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Fachkräftemangel - Gründe und Auswege

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vor 6 Minuten schrieb Crash2001:

es eventuell auch eine Art überbetriebliche Schulungen (wie bei der Handwerkskammer) geben würde, an denen alle verpflichtend teilzunehmen haben (um so den Azubis mit schlechten Betrieben auch ein gewisses Wissen in bestimmten Bereichen zu vermitteln) und die Betriebe sinnvoll ausbilden würden und dies kontrolliert werden würde.

Das wäre ja schon mal ein sehr guter Schritt nach vorne! Vor allem, wenn die Betriebe richtig ausbilden würden und man sich nicht alles aus Büchern selbst beibringen muss. Dafür benötige ich keinen Ausbildungsbetrieb. Dann kann ich auch direkt ein Studium machen.

Die überbetrieblichen Schulungen fand ich im Handwerk übrigens sehr gut! Die haben nochmal die Fähigkeiten detaillierter geschult. Ich finde sowieso, dass die handwerkliche Ausbildung deutlich (!) besser war, als die zum FIAE. Deutlich strukturierter.  

bearbeitet von Gurki

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Die Variation bezüglich der Qualität ist bei der Ausbildung um Längen größer als bei dem Studium.

Azubis von größeren Konzernen, mit dedizierten Ausbildungsabteilungen, kommen nach 3 Jahren als Könner aus der Ausbildung, haben viel gesehen und sind fachlich, theoretisch und praktisch topfit. Dann kommen Azubis von kleinen 5-Mann-Klitschen, können gerade einmal Wordpress bedienen oder einfache If-Abfragen schreiben und bekommen den gleichen Abschluss. Hinzu kommt, dass die Berufsschulen, selbst wenn sie fitte Lehrer haben, Rücksicht auf die Schwachen in der Klasse nehmen müssen, so dass die Qualität dort meist bescheiden ist.

Beides ist beim Studium so nicht der Fall. Die Varianz ist kleiner, fitte Lehrer haben mehr Möglichkeiten und es wird stärker gesiebt. Das gepaart mit dem weiter vorne genannten Anspruch, dass die Ausbildung gleichwertig wäre, macht es nicht besser.

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vor einer Stunde schrieb Errraddicator:

Die Variation bezüglich der Qualität ist bei der Ausbildung um Längen größer als bei dem Studium.

Genau. Das Ausbildungsniveau ist,  wie in vielen anderen Berufen, einfach nicht einheitlich vergleichbar. Gehe ich in die Hotelbranche und mache eine Ausbildung bei einem 5 Sterne + Hotel oder bei einer besseren Jugendherberge im Hinterland macht einen erheblichen Erfahrungsunterschied. Lassen wir persönliche Qualifikation und Talent von Ausbilder und Auszubildenden Weg ist der Standard des größeren Hotels einfach ein ganz anderer.

Jemand der Hotelmanagement studiert wird da einen einheitlicheren und höheren Standard der Ausbildung haben.

vor 3 Stunden schrieb Gurki:

 Ich finde sowieso, dass die handwerkliche Ausbildung deutlich (!) besser war, als die zum FIAE. Deutlich strukturierter.  

Ein Koch oder Hotelmitarbeiter kriegt nun mal seinen Standard vorgegeben, wie er zu arbeiten hat, was er zu tun hat und was er auf keinen Fall darf. Ein Frühstücksbuffet hat genau 5 Sorten Obst, die müssen in so-und-so große Stücke geschnitten werden, sie werden immer schön drapiert und nur durch den Service zum Kunden gebracht. Weicht irgend eine Kleinigkeit ab, muss man immer den ranghöheren zuständigen um Abweichung fragen und hat nur minimale eigene Befugnisse. Genau so wird auch Ausgebildet, "Anweisung" > "Abarbeiten" > Anweisung" > "Abarbeiten"  usw.

Es ist ausdrücklich nicht erwünscht, das der einfache Koch die Frage zur Veränderung stellt. Es wird jeden Tag immer das selbe geben, solange es von oben so befohlen wird. Viele Berufe sind genau so aufgebaut und es ist auch in Ordnung so, denn es muss immer Arbeitsbienen geben. Schließlich erwarte ich auch als Gast, dass mein Essen immer gleich aussieht und gleich gut schmeckt - also auch gleich gewürzt ist.

Wenn ich jetzt aber einem Fachinformatiker in der Ausbildung nicht klar mache, dass er sich immer selbstständig Weiterbilden muss und die Ausbildung in der IT einfach nur der Anfang ist, anders als z.B. im Handwerk, dann wird der nach der Ausbildung ein Problem haben. Unser Beruf hinterfragt alle Arbeitsprozesse. Man muss nicht IT-Lern erklären, wieso eine neue Software für das Unternehmen sinn macht. Auf Probleme ausdrücklich hinweisen. Es gibt kein richtig und falsch, sondern nur Optionen mit Konsequenzen. Da gibt es kein "der Meister hat es entschieden" , sondern man ist häufig als Junior schon in sehr großer Verantwortung.

vor 3 Stunden schrieb Gurki:

Die überbetrieblichen Schulungen fand ich im Handwerk übrigens sehr gut! Die haben nochmal die Fähigkeiten detaillierter geschult. 

 Einfach nur überbetriebliche Schulungen bringen ja auch nichts, wenn du "alles Könner" und "langsam Lernende" wieder in einem Kurs hast. Entweder langweilen sich die einen oder die anderen kommen nicht mit dem Stoff mit. 

 

bearbeitet von tsuNaMe

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vor 41 Minuten schrieb tsuNaMe:

Ein Koch oder Hotelmitarbeiter kriegt nun mal seinen Standard vorgegeben, wie er zu arbeiten hat, was er zu tun hat und was er auf keinen Fall darf [..] Schließlich erwarte ich auch als Gast, dass mein Essen immer gleich aussieht und gleich gut schmeckt - also auch gleich gewürzt ist.

Das betrifft ggf. den Gast in einem Hotel bzw. einem Restaurant. Ich habe neulich erst eine Dokumentation gesehen, wo sich ein Koch ziemlich darüber ausgekotzt hat, dass sich die Systemgastronomie über die Kantinen hinweg ausgebreitet hat und die Leute, die sich dort bewerben die einfachsten Sachen nicht mehr selbstständig machen können. Die können teilweise kein Schnitzel panieren oder einfache Saucen wie eine Sauce Hollandaise selbst herstellen. Der Betrieb hat daher selbst ausgebildet, da sie keine geeigneten Kräfte am Markt kriegen.

Davon ab hast du aber natürlich recht, als ITler ist selbst denken und selbst lernen erforderlich und vor allem ändert sich auch verdammt viel. Klar am Ende ist es das selbe in Grün, eine neue Sprache, die ein paar Elemente von Sprache X ein paar von Sprache Y usw. hat und hier und da ein wenig andere Syntax oder eben neue Frameworks und Libraries. Nix desto trotz ist das natürlich ein harter Schnitt. Als würde der Koch ggf. im selben Betrieb alle paar Jahre eine komplett andere Küche anbieten, von Texmex, über Asiatisch, weiter zu Balkan, nur Fischgerichte etc. pp. So ein Wandel haben andere Berufe selten.

Nix desto trotz könnte man natürlich ein wenig vereinheitlichen. Klar das ist im Betrieb nicht immer möglich bzw. wirtschaftlich. Ggf. muss dann der Berufsschulanteil ein wenig hochgeschraubt werden. Am Ende muss man aber für die IT einfach der richtige Typ Mensch sein, der auch den Biss hat sich selbst was anzueignen und sich Problemen zu stellen. Ggf. kommt man in größeren Unternehmen hier und da als "Fachidiot", ohne das negativ zu meinen, durch. Einfach weil so viel von bestimmten Tätigkeiten anfallen, dass derjenige dafür relativ spezialisiert ist. In kleineren Unternehmen ist aber meist wesentlich mehr Dynamik gefordert. Ich weiß nicht ob das etwas ist, dass man wirklich gut lernen und lehren kann, ist denke ich ein Stück weit die Denke des Menschen.

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vor 2 Stunden schrieb Velicity:

... Dokumentation... wo sich ein Koch ziemlich darüber ausgekotzt hat, dass sich die Systemgastronomie über die Kantinen hinweg ausgebreitet hat und die Leute, die sich dort bewerben die einfachsten Sachen nicht mehr selbstständig machen können... Der Betrieb hat daher selbst ausgebildet, da sie keine geeigneten Kräfte am Markt kriegen.

Ich kenne einige Hotels, Restaurants, wie Konditoreien die ihren Köchen und Bäckern bis ins letzte Gramm das gesamte Rezept vorschreiben bzw. mit einem Musterbild vorgeben, wie das Gericht oder die Torte auszusehen hat. Genau so wie im Hotelzimmer die Seife drapiert wird oder die Toilettenrolle zusammengefaltet sein muss. 

Ferner sind auf Messen wie der dehoga (Gastronomie Messe) wunderbare Lebensmittel wie der  '5 min Kaiserschmarrn aus der Tüte' präsentiert worden und nach Meinung der Fertigwaren Hersteller muss 'Hausgemacht' nur in einem Gebäude mit Dach produziert werden. 

Warum schweife ich so aus? - Nun, die Unternehmen wollen einen Standard für den Kunden anbieten und wenn man wegen des Mindestlohns nicht mehr am Mitarbeiter sparen kann (was man dennoch versucht) , muss man eben bei den Ressourcen weiter machen. Und dann wundert man sich tatsächlich, dass dafür Fähige und Motivierte Personen sich einen etwas besser bezahlten Job suchen, der auch mit einfachen Klickanleitung erledigt werden können. Viele Berufe kommen ja nicht in Frage, meist halt etwas bequemes und ein paar davon enden dann eben als IT Azubis die auf Grund der Ausbildungsmethodik besser im Handwerk aufgehoben wären und stattdessen sich verzweifelt selber versuchen alles beizubringen, weil sie mit der Lern und Arbeitsmethoden so nichts anfangen können oder auch gar nicht daran interessiert sind. 

Ich behaupte daher genau wie der Koch, das es zu wenig vernünftige Azubis gibt. Und mache ferner die Hypothese dass etwa 1/4 mit der IT einen Beruf wählen der eigentlich nicht zu den den  persönlichen Fähigkeiten passt.

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Die Ausbildung ist nach der Ausbildung einfach noch nicht abgeschlossen. Meist kommt auch erst danach der Part, in dem man sich spezialisiert und wirklich praktische Erfahrungen sammelt.
So etwas könnte man (je nach Fachrichtung beim FI) doch z.B. schon vorher durchführen mittels überbetrieblichen Schulungen (z.B. beim FISI Windows, Linux und Netzwerk genauer durchnehmen oder beim FIAE mindestens 2 Programmiersprachen). Bei der FIAE-Ausbildung empfand ich den Betriebssystem- Teil bei uns auf jeden Fall zu klein.

Und ja - es gibt einen recht hohen Anteil an IT-Azubis, die eigentlich nicht dafür geeignet wären, oder die sich komplett falsche Vorstellungen davon machen. Durch diese Leute wird die Ausbildung in der Berufsschule ziemlich oft ausgebremst und die Leute, die keine Probleme damit haben verlieren dann auch schnell mal das Interesse am Unterricht, da sie nicht gefördert / gefordert werden, sondern dauernd auf die Nachzügler warten müssen, was schnell frustrierend sein kann, wenn man selber nicht weiter kommt im Stoff.

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vor 16 Stunden schrieb Errraddicator:

Dann kommen Azubis von kleinen 5-Mann-Klitschen, können gerade einmal Wordpress bedienen...

Liegt aber meist daran, dass dort die Azubis als billige Arbeitskräfte gesehen werden. Dass man denen eigentlich was beibringen muss, ist ein notwendiges Übel. Viele meiner Kollegen in der Berufsschule damals haben sich das Meiste aus dem Ausbildungshandbuch in ihrer Freizeit angeeignet. 

vor 16 Stunden schrieb Errraddicator:

Beides ist beim Studium so nicht der Fall. Die Varianz ist kleiner, fitte Lehrer haben mehr Möglichkeiten und es wird stärker gesiebt.

Das sehe ich etwas anders: Die Varianz ist, bedingt durch unterschiedliche Abiturniveaus und den Weg der beruflichen Qualifikation, größer. Aber es ist allen egal. Durchfallquoten von 60% in Klausuren oder Abbruchquoten jenseits der 80% wären für eine Ausbildung nicht denkbar. Im Studium bist Du nur eine Nummer und wenn Du nicht beim Stoff mitkommst, ist es - nach Meinung der Profs. - dein persönliches Pech und Du bist einfach nicht zum Akademiker geeignet.

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vor 12 Minuten schrieb Kwaiken:

Aber es ist allen egal. Durchfallquoten von 60% in Klausuren oder Abbruchquoten jenseits der 80% wären für eine Ausbildung nicht denkbar.

Das es allen egal ist stimmt nicht. Die Hochschulen versuchen mittlerweile alles Mögliche, um die Durchfallquoten und Abbrecherzahlen, sogar die Noten, zu schönen. Die TH Köln hat zum Beispiel zu diesem Semester folgende Regelung zu den Bachelorstudiengängen eingeführt:

Zitat

In den Bachelorstudiengängen der TH Köln können Studierende bis zu vier „zusätzliche Prüfungsversuche“ einsetzen, wenn sie eine Prüfung dreimal nicht bestanden haben oder mit der Note eines Erstversuchs nicht zufrieden sind. Sie ersetzen Regelungen zu Freiversuchen und Mündlichen Ergänzungsprüfungen. (Quelle: Prüfungsangelenheiten TH Köln)

Ich bin mir sicher, dass es an anderen Hochschulen mittlerweile ähnliche Regelungen gibt.

Das ist ähnlich wie die Einführung des Zentralabiturs. Höherwertige Abschlüsse werden mMn immer inflationärer vergeben.

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Gerade eben schrieb Kwaiken:

Das sehe ich etwas anders: Die Varianz ist, bedingt durch unterschiedliche Abiturniveaus und den Weg der beruflichen Qualifikation, größer. Aber es ist allen egal. Durchfallquoten von 60% in Klausuren oder Abbruchquoten jenseits der 80% wären für eine Ausbildung nicht denkbar. Im Studium bist Du nur eine Nummer und wenn Du nicht beim Stoff mitkommst, ist es - nach Meinung der Profs. - dein persönliches Pech und Du bist einfach nicht zum Akademiker geeignet.

Hier liegt doch aber das Problem: Durch das Verwaschen der Noten, Schüler mitziehen (auch über Jahrgangsstufen hinweg) etc. kommt man mit der Realität erst dann in Kontakt wenn es zu spät ist. Lücken werden immer größer, "Versagen" durch schlechte Noten wird nicht gelernt...

In der Ausbildung wird man dann ggf. mitgezogen, besteht mit Ach und Krach die Prüfung und geht dann gnadenlos unter. Oder man studiert, stellt fest dass man doch irgendwie "nichts" kann, ist mit dieser Situation, diesem "Versagen" überfordert. Entweder man packt es, oder sucht sich eine Ausbildung.

Woher kommen denn die ganzen 1er Abiturienten in den letzten Jahren? Waren die Menschen vor 20+ Jahren blöder, oder konnte man dort auch mit einer 3 noch gut leben ohne die Schule zu verklagen? Realistisch betrachtet hätte in meinem Jahrgang (2005er Abi) mindestens die Hälfte - mich eingeschlossen - im Schnitt eine Note schlechter sein müssen, mit der Konsequenz, dass einige dann auch nicht bestanden hätten.

Um den Bogen mal wieder zum Thema zu schlagen:

Der Fachkräftemangel fängt schon in den Schulen an, einfach deswegen weil vieles vereinfacht wird. Schüler, für die es rein lerntechnisch besser wäre die Klassenstufe zu wiederholen, werden versetzt um ihnen die "Schande" des Sitzenbleibens zu ersparen... Es ist nur noch ein Run auf gute Noten, mit bulemielernen und wenig "verstehen".

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vor 3 Minuten schrieb Maniska:

Schüler, für die es rein lerntechnisch besser wäre die Klassenstufe zu wiederholen, werden versetzt um ihnen die "Schande" des Sitzenbleibens zu ersparen...

Leider ist es oftmals von Seiten der Schule nicht einmal möglich seine eigenen Kinder ein Jahr zurückstufen zu lassen. Ich kämpfe zum Beispiel seit Jahren darum, dass meine jüngste Tochter in der Grundschule noch einmal wiederholen darf (da sie wirklich Probleme mit Mathe und Deutsch/Rechtschreibung hat und damals auch sehr jung eingeschult wurde, da sie genau am Stichtag geboren wurde). Leider bekomme ich jedes Jahr aufs neue von der Schulleitung gesagt, dass dies nur möglich sei, wenn sie in beiden Hauptfächern mangelhaft sei, sie aber in Mathe ja noch eine ausreichende Leistung hat. Man merkt leider immer wieder wie ätzend die deutsche Bürokratie doch sein kann...

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vor 11 Minuten schrieb Rienne:

Ich bin mir sicher, dass es an anderen Hochschulen mittlerweile ähnliche Regelungen gibt.

Wow, krasse Regelung. Aber wenn ich ehrlich bin, finde ich das gar nicht so schlimm. Bestehen muss man dennoch. Hatte oft Kollegen, die gehen das erste Mal hin "um mal zu schauen". Für den Zweitversuch wird dann gelernt, aber es reicht manchmal trotzdem nicht. Und beim Drittversuch schlottern schon beim Betreten des Hörsaals die Knie, Blackout, Exmatrikulation. Das kann Dir auch im 8 Semester passieren, wenn Du ein Pflichtfach aufschiebst (wie ich z. B. mit der theoretischen Informatik). Daher halte ich mehr Versuche subjektiv für in Ordnung.

vor 5 Minuten schrieb Maniska:

Der Fachkräftemangel fängt schon in den Schulen an, einfach deswegen weil vieles vereinfacht wird.

Bildung ist Ländersache. Länder sind in Konkurrenz miteinander um Fördermittel des Bundes, Stichwort: Exzellenz-Initiative und Stundentenanzahl. Quantität statt Qualität. Selbstgemachte Probleme. 

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Das übliche Gesabbel. Hauptsache, man hat mal wieder nicht die Methodik hinterfragt, aber gleichzeitig die Frauen- und Migrationskarten gezogen. Damit sind alle politischen Hypethemen der Moderne bedient und die Arbeitgeberlobby ist zufrieden.

Schön finde ich jedoch die Grafik weiter unten, mit den Bruttogehältern nach Qualifikation. Die erachte ich für durchaus realistisch. Es zeigt sich immer wieder, dass Bildung sich lohnt.

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vor 1 Stunde schrieb Kwaiken:

Wow, krasse Regelung. Aber wenn ich ehrlich bin, finde ich das gar nicht so schlimm. Bestehen muss man dennoch.

Ja, aber wenn ich eine Prüfung so oft schreiben darf, bis mir die Note gefällt/ich bestehe geht das trotzdem am Thema Studium vorbei.

Ich hoffe ja wirklich, dass wenn ich eine Prüfung wiederhole weil ich " mit der Note eines Erstversuchs nicht zufrieden bin", dann trotzdem durchfallen kann und beide Versuche weg sind. Irgendwie befürchte ich aber, dass das "Bestanden" aus dem Erstversuch bleibt...

Zitat

Bildung ist Ländersache. Länder sind in Konkurrenz miteinander um Fördermittel des Bundes, Stichwort: Exzellenz-Initiative und Stundentenanzahl. Quantität statt Qualität. Selbstgemachte Probleme. 

Stimmt, aber es hilft nicht, wenn man an denen rumjammert die für das Problem nichts können. Dass die Schüler "nichts können" wenn sie auf die Welt losgelassen werden liegt weniger am Einzelnen als an den Rahmenbedingungen ( aka Lehrplan).

Ist ja schön wenn Bildung Ländersache ist, wenn es die Länder aber offensichtlich nicht hinbekommen einen einigermaßen akzeptablen Standard zu erarbeiten, muss die Regelung überarbeitet werden. Wen die Länder es von sich aus nicht schaffen, dann muss der Bund einen Groblehrplan erlassen mit der Anzahl der min./max Stunden pro Jahrgangsstufe, Pflichtfächern (Mathe, Deutsch, erste Fremdsprache, ...) Wahlpflichtfächern (Technik, MUM, 2. Fremdsprache, BK, Musik, Philosophie...) und ggf. Wahlfächern (Religion...). Wobei Wahl(-pflich-)fach in diesem Fall nicht zwangsläufig bedeutet, das der Schüler die Wahl hat, sondern das Land/die Schule kann wählen was in den Lehrplan soll und was wegfallen könnte.

Fördergelder vom Bund gibt es dann nur noch anhand eines standardisierten Tests (pro Klassenstufe und Schulform), bei dem es vom Niveau her (fast) unmöglich ist die Maximalpunktzahl zu erreichen. Dann ist nicht mehr die Anzahl der Fließbienchen und Kuscheleinser entscheidend, sondern das vermittelte Wissen.

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Krass, was in NRW an den Hochschulen eingeführt wird...

Bei uns gibt es die Regel, dass man insgesamt bis zu 6 Drittversuche hat. Nach dem 2. Semester hat man die Möglichkeit eines Viertversuchs in einem beliebigen Fach (meistens AlgoDat). Sobald eine Prüfung bestanden ist, ist sie bestanden und mit der jeweiligen Note abgeschlossen. Erscheint man nicht zur (Erst-)Prüfung, gibt es keine Note. Ist man in der Erst-Prüfung durchgefallen, muss man im nächsten Semester zur Zweit-Prüfung antreten.

 

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Bei uns an der DHBW ist das wie folgt:

Spoiler

1 Versuch (schriftlich) - gescheitert

2 Versuch (schriftlich) - gescheitert

3 Versuch (mündlich) - gescheitert

= Exmatrikulation

In den Drittversuch darf man nur, wenn man in maximal einem Versuch durch den Zweitversuch durchgefallen ist. Dafür ist das Niveau vermutlich an der DHBW nicht so hoch, wie im Masterstudiengang in Hagen.

Wiederholen nur weil mir die Note nicht passt, darf ich allerdings nicht, das wäre ja noch schöner.

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vor 6 Minuten schrieb Kwaiken:

Leider ist es schwierig das Grundgesetz zu ändern.

Als ob die Bundesregierung nur Gesetze verabschieden würde, die GG-Konform sind...

Außerdem glaub ich nicht, dass die Verteilung und Vergabe von Fördergeldern im GG verankert ist (ich lasse mich hier gerne vom Gegenteil überzeugen). Was bedeutet dass sich diese Vergaberegelung wahrscheinlich schon recht einfach anpassen ließe.

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vor 3 Stunden schrieb Errraddicator:

Schön finde ich jedoch die Grafik weiter unten, mit den Bruttogehältern nach Qualifikation. Die erachte ich für durchaus realistisch. Es zeigt sich immer wieder, dass Bildung sich lohnt.

Ist man denn nur mit einem Studium ein Experte? Und wie man im Gehaltsthread ja sieht, gibt es auch welche "nur" mit Ausbildung, die an das Gehaltsniveau des sogenannten Experten kommen.

Deinen letzten Satz unterschreibe ich aber!

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vor 2 Stunden schrieb Maniska:

Ich hoffe ja wirklich, dass wenn ich eine Prüfung wiederhole weil ich " mit der Note eines Erstversuchs nicht zufrieden bin", dann trotzdem durchfallen kann und beide Versuche weg sind.

Also soweit ich weiß, kann man die Note nur verbessern, wenn man wirklich zum ersten Mal geschrieben hat und auch nur bei bestehen. Und sobald man einmal nicht bestanden hat, kann man auch nur noch eine 4,0 bekommen. Nichtsdestotrotz halte ich davon nicht allzu viel. Dasselbe gilt für die 4 zusätzlichen Versuche, nachdem man schon dreimal versagt hat. Dahat man mehr Versuche als das Studium idealerweise dauert. XD

Dass Bildung Ländersache ist, hslte ich such für sehr veraltet. Jedem Arbeitnehmer wird nahegelegt beruflich flexibel zu sein, auch was die Wahl des Standortes von Arbeitgebern angeht, aber was mit einem Kind ist, das beispielsweise von NRW nach Bayern ziehen muss, ist dabei total egal. Dass es nicht in jedem Bundesland jedes Fach gibt, ist auch so ne Sache, manxhe Bundesländee haben Mathe und Deutsch verpflichtend als Prüfungsfächer, andere nicht. In Bundesland x gibt es 5 Peüfungsfächer, in Bundesland y nur 3. Hier hat man G8, dort G9 und woanders darf es sich sogar jede Schule selber aussuchen. Und und und

Ganz interessant sind auch die Unterschiede der Fachhochschulreife. Da kann man nämlich auch nicht an jede beliebige Fachhochschule bundesweit einfach so studieren. In Hessen gehört zum Beispiel noch ein 6-monatiges Praktikum dazu, um diese zu bekommen, in NRW nicht. Ohne diesen praktischen Teil darf man meines Wissens nach in Hessen aber nicht studieren, den muss man erst einmal anderweitig anerkennen lassen. Dafür darf man in Hessen und Niedersachsen jedoch mit Fachhochschulreife auch an normalen Hochschulen studieren.

Ähnlich verhält es sich ja mit der Berufsausbildung. Jede IHK kocht ihre eigenen Süppchen und beim FI macht BW z.B. ganz sein eigenes Ding.

Dass so etwas zu Zeiten, in denen Globalisierung und internationaler Vergleich immer wieder groß geschrieben wird,  nicht einmal angepasst wird, finde ich falsch.

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Ich bin in meiner gesamten Studienzeit nicht durch eine einzige Prüfungsleistung gefallen. Egal ob Klausuren, Praktika, o.ä.  Trotzdem finde ich das Konzept  der Prüfungsversuche eher schädlich. Dazu muss man wissen, dass es früher zu Diplom Zeiten bei Klausuren i.d.R unendlich viele Prüfungsversuche gab und das auch wieder so eine Bachelor-Master Karotte ist.

Dabei finde ich das Konzept der Prüfungsversuche genau so dumm wie der Druck zu einem bestimmten Semester eine Anzahl X an Credit Points erreicht haben zu müssen. Das widerspricht so ziemlich genau einem Studium, wofür es mal Stand. Denn sich über lange Zeit in Bücher verbuddeln, der Blick über den Tellerrand usw. wird einem damit Zwangsverwehrt, da kaum einer das Risiko eingehen will, wegen "hobby" irgendwo einen Prüfungsanspruch zu verlieren. Da braucht man sich ja nicht wundern, dass jeder nach dem "Klausurrelevant" fragt, wenn die Studenten heute mit Stoff zugeschüttet werden wovon dann unter Druck einige Wochen später direkt abgeprüft wird, ob man das alles fleißig und konform gelernt hat. 

Das Konzept der Prüfungsversuche hat sich auch in der Realität nicht bewährt. Die meisten Leute die für ein Studium bzw. einem bestimmen Studiengang nicht geeignet sind, brechen nach 1-2 Semester wieder ab und nehme entweder keinen oder maximal 1 oder 2 Prüfungsversuche in Anspruch. Den letzten Prüfungsversuch nehmen ja tatsächlich oft eher Leute in Anspruch, die praktisch schon fertig mit dem Studium sind. Viele von denen schaffen es dann auch, es gibt aber immer wieder diese Fälle, wo jemand dann aus x beliebigen Gründen den Drittversuch nicht schafft, er es aber mit ein paar Versuchen mehr sicherlich dann trotzdem geschafft hätte. Zu Diplom Zeiten war das ganz normal und wenn man dann bestanden hat, dann hat man es sich auch ehrlich verdient. Es ist ja nicht so, als wäre das bestehen dann weniger Wert als im Erstversuch. Ich habe leider schon Leute von der Uni gehen sehen, die sogar schon ihre Thesis abgegeben haben und dann durch einen Drittversuch in Recht durchgerasselt sind. Da kann mir niemand erzählen, dass die keine guten Informatiker geworden wären. Zumal dass auch Volkswirtschaftlich SAU DUMM ist, denn die Ausbildung derjenigen hat dem Staat im Schnitt trotzdem 30.000 - 100.000€ je nach Studiengang gekostet. 

bearbeitet von Aurel

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vor 7 Minuten schrieb Aurel:

Dazu muss man wissen, dass es früher zu Diplom Zeiten bei Klausuren i.d.R unendlich viele Prüfungsversuche gab und das auch wieder so eine Bachelor-Master Karotte ist.

Das stimmt so nicht. Es gab auch bei Diplomstudiengängen (Fach-)Hochschulen mit Begrenzungen.

In meinem Elektrotechnik-Studium war man zwar frei, was den Zeitpunkt angeht, zu dem man eine gewisse Prüfung ablegt. Aber hat man daran erst einmal teilgenommen und ist durchgefallen, hatte man auch nur noch zwei Versuche, zwischen denen dann auch nur noch jeweils maximal zwei Semester liegen durften.

Genauso lag bei manchen Studiengängen das komplette Studium erst einmal auf Eis, wenn man eine Prüfung nicht bestanden hat, diese aber z.B. Voraussetzung für gewisse Praktika war.

vor 14 Minuten schrieb Aurel:

Ich habe leider schon Leute von der Uni gehen sehen, die sogar schon ihre Thesis abgegeben haben und dann durch einen Drittversuch in Recht durchgerasselt sind.

Das mit der Thesis und dem Verteidigen dieser ist ja auch so ne Sache. Soweit ich weiß muss man in den USA zum Beispiel gar keine Thesis schreiben für den Bachelor.

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vor 3 Stunden schrieb Maniska:

Fördergelder vom Bund gibt es dann nur noch anhand eines standardisierten Tests (pro Klassenstufe und Schulform), bei dem es vom Niveau her (fast) unmöglich ist die Maximalpunktzahl zu erreichen. Dann ist nicht mehr die Anzahl der Fließbienchen und Kuscheleinser entscheidend, sondern das vermittelte Wissen.

Weil das wo anders ja mit den Standardisierten Tests so gut funktioniert. Da lernen die Schüler halt garnix mehr, außer für die Tests.

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Bei mir hieß es während des Studiums, dass man theoretisch jede Prüfung nahezu unendlich wiederholen darf - allerdings läuft ab der ersten Anmeldung ein "Timer", und das Modul musste innerhalb von 4 Semestern bestanden sein, sonst Exmatrikulation.

Wenn man also Pech hat, und für das Modul wurde nur alle 2 Semester eine Prüfung angeboten - dumm gelaufen.

Üblich war allerdings ein Prüfungstermin pro Semester, und der 4te Versuch fand dann nicht als Klausur, sondern als rein mündliche Prüfung statt. Es sollte noch erwähnt sein, dass tatsächliche Klausuren nur in sehr wenigen Modulen vorkamen, meist war es ein 15-minütiges Fachgespräch mit dem Dozenten und einem Tutor.

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Am 27.11.2018 um 07:23 schrieb Crash2001:

Die Ausbildung ist nach der Ausbildung einfach noch nicht abgeschlossen. Meist kommt auch erst danach der Part, in dem man sich spezialisiert und wirklich praktische Erfahrungen sammelt.

Vergleichbar mir dem Führerschein. Wenn man die Prüfung erfolgreich bestanden und seinen Führerschein hat, hat man trotzdem nur das nötigste gelernt, um im Staßenverkehr zu "überleben".

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