieller) Meinungsaustausch unter Laien, sonst nichts. Wie in hunderten anderen Beiträgen auch bei denen nach gesetzlichen Ansprüchen für Urlaubstage, Kündigungsfristen, etc. gefragt wird. Wenn du das für "klare Rechtsberatung" hälst, dann sei dir das unbenommen. Ich sehe es eher wie hier und behaupte das Gegenteil.
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  10. wow so nen geistigen Dünnschiss hast du gerade nicht wirklich geschrieben oder? Dafür gehört dir ja eigentlich links und rechts eine geballert...
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  11. Dein Problem ist das du nicht weißt, was Regelstudienzeit bedeutet. Die Regelstudienzeit ist ein Rechtsanspruch für Studenten der sicherstellt, dass Module nicht kurz nach dem du anfängst mit dem Studium aus dem Moduplan geworfen werden und du dann nicht mehr in der Lage bist, den Studiengang nach der für dich gültigen Prüfungsordnung abzuschließen. Die Regelstudienzeit sagt nicht aus, dass das Studium in der Regel in 6 Semestern zu schaffen ist. In wirklichkeit schließen die meisten erst nach 8-10 Semestern ihr Informatik Studium ab. Das ist die Regel! Ein Studium ist nicht wie eine Ausbildung, wo es einen festgelegten Zeitplan gibt. Es kommt auf den Studenten an, wie viele Leistungen er pro Semester absolvieren kann. Ein Studium ist ein Vollzeitjob, wenn du nebenbei noch arbeitest, verlängert sich eben das Studium.
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  12. Ich fange anders herum an. Ich gebe Dir nach wie vor in vielen Deiner Kritikpunkte Recht. Es wird häufig zu wenig auf Technologie, Methodik und Softwarequalität geachtet und das produziert in der Tat handfeste wirtschaftliche Nachteile. Brauchen wir nicht drüber reden und das erlebt denke ich jeder von täglich. Nur: Was mir bei Deinen Beiträgen wenig fehlt, ist der konstruktive Ansatz. Du zählst seitenweise Missstände auf, mit welchen Du Dich "gefühlt jeden Tag" rumplagen darfst. Das ist gut und richtig. Aber wo sind die Lösungsansätze? Wie willst Du es besser machen? "Neu machen" ist eine Lösung, aber in sehr vielen Fällen nicht praktikabel. Weder kann man die ganze IT Ausbildung von heute auf Morgen auf den Kopf stellen, noch 20 Jahre gewachsene Software eines Unternehmens über den Haufen werfen. Wo ist also Deine Idee, Deine Vision wie es besser geht? Sprich: Der Kern Deiner Kritik. Was müsste wer tun, damit Du zufrieden wärst?
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  13. Ich sehe schon, wir kommen nicht zusammen. Aber trotzdem muss ich ein paar Kommentare loswerden. Es geht hier nicht nur um diese kleinen Firmen. Eine wirtschaftliche Betrachtung seiner Arbeit erwarte ich von jedem Anwendungsentwickler. Das krasse Gegenteil wäre nämlich der Tod für jedes Business: "Komm, wir programmieren einfach unser eigenes ORM. Microsoft hat unseren ganz speziellen Fall leider nicht im EF abgedeckt." "Was, dafür soll ich ein simples Excel-Makro verwenden, das in 15 Minuten zusammengeklickt ist? Nein, ich entwickle eine coole GUI in C# mit Office-Integration! Dauert max. 2 Wochen!" Und nichts anderes ist die Kosten-/Amortisationsrechnung in den Projektdokus. Die Prüflinge sollen sich bewusst werden, dass ihre Arbeit und ihre Entscheidungen das Unternehmen Geld kosten. Wenn deinem Chef die Aussage "Geht schneller. Lohnt sich!" reicht, ist das ok. Mit vernünftiger Begründung hat das aber wenig zu tun. Wenn das "kleine Azubiprojekt" sich erst nach fünf Jahren amortisiert, sieht die Welt vielleicht schon ganz anders aus. Das stimmt. Dann wären es aber leider auch keine 100% geworden Da ich die Arbeit betreut habe: Ja, das war ihr klar. Und ich hoffe, dass andere Unternehmen das auch vermitteln. Ich vermittle diese Inhalte meinen Azubis zwar, könnte aber in der Praxis (!) durchaus damit leben, wenn sie es nicht wüssten. Denn die genannten Optimierungen sind für 99% des Tagesgeschäfts nicht relevant. Bei einer Liste mit 100 Elementen interessiert sich niemand für die Nanosekunde weniger Laufzeit. Und irgendetwas muss ja auch noch für das Studium übrig bleiben. Seltsam, dass du noch nicht die O(n)-Notation gefordert hast Das sehe ich genauso. Ich lasse in meiner Programmiereinführung auch immer eine verkettete Liste programmieren. Die Frage nach der Praxisrelevanz habe ich allerdings schon oben beantwortet. Das "genauso gut" stelle ich mal zur Diskussion. Meiner Meinung nach ist der Fokus auf die OOP beim DDD schon deutlich zu spüren. Aber selbstverständlich gibt es ein paar grundlegende Konzepte, die auch mit anderen Paradigmen umgesetzt werden können. Da bin ich völlig dabei. Ich fände es auch klasse, wenn moderne Inhalte in der Berufsschule gelehrt würden. Daran können wir aber leider wenig ändern. Ich hoffe, dass sich viele Azubis, die diesen Thread lesen, ein Beispiel daran nehmen und auf eigene Faust neue Sachen ausprobieren. Ich glaube nicht, dass hier jemand sagt, dass diese Inhalte nicht gelehrt werden sollen. In der Praxis ist das nur leider sehr selten der Fall. Und zwar in der Schule wie in den Betrieben. Ich selbst lehre beides - sowohl im Unternehmen, als auch in meinen Vorlesungen. Eine andere Sache ist, diese Inhalte als allgemeingültig vorauszusetzen und in einer bundesweit einheitlichen Abschlussprüfung (ja, sorry Baden-Württemberg) abzufragen. Da bist du meiner Meinung nach wohl etwas in deiner Welt gefangen. Schau dich mal in anderen Branchen (Versicherung, Bank, Automobil, öffentlicher Sektor usw.) um. Da wirst du ohne Pflichtenheft nicht weit kommen. Und Scrum ist auch bei Weitem noch nicht so etabliert wie man meinen könnte. Ich selbst habe jedes Jahr wieder Studierende aus großen und kleinen Unternehmen, die weder Scrum, XP, Unit-Tests oder DDD je gehört haben. Das ist ein Problem des Dozenten. In einem vernünftigen Unterricht wird "ganz unten" angefangen. So kenne ich das auch aus Berufsschulen, Vorlesungen und der Ausbildung. Aber es ist in der Praxis wohl leider alles vertreten, was man sich vorstellen kann. Hehe Der kaufmännische Anteil stört dich offensichtlich wirklich. Ich weiß aber gar nicht genau warum. Hast du so schlechte Erfahrungen mit ausgelernten FIAEs gemacht? Konnten die alle nur rechnen und nicht programmieren? Ich fasse nochmal zusammen: Es gibt gute und schlechte Berufsschulen, Ausbilder/innen, Unternehmen, Studiengänge. Manche Azubis können schnell lernen, andere langsamer. Mancher findet die wirtschaftlichen Aspekte wichtig, mancher nicht. Solange die Voraussetzungen des Berufs so sind wie sie sind, können wir nur unser Bestes tun, um die Azubis auf die Prüfung vorzubereiten. Immerhin ist vor Kurzem eine Umfrage zur Neuausrichtung der IT-Berufe gestartet worden. Und wenn die Mühlen der Bürokratie schnell mahlen, können wir uns vielleicht schon zu 2025 auf einen eher technischen FIAE freuen. Bis dahin lasse ich meine Azubis weiterhin eine Amortisationsrechnung durchführen
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  15. Ihr dürft nicht vergessen, dass es einen Unterschied gibt, von wem hier die Rede ist. Wenn der Protagonist sich auf der obersten Stufe der Maslow-Pyramide befindet, würde er 20 Km weniger Anfahrtsweg oder 9to5 einer 10%igen Gehaltserhöhung wahrscheinlich vorziehen. Er kann es sich erlauben zu Gunsten von mehr Freizeit etwas Gehalt aufzugeben. Wenn man sich die Pyramide ansieht, macht das sogar Sinn: er steckt in der Selbstverwirklichung. Sogar auf der Sozialebene würde das ähnlich aussehen. Wenn Du aber jemanden hast, der gerade noch seine Sicherheitsbedürfnisse befriedigen muss, dem machen vielleicht 10% mehr Geld gerade genau das Quäntchen Wohlbefinden aus, um sich um die nächste Bedürfnis-Stufe kümmern zu können. Bis dahin ist er damit beschäftigt von der Hand in den Mund zu leben und würde sich höchstwahrscheinlich anders entscheiden.
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  16. Mir persönlich wäre es egal, solange der Bewerber sich früh genug meldet. Wenn eine Firma dann pampig reagiert würde ich gar nicht mehr zum Gespräch auftauchen, wenn ich ehrlich bin.
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  17. Ich bin PHP-Entwickler mit dem Fokus aufs Backend. Hauptwerkzeuge sind PHP, SQL, XML und XSL. Dazu dann ein bisschen HTML und CSS, weil es eine kleine Firma ist und ich auch am UI mitarbeite. Wie schon erwähnt hab ich die 2k netto. Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass die im Backend-Bereich einfacher zu erreichen sind als im Frontend - einfach weil das Denken wohl so aussieht "Uh Datenbanken? Muss schwieriger sein als JavaScript Klicki Bunti". Es kommt auch immer drauf an wo man landet. Es gibt viele Webagenturen die vielleicht nicht so gut zahlen [Kenne aber auch Kollegen die zur Webagentur gewechselt sind und mehr verdienen als ich - im Frontend-Bereich]. Auch die Entwickler von den Browser-Games haben oft viele Entwicklerstellen die aber wohl eher 'meh' bezahlt werden [hab keine genauen Zahlen, aber das ist das große Vorurteil]. E-Commerce ist häufig auch ein Glücksspiel ob man da gut bezahlt wird oder nicht, auch ob man mit interessanten Technologien und Methoden arbeitet oder 'einfach' den Shop wartet. Bei meinem AG arbeite ich an den eigenen Webanwendungen. Das heißt ich spring nicht von der Websiteerstellung von einem Kunden zum Anderen, sondern ich entwickle unser Produkt weiter, plane neue Funktionen und Module, kümmere mich um Bugs, implementiere Schnittstellen zu anderen Sytemen... Hier zahlt sich Know-How schon aus. Je mehr ich kennenlerne, desto besser kann ich mich verkaufen. Zum Beispiel haben wir ein paar Schnittstellen zur Datenübertragung. Da macht es schon einen Unterschied ob ich das Modul so aufbaue, dass je nach Schnittstelle einfach das Output-Format und/oder die Übertragungsart angepasst wird oder ob ich jedes mal die gesamte Businesslogik neu implementiere. Am Anfang der Karriere darf man solche Fortschritte, die erfahreneren als selbstverständlich erscheinen werden, ruhig den Vorgesetzten mitteilen um Pluspunkte zu sammeln.
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  18. @Trail les den Nachtrag oben. Ich werde morgen einen Anwalt aufsuchen. Ich war auch nicht untätig. Ich habe mir erst einmal Rat bei dem IHK Mitarbeiter geholt der bei der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages dabei war und mit dem ich in der Vergangenheit schon mehrere Telefonate wegen der Tatsache geführt habe das ich nicht richtig ausgebildet werde. Deswegen habe ich auch diesmal auf seine Aussagen vertraut. Des weiteren war ich beim Gericht und habe mir einen Beratungsschein geben lassen für den Rechtsanwalt. Und ich habe in Zusammenarbeit mit der IHK mehrere Telefonate mit potenziellen neuen Arbeitgebern geführt und Bewerbungen geschrieben. Also Untätigkeit sieht finde ich anders aus. Klar ist die Situation beschissen, aber ich kann auch nicht zaubern. Sent from my HUAWEI GRA-L09 using Fachinformatiker.de mobile app
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  19. Ich gebe @Whiz-zarD grundsätzlich in vielen Teilen Recht. Allerdings geht er für mich zu weit und verliert das Augenmaß. IT ist im Regelfall kein Selbstzweck sondern in erster Linie Erfüllungsgehilfe für andere Abteilungen von Unternehmen. Heute kann man auch mit IT selbst Geld verdienen, keine Frage, aber das sind zahlenmäßig die Ausnahmen. Gerade bei uns in Deutschland. Hier ist IT dazu da, die Verwaltung, die Buchhaltung, die Fertigung, das Lager und andere Abteilungen zu unterstützen bzw. zu automatisieren. ... Wo ich Whizzard Recht gebe: In der Tat wird während der Ausbildung zu wenig Wert auf aktuelle Technologien, Konzepte, technischen Background, ordentliche Präsentationen, usw. gelegt. Das war zu meiner Zeit (2004) schon so. Da hieß es im Betrieb salopp "Hier. Für XXX brauchen wir ein Programm. Mach mal fertig." und in der Schule "Das ist eine For-Schleife". Das dort am Ende keine High End Developer bei raus kommen sollte klar sein. Heute ist das - leider - in weiten Teilen von Unternehmen und Schulen nicht groß anders, was ich so mitbekomme. Das ist in der Tat schade. Deswegen versuche ich unseren Azubis mehr an die Hand zu geben, wie es mir zu meiner Zeit wurde. Soweit gehe ich konform mit seiner Kritik. Mehr Kompetenz in diesen Bereichen wäre im Interesse aller. ... ABER: Klar sollte jedoch auch sein, dass man diese Kritik nicht zum Maßstab erheben kann. Weder haben die meisten Unternehmen das nötige Knoff Hoff, noch haben sie überhaupt das nötige Umfeld (Kunden, Branchen, Verträge, usw.) um diese Dinge umsetzen zu können. Wenn ich ein klassischer Software-Hersteller bin, der eine Standardsoftware programmiert, dann möchte ich diese weder alle 3 Jahre neu programmieren, noch möchte ich das Modul A prozedural, Modul B objektorientiert und Modul C nach DDD entwickelt wurde. In solchen Betrieben mag es für die Azubis schade sein, weil sie einiges verpassen, aber für das Unternehmen ist es verständlich, dass man lieber bei seiner Klassenbasierten halb-objektorientierten halb-prozeduralen Programmierung in C++ von anno 2000 bleibt, weil das bis heute die Code-Basis für das Produkt stellt. Ähnliches, wenn Du Industrie-Anlagen programmierst. Die werden ebenfalls nicht alle 3 Jahre gewechselt. Oder Software für ein Auto-Bestandteil schreibst, Verwaltungssoftware für einen Konzern, etc. pp. In all diesen Bereichen gibt es Fristen und eine Haltbarkeit welche weitaus größer sind, wie die Intervalle, in welchen technische IT-Konzepte en vogue sind. Gleichzeitig stellen diese Arten von Entwicklung aber Mengen-, Arbeitsplatz-, und finanziell gesehen den größten Teil der Software-Entwicklung in Deutschland. Da ist es verständlich, dass die IHK und auch die Universitäten hier nicht auf jeden modernen Zug aufspringen, sondern das unterrichten, was in weiten Teilen der Betriebe Praxis ist. Die Universitäten / Fachhochschulen möchte ich hier allerdings etwas ausnehmen. Die sind in den meisten Fällen näher an der Zeit und Technik wie die IHK. Ein Studium ist und bleibt schlussendlich doch was anderes, wie eine Ausbildung. ... Auch für die BWL-Anteile in der Ausbildung möchte ich eine Lanze brechen. So nervig sie auch sein mögen, so wichtig sind diese Themen. Wie wir alle habe ich in meiner Laufbahn mehr wie einen "Fachidioten" kennen gelernt. Kollegen, welche gut programmieren konnten, aber keinen Blick für das drum herum hatten. Weder für die Kosten noch für den Sinn und Zweck dessen, was sie da tun. Da nützt es nix, dass diese Kollegen prächtigen Code schreiben können, wenn die Dauer der Entwicklung die veranschlagte überschreiten, die Funktionalitäten nicht den Gewünschten entsprechen, oder der Entwickler später gar nicht versteht, wofür das Ganze eigentlich gedacht war und wie die Bedürfnisse des Anwenders sind. Wie weiter oben erwähnt, ist der Großteil der IT - gerade in Deutschland - kein Selbstzweck, sondern Erfüllungsgehilfe für Industrie, Verwaltung und Co. Dementsprechend ist es wichtig, dass auch die IT das kleine 1x1 dieser Branchen versteht. ... Von daher, als Fazit: Ich kann verstehen, wenn Anwendungsentwickler darüber schimpfen, dass zu wenig in Schule und Unternehmen vermittelt wird. Da geht auch meiner Meinung nach eine Menge technisches Potenzial verloren, gerade auch für den Technologie-Standort Deutschland insgesamt. Auf der anderen Seite is genau das für viele Bereich jedoch schlicht irrelevant. Da brauch man Leute, welche 08/15 Anforderungen in 08/15 Codes zu einem 08/15 Gehalt umsetzen können und das wars. Nicht umsonst werden Junior-Developer in den Stellenanzeigen der Online-Börsen gesucht wie der heilige Gral, während Senior Developer spürbar seltener gefragt sind.
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  20. Exakt, wir lernen es, weswegen die Ausssage hier auch nichts zu suchen hat, das ich es nicht anwenden kann ist mein Problem Du beziehst dich nur auf FIAE'ler, aber was denkst du erwartet man programmiertechnisch von einem FISI wie mir später? Kein Lehrer und auch keine Schule ist perfekt, man muss sich anpassen und wenn ich etwas nicht verstehe frage ich meinen Ausbilder oder belese mich in Büchern oder über google.
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  21. Da muss ich jedes Mal würgen, wenn ich sowas lese. Was für ein Unfug! Ich habe so oft Entwickler und Leads gesehen, die einen großartigen Job gemacht haben. Leider meist in Unternehmen mit unter 100 MA. Dann absolute Knallköpfe in Konzernen mit Dipl. Sonstwas mit Leistungen, die ihre Gehälter nicht einmal bei einer 120h - Woche rechtfertigen würden. Und nur weil das HR die Auflage hat: Nur mit Hochschulabschluss! Der 100% passende Bewerber kommt so nicht einmal bis in die Fachabteilung und landet vorab in Ablage P. Da könnte ich ... Ist einer der Gründe, warum ich mich für ein Studium neben dem Beruf entschieden habe. Ob ich jetzt mehr weiß als vorher? Wahrscheinlich. Aber ob ich meinen Job durch das Diplom an der Wand jetzt so viel besser mache? Eher nicht.
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  22. Soooo, ich werde dann jetzt mal gaaanz langsaaaaaam Feierabend und mich auf in meinen wohlverdienten Urdings machen. Habe kurzfristig entschieden, morgen auch schon Urdings zu nehmen. Ist eh nicht mehr wirklich was zu tun, bzw. die Genehmigungen für anstehende Sachen bekommen wir nicht mehr erteilt, da auch schon alle im Urdings sind... Ich wünsche euch ein paar schöne freie Tage, ein besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr und viel Spaß beim untenstehenden Gedicht. Das Christkind beim Finanzamt Denkt Euch ich habe das Christkind gesehen, es war beim Finanzamt zu betteln und fleh`n. Denn das Finanzamt ist gerecht und teuer, verlangt vom Christkind die Einkommenssteuer. Das Amt will noch wissen, ob es angehen kann, dass das Christkind so viel verschenken kann. Das Finanzamt hat so nicht kapiert, wo von das Christkind dies finanziert. Das Christkind rief: "Die Zwerge stellen die Geschenke her", da wollte das Finanzamt wissen, wo die Lohnsteuer wär.. Für den Wareneinkauf müsste es Quittungen geben, und die Erlöse wären anzugeben. "Ich verschenke das Spielzeug an Kinder" wollte das Christkind sich wehren, dann wäre die Frage der Finanzierung zu klären. Sollte das Christkind vielleicht Kapitalvermögen haben, wäre dieses jetzt besser zu sagen. "Meine Zwerge besorgen die Teile, und basteln die Geschenke in Eile" Das Finanzamt fragte wie verwandelt, ob es sich um innergemeinschaftliches Gewerbe handelt. Oder kämen die Gelder, das wäre ein besonderer Reiz, von einem illegalen Spendenkonto aus der Schweiz? "Ich bin doch das Christkind, ich brauche kein Geld", Ich beschenke doch die Kinder in der ganzen Welt." "Aus allen Ländern kommen die Sachen", mit den wir die Kinder glücklich machen." Dieses wäre ja wohl nicht geheuer, denn da fehle ja die Einfuhrumsatzsteuer. Das Finanzamt von diesen Sachen keine Ahnung, meinte dies wäre ein Fall für die Steuerfahndung. Mit diesen Sachen, welch ein Graus, fällt Weihnachten dieses Jahr wohl aus. Denn das Finanzamt sieht es so nicht ein, und entzieht dem Christkind den Gewerbeschein.
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  23. Moin! Freu! Ab morgen werden die Tage wieder länger! *Kanne SchokoHauchLöffelStänderKaffee koch*
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  24. Erst mal habe ich zuvor eine betriebliche Ausbildung als Mechatroniker hinter mir. Ich kenne also das Leben als Azubi. Zweitens hatte ich im Laufe der Zeit schon einige Gesprächen mit so manchen FIAE-Azubis gehalten und irgendwie berichtet jeder von den selben Problemen. Drittens hatte ich mich mal in diesem Forum angemeldet, weil ich Informationen über die Ausbildung sammeln wollte, da ich vor habe, die Ausbildereignungsprüfung abzulegen aber in diesem Forum werden immer wieder die Dinge bestätigt, die auch zuvor die Azubis berichtet haben, mit denen ich gesprochen habe und das erschüttert mich doch sehr. Das mag vielleicht sein. Das kann ich so nicht beurteilen. Ich selber war auf einer Schule in Schleswig-Holstein und diese Schule genießt in Norddeutschland einen sehr guten Ruf und die Leute, die auf dieser Schule einen Abschluss gemacht haben, werden eher genommen, als jemand mit einer betrieblichen Ausbildung.
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  25. Möglicherweise unterscheidet sich die Qualität und Anerkennung der Assistentenausbildung von Bundesland zu Bundesland. In NRW ist die Assistentenausbildung in der Wirtschaft als berufsqualifizierender Abschluss nicht sehr anerkannt und wird hauptsächlich nur von Leuten gemacht, die keine betriebliche Ausbildung bekommen haben und/oder auch kein (Fach-)Abitur haben, um zu studieren. Die meisten staatlichen geprüfen Assistenten in NRW machen daher im Anschluss eine Ausbildung zum Fachinformatiker oder gehen noch mal studieren. Nur wenige versuchen damit wirklich auf dem Berufsmarkt Fuß zu fasen. Mag sein dass deine Schule wirklich sehr gut war und du sehr viel mitgenommen hast, im Kontext so wie hier in NRW die Assistentenausbildung gesehen wird, würdest du für den Versuch, die Assistenten Ausbildung als höherwertige und bessere Alternative zur betrieblichen Ausbildung herauszuarbeiten, jedenfalls nur auf Unverständnis stoßen. Das wirkt ein bisschen so als würdest du sagen, die Ausbildung zum Beikoch sei besser als die zum Koch ... Aber das nur zu Info, damit eventuell klar wird, warum wir hier alle ggf. unterschiedliche Eindrücke und Meinungen zu dem Thema haben.
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  26. 1. Arbeitsplatz hat er, gegenüber von mir. Aufgaben haben wir genug, bzw. ich habe sehr viele Projekte wo ich ihn mit einbringen möchte. Seine eigene Testumgebung darf er auch selber einrichten, natürlich unter Anleitung bzw. mit Hilfe. Also daran wird es nicht hapern, eher mit der Langzeitplanung. 2. Zeit werde ich mir nehmen. Die Firma will ja auch von der Ausbildung profitieren. 3. Siehe Punkt 1. Danke
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  27. Hast du ihn denn auch gefragt warum es entspannter ist? Vielleicht gehts ihm darum, dass er seine Kurse selbst wählen kann, geht er das Studium vielleicht lockerer an? Vielleicht findet er toll nicht in einer Berufsschule rumhocken zu müssen, vielleicht war sein Ausbildungsbetrieb schlecht. Vielleicht macht der Altersunterschied schon etwas aus, man ist immerhin reifer, sieht Dinge nicht mehr ganz so eng... Wenn man Einzelschicksale ins Spiel bringt muss man etwas ausführlicher werden, sonst folgt so eine Antwort: Ich kenne einen, der hat in seinem Studium nur gechillt. Sein Kommilitone hat das ganze ernster genommen. Beide haben das Studium gleichzeitig abgeschlossen - einer von beiden hatte direkt nach Abschluss eine gute Stelle im Konzern und hat sich ein Haus gebaut. Der andere ist Entwickler in einer kleinen Softwarebude. Was genau eigentlich? ' Wie gesagt, die meisten Auszubildenen wohnen noch bei ihren Eltern, kriegen regelmäßig ihr Geld, haben keinen Prüfungsstress (außer einmalig in der Endprüfung) und müssen nicht neben ihrer Ausbildung noch 20 Stunden arbeiten gehen, um zu leben ' - Das ist keine Bewertung sondern einfach Tatsache. Ich hab zwar nicht mehr bei meinen Eltern gewohnt, aber sonst passt das schon. Die Feierabende waren nicht groß anders als sie es heute sind, hätte ich da noch zu einem Nebenjob gehen müssen wäre es doch ein klar anderer Aufwand der für die Ausbildung aufgebracht werden müsste. Sorry, aber hast du Uhus ganzen Post gelesen? Da wird recht gut aufgeführt was im Studium so passieren kann. Und du fischst dir einen Abschnitt am Ende raus und sagst, das ist falsch?^^ Die größte Gefahr für den Azubi ist der Ausbildungsbetrieb, wenn man Pech hat landet in einer Ausbeuterbude und muss sich erstmal damit rumschlagen. Aber sonst ist doch alles recht klar abgesteckt. Im Ausbildungsbetrieb wird gearbeitet und gelernt, in der Berufsschule ist eh das meiste easy... nur zu den Prüfungen wird es dann mal brenzlig und man muss richtig lernen, aber diese Situation haben Studenten doch viel öfter. Um das mit dem Nebenjob nochmal aufzugreifen: sowohl die beiden aus meinem Beispiel oben als auch alle anderen Studenten die ich persönlich kenne, haben oder hatten während des Studiums einen Nebenjob. Bei Studenten von denen ich so mal von Kollegen oder so höre 'mein Bruder studiert jetzt auch..', fällt mir nur einer ein der ohne Nebenjob zurecht kommt - da hilft die Mama finanziell. Vielleicht siehst du auch nur 'dass es Azubis so leicht haben und Studenten schwer' zu eng. Wenn die Ausbildung der Maßstab ist, liegt das Studium einfach drüber. Das wertet die Ausbildung nicht ab, es ist aber einfacher als das Studium. Oder anders formuliert. 'Die Ausbildung ist schon anspruchsvoll, das Studium aber noch mehr [...wenn man es ernst nimmt, ...wenn man zu dem Großteil gehört der sich mit Nebenjobs rumschlafen will, ...was auch immer es noch für Einschränkungen gibt um das nicht zu allgemein zu fassen]'
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  28. Wenn der CI Balken nicht den formalen Anforderungen entspricht, gibt auch keine Minuspunkte, wenn man diesen weglässt. Das ist ein objektiver Faktor über den man nicht disskutieren braucht. Yoda-Bilchen und lustige Sprüche finden keine extra Berücksichtigung in der Bewertung sondern finden wenn auf zwischenmenschlicher Ebene Anklang. Ein Prüfer wie du mag das gut finden, dass Risiko ist aber sehr hoch, dass man da alt eingessene Prüfer hat bei dem der Witz einfach nicht ankommt und der eventuell sogar den Eindruck hat, du würdest die Präsentation und das Publikum nicht ernst nehmen. Es lohnt sich einfach nicht, dieses Risiko einzugehen. Wenn du das System verändern willst, dann verheiz nicht die Auszubildenen dafür sondern beschwer dich bei der IHK und appeliere, dass "fachliche Witze und Yoda-Bildchen" zukünftig in die Bewertungskriterien der Prüfungskommission mit aufgenommen und explizit bei vorhanden sein positiv berücksichtigt werden. Du hast sicherlich keine lustigen Sprüche und Yoda Bildchen in deinen Abschlusspräsentationen verwendet Nur über die rede ich hier. Das man Bilder/Abbildungen/Diagramme usw. zum transportieren von Inhalten verwendet, ist hingegen selbstverständlich. Daraus leitet sich aber nicht ab, dass Yoda-Bildchen in einer Prüfungssituation auch gut ankommen. Du vermischt das hier ganz schön. Ja. Eben. Wenn man im Schloss von Versaille lebt lässt sich einfach über die Armut der Menschheit schnabulieren. Das mit dem Github-link als Ersatz für die Bewerbung mag vielleicht bei dir und ein paar wenigen Startups gut ankommen, ich kann dir aber sagen, dass solch eine Bewerbung bei 99% der Unternehmen ungelesen in die Ablage wandert. Allein schon deshalb, weil Bewerbungen oft von BWLern gelesen werden in der Personabteilung die Github gar nicht kennen. Deshalb ist solch eine Empfehlung einfach nur unpassend und kontraproduktiv. Die Prüflinge sind nicht dafür verantwortlich sich gegenseitig zu überbieten nur damit euer Wachpegel auf einem gewissen Stand bleibt. Eine Präsentation muss fachlich ansprechend sein und das reicht. Wenn du es als Prüfer nicht schaffst auch noch die letzte Präsentation des Tages objektiv zu beurteilen, dann solltest du da nicht sitzen. Sorry wenn es so klingt als würde ich hier hart ins Gericht gehen ... , ich denke nur man sollte wirklich den Kontext solcher Empfehlungen und Gedankengänge berücksichtigen. Es geht hier im Thread um eine Umschülerin die ihren Abschluss schaffen will. Sie will ganz sicher keine Experimente in der Prüfung und auch nicht das IHK System revolutionieren.
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  29. Naja, ich verlange ja nicht von jedem Prüfling, mich zu belustigen. Ich möchte nur - gerade bei der Präsentation - darauf hinarbeiten, dass sich das alte Klischee von langweiligen Folien mit Ladebalken und CI endlich verändert! Du sprichst es schon an: Auf Konferenzen trägt heute niemand mehr so vor! Also warum lernen die Azubis so einen Mist!? Wo wird in Unternehmen mit Ladebalken gearbeitet? Habe ich (!) noch nie gesehen. Das scheint also auch nur für die Prüfung "gestellt" zu sein... Ich bin in der vorteilhaften Position, dass ich seit meiner Bewerbung für die Ausbildung keine Bewerbung mehr schreiben musste. Aber ich sitze auf der Gegenseite und lese Bewerbungen. Und in beiden Fällen würde ich persönlich dafür plädieren, sich - analog zur Projektpräsentation - von der "grauen Masse" abzuheben. Und da war die Github-Idee tatsächlich ernst gemeint. Bei mir (natürlich kann ich nicht für andere sprechen) würde das sehr gut ankommen. Und wenn ich mich selbst bewerben würde, sähe dieses Dokument sicherlich auch nicht so aus wie die Anschreiben, die hier im Forum häufig diskutiert werden. Seit meiner eigenen IHK-Präsentation 2006 habe ich alle Präsentationen so gehalten. Inkl. meiner eigenen Masterarbeit. Ich lebe diesen Stil also selbst und mache auch keine Abstriche bei Prüfungsleistungen. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass ich mich inzwischen schämen würde, wenn ich Textfolien präsentieren müsste. Das ist im beruflichen Kontext (interne Präsentationen vor Chefs usw.) genauso wie auf Konferenzen usw. Und dass dieser Stil auch bei IHK-Prüfungen sehr gut (im Sinne von 100%) ankommt, zeigen die Beispiele auf meiner Website. Sie enthalten zwar keine Star-Wars-Referenzen, aber ich würde mich nicht scheuen, solche einzubauen, wenn sie sinnvoll (!) sind. Wie ich schon schrieb: Es geht nicht um eine Belustigung, sondern um die Unterstützung der fachlichen Inhalte! Da gebe ich dir recht. Aber es gibt ja auch viele gute Azubis, die sehr gut präsentieren können, und die ihre Folien schon von sich aus spannend gestalten. Und die möchte ich in ihrer (guten) Wahl unterstützen. Und alle anderen möchte ich zumindest anregen, mal darüber nachzudenken, ob es nicht auch anders geht. Genau mein Reden! Korrekt, die Präsi ist nicht 90 Minuten lang. Aber aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass du dich definitiv um die Aufmerksamkeit der Prüfer sorgen solltest. Nach 8 Stunden Präsentationseinheitsbrei an einem vollen Prüfungstag geht die Aufmerksamkeit ganz sicher deutlich nach unten. Denn die Prüfer sind ja auch nur Menschen.
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  30. Stefan deiner ehrenamtlichen Arbeit und deine Kompetenz in allen Ehren, glaubst du nicht, dass du hier langsam anfängst falsche Anreize zu schaffen? Das ist mir schon im Git-Repository Thread aufgefallen, als du in den Raum geworfen hast, es sei ja mal cool einen Git Link statt eine Bewerbung zu erhalten. Wie viele Bewerbungen hast du schon geschrieben, wo du nur dein Github-Link in der Bewerbung angegeben hast? Wie viele Abschlusspräsentationen (IHK Abschlussprüfung, Bachelor-Thesis, Master-Thesis) hast du schon gehalten, wo du Yoda Bildchen und "fachliche-Witze" verbaut hast? Wahrscheinlich gar nicht in beiden Punkten. "Sollen es mal die Anderen machen". Mag sein, dass es deinen persönlichen Humor treffen mag. Für die Auszubildenen geht es hier aber um was und das ist doch wohl unabstreitlich ein unnötiges Risiko bei so unterschiedlichen Charackteren aus dem eine Prüfungskomission bestehen kann. Die Auszubildenen sollten sich lieber auf die Inhalte konzentrieren und auf vernünftige Abbildungen die zum Inhalt passen, statt sich über eventuelle Belustigungen der Prüfer Gedanken zu machen. Die IHK Abschlussprüfung ist kein 1 1/2 stündiger Vortrag auf einer Fachtagung wo man zwischendurch mal die Aufmerksamkeit des Publikums einfangen müsste.
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  31. Ne eben nicht, es gibt einen Rahmenplan für Betriebe in allen Bereichen, und da muss sich jeder Betrieb halten. Die IHK ist ja im Prinzip auch gleichzeitig eine Aufsichtsbehörde für solche Sachen. Und wenn die Betriebe dem Rahmenplan nicht folgen, dürft ihr den Betrieb wechseln bzw die IHK hilft euch dabei. Gruß Sent from my iPhone using Fachinformatiker.de mobile app
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  32. Lass dich am besten einfach nicht verrückt machen von den 1000 unterschiedlichen Konzepten und Fachbegriffen, die meisten davon musst du jetzt sowieso noch nicht verstanden haben und die erklären sich dann von ganz alleine. In den meisten Fällen wurde dir jetzt C# oder Java geraten und einige Tutorials genannt. Fang einfach mit Hilfe eines Buches/Tutorials mit etwas einfachem an, es werden dann automatisch weitere Fragen, aber auch Antworten auftreten. Wie gesagt, lass dich nicht verrückt machen und abschrecken, das kommt alles mit der Zeit, man muss einfach klein anfangen und sich Schritt für Schritt voranarbeiten. Zu dem uralten Argument, ob ein Bäcker vor seiner Ausbildung schon Brot backen können muss. Ich würde es sehr komisch finden, wenn sich ein Bäckerazubi bei mir bewerben würde, der noch nichtmal zuhause versucht hat, mal einen Kuchen oder ein paar Plätzchen zu backen und nicht einmal Mehl von Zucker unterscheiden kann. Das zeigt ganz einfach Interesse.
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  33. Bei vielen Betrieben geht die Frist für Ausbildungsbewerbungen bis weit ins Frühjahr rein. Häng dich rein und starte jetzt durch.
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  34. Ja, liest man immer wieder in der Lügenpresse, wie gut es den Studenten geht
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  35. Natürlich ist es nicht so, dass Studenten 10 Semester Spaß haben und dafür den Bachelor bekommen. Student sein ist genau so ein Fulltimejob: Hier ein Projekt, dort eine Prüfungsvorleistung, dort noch irgendwas. Vor allem gegen Prüfungsphase wird es schnell sehr viel mehr, als eine 40-Stunden-Woche. Ein großer Unterschied ist die Eigenverantwortung: man bekommt nicht gesagt, dass man hier oder da das zu lernen hat (wie in der Berufsschule), sondern man muss sich selbst disziplinieren und organisieren. Das Leben als Student ist aber generell ein ganz anderes, als als Schüler oder Azubi. Und wenn man das mag, ist ein Studium gar nicht so verkehrt (aus diesem Grund habe ich mich auch für ein Vollzeitstudium entschieden). Der nächste Unterschied ist, wie bereits gesagt, das fachliche. Ich (studiere Medieninformatik) hatte zB in Softwareentwicklung1 mehr Stoff innerhalb des ersten halben Semsetsers, als in der gesamten Berufsschule. Das selbige gilt für Netzwerktechnik, Datenbanken, BWL usw. Dann gibt es Module, die in der Berufsschule gar nicht behandelt wurden, wie zB IT-Recht, Mensch-Computer-Interaktion, Medienpsychologie, usw. Zusätzlich kann man sich je nach Wahl(pflicht)-Modulen noch weiter in bestimmte Richtungen spezialisieren. Ich war anfangs, in den ersten zwei Semestern, auch viel am zweifeln, ob ein Studium überhaupt das Richtige für mich ist, vor allem da ich bisher eigentlich immer eher der Praktiker als der Theoretiker war und zwar meine Datenbankabfragen zusammenbasteln konnte und anfangs nicht verstanden hatte, warum man das mathematisch oder wissenschaftlich hier und da ausdrücken können muss. Mittlerweile merke ich aber, wie ich an Problemlösungen (und nichts anderes ist IT im allgemeinen) bewusster herangehe. Habe ich früher zB einen Algorithmus einfach so programmiert, weil ich es mir im Kopf so ausgemalt habe, sehe ich nun die (mathematischen) Strukturen dahinter und kann das ganz anders ausdrücken/kommunzieren/implementieren. Ich möchte eigentlich gar nicht über das Geld reden, denn das war für mich nie eine Motivation.
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  36. Fakt ist: der kaufmännische Anteil an der Ausbildung ist im Rahmenlehrplan festgeschrieben. http://www.gesetze-im-internet.de/itktausbv/anlage_2_teil_a.html Wenn du daran was ändern willst: kündige deinen Job, geh in die Bundespolitik und wirke als Abgeordneter an der Bildungspolitik mit.
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  37. Dein Text klingt aber nicht so wirklich danach, als sei alles super. Sorry aber das, was ich von dir in diesem Forum gesehen habe, war keine objektorientierte Programmierung. Nur weil man eine objektorientierte Sprache verwendet, heißt es noch lange nicht, dass man auch Objektorientierung anwendet und Struktogramme braucht man im Alltag auch gar nicht. Struktogramme sind auch nicht einfacher zu lesen, als Code. Von daher kann man es auch gleich weglassen. Nicht nur das. Auch die Ausbildung gehört für mich komplett überarbeitet. Das ist echt schon abenteuerlich, was ich hier so über die Abschlussarbeiten- und Prüfungen lese. Die Azubis lernen veraltete und überholte Methoden, nur um die Prüfung bestehen zu können. Vieles, was sie in der Berufsschule lernen, können sie auch gleich nach der Abschlussprüfung wieder vergessen, weil es entweder in der Praxis gar nicht mehr angewendet wird oder so selten, sodass man sowieso erst mal einen Blick auf Google oder Wikipedia werfen muss. Meiner Meinung nach, setzt man auch die Prioritäten komplett falsch. Anstatt den Azubis drei Jahre lang Pseudo-Code und UML-Diagramme einzutrichtern, sollte man - vor allem den Anwendungsentwicklern - mehr sauberen Code beibringen aber offenbar ist selbst das in der Abschlussprüfung zu viel verlangt. Die offiziellen Lösungen der Programmieraufgaben in der Abschlussarbeit ist so ein schlechtgeschriebener Code, dass man davon Pickel bekommt, wenn man nur ihn ansieht. Von gravierenden Fehlern ganz zu schweigen. Was das Abschlussprojekt angeht, bin ich auch kein Freund vom Pflichten- und Lastenheft, was aber offenbar vielfach von der IHK gefordert wird. Das sind auch Fragmente aus einer alten Zeit. Ich habe inzwischen schon viele Projekte gesehen, wo ein Pflichten- und Lastenheft geschrieben wurde (ich habe auch schon sowas das eine oder andere Mal geschrieben) und ständig sind solche Projekte in die Hose gegangen, weil sich die Anforderungen ändern können oder gewisse Dinge sowohl vom Kunden als auch vom Entwickler nicht vollständig durchleuchtet worden waren. Beliebt sind auch Fehlinterpretationen. Sowohl Kunde als auch Entwickler schreiben den selben Wortlaut und dennoch reden sie einander vorbei. Viel wichtiger ist es, mit den Kunden ständig im Kontakt zu bleiben, damit man schnell auf Änderungen reagieren kann. Auch sollte man den Kunden immer mit dem Status informieren und ihm auch den derzeitigen Zwischenstand ungeschönt präsentieren und ihn nicht vor vollendeten Tatsachen stellen, wie es mit dem Pflichten- und Lastenheft der Fall wäre. Wenn man feste Termine mit den Kunden arrangiert, dann braucht man auch kein Lasten- und Pflichtenheft. Änderungswünsche können dann formlos festgehalten und im nächsten Meeting präsentiert werden. Ob und wann sich eine Entwicklung amortisiert hat, ist auch gar nicht die Aufgabe eines Entwicklers. Der Entwickler soll nur analysieren, wie aufwendig eine Implementierung ist. Mehr nicht. Auch lässt sich das als Entwickler oft gar nicht so einfach herausfinden, wie es um die Amortisierung steht. Dies ist nur bei In-House-Lösungen möglich. Wenn man eine Software für einen externen Kunden einführt, muss der Kunde diese Analyse vornehmen, weil der Entwickler kein Einblick in die Interna des Kundens hat. Auch eine Ist-Analyse ist hier gar nicht möglich, wenn der Kunde davon nicht redet. Wer in einem echten SCRUM-Team arbeitet, wird von solchen Analyse-Kram sogar ferngehalten. Nicht weil man den Entwickler dumm halten möchte, sondern weil jeder seine Kernkompetenzen besitzt und die Kernkompetenz eines Entwicklers ist die Softwareentwicklung und nicht das Ausloten der Wirtschaftlichkeit. Als Beispiel nehme ich mal diese Abschlussarbeit, die mit 100% bewertet wurde. Die Abschnitte "Projektkosten" und "Amortisationsdauer" lesen sich wie ein Standardtext, den man in jeder Abschlussarbeit reinknallen könnte. Diese Texte haben überhaupt keine Aussagekraft. Viel wichtiger wären doch technische Aspekte. In einem Nebensatz wird erwähnt, dass die Daten historisiert abgelegt werden sollen. Da werde ich als Entwickler doch sehr hellhörig, weil die Historisierung gar nicht trivial ist. Schon gar nicht in einer relationalen Datenbank. Da hätte ich schon ein Kapitel erwartet, dass sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Was passiert z.B. wenn eine Spalte in einer Tabelle hinzukommt? Ich will ja nicht, dass die Azubis z.B. die Data Vault-Modellierung bis ins Detail verstehen und auch anwenden können aber wenn man schon so ein Thema anreißt, dann erwarte ich auch, dass man sich damit beschäftigt. Sei es auch nur, dass man die Risiken aufzählt. Meiner Meinung nach müsste das gesamte System reformiert werden. Wer nach drei Jahren immer noch nicht verstanden hat, dass es keine if-Schleifen gibt, wird das nie verstehen. Ich finde, eine Berufsschule sollte dafür sein, um das in Firmen angelernte Wissen zu vertiefen und zu erweitern. z.B. mal ein Blick auf Datenstrukturen werfen, um ein Gespür zu bekommen, welche wann geeigneter ist. Der Unterschied zwischen einer verketteten Liste und einer Arrayliste ist wohl offenbar nur sehr wenigen bekannt oder dass in Java und C# Arrays als assoziative Arrays missbraucht werden, indem man den gesuchten Index als Konstante ablegt. Anstatt sinnlose Amortisierungsrechnungen aufzustellen, sollte man vielleicht mit den Azubis DDD üben (z.B. die Schule als Kunde) oder mit Hilfe von Coding Dojos sauberen Code oder TDD in Verbindung mit Continuous Testing üben. Auch wäre ein Blick auf funktionale Programmiersprachen nicht verkehrt, weil diese Sprachen immer mehr in kommen sind. Nicht weil sie trendige Hipster verwenden, sondern weil einfach gewisse Probleme, die man aus der Objektorientierung kennt, dort nicht existieren und daher für viele Aufgaben besser geeignet sind, als objektorientierte Sprachen. TL;DR: Gerade die IT-Welt ist so extrem wandelbar. Da ist es einfach nicht klug, einen Ausbildungsrahmenplan bis in alle Ewigkeit in Stein zumeißeln. Auch die Berufsschule und die IHK müssen hier wandelbar sein und Trends erkennen. Kein Azubi hat etwas davon, drei Jahre irgendeinen Quatsch zu lernen, was Prüfungsrelevant ist aber später keine Anwendung mehr findet. Eine Berufsschule sollte dafür da sein, ein Azubi auf den Berufsalltag vorzubereiten nicht nur für die Prüfung. Sie ist dafür da, Defizite, die in den Ausbildungsstätten vorkommen können, aufzuarbeiten und den Azubis ein Blick über den Tellerrand zu ermöglichen.
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  38. Leider interpretiert jede IHK bzw. jeder Prüfungsausschuss die Vorgaben anders. Daher würde ich mich nicht auf deinen Ratgeber verlassen, sondern bei deiner IHK nachfragen. Häufig gibt es ein Merkblatt, auf dem steht, welche Zielgruppe deine Präsentation haben soll/darf. Bei uns ist z.B. immer der Prüfungsausschuss die Zielgruppe und auf "simulierte Kunden" wird verzichtet (das wirkt doch immer sehr konstruiert). Andere IHKen geben aber explizit die Auwahl z.B. zwischen "Abteilungsleiter", "Kunden", "Kollegen" usw. vor. Halte dich an das, was deine IHK von dir verlangt und gestalte die Präsentation dann zielgruppengerecht (z.B. beim Abteilungsleiter die internen Kosten mit rein, beim Kunden nur die externen). Zu Beginn deiner Präsentation sagst du dann ganz deutlich, an wen sich der Vortrag richtet, damit die Prüfer mit diesem Hintergrund deine Leistung bewerten. Das Gleiche gilt für die Inhalte der Präsentation: Hier ist z.B. bei uns gerade eine komplette Zusammenfassung der Projekts mit allen Phasen und Artefakten wichtig, da nicht alle Prüfer die Doku gelesen haben (ist zeitlich gar nicht machbar). Wenn deine IHK das anders haben will, halte dich daran. Aber auch das bekommst du nur heraus, wenn du nachfragst (oder auf der Website der IHK danach suchst). Scheu dich auch nicht davor, bei deiner IHK anzurufen, wenn du online keine Infos findest. Dafür sind die Damen und Herren da!
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  39. Ich mach hier erstmal dicht. @Kane85: Wenn du die Thread wieder aufhaben möchstet, dann bitte bei mir melden. @Trail: Man macht sich nie Freunde, wenn man andere Meinungen nicht respektiert, gerade in einem Forum das von Meinungsaustausch lebt. Edit: Auf Wunsch des TE wieder eröffnet.
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  40. Die Grenzen sind in der IT eben recht schwammig, da viele Akdemiker gar nicht auf fachadequaten Stellen arbeiten. Eine Administrator Stelle ist keine fachadequate Stelle für einen Akademiker. Das bedeutet, dass ein Akademiker dafür nicht ausgebildet wurde und das meine ich völlig Wertungsfrei. Das gilt für fast alle Stellen in der IT die von Akademikern besetzt werden. Von daher nicht verwunderlich wenn man Potential und IT-Fachwissen mitbringt dann auch ähnlich oder gleich entlohnt zu werden wie die Kollegen. Soll ja tatsächlich auch Unternehmen geben, die gleiche Arbeit mit dem gleichen Lohn vergüten. Das du fachlich wie ein Bachelor Absolvent eingestuft wirst ist allerdings eher eine recht Eigenwillige - eventuell auch Aufgrund des Lobes und der Anerkennung für deinen Werdegang - Intepretation deinerseits. Du kannst ja fachlich nicht so eingestuft werden wie ein Bachelor Absolvent, da deine Ausbildungsinhalte dem eben nicht entsprechend sind. Viel mehr profitierst du davon, dass für deine Stelle tiefe IT- und Technologie-Expertise ausschlaggebend ist und akademische Inhalte da überhaupt keine Rolle spielen. Du bist Werkstudentin bei Owncloud und nicht in der F&E Abteilung bei der ESA. Ein bisschen Bescheidenheit schadet nicht auch wenn man es drauf hat. Lg ...
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  41. Ich habe Mal eine Beispiel-Seite mit allen Rectssachen zum Thema Kündigung/ Abmahnung in der Ausbildungszeit raus gesucht. Eigentlich kannst sogar Du inzwischen Deinem Betrieb eine Abmahnung schreiben: https://www.duesseldorf.ihk.de/Ausbildung/ausbildung/Ausbildung_von_A-Z/Kuendigung/2596730 Hier auch noch ein Podcast: http://www.azuro-muenchen.de/fileadmin/downloads/mp3/faq/track_8.mp3
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  42. Irgendwie erinnert mich Dieser Fall an meine eigene Ausbildung. Ich wurde auch vom Ausbilder nicht betreut und habe mir deshalb hier bei fachinformatiker.de Unterstützung geholt. Im 3. Lj hat dann mein Ausbilder gesehen, dass mir mein Benutzerkonto gehört und alle Beiträge von mir ausgedruckt und der Personalabteilung gebracht. Ich sollte dann eine Abmahnung kriegen, weil ich hier geschrieben habe, dass ich bei bestimmten Dingen Hilfe brauche oder Ratschläge in Sachen selbstständiges Erarbeiten von Ausbildungsinhalten... Das war dann eine Abmahnung wegen dem Willen zu lernen. Das ist nicht rechtskräftig! Spätestens die IHK würde dann einer Kündigung nicht zustimmen. Azubis haben den größten Kündigungsschutz überhaupt. Ich sagte der Geschäftsführung auch, dass ich im Internet nie Namen verwendet habe und somit nichts nachweisbar sei. Ich bin damit zur IHK gegangen und der Betrieb hat als Weihnachtsgeschenk Post von der IHK bekommen, dass sie ausbilden sollen oder die Ausbildungsbefugnis entzogen bekommen.
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  43. Punkt 7 einfach lesen und verstehen. https://www.fachinformatiker.de/index.php?/guidelines/
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  44. Link entfernt... man geht ja auch nicht in eine Bäckerei und ruft "meine Brötchen sind aber besser, kommt in meinen Laden"
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  46. Sorry. Wenn man es nicht versucht, wird man das, was man will, natürlich auch nicht erreichen. Klingt wie meine ehemaligen Kollegen... "Wo anders bekomme ich doch ganz bestimmt auch nicht mehr"... Ähm.. doch. Aber dafür muss ich natürlich auch mal den Arsch hochbekommen und was machen. Es kommt niemand klingeln und bietet dir einen tollen Job an. Und wenn ich schon beim Lesen der Stellenbeschreibung denke, dass es eh nix wird, dann muss ich mich auch nicht wundern, wenn es nix wird. Vorstellungsgespräche sind eigentlich nur Gespräche, in denen man sich selber verkauft. Und wenn man mit der Einstellung da hin geht "Die geben mir eh nicht das, was ich haben will", dann wird man das in aller Wahrscheinlichkeit auch nicht bekommen. Weil man dann eben auch so auftritt. Im Vorstellungsgespräch muss man ganz genau wissen, was man für die Firma an Nutzen bringt. Was man wert ist. Was man kann. Nur dann, kann man sich auch richtig verkaufen.
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  47. "Wenn nötig". Ja. Dann erwarte ich aber auch, dass ich die Stunden abbummeln darf, wenn weniger zu tun ist. Und es gibt immer Wochen in denen mal weniger zu tun ist. Mein alter AG hat mir mal gesagt "Wir erwarten mindestens 45h/Woche von dir. Auch wenn wenig zu tun ist." Tja. Wenn im Arbeitsvertrag für Gehalt X 40h stehen, arbeite ich nicht 45h für Betrag X. Kein AG schenkt dir was. Warum sollte man dem AG dann was schenken? Aktuell ist es so, dass ich für die Faktura noch zusätzlichen einen Bonus bekomme. D.h. wenn ich Überstunden mache, komme ich automatisch auf ein höheres Gehalt. Das ist für mich in Ordnung. Aber, dass 45h erwartet werden, nur weil man gut verdient? Reicht der Sprit im Tank länger, nur weil der Sprit heute teurer war? Ich denke nicht.
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  48. Ich habe aus einer zuverlässigen Quelle, dass dieses Jahr mindestens 80% der Fisis und 70% Der Aeler durchgefallen sind.
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  50. Das geht für die ganzen Nutten und Koks drauf
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